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Aussaatstärke berechnen: Saatmenge in kg/ha

Garten & NaturStand Noch keine Bewertung
Körner/m²
g
%
Einheit der Fläche (für die Gesamtmenge)
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Kurzantwort

Aussaatstärke berechnen: Körnerzahl pro Quadratmeter, Tausendkorngewicht und Keimfähigkeit eingeben — der Rechner ermittelt die Saatmenge in kg/ha, g/m² und kg/Ar.

Berechne die Saatmenge in kg/ha aus Körnerzahl pro Quadratmeter

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Garten & Natur (Okt. 2026)Veröffentlicht: Stand:

Überblick

Aussaatstärke berechnen: Saatmenge in kg/ha

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Die Aussaatstärke bestimmt, wie viel Saatgut pro Fläche ausgebracht werden muss, damit die gewünschte Bestandsdichte erreicht wird. Der Rechner verbindet drei Eingangsgrößen — die Zielkörnerzahl pro Quadratmeter, das Tausendkorngewicht (TKG) des Saatguts und die Keimfähigkeit — zu einer konkreten Saatmenge in Kilogramm pro Hektar.

Die Formel lautet: Saatmenge (kg/ha) = Körner/m² × TKG (g) / Keimfähigkeit (%). Bei den Voreinstellungen — 300 Körner pro Quadratmeter, 40 Gramm TKG und 90 Prozent Keimfähigkeit — ergibt sich eine Saatmenge von 133,3 kg/ha.

Die Keimfähigkeit korrigiert dabei den Anteil des Saatguts, der voraussichtlich nicht aufläuft: Bei 90 Prozent muss etwa 11 Prozent mehr Saatgut ausgebracht werden als bei theoretisch 100 Prozent Keimrate.

Das Ergebnis gilt für Getreide, Grünland und Gemüseanbau gleichermaßen — entscheidend sind die korrekten Eingabewerte für die jeweilige Kultur.

Eingaben

Körner pro Quadratmeter, TKG und Keimfähigkeit eingeben

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Wähle zuerst eine Kultur (Winterweizen, Wintergerste, Raps, Mais, Radieschen u. a.), dann rechnet der Rechner mit Richtwerten: Körner/m² für den normalen Saattermin, TKG als Mittel deutscher Saatgutpartien nach dem Julius Kühn-Institut; mit „Eigene Werte“ trägst du beides selbst ein, etwa für Rasen.

Die Körnerzahl pro Quadratmeter gibt an, wie viele keimfähige Körner auf einem Quadratmeter stehen sollen.

Typische Werte: Winterweizen 260–320 beim normalen Saattermin (Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein), Wintergerste 280–350, Sommergerste 280–350, Raps 40–60, Mais 8–10.

Das Tausendkorngewicht (TKG) steht auf dem Saatgutetikett und gibt das Gewicht von 1.000 Körnern in Gramm an.

Es variiert stark nach Sorte und Charge — bei Weizen liegt es im Mittel deutscher Saatgutpartien bei rund 49 Gramm, meist zwischen 39 und 59 Gramm.

Fehlt die Angabe, kannst du das Tausendkorngewicht ermitteln: Trage Gewicht und Anzahl einer gezählten Probe in die Felder „TKG ermitteln“ ein, der Rechner teilt das Gewicht durch die Anzahl und multipliziert mit 1.000 – 500 Körner mit 24,6 Gramm ergeben 49,2 Gramm TKG.

Die Keimfähigkeit in Prozent findet sich ebenfalls auf dem Etikett und gibt an, welcher Anteil der Körner unter Laborbedingungen keimt.

Optional trägst du den Feldaufgang ein, also den Anteil der keimfähigen Körner, der im Feld wirklich aufläuft, und die Fläche, für die du das Saatgut in Kilogramm brauchst (m², Ar oder ha).

Die Körnerzahl darf bis 100.000 je Quadratmeter betragen, damit auch Rasen und Feinsämereien passen. Bei den Voreinstellungen ergibt sich eine Saatmenge von 133,3 kg/ha bzw. 13,3 g/m².

Der Korrekturfaktor für die Keimfähigkeit beträgt 1,111 — das bedeutet, dass rund 11 Prozent mehr Saatgut benötigt wird, um die nicht keimenden Körner auszugleichen.

