Der häufigste Fehler ist, die Bohrtiefe zu niedrig anzusetzen, weil der tatsächliche Grundwasserstand nicht bekannt ist. Wer auf 5 Meter plant, aber erst bei 10 Metern auf Wasser stößt, zahlt die doppelten Bohrkosten und hat im schlimmsten Fall bereits ein Rammset eingebracht, das so tief nicht reicht.
Ebenso problematisch ist die Wahl eines Rammbrunnen in lehmigem oder steinigem Boden: Das Rammfilterrohr lässt sich dort nicht einbringen, und die gesamte Vorarbeit ist verloren.
Ein dritter Fehler ist, die Amortisation mit unrealistisch hohem Jahresverbrauch schönzurechnen — wer 80 Kubikmeter einträgt, aber tatsächlich nur 20 verbraucht, verschiebt die Rückzahlung von 10 auf über 30 Jahre.
Gleichzeitig ignorieren viele die Genehmigungspflicht und bohren ohne Anzeige bei der Wasserbehörde. Das kann Bußgelder nach sich ziehen und im Nachhinein teurer werden als die Genehmigung selbst.
Ein weiterer Fehler ist, die Pumpenkosten bei einem Hauswasserwerk zu unterschätzen: Das Gerät selbst kostet 350 Euro, aber die Installation mit Saugleitung und Druckkessel kann weitere 100 bis 200 Euro Montagekosten verursachen, die der Rechner nicht abbildet.
Auch die laufenden Stromkosten der Pumpe bleiben im Rechnerergebnis außen vor und verlängern die reale Amortisation.
Wer schließlich die Wasserqualität nicht prüft und das Brunnenwasser zum Bewässern von Salat oder Gemüse verwendet, riskiert eine Nitrat- oder Keimbelastung, die ein einmaliger Labortest für 50 bis 150 Euro aufdecken würde.