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Regenwasser-Abfluss-Rechner: Dachabfluss und Rinne planen

Bau & HandwerkStand Noch keine Bewertung
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Dachtyp (Abflussbeiwert)
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Kurzantwort

Der Rechner übersetzt Dachfläche, Regenspende und Abflussbeiwert in eine planungsnahe Spitzenlast. Damit lassen sich Rinne, Fallrohr und Entwässerung früh auf Plausibilität prüfen.

Dachfläche, Regenspende, Dachtyp und Neigungsfaktor in l/s, Rinnen-Nenngröße

Kilian AchatzFachredaktion Bau & Handwerk
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Apr. 2026)Veröffentlicht: Stand:

Rechenbasis

Annahmen und Grenzen

Was der Rechner voraussetzt und wo seine Aussage endet.

5 Annahmen und 4 Grenzen

Annahmen

  • Berechnet wird jeweils nur die Dachteilfläche, die tatsächlich an dieselbe Rinne oder dasselbe Fallrohr angeschlossen ist.
  • Bundesland, Dachtyp und Dachneigung arbeiten mit typisierten Bemessungswerten für eine frühe Vorplanung der Dachentwässerung.
  • Die Regenspende je Bundesland ist der portalseitig gebildete Median der amtlichen KOSTRA-DWD-2020-Rasterwerte für r(5,5), gerundet auf 10 l/(s·ha) – kein Normwert und kein Standortwert.
  • Die Rinnenempfehlung gilt für halbrunde vorgehängte Rinnen und setzt Längenfaktor und Richtungsänderungsfaktor mit je 1,0 an, weil Rinnenlänge, Gefälle und Ecken nicht abgefragt werden. Das ist der günstigste Fall; die tatsächliche Leistung liegt darunter.
  • Mehrere Ableitungen teilen den Abfluss: Der Rechner verteilt zuerst auf so wenige Fallrohre wie möglich und wählt dann die kleinste Nenngröße, die den Abfluss je Ableitung trägt.

Grenzen

  • Lokale Starkregen-Nachweise, innenliegende Abläufe, Notentwässerung und objektspezifische Detailpunkte an Attiken oder Kehlen sind nicht Teil des Modells.
  • Innerhalb eines Bundeslandes streuen die KOSTRA-Rasterwerte erheblich (bundesweit rund 240 bis 490 l/(s·ha)); rund die Hälfte der Rasterfelder liegt über dem hinterlegten Landesmedian, sodass der Rechner den standortgenauen Bemessungsfall unterschätzen kann.
  • Sobald mehrere Teilflächen unterschiedliche Ablaufwege, Dachtypen oder Sonderanschlüsse haben, sollten sie getrennt gerechnet und anschließend gemeinsam geplant werden.
  • Kastenrinnen, Rinnen mit Laubfangsieb und innenliegende Rinnen sind nicht abgebildet: Eine Kastenrinne trägt bei gleicher Nenngröße weniger als eine halbrunde, ein Laubsieb im Rinnenablauf halbiert die Ablaufleistung.

Stand der Prüfung: Bemessungs-Regenspende r(5,5) gegen die KOSTRA-DWD-2020-Rasterwerte des DWD neu abgeglichen und Rinnen-/Fallrohrstaffel gegen das Abflussvermögen vorgehängter Rinnen nach DIN EN 12056-3 neu aufgebaut, Stand 05.08.2026.

Überblick

Was ist der Regenwasser-Abfluss-Rechner: Dachabfluss berechnen?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Der Regenwasser-Abfluss-Rechner schätzt, welche Wassermenge eine Dachfläche bei der hinterlegten Regenspende tatsächlich abführen muss. Damit wird aus wirksamer Dachfläche, Dachtyp und Dachneigung eine konkrete Vororientierung für Rinnennennweite, Fallrohrgröße und die Zahl der Ableitungen.

Der Dachtyp geht über den Abflussbeiwert ein: Ein glattes Ziegeldach leitet fast das gesamte Wasser ab, ein Gründach speichert dagegen einen Teil und mindert den Spitzenabfluss.

Die Regenspende, je nach Standort und Bemessungsereignis verschieden, bestimmt zusammen mit der wirksamen Dachfläche die Wassermenge in Litern pro Sekunde. Die Dachneigung korrigiert das Ergebnis leicht, weil steileres Wasser schneller abläuft.

Aus diesem Spitzenabfluss wird abgeleitet, ob ein oder zwei Fallrohre nötig sind.

So lässt sich schon in der Planungsphase abschätzen, ob eine einzelne Rinne mit einem Fallrohr ausreicht oder ob die anfallende Wassermenge auf zwei Ableitungen verteilt werden sollte, bevor Material bestellt und die Traufe endgültig festgelegt wird.

Wie viel der Dachtyp ausmacht, zeigt ein Lauf mit 180 m² bei 25 Grad Neigung in Nordrhein-Westfalen: Ziegel rechnet mit Abflussbeiwert 0,9 und ergibt 4,85 l/s, Bitumen mit 0,95 und 5,11 l/s, ein Gründach mit 0,55 und nur 2,96 l/s.

Ziegel und Bitumen brauchen damit zwei Ableitungen, das Gründach kommt mit einer aus – dafür wächst dort die Rinne von Nenngröße 333 auf 400, weil eine einzelne Rinne die gesamten 2,96 l/s allein tragen muss.

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Du gibst die wirksame Dachfläche in m², die Dachneigung in Grad, das Bundesland als Regenspende-Näherung und den Dachtyp als Abflussbeiwert ein. Für belastbare Ergebnisse sollten nur die Flächen gemeinsam gerechnet werden, die tatsächlich an dieselbe Rinne oder dasselbe Fallrohr entwässern.

Häufige Eingabefehler sind Grundriss statt wirksamer Dachfläche, ein gemischter Sammelwert aus Hauptdach, Gaube und Carport sowie die Annahme, das Bundesland ersetze bereits einen objektspezifischen Starkregennachweis.

Achte darauf, wirklich nur die zusammenhängende, zu einer Rinne entwässernde Teilfläche anzusetzen und nicht das gesamte Dach, wenn dieses über mehrere Traufen abläuft.

