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Feuchtkugel-Rechner – Feuchtkugeltemperatur, Luftfeuchtigkeit, Taupunkt und…

Feuchtkugeltemperatur berechnen: Luftfeuchtigkeit, Taupunkt und Kühlgrenztemperatur nach WMO-Standard. Mit Sprung-Formel und Magnus-Gleichung.

Überblick

Was ist der Feuchtkugel-Rechner?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Der Feuchtkugel-Rechner (Wet-Bulb/Psychrometer) berechnet aus der Lufttemperatur und Luftfeuchte eine Temperatur, die ein mit Wasser benetztes Thermometer anzeigt, wenn es von Luft umströmt wird. Diese Feuchtkugeltemperatur ist immer niedriger als die Trockentemperatur, weil die Verdunstung Wärme entzieht.

Aus der Differenz zwischen Trocken- und Feuchtkugeltemperatur lassen sich Luftfeuchtigkeit, Taupunkt und die Kühlgrenztemperatur bestimmen. Das Messprinzip wird im Psychrometer verwendet.

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Globale Felder in allen Tabs: Lufttemperatur am Trockenthermometer (°C) und Luftdruck (hPa).

Tab „Feuchtkugeltemperatur“: Relative Luftfeuchtigkeit (%) sowie optional der Psychrometertyp (Assmann-Aspirationspsychrometer, Schleuderpsychrometer oder Standpsychrometer). Die Feuchtkugeltemperatur wird iterativ bestimmt.

Tab „Luftfeuchtigkeit aus Feuchtkugel“: Eingabe der Feuchtkugeltemperatur (°C) und optional des Psychrometertyps. Optional wird eine Fehlermeldung angezeigt, wenn die Feuchtkugeltemperatur höher als die Lufttemperatur ist.

Tab „Taupunkt aus Feuchtkugel“: Eingabe der Feuchtkugeltemperatur (°C) und optional des Psychrometertyps.

Tab „Kühlgrenztemperatur“: Relative Luftfeuchtigkeit (%) sowie optional die Effizienz des Verdunstungskühlers (%).

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Damit kannst du Ergebnis, Formelweg und Größenordnung schneller nachvollziehen.

Die Berechnungen basieren auf der Magnus-Gleichung und der Sprung-Formel (Psychrometer).

1) Sättigungsdampfdruck e_s in hPa nach Magnus:

e_s = 6,112 * exp(17,67 * T / (T + 243,5))

2) Sprung-Formel / Dampfdruck aus T (Trockentemperatur), T_f (Feuchtkugeltemperatur), Luftdruck p und Psychrometerkonstante A:

e = e_s(T_f) - A * p * (T - T_f)

3) Relative Luftfeuchtigkeit:

RH = (e / e_s(T)) * 100

4) Taupunkt aus der Umkehrung der Magnus-Formel:

T_d = 243,5 * ln(e/6,112) / (17,67 - ln(e/6,112))

5) Kühlgrenztemperatur: Im idealen Verdunstungsprozess entspricht sie der Feuchtkugeltemperatur bei Sättigung (Wet-Bulb), daher wird sie über die gleiche iterative Bestimmung wie in Tab 1 berechnet.

Hinweise

Wichtige Hinweise zur Nutzung

Diese Hinweise helfen bei Plausibilitätscheck, Einordnung und sicherer Anwendung der Ergebnisse.

Nutze den Rechner, um Raumklima und Kondensationsrisiken besser einzuordnen: Ein hoher Taupunkt bzw. ein kleiner Abstand zwischen Lufttemperatur und Taupunkt erhöht die Wahrscheinlichkeit für Kondensat an kälteren Oberflächen.

Für Lüftung/Entfeuchtung lohnt sich die Kombination aus relativer Luftfeuchte und (abgeleitetem) Taupunkt. Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit sinkt zudem die erreichbare Verdunstungskühlung, sodass klassische Klimaanlagen oft wirksamer sind.

FAQ

Häufige Fragen zu Feuchtkugel-Rechner

Kurze Antworten auf typische Rückfragen, bevor du zur nächsten Seite springst.

Was ist die Feuchtkugeltemperatur?

Die Feuchtkugeltemperatur ist die Temperatur, die ein mit Wasser benetztes Thermometer anzeigt, wenn es von Luft umströmt wird. Sie ist niedriger als die Trockentemperatur, weil Verdunstung Wärme entzieht. Aus der Differenz zwischen Trocken- und Feuchtkugeltemperatur lassen sich Luftfeuchte, Taupunkt und Kühlgrenztemperatur ableiten.