Ändere die Werte, um deine konkrete Kultur und Charge durchzurechnen: Ein höheres TKG erhöht die Saatmenge direkt proportional, eine niedrigere Keimfähigkeit ebenfalls.

Praxisfälle

Saatmenge berechnen: vier typische Kulturen

Jeder Fall nennt die Eingabewerte und die mit der Rechenfunktion dieses Rechners nachgerechnete Saatmenge in kg/ha.

  1. Saatstärke Winterweizen: kg/ha berechnen

    „Wie viel Saatgut braucht man pro Hektar bei Winterweizen?“

    Eingabe
    Kultur Winterweizen (290 Körner/m², TKG 49 g), Keimfähigkeit 92 %
    Ergebnis
    154,5 kg/ha (15,4 g/m²), Korrekturfaktor 1,087
  2. Saatstärke Wintergerste: kg/ha berechnen

    „Wie hoch ist die Aussaatstärke bei Wintergerste?“

    Eingabe
    Kultur Wintergerste (315 Körner/m², TKG 55,5 g), Keimfähigkeit 92 %
    Ergebnis
    190,0 kg/ha (19,0 g/m²)
  3. Aussaatmenge Raps: kg/ha für Winterraps

    „Wie viel Rapssaatgut braucht man pro Hektar?“

    Eingabe
    Kultur Winterraps (50 Körner/m², TKG 5,5 g), Keimfähigkeit 90 %
    Ergebnis
    3,1 kg/ha (0,31 g/m²) – durch das niedrige TKG deutlich weniger Saatgut als bei Getreide
  4. Saatstärke Triticale: kg/ha berechnen

    „Wie hoch ist die Saatstärke bei Triticale?“

    Eingabe
    Kultur Triticale (300 Körner/m², TKG 52,5 g), Keimfähigkeit 90 %
    Ergebnis
    175,0 kg/ha (17,5 g/m²)

Berechnung

Saatstärke Formel: Saatmenge aus Körner/m², TKG und Keimfähigkeit

Verstehe den Formelweg.

Die Saatmengenberechnung folgt der Standardformel der Pflanzenbauberatung: Saatmenge (kg/ha) = Körner/m² × TKG (g) / Keimfähigkeit (%), bei eingetragenem Feldaufgang zusätzlich geteilt durch Feldaufgang/100. Die Einheiten kürzen sich in dieser Formel bereits heraus: Das TKG gilt je 1.000 Körner (Faktor 1/1.000), die Keimfähigkeit steht in Prozent (Faktor 100), dazu kommen die Umrechnung von Gramm in Kilogramm (Faktor 1/1.000) und von Quadratmeter in Hektar (Faktor 10.000).

Zusammen ergibt das den Faktor 1 – die Hauptformel braucht deshalb keinen zusätzlichen Divisor. Bei den Voreinstellungen: 300 × 40 / 90 = 133,33 kg/ha.

Erst die Umrechnung auf kleinere Flächen bringt einen Faktor 10 bzw. 100 ins Spiel: g/m² = kg/ha / 10, also 13,33 g/m², und kg/Ar = kg/ha / 100, also 1,333 kg/Ar — weil 1 Hektar 100 Ar bzw. 10.000 Quadratmeter hat.

Der Korrekturfaktor Keimfähigkeit berechnet sich als 100 / Keimfähigkeit = 100 / 90 = 1,111. Die Formel ist linear in allen drei Eingaben: Doppelt so viele Körner pro Quadratmeter verdoppeln die Saatmenge, doppeltes TKG verdoppelt sie ebenfalls.

Eine Keimfähigkeit von 80 statt 90 Prozent erhöht die Saatmenge um den Faktor 90/80 = 1,125 bzw. 12,5 Prozent. Ein Feldaufgang von 90 Prozent wirkt genauso: Die Voreinstellung steigt von 133,3 auf 148,1 kg/ha.

Formel für die Saatmenge in kg/ha aus keimfähigen Körnern pro m², Tausendkorngewicht, Keimfähigkeit und Feldaufgang.

Nachschlagen

Saatstärke und Tausendkorngewicht-Tabelle nach Kultur

Schnell nachschlagen – ohne selbst zu rechnen.

