Praxisfall – Winterreifengröße prüfen: Ein Fahrzeug hat serienmäßig 205/55 R16. Für den Winter steht 195/65 R15 zur Auswahl. Passt der Außendurchmesser?
Serie: Flankenhöhe = 205 × 0,55 = 112,75 mm; Außendurchmesser = 16 × 25,4 + 2 × 112,75 = 406,4 + 225,5 = 631,9 mm. Alternative: Flankenhöhe = 195 × 0,65 = 126,75 mm; Außendurchmesser = 15 × 25,4 + 2 × 126,75 = 381,0 + 253,5 = 634,5 mm.
Die Differenz beträgt 634,5 − 631,9 = 2,6 mm, also rund 0,4 Prozent. Das liegt klar unter der Faustregel von ±2 bis 3 Prozent und ist damit geometrisch unkritisch. Interpretation: Bei 0,4 Prozent Abweichung bleibt der Tachofehler vernachlässigbar.
Entscheidung: Die Wintergröße 195/65 R15 ist von der Geometrie her ein passender Kandidat – die verbindliche Freigabe liefert aber weiterhin nur der Fahrzeugschein beziehungsweise die CoC-Papiere, nicht diese Berechnung.
Ergänzend lohnt der Blick auf den Abrollumfang: Die Serie 205/55 R16 hat π × 631,9 mm ≈ 1.985 mm, die Alternative π × 634,5 mm ≈ 1.993 mm.
Die 8 mm Mehrumfang entsprechen rund 0,4 Prozent – der Tacho zeigt bei echten 100 km/h dann etwa 99,6 km/h, also eine in der Praxis vernachlässigbare Abweichung.
Bemerkenswert ist der Weg dorthin: Die Wintergröße ist 10 mm schmaler und sitzt auf einer um einen Zoll kleineren Felge, kommt aber trotzdem 2,6 mm höher heraus – weil der Querschnitt von 55 auf 65 Prozent steigt und die zusätzliche Flankenhöhe doppelt zählt.