Praxisfall: Ein Schüler untersucht f(x) = 2x^4 − 8x^2 + 6. Schritt 1 – Ableitung: f'(x) = 8x^3 − 16x. Schritt 2 – Kandidaten: 8x(x^2 − 2) = 0 → x = 0, x = ±√2 ≈ ±1,414.
Schritt 3 – Klassifikation: f''(x) = 24x^2 − 16 → f''(0) = −16 < 0 (Hochpunkt), f''(√2) = 32 > 0 (Tiefpunkt). Schritt 4 – Koordinaten: H(0 | 6), T(√2 | −2), T(−√2 | −2).
Der Fall zeigt exemplarisch das Vorgehen bei einer Funktion vierten Grades mit drei Extremstellen: Am Ursprung liegt wegen f''(0) < 0 ein Hochpunkt, links und rechts davon sitzen wegen f''(±√2) > 0 zwei gleich hohe Tiefpunkte bei −2.
Weil f achsensymmetrisch zur y-Achse ist, spiegeln sich die beiden Tiefpunkte, was eine bequeme Kontrolle liefert.
Ein zweiter, anwendungsnaher Fall: Sucht man das maximale Rechteck unter einer Parabel, führt die Zielfunktion auf eine Ableitung, deren Nullstelle die optimale Breite angibt, und das negative Vorzeichen der zweiten Ableitung bestätigt, dass es sich wirklich um ein Maximum und nicht um ein Minimum handelt.
Genau dieser Dreischritt aus Ableiten, Nullsetzen und Klassifizieren steckt hinter fast jeder Extremwertaufgabe der Oberstufe. Ein Detail zur Monotonietabelle: Sie verwendet die Fenstergrenzen als Intervallenden.
Für x^3 − 3x meldet sie (−10; −1) steigend, (−1; 1) fallend und (1; 10) steigend – die −10 und die 10 sind also Grenzen des Suchbereichs und keine Eigenschaft der Funktion.