Die Formel lautet: CAGR = (Endwert ÷ Anfangswert)^(1 ÷ Jahre) − 1. Das Ergebnis in Prozent: CAGR × 100.
Gesamtrendite = (Endwert − Anfangswert) ÷ Anfangswert × 100. Wachstumsfaktor = Endwert ÷ Anfangswert. Beispiel 1 – ETF-Depot: Anfangswert 10.000 €, Endwert 20.000 €, 10 Jahre. CAGR = (2,0)^(0,10) − 1 = 1,0718 − 1 = 7,18 %. Gesamtrendite: 100 %.
Faktor: 2,0. Beispiel 2 – Unternehmensgewinn: Anfangswert 500.000 €, Endwert 1.200.000 €, 7 Jahre. CAGR = (2,4)^(1/7) − 1 = (2,4)^0,1429 − 1 ≈ 1,1332 − 1 = 13,32 %. Beispiel 3 – Verlust: Anfangswert 15.000 €, Endwert 10.000 €, 5 Jahre.
CAGR = (10.000 / 15.000)^(1/5) − 1 = (0,6667)^0,2 − 1 ≈ 0,9221 − 1 = −7,79 %. Negativer CAGR bedeutet: Das Kapital ist jährlich mit dieser Rate geschrumpft.
Verdopplungszeitregel 72: Teile 72 durch den CAGR, um die ungefähre Verdopplungszeit zu erhalten. Bei 7,18 % ergibt 72 / 7,18 ≈ 10 Jahre – was genau dem Beispiel 1 entspricht.
Die Umkehrung der Formel liefert bei Bedarf den Endwert: Endwert = Anfangswert × (1 + CAGR)^Jahre. Damit lässt sich prüfen, welcher Endstand aus einer angenommenen Wachstumsrate folgen würde.
Wichtig bleibt: Ein so errechneter Wert ist eine reine Fortschreibung der Annahme, keine Prognose und erst recht keine Zusage über künftige Kursentwicklungen.
Kursverluste bis zum Totalverlust sind bei Wertpapieren möglich, und Kosten wie Ordergebühren, Fondskosten und Steuern mindern das tatsächliche Ergebnis, ohne dass die reine CAGR-Formel sie berücksichtigt.
Mathematisch ist der CAGR das geometrische Mittel der Jahresrenditen, nicht das arithmetische.
Dieser Unterschied ist keine Spitzfindigkeit, sondern der ganze Zweck der Kennzahl: Ein Depot, das im ersten Jahr 50 Prozent gewinnt und im zweiten 50 Prozent verliert, steht am Ende bei 7.500 statt bei 10.000 Euro.
Das arithmetische Mittel aus plus 50 und minus 50 Prozent wäre glatte null und würde ein unverändertes Depot suggerieren.
Trägst du diesen Fall ein – Anfangswert 10.000 Euro, Endwert 7.500 Euro, 2 Jahre –, weist der Rechner dagegen einen CAGR von minus 13,4 Prozent bei einer Gesamtrendite von minus 25 Prozent und einem Faktor von 0,75 aus.
Je stärker eine Anlage schwankt, desto weiter fallen beide Mittelwerte auseinander, und nur das geometrische beschreibt, was am Ende tatsächlich im Depot liegt.
CAGR in Excel: Die Formel lautet =(Endwert/Anfangswert)^(1/Jahre)-1 in eine beliebige Zelle, Ergebnis als Prozent formatieren.
Excel bietet mit RRI(Jahre;Anfangswert;Endwert) zusätzlich eine fertige Funktion, die denselben Wert ohne manuelle Potenzformel liefert – für Anfangswert 500.000 €, Endwert 1.200.000 € und 7 Jahre ergeben beide Varianten 13,32 %, exakt wie Beispiel 2 oben.
Wird das Zellformat nicht auf Prozent gesetzt, zeigt Excel den Dezimalwert 0,1332 statt 13,32 % an; ein vertauschter Zellbezug zwischen Anfangs- und Endwert liefert dagegen ein unauffällig falsches Ergebnis nahe null.