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Dachüberstand-Rechner: Ausladung und Verschattung planen

Bau & HandwerkStand Noch keine Bewertung

Kurzantwort

Der Rechner leitet aus Sonnenstand, Dachneigung und Abstand zur Fensteroberkante einen horizontalen und geneigten Überstand ab. So wird aus dem Wunsch nach Sommerschutz eine nachvollziehbare Vorplanung für die Traufe.

Empfohlenen Dachüberstand aus Standort, Dachneigung und Abstand zur Fensteroberkante für...

Kilian AchatzFachredaktion Bau & Handwerk
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Apr. 2026)Veröffentlicht: Stand:

Überblick

Was ist der Dachüberstand-Rechner: Sommerschutz und Ausladung planen?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Der Dachüberstand-Rechner beantwortet eine sehr konkrete Planungsfrage: Wie weit muss die Traufe ausladen, damit die Mittagssonne im Sommer das Fenster abschattet, im Winter aber noch Tageslicht unter die Traufe gelangt. Damit wird aus dem Bauchgefühl für Fassadenschutz und Verschattung eine nachvollziehbare Vorplanung für den horizontalen und geneigten Überstand.

Typischer Richtwert: 40–80 cm. Ein Dachüberstand von 40 cm ist das bauliche Minimum für Witterungsschutz, 60–80 cm gelten an Satteldächern als bewährte Standardgröße für Sonnenschutz und Fassadenschutz.

Steiler als 45° liegende Dachflächen erlauben mehr Überstand ohne schwere Schneelasten, sehr flache Dächer profitieren dagegen von breiterem Überstand für den Fassadenschutz.

Der Kniff liegt im Sonnenstand: Im Sommer steht die Mittagssonne hoch, ein kurzer Überstand wirft bereits Schatten aufs Fenster, im Winter steht sie flach und ihr Licht gelangt unter die Traufe.

Eingangsgrößen sind der Breitengrad über das Bundesland, die Dachneigung, der Abstand zwischen Traufe und Fensteroberkante sowie das gewünschte Schutzniveau.

Daraus ergeben sich horizontaler Überstand, geneigte Länge entlang der Dachschräge und die Verschattungstiefe für Sommer und Winter.

Wie stark der Standort durchschlägt, zeigt derselbe Fall mit 30 Grad Dachneigung, 1 m Abstand und vollständigem Sommerschutz: In Bayern steht die Mittagssonne im Juni 65 Grad hoch und 47 cm Überstand genügen, in Berlin sind es 61 Grad und 56 cm, in Hamburg nur noch 59,9 Grad und 58 cm.

Je weiter nördlich, desto flacher die Sonne — und desto weiter muss die Traufe ausladen.

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Du gibst Bundesland, Dachneigung, den Abstand zwischen Traufe und Fensteroberkante sowie das gewünschte Schutzniveau im Sommer ein. Das Bundesland dient als Näherung für den Breitengrad und damit für die mittägliche Sonnenhöhe, die den nötigen horizontalen Überstand bestimmt.

Wichtig ist, den vertikalen Abstand zwischen Traufe und Fensteroberkante sauber zu messen und nicht mit Fensterhöhe oder Wandhöhe zu verwechseln.

Wer hier mit falscher Bezugsebene arbeitet, erhält zwar eine schöne Zahl, aber keinen brauchbaren Verschattungswert für die geplante Fassade.

Miss den Abstand am besten direkt an der Fassade von der Traufkante lotrecht bis zur Oberkante des Fensters, denn genau diese Strecke bildet der Rechner mit dem Sonnenstand ab.

Für mehrere Fenster in unterschiedlicher Höhe lohnt sich je Fenster eine eigene Rechnung.

Das Schutzniveau ist dabei kein Komfortregler, sondern ein direkter Faktor: vollständig zielt auf 100 Prozent Verschattung bis zur Fensteroberkante, teilweise auf 75 und minimal auf 50 Prozent.

Der Überstand folgt linear mit — 47, 35 und 23 cm im Bayern-Beispiel.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Die Berechnung arbeitet mit einer vereinfachten Sonnenstandsformel für die Mittagssonne. Zuerst wird aus dem Breitengrad die Sommer-Sonnenhöhe bestimmt, die je nördlicher der Standort umso flacher ausfällt.

