Überblick
Was ist der Dachrinnen-Rechner: Rinne und Fallrohr dimensionieren?
Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.
Der Dachrinnen-Rechner prüft, ob die geplante Rinne zur tatsächlichen Wasserlast des Dachs passt. Damit wird aus der oft nur nach Optik gewählten Rinnengröße eine technisch begründete Vorentscheidung aus Dachfläche, Regenspende und Rinnenform.
Die Regenspende beschreibt in Litern pro Sekunde und Hektar, wie viel Wasser ein Starkregen liefert, und sie unterscheidet sich je nach Region erheblich.
Maßgebend ist nach DIN 1986-100 die Bemessungs-Regenspende r(5,5): das stärkste Fünf-Minuten-Ereignis, das am Standort statistisch alle fünf Jahre auftritt.
Die drei Klassen des Rechners bilden die amtlichen KOSTRA-DWD-2020-Rasterwerte des Deutschen Wetterdienstes ab. Diese liegen bundesweit zwischen 240 und 490 l/(s·ha), im Median bei 363.
Der Rechner teilt das Bundesgebiet in drei gleich große Drittel und setzt jeweils die Klassenobergrenze an: niedrig 340, mittel 390 und hoch 440 l/(s·ha).
Aus Fläche und Regenspende ergibt sich der abzuführende Regenabfluss, aus dem der Rechner Rinnennennweite, Fallrohrgröße und die Zahl der nötigen Ableitungen ableitet. Die Nennweite folgt dem Abflussvermögen vorgehängter Rinnen nach DIN EN 12056-3.
Die Rinnenform entscheidet mit, weil eine kastenförmige Rinne bei gleicher Nennweite tiefer ist und deshalb mehr Wasser fasst als eine halbrunde.
Gerade bei Sanierungen zeigt sich hier schnell, ob der Bestand noch ausreicht oder ob ein größerer Querschnitt nötig wird.
Wie die Klassen wirken, zeigt ein Lauf mit 120 m² und halbrunder Rinne: niedrig ergibt 4,08 l/s und NG 200 mit einem Fallrohr DN 100, mittel 4,68 l/s und NG 250 mit zwei Fallrohren DN 80, hoch 5,28 l/s und NG 250 mit zwei Fallrohren DN 100.
Keine 30 Prozent mehr Regenspende verschieben hier also Nennweite und Ableitungszahl zugleich — die Regionalwahl ist damit keine Formalie, sondern der eigentliche Bemessungsfall.