Die Abstandsberechnung verknüpft die Bildschirmdiagonale mit Nutzungsart, Sehschärfe, Schriftgröße und Pixeldichte. Zunächst rechnet der Rechner die Diagonale in Zentimeter um und ermittelt aus Pixelauflösung und Diagonale die Pixeldichte in PPI (Pixel pro Zoll) sowie die Pixelgröße in Millimetern.
Der Korridor entsteht dann als Vielfaches der Diagonale in Zentimetern: Büroarbeit, Programmieren und allgemeine Nutzung 0,8- bis 1,2-fach, Bildbearbeitung 0,85- bis 1,25-fach, Gaming 1,2- bis 1,5-fach, Film und Serien 1,6- bis 2,0-fach.
Auf diesen Rahmen wirken anschließend die Faktoren für Sehschärfe und Schriftgröße, dazu kommt der Setup-Aufschlag von 20 cm bei Dual- und 10 cm bei Ultrawide-Monitoren. Der Optimalwert ist die Mitte des Korridors.
Der Abstand, ab dem einzelne Pixel unter einer Bogenminute Sehwinkel liegen und damit nicht mehr auflösbar sind, kann dieses Optimum innerhalb des Korridors nach hinten schieben — aber nie über dessen Obergrenze hinaus, denn ein Optimalwert außerhalb des eigenen Korridors wäre keine Empfehlung mehr, sondern ein Widerspruch.
Beispiel: Ein 27-Zoll-Monitor mit 68,6 cm Diagonale ergibt für Büroarbeit einen Korridor von 55 bis 82 cm.
Bei Full-HD-Auflösung liegt die Pixeldichte allerdings nur bei 81,6 PPI, und einzelne Pixel verschwinden erst ab 107 cm — das liegt außerhalb des Korridors.
Der Rechner setzt das Optimum deshalb auf dessen Obergrenze von 82 cm und gibt zusätzlich einen Hinweis aus: Bei dieser Auflösung ist der Pixelabstand bindend, der Monitor ist für 27 Zoll zu grob aufgelöst.
Ein feineres Bild bekommst du dort über eine höhere Auflösung, nicht über einen größeren Sitzabstand — bei 107 cm wäre der Blickwinkel für Büroarbeit längst zu klein.
Derselbe Monitor mit 4K-Auflösung kommt auf 163,2 PPI, die Pixelgrenze fällt auf 54 cm, und das Optimum liegt wieder in der Korridormitte bei 69 cm.
Die DIN ISO 9241-303 empfiehlt für Bildschirmarbeitsplätze generell einen Betrachtungsabstand von 50 bis 80 cm, je nach Aufgabe und Zeichengröße.
Ergänzend gilt die 20-20-20-Regel für Augenpausen: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf ein mindestens 6 Meter (20 Fuß) entferntes Objekt schauen, damit die Augenmuskulatur entspannen kann und Akkommodationsstress abgebaut wird.
Diese Pausenregel ist unabhängig vom Abstandswert und für alle Bildschirmnutzer sinnvoll, besonders bei mehr als vier Stunden täglicher Bildschirmarbeit.