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VPD-Tabelle: Sättigungsdefizit für Pflanzen berechnen

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Kurzantwort

Das Sättigungsdefizit (VPD) ist die zentrale Klimakennzahl im Pflanzenbau. Dieser Rechner zeigt den aktuellen VPD-Wert, die passende Wachstumsphase und eine Referenztabelle für verschiedene Temperatur-Feuchte-Kombinationen.

VPD (Vapor Pressure Deficit) aus Temperatur und Luftfeuchte berechnen

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Sept. 2026)Stand:

Überblick

VPD-Tabelle: Was ist ein guter VPD-Wert?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Das Sättigungsdefizit (VPD, Vapor Pressure Deficit) beschreibt, wie viel Wasserdampf die Luft noch aufnehmen kann, bevor sie gesättigt ist. Im Pflanzenbau ist der VPD-Wert die entscheidende Klimakennzahl, weil er die Transpiration der Pflanze direkt steuert: Ein höherer VPD treibt mehr Wasser durch die Stomata, ein niedrigerer bremst den Wasserverlust.

Der VPD-Tabelle-Rechner berechnet den VPD aus Lufttemperatur, relativer Feuchte und Blatttemperatur-Differenz nach der Magnus-Formel (Alduchov & Eskridge 1996, WMO-Standard).

Zusätzlich ordnet er das Ergebnis einer von fünf Wachstumsphasen zu und liefert eine Referenztabelle für verschiedene Temperatur-Feuchte-Kombinationen. Grundlagen zur Pflanzenphysiologie und Transpiration dokumentiert die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

Eingaben

Lufttemperatur, Luftfeuchte und Blatttemperatur-Differenz eingeben

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Der Rechner braucht drei Werte: die Lufttemperatur in Grad Celsius, die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent und die Blatttemperatur-Differenz in Kelvin. Die Lufttemperatur misst ein Thermometer in Pflanzenhöhe, nicht an der Decke oder in der Sonne.

Die relative Feuchte liefert ein Hygrometer oder eine Klimastation. Die Blatttemperatur-Differenz gibt an, wie stark das Blatt von der Lufttemperatur abweicht. Durch Transpiration kühlen Blätter sich ab, typisch sind minus 1 bis minus 3 Kelvin.

Der Standardwert minus 2 K passt für die meisten Gewächshauskulturen und Growroom-Pflanzen. Wer die Blatttemperatur mit einem Infrarotthermometer misst, kann den exakten Wert eintragen und die Genauigkeit deutlich erhöhen.

Ein positiver Wert ist möglich, wenn die Pflanze direkt bestrahlt wird und die Blattoberfläche wärmer ist als die umgebende Luft.

Praxisfälle

VPD-Wert berechnen: fünf typische Situationen

Jeder Fall nennt die Eingabe im VPD-Tabelle-Rechner und das mit der Rechenfunktion dieses Rechners nachgerechnete Ergebnis.

  1. VPD für Sämlinge und Jungpflanzen berechnen

    „Welcher VPD-Wert ist für Sämlinge ideal?“

    Eingabe
    22 °C Lufttemperatur, 75 % Luftfeuchte, Blatttemperatur-Differenz −1 K
    Ergebnis
    VPD 0,50 kPa – Phase „Anzucht“, optimaler Bereich für Jungpflanzen
  2. VPD in der Wachstumsphase prüfen

    „Welcher VPD ist in der vegetativen Phase optimal?“

    Eingabe
    25 °C Lufttemperatur, 60 % Luftfeuchte, Blatttemperatur-Differenz −2 K (Standard)
    Ergebnis
    VPD 0,91 kPa – Phase „Wachstum“, ausgewogene Transpiration
  3. VPD in der Blütephase berechnen

