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VPD-Tabelle: Sättigungsdefizit für Pflanzen berechnen

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Kurzantwort

Das Sättigungsdefizit (VPD) ist die zentrale Klimakennzahl im Pflanzenbau. Dieser Rechner zeigt den aktuellen VPD-Wert, die passende Wachstumsphase und eine Referenztabelle für verschiedene Temperatur-Feuchte-Kombinationen.

VPD (Vapor Pressure Deficit) aus Temperatur und Luftfeuchte berechnen

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Juli 2026)Stand:

Überblick

Was ist der VPD-Rechner?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Das Sättigungsdefizit (VPD, Vapor Pressure Deficit) beschreibt, wie viel Wasserdampf die Luft noch aufnehmen kann, bevor sie gesättigt ist. Im Pflanzenbau ist der VPD-Wert die entscheidende Klimakennzahl, weil er die Transpiration der Pflanze direkt steuert: Ein höherer VPD treibt mehr Wasser durch die Stomata, ein niedrigerer bremst den Wasserverlust.

Der VPD-Tabelle-Rechner berechnet den VPD aus Lufttemperatur, relativer Feuchte und Blatttemperatur-Differenz nach der Magnus-Formel (Alduchov & Eskridge 1996, WMO-Standard).

Zusätzlich ordnet er das Ergebnis einer von fünf Wachstumsphasen zu und liefert eine Referenztabelle für verschiedene Temperatur-Feuchte-Kombinationen. Grundlagen zur Pflanzenphysiologie und Transpiration dokumentiert die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Der Rechner braucht drei Werte: die Lufttemperatur in Grad Celsius, die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent und die Blatttemperatur-Differenz in Kelvin. Die Lufttemperatur misst ein Thermometer in Pflanzenhöhe, nicht an der Decke oder in der Sonne.

Die relative Feuchte liefert ein Hygrometer oder eine Klimastation. Die Blatttemperatur-Differenz gibt an, wie stark das Blatt von der Lufttemperatur abweicht. Durch Transpiration kühlen Blätter sich ab, typisch sind minus 1 bis minus 3 Kelvin.

Der Standardwert minus 2 K passt für die meisten Gewächshauskulturen und Growroom-Pflanzen. Wer die Blatttemperatur mit einem Infrarotthermometer misst, kann den exakten Wert eintragen und die Genauigkeit deutlich erhöhen.

Ein positiver Wert ist möglich, wenn die Pflanze direkt bestrahlt wird und die Blattoberfläche wärmer ist als die umgebende Luft.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Der Rechner berechnet den VPD in zwei Schritten. Zuerst bestimmt die Magnus-Formel den Sättigungsdampfdruck: es(T) = 0,6108 mal exp(17,27 mal T geteilt durch T plus 237,3) in Kilopascal.

Diese Formel wird zweimal angewendet: einmal für die Blatttemperatur (Lufttemperatur plus Differenz) und einmal für die Lufttemperatur.

Dann ergibt sich der aktuelle Dampfdruck ea aus dem Sättigungsdampfdruck der Luft multipliziert mit der relativen Feuchte geteilt durch 100. Der VPD ist die Differenz: es(Blatt) minus ea.

Beispiel mit 25 Grad Celsius Lufttemperatur, 60 Prozent relativer Feuchte und minus 2 K Blattdifferenz: Die Blatttemperatur beträgt 23 Grad Celsius.

Der Sättigungsdampfdruck am Blatt liegt bei 2,809 kPa, der Sättigungsdampfdruck der Luft bei 3,168 kPa. Der aktuelle Dampfdruck ea ist 3,168 mal 0,60 gleich 1,901 kPa.

Der VPD beträgt 2,809 minus 1,901 gleich 0,91 kPa, was der Phase Wachstum entspricht. VPD-Phasenbereiche: unter 0,4 kPa Schimmelgefahr, 0,4 bis 0,8 Anzucht, 0,8 bis 1,2 Wachstum, 1,2 bis 1,6 Blüte, über 1,6 Trockenstress

Formel für das VPD: Sättigungsdampfdruck am Blatt minus aktueller Dampfdruck der Luft.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu VPD-Rechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was genau ist das VPD und warum ist es für Pflanzen wichtig?

VPD steht für Vapor Pressure Deficit und beschreibt die Differenz zwischen dem maximalen Wasserdampf, den die Luft bei einer bestimmten Temperatur aufnehmen könnte, und dem Dampf, der tatsächlich vorhanden ist.

Je größer diese Lücke, desto stärker verdunstet Wasser von der Blattoberfläche, was die Transpiration antreibt.