Danach gilt in Klartext: horizontaler Überstand = Schutzfaktor × Abstand Traufe-Fensteroberkante / tan(Sommer-Sonnenhöhe).

Aus dem horizontalen Maß wird über die Dachneigung die geneigte Länge entlang der Dachschräge, die für die Sparren und die Schalung maßgeblich ist.

Zusätzlich zeigt der Rechner, wie tief der Schatten im Sommer unter die Fensteroberkante reicht und wie weit die flach stehende Wintersonne mittags noch unter die Traufe ans Fenster kommt. Dachüberstand Bayern (48,5°N): Sommer 65° Sonnenhöhe → 47 cm Überstand, 54 cm Dachschräge, 100 cm Sommerschatten; Winter 18,1° → 15 cm Lichteinfall unter Traufe Weil der Tangens der Sonnenhöhe im Nenner steht, wächst der nötige Überstand nicht gleichmäßig: Je flacher die Sommersonne an einem nördlicheren Standort steht, desto länger muss die Traufe ausladen, um dieselbe Verschattung zu erreichen.

Die geneigte Länge fällt zudem umso länger aus, je steiler das Dach ist, weil sie der horizontalen Strecke entlang der Schräge folgt und damit den Materialbedarf an Sparren und Schalung bestimmt.

Formel für den optimalen Dachüberhang aus Traufabstand, Sonnenwinkel und Verschattungsgrad.
β wird aus dem Breitengrad des Standorts abgeleitet (Breitengrad − 23,45°). k wählt den gewünschten Verschattungsgrad.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Dachüberstand-Rechner: Sommerschutz und Ausladung planen

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Wie berechnet man den Dachüberstand für optimalen Sonnenschutz?

Die 60-Grad-Regel ist die Grundlage: In Mitteleuropa steht die Mittagssonne im Hochsommer etwa 60–65° hoch.

Ein Überstand, der bei diesem Winkel die Fensteroberkante beschattet, schützt die Verglasung im Sommer effektiv — und lässt im Winter bei flach stehender Sonne (17–20°) noch Tageslicht herein.

Der Dachüberstand für optimalen Sommerschutz wird geometrisch aus dem Sonnenhöhenwinkel im Hochsommer und dem Abstand zwischen Traufe und Fensteroberkante abgeleitet.

Die grundlegende Formel lautet: horizontaler Überstand = Schutzfaktor × Abstand Traufe bis Fensteroberkante dividiert durch den Tangens der Sommersonnenhöhe.

In Mitteleuropa beträgt die Sonnenhöhe zur Sommersonnenwende je nach Breitengrad etwa 60° bis 65°.

Bei einem Abstand von 1,0 m zwischen Traufe und Fensteroberkante und vollständigem Sommerschutz ergibt sich damit ein horizontaler Überstand von rund 55 bis 65 cm.

Der Dachüberstand-Rechner auf rechner-portal.de übernimmt diese Berechnung automatisch: Standort (Bundesland als Breitengrad-Näherung), Dachneigung, Abstand zur Fensteroberkante und gewünschter Schutzgrad werden eingegeben, der Rechner gibt sowohl die horizontale Ausladung als auch die Länge entlang der Dachschräge aus.

Wie viel Zentimeter Dachüberstand sind für ein Satteldach empfehlenswert?

40 bis 60 cm Traufüberstand gelten für ein Satteldach in Mitteleuropa als bewährte Standardgröße — 40 cm als Minimum für Witterungsschutz, 60–80 cm für vollständigen Sonnenschutz an Südfenstern.

Für ein Satteldach in Mitteleuropa empfehlen Architekten und Energieberater einen Traufüberstand von 40 bis 60 cm als guten Richtwert für den sommerlichen Wärmeschutz.

Dieser Bereich bietet ausreichend Beschattung der Südfenster im Hochsommer (Sonnenhöhe 60°), lässt im Winter (Sonnenhöhe 18° bis 25°) aber noch ausreichend tiefes Sonnenlicht ein, das zur passiven Solarerwärmung beiträgt.

Zu kleine Überstände unter 30 cm bieten kaum Witterungsschutz für die Fassade und wenig Beschattung.

