Überblick
Was ist der Stundenlohnrechner?
Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.
Der Stundenlohnrechner beantwortet eine praktische Kernfrage: Was ist meine Arbeitsstunde in Euro wirklich wert? Er rechnet Monats- oder Jahresgehalt in den Brutto-Stundenlohn um und schätzt zusätzlich den Netto-Stundenlohn.
Wie viel Monatsgehalt ergibt 15 Euro Stundenlohn? Bei 40 Wochenstunden sind das 15 Euro mal 40 Stunden mal 4,33, also rund 2.598 Euro Monatsbrutto. Wie viel Jahresgehalt bei 20 Euro Stundenlohn?
Bei 40 Wochenstunden entspricht das 20 Euro mal 40 Stunden mal 52 Wochen, also rund 41.600 Euro brutto pro Jahr.
Der Stundenlohnrechner eignet sich für Arbeitnehmer in Gehaltsverhandlungen, für Freelancer bei der Tagessatz-Kalkulation und für Minijobber, die prüfen möchten, wie viele Stunden bei der Verdienst grenze von 603 Euro wirtschaftlich sinnvoll sind.
Statt nur auf einen Bruttowert zu schauen, zeigt der Rechner den Zusammenhang zwischen Gehalt, realer Arbeitszeit und effektivem Stundenwert.
So erkennst du früh, ob ein scheinbar gutes Angebot durch hohe Wochenstunden oder unbezahlte Mehrarbeit an Wert verliert.
Der Rechner funktioniert in beiden Richtungen: Du kannst ein Bruttogehalt in einen Stundenlohn umrechnen oder aus einem bekannten Stundenlohn das Monats- und Jahresbrutto hochrechnen.
Beide Wege helfen bei Angebotsvergleichen, Preisfindung und Verhandlungsvorbereitung. Der gesetzliche Mindestlohn 2026 beträgt 13,90 Euro pro Stunde (MiLoG); der Rechner vergleicht dein Ergebnis automatisch mit diesem Wert.
Stundensatz berechnen: Step-by-Step für Freelancer und Selbstständige Freelancer und Selbstständige nutzen den Rechner ergänzend, um ihren Stundensatz zu kalkulieren.
Die Methodik unterscheidet sich vom Arbeitnehmer darin, dass nicht das Gehalt fix ist, sondern die verfügbaren abrechenbaren Stunden begrenzt sind.
Typische Schritte zur realistischen Satzfindung: Schritt 1: Bruttojahreseinkommen definieren — Wie viel willst du jährlich verdienen? Beispiel: 50.000 Euro brutto pro Jahr.
Dieser Betrag muss nicht nur deine Lebenshaltung decken, sondern auch Betriebskosten (Software, Equipment, Versicherung, Buchhaltung) und Steuern auf Einkommen und Gewerbe berücksichtigen.
Schritt 2: Tatsächliche billable Hours ermitteln — Nicht jede Jahresstunde ist direkt abrechenbar. Bei einer 40-Stunden-Woche und 52 Wochen ergibt das rechnerisch 2.080 Stunden pro Jahr. Davon abziehen: Urlaubstage (ca.
30 Tage = 240 Stunden), Feiertage (ca. 11 Tage = 88 Stunden), Krankheit (geschätzt 5 Tage = 40 Stunden). Übrig bleiben rund 1.712 Stunden.
Von diesen Stunden sind aber nur etwa 60 bis 70 Prozent wirklich billabel, weil der Rest in Administration, Akquise, Angebotsschreiben und Weiterbildung aufgeht – also realistische 1.000 bis 1.200 effektive Stunden pro Jahr, die du Kunden in Rechnung stellst.
Schritt 3: Puffer für Overhead und Ausfallzeiten einplanen — Selbstständige haben keine bezahlten Zeiten für Rechnungsstellung, Kundenakquise, Weiterbildung oder Ausfallzeiten bei Krankheit.
Eine Faustregel ist ein zusätzlicher Puffer von 20 bis 30 Prozent auf den Stundensatz.
Wenn du mit 1.200 effektiven Stunden rechnest und davon 30 Prozent für Overhead einplanst, reduziert sich die abrechenbare Zeit auf rund 840 bis 900 Stunden – oder du schlagst auf den berechneten Grundsatz einen Verwaltungsaufschlag von 20 bis 30 Prozent auf.
Schritt 4: Stundensatz berechnen — Formel: Bruttojahreseinkommen geteilt durch tatsächliche billable Hours. Beispiel: 50.000 Euro geteilt durch 1.200 Stunden = rund 41,70 Euro pro Stunde.
Mit einem realistischen Puffer von 25 Prozent für Akquise und Administration ergibt das einen finalen Stundensatz von etwa 50 bis 52 Euro pro Stunde.
Branchenbenchmark 2026 — Je nach Branche, Erfahrung und Spezialisierung variieren Freelancer-Stundensätze erheblich: - Einsteigende Freelancer (Generalist, 0–2 Jahre Erfahrung): 25–40 Euro/Stunde - Junior-Spezialist (2–5 Jahre Erfahrung): 40–65 Euro/Stunde - Erfahrener Spezialist (5–10 Jahre): 60–100 Euro/Stunde - Senior-Experte (10+ Jahre, starkes Portfolio): 80–150+ Euro/Stunde Branchenunterschiede sind erheblich: Programmierer verdienen oft 50–120 Euro/Stunde, Agenturen 70–150 Euro/Stunde.
Grafik-Designer 30–70 Euro/Stunde, Texter und Lektoren 40–120 Euro/Stunde. Lokale Dienstleistungen (Handwerk, Personal Training) 40–80 Euro/Stunde.
Diese Werte sind Orientierung; dein realer Satz hängt von Qualifikation, Portfolio, Kundentyp und regionalem Markt ab.
Praxistipp: Mehrgleisig kalkulieren und testen Viele Freelancer kalkulieren nach echten Betriebskosten: alle fixen Kosten (Miete, Versicherung, Software, Buchhaltung), variable Kosten (Strom, Material), Steuern und eine angestrebte Gewinnmarge addieren und dann durch billable Hours teilen – das führt oft zu realistischeren Sätzen als pauschale Benchmarks.
Der Stundenlohn-Rechner hilft dabei, Jahreseinkommensziele in Stundenäquivalente zu übersetzen.
Nach Kalkulation empfiehlt sich ein ehrlicher Realitätstest: Verdiene ich bei diesem Satz genug, um meine Betriebskosten, Steuern und eine Rücklage für Ausfallmonate zu decken? Kann ich diesen Satz am Markt durchsetzen?
Viele Anfänger setzen sich selbst unter Druck und wählen zu niedrige Sätze, die sie langfristig zehren – besser ist ein ehrlicher, anspruchsvollerer Satz, den nur wenige Kunden akzeptieren, als ein kalkulierter Dumpingsatz.