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Viskosität umrechnen: Dynamische und kinematische Viskosität

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Kurzantwort

Dynamische Viskosität (η, Pa·s): Widerstand gegen Scherung. Kinematische Viskosität (ν, m²/s): η geteilt durch Dichte. Wasser: η ≈ 1 mPa·s, ν ≈ 1 mm²/s bei 20 °C.

Viskosität umrechnen: Dynamische Viskosität

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Juli 2026)Stand:

Überblick

Was ist der Viskositäts-Umrechner?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Was ist mPa·s? mPa·s (Millipascalsekunde) ist identisch mit Centipoise (cP) — 1 mPa·s = 1 cP. Es ist die gebräuchlichste Einheit für dynamische Viskosität in Technik und Labor.

Was ist die SI-Einheit der Viskosität? Für dynamische Viskosität: Pa·s (Pascalsekunde). Für kinematische Viskosität: m²/s.

In der Praxis werden mPa·s und mm²/s (= cSt) bevorzugt, weil die SI-Werte für die meisten Flüssigkeiten sehr kleine Zahlen ergeben. Viskosität beschreibt den Fließwiderstand einer Flüssigkeit – je höher die Viskosität, desto zäher fließt sie.

Der Viskositäts-Umrechner rechnet zwischen dynamischen Einheiten (Pa·s, mPa·s, Poise) und kinematischen Einheiten (m²/s, mm²/s, Stokes) um.

Da beide Größen physikalisch verschieden sind und ohne Dichteangabe nicht ineinander überführt werden können, zeigt der Rechner nur Umrechnungen innerhalb derselben Gruppe.

Dynamische Viskosität (η) misst den Scherwiderstand unabhängig von der Dichte und wird in Pascal-Sekunden (Pa·s) oder dem historischen CGS-Wert Poise (P) angegeben.

Kinematische Viskosität (ν = η/ρ) teilt die dynamische Viskosität durch die Dichte und wird in m²/s oder Centistokes (cSt = mm²/s) gemessen.

Wasser bei 20°C hat 1 mPa·s dynamische und 1 mm²/s kinematische Viskosität, weil die Dichte nahe 1 g/cm³ liegt. Praktisch heißt das: Von den sechs Ergebniszeilen bleiben immer drei ohne Wert.

Gibst du 1 mPa·s ein, füllt der Rechner Pa·s mit 0,001 und Poise mit 0,01 — die Felder für m²/s, mm²/s und Stokes bleiben leer, weil ihm die Dichte fehlt.

Das ist keine Fehlfunktion, sondern die ehrliche Antwort: Diese Umrechnung ist ohne eine zusätzliche Stoffgröße nicht definiert.

Ein Dichtefeld gibt es hier bewusst nicht; die Brücke ν = η/ρ musst du selbst schlagen, und zwar mit einer Dichte, die für dieselbe Temperatur gilt wie der Viskositätswert.

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Du gibst den Zahlenwert und wählst die Ausgangseinheit aus. Dynamische Einheiten: Pa·s (SI), mPa·s = cP (identisch), Poise P (1 P = 0,1 Pa·s).

Kinematische Einheiten: m²/s (SI), mm²/s = cSt (identisch), Stokes St (1 St = 10⁻⁴ m²/s). Typische Werte aus der Praxis: Wasser bei 20°C = 1 mPa·s; Olivenöl = 60–100 mPa·s; Glycerin = 1.500 mPa·s; Motoröl SAE 5W-30 bei 100°C = 9–12 mm²/s.

Bei Motorölen findet sich die kinematische Viskosität im Datenblatt, bei industriellen Prozessflüssigkeiten oft die dynamische.

Prüfe vor der Eingabe, zu welcher Gruppe deine Ausgangseinheit gehört, denn der Rechner zeigt bewusst nur Umrechnungen innerhalb derselben Gruppe an.

Notiere dir außerdem immer die Temperatur, bei der der Wert gemessen wurde, weil dieselbe Flüssigkeit bei 40 und bei 100 Grad Celsius völlig unterschiedliche Viskositäten aufweist.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Dynamische Gruppe: 1 Pa·s = 1.000 mPa·s = 10 P (Poise). Kinematische Gruppe: 1 m²/s = 10⁶ mm²/s (= cSt) = 10⁴ St (Stokes).

Verbindung zwischen den Gruppen: ν (m²/s) = η (Pa·s) / ρ (kg/m³) – nur mit bekannter Dichte berechenbar. Beispiel Dynamik: 100 mPa·s = 0,1 Pa·s = 1 Poise. Beispiel Kinematik: 100 mm²/s (cSt) = 0,0001 m²/s = 1 Stokes.