Bei Gauben, Kehlen oder mehreren Firsten rechnest du jeden Entwässerungsabschnitt besser einzeln durch, weil nur so sichtbar wird, welche Rinne im Starkregen zuerst an ihre Grenze kommt.

Das Bundesland hinterlegt die Bemessungsregenspende r(5,5) und bewegt das Ergebnis spürbar: Nordrhein-Westfalen rechnet mit 330 l/(s·ha), Bayern mit 390 und Mecklenburg-Vorpommern mit 320.

Für dieselben 180 m² Ziegeldach bei 25 Grad sind das 4,85, 5,73 und 4,70 l/s.

Alle drei Fälle brauchen zwei Ableitungen; in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern genügt dafür je eine halbrunde Rinne der Nenngröße 333 mit Fallrohr DN 100, in Bayern wächst sie auf Nenngröße 400 mit DN 120, weil dort schon 2,86 l/s je Ableitung anfallen und die 333er nur 2,68 l/s trägt.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

DIN 1986-100 Bemessungsformel: Qr = r(5,5) × A × C. Dabei ist Qr der Regenabfluss in l/s, r(5,5) die Bemessungsregenspende (l/(s·ha)) für eine 5-Minuten-Regendauer mit 5-jährlicher Wiederkehrzeit, A die angeschlossene Dachfläche in ha und C der Abflussbeiwert.

Der Rechner setzt diese Formel direkt um. Klartextformel: Spitzenabfluss in l/s = wirksame Dachfläche × Regenspende × Abflussbeiwert × Neigungsfaktor ÷ 10.000.

Ziegel-, Bitumen- und Gründächer erhalten unterschiedliche Abflussbeiwerte; die Dachneigung geht als Projektionsfaktor ein, der den Wert mit steigender Neigung nach unten korrigiert, weil die Bemessung auf der waagerechten Projektion der Dachfläche beruht.

Der Spitzenabfluss steigt also linear mit der wirksamen Dachfläche und der Regenspende, während ein niedriger Abflussbeiwert wie beim Gründach ihn spürbar dämpft.

Beispiel: 160 m² Dachfläche mit 390 l/(s·ha), Ziegeldach bei Beiwert 0,9 und einem Neigungsfaktor von 0,82 für 35 Grad ergeben rund 4,60 l/s.

Aus diesem Spitzenwert leitet der Rechner die Orientierung für Rinnennennweite, Fallrohr und Zahl der Ableitungen ab. Abflussbeiwert der drei Dachtypen: Ziegel 0,90, Bitumen 0,95 und Gründach 0,55, woraus bei 180 m² Dachfläche in NRW 4,85, 5,11 beziehungsweise 2,96 l/s Spitzenabfluss werden Weil der Abfluss linear mit der Regenspende wächst, verschiebt der Wechsel in eine regenärmere Zone den Wert unmittelbar mit – bei 290 l/(s·ha) für Hamburg würden aus den 4,60 l/s im Beispiel also rund 3,42 l/s.

Beide Werte tragen noch von einer einzigen Rinne der Nenngröße 400 mit einem Fallrohr DN 120; die Grenze liegt bei 4,63 l/s, dem Abflussvermögen dieser größten im Rechner hinterlegten Nenngröße.

Darüber teilt der Rechner den Abfluss auf mehrere Ableitungen auf, denn nicht das Fallrohr, sondern die Rinne ist der Engpass: Eine halbrunde Rinne der Nenngröße 333 fasst 2,68 l/s, während das zugehörige Fallrohr DN 100 am Rinnenablauf 4,5 l/s abführen könnte.

Formel für den Regenwasser-Abfluss nach DIN 1986-100 aus Abflussbeiwert, Regenspende und Fläche.
Abflussbeiwerte: Dach 0,9–1,0, Pflaster 0,5–0,7, Rasen 0,05–0,2. Der Rechner projiziert geneigte Dachflächen intern auf die Horizontale.

Nachschlagen

Regenwasser-Abflussmengen nach Regenspende, Fläche und Abflussbeiwert

Die Abflussmenge Q (L/s) ergibt sich aus: Q = r × A × C / 10.000. Dabei ist r die Regenspende in L/(s·ha), A die Dachfläche in m² und C der dimensionslose Abflussbeiwert. Grundlage: DIN 1986-100.

Abflussmenge (L/s) nach Regenspende, Dachfläche und Abflussbeiwert C
Dachfläche (m²)Abflussbeiwert CDachtypr = 250 L/(s·ha)r = 300 L/(s·ha)r = 350 L/(s·ha)r = 400 L/(s·ha)
500,90Ziegeldach, geneigt1,131,351,581,80
500,95Bitumendach1,191,431,661,90
500,55Extensives Gründach0,690,830,961,10
1000,90Ziegeldach, geneigt2,252,703,153,60
1000,95Bitumendach2,382,853,333,80
1000,55Extensives Gründach1,381,651,932,20
1500,90Ziegeldach, geneigt3,384,054,735,40
1500,95Bitumendach3,564,284,995,70
1500,55Extensives Gründach2,062,482,893,30
2000,90Ziegeldach, geneigt4,505,406,307,20
2000,95Bitumendach4,755,706,657,60
2000,55Extensives Gründach2,753,303,854,40