Wie funktioniert ein Psychrometer?

Ein Psychrometer besteht aus zwei Thermometern: dem Trockenthermometer und dem Feuchtthermometer. Das Feuchtthermometer ist mit einem feuchten Docht umwickelt. Wenn Wasser verdunstet, kühlt es das Feuchtthermometer ab. Je trockener die Luft, desto stärker ist die Verdunstung und desto größer ist die Temperaturdifferenz. Daraus wird die Luftfeuchtigkeit berechnet.

Wie berechnet man die Luftfeuchtigkeit aus Trocken- und Feuchtkugeltemperatur?

Zuerst bestimmt man den Dampfdruck über die Sprung-Formel: Aus der Sättigungsdampfdruckkurve am Feuchtwert und dem Verdunstungsterm ergibt sich der tatsächliche Dampfdruck. Danach rechnet man die relative Luftfeuchtigkeit über den Quotienten aus tatsächlichem Dampfdruck und Sättigungsdampfdruck an der Lufttemperatur in Prozent um.

Was ist die Sprung-Formel?

Die Sprung-Formel beschreibt den Zusammenhang zwischen Feuchtkugeltemperatur, Lufttemperatur, Luftdruck und dem tatsächlichen Dampfdruck. Sie nutzt dabei eine Psychrometerkonstante (abhängig vom Gerätetyp) und liefert damit die Grundlage, aus der anschließend relative Luftfeuchtigkeit und Taupunkt abgeleitet werden.

Was ist der Unterschied zwischen Feuchtkugeltemperatur und Taupunkt?

Die Feuchtkugeltemperatur hängt direkt vom Verdunstungskühlungsprozess am Feuchtthermometer ab und beschreibt den Zustand beim adiabatischen Verdunsten. Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luft mit dem aktuellen Dampfdruck gesättigt ist (Kondensation beginnt). Beide sind verwandt, aber nicht identisch: Der Taupunkt entspricht eher der „Sättigung“ bei konstantem Dampfdruck, die Feuchtkugeltemperatur eher dem Verdunstungs- bzw. Kühlprozess.

Was ist die Kühlgrenztemperatur?

Die Kühlgrenztemperatur ist die Temperatur, auf die Luft durch Verdunstungskühlung maximal abgesenkt werden kann, bis die Luft vollständig gesättigt ist. In der Praxis entspricht sie dem Wet-Bulb-/Feuchtkugelwert unter den gegebenen Bedingungen.

Wie effektiv ist ein Verdunstungskühler bei hoher Luftfeuchtigkeit?

Bei hoher Luftfeuchtigkeit ist die Luft weniger „aufnahmebereit“ für zusätzliche Wasserdampfmenge. Dadurch ist die erreichbare Verdunstungskühlung geringer und die Luft bleibt sehr feucht. Das reduziert das spürbare Abkühlpotenzial – klassische Klimaanlagen können dann deutlich effektiver kühlen.

Was ist der Unterschied zwischen Assmann-Psychrometer und Standpsychrometer?

Der entscheidende Unterschied liegt in der Bauart und damit in der Psychrometerkonstante. Das Assmann-Aspirationspsychrometer nutzt eine konstante Luftströmung (Ventilator) und gilt nach WMO-Standard als Referenzinstrument. Das Standpsychrometer ohne Belüftung hat eine andere Psychrometerkonstante und ist typischerweise weniger präzise als Referenzmessgerät.

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Quelle

Fachliche Einordnung und Aktualität

Quelle: Noch keine spezifische Quelle hinterlegt.

Fachlich aktualisiert: 2026-03-19

Wichtig

Haftungsausschluss für diesen Rechner

Die Ergebnisse dienen als Orientierung und sollten bei wichtigen Entscheidungen fachlich eingeordnet werden.

Die Ergebnisse dieses Rechners dienen ausschließlich der unverbindlichen Orientierung und ersetzen keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Entscheidungen solltest du nicht allein auf Grundlage der berechneten Werte treffen.

Es wird keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Berechnungen übernommen. Wenn du eine verbindliche Einschätzung oder individuelle Beratung brauchst, wende dich bitte immer an eine:n qualifizierte:n Spezialist:in in diesem Fachgebiet.

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