Motoröl SAE 10W-40 bei 40°C: typisch 100 mm²/s kinematisch; bei einer Dichte von 0,87 g/cm³ entspricht das 87 mPa·s dynamisch.

Wichtig ist bei dieser Brücke die Konsistenz der Einheiten: Setzt man die Dichte in Kilogramm pro Kubikmeter und die dynamische Viskosität in Pascalsekunden ein, ergibt sich die kinematische Viskosität direkt in Quadratmetern pro Sekunde.

Rechnet man dagegen in Millipascalsekunden und Gramm pro Kubikzentimeter, erhält man das Ergebnis bequem in Quadratmillimetern pro Sekunde.

Die Vorsätze Zenti und Milli bedeuten dabei wie überall im metrischen System ein Hundertstel beziehungsweise ein Tausendstel.

Die Umkehrung gilt genauso: Startest du in der kinematischen Gruppe mit 1 mm²/s, erscheinen 0,01 St, während Pa·s, mPa·s und Poise leer bleiben.

Welche Hälfte der Tabelle gefüllt ist, verrät dir also auf einen Blick, in welcher Gruppe deine Ausgangseinheit steht — nützlich, wenn ein Datenblatt die Einheit nur kryptisch abkürzt.

Formeln der Viskositätsumrechnung: dynamische Werte über Pascalsekunden, kinematische über Quadratmeter pro Sekunde, jeweils Wert mal Faktor.
Die zwei getrennten Umrechnungsgruppen des Viskositäts-Umrechners: dynamisch über Pa·s, kinematisch über m²/s.

Nachschlagen

Viskosität: Richtwerte für Flüssigkeiten und ISO-VG-Klassen

Dynamische Viskosität η (mPa·s), kinematische Viskosität ν (mm²/s) und Dichte ρ typischer Flüssigkeiten bei Referenztemperatur. Zusammenhang: ν = η / ρ.

Viskositätswerte typischer Flüssigkeiten und Öle (Richtwerte)
Stoff / Klasseη (mPa·s)ν (mm²/s)ρ (g/cm³)Temperatur
Luft0,01815,10,001220 °C
Wasser1,001,000,99820 °C
Blut (Vollblut)3–43–41,06037 °C
Motoröl SAE 5W-3035–6041–700,86040 °C
Motoröl SAE 10W-4060–10075–1000,87040 °C
ISO VG 46 (Hydrauliköl)40460,87040 °C
ISO VG 100 (Getriebeöl)871000,87040 °C
Glycerin1.4121.1261,25420 °C
Honig2.000–10.0001.400–7.0001,42020 °C

ν = η / ρ. ISO VG: kinematische Viskosität bei 40 °C in mm²/s (DIN ISO 3448). SAE J300: Motorölklassen. Werte stark temperaturabhängig – Richtwerte, keine Normgarantie.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Viskositäts-Umrechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist dynamische und kinematische Viskosität?

Die dynamische Viskosität (Symbol η, Einheit Pa·s) beschreibt den Widerstand einer Flüssigkeit gegen Scherung und ist unabhängig von der Dichte.

Die kinematische Viskosität (Symbol ν, Einheit m²/s) ergibt sich aus der dynamischen Viskosität geteilt durch die Dichte (ν = η / ρ).

Wasser hat bei 20°C eine dynamische Viskosität von ca. 1 mPa·s und eine kinematische Viskosität von ca. 1 mm²/s (cSt), weil die Dichte zufällig nahe 1 g/cm³ liegt.

Für Motoröl mit einer Dichte von ca. 0,86 g/cm³ liegt die kinematische Viskosität höher als es die dynamische allein vermuten lässt.

Im Viskositäts-Umrechner sind dynamische und kinematische Einheiten in getrennten Gruppen angezeigt, sodass du nicht versehentlich Pa·s mit mm²/s gleichsetzen kannst.

Gibst du beispielsweise 0,89 mPa·s (dynamische Viskosität von Wasser bei 25°C) ein, zeigt der Rechner alle dynamischen Äquivalente sofort an: 0,89 cP, 0,0089 P und 8,9 × 10⁻⁴ Pa·s – kinematische Einheiten bleiben dabei ausgeblendet.

Was bedeutet die SAE-Klasse bei Motoröl?

