Überblick
Was ist der bAV Rechner?
Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.
Was kostet die betriebliche Altersvorsorge wirklich netto? Der bAV-Rechner beantwortet diese Frage aus Bruttogehalt, Umwandlungsbetrag, Steuerklasse und Arbeitgeberzuschuss.
Betriebliche Altersvorsorge (bAV) bedeutet, dass ein Teil des Bruttogehalts vor Steuern und Sozialabgaben in einen Vorsorgevertrag fliesst, haeufig eine Direktversicherung. Diesen Vorgang nennt man Entgeltumwandlung.
Der Clou: Weil der Umwandlungsbetrag das zu versteuernde Einkommen senkt, ist der tatsaechliche Gehaltsverzicht, der Nettoaufwand, deutlich geringer als der Bruttobeitrag.
Der Rechner ermittelt fuenf Kerngroessen: den Nettoaufwand pro Monat, den Arbeitgeberzuschuss, die Steuer- und SV-Ersparnis, den Hebel (Verhaeltnis Gesamtbeitrag zu Nettoaufwand) und das prognostizierte Kapital bei Rentenbeginn.
Im Standardbeispiel wandelt eine Angestellte mit 3.500 Euro Monatsbrutto in Steuerklasse 1 monatlich 200 Euro um: Die Steuerersparnis betraegt 45,84 Euro, die SV-Ersparnis 43,50 Euro, der Arbeitgeberzuschuss 30 Euro.
Daraus ergibt sich ein Nettoaufwand von nur 110,66 Euro, ein Gesamtbeitrag von 230 Euro und ein Hebel von 2,08 — fuer jeden Euro Gehaltsverzicht fliessen 2,08 Euro in die Altersvorsorge.
Ueber 37 Jahre bei 3 Prozent Verzinsung waechst das Kapital laut Rechner auf 186.774,55 Euro.
Rechtsgrundlage ist das Betriebsrentengesetz (BetrAVG): Paragraf 1a gewaehrt jedem Arbeitnehmer einen Anspruch auf Entgeltumwandlung, Paragraf 3 Nr. 63 EStG regelt die Steuerfreiheit bis 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (2026: 676 Euro monatlich).
Seit 2019 muss der Arbeitgeber bei Neuvertraegen mindestens 15 Prozent des umgewandelten Betrags zuzahlen, sofern er Sozialversicherungsbeitraege spart (Paragraf 1a Abs. 1a BetrAVG). Seit 2022 gilt diese Pflicht auch fuer Altvertraege.
Wichtig: Die Betriebsrente wird im Ruhestand nachgelagert besteuert und unterliegt Beitraegen zur Krankenversicherung der Rentner (KVdR).
Trotzdem lohnt sich die bAV in der Regel, weil der Steuersatz im Alter niedriger ist und der Arbeitgeberzuschuss das eingesetzte Kapital erhoeht. Wie berechne ich den bAV-Nettoaufwand? Nettoaufwand = Nettolohn ohne bAV minus Nettolohn mit bAV.
Die genaue Hoehe haengt von Steuerklasse, Kirchensteuer, Kinderfreibetraegen und Bundesland ab, weil diese Parameter den Grenzsteuersatz und die SV-Beitraege bestimmen. Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss?
Mindestens 15 Prozent des umgewandelten Betrags, maximal bezogen auf die SV-freie Grenze von 338 Euro (4 Prozent der BBG RV 2026). Viele Arbeitgeber zahlen freiwillig mehr. Der Rechner laesst den Prozentsatz frei einstellen.