Zu große Überstände über 80 cm können im Winter die Lichteintrittsfläche erheblich verringern und erfordern je nach Landesbauordnung (LBO) eine Genehmigung, wenn sie über die Grundstücksabstandsflächen hinausragen.

Der Dachüberstand-Rechner berechnet die standortgenaue Empfehlung für jede Kombination aus Gebäudegeometrie und Schutzzielen.

Was ist der Unterschied zwischen horizontalem Überstand und Überstand entlang der Dachschräge?

Der horizontale Überstand ist das Maß, das in der Waagerechten vom Außenmauerwerk bis zur Traufkante gemessen wird, und ist für die Verschattungsplanung und den Fassadenschutz entscheidend.

Der Überstand entlang der Dachschräge ist länger und wird für die Planung von Sparrenlänge, Schalung, Blech und Eindeckung benötigt.

Bei einer Dachneigung von 30° und einem horizontalen Überstand von 60 cm beträgt die geneigte Länge zum Beispiel 60 / cos(30°) ≈ 69 cm. Je steiler das Dach, desto größer der Unterschied zwischen beiden Maßen.

Bei 45° Dachneigung und 60 cm horizontalem Überstand wächst die Schräglänge bereits auf 85 cm — ein Unterschied, der bei der Materialbestellung für Schalung und Eindeckung unmittelbar spürbar ist.

Für den Witterungsschutz der Fassade zählt ausschließlich die horizontale Ausladung, da sie bestimmt, wie weit Schlagregen von der Wandoberfläche ferngehalten wird.

Beide Werte werden im Dachüberstand-Rechner ausgegeben, damit Planung und Materialbestellung konsistent sind. Wer nur einen Wert aus dem Kopf ansetzt, riskiert entweder zu kurze Sparren oder zu wenig Material für die Eindeckung.

Welche Dachüberstand-Länge ist nach Landesbauordnung genehmigungsfrei?

In den meisten deutschen Bundesländern sind Dachüberstände bis 50 cm verfahrensfrei, das heißt, sie müssen nicht gesondert beantragt werden und werden bei der Berechnung der Abstandsflächen nicht berücksichtigt.

Überstände über 50 cm können teilweise oder vollständig auf die erforderliche Abstandsfläche zum Nachbargrundstück angerechnet werden, was eine baurechtliche Prüfung und in manchen Fällen einen Bauantrag auslöst.

Die genauen Grenzwerte unterscheiden sich je nach Landesbauordnung (Bayern, NRW, Baden-Württemberg etc.) und nach Festsetzungen im Bebauungsplan.

Einzelne Bebauungspläne limitieren die zulässige Ausladung auf 30 cm oder 40 cm, selbst wenn die jeweilige Landesbauordnung bis 50 cm erlaubt.

Bei einem geplanten Überstand von 60 cm sollte deshalb vorab der Bebauungsplan der Gemeinde geprüft werden, da dieser Wert die Grenzabstandsfläche zum Nachbargrundstück spürbar verringern kann.

Empfehlung: Vor der Planung eines Überstandes über 50 cm sollte das Baurechtsamt der Gemeinde oder ein Architekt die örtlich geltenden Vorgaben prüfen.

Der Dachüberstand-Rechner ermittelt die geometrisch optimale Ausladung für den Sonnenschutz, kann aber die baurechtliche Zulässigkeit nicht prüfen.

Was ist die 60-Grad-Regel beim Dachüberstand?

Die 60-Grad-Regel bezieht sich auf den maximalen Sonnenhöhenwinkel in Mitteleuropa im Hochsommer, der in Süddeutschland bei etwa 63° und in Norddeutschland bei etwa 59° liegt.

Die Regel besagt: Ein Dachüberstand, der bei diesem Sonnenstand die Oberkante des Fensters vollständig beschattet, schützt die Verglasung und Fassade im Sommer effektiv vor übermäßiger Einstrahlung und Überhitzung.

Im Umkehrschluss erlaubt dieselbe Geometrie bei einem Wintersonnenstand von etwa 17° bis 20° das Eintreten von tiefem Sonnenlicht, das passive solare Wärmegewinne erzeugt und den Heizbedarf senkt.