SAE-Klassen (Society of Automotive Engineers) beschreiben die Viskosität von Motoröl bei definierten Temperaturen.

Die Winterklasse (z.B. SAE 5W) wird bei tiefen Temperaturen gemessen (Kälte-Cranking-Simulator), die Sommerklasse (z.B. SAE 30) bei 100°C in Centistokes (cSt). Ein SAE 5W-30 Öl hat bei 100°C eine kinematische Viskosität zwischen 9,3 und 12,5 cSt.

Die W-Klassen beziehen sich auf Winteranwendungen ('W' = Winter) und definieren Mindestpumpfähigkeit und -fließfähigkeit bei Minusgraden. Für die genaue Umrechnung zwischen SAE-Klasse und cSt-Wert sind die Tabellen der SAE J300-Norm maßgeblich.

Gibst du im Rechner "cSt" als Einheit und 10,4 als Wert ein, erhältst du alle kinematischen Äquivalente – also auch 10,4 mm²/s und 0,104 cm²/s – passend für SAE 30 bei 100°C.

Die Norm SAE J300 unterscheidet dabei streng zwischen Hochtemperatur-Viskosität bei 100°C (HTHS, kinematisch) und Tieftemperatur-Pumpfähigkeit in cP (dynamisch), was zeigt, dass für vollständige Ölspezifikationen beide Viskositätstypen relevant sind.

Wie rechne ich cP in Pa·s um?

1 Centipoise (cP) = 0,001 Pa·s = 1 mPa·s. Der Faktor ist exakt: Ein Poise (P) = 0,1 Pa·s, und ein Centipoise ist ein Hundertstel davon, also 0,001 Pa·s. Wasser hat bei 20°C eine Viskosität von 1 cP, was 1 mPa·s oder 0,001 Pa·s entspricht.

Honig liegt je nach Sorte bei 2.000 bis 10.000 cP, Glycerin bei ca. 1.500 cP bei Raumtemperatur. Der Rechner rechnet automatisch zwischen allen Einheiten um, sobald du Wert und Quelleinheit eingibst.

Beachte, dass cP und mPa·s identische Werte ergeben und du beide Schreibweisen synonym verwenden kannst. Im Rechner kannst du cP direkt als Eingabeeinheit wählen und erhältst sofort die Äquivalente in Pa·s, mPa·s und Poise ohne manuelle Umrechnung.

Die Gleichwertigkeit von cP und mPa·s ist besonders nützlich, da technische Datenblätter manchmal beide Schreibweisen für denselben Wert verwenden – der Rechner zeigt beide in einer Ausgabe.

Was ist ein Stokes (St)?

Der Stokes (St) ist eine ältere CGS-Einheit für die kinematische Viskosität. 1 St = 1 cm²/s = 10⁻⁴ m²/s. Häufiger verwendet wird der Centistokes (cSt): 1 cSt = 0,01 St = 1 mm²/s.

Die Stokes-Einheit stammt aus dem CGS-System und ist nach dem britischen Physiker George Gabriel Stokes benannt.

Im technischen Bereich ist cSt heute die gebräuchliche Einheit für kinematische Viskosität, zum Beispiel bei Schmierölen, Hydraulikölen und Kraftstoffen.

In modernen SI-Normen ist mm²/s die bevorzugte Einheit, aber cSt wird in der Praxis weiterhin verwendet.

Im Viskositäts-Umrechner kannst du einen cSt-Wert eingeben und erhältst sofort die Entsprechungen in mm²/s, St und m²/s angezeigt – nützlich, wenn du Hydrauliköl-Spezifikationen aus einem älteren Datenblatt in SI-Einheiten umrechnen möchtest.

Besonders bei der Zertifizierung von Schmierölen nach DIN-Normen werden cSt-Werte bei 40°C und 100°C als Pflichtangaben gefordert, die du mit diesem Rechner direkt vergleichen kannst.

Warum brauche ich die Dichte zum Umrechnen?

Weil für die Umrechnung die Dichte der Flüssigkeit bekannt sein muss: ν (m²/s) = η (Pa·s) / ρ (kg/m³). Ohne die Dichte lässt sich aus einer dynamischen Viskosität keine kinematische ableiten und umgekehrt.

Der Rechner zeigt daher nur Ergebnisse innerhalb der jeweiligen Gruppe: Wenn du mPa·s eingibst, erhältst du Pa·s und Poise, aber keine kinematischen Einheiten.

