Zum Hauptinhalt springen

Netzteil-Rechner 2026: PC-Netzteil Watt berechnen

Technik & DigitalStand Noch keine Bewertung
W
W
Übertakten (OC)
ATX 3.x Lastspitzen
€/kWh
Anzeige

Kurzantwort

Der Netzteil-Rechner addiert die TDP-Werte Ihrer PC-Komponenten, berücksichtigt Übertaktung und ATX-3.x-Lastspitzen und empfiehlt eine Netzteil-Leistung mit 25 % Sicherheitsmarge. Die 80-PLUS-Effizienzklasse bestimmt den Wandverbrauch. Für die Stromkosten werden 4 Stunden tägliche Volllast angenommen.

PC-Netzteil berechnen: CPU-TDP, GPU-TDP und Komponenten eingeben

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Sept. 2026)Stand:

Überblick

Was ist der Netzteil-Rechner?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Wie viel Watt braucht mein PC-Netzteil wirklich – und wie findest du heraus, welches Modell zu deinem System passt? Die Antwort hängt nicht nur von der Grafikkarte ab, sondern von der Summe aller Komponenten: CPU-TDP, GPU-TDP, RAM-Module, SSDs, HDDs, Gehäuselüfter und Mainboard bilden zusammen den Systemverbrauch.

Der Netzteil-Rechner (im Englischen auch PSU-Calculator oder PSU-Kalkulator genannt) addiert diese Verbrauchswerte, berücksichtigt Übertakten und ATX-3.x-Lastspitzen und empfiehlt eine Netzteil-Leistung mit 25 % Sicherheitsmarge, aufgerundet auf die nächste 50er-Stufe – so wie Netzteile tatsächlich verkauft werden.

Das Ergebnis umfasst sieben Kennzahlen: die empfohlene Netzteil-Leistung in Watt, den reinen Systemverbrauch (DC), die Spitzenlast inklusive Transienten, die Wandleistung (AC) nach Einberechnung der 80-PLUS-Effizienz, die geschätzten Jahresstromkosten bei 4 Stunden täglicher Nutzung, die PSU-Auslastung in Prozent und einen Hinweis zur Einordnung des Ergebnisses.

Ein typischer Gaming-PC mit 105 W CPU und 200 W GPU (ohne Übertakten, ohne Transienten) kommt auf 414 W Systemverbrauch. Mit Gold-Effizienz (87 %) ergibt das 476 W Wandverbrauch und rund 243 € Stromkosten im Jahr.

Die empfohlenen 550 W liegen nahe der Volllast – der Rechner empfiehlt in diesem Fall mindestens 700 W für Reserve und Langlebigkeit. Netzteil-Rechner Formel: Systemverbrauch + Marge = empfohlene PSU-Leistung

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Der Rechner benötigt zehn Eingaben. Die beiden wichtigsten sind CPU-TDP und GPU-TDP in Watt – die Thermal Design Power findest du im Datenblatt des Prozessors oder der Grafikkarte (die Referenztabelle weiter unten listet die gängigsten Werte).

Typische Werte 2026: Ryzen 5 / Core i5 ab 65 W, Ryzen 7 / Core i7 um 105 W, Ryzen 9 / Core i9 bis 170–253 W.

Bei GPUs: RTX 4060 ab 115 W, RTX 4070 um 200 W, RTX 4090 bei 450 W, die aktuelle Generation RTX 5080 bei 360 W und RTX 5090 bei 575 W, AMDs RX 9070 XT bei 304 W.

Danach gibst du die Anzahl der Peripherie-Komponenten ein: RAM-Module (typisch 2–4), SSDs/NVMe-Laufwerke, HDDs und Gehäuselüfter. Für jede Kategorie rechnet das Modell mit einem festen Watt-Pauschalwert.