Konkret bedeutet die Regel: Bei einem Abstand von 50 cm zwischen Fensteroberkante und Traufkante genügen in Norddeutschland (59° Sonnenhöhe) bereits 30 cm horizontaler Überstand für vollständigen Sommerschutz — in Süddeutschland (63°) sogar nur 26 cm.

Die 60-Grad-Regel ist ein zentrales Prinzip des sommerlichen Wärmeschutzes nach GEG (Gebäudeenergiegesetz) und der Passivhausplanung.

Der Dachüberstand-Rechner setzt dieses Prinzip direkt um und berechnet auf Basis des breitengradabhängigen Sonnenstandes die optimale Ausladung für jeden Standort in Deutschland.

Wie wirkt sich ein zu großer Dachüberstand im Winter auf den Sonneneintrag aus?

Ein breiter Dachüberstand schützt im Sommer effektiv vor Überhitzung, kann aber im Winter den passiven Solargewinn durch die Fenster erheblich reduzieren.

Bei einem Überstand von 80 cm und einer Fensterhöhe von 1,4 m reicht die tiefe Wintersonne (Sonnenhöhe ca. 20°) möglicherweise nicht mehr bis in die Raumtiefe, sodass solare Wärmegewinne verloren gehen.

Für gut gedämmte Häuser oder Passivhäuser ist dieser Effekt besonders relevant, da dort die passiven Gewinne einen nennenswerten Beitrag zur Wärmebilanz leisten.

Architekten empfehlen deshalb, beim Dachüberstand einen Kompromiss zu wählen: vollständiger Sommerschutz ist wünschenswert, aber ein Überstand, der die Fenster im Winter ganz verschattet, wäre kontraproduktiv.

Als Orientierungswert gilt: Ein Überstand von 55–60 cm bei einer Dachneigung von mindestens 30° lässt die Wintersonne (Höhenwinkel ca. 20°) in Norddeutschland noch bis in rund 1,5 m Raumtiefe — ausreichend für nennenswerte passive Wärmegewinne.

Der Dachüberstand-Rechner zeigt neben dem empfohlenen Überstand auch den verbleibenden Sonneneintrag in cm unter der Traufe für den Wintersonnenwende-Stand, sodass beide Gesichtspunkte direkt verglichen werden können.

Wann ist der Rechenwert des Dachüberstand-Rechners nicht ausreichend?

Der Dachüberstand-Rechner berechnet die geometrische Sonnenschutz-Ausladung für eine definierte Fassade mit gleichmäßigem Fenstertyp, senkrechter Südfassade und vereinfachtem Breitengrad-Modell.

Dieser Rechenwert ist nicht ausreichend, wenn Gauben oder abgestufte Dachneigungen besondere Detailplanung erfordern, wenn Nachbargebäude oder hohe Bepflanzung zusätzliche Beschattung erzeugen und damit die solare Geometrie verändern, wenn die geplante Fassade nach Südost oder Südwest ausgerichtet ist (nicht exakt nach Süden), oder wenn Dachflächenfenster und horizontale Lichtführung besondere Berechnungen nach DIN 5034 (Tageslicht in Innenräumen) erfordern.

Ebenso sind Dachneigungen unter 15° ein Grenzfall: Auf Flachdächern bestimmt nicht der Überstand, sondern ein Vordach oder eine Pergola mit definiertem Lamellenwinkel den effektiven Sonnenschutz.

Bei Fensterhöhen über 2 m oder sehr tiefen Stürzen wächst die rechnerisch optimale Ausladung schnell auf 80–100 cm — ein Bereich, in dem der Rechner nur noch als erste Größenordnung dient.

In diesen Fällen sollte ein Architekt oder Bauphysiker die Verschattungsplanung mit Hilfe eines Sonnenpfad-Diagramms oder einer thermischen Gebäudesimulation durchführen.

Der Dachüberstand-Rechner eignet sich gut für die erste Vorabschätzung und den Variantenvergleich.

Wie nutze ich das Ergebnis des Dachüberstand-Rechners für die Sparrenplanung?

Das Ergebnis des Dachüberstand-Rechners liefert sowohl die horizontale Ausladung als auch die Länge entlang der Dachschräge, die direkt für die Sparrenplanung verwendbar ist.

Die Sparrenlänge ergibt sich aus der Hauslänge (Breite bis First) plus der schrägen Überstandslänge.