Für Wasser bei 20°C ergibt η = 1 mPa·s und ρ = 998 kg/m³ eine kinematische Viskosität von ν = 0,001 / 998 ≈ 1,002 × 10⁻⁶ m²/s = 1,002 mm²/s (cSt). Du musst also die Dichte deiner Flüssigkeit kennen.

Im Rechner sind dynamische und kinematische Einheiten bewusst getrennt gehalten: Du kannst z.B. 40 mPa·s eingeben und erhältst Pa·s und cP, aber nicht mm²/s oder cSt – das verhindert physikalisch falsche Umrechnungen.

Wenn du sowohl η als auch ρ kennst, nutze ν = η / ρ als separate manuelle Berechnung und gib den ermittelten ν-Wert anschließend als kinematischen Ausgangswert im Rechner ein.

Welche Viskosität haben Wasser, Öl und Honig?

Wasser bei 20°C: 1 mPa·s (1 cP). Milch: ca. 1,5–3 mPa·s. Olivenöl: ca. 60–100 mPa·s. Glycerin bei 20°C: ca. 1.500 mPa·s. Honig: 2.000–10.000 mPa·s je nach Sorte und Temperatur. Motoröl SAE 10W-40 bei 40°C: 75–125 mm²/s.

Ketchup: 50.000–100.000 mPa·s (nicht-newtonsche Flüssigkeit). Sirup: 2.000–3.000 mPa·s.

Bemerkenswerterweise sinkt die Viskosität bei steigender Temperatur bei den meisten Flüssigkeiten stark: Motoröl bei 100°C hat nur noch 9–17 mm²/s, bei 40°C dagegen bis zu 150 mm²/s.

Für Motoröle ist deshalb das Viskositätsverhalten bei verschiedenen Temperaturen (SAE-Klasse) entscheidend.

Wenn du einen dieser Referenzwerte in den Rechner eingibst und die Einheit wechselst, kannst du die Spannweite zwischen Alltagsflüssigkeiten direkt ablesen: Wasser (1 cP) und Honig (5.000 cP) unterscheiden sich um den Faktor 5.000.

Für Laboranwendungen sind Silikonöle mit definierten Viskositätsstufen (10, 50, 100, 1.000 cSt) gängige Kalibrierstandards, die du mit dem Rechner schnell zwischen cSt und mm²/s umrechnen kannst.

Was ist eine nicht-newtonsche Flüssigkeit?

Newton'sche Flüssigkeiten haben eine konstante Viskosität, die nicht von der Scherrate abhängt: Wasser, Ethanol, dünne Öle. Nicht-newtonsche Flüssigkeiten verändern ihre Viskosität unter Scherung.

Scherverdünnende Fluide (pseudoplastisch) werden flüssiger unter Druck, wie Ketchup, Farbe oder Schlagsahne. Scherverdickenende Fluide (dilatant) werden fester unter Druck, wie eine Mischung aus Stärke und Wasser (Oobleck).

Thixotrope Fluide wie Joghurt werden bei anhaltender Scherung flüssiger. Der Viskositäts-Umrechner gilt nur für Newton'sche Flüssigkeiten mit einem einzelnen definierten Viskositätswert.

Willst du wissen, ob dein Fluid newtonsch ist, prüfe, ob die Viskosität bei verschiedenen Scherraten konstant bleibt – das lässt sich mit einem Rotationsviskosimeter messen.

Im Viskositäts-Umrechner gibst du stets einen einzigen festen η- oder ν-Wert ein; bei nicht-newtonschen Substanzen müsstest du für jede Scherrate einen anderen Wert eintragen, was zeigt, warum der Rechner für Ketchup oder Joghurt nur als grobe Orientierung dient und keine präzise Systemauslegung ersetzt.

Welche Fehler passieren beim Viskositäts-Umrechnen?

Verwechsle nicht Poise (P) und Centipoise (cP): 1 P = 100 cP, nicht 1 P = 10 cP. Ebenfalls häufig: Stokes (St) und Centistokes (cSt) verwechseln: 1 St = 100 cSt.

Achte darauf, ob dynamische (η, Pa·s, mPa·s, P) oder kinematische Viskosität (ν, m²/s, mm²/s, St) gefragt ist, denn beide messen Verschiedenes und können ohne Dichte nicht verglichen werden.

Ein weiterer Fehler ist, Viskositätsangaben ohne Temperaturangabe zu verwenden, weil Viskosität stark temperaturabhängig ist. SAE-Klassen sind keine direkten mPa·s-Angaben, sondern beschreiben Bereiche bei definierten Temperaturen.