Richtwerte für keimfähige Körner pro m², Tausendkorngewicht (TKG) und Saatstärke in kg/ha gängiger Kulturen – mit dem TKG Weizen im Durchschnitt der Saatgutpartien als Vergleich.
KulturKörner/m²TKG (g)Saatmenge (kg/ha, 90 % KF)
Winterweizen260–32039–59113–210
Wintergerste280–35045–67140–261
Sommergerste280–35047–65146–253
Triticale (Hybrid- bis Liniensorte)250–30040–64111–213
Winterroggen (Hybrid- bis Populationssorte)200–25028–4862–133
Hafer280–32036–53112–188
Winterraps40–604,0–7,81,8–5,2
Mais8–10225–35320–39
Ackerbohne35–45410–711159–356
Erbse60–80179–310119–276
Sonnenblume6–833–812,2–7,2
Radieschen200–3007–1516–50

Werte für 90 % Keimfähigkeit; Körner/m² (keimfähig) und TKG sind Orientierungsbereiche, abhängig von Sorte, Standort und Saattermin. Vergleichswerte der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein für Winterweizen: 220–240 (früher Termin), 260–320 (normal), 350–380 (Spätsaat) keimfähige Körner/m². Winterroggen nach den Versuchsstärken der LfL Bayern (Hybridsorten 200, Populationssorten 250 keimfähige Körner/m²), Triticale dort: Liniensorten 300, Hybridsorten 250 (abgerufen 25.10.2026). TKG: 5. bis 95. Perzentil deutscher Saatgutpartien nach Heimbach (Julius Kühn-Institut) 2018, bei Weizen im Mittel rund 49 g; Körner/m² bei Hafer nach der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (normaler Saattermin). Mit dem Rechner oben lassen sich die Werte für die eigene Saatgutcharge (TKG und Keimfähigkeit vom Etikett) exakt nachrechnen.

Expertenmodus

Keimfähigkeit Saatgut, TKG und Saatmenge: Fragen und Antworten

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Wie viel kg Weizen pro Hektar säen?

Bei 290 keimfähigen Körnern pro Quadratmeter, 49 Gramm Tausendkorngewicht und 92 Prozent Keimfähigkeit säst du rund 154,5 kg Winterweizen pro Hektar.

290 Körner liegen in der Mitte der Empfehlung der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein für den normalen Saattermin (260 bis 320), bei Spätsaat mit 350 Körnern steigt die Menge auf 186,4 kg/ha.

49 Gramm entsprechen dem mittleren Tausendkorngewicht deutscher Weizen-Saatgutpartien laut Julius Kühn-Institut.

Weil TKG und Keimfähigkeit je Charge schwanken, trägst du die Werte vom Saatgutetikett oben in den Rechner ein; er zeigt die Menge in kg/ha, g/m² und für deine Schlagfläche.

Wie viel kg Gerste pro Hektar säen?

Bei 300 keimfähigen Körnern pro Quadratmeter, 56 Gramm Tausendkorngewicht und 92 Prozent Keimfähigkeit brauchst du rund 182,6 kg Gerste pro Hektar.

56 Gramm entsprechen etwa dem mittleren Tausendkorngewicht von Sommergerste in deutschen Saatgutpartien (Julius Kühn-Institut: 56,4 g), Wintergerste liegt mit 55,5 g ähnlich.

Die passende Körnerzahl richtet sich nach Sorte, Standort und Saattermin; die Empfehlung deiner Landwirtschaftskammer ist der Ausgangswert. Trage Körnerzahl, TKG und Keimfähigkeit deiner Partie oben ein, um die Menge für deinen Schlag zu erhalten.

Was ist das Tausendkorngewicht und wie hoch ist das Weizen-TKG?

Das Tausendkorngewicht (TKG) ist das Gewicht von 1.000 Körnern in Gramm; bei Weizen liegt es im Mittel deutscher Saatgutpartien bei rund 49 Gramm, bei den meisten Partien zwischen 39 und 59 Gramm (Julius Kühn-Institut 2018, 5. bis 95. Perzentil).

Es steht auf dem Etikett des Saatgutsacks oder im Analysenzertifikat; fehlt die Angabe, kannst du das Tausendkorngewicht ermitteln, indem du eine Probe abzählst und wiegst. Winterraps kommt nur auf etwa 4 bis 8 Gramm.