    „Welcher VPD ist in der Blüte- und Fruchtphase ideal?“

    Eingabe
    28 °C Lufttemperatur, 55 % Luftfeuchte, Blatttemperatur-Differenz −2 K
    Ergebnis
    VPD 1,28 kPa – Phase „Blüte“, stärkere Transpiration fördert Nährstoffverteilung
  4. VPD zu niedrig: Schimmelrisiko erkennen

    „Wie erkenne ich, ob der VPD-Wert zu niedrig ist?“

    Eingabe
    22 °C Lufttemperatur, 90 % Luftfeuchte, Blatttemperatur-Differenz −2 K
    Ergebnis
    VPD 0,00 kPa – Phase „zu niedrig“, Transpiration zu gering, erhöhtes Schimmelrisiko
  5. VPD zu hoch: Trockenstress vermeiden

    „Woran erkenne ich einen zu hohen VPD-Wert?“

    Eingabe
    30 °C Lufttemperatur, 35 % Luftfeuchte, Blatttemperatur-Differenz −2 K
    Ergebnis
    VPD 2,29 kPa – Phase „zu hoch“, Trockenstress möglich, Spaltöffnungen schließen sich

Berechnung

Wie der VPD-Rechner das Sättigungsdefizit berechnet

Verstehe den Formelweg.

Der Rechner berechnet den VPD in zwei Schritten. Zuerst bestimmt die Magnus-Formel den Sättigungsdampfdruck: es(T) = 0,6108 mal exp(17,27 mal T geteilt durch T plus 237,3) in Kilopascal.

Diese Formel wird zweimal angewendet: einmal für die Blatttemperatur (Lufttemperatur plus Differenz) und einmal für die Lufttemperatur.

Dann ergibt sich der aktuelle Dampfdruck ea aus dem Sättigungsdampfdruck der Luft multipliziert mit der relativen Feuchte geteilt durch 100. Der VPD ist die Differenz: es(Blatt) minus ea.

Beispiel mit 25 Grad Celsius Lufttemperatur, 60 Prozent relativer Feuchte und minus 2 K Blattdifferenz: Die Blatttemperatur beträgt 23 Grad Celsius.

Der Sättigungsdampfdruck am Blatt liegt bei 2,809 kPa, der Sättigungsdampfdruck der Luft bei 3,168 kPa. Der aktuelle Dampfdruck ea ist 3,168 mal 0,60 gleich 1,901 kPa.

Der VPD beträgt 2,809 minus 1,901 gleich 0,91 kPa, was der Phase Wachstum entspricht. VPD-Phasenbereiche: unter 0,4 kPa Schimmelgefahr, 0,4 bis 0,8 Anzucht, 0,8 bis 1,2 Wachstum, 1,2 bis 1,6 Blüte, über 1,6 Trockenstress

Formel für das VPD: Sättigungsdampfdruck am Blatt minus aktueller Dampfdruck der Luft.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu VPD-Wert und VPD-Tabelle

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist ein guter VPD-Wert?

Ein guter VPD-Wert liegt je nach Wachstumsphase zwischen 0,4 und 1,6 kPa: Sämlinge und frisch umgetopfte Jungpflanzen fühlen sich bei 0,4 bis 0,8 kPa am wohlsten, kräftig wachsende Pflanzen in der vegetativen Phase bei 0,8 bis 1,2 kPa und Pflanzen in Blüte oder Fruchtbildung bei 1,2 bis 1,6 kPa.

Bei den Rechner-Voreinstellungen von 25 °C und 60 % Luftfeuchte ergibt sich ein VPD von 0,91 kPa – mitten im idealen Wachstumsbereich.

Unter 0,4 kPa ist die Transpiration zu gering und das Schimmelrisiko steigt, über 1,6 kPa drohen Trockenstress und geschlossene Spaltöffnungen.

Die Phasengrenzen sind Orientierungswerte nach Prenger und Ling (2001), keine scharfen Schwellen: Ein VPD von 0,79 kPa ist nicht automatisch schlechter als 0,81 kPa.