Die Transpiration ist der Motor für den Nährstofftransport von der Wurzel bis zum jüngsten Trieb, weshalb ein zu niedriges VPD die Versorgung bremst und ein zu hohes die Pflanze austrocknet.

Für die meisten Gewächshauskulturen liegt der gesunde Bereich zwischen 0,4 und 1,6 kPa, wobei die optimale Spanne von der Wachstumsphase abhängt.

Anders als Temperatur oder Luftfeuchte allein berücksichtigt das VPD beide Größen gleichzeitig und liefert dadurch eine einzige Kennzahl, an der sich Lüftung, Befeuchtung und Heizung ausrichten lassen.

In professionellen Gewächshäusern und Growrooms wird der VPD deshalb als Standard-Messgröße neben Temperatur und Feuchte geführt.

Wie berechnet der VPD-Rechner den Sättigungsdampfdruck?

Der Rechner verwendet die Magnus-Formel in der Version von Alduchov und Eskridge aus dem Jahr 1996, die als WMO-Standard gilt.

Die Formel lautet vereinfacht: Der Sättigungsdampfdruck in kPa ergibt sich aus 0,6108 multipliziert mit der Exponentialfunktion von 17,27 mal Temperatur geteilt durch Temperatur plus 237,3 Grad.

Dieser Zusammenhang beschreibt, wie viel Wasserdampf die Luft bei einer gegebenen Temperatur maximal halten kann. Der Rechner berechnet den Sättigungsdampfdruck zweimal, einmal für die Lufttemperatur und einmal für die Blatttemperatur.

Der tatsächliche Dampfdruck der Luft ergibt sich dann durch Multiplikation des Sättigungsdampfdrucks der Luft mit der relativen Feuchte geteilt durch hundert.

Die Differenz zwischen dem Sättigungsdampfdruck am Blatt und dem tatsächlichen Luftdampfdruck ist das VPD.

Bei 25 Grad Celsius und 60 Prozent relativer Feuchte mit minus zwei Kelvin Blattdifferenz ergibt sich beispielsweise ein VPD von rund 0,91 kPa im Wachstumsbereich.

Die Magnus-Koeffizienten gelten für Temperaturen zwischen minus 40 und plus 50 Grad Celsius und decken damit den gesamten Gewächshausbereich zuverlässig ab.

Warum wird die Blatttemperatur getrennt von der Lufttemperatur berücksichtigt?

Pflanzenblätter sind durch die Verdunstung von Wasser über die Spaltöffnungen normalerweise kühler als die umgebende Luft.

Dieser Temperaturunterschied beträgt je nach Transpirationsrate, Licht und Wind typischerweise minus ein bis minus drei Kelvin, kann bei Trockenstress und geschlossenen Stomata aber auch auf null schrumpfen oder bei starker Einstrahlung sogar positiv werden.

Da das VPD die Dampfdruckdifferenz zwischen Blattoberfläche und Luft beschreibt, muss der Sättigungsdampfdruck am Blatt aus der tatsächlichen Blatttemperatur berechnet werden, nicht aus der Lufttemperatur.

Der Rechner setzt als Vorgabe minus zwei Kelvin ein, einen Wert, der für gut bewässerte Kulturen unter moderater Beleuchtung typisch ist.

Wer ein Infrarot-Thermometer besitzt, kann die Blatttemperatur messen und die Differenz exakt eingeben, was besonders bei Hochleistungskulturen wie Tomaten oder Cannabis die Klimasteuerung verbessert.

Im Freiland ohne direkte Sonneneinstrahlung liegt die Differenz meist bei minus ein Kelvin, unter starker Assimilationsbeleuchtung kann sie bis auf minus vier Kelvin ansteigen.

Welche VPD-Bereiche gelten für welche Wachstumsphase?

Die gängige Einteilung nach Prenger und Ling aus dem Jahr 2001 unterscheidet fünf Bereiche.

Unter 0,4 kPa ist das Sättigungsdefizit zu niedrig und die Luft fast gesättigt, was Schimmel und Botrytis begünstigt, weil kaum Feuchtigkeit von den Blättern abgeführt wird.

Zwischen 0,4 und 0,8 kPa liegt der Anzuchtbereich für Sämlinge, Stecklinge und frisch umgetopfte Pflanzen, die noch kein voll entwickeltes Wurzelsystem haben.

Der Wachstumsbereich von 0,8 bis 1,2 kPa passt zur vegetativen Phase, in der die Pflanze Blattmasse aufbaut und eine gleichmäßige Transpiration braucht.