Die Saatmenge steigt direkt mit dem TKG: Bei 300 Körnern pro Quadratmeter und 90 Prozent Keimfähigkeit ergeben 40 Gramm 133,3 kg/ha, 45 Gramm schon 150,0 kg/ha. Rechne deshalb immer mit dem TKG deiner aktuellen Charge.

Aussaatstärke-Formel: Wie berechnet man die Saatmenge in kg pro Hektar?

Die Saatmenge in kg/ha ist Körner pro Quadratmeter mal Tausendkorngewicht in Gramm, geteilt durch die Keimfähigkeit in Prozent: 300 × 40 ÷ 90 ergibt 133,3 kg/ha.

Mit Feldaufgang teilst du zusätzlich durch den Feldaufgang in Prozent und multiplizierst mit 100, so rechnet auch die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Die Einheiten kürzen sich dabei zum Faktor 1, ein weiterer Divisor ist nicht nötig.

Für kleine Flächen teilst du durch 10 und erhältst g/m², im Beispiel 13,3 g/m². Gemeint sind keimfähige Körner; TKG und Keimfähigkeit stehen auf dem Saatgutetikett.

Körner pro m² in kg pro ha: Wie rechnet man um?

Du multiplizierst die keimfähigen Körner pro Quadratmeter mit dem Tausendkorngewicht und teilst durch die Keimfähigkeit: 356 Körner, 45 Gramm TKG und 90 Prozent ergeben 178,0 kg/ha.

Die Körnerzahl entnimmst du der Beratungsempfehlung für Kultur und Saattermin.

Feldverluste durch Verschlämmung, Schädlinge oder Frost rechnest du nur über das Feld Feldaufgang ein, nicht zusätzlich in die Körnerzahl: Wer 356 Körner aus 320 gewünschten Pflanzen und 90 Prozent Feldaufgang abgeleitet hat und den Feldaufgang trotzdem einträgt, erhält 197,8 statt 178,0 kg/ha.

Wie hoch ist die Aussaatstärke bei Wintergerste?

Bei 320 keimfähigen Körnern pro Quadratmeter, 55,5 Gramm Tausendkorngewicht und 92 Prozent Keimfähigkeit liegt die Aussaatstärke für Wintergerste bei rund 193,0 kg/ha, also 19,3 g/m².

55,5 Gramm sind das mittlere Tausendkorngewicht von Wintergerste in deutschen Saatgutpartien (Julius Kühn-Institut 2018). Die Referenztabelle nennt bei 90 Prozent Keimfähigkeit eine Spanne von 140 bis 261 kg/ha.

Die Körnerzahl richtet sich nach Sorte, Standort und Saattermin; nimm die Empfehlung deiner Landwirtschaftskammer als Ausgangswert. Übernimm TKG und Keimfähigkeit vom Etikett deiner Partie, denn beide schwanken je Charge spürbar.

Wie viel Aussaatstärke braucht Winterraps pro Hektar?

Winterraps braucht bei 50 Körnern pro Quadratmeter, 5,6 Gramm Tausendkorngewicht und 90 Prozent Keimfähigkeit nur rund 3,1 kg/ha Saatgut, weil das TKG viel kleiner ist als bei Getreide.

5,6 Gramm entsprechen dem mittleren Tausendkorngewicht deutscher Rapspartien (Julius Kühn-Institut 2018).

Die LfL Bayern empfiehlt 40 bis 50 keimfähige Körner pro Quadratmeter für Hybridsorten und 50 bis 60 für Liniensorten, bei später Saat bis zu 20 Körner mehr.

Trage TKG und Keimfähigkeit deiner Sorte oben ein, um die Menge für deine Sätechnik zu berechnen.

Wo finde ich die Keimfähigkeit meines Saatguts?

Die Keimfähigkeit steht auf dem Etikett des Saatgutsacks oder im Analysenzertifikat und gibt an, wie viel Prozent der Körner unter genormten Laborbedingungen innerhalb der vorgeschriebenen Prüfdauer keimen.

Zertifiziertes Getreidesaatgut der Kategorie Z-1 muss nach Anlage 3 der Saatgutverordnung mindestens 85 Prozent (Hafer, Roggen, Triticale) bis 92 Prozent (Gerste, Weichweizen) erreichen. Durch Lagerung sinkt der Wert, bei falscher Lagerung deutlich.