Geben Sie Ihre gemessene Temperatur und Luftfeuchte ein, um Ihren aktuellen VPD-Wert und die passende Phase direkt abzulesen.

Wie berechne ich den VPD-Wert?

Der VPD errechnet sich aus der Differenz zwischen dem Sättigungsdampfdruck an der Blattoberfläche und dem tatsächlichen Dampfdruck der Luft, beide nach der Magnus-Formel (WMO-Standardkoeffizienten a=17,27, b=237,3) berechnet.

Zuerst wird der Sättigungsdampfdruck für die Blatttemperatur bestimmt, dann für die Lufttemperatur; der tatsächliche Luftdampfdruck ergibt sich aus dem Sättigungsdampfdruck der Luft multipliziert mit der relativen Feuchte geteilt durch 100.

Bei 25 °C Lufttemperatur, 60 % Feuchte und einer Blatttemperatur-Differenz von −2 K (Standardwert, da Blätter durch Verdunstung meist kühler sind als die Luft) ergibt sich ein Sättigungsdampfdruck am Blatt von 2,809 kPa, ein Luft-Dampfdruck von 1,901 kPa und damit ein VPD von 0,91 kPa.

Tragen Sie Ihre gemessenen Werte in den Rechner ein, statt die Formel von Hand zu lösen – alle Zwischenschritte werden zusätzlich angezeigt.

Ein Infrarot-Thermometer verbessert die Genauigkeit, weil es die reale Blatttemperatur statt des Pauschalwerts liefert.

Was bedeutet VPD in kPa?

VPD steht für Vapor Pressure Deficit (Sättigungsdefizit) und wird in Kilopascal (kPa) angegeben, der Einheit für Druck.

Der Wert beschreibt, wie viel zusätzlicher Wasserdampf in die Luft passen würde, bevor sie bei der jeweiligen Temperatur vollständig gesättigt wäre – je höher der kPa-Wert, desto stärker der „Sog“, der Wasser aus den Blättern zieht.

Ein kPa entspricht 1.000 Pascal beziehungsweise rund einem Hundertstel des normalen Luftdrucks auf Meereshöhe.

Bei 25 °C und 60 % Luftfeuchte beträgt das VPD 0,91 kPa; bei 30 °C und nur 35 % Feuchte steigt es bereits auf 2,29 kPa, weil warme Luft deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen könnte, als tatsächlich vorhanden ist.

Anders als Prozent-Luftfeuchte allein verbindet der kPa-Wert Temperatur und Feuchte in einer einzigen Kennzahl. Nutzen Sie den Rechner, um Ihre gemessenen Celsius- und Prozent-Werte direkt in kPa umzurechnen.

Wie erhöhe oder senke ich den VPD-Wert?

Um den VPD zu erhöhen und die Transpiration anzuregen, heben Sie die Temperatur an oder senken Sie die Luftfeuchte, etwa durch Lüften oder einen Entfeuchter.

Um den VPD zu senken und empfindliche Jungpflanzen zu schonen, befeuchten Sie die Luft oder senken die Temperatur durch Beschattung oder Abendlüftung.

Ein Beispiel aus dem Rechner: Bei 30 °C und 50 % Feuchte liegt das VPD bei 1,66 kPa und signalisiert Trockenstress; senken Sie die Temperatur auf 25 °C bei gleicher Feuchte, fällt der Wert auf rund 0,91 kPa in den Wachstumsbereich.

Nachts, wenn die Feuchte oft auf 85 bis 90 % steigt, kann das VPD bei 22 °C auf nahe 0 kPa fallen und Schimmel begünstigen – hier hilft ein Abluftventilator auf niedriger Stufe.

Eine Temperaturänderung um 5 Grad verschiebt den VPD oft ähnlich stark wie eine Feuchteänderung um 10 bis 15 Prozentpunkte. Betrachten Sie deshalb immer beide Stellschrauben gemeinsam, statt nur an der Feuchte zu drehen.

