Überblick
Was ist ein Estrich-Aufheizprogramm?
Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.
Was ist ein Estrich-Aufheizprogramm? Es ist der geplante Temperaturverlauf, mit dem eine Fußbodenheizung nach dem Einbau des Estrichs Tag für Tag mit fester Vorlauftemperatur hochgefahren wird, bis der Boden technisch geprüft oder belegreif ist.
Zwei Verfahren werden dabei oft verwechselt: Das Funktionsheizen nach DIN EN 1264-4 prüft nur die Technik des Heizkreises – Vorlauf 25 °C für 3 Tage, danach die maximale Auslegungstemperatur für mindestens 4 Tage, frühestens 21 Tage nach Einbau bei Zementestrich beziehungsweise 7 Tage bei Calciumsulfatestrich.
Das Belegreifheizen nach der BVF-Richtlinie „Schnittstellenkoordination bei Flächenheizungen“ geht weiter: Die Temperatur steigt in Schritten von maximal 10 K pro Tag bis zur Auslegungstemperatur, wird gehalten, bis der CM-Grenzwert erreicht ist – 1,8 CM-% bei Zementestrich, 0,3 CM-% bei Calciumsulfatestrich –, und sinkt danach ebenso stufenweise auf 25 °C.
In der Praxis wird die Vorlauftemperatur kaum über 55 °C hinaus gefahren; höhere Eingaben deckelt der Rechner automatisch. Wer beide Verfahren kombiniert, kommt bei 45 °C Vorlauf typischerweise auf rund 16 Tage Gesamtdauer.