Der Rechner gibt dir für jede Eingabe sofort alle Äquivalente in der richtigen Einheitengruppe aus – so erkennst du z.B. auf einen Blick, dass 1 P exakt 100 cP entspricht und nicht 10.

Trage für eine Qualitätsprüfung immer auch die Messtemperatur in dein Protokoll ein, weil ein Öl mit 100 cP bei 40°C und 10 cP bei 100°C jeweils technisch korrekte, aber nicht direkt vergleichbare Angaben sind.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Achte darauf, ob dein Datenblatt dynamische oder kinematische Viskosität angibt. Motoröl-SAE-Klassen beziehen sich auf kinematische Viskosität (cSt bei 100°C), während Schmierstoffhersteller manchmal mPa·s für Prozessflüssigkeiten verwenden.

Centipoise (cP) und mPa·s sind numerisch identisch – du kannst beide Schreibweisen synonym verwenden. Für die Umrechnung zwischen dynamischer und kinematischer Viskosität benötigst du die Dichte der Flüssigkeit bei der jeweiligen Temperatur.

Achte darauf: Viskosität ist stark temperaturabhängig, deshalb sollten Viskositätswerte immer mit Temperaturangabe zitiert werden. SAE-Klassen definieren Viskositätsbereiche bei bestimmten Temperaturen, keine einzelnen Zahlenwerte.

Ein einfacher Plausibilitätscheck hilft gegen Zahlendreher: Für die meisten Öle und wässrigen Flüssigkeiten liegt die Dichte nahe bei eins, sodass der Zahlenwert in Millipascalsekunden und der in Quadratmillimetern pro Sekunde grob in derselben Größenordnung liegen.

Weicht dein Ergebnis um Faktoren von zehn oder hundert davon ab, hast du vermutlich Poise mit Centipoise oder Stokes mit Centistokes verwechselt.

Bei den ISO-VG-Klassen bezieht sich die Kennzahl übrigens auf die kinematische Viskosität in Quadratmillimetern pro Sekunde bei vierzig Grad Celsius.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Praxisfall – zwei Motoröl-Datenblätter vergleichen: Ein Datenblatt nennt für ein SAE-10W-40-Motoröl bei 40 °C eine kinematische Viskosität von 100 mm²/s (= 100 cSt). Ein anderes Datenblatt gibt für ein Prozessöl stattdessen 87 mPa·s dynamisch an.

Sind das ähnliche Öle? Direkt vergleichbar sind die Werte nicht, weil dynamische und kinematische Viskosität verschiedene Größen sind. Die Brücke ist die Dichte: ν = η ÷ ρ, umgestellt η = ν × ρ.

Mit einer typischen Öldichte von 0,87 g/cm³ gilt η = 100 mm²/s × 0,87 = 87 mPa·s. Beide Angaben beschreiben also praktisch dasselbe Fließverhalten, nur in unterschiedlichen Einheitensystemen.

Interpretation: Ohne die Dichte wäre der Vergleich unmöglich gewesen.

Entscheidung: Prüfe im Datenblatt immer zuerst, ob eine dynamische (mPa·s, Poise) oder eine kinematische (mm²/s, cSt) Angabe vorliegt, und notiere die zugehörige Temperatur – 100 mm²/s bei 40 °C und bei 100 °C beschreiben völlig verschiedene Betriebszustände.

Praktische Folge: Beim Vergleich zweier Öle müssen beide Werte bei derselben Temperatur vorliegen – ein 5W-30 bei 100 °C (rund 10 mm²/s) und ein Hydrauliköl ISO VG 46 bei 40 °C (rund 46 mm²/s) sind nicht direkt vergleichbar, obwohl beide kinematisch angegeben sind.

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Fehler ist, dynamische und kinematische Viskosität direkt ineinander umzurechnen ohne Dichteangabe. 1 mPa·s ≠ 1 mm²/s, außer für Wasser bei 20°C zufällig.

Zweiter Fehler: Poise (P) mit Centipoise (cP) verwechseln – 1 P = 100 cP, nicht 1 P = 10 cP. Dritter Fehler: Stokes (St) mit Centistokes (cSt) verwechseln – 1 St = 100 cSt.

Vierter Fehler: Viskositätswerte ohne Temperaturangabe verwenden, weil Viskosität stark von der Temperatur abhängt.

Fünfter Fehler: die Einheit mPa·s als Pa·s zu lesen und damit um den Faktor tausend danebenzuliegen – ein Wert von 1.500 mPa·s für Glycerin ist eben nicht 1.500 Pa·s.