Quelle: DIN 1986-100:2016-12 – Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke; maßgebendes Bemessungsereignis ist r(5,5), also 5 Minuten Regendauer bei 5 Jahren Wiederkehrzeit. Die Spalte „Abflussbeiwert C“ zeigt die drei im Rechner hinterlegten Dachtypen. DIN 1986-100 Tabelle 9 differenziert daneben feiner: Kiesschüttung C = 0,8, extensive Begrünung C = 0,4 ab 10 cm Aufbaudicke, 0,5 darunter und 0,7 ab mehr als 5° Neigung, intensive Begrünung ab 30 cm C = 0,2. Der Spaltenbereich 250 bis 400 L/(s·ha) deckt die in Deutschland üblichen Regenspenden ab; den standortgenauen Wert liefern die KOSTRA-DWD-2020-Rasterwerte des DWD. — Welche Rinne die berechnete Menge trägt, sagt das Abflussvermögen vorgehängter halbrunder Rinnen nach DIN EN 12056-3 (QL = Nenn-Abflussvermögen QN × Sicherheitsfaktor 0,9, Nenngrößen nach DIN EN 612). Je Ableitung gilt: NG 200 = 0,59 L/s (Fallrohr DN 60) · NG 250 = 1,12 L/s (DN 80) · NG 280 = 1,70 L/s (DN 80) · NG 333 = 2,68 L/s (DN 100) · NG 400 = 4,63 L/s (DN 120). Die Nenngröße bezeichnet den Zuschnitt des Rinnenblechs, nicht den Durchmesser. Diese Werte gelten ohne Längen- und Richtungsabschlag; eine lange, gefällelose oder mehrfach abgewinkelte Rinne trägt weniger, ein Laubfangsieb im Rinnenablauf halbiert die Ablaufleistung. Reicht die größte Nenngröße nicht, wird der Abfluss auf mehrere Ableitungen aufgeteilt – jede Teilrinne führt dann nur den Strom zu ihrem eigenen Fallrohr.

Bemessungs-Regenspende r(5,5) nach Bundesland

Der Rechner hinterlegt je Bundesland einen Landesmedian der amtlichen KOSTRA-DWD-2020-Rasterwerte für das Bemessungsereignis r(5,5) – 5 Minuten Regendauer, 5 Jahre Wiederkehrzeit. Wer die Regenspende für ein anderes Bundesland oder zum Vergleich nachschlagen will, findet die im Rechner verwendeten Werte hier gesammelt.

Im Rechner hinterlegte Bemessungs-Regenspende r(5,5) je Bundesland
Bundeslandr(5,5) in L/(s·ha)Quelle
Baden-Württemberg380KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian
Bayern390KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian
Berlin350KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian
Brandenburg380KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian
Bremen350KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian
Hamburg290KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian
Hessen350KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian
Mecklenburg-Vorpommern320KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian
Niedersachsen360KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian
Nordrhein-Westfalen330KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian
Rheinland-Pfalz360KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian
Saarland350KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian
Sachsen390KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian
Sachsen-Anhalt350KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian
Schleswig-Holstein310KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian
Thüringen380KOSTRA-DWD-2020, Landesmedian

Werte identisch mit der Regenspende-Zuordnung der Rechenfunktion (lib/calculators/bau-handwerk/shared.ts, Fall „regenwasser-abfluss-rechner“). Es handelt sich um einen portalseitig gebildeten Median je Bundesland aus dem 5×5-km-Raster von KOSTRA-DWD-2020 (Rn_KOSTRA-DWD-2020_D00005_T005), keinen Normwert: Innerhalb eines Bundeslandes streuen die Rasterzellen erheblich, allein in Baden-Württemberg von 293 bis 490 L/(s·ha). Bundesweit reichen die Rasterwerte von rund 240 bis 490 L/(s·ha). Für den rechtssicheren Nachweis nach DIN 1986-100 ist stets der standortgenaue KOSTRA-Rasterwert des Deutschen Wetterdienstes anzusetzen, nicht der hier gezeigte Landesmedian.

Ausblick

Klimawandel und Starkregen: Wie sich die Bemessungsgrundlage entwickelt

Was sich zum Jahres- oder Periodenwechsel ändert – mit Datumsstempel und Herkunft.

  • Seit dem 1. Januar 2023 gilt bundesweit der Datensatz KOSTRA-DWD-2020 mit Bezugszeitraum 1951–2020; gegenüber der Vorgängerfassung KOSTRA-DWD-2010 sind die Starkregenwerte an vielen Rasterpunkten spürbar gestiegen, weshalb der Rechner ausschließlich auf KOSTRA-DWD-2020 aufsetzt.
  • Nach Einschätzung der Länderarbeitsgemeinschaft KLIWA soll sich ein Starkregenereignis, das Ende des 20. Jahrhunderts im Schnitt alle 10 Jahre auftrat, bis Ende des 21. Jahrhunderts je nach Region auf eine Wiederkehrzeit von nur noch 3 bis 9 Jahren verkürzen.
  • Die im Rechner hinterlegten Landesmediane sind eine Momentaufnahme der KOSTRA-DWD-2020-Rasterwerte; bei der nächsten turnusmäßigen DWD-Aktualisierung ist mit weiter steigenden Regenspenden zu rechnen, wer heute plant, sollte deshalb eher zur nächsthöheren Rinnen- und Fallrohrstufe tendieren statt exakt auf Kante zu dimensionieren.

Stand: 24.09.2026 · Quelle: KLIWA – Klimaveränderung und Wasserwirtschaft, Kurzbericht 2024 „Zukünftige Entwicklung von Starkregen“; Deutscher Wetterdienst, KOSTRA-DWD-2020

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Regenwasser-Abfluss-Rechner: Dachabfluss berechnen

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Wie berechnet man den Regenwasserabfluss von einer Dachfläche?

Der Regenwasserabfluss folgt der Formel Q = r(5,5) × A × C ÷ 10.000. Dabei ist Q der Abfluss in l/s, r(5,5) die Bemessungs-Regenspende in l/(s·ha), A die waagerecht projizierte Dachfläche in m² und C der dimensionslose Abflussbeiwert des Dachbelags.

DIN 1986-100 verlangt für Dachrinnen und Regenfallleitungen ein Bemessungsereignis von 5 Minuten Regendauer und 5 Jahren Wiederkehrzeit; genau das bezeichnet die Schreibweise r(5,5).

Für ein Ziegeldach von 100 m² in Nordrhein-Westfalen rechnet der Rechner mit 330 l/(s·ha) und C = 0,90 und kommt ohne Neigungsabzug auf Q = 2,97 l/s.

Bei geneigten Dächern multipliziert er zusätzlich mit dem Kosinus der Dachneigung, weil nur die waagerechte Projektion Niederschlag auffängt: dieselben 100 m² bei 25 Grad ergeben 2,69 l/s.

Aus dem Spitzenabfluss leitet der Rechner Rinnennennweite, Fallrohrgröße und Ableitungszahl ab. Die Fläche wird in Quadratmetern eingesetzt, der Divisor 10.000 rechnet die Regenspende von Hektar auf Quadratmeter um.