Welche VPD-Bereiche gelten für welche Wachstumsphase?

Nach der gängigen Einteilung von Prenger und Ling (2001) gelten fünf Bereiche: Unter 0,4 kPa ist die Luft fast gesättigt, was Schimmel und Grauschimmel begünstigt.

Zwischen 0,4 und 0,8 kPa liegt der Anzuchtbereich für Sämlinge und Stecklinge ohne voll entwickeltes Wurzelsystem. Der Wachstumsbereich von 0,8 bis 1,2 kPa passt zur vegetativen Phase mit gleichmäßiger Transpiration.

In Blüte und Fruchtbildung vertragen viele Kulturen 1,2 bis 1,6 kPa, weil die stärkere Transpiration den Nährstofftransport in die Früchte fördert.

Über 1,6 kPa droht Trockenstress, die Spaltöffnungen schließen sich und Photosynthese sowie Wachstum stagnieren.

Der Rechner zeigt die Phase automatisch zur eingegebenen Temperatur und Feuchte an und ergänzt eine Referenztabelle für acht Temperatur- und sechs Feuchtestufen.

Behandeln Sie die Grenzen als Orientierung, nicht als scharfe Schwellen zwischen gut und schlecht.

Warum verwendet der Rechner die Blatttemperatur statt der Lufttemperatur?

Pflanzenblätter sind durch die Verdunstung über die Spaltöffnungen normalerweise 1 bis 3 °C kühler als die umgebende Luft.

Da das VPD die Dampfdruckdifferenz zwischen Blattoberfläche und Luft beschreibt, muss der Sättigungsdampfdruck am Blatt aus der tatsächlichen Blatttemperatur berechnet werden, nicht aus der Lufttemperatur – sonst würde das Ergebnis die reale Transpirationsantrieb-Lücke verfälschen.

Der Rechner setzt als Vorgabe eine Differenz von −2 K an, einen für gut bewässerte Kulturen unter moderater Beleuchtung typischen Wert.

Bei Trockenstress und geschlossenen Spaltöffnungen kann die Differenz gegen null schrumpfen, unter starker Beleuchtung bei guter Wasserversorgung auch auf −3 bis −4 K anwachsen.

Wer ein Infrarot-Thermometer besitzt, misst die Blatttemperatur direkt und trägt die exakte Differenz ein, statt den Standardwert zu übernehmen. Im Freiland ohne direkte Sonneneinstrahlung liegt die Differenz meist nur bei etwa −1 K.

Was ist der Unterschied zwischen VPD und Taupunkt?

VPD und Taupunkt beschreiben beide das Verhältnis von Temperatur und Luftfeuchte, beantworten aber unterschiedliche Fragen.

Der VPD-Wert zeigt, wie stark die Transpiration der Pflanze angetrieben wird und ob Temperatur und Feuchte zur aktuellen Wachstumsphase passen.

Der Taupunkt dagegen nennt die Temperatur, bei der die Luft zu 100 % gesättigt wäre und sich Kondenswasser auf Oberflächen bildet.

Der Rechner gibt beide Werte gleichzeitig aus: Bei 25 °C und 60 % Feuchte liegt der Taupunkt bei 16,7 °C, während das VPD bei 0,91 kPa liegt.

Als Faustregel sollte die Blatttemperatur mindestens 2 Grad über dem Taupunkt bleiben, damit sich kein Wasserfilm bildet, der Pilzkrankheiten wie Botrytis begünstigt.

Prüfen Sie bei niedrigem VPD zusätzlich den Taupunkt, denn beide Warnsignale treten oft gemeinsam auf, etwa in kühlen, feuchten Nächten.

Wie lese ich die VPD-Referenztabelle im Rechner richtig ab?

