Überblick
Was ist die Verlustverrechnung bei Kapitalerträgen?
Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.
Wer im selben Jahr Aktien mit Verlust verkauft und gleichzeitig Zinsen oder Dividenden kassiert, stellt sich eine Frage: Verrechnet das Finanzamt beides automatisch miteinander? Der Verlustverrechnung-Rechner beantwortet sie mit der zentralen Regel aus § 20 Abs.
6 EStG: Es gibt zwei getrennte Verlusttöpfe, die nie gegeneinander aufgerechnet werden. Der Aktientopf nimmt ausschließlich Aktienverluste auf und verrechnet sie nur mit Aktiengewinnen.
Der allgemeine Topf bündelt alle übrigen Kapitalerträge – Zinsen, Dividenden, Fondsgewinne – sowie deren Verluste, etwa aus Termingeschäften oder Zertifikaten.
Der Rechner richtet sich an Anlegerinnen und Anleger, die vor der Steuererklärung wissen wollen, wie sich ein Aktienverlust tatsächlich auswirkt, und an alle, die einen Verlustvortrag aus Vorjahren einbringen müssen.
Er bildet beide Töpfe getrennt ab, wendet danach den Sparer-Pauschbetrag an und zeigt zusätzlich, wie viel Steuer die Verlustverrechnung gegenüber einer Berechnung ohne Verrechnung tatsächlich spart.
Anders als der Kapitalertragsteuer-Rechner, der nur eine einzelne, bereits feststehende Bemessungsgrundlage versteuert, bildet dieser Rechner die vorgelagerte Topf-Logik ab – genau die Stelle, an der die meisten Anlegerinnen und Anleger falsch rechnen.
Wichtig für die Einordnung: Die Verlustverrechnungsbeschränkung für Aktien nach § 20 Abs. 6 Satz 4 EStG ist derzeit beim Bundesverfassungsgericht anhängig (Verfahren 2 BvL 3/21).
Bis zu einer Entscheidung bleibt die Rechtslage für Aktientopf-Fälle vorläufig, der Rechner bildet dabei den aktuell geltenden Rechtsstand nach dem Jahressteuergesetz 2024 ab.