Entsprechend gilt: 330 l/(s·ha) sind 0,033 l/(s·m²).

Was ist der Abflussbeiwert und wie hoch ist er für verschiedene Dachtypen?

Der Abflussbeiwert C ist eine dimensionslose Kennzahl dafür, welcher Anteil des Niederschlags tatsächlich als Abfluss an der Rinne ankommt. Er erfasst Rückhalt, Verdunstung und Zwischenspeicherung auf der Dachfläche.

Der Rechner hinterlegt drei Dachtypen: Ziegel mit C = 0,90, Bitumen mit C = 0,95 und ein extensives Gründach mit C = 0,55.

DIN 1986-100 staffelt begrünte Dächer in Tabelle 9 feiner: extensive Begrünung ab 10 cm Aufbaudicke liegt bei 0,4, unter 10 cm bei 0,5 und ab mehr als 5 Grad Dachneigung bei 0,7; intensive Begrünung ab 30 cm erreicht 0,2.

Der Rechner fasst diese Fälle zu einem mittleren Wert von 0,55 zusammen.

Wie stark C wirkt, zeigt ein Lauf mit 180 m² bei 25 Grad Neigung in Nordrhein-Westfalen: Ziegel ergibt 4,85 l/s, Bitumen 5,11 l/s, das Gründach nur 2,96 l/s – rund 58 Prozent des Bitumen-Werts.

Ziegel und Bitumen brauchen damit zwei Ableitungen mit je einer halbrunden Rinne der Nenngröße 333, das Gründach kommt mit einer einzigen Ableitung aus, die dann aber Nenngröße 400 verlangt. C geht linear in den Spitzenabfluss ein.

Gilt der Rechner auch für die Dachentwässerung von Flachdächern?

Nur eingeschränkt: Der Rechner akzeptiert Dachneigungen ab 0 Grad und rechnet ein taufreies Flachdach technisch korrekt durch, legt dabei aber durchweg vorgehängte halbrunde Rinnen nach DIN EN 12056-3 zugrunde.

Ein 200 m² großes Flachdach mit Bitumenabdichtung ergibt in Nordrhein-Westfalen bei 0 Grad Neigung 6,27 l/s und damit eine halbrunde Rinne der Nenngröße 400 mit zwei Fallrohren DN 120.

Echte Flachdächer entwässern in der Praxis aber meist über innenliegende Abläufe statt über eine vorgehängte Traufrinne, und DIN 1986-100 verlangt für sie zusätzlich eine rechnerisch nachgewiesene Notentwässerung für den Fall, dass der Hauptablauf verstopft oder überlastet ist – beides bildet der Rechner nicht ab.

Auch der für bekiestes Flachdach übliche Abflussbeiwert C = 0,8 nach DIN 1986-100 Tabelle 9 steht nicht zur Auswahl; hinterlegt sind nur Ziegel, Bitumen und Gründach.

Für die Vorplanung eines geneigten Blech- oder Bitumendachs mit Außenrinne ist das Ergebnis brauchbar, für ein echtes Flachdach mit Kiesschüttung und Notentwässerung braucht es dagegen einen Fachplaner nach DIN EN 12056-3.

Wie viel Liter Regenwasser fallen pro Quadratmeter Dachfläche?

Die Menge hängt vom Standort und vom Betrachtungszeitraum ab. Im Jahresmittel fallen in Deutschland etwa 600 bis 1.200 Liter je Quadratmeter. Für die Dachentwässerung zählt aber nicht die Jahressumme, sondern die Intensität eines kurzen Starkregens.

Die Bemessungs-Regenspende r(5,5) liegt nach KOSTRA-DWD-2020 bundesweit zwischen rund 240 und 490 l/(s·ha), im Mittel der Rasterfelder bei etwa 363 l/(s·ha).

Umgerechnet sind das 0,024 bis 0,049 l/(s·m²) oder 86 bis 176 Liter je Quadratmeter und Stunde. Auf 100 m² Dachfläche treffen in der Spitze also 2,4 bis 4,9 l/s.

Der Abflussbeiwert mindert davon den tatsächlichen Abfluss: Ein Gründach mit C = 0,55 leitet in Nordrhein-Westfalen von theoretisch 3,3 l/s nur 1,82 l/s weiter.

Eine Jahressumme von 800 Litern je Quadratmeter sagt deshalb nichts über die nötige Rinnengröße aus. Der Rechner arbeitet je Bundesland mit einem Medianwert; für die konkrete Planung sind örtliche Regenspende und Abflussbeiwert gemeinsam maßgeblich.

Wie dimensioniere ich Dachrinne und Fallrohr nach der Dachentwässerungsberechnung?

Dachrinne und Fallrohr werden nach dem berechneten Spitzenabfluss Q in l/s dimensioniert.

Maßgebend ist das Abflussvermögen vorgehängter halbrunder Rinnen nach DIN EN 12056-3: Es ergibt sich aus dem genormten Nenn-Abflussvermögen QN mal dem Sicherheitsfaktor 0,9.

Je Ableitung trägt die Nenngröße 200 damit 0,59 l/s, NG 250 1,12 l/s, NG 280 1,70 l/s, NG 333 2,68 l/s und NG 400 4,63 l/s. Die Nenngröße nach DIN EN 612 bezeichnet den Zuschnitt des Rinnenblechs, nicht den Durchmesser.

Das Fallrohr folgt der Rinne: NG 200 erhält DN 60, NG 250 und 280 erhalten DN 80, NG 333 ein DN 100 und NG 400 ein DN 120.

Reicht die größte Nenngröße nicht, verteilt der Rechner den Abfluss auf mehrere Ableitungen, weil jede Teilrinne nur den Strom zu ihrem eigenen Fallrohr führt.

Ein Ziegeldach mit 180 m² bei 25 Grad in Nordrhein-Westfalen kommt auf 4,85 l/s und damit auf zwei Ableitungen mit NG 333 und DN 100.

Wie viel Quadratmeter Dachfläche kommen auf ein Fallrohr?

Begrenzend ist nicht das Fallrohr, sondern die Rinne, an der es hängt.