Zwei Auswahlfelder steuern die Lastberechnung: Übertakten (OC) schlägt 15 % auf CPU- und GPU-TDP auf, und ATX-3.x-Lastspitzen addiert die GPU-TDP nochmals zur Spitzenlast – relevant für Systeme mit 12VHPWR- oder 12V-2x6-Stecker.

Die 80-PLUS-Effizienzklasse bestimmt den Wandverbrauch: von 80 PLUS (80 %) bis Titanium (92 %). Der Strompreis ist mit 0,35 €/kWh vorbelegt und lässt sich anpassen.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Die Berechnung folgt vier Schritten. Im ersten Schritt ermittelt der Rechner den Systemverbrauch: CPU-TDP + GPU-TDP + Peripherie (RAM × 5 W + SSD × 5 W + HDD × 10 W + Lüfter × 3 W) + 80 W für Mainboard und Sonstiges.

Bei aktiviertem Übertakten steigen CPU- und GPU-TDP um den Faktor 1,15. Im zweiten Schritt wird die Spitzenlast bestimmt. Ohne ATX-3.x-Transienten entspricht sie dem Systemverbrauch.

Mit Transienten addiert der Rechner die GPU-TDP (nach OC-Zuschlag) nochmals, weil moderne GPUs kurzzeitig das Doppelte ihrer TDP abrufen können.

Im dritten Schritt folgt die Empfehlung: Spitzenlast × 1,25 Sicherheitsmarge, aufgerundet auf die nächste 50er-Stufe. Die 25 % Reserve sorgen dafür, dass das Netzteil im optimalen Effizienz-Bereich von 40–60 % Auslastung arbeitet.

Im vierten Schritt berechnet der Rechner die Wandleistung (Systemverbrauch ÷ Effizienz der gewählten 80-PLUS-Klasse) und daraus die Jahresstromkosten: Wandleistung × 4 Stunden × 365 Tage ÷ 1.000 × Strompreis.

Die PSU-Auslastung ist der Quotient aus Systemverbrauch und empfohlener Leistung. Netzteil-Rechner Berechnungsablauf: Komponenten → System → Spitzenlast → Empfehlung

Nachschlagen

Typische TDP- und TGP-Werte aktueller CPUs und GPUs

Die Thermal Design Power (TDP) von Prozessoren und die Total Graphics Power (TGP) bzw. Total Board Power (TBP) von Grafikkarten sind die wichtigsten Eingaben für den Netzteil-Rechner. Die folgenden Werte stammen aus den offiziellen Herstellerangaben.

Herstellerseitig angegebene TDP- bzw. TGP/TBP-Werte gängiger CPUs und GPUs (Stand 09/2026) zum direkten Eintragen in die Felder CPU TDP und GPU TDP.
KomponenteModellTDP / TGPKategorie
CPUAMD Ryzen 5 760065 WEinsteiger/Mittelklasse
CPUAMD Ryzen 7 7700X105 WMittelklasse/Gaming
CPUAMD Ryzen 9 7950X170 WHigh-End
CPUIntel Core i5-14600K125 W (Base Power)Mittelklasse/Gaming
CPUIntel Core i7-14700K125 W (Base Power)Gaming/High-End
CPUIntel Core i9-14900K125 W (Base Power)High-End/Enthusiast
GPUNvidia GeForce RTX 4060115 WEinsteiger-Gaming
GPUNvidia GeForce RTX 4070200 WMittelklasse-Gaming
GPUNvidia GeForce RTX 4070 Ti Super285 WEnthusiast-Gaming
GPUNvidia GeForce RTX 4090450 WHigh-End-Gaming
GPUNvidia GeForce RTX 5080360 WHigh-End-Gaming (aktuelle Generation)
GPUNvidia GeForce RTX 5090575 WEnthusiast (aktuelle Generation)
GPUAMD Radeon RX 7900 XTX355 WHigh-End-Gaming
GPUAMD Radeon RX 9070 XT304 WHigh-End-Gaming (aktuelle Generation)

Quelle: Herstellerdatenblätter (Intel ARK, AMD.com Produktspezifikationen, NVIDIA RTX-Spezifikationen), abgerufen 09/2026. CPU-Werte sind die vom Hersteller genannte Basisleistung (Intel: Processor Base Power, AMD: TDP); unter Turbo/Boost kann die reale Leistungsaufnahme kurzzeitig deutlich höher liegen. Nvidia-GPUs ab der RTX-40-Ti-Super-Klasse nutzen überwiegend den 12VHPWR-/12V-2x6-Anschluss – dafür im Rechner die Option „ATX 3.x Lastspitzen“ aktivieren.

