Überblick
Was ist die Gradtagszahl?
Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.
Die Gradtagszahl (in der VDI-Richtlinie als Gradtagzahl bezeichnet, umgangssprachlich auch Heizgradtage, Gradtage oder Gradzahl genannt) ist die nach VDI 3807 Blatt 1 genormte Kennzahl fuer den Waermebedarf einer Heizperiode. Sie summiert fuer jeden Tag mit einer Aussentemperatur unter der Heizgrenze die Differenz zur angenommenen Raumsolltemperatur und gibt das Ergebnis in Kelvintagen (Kd) an.
Die Standardvariante G20/15 setzt dabei 20 °C Raumsolltemperatur und 15 °C Heizgrenze voraus.
Die international gebraeuchliche Bezeichnung Heating Degree Days folgt demselben Prinzip, nutzt aber teils andere Basistemperaturen als die deutsche Normvariante – Werte aus englischsprachigen Quellen sind deshalb nicht ohne Umrechnung vergleichbar.
Mit G20/15 als gemeinsamer Referenz lassen sich Heizperioden unterschiedlicher Jahre und Standorte unabhaengig vom tatsaechlichen Winter vergleichen: Wer die Gradtagszahl zweier Zeitraeume kennt, kann Heizkostenveraenderungen von reinen Wettereffekten trennen.
Dieser Rechner deckt drei Wege dazu ab – aus zwoelf Monatsmitteln, aus Heiztagen mit mittlerer Aussentemperatur oder als Witterungsbereinigung eines gemessenen Verbrauchs – und stellt zusaetzlich die DWD-Klimanormalperiode 1991–2020 fuer sechs deutsche Grossstaedte als Startwerte bereit.
Die sechs hinterlegten Staedte zeigen, wie stark sich die Gradtagszahl regional unterscheidet: Dresden kommt im langjaehrigen Mittel auf rund 3.596 Kd, Berlin auf rund 3.542 Kd, Hamburg auf rund 3.518 Kd, Muenchen auf rund 3.496 Kd, Koeln auf rund 3.203 Kd und Stuttgart auf rund 3.143 Kd – zwischen dem hoechsten und dem niedrigsten Wert liegen also mehr als 450 Kd Unterschied allein durch die Lage in Deutschland.
Wer den eigenen Standort keiner der sechs Staedte zuordnen kann, traegt stattdessen die eigenen zwoelf Monatsmittelwerte ein.
Fuer alle, die einen gemessenen Heizenergieverbrauch fair vergleichen wollen – etwa vor und nach einer Sanierung –, rechnet der dritte Modus den Verbrauch mit dem Klimafaktor aus langjaehriger und tatsaechlicher Gradtagszahl witterungsbereinigt um und weist zusaetzlich einen flaechenbezogenen Kennwert in kWh je m² und Kd aus.