Eine halbrunde Rinne der Nenngröße 333 mit Fallrohr DN 100 trägt 2,68 l/s; bei einem Ziegeldach ohne Neigungsabzug entspricht das rund 90 m² in Nordrhein-Westfalen mit 330 l/(s·ha) und nur noch etwa 76 m² in Bayern oder Sachsen mit 390 l/(s·ha).

Die nächstgrößere Rinne NG 400 mit DN 120 schafft 4,63 l/s und damit rund 155 beziehungsweise 131 m². Nach unten decken NG 280 mit DN 80 etwa 57 m² und NG 250 mit DN 80 rund 37 m² ab, jeweils auf dieselbe nordrhein-westfälische Basis gerechnet.

Der Abflussbeiwert wirkt zusätzlich: Ein Gründach mit C = 0,55 zählt abflusstechnisch nur wie 55 m² je 100 m² Dachfläche, sodass dieselbe Rinne dort deutlich mehr Dach abdeckt.

Bei laubreicher Umgebung gehört Reserve in die Planung, denn ein Laubfangsieb im Rinnenablauf halbiert die Ablaufleistung. Zur Umrechnung: 330 l/(s·ha) entsprechen 0,033 l/(s·m²).

Was ist ein Einhangstutzen und welchen Einfluss hat er auf die berechnete Rinnengröße?

Ein Einhangstutzen ist das Verbindungsstück, mit dem ein Fallrohr von unten in den Ablauf einer Dachrinne eingehängt wird, meist um einen Nenngrößen- oder Formsprung zwischen Rinne und Rohr auszugleichen.

Der Rechner setzt bei allen fünf Rinnenstufen die Kombinationsleistung ohne Einhangstutzen an, weil DIN EN 12056-3 dafür durchweg höhere Abflusswerte ausweist als für Übergänge mit eingehängtem Stutzen: Eine halbrunde Rinne der Nenngröße 333 trägt so 2,68 l/s je Ableitung, der zugehörige Ablauf mit Einhangstutzen käme auf einen niedrigeren Wert.

Ist am geplanten Ablauf tatsächlich ein Einhangstutzen vorgesehen, unterschätzt der angezeigte Wert die nötige Reserve, und es lohnt sich, in DIN EN 12056-3 Tabelle 8 die Spalte „mit Einhangstutzen“ für die konkrete Nenngröße nachzuschlagen oder testweise die nächstgrößere Rinnenstufe im Rechner anzusetzen.

Bei einem glatten Rinnenablauf ohne zusätzliches Formstück gilt der berechnete Wert dagegen direkt.

Warum unterscheidet der Regenwasser-Abfluss-Rechner nach Bundesland?

Der Rechner unterscheidet nach Bundesland, weil die Bemessungs-Regenspende r(5,5) regional erheblich streut.

Anders als oft vermutet liegt dabei der Süden vorn: Nach KOSTRA-DWD-2020 erreichen Bayern und Sachsen im Landesmedian rund 390 l/(s·ha), Baden-Württemberg, Brandenburg und Thüringen 380, während Hamburg mit 290 und Schleswig-Holstein mit 310 die niedrigsten Werte tragen.

Kurze Starkregen entstehen konvektiv und fallen im Binnenland und im Süden heftiger aus als an der Küste. Bei 150 m² Dachfläche ohne Neigungsabzug ergibt das in Hamburg 3,92 l/s, in Bayern dagegen 5,27 l/s.

Der Rechner hinterlegt alle 16 Bundesländer; Nordrhein-Westfalen liegt mit 330 l/(s·ha) im unteren Mittelfeld.

Die hinterlegten Zahlen sind portalseitige Landesmediane aus dem 5-Kilometer-Raster des Deutschen Wetterdienstes, keine Normwerte: Bundesweit reichen die Rasterwerte von etwa 240 bis 490 l/(s·ha), allein in Baden-Württemberg von 293 bis 490.

Für den Nachweis nach DIN 1986-100 ist der standortgenaue KOSTRA-Rasterwert anzusetzen.

Sollte ich Anbau, Carport oder Gaube beim Dachabfluss separat berechnen?

Anbau, Carport oder Gaube gehören separat gerechnet, sobald sie einen eigenen Ablaufweg haben oder ein anderes Material tragen.

Die Gesamtfläche des Gebäudes ist für die Hauptrinne nur dann maßgebend, wenn wirklich alle Teilflächen dorthin entwässern.

Ein Carport mit glattem Blech- oder Bitumendach liegt beim Abflussbeiwert bei 0,95, ein Haupthaus mit Gründach bei 0,55 und ein Ziegeldach bei 0,90 — bei gleicher Fläche unterscheidet sich der Abfluss dadurch fast um den Faktor zwei.

Getrennte Läufe im Rechner sind deshalb aussagekräftiger als eine gemittelte Gesamtzahl, weil jeder Ablaufstrang nach DIN EN 12056-3 einzeln zu bemessen ist.

Zudem können verschiedene Entwässerungsbereiche unterschiedliche Anschlüsse an Kanal oder Versickerung haben, was getrennte Nachweise nach DIN 1986-100 verlangt.

Bei Gauben benötigen Wangen und Gaubendach oft einen eigenen kleinen Ablaufstrang, der gesondert zu dimensionieren ist.

Die Regenspende r(5,5) ist für alle Teilflächen eines Standorts identisch; nur Fläche, Neigung und Abflussbeiwert unterscheiden sich je Strang.

Was bildet der Regenwasser-Abfluss-Rechner nicht ab, und wann brauche ich einen Fachplaner?

Der Rechner ist ein Vorplanungswerkzeug und ersetzt keinen Nachweis. Nicht enthalten sind Notentwässerung und Überlastfälle, innenliegende Flachdachabläufe, Kehlen und Kehlrinnen sowie Sonderpunkte an Attiken und Dachterrassen.

Die wichtigste Einschränkung betrifft die Regenspende: Hinterlegt ist ein Median je Bundesland, während DIN 1986-100 den standortgenauen KOSTRA-Rasterwert verlangt.