In der Blüte- und Fruchtphase vertragen viele Kulturen 1,2 bis 1,6 kPa, weil die stärkere Transpiration den Kalziumtransport in die Früchte fördert.

Über 1,6 kPa droht Trockenstress, die Stomata schließen sich und Photosynthese wie Wachstum stagnieren. Die Grenzen sind als Orientierung zu verstehen, nicht als scharfe Schwellen.

Ein VPD von 0,79 kPa ist also nicht plötzlich schlecht, weil 0,80 die nächste Phasengrenze markiert.

Wie lese ich die Referenztabelle im Rechner richtig ab?

Die Referenztabelle zeigt VPD-Werte für verschiedene Kombinationen aus Lufttemperatur und relativer Feuchte. Jede Zeile steht für eine Temperaturstufe, jede Spalte für eine Feuchtestufe.

Der angezeigte Wert ist das VPD in kPa, berechnet mit der eingestellten Blatttemperatur-Differenz, die der Rechner als dritten Eingabewert verwendet.

Ein grün hinterlegter Wert signalisiert den Anzuchtbereich, blau steht für Wachstum, bernsteinfarben für Blüte und rot für Warn-Zonen, also zu niedrig oder zu hoch.

Um die Tabelle praktisch zu nutzen, suchen Sie die Zeile Ihrer aktuellen Temperatur und wandern in der Spalte nach rechts oder links, bis Sie den gewünschten Phasenbereich treffen.

Die zugehörige Feuchte in der Spaltenüberschrift zeigt Ihnen, welchen Zielwert Sie durch Lüften, Befeuchten oder Entfeuchten ansteuern sollten.

Die farbigen Bereiche verschieben sich, wenn Sie die Blatttemperatur-Differenz ändern, weil der Sättigungsdampfdruck am Blatt dann bei einer anderen Temperatur berechnet wird.

Für einen schnellen Überblick reicht die Standardeinstellung von minus zwei Kelvin.

Kann ich mit dem VPD-Rechner auch den Taupunkt bestimmen?

Ja, der Rechner gibt den Taupunkt als zusätzliches Ergebnis aus. Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die aktuelle Luftfeuchtigkeit hundert Prozent relative Feuchte erreichen und Kondenswasser entstehen würde.

Er wird aus der umgekehrten Magnus-Formel berechnet, also der gleichen Grundgleichung wie der Sättigungsdampfdruck, nur rückwärts aufgelöst.

Für die Gewächshauspraxis ist der Taupunkt wichtig, weil er zeigt, ab welcher Oberflächentemperatur sich Kondenswasser auf Blättern, Glas oder Folie niederschlägt.

Liegt die Blatttemperatur nahe am Taupunkt, bildet sich ein Wasserfilm, der Pilzkrankheiten wie Botrytis und falschen Mehltau fördert.

Als Faustregel sollte die Blatttemperatur mindestens zwei Grad über dem Taupunkt liegen, damit Kondens vermieden wird. Der Rechner macht diesen Abstand direkt sichtbar und hilft bei der Entscheidung, ob Heizung oder Entfeuchtung nötig ist.

Beispielsweise liegt der Taupunkt bei 25 Grad Celsius und 60 Prozent relativer Feuchte bei rund 16,7 Grad Celsius, sodass Oberflächen unter diesem Wert sofort beschlagen.

Welche Messgeräte brauche ich, um den Rechner sinnvoll zu nutzen?

Mindestens benötigen Sie ein Thermo-Hygrometer, das Lufttemperatur und relative Feuchte gleichzeitig misst.

Einfache digitale Geräte kosten ab etwa zehn Euro und reichen für Hobby-Gewächshäuser aus, solange Sie sie regelmäßig in Pflanzenhöhe platzieren und nicht in der prallen Sonne oder direkt am feuchten Boden.

Für genauere Ergebnisse empfiehlt sich ein kalibriertes Gerät oder ein Datenlogger, der Werte im Minutentakt aufzeichnet und Tagesschwankungen sichtbar macht.

Optional verbessert ein Infrarot-Thermometer die Eingabe, weil es die tatsächliche Blatttemperatur berührungslos misst, statt sich auf den Pauschalwert von minus zwei Kelvin zu verlassen.

Im professionellen Anbau kommen Aspirations-Psychrometer zum Einsatz, deren Feuchte-Werte genauer als bei kapazitiven Sensoren sind.

Der Rechner selbst funktioniert mit jeder Messquelle, solange Sie Temperatur in Grad Celsius und Feuchte in Prozent eingeben.