Ist das Etikett alt, hilft ein Keimtest mit 100 Körnern auf feuchtem Küchenpapier. Der Wert wirkt direkt: 85 statt 90 Prozent erhöhen 133,3 auf 141,2 kg/ha.

Ist die Keimfähigkeit dasselbe wie der Feldaufgang?

Nein: Die Keimfähigkeit ist ein Laborwert vom Saatgutetikett, der Feldaufgang der Anteil der keimfähigen Körner, der im Feld tatsächlich als Pflanze aufläuft.

Bodentemperatur, Feuchtigkeit, Saattiefe und Schädlinge senken den Feldaufgang; die LfL Bayern rechnet im Rapsbeispiel mit 80 Prozent.

Im Rechner trägst du die Keimfähigkeit ein und optional den Feldaufgang: Bei 300 Körnern, 40 Gramm TKG und 90 Prozent Keimfähigkeit steigt die Saatmenge mit 90 Prozent Feldaufgang von 133,3 auf 148,1 kg/ha.

Lässt du das Feld leer, rechnet der Rechner mit 100 Prozent Feldaufgang.

Wie berechnet man das Tausendkorngewicht?

Das Tausendkorngewicht berechnest du aus einer gezählten Probe: Gewicht der Körner geteilt durch ihre Anzahl, mal 1.000. Wiegen 500 abgezählte Weizenkörner 24,6 Gramm, liegt das TKG bei 24,6 ÷ 500 × 1.000 = 49,2 Gramm.

In den Daten des Bundessortenamts beruht das TKG auf mindestens 300 gezählten und gewogenen Körnern je Partie (Julius Kühn-Institut 2018); je mehr Körner du zählst, desto weniger fällt ein einzelnes Korn ins Gewicht.

Im Rechner trägst du bei „Eigene Werte“ Gewicht und Anzahl in die Felder „TKG ermitteln“ ein: Mit 290 keimfähigen Körnern pro Quadratmeter und 92 Prozent Keimfähigkeit ergibt die Probe 155,1 kg/ha.

Kontext

Saatstärke berechnen: kg/ha für die Aussaat

Warum das bloße Ergebnis oft nicht reicht — und worauf es in der Praxis ankommt.

Die Saatstärke — also die Menge an Saatgut pro Fläche — ist der zentrale Planungswert für jede Aussaat.

Sie wird in Kilogramm pro Hektar (kg/ha) angegeben und verbindet drei Größen: die gewünschte Bestandsdichte in keimfähigen Körnern pro Quadratmeter, das Tausendkorngewicht (TKG) der konkreten Saatgutcharge und die Keimfähigkeit in Prozent.

Tabellenwerte nennen Durchschnittswerte einer Kultur, berücksichtigen aber weder das TKG der gekauften Charge noch ihre aktuelle Keimfähigkeit – deshalb rechnet der Rechner mit deinen Etikettwerten.

Für Kleinflächenanbau im Garten rechnet der Rechner das Ergebnis zusätzlich in Gramm pro Quadratmeter um, sodass auch Hochbeet- und Beetplanung ohne Hektarumrechnung möglich ist.

Hinweise

TKG Weizen schwankt: Werte vom Saatgutetikett statt Tabellenwert

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Verwende immer das TKG der konkreten Saatgutcharge, nicht einen Sortenmittelwert aus der Literatur. Bei Weizen liegen die meisten Saatgutpartien zwischen 39 und 59 Gramm TKG (Julius Kühn-Institut 2018) — schon 5 Gramm Unterschied verschieben bei 350 Körnern pro Quadratmeter und 92 Prozent Keimfähigkeit die Saatmenge um etwa 19 kg/ha.

Bei Saatgut, das länger gelagert wurde, kann die tatsächliche Keimfähigkeit unter dem Etikettwert liegen. Ein einfacher Keimtest — 100 Körner auf feuchtem Küchenpapier — liefert nach wenigen Tagen einen aktuellen Wert.

Passe den Feldaufgang zusätzlich an den Standort an: Schwere, kalte Böden oder späte Aussaattermine erhöhen die Ausfallrate.

Bei später Saat empfiehlt die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein für Winterweizen 350 bis 380 statt 260 bis 320 keimfähige Körner pro Quadratmeter. Für die zeitliche Planung der Aussaat nutze den Aussaat-Kalender-Rechner.