Da rund die Hälfte der Rasterfelder eines Landes über diesem Median liegt, kann der angezeigte Abfluss den tatsächlichen Bemessungsfall unterschätzen.

Für genehmigungspflichtige oder größere Gebäude ab etwa 200 m² Dachfläche sollte deshalb ein Fachplaner die Bemessung nach DIN EN 12056-3 und DIN 1986-100 vollständig führen.

Bei Flachdächern ist die Notentwässerung verbindlich nachzuweisen; maßgebend ist dort der Jahrhundertregen r(5,100), der deutlich über dem Wert dieses Rechners liegt.

Unberücksichtigt bleibt außerdem die Versickerung auf dem Grundstück, die viele Kommunen zusätzlich zum Kanalanschluss verlangen. Für die erste Orientierung genügt es, Dachfläche, Neigung und Dachtyp sauber zu wählen.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Als Praxisbeispiel: Bei 160 m² Ziegeldach in Bayern mit Dachneigung 35° und Regenspende 390 l/(s·ha) zeigt das Ergebnis: Spitzenabfluss ≈ 4,6 l/s. Das bedeutet fachlich: Dieser Wert liegt knapp unter 4,63 l/s, dem Abflussvermögen einer halbrunden Rinne der Nenngröße 400 – eine einzelne Ableitung mit Fallrohr DN 120 genügt also gerade noch.

Als nächsten Schritt wählst du mit Hamburg das Bundesland mit der niedrigsten hinterlegten Regenspende von 290 l/(s·ha) und siehst, wie der Abfluss auf rund 3,4 l/s fällt und damit deutlich mehr Reserve in derselben Rinne bleibt.

Ein zweiter aufschlussreicher Vergleich ist der Dachtyp: Tauschst du in der Eingabe das Ziegeldach gegen ein Gründach mit deutlich niedrigerem Abflussbeiwert, sinkt der Spitzenabfluss auf rund 2,8 l/s, weil die Substratschicht einen Teil des Wassers zwischenspeichert und verzögert abgibt.

So erkennst du, dass nicht nur die Fläche, sondern auch der Belag über die nötige Rinnengröße entscheidet. Abflussvermögen halbrunder Rinnen je Ableitung: NG 200 trägt 0,59 l/s mit Fallrohr DN 60, NG 250 1,12 l/s, NG 280 1,70 l/s, NG 333 2,68 l/s mit DN 100 und NG 400 4,63 l/s mit DN 120 Notiere dir die beiden Grenzwerte – den Abfluss bei normaler und bei Starkregenspende – und lege die Entwässerung nach dem höheren der beiden Werte aus, damit die Rinne auch im seltenen, aber kritischen Ereignis nicht überläuft.

Für ein Einfamilienhaus mit 150–200 m² Dachfläche in Bayern bei 25 Grad Neigung: Ein Ziegeldach bei 390 l/(s·ha) ergibt 4,77–6,36 l/s und braucht durchweg zwei Ableitungen — bei 150 m² reicht dafür Nenngröße 333 mit DN 100, bei 200 m² wächst sie auf 400 mit DN 120.

Ein Gründach senkt den Abfluss auf 2,92–3,89 l/s; das bleibt eine einzelne Ableitung, verlangt dann aber über den ganzen Bereich Nenngröße 400.

Die reine Regenwassermenge in Litern (mm × m², ohne Abflussbeiwert) und die DWD-Warnstufe je Zeitraum berechnet der Regenmenge-Rechner: mm Regen in Liter pro m².

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ausgangslage: Bernd plant ein Neubaudach (Ziegeldach, 180 m², Dachneigung 30°, Standort Niedersachsen). Er muss Rinne und Fallrohr dimensionieren.

Eingaben: Dachfläche = 180 m², Neigung = 30°, Bundesland = Niedersachsen (Regenspende 360 l/(s·ha)), Dachtyp = Ziegel (Beiwert 0,9). Der Rechner ergibt: Spitzenabfluss = 180 × 360 × 0,9 × 0,866 ÷ 10.000 = 5,05 l/s.

Empfehlung: halbrunde Rinne der Nenngröße 333, Fallrohr DN 100, 2 Ableitungen. Je Ableitung sind das 2,53 l/s, die 333er Rinne trägt 2,68 l/s.

Bernd entscheidet: 2 Fallrohre an beiden Traufenden einplanen – Mehrkosten ca. 80 € für das zweite Fallrohr, vermeidet aber spätere Überlaufreparaturen.

Um seine Entscheidung abzusichern, rechnet Bernd dasselbe Dach anschließend mit der höchsten im Rechner hinterlegten Regenspende durch und wählt testweise Bayern mit 390 l/(s·ha).

Der Spitzenabfluss steigt dabei auf 180 × 390 × 0,9 × 0,866 ÷ 10.000 = 5,47 l/s – je Ableitung 2,74 l/s und damit knapp über die 2,68 l/s der 333er Rinne, weshalb der Rechner dort auf Nenngröße 400 mit Fallrohr DN 120 wechselt.

Damit bestätigt sich, dass die zwei geplanten Ableitungen keine Überdimensionierung sind, sondern die Reserve für genau die Wetterlagen liefern, die in den letzten Jahren häufiger geworden sind.

Der Rinnenwert gilt zudem ohne Längenabschlag – bei einer langen, gefällelosen Traufe bleibt weniger übrig, was Bernds Entscheidung für die zweite Ableitung zusätzlich stützt.

Bernd hält die beiden Ergebnisse – Normalfall rund 5,1 l/s und regenreiche Zone rund 5,5 l/s – schriftlich fest, damit der Dachdecker die Fallrohre von Anfang an passend einplant und keine nachträgliche und teure Kernbohrung durch die bereits fertige Dachkonstruktion nötig wird. Bernd dimensioniert Rinne und 2 Fallrohre für 180 m² Neubaudach

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Schieflagen entstehen meist dadurch, dass mehrere Dachflächen mit unterschiedlichen Ablaufwegen zusammengeworfen werden, der Dachtyp beim Abflussbeiwert übersehen wird und die Regenspende des Bundeslands scheinbar bereits jeden lokalen Starkregenfall vollständig abdeckt. Ebenso wird häufig nur auf die Rinnengröße geschaut, obwohl die Zahl der Fallrohre und die Aufteilung der wirksamen Dachfläche den Engpass oft früher bestimmen.