Wer mehrmals am Tag messen will, profitiert besonders vom Datenlogger, weil der VPD im Tagesverlauf erheblich schwankt und morgens oft unter 0,4 kPa liegt, während er mittags über 1,2 kPa steigt.

Wie kann ich das VPD im Gewächshaus gezielt steuern?

Die zwei Stellschrauben sind Temperatur und Luftfeuchte. Um das VPD zu erhöhen, also die Transpiration anzuregen, können Sie die Temperatur anheben oder die Feuchte senken, etwa durch Lüften, Entfeuchter oder das Abstellen von Verneblern.

Um das VPD zu senken und empfindliche Jungpflanzen zu schonen, hilft Befeuchten über Vernebler oder nasse Wege, Temperatur absenken durch Beschattung oder Lüftung in den Abendstunden und das Schließen von Lüftungsklappen bei trockener Außenluft.

Entscheidend ist, beide Größen gemeinsam zu betrachten, statt nur die Feuchte zu regeln. Ein Beispiel: Bei 30 Grad und 50 Prozent Feuchte liegt das VPD bei etwa 1,66 kPa, was Trockenstress verursacht.

Senken Sie die Temperatur auf 25 Grad bei gleicher Feuchte, fällt das VPD auf rund 0,91 kPa, einen guten Wachstumswert. Die Referenztabelle im Rechner zeigt solche Zusammenhänge auf einen Blick.

Dabei lässt sich oft schon mit einer der beiden Stellschrauben das gewünschte Ergebnis erzielen, weil eine Absenkung der Temperatur um fünf Grad den VPD ähnlich stark verschiebt wie eine Anhebung der Feuchte um zehn bis fünfzehn Prozentpunkte.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Der wichtigste Hebel im Alltag ist nicht die Temperatur allein, sondern das Zusammenspiel von Temperatur und Feuchte. Wer die Lufttemperatur um 2 Grad senkt, verschiebt den VPD nur moderat, aber wer gleichzeitig die Feuchte um 10 Prozentpunkte erhöht, bewegt ihn oft um eine halbe Phase.

Ein Ultraschallvernebler oder feuchte Tücher auf dem Boden heben die Feuchte in kleinen Growrooms schnell und gezielt an. Umgekehrt senkt aktives Lüften die Feuchte, wenn der VPD zu niedrig liegt und Schimmelgefahr droht.

Die Referenztabelle zeigt, dass derselbe VPD-Wert auf ganz verschiedenen Wegen erreicht werden kann: 0,91 kPa ergeben sich bei 25 Grad und 60 Prozent, aber auch bei 22 Grad und 51 Prozent oder bei 28 Grad und 67 Prozent.

Nutze diese Flexibilität, um den VPD an die vorhandene Technik anzupassen, statt eine bestimmte Temperatur zu erzwingen. Klimadaten und Verdunstungsraten für deinen Standort liefert der Deutsche Wetterdienst.

Bei Kulturen mit bekannten VPD-Optima wie Tomaten oder Cannabis lohnt es sich, den Rechner morgens und abends abzulesen, weil der VPD nachts oft in den Schimmelbereich abfällt, obwohl die Feuchte tagsüber stimmte.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Praxisbeispiel: Ein Growroom zeigt 28 Grad Celsius und 55 Prozent relative Feuchte am Hygrometer. Die Blatttemperatur-Differenz bleibt beim Standardwert minus 2 K. Im Rechner ergibt sich ein VPD von 1,28 kPa und die Einordnung in die Phase Blüte.

Für Tomatenpflanzen in der Fruchtbildung ist das ein passender Wert, weil die stärkere Transpiration die Nährstoffverteilung in die Früchte fördert. Nachts kühlt der Raum auf 22 Grad ab, die Feuchte steigt auf 85 Prozent.

Der VPD sinkt auf 0,10 kPa und der Rechner meldet die Phase zu niedrig mit dem Hinweis auf erhöhtes Schimmelrisiko.

Die praktische Konsequenz: Entweder bleibt der Abluftventilator nachts auf niedriger Stufe, um Feuchte abzuführen, oder ein Entfeuchter hält die relative Feuchte unter 70 Prozent, was den VPD bei 22 Grad auf etwa 0,50 kPa hebt.

Die Referenztabelle zeigt, welche Feuchte bei welcher Nachttemperatur den VPD über die Schimmelgrenze von 0,4 kPa bringt. VPD-Tabellenauszug für Temperatur-Feuchte-Kombinationen mit Phasenzuordnung

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Fehler ist, den VPD nur über die Temperatur steuern zu wollen und die Luftfeuchtigkeit zu ignorieren. Ein VPD von 1,6 kPa entsteht bei 30 Grad und 50 Prozent Feuchte genauso wie bei 25 Grad und 36 Prozent.