Beispiel: Bei 4 m Sparrenlänge bis zum Mauerwerk und 69 cm Überstand entlang der Schräge ergibt sich eine Gesamtsparrenlänge von 4,69 m, die als Bestellmaß dient.

Bei einer Dachneigung von 25° wächst ein horizontaler Überstand von 60 cm auf 66 cm entlang der Dachschräge (60 / cos(25°) ≈ 66 cm) — ein Unterschied, der bei der Sparrenbestellung nicht unterschätzt werden sollte.

Zusätzlich sollte ein Verschnittaufschlag von 5 bis 10 cm einkalkuliert werden, damit die Sparren sauber auf Länge gesägt werden können. Der Überstand legt außerdem die Position der Traufschalung, des Traufbleches und der Dachrinnenhalter fest.

Wer den Dachüberstand-Rechner mit dem Sparren-Abstand-Rechner kombiniert, erhält ein konsistentes geometrisches Grundmaß für die gesamte Dachkonstruktion.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Wenn du Bayern (ca. 48°N), Dachneigung 25°, Abstand Traufe-Fensteroberkante 1,20 m und vollständigen Sommerschutz eingibst, zeigt das Ergebnis: horizontaler Überstand ≈ 0,56 m.

Dabei werden auch die Verschattungstiefe Sommer unterhalb Traufe und der Sonneneintrag Winter unterhalb Traufe ausgegeben, sodass du sofort siehst, wie weit der Schatten mittags reicht und wie viel Winterlicht ans Fenster gelangt.

Das bedeutet fachlich: Dieser Wert liegt über dem üblichen Mindestmaß von 0,40 m – die Fassade ist gut geschützt.

Als nächsten Schritt prüfst du denselben Wert für teilweisen Sommerschutz, um zu sehen, wie viel Zentimeter Überstand eingespart werden können, ohne den Komfort wesentlich zu mindern. Sonnenschutz-Stufen Bayern, 25° Neigung, 1,20 m Fensterabstand: vollständig 56 cm, teilweise 42 cm, minimal 28 cm; Sommerverschattung jeweils 120/90/60 cm Interessant ist auch der Blick auf das Winterlicht: Verlängerst du den Überstand für maximalen Sommerschutz immer weiter, wächst im Rechner der Wert Sonneneintrag Winter mit – er beziffert, wie tief der Traufschatten bei flacher Dezembersonne unter die Traufkante fällt, und genau dieser Schatten reicht dann zu weit ins Zimmer.

Ein guter Kompromiss liegt oft dort, wo der Sommerschatten die Fensteroberkante gerade erreicht.

Die Größenordnung dieses Winterwerts folgt direkt aus dem Sonnenstand: In Bayern mit 18,1 Grad Dezembersonne wirft ein 47-cm-Überstand rund 15 cm Schatten unter die Traufe, in Hamburg mit nur 13 Grad sind es bei 58 cm Überstand rund 13 cm.

Weiter nördlich braucht es also mehr Überstand, der Winterschatten bleibt trotzdem ähnlich flach.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ausgangslage: Monika baut ein Einfamilienhaus in Baden-Württemberg. Das Südfenster hat einen Abstand Traufe-Fensteroberkante von 1,0 m, Dachneigung 30°. Sie will im Sommer vollständigen Sonnenschutz, im Winter möglichst viel Licht.

Eingaben: Bundesland = Baden-Württemberg (48°N), Dachneigung = 30°, Abstand = 1,0 m, Schutzniveau = vollständig. Der Rechner ergibt: horizontaler Überstand = 0,47 m, geneigte Länge ≈ 0,54 m.

Im Sommer: Schatten reicht bis 1,0 m unter Fensteroberkante. Im Winter: Sonne dringt bereits 0,15 m unter der Traufe wieder ans Fenster.

Monika entscheidet: 0,50 m horizontalen Überstand planen – vollständiger Sommerschutz und ausreichend Winterlicht.

Bevor sie das Maß endgültig festlegt, spielt Monika auch den teilweisen Sommerschutz durch und sieht, dass sich der horizontale Überstand dann auf etwa 0,35 m verkürzen ließe.