Für die Kernfrage dieses Rechners müssen Dachfläche, Dachtyp, Regenspende und Ablaufaufteilung zusammen bewertet werden; sonst wirkt der Spitzenabfluss rechnerisch harmlos, obwohl eine einzelne Rinne oder ein einzelnes Fallrohr im realen Ereignis zu knapp ausgelegt wäre.

Ein weiterer Trugschluss ist, die Regenspende des Bundeslands als feste Größe zu behandeln, obwohl sie je nach Bemessungsereignis stark schwankt: Das Ergebnis für einen Alltagsregen unterscheidet sich deutlich vom Wert für ein Jahrhundertereignis, für das die Entwässerung eigentlich ausgelegt sein sollte.

Wer nur mit dem niedrigen Standardwert plant, erhält eine scheinbar ausreichende Dimensionierung, die beim ersten heftigen Gewitterregen bereits an ihre Grenze stößt.

Für Flachdächer (Abflussbeiwert C = 0,8 bei bekiestem Flachdach nach DIN 1986-100 Tabelle 9, C = 0,55 bei extensiv begrüntem Dach wie im Rechner) und innenliegende Abläufe nach DIN EN 12056-3 gelten andere Regeln als für geneigte Außenentwässerung — der Rechner ist auf Steildach-Entwässerung mit vorgehängter halbrunder Rinne ausgelegt; bei Flachdächern empfiehlt sich ein Fachplaner.

Ein weiterer verbreiteter Irrtum betrifft den Engpass selbst: Nicht das Fallrohr begrenzt die Entwässerung, sondern fast immer die Rinne.

Eine halbrunde Rinne der Nenngröße 333 trägt 2,68 l/s, das zugehörige Fallrohr DN 100 dagegen 4,5 l/s — wer nur die Fallrohrgröße prüft, übersieht den eigentlichen Flaschenhals.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Regenwasser-Abfluss-Rechner setzt Dachfläche, Dachtyp, Bundesland und Neigung in eine orientierende Spitzenabflussmenge um und leitet daraus Rinnenempfehlung, Fallrohrgröße und Ablaufanzahl ab.

Das Ergebnis hilft, Dachentwässerung frühzeitig zu dimensionieren und die Wahl zwischen 1 oder 2 Fallrohren auf einer fundierten Zahlenbasis zu treffen.

Als nächsten Schritt gibst du die Dachfläche mit normaler und erhöhter Regenspende ein und entscheidest, ob die geplante Entwässerung auch im Starkregenereignis sicher ausgelegt ist.

So verwandelt der Rechner die schwer greifbare Frage nach der richtigen Rinnen- und Fallrohrgröße in zwei konkrete Abflusswerte für Normal- und Starkregen und schafft damit eine belastbare Grundlage, um die Dachentwässerung mit Reserve statt auf Kante zu planen.

Der wirksamste Hebel ist dabei nicht der Standort, sondern die Dachhaut: Ein Gründach halbiert den Spitzenabfluss gegenüber Bitumen fast und spart im Beispiel ein komplettes Fallrohr — mehr, als der Unterschied zwischen der nassesten und der trockensten Region hergibt.

Weniger Ableitungen heißt allerdings nicht automatisch weniger Material: Trägt eine einzige Rinne den gesamten Abfluss, fällt sie eine Nenngröße größer aus als zwei geteilte Läufe.

Den Rinnendurchmesser und die Anzahl der Fallrohre planst du anschließend im Dachrinnen-Rechner.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Abfluss 4,77 l/s – halbrunde Rinne Nenngröße 333 mit 2 Fallrohren DN 100

Wohnhausdach in regenstarker Lage

Dachfläche
150 m²
Dachneigung
25°
Standort (Bundesland)
Bayern
Dachtyp (Abflussbeiwert)
Ziegel (C = 0,90)

Beispiel 2 · Mittel · Abfluss 1,58 l/s – halbrunde Rinne Nenngröße 280 mit 1 Fallrohr DN 80

Gründach-Teilfläche

Dachfläche
90 m²
Dachneigung
15°
Standort (Bundesland)
Nordrhein-Westfalen
Dachtyp (Abflussbeiwert)
Gründach (C = 0,55)

Beispiel 3 · Komplex · Abfluss 1,55 l/s – halbrunde Rinne Nenngröße 280 mit 1 Fallrohr DN 80

Carport mit Bitumendach

Dachfläche
42 m²
Dachneigung
5°
Standort (Bundesland)
Bayern
Dachtyp (Abflussbeiwert)
Bitumen (C = 0,95)

Beispiel 4 · Komplex · Abfluss 6,27 l/s – halbrunde Rinne Nenngröße 400 mit 2 Fallrohren DN 120

Flachdach mit Bitumenabdichtung

Dachfläche
200 m²
Dachneigung
0°
Standort (Bundesland)
Nordrhein-Westfalen
Dachtyp (Abflussbeiwert)
Bitumen (C = 0,95)

Beispiel 5 · Komplex · Abfluss 3,46 l/s – halbrunde Rinne Nenngröße 400 mit 1 Fallrohr DN 120

Gründach in Hamburg

Dachfläche
220 m²
Dachneigung
10°
Standort (Bundesland)
Hamburg
Dachtyp (Abflussbeiwert)
Gründach (C = 0,55)

Beispiel 6 · Komplex · Abfluss 7,86 l/s – halbrunde Rinne Nenngröße 400 mit 2 Fallrohren DN 120

Steiles Bitumendach in Sachsen

Dachfläche
300 m²
Dachneigung
45°
Standort (Bundesland)
Sachsen
Dachtyp (Abflussbeiwert)
Bitumen (C = 0,95)

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Weiternutzung

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  • Bei 180 m² Ziegeldach ergibt sich 5,05 l/s Spitzenabfluss. Mit 2 Fallrohren (Mehrkosten ca. 80 €) vermeidet Bernd spätere Überlaufreparaturen.