Die Feuchte hat mindestens ebenso viel Einfluss wie die Temperatur. Zweitens wird die Blatttemperatur-Differenz oft auf null gesetzt, weil sie unbekannt ist.

Das überschätzt den VPD systematisch, denn in der Realität sind Blätter fast immer kühler als die Luft. Drittens werden die Phasenbereiche als starre Grenzen gelesen.

Ein VPD von 0,79 kPa ist nicht plötzlich schlecht, weil 0,80 die Grenze zur nächsten Phase markiert. Die Übergänge sind fließend, und die Bereiche stammen aus Empfehlungen für typische Gewächshauskulturen.

Viertens messen viele das Klima an der falschen Stelle: Ein Hygrometer an der Wand zeigt andere Werte als eines in Pflanzenhöhe zwischen den Blättern. Fünftens wird unterschätzt, wie stark der VPD über den Tag schwankt.

Morgens liegt er oft unter 0,4 kPa, mittags über 1,2 kPa. Eine einzelne Messung sagt wenig aus.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der VPD-Tabelle-Rechner zeigt auf einen Blick, ob das aktuelle Klima zur Wachstumsphase der Pflanzen passt, und liefert mit der Referenztabelle die Zielwerte für gezielte Korrekturen an Temperatur oder Luftfeuchtigkeit.

Als nächsten Schritt lohnt es sich, die Werte morgens und abends zu vergleichen, weil der VPD über den Tag stark schwankt und nächtliche Tiefpunkte die häufigste Ursache für Schimmelbefall sind.

Für die übergeordnete Klimasteuerung im Gewächshaus zeigt der Gewächshaus-Klima-Rechner die nötige Lüftungsfläche und den täglichen Wasserbedarf. Die Kernaussage in Zahlen: Bei 25 Grad Celsius und 60 Prozent Feuchte liegt der VPD bei 0,91 kPa im Wachstumsbereich.

Steigt die Temperatur auf 30 Grad bei nur 50 Prozent Feuchte, springt der VPD auf 1,66 kPa und signalisiert Trockenstress. Sinkt die Feuchte nachts nicht unter 85 Prozent, fällt der VPD bei 22 Grad auf 0,10 kPa in den Schimmelbereich.

Drei Zahlen, drei Maßnahmen, eine Formel.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · VPD: 0,91 kPa | Phase: Wachstum | Blatttemperatur: 23,0 °C | Taupunkt: 16,7 °C

Optimales Wachstumsklima (25 °C, 60 % rF)

Lufttemperatur
25 °C
Relative Luftfeuchte
60 %
Blatttemperatur-Differenz
−2 K

Beispiel 2 · Mittel · VPD: 1,66 kPa | Phase: zu hoch | Blatttemperatur: 28,0 °C | Taupunkt: 18,4 °C

Hitzestress im Sommer (30 °C, 50 % rF)

Lufttemperatur
30 °C
Relative Luftfeuchte
50 %
Blatttemperatur-Differenz
−2 K

Beispiel 3 · Komplex · VPD: 0,36 kPa | Phase: zu niedrig | Blatttemperatur: 20,0 °C | Taupunkt: 17,4 °C

Schimmelgefahr bei kühler, feuchter Luft (22 °C, 75 % rF)

Lufttemperatur
22 °C
Relative Luftfeuchte
75 %
Blatttemperatur-Differenz
−2 K

Beispiel 4 · Komplex · VPD: 0,70 kPa | Phase: Anzucht | Blatttemperatur: 22,0 °C | Taupunkt: 17,0 °C

Anzuchtklima für Sämlinge (24 °C, 65 % rF)

Lufttemperatur
24 °C
Relative Luftfeuchte
65 %
Blatttemperatur-Differenz
−2 K

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Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Alle Berechnungen erfolgen ohne Gewähr. Die VPD-Phasenbereiche sind Richtwerte für typische Gewächshauskulturen. Spezifische Kulturen können abweichende Optima haben.

Quelle: Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG), Gartenbauwissenschaftliche Richtwerte

Stand: 2026-08-29

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
29. August 2026
Fachbereich
Garten & Natur / Obst & Gemüse anbauen
Formeln basieren auf
Magnus-Formel mit WMO-Standardköffizienten (a=17,27, b=237,3)
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). VPD-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/garten-natur/obst-gemuese-anbauen/vpd-tabelle-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. VPD-Rechner. Available at: https://rechner-portal.de/garten-natur/obst-gemuese-anbauen/vpd-tabelle-rechner

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