Die Referenztabelle zeigt VPD-Werte für acht Temperaturstufen von 18 bis 32 °C und sechs Feuchtestufen von 40 bis 90 %, berechnet mit der von Ihnen eingestellten Blatttemperatur-Differenz.

Suchen Sie die Zeile Ihrer aktuellen Temperatur und wandern Sie in der Zeile nach links oder rechts, bis der VPD-Wert in Ihren gewünschten Phasenbereich fällt.

Die Spaltenüberschrift zeigt dann die Ziel-Luftfeuchte, die Sie durch Lüften, Befeuchten oder Entfeuchten ansteuern sollten.

Bei 22 °C etwa sinkt das VPD von 1,28 kPa bei 40 % Feuchte auf 0 kPa bei 90 % Feuchte – die gesamte Spanne von Wachstumsphase bis Schimmelrisiko liegt auf derselben Temperaturzeile.

Ändern Sie die Blatttemperatur-Differenz, verschieben sich alle Werte der Tabelle gleichzeitig, weil der Sättigungsdampfdruck am Blatt dann bei einer anderen Temperatur berechnet wird.

Für den schnellen Überblick reicht die Standardeinstellung von −2 K.

Welche Messgeräte brauche ich für die VPD-Berechnung?

Für die Grundmessung reicht ein digitales Thermo-Hygrometer, das Lufttemperatur und relative Feuchte gleichzeitig anzeigt und bereits für unter 15 Euro erhältlich ist.

Platzieren Sie es in Pflanzenhöhe, nicht in direkter Sonne oder am feuchten Boden, damit die Werte repräsentativ sind.

Für genauere Ergebnisse hilft ein Datenlogger, der Werte im Minutentakt speichert, denn das VPD schwankt über den Tag erheblich und liegt morgens oft unter 0,4 kPa, mittags dagegen über 1,2 kPa.

Ein Infrarot-Thermometer verbessert zusätzlich die Eingabe der Blatttemperatur-Differenz, weil es die reale Blatttemperatur berührungslos misst statt den Standardwert von −2 K zu übernehmen.

Tragen Sie Ihre gemessenen Werte direkt in den Rechner ein, um VPD, Taupunkt und Wachstumsphase in einem Schritt zu erhalten.

Wer mehrmals täglich kontrolliert, erkennt nächtliche Tiefstwerte unter 0,4 kPa am zuverlässigsten, die häufigste Ursache für Schimmelbefall.

Warum zeigt mir der Rechner einen VPD von 0 kPa an?

Ein VPD von 0 kPa bedeutet, dass die Luft bei der eingegebenen Temperatur praktisch vollständig mit Wasserdampf gesättigt ist und keine Dampfdruckdifferenz zur Blattoberfläche mehr besteht.

Das tritt typischerweise bei hoher Luftfeuchte von 90 % oder mehr in Kombination mit kühlen Temperaturen auf: Bei 22 °C und 90 % Feuchte etwa berechnet der Rechner exakt 0,00 kPa.

In diesem Zustand kann die Pflanze kaum noch transpirieren, Nährstofftransport und Stoffwechsel stocken, und das Schimmel- und Botrytis-Risiko steigt deutlich, weil überschüssige Feuchtigkeit nicht mehr abgeführt wird.

Erhöhen Sie in diesem Fall die Temperatur oder senken Sie gezielt die Luftfeuchte durch Lüften oder einen Entfeuchter, bis der Wert wieder über 0,4 kPa steigt.

Ein VPD von 0 kPa über mehrere Tage hinweg ist ein klares Alarmsignal, das Sie nicht ignorieren sollten, auch wenn die Pflanzen äußerlich noch unauffällig wirken.

Hinweise

VPD-Wert erhöhen oder senken: so steuerst du Temperatur und Feuchte

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Der wichtigste Hebel im Alltag ist nicht die Temperatur allein, sondern das Zusammenspiel von Temperatur und Feuchte. Wer die Lufttemperatur um 2 Grad senkt, verschiebt den VPD nur moderat, aber wer gleichzeitig die Feuchte um 10 Prozentpunkte erhöht, bewegt ihn oft um eine halbe Phase.

