Der Biorhythmus-Rechner bietet auf Unterhaltungsebene ein paar interessante Möglichkeiten. Berechne deinen Biorhythmus für verschiedene Daten – etwa einen Prüfungstag, Sportwettkampf oder ein wichtiges Gespräch – und vergleiche die Werte miteinander.
Dabei fällt auf, wie unterschiedlich die Kurven für einzelne Tage ausfallen können.
Die sogenannten kritischen Tage – der Tag, an dem eine Kurve von positiv auf negativ wechselt und daher durch null geht – werden in der populären Biorhythmus-Literatur als besonders unbeständig beschrieben.
Das Konzept ist unterhaltsam, aber nicht wissenschaftlich fundiert.
Experimentiere damit, wie sich Zyklen für verschiedene Geburtsdaten unterscheiden: Zwei Personen mit drei Tagen Geburtstagsdifferenz können an ein und demselben Tag sehr verschiedene Biorhythmus-Werte haben.
Diese mathematische Eigenschaft des Sinuswellenmodells ist das eigentlich Interessante an der Visualisierung – nicht eine angebliche Vorhersagekraft.
Wer sich für die Rezeptionsgeschichte interessiert, findet dort den eigentlich spannenden Stoff: Der Biorhythmus erlebte in den 1970er-Jahren einen regelrechten Boom, wurde zeitweise sogar von einzelnen Unternehmen und Verkehrsbetrieben ausprobiert und verschwand wieder aus der ernsthaften Diskussion, nachdem kontrollierte Studien reihenweise keine Effekte fanden.
Dass die Kurven trotzdem plausibel wirken, liegt an bekannten Denkfehlern: Man erinnert sich an die Tage, an denen Kurve und Gefühl zufällig zusammenpassten, und vergisst die vielen Tage, an denen sie es nicht taten.
Dieser Bestätigungsfehler erklärt die Anziehungskraft des Konzepts vollständig, ohne dass man den Zyklen irgendeine Wirkung zuschreiben müsste.
Nutze den Rechner deshalb als Spielerei und als Anschauungsobjekt dafür, wie überzeugend ein reines Rechenmodell wirken kann – und leite ausdrücklich keine Entscheidungen über Training, Prüfungen, Gesundheit oder Beruf daraus ab.
Wer seinen Biorhythmus mit dem einer anderen Person vergleichen möchte – etwa als Partner-Biorhythmus –, berechnet einfach beide Geburtsdaten nacheinander mit demselben Berechnungsdatum und stellt die drei Werte gegenüber.
Ein eigenes Eingabefeld für eine zweite Person gibt es bewusst nicht, weil die Zwei-Schritte-Methode für einen Vergleich vollständig ausreicht und die vermeintliche „Kompatibilität“ zweier Biorhythmen ohnehin keine wissenschaftliche Grundlage hat.
Das Kurven-Diagramm mit 30 Tagen eignet sich gut, um genau solche Vergleichstage oder bevorstehende kritische Tage frühzeitig zu erkennen.