Weil ein kürzerer Überstand jedoch mehr sommerliche Mittagssonne auf das Südfenster lässt und den sommerlichen Wärmeeintrag erhöht, bleibt sie bei den 0,50 m – zumal die geneigte Länge von rund 0,54 m ohnehin gut zur geplanten Sparrenauflage passt.

Sie notiert zusätzlich, dass ein vorgelagerter Balkon im Obergeschoss den Schatten weiter verlängern würde, und stimmt den Überstand daher bewusst nur auf das Fenster im Erdgeschoss ab, für das keine weitere Verschattung vorhanden ist. Monika plant Dachüberstand für Sommerschutz und Winterlicht

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Besonders oft geraten horizontaler Überstand und geneigte Länge entlang der Dachschräge durcheinander, wird der Abstand zwischen Traufe und Fensteroberkante falsch gemessen und der rechnerisch gute Mittagswert auf Morgen- oder Abendsonne übertragen, für die die Sonnenstandsformel der Mittagssonne nicht gilt. Häufig wird auch das Schutzniveau zu hoch angesetzt, sodass der Überstand zwar im Sommer perfekt abschattet, aber im Winter zu viel Tageslicht unter der Traufe wegnimmt.

Ebenso problematisch ist es, Nachbargebäude, Balkone oder Bäume zu ignorieren, obwohl sie den tatsächlichen Schattenwurf stark verändern und das Ergebnis der Mittagssonne überlagern können.

Der Dachüberstand-Rechner liefert nur dann verlässliche Ergebnisse, wenn Abstand, Dachneigung, Schutzniveau und Verschattungskontext aus derselben Fassadensituation stammen.

Ein oft übersehener Punkt ist die Ausrichtung des Fensters: Die vereinfachte Mittagssonnen-Formel gilt streng genommen nur für nach Süden orientierte Fassaden.

An Ost- und Westfenstern bestimmt die tief stehende Morgen- oder Abendsonne die Blendung, gegen die ein waagerechter Dachüberstand kaum hilft.

Ein Lesefehler betrifft den Ergebniswert Sonneneintrag Winter: Er wächst mit dem Überstand, statt zu sinken, weil er die Tiefe des Traufschattens bei Dezembersonne angibt und nicht die Menge des einfallenden Lichts.

Je größer die Zahl, desto weniger Winterlicht erreicht die Fensteroberkante.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Dachüberstand-Rechner berechnet aus Bundesland, Dachneigung und Abstand Traufe-Fensteroberkante den horizontalen Überstand, der nötig ist, um im Sommer vollständige oder teilweise Beschattung zu erzielen und im Winter Tageslicht ans Fenster zu lassen.

Das Ergebnis hilft, Traufdetails und Fassadenschutz schon in der Entwurfsphase auf klimatischer Grundlage zu planen.

Als nächsten Schritt prüfst du vollständigen vs. teilweisen Sommerschutz und entscheidest, welcher Überstand für dein Nutzungsprofil und deine Fassadengestaltung am sinnvollsten ist.

So wird der Dachüberstand vom reinen Gestaltungselement zu einem gezielt dimensionierten Sonnenschutz, der den sommerlichen Wärmeeintrag begrenzt und das Winterlicht bewusst erhält – beides schon festgelegt, bevor der erste Sparren zugeschnitten ist.

Rechne den Fall am besten für dein Bundesland durch, statt einen Pauschalwert zu übernehmen: Zwischen Bayern und Hamburg liegen bei sonst identischen Angaben 11 cm Überstand — 47 gegenüber 58 cm — allein wegen des Breitengrads.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Empfohlener Überstand ca. 40 cm horizontal und ca. 51 cm entlang der Dachschräge

Teilweiser Sommerschutz in Berlin

Bundesland
Berlin
Dachneigung
38°
Abstand Traufe – Fensteroberkante
0,95 m
Sonnenschutz
teilweise

Beispiel 2 · Mittel · Empfohlener Überstand ca. 61 cm horizontal und ca. 79 cm entlang der Dachschräge

Vollständiger Sommerschutz in Bayern

Bundesland
Bayern
Dachneigung
40°
Abstand Traufe – Fensteroberkante
1,30 m
Sonnenschutz
vollständig

Beispiel 3 · Komplex · Empfohlener Überstand ca. 22 cm horizontal und ca. 25 cm entlang der Dachschräge

Minimaler Schutz in Schleswig-Holstein

Bundesland
Schleswig-Holstein
Dachneigung
25°
Abstand Traufe – Fensteroberkante
0,75 m
Sonnenschutz
minimal

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Weiternutzung

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Nutzung frei, wenn du rechner-portal.de als Quelle verlinkst. CC BY 4.0

  • Bei 48°N, 30° Dachneigung und 1,0 m Abstand ergibt sich 0,47 m horizontaler Überstand – Schatten im Sommer bis 1,0 m, Sonne im Winter schon 0,15 m unter der Traufe.