Für die Ertragsschätzung nach der Aussaat hilft der Gemüsebeet-Ertrag-Rechner. Für Rasenflächen rechnet der Rasensamen-Rechner die Saatmenge in g/m² direkt.

Anwendung

Saatstärke Weizen kg/ha: 12-Hektar-Schlag und Radieschen-Hochbeet

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ein Landwirt plant die Aussaat von Winterweizen auf einem 12-Hektar-Schlag. Laut Saatgutetikett beträgt das TKG 48 Gramm bei 94 Prozent Keimfähigkeit. Weil er spät sät, plant er nach der Empfehlung für Spätsaat 350 keimfähige Körner pro Quadratmeter.

Eingabe im Rechner: 350 Körner/m², TKG 48 g, Keimfähigkeit 94 %. Ergebnis: Saatmenge 178,7 kg/ha, entspricht 17,9 g/m². Für die gesamte Fläche: 178,7 × 12 = 2.144,7 kg Saatgut.

Der Korrekturfaktor beträgt 1,064 — also 6,4 Prozent Mehrbedarf gegenüber theoretisch 100 Prozent Keimfähigkeit. Zweites Beispiel: Eine Gärtnerin möchte auf einem 4 m² großen Hochbeet Radieschen säen.

Empfohlen sind 250 Körner/m², TKG 10 g, Keimfähigkeit 85 %. Ergebnis: 29,4 kg/ha bzw. 2,94 g/m². Für 4 m² benötigt sie rund 11,8 g Saatgut.

Fallstricke

Fehler beim Saatgut berechnen: Formel, TKG und Feldaufgang

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Fehler ist, das TKG und die Keimfähigkeit aus allgemeinen Tabellen statt vom Saatgutetikett der konkreten Charge zu übernehmen. Eine Abweichung von 5 Gramm beim TKG verschiebt die Saatmenge bei 300 Körnern/m² und 90 Prozent Keimfähigkeit um rund 16,7 kg/ha — bei Getreide auf großen Flächen summiert sich das erheblich.

Zweitens wird die Keimfähigkeit mit dem Feldaufgang verwechselt. Die Keimfähigkeit ist ein Laborwert unter optimalen Bedingungen. Der Feldaufgang liegt in der Praxis 5–20 Prozent darunter.

Wer die Saatmenge nur mit der Keimfähigkeit korrigiert, sät tendenziell zu wenig. Drittens vergessen manche, dass die Formel eine Ziel-Bestandsdichte voraussetzt.

Ohne Wissen über die empfohlene Körnerzahl für die konkrete Kultur und den Standort ist die errechnete Saatmenge zwar rechnerisch korrekt, aber pflanzenbaulich nicht sinnvoll.

Viertens wird die Nebenrechnung für g/m² oder kg/Ar versehentlich auch auf die kg/ha-Hauptformel angewendet — das drückt das Ergebnis fälschlich um den Faktor 10 oder 100 nach unten.

Der Umrechnungsfaktor gehört ausschließlich zum Wechsel der Flächeneinheit, nicht in die Grundformel Körner/m² × TKG / Keimfähigkeit.

Nächster Schritt

kg pro Hektar Saatgut je Kultur: das Wichtigste in Kürze

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Aussaatstärke-Rechner ermittelt aus Körnerzahl, TKG und Keimfähigkeit die benötigte Saatmenge in kg/ha, g/m² und kg/Ar.

Die Formel ist ein Standardverfahren im Pflanzenbau und gilt für alle Kulturen — entscheidend sind die korrekten Eingabewerte von der Saatgutcharge. Für die zeitliche Planung der Aussaat eignet sich der Aussaat-Kalender-Rechner, für die Ertragsschätzung der Gemüsebeet-Ertrag-Rechner.

Sämtliche Ergebnisse sind rechnerische Orientierungswerte — der tatsächliche Feldaufgang hängt von Boden, Witterung und Saattechnik ab.