Ein Ultraschallvernebler oder feuchte Tücher auf dem Boden heben die Feuchte in kleinen Growrooms schnell und gezielt an. Umgekehrt senkt aktives Lüften die Feuchte, wenn der VPD zu niedrig liegt und Schimmelgefahr droht.

Die Referenztabelle zeigt, dass derselbe VPD-Wert auf ganz verschiedenen Wegen erreicht werden kann: 0,91 kPa ergeben sich bei 25 Grad und 60 Prozent, aber auch bei 22 Grad und 51 Prozent oder bei 28 Grad und 67 Prozent.

Nutze diese Flexibilität, um den VPD an die vorhandene Technik anzupassen, statt eine bestimmte Temperatur zu erzwingen. Klimadaten und Verdunstungsraten für deinen Standort liefert der Deutsche Wetterdienst.

Bei Kulturen mit bekannten VPD-Optima wie Tomaten oder Cannabis lohnt es sich, den Rechner morgens und abends abzulesen, weil der VPD nachts oft in den Schimmelbereich abfällt, obwohl die Feuchte tagsüber stimmte.

Anwendung

VPD-Tabelle in der Praxis: Wachstum, Blüte und Nachtabsenkung

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Praxisbeispiel: Ein Growroom zeigt 28 Grad Celsius und 55 Prozent relative Feuchte am Hygrometer. Die Blatttemperatur-Differenz bleibt beim Standardwert minus 2 K. Im Rechner ergibt sich ein VPD von 1,28 kPa und die Einordnung in die Phase Blüte.

Für Tomatenpflanzen in der Fruchtbildung ist das ein passender Wert, weil die stärkere Transpiration die Nährstoffverteilung in die Früchte fördert. Nachts kühlt der Raum auf 22 Grad ab, die Feuchte steigt auf 85 Prozent.

Der VPD sinkt auf 0,10 kPa und der Rechner meldet die Phase zu niedrig mit dem Hinweis auf erhöhtes Schimmelrisiko.

Die praktische Konsequenz: Entweder bleibt der Abluftventilator nachts auf niedriger Stufe, um Feuchte abzuführen, oder ein Entfeuchter hält die relative Feuchte unter 70 Prozent, was den VPD bei 22 Grad auf etwa 0,50 kPa hebt.

Die Referenztabelle zeigt, welche Feuchte bei welcher Nachttemperatur den VPD über die Schimmelgrenze von 0,4 kPa bringt. VPD-Tabellenauszug für Temperatur-Feuchte-Kombinationen mit Phasenzuordnung

Fallstricke

Häufige Fehler beim Ablesen des VPD-Werts

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Fehler ist, den VPD nur über die Temperatur steuern zu wollen und die Luftfeuchtigkeit zu ignorieren. Ein VPD von 1,6 kPa entsteht bei 30 Grad und 50 Prozent Feuchte genauso wie bei 25 Grad und 36 Prozent.

Die Feuchte hat mindestens ebenso viel Einfluss wie die Temperatur. Zweitens wird die Blatttemperatur-Differenz oft auf null gesetzt, weil sie unbekannt ist.

Das überschätzt den VPD systematisch, denn in der Realität sind Blätter fast immer kühler als die Luft. Drittens werden die Phasenbereiche als starre Grenzen gelesen.

Ein VPD von 0,79 kPa ist nicht plötzlich schlecht, weil 0,80 die Grenze zur nächsten Phase markiert. Die Übergänge sind fließend, und die Bereiche stammen aus Empfehlungen für typische Gewächshauskulturen.

Viertens messen viele das Klima an der falschen Stelle: Ein Hygrometer an der Wand zeigt andere Werte als eines in Pflanzenhöhe zwischen den Blättern. Fünftens wird unterschätzt, wie stark der VPD über den Tag schwankt.