    Dachüberstand Praxis: Monika balanciert Sommerschutz und Winterlicht

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  • In Bayern (48,5°N) steht die Mittagssonne im Sommer 65,0° und im Winter 18,1° hoch. Bei 1,00 m Abstand zwischen Traufe und Fensteroberkante und vollem Sommerschutz ergibt das 47 cm horizontalen Dachüberstand, entlang der 30°-Dachschräge 54 cm. Der Sommerschatten reicht 100 cm unter die Traufe, im Winter dringt die Sonne 15 cm darunter.

    Dachüberstand aus dem Sonnenstand

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           alt="In Bayern (48,5°N) steht die Mittagssonne im Sommer 65,0° und im Winter 18,1° hoch. Bei 1,00 m Abstand zwischen Traufe und Fensteroberkante und vollem Sommerschutz ergibt das 47 cm horizontalen Dachüberstand, entlang der 30°-Dachschräge 54 cm. Der Sommerschatten reicht 100 cm unter die Traufe, im Winter dringt die Sonne 15 cm darunter."
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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/dachuberstand-rechner">Dachüberstand aus dem Sonnenstand auf Rechner-Portal</a></p>

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  • In Bayern bei 25° Dachneigung und 1,20 m Abstand zur Fensteroberkante verlangt voller Sommerschutz 56 cm Überstand, teilweiser Schutz 42 cm und minimaler Schutz 28 cm. Die Sommerverschattung sinkt dabei von 120 über 90 auf 60 cm. Wind- und Schneelast bewertet der Rechner nicht.

    Sonnenschutz-Stufe → nötiger Überstand

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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/dachuberstand-rechner">Sonnenschutz-Stufe → nötiger Überstand auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/dachuberstand-rechner
  • Infografik: Dachüberstand: Richtwerte und Konstruktion, Ü (Traufe), Ü (Giebel), 30–50 cm, TRAUFÜBERSTAND, 60 cm (Standard), Fassadenschutz vor Regen, Mehr bei hoher Fassade

    Dachuberstand-Rechner Konstruktion

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  • Formel für den optimalen Dachüberhang aus Traufabstand, Sonnenwinkel und Verschattungsgrad.

    Formel: Dachüberstand

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    <a href="https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/dachuberstand-rechner">
      <img src="https://rechner-portal.de/images/formeln/bau-handwerk/dachuberstand-rechner-formel.svg"
           alt="Formel für den optimalen Dachüberhang aus Traufabstand, Sonnenwinkel und Verschattungsgrad."
           width="760" height="426">
    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/dachuberstand-rechner">Formel: Dachüberstand auf Rechner-Portal</a></p>

    Textbaustein für die Bildunterschrift

    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/dachuberstand-rechner

Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Alle Berechnungen erfolgen ohne Gewähr. Die Ergebnisse sind Anhaltspunkte und ersetzen keine professionelle Beratung.

Quelle: Astronomische Mittagshöhen-Formel (vereinfacht), DIN 5034 Tageslicht in Innenräumen.

Stand: 2026-09-12

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
12. September 2026
Fachbereich
Bau & Handwerk / Dach & Dachkonstruktion
Formeln basieren auf
Horizontaler Überstand = Schutzfaktor × Abstand Traufe-Fensteroberkante / tan(Sommer-Sonnenhöhe); geneigte Länge = Überstand / cos(Dachneigung).
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Dachüberstand-Rechner: Sommerschutz und Ausladung planen. Abgerufen von https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/dachuberstand-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Dachüberstand-Rechner: Sommerschutz und Ausladung planen. Available at: https://rechner-portal.de/bau-handwerk/dach-dachkonstruktion/dachuberstand-rechner

Werbestatus

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