    Regenwasser-Abfluss Praxis: Bernd plant 2 Fallrohre für sein Neubaudach

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           alt="Bei 180 m² Ziegeldach ergibt sich 5,05 l/s Spitzenabfluss. Mit 2 Fallrohren (Mehrkosten ca. 80 €) vermeidet Bernd spätere Überlaufreparaturen."
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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/regenwasser-abfluss-rechner">Regenwasser-Abfluss Praxis: Bernd plant 2 Fallrohre für sein Neubaudach auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/regenwasser-abfluss-rechner
  • Der Rechner kennt genau drei Dachtypen: Ziegel mit Abflussbeiwert 0,90, Bitumen mit 0,95 und Gründach mit 0,55. Bei 180 m² Dachfläche in Nordrhein-Westfalen ergeben sich daraus 4,85, 5,11 beziehungsweise 2,96 Liter pro Sekunde Spitzenabfluss.

    Abflussbeiwert ψ nach Dachtyp

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           alt="Der Rechner kennt genau drei Dachtypen: Ziegel mit Abflussbeiwert 0,90, Bitumen mit 0,95 und Gründach mit 0,55. Bei 180 m² Dachfläche in Nordrhein-Westfalen ergeben sich daraus 4,85, 5,11 beziehungsweise 2,96 Liter pro Sekunde Spitzenabfluss."
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    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/regenwasser-abfluss-rechner">Abflussbeiwert ψ nach Dachtyp auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/regenwasser-abfluss-rechner
  • Maßgebend ist die Rinne, nicht das Fallrohr: Nenngröße 200 trägt 0,59 l/s mit Fallrohr DN 60, NG 250 trägt 1,12 l/s mit DN 80, NG 280 trägt 1,70 l/s mit DN 80, NG 333 trägt 2,68 l/s mit DN 100 und NG 400 trägt 4,63 l/s mit DN 120. Reicht die größte Nenngröße nicht, wird der Abfluss auf mehrere Ableitungen verteilt.

    Abflussvermögen halbrunder Rinnen je Ableitung

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           alt="Maßgebend ist die Rinne, nicht das Fallrohr: Nenngröße 200 trägt 0,59 l/s mit Fallrohr DN 60, NG 250 trägt 1,12 l/s mit DN 80, NG 280 trägt 1,70 l/s mit DN 80, NG 333 trägt 2,68 l/s mit DN 100 und NG 400 trägt 4,63 l/s mit DN 120. Reicht die größte Nenngröße nicht, wird der Abfluss auf mehrere Ableitungen verteilt."
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    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/regenwasser-abfluss-rechner">Abflussvermögen halbrunder Rinnen je Ableitung auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/regenwasser-abfluss-rechner
  • Infografik: Regenwasser: Abflussbeiwerte (ψ) nach Oberfläche, DIN 1986-100 · ψ = ABFLIESSENDER ANTEIL DES NIEDERSCHLAGS, Dach (Ziegel, Metall), Asphalt, Beton, Pflaster (enge Fuge), Pflaster (weite Fuge), Kies / Schotterrasen, Rasen / Garten

    Regenwasser Abfluss-Rechner Abflussbeiwerte

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           alt="Infografik: Regenwasser: Abflussbeiwerte (ψ) nach Oberfläche, DIN 1986-100 · ψ = ABFLIESSENDER ANTEIL DES NIEDERSCHLAGS, Dach (Ziegel, Metall), Asphalt, Beton, Pflaster (enge Fuge), Pflaster (weite Fuge), Kies / Schotterrasen, Rasen / Garten"
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    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/regenwasser-abfluss-rechner">Regenwasser Abfluss-Rechner Abflussbeiwerte auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/regenwasser-abfluss-rechner
  • Formel für den Regenwasser-Abfluss nach DIN 1986-100 aus Abflussbeiwert, Regenspende und Fläche.

    Formel: Regenwasser-Abfluss

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      <img src="https://rechner-portal.de/images/formeln/bau-handwerk/regenwasser-abfluss-rechner-formel.svg"
           alt="Formel für den Regenwasser-Abfluss nach DIN 1986-100 aus Abflussbeiwert, Regenspende und Fläche."
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    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/regenwasser-abfluss-rechner">Formel: Regenwasser-Abfluss auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/regenwasser-abfluss-rechner

Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Alle Berechnungen erfolgen ohne Gewähr. Die Ergebnisse sind Anhaltspunkte und ersetzen keine professionelle Beratung.

Quelle: Abflussbeiwerte und Bemessungsansatz nach DIN 1986-100; Bemessungs-Regenspende r(5,5) je Bundesland als portalseitiger Median der KOSTRA-DWD-2020-Rasterwerte des DWD. Rinnen- und Fallrohrempfehlung über das Abflussvermögen halbrunder Rinnen (QN × Sicherheitsfaktor 0,9) und die Rinne-Fallrohr-Kombinationen nach DIN EN 12056-3, Nenngrößen nach DIN EN 612.

Stand: 2026-09-12

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
12. September 2026
Fachbereich
Bau & Handwerk / Dach & Dachkonstruktion
Formeln basieren auf
Regenabfluss = Dachfläche × Neigungsfaktor cos(Dachneigung) × Bemessungs-Regenspende r(5,5) × Abflussbeiwert ÷ 10.000. Das Bemessungsereignis r(5,5) – 5 Minuten Regendauer, 5 Jahre Wiederkehrzeit – gibt DIN 1986-100 vor; die je Bundesland hinterlegte Regenspende ist ein portalseitiger Median der KOSTRA-DWD-2020-Rasterwerte. Rinne und Fallrohr folgen dem Abflussvermögen halbrunder vorgehängter Rinnen nach DIN EN 12056-3 (QL = Nenn-Abflussvermögen QN × Sicherheitsfaktor 0,9; Längen- und Richtungsfaktor je 1,0) über die Nenngrößen 200 bis 400 nach DIN EN 612, das Fallrohr über die zugehörige Rinne-Fallrohr-Kombination ohne Einhangstutzen.
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Regenwasser-Abfluss-Rechner: Dachabfluss berechnen. Abgerufen von https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/regenwasser-abfluss-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Regenwasser-Abfluss-Rechner: Dachabfluss berechnen. Available at: https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/regenwasser-abfluss-rechner

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