Morgens liegt er oft unter 0,4 kPa, mittags über 1,2 kPa. Eine einzelne Messung sagt wenig aus.

Nächster Schritt

VPD-Tabelle-Rechner: Fazit zum Sättigungsdefizit

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der VPD-Tabelle-Rechner zeigt auf einen Blick, ob das aktuelle Klima zur Wachstumsphase der Pflanzen passt, und liefert mit der Referenztabelle die Zielwerte für gezielte Korrekturen an Temperatur oder Luftfeuchtigkeit.

Als nächsten Schritt lohnt es sich, die Werte morgens und abends zu vergleichen, weil der VPD über den Tag stark schwankt und nächtliche Tiefpunkte die häufigste Ursache für Schimmelbefall sind.

Für die übergeordnete Klimasteuerung im Gewächshaus zeigt der Gewächshaus-Klima-Rechner die nötige Lüftungsfläche und den täglichen Wasserbedarf. Die Kernaussage in Zahlen: Bei 25 Grad Celsius und 60 Prozent Feuchte liegt der VPD bei 0,91 kPa im Wachstumsbereich.

Steigt die Temperatur auf 30 Grad bei nur 50 Prozent Feuchte, springt der VPD auf 1,66 kPa und signalisiert Trockenstress. Sinkt die Feuchte nachts nicht unter 85 Prozent, fällt der VPD bei 22 Grad auf 0,10 kPa in den Schimmelbereich.

Drei Zahlen, drei Maßnahmen, eine Formel.

Vertiefung

Beispielrechnungen: Anzucht, Wachstum, Blüte und Warnbereiche

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · VPD: 0,91 kPa | Phase: Wachstum | Blatttemperatur: 23,0 °C | Taupunkt: 16,7 °C

Optimales Wachstumsklima (25 °C, 60 % rF)

Lufttemperatur
25 °C
Relative Luftfeuchte
60 %
Blatttemperatur-Differenz
−2 K

Beispiel 2 · Mittel · VPD: 1,66 kPa | Phase: zu hoch | Blatttemperatur: 28,0 °C | Taupunkt: 18,4 °C

Hitzestress im Sommer (30 °C, 50 % rF)

Lufttemperatur
30 °C
Relative Luftfeuchte
50 %
Blatttemperatur-Differenz
−2 K

Beispiel 3 · Komplex · VPD: 0,36 kPa | Phase: zu niedrig | Blatttemperatur: 20,0 °C | Taupunkt: 17,4 °C

Schimmelgefahr bei kühler, feuchter Luft (22 °C, 75 % rF)

Lufttemperatur
22 °C
Relative Luftfeuchte
75 %
Blatttemperatur-Differenz
−2 K

Beispiel 4 · Komplex · VPD: 0,70 kPa | Phase: Anzucht | Blatttemperatur: 22,0 °C | Taupunkt: 17,0 °C

Anzuchtklima für Sämlinge (24 °C, 65 % rF)

Lufttemperatur
24 °C
Relative Luftfeuchte
65 %
Blatttemperatur-Differenz
−2 K

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Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Alle Berechnungen erfolgen ohne Gewähr. Die VPD-Phasenbereiche sind Richtwerte für typische Gewächshauskulturen. Spezifische Kulturen können abweichende Optima haben.

Quelle: Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG), Gartenbauwissenschaftliche Richtwerte

Stand: 2026-10-02

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
02. Oktober 2026
Fachbereich
Garten & Natur / Obst & Gemüse anbauen
Formeln basieren auf
Magnus-Formel mit WMO-Standardkoeffizienten (a=17,27, b=237,3)
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). VPD-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/garten-natur/obst-gemuese-anbauen/vpd-tabelle-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. VPD-Rechner. Available at: https://rechner-portal.de/garten-natur/obst-gemuese-anbauen/vpd-tabelle-rechner

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