Sechster Fehler: aus einem einzelnen Viskositätswert auf das Verhalten über den gesamten Temperaturbereich zu schließen, obwohl gerade Mehrbereichsöle genau deshalb zwei Kennzahlen tragen.

Und siebter Fehler: die Viskosität mit der Dichte gleichzusetzen – ein Öl kann dickflüssiger sein als Wasser und trotzdem leichter, weshalb es obenauf schwimmt.

Und ein achter Fehler entsteht aus einem Missverständnis genau dieser leeren Felder: Bleiben nach der Eingabe drei Zeilen ohne Wert, wirkt das wie ein Defekt, und mancher trägt dann kurzerhand denselben Zahlenwert in die andere Gruppe ein.

Das ist der erste Fehler dieser Liste in neuem Gewand — die leere Zeile ist hier die Aussage, nicht ihr Fehlen.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Viskositäts-Umrechner rechnet zwischen dynamischen Einheiten (Pa·s, mPa·s, Poise) und kinematischen Einheiten (m²/s, mm²/s, Stokes) innerhalb ihrer jeweiligen Gruppen um. Verbindung zwischen den Gruppen: ν = η/ρ – nur mit Dichteangabe möglich.

Centipoise (cP) = mPa·s und Centistokes (cSt) = mm²/s sind jeweils identisch.

Notiere zu jedem Viskositätswert die Temperatur, denn ohne sie ist die Zahl für einen Vergleich praktisch wertlos: Öle werden bei Wärme dünnflüssiger, und schon wenige Grad Unterschied verschieben das Ergebnis deutlich.

Prüfe außerdem vor jeder Umrechnung, ob dein Datenblatt eine dynamische oder eine kinematische Angabe nennt, weil nur Werte derselben Gruppe direkt ineinander überführbar sind.

Erwarte deshalb keine vollständig gefüllte Tabelle: Der Rechner bedient immer nur die Gruppe, in der deine Eingabe steht, und lässt die drei Zeilen der anderen leer. Für 1 mPa·s heißt das 0,001 Pa·s und 0,01 P — und darunter drei leere Felder.

Wer die kinematische Zahl braucht, besorgt sich zuerst die Dichte bei derselben Temperatur und rechnet ν = η/ρ von Hand.

Die häufigste Suchanfrage — mPas in cSt umrechnen — lässt sich daher nicht mit einem einzigen Zahlenwert beantworten: Ohne Dichteangabe fehlt die Brücke zwischen den Gruppen.

Zeitspannen wandelt der Zeit-Einheit-Umrechner um; Winkelangaben zwischen Grad, Radiant und Gon der Winkel-Einheit-Umrechner.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · 1 mPa·s = 0,001 Pa·s = 0,01 Poise (P).

Wasser bei 20°C (Referenzflüssigkeit)

Wert
1
Von Einheit
mPa·s (Millipascalsekunde / cP)

Beispiel 2 · Mittel · 10.000 mPa·s = 10 Pa·s = 100 Poise (P).

10.000 mPa·s (zähflüssig wie Honig) umrechnen

Wert
10000
Von Einheit
mPa·s / cP (Millipascal·Sekunde)

Beispiel 3 · Komplex · 5 P = 0,5 Pa·s = 500 mPa·s.

5 Poise in mPa·s und Pa·s umrechnen

Wert
5
Von Einheit
P (Poise)

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Weiternutzung

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Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Dynamische und kinematische Viskosität sind verschiedene Größen. Der Rechner rechnet innerhalb jeder Gruppe um. Umrechnung zwischen beiden Gruppen erfordert die Dichte (ν = η / ρ).

Quelle: SI-Einheiten für Viskosität nach ISO 31-3. Umrechnungsfaktoren: 1 P = 0,1 Pa·s; 1 St = 10⁻⁴ m²/s.

Stand: 2026-07-23

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
23. Juli 2026
Fachbereich
Einheiten / Weitere Einheiten
Formeln basieren auf
1 Pa·s = 1000 mPa·s = 10 P. 1 m²/s = 10⁶ mm²/s = 10⁴ St. Kinematische Viskosität ν = dynamische Viskosität η / Dichte ρ.
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Viskositäts-Umrechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/einheiten/weitere-einheiten/viskositaets-umrechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Viskositäts-Umrechner. Available at: https://rechner-portal.de/einheiten/weitere-einheiten/viskositaets-umrechner

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