Vertiefung

Beispielrechnungen: Saatstärke Gerste kg/ha, Weizen und Raps

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Praxisbeispiel

Standard-Saatmenge für Getreide

Gewünschte keimfähige Körner pro m²
300
Tausendkorngewicht (TKG)
40
Keimfähigkeit
90

Ergebnis: 133,3 kg/ha Saatmenge

Bei 300 Körnern pro Quadratmeter, 40 g TKG und 90 % Keimfähigkeit werden 133,3 kg Saatgut pro Hektar benötigt. Das entspricht 13,3 g pro Quadratmeter und 1,33 kg pro Ar. Der Korrekturfaktor Keimfähigkeit beträgt 1,111 — also 11,1 % Mehrbedarf gegenüber theoretisch 100 % Keimfähigkeit.

Beispiel 1 · Einfach · 178,7 kg/ha Saatmenge

Winterweizen — hohe Bestandsdichte

Gewünschte keimfähige Körner pro m²
350
Tausendkorngewicht (TKG)
48
Keimfähigkeit
94

Beispiel 2 · Mittel · 171,2 kg/ha Saatmenge

Winterweizen — Spätsaat mit 45 g TKG

Gewünschte keimfähige Körner pro m²
350
Tausendkorngewicht (TKG)
45
Keimfähigkeit
92

Beispiel 3 · Komplex · 167,0 kg/ha Saatmenge

Wintergerste — frühe Aussaat

Gewünschte keimfähige Körner pro m²
320
Tausendkorngewicht (TKG)
48
Keimfähigkeit
92

Beispiel 4 · Komplex · 2,9 kg/ha Saatmenge

Winterraps — geringe Körnerzahl, niedriges TKG

Gewünschte keimfähige Körner pro m²
50
Tausendkorngewicht (TKG)
5
Keimfähigkeit
85

Beispiel 5 · Komplex · 29,4 kg/ha Saatmenge

Radieschen im Hochbeet

Gewünschte keimfähige Körner pro m²
250
Tausendkorngewicht (TKG)
10
Keimfähigkeit
85

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Weiternutzung

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  • Schema der Saatmengenformel: Körner pro m², TKG und Keimfähigkeit ergeben die Saatmenge in kg/ha.

    Saatmengenformel — Eingaben und Ergebnis

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           alt="Schema der Saatmengenformel: Körner pro m², TKG und Keimfähigkeit ergeben die Saatmenge in kg/ha."
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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/garten-natur/obst-gemuese-anbauen/aussaatstaerke-berechnen">Saatmengenformel — Eingaben und Ergebnis auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/garten-natur/obst-gemuese-anbauen/aussaatstaerke-berechnen
  • Balkendiagramm: Saatmengen in kg/ha bei 90 Prozent Keimfähigkeit für Ackerbohne, Sommergerste, Winterweizen, Hafer, Mais und Winterraps im Vergleich.

    Saatmengen verschiedener Kulturen im Vergleich

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           alt="Balkendiagramm: Saatmengen in kg/ha bei 90 Prozent Keimfähigkeit für Ackerbohne, Sommergerste, Winterweizen, Hafer, Mais und Winterraps im Vergleich."
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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/garten-natur/obst-gemuese-anbauen/aussaatstaerke-berechnen">Saatmengen verschiedener Kulturen im Vergleich auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/garten-natur/obst-gemuese-anbauen/aussaatstaerke-berechnen

Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Alle Berechnungen erfolgen ohne Gewähr. Die optimale Saatstärke hängt von Standort, Boden, Witterung und Sorte ab. Für verbindliche Empfehlungen wende dich an die zuständige Landwirtschaftskammer.

Quelle: Saatmengenformel und Saatdichten: Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, LfL Bayern (Landessortenversuche 2021); TKG-Mittel: Heimbach (JKI) 2018; Mindestkeimfähigkeit: Saatgutverordnung, Anlage 3

Stand: 2026-10-26

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
26. Oktober 2026
Fachbereich
Garten & Natur / Obst & Gemüse anbauen
Formeln basieren auf
Saatmenge (kg/ha) = keimfähige Körner/m² × Tausendkornmasse (g) × 100 ÷ (Keimfähigkeit % × Feldaufgang %); Formel der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (Anbautechnik Winterweizen)
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Aussaatstärke. Abgerufen von https://rechner-portal.de/garten-natur/obst-gemuese-anbauen/aussaatstaerke-berechnen

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Aussaatstärke. Available at: https://rechner-portal.de/garten-natur/obst-gemuese-anbauen/aussaatstaerke-berechnen

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