Empfohlene Netzteil-Leistung nach Systemtyp

Wer die genaue TDP der eigenen Komponenten nicht kennt, findet hier eine Faustregel-Übersicht für typische PC-Konfigurationen. Alle Werte sind mit dem Netzteil-Rechner nachgerechnet (CPU 105 W außer Zeile 1, 2 RAM-Module, 2 SSDs, 3 Gehäuselüfter, 80-PLUS-Gold, ohne Übertaktung).

Systemverbrauch und empfohlene Netzteil-Leistung für typische PC-Konfigurationen vom Office-PC bis zum High-End-Gaming-System, berechnet mit dem Netzteil-Rechner am 26.09.2026.
SystemtypBeispiel-GPUSystemverbrauch (DC)Empfohlene Netzteil-Leistung
Büro/Home-Office ohne dedizierte GPUintegrierte Grafik (0 W)166 W250 W
Einsteiger-GamingRTX 4060 (115 W)329 W450 W
Mittelklasse-GamingRTX 4070 (200 W)414 W550 W
AMD High-End-Gaming (Standard-PCIe)RX 9070 XT (304 W)518 W650 W
Enthusiast-Gaming mit ATX-3.x-LastspitzenRTX 4070 Ti Super (285 W)502 W1.000 W
High-End-Gaming mit ATX-3.x-LastspitzenRTX 4090 (450 W)664 W1.400 W
Aktuelle Generation, High-End mit ATX-3.xRTX 5080 (360 W)574 W1.200 W
Aktuelle Generation, Enthusiast mit ATX-3.xRTX 5090 (575 W)789 W1.750 W

Zeile 1 nutzt abweichend 65 W CPU-TDP, 1 SSD und 2 Lüfter (typischer Office-PC). Zeilen mit „ATX-3.x-Lastspitzen“ haben die Option im Rechner aktiviert, weil diese Grafikkarten überwiegend den 12VHPWR-/12V-2x6-Anschluss nutzen – das addiert die volle GPU-TDP nochmals als Sicherheitszuschlag und liegt deshalb deutlich über der reinen DC-Systemlast. AMD-Grafikkarten wie die RX 9070 XT nutzen Stand 09/2026 Standard-PCIe-Anschlüsse ohne diesen Zuschlag.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Netzteil-Rechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Wie viel Watt braucht mein PC-Netzteil?

Die empfohlene Netzteil-Leistung ergibt sich aus der Summe aller Komponenten plus 25 % Sicherheitsmarge, aufgerundet auf die nächste 50-Watt-Stufe.

Ein Gaming-PC mit 105 W CPU-TDP und 200 W GPU-TDP kommt zusammen mit Mainboard, RAM, SSDs und Lüftern auf 414 W Systemverbrauch; mit 25 % Marge sind das 518 W, aufgerundet 550 W.

Ein Office-PC mit 65 W CPU, integrierter Grafik, einer SSD und zwei Lüftern kommt dagegen nur auf 166 W und damit auf ein 250-W-Netzteil.

Die Marge sorgt dafür, dass das Netzteil im effizientesten Auslastungsbereich von 40 bis 60 % arbeitet und Reserve für kurze Lastspitzen hat.

Trage CPU-TDP und GPU-TDP aus dem Datenblatt sowie die Anzahl von RAM, SSDs, HDDs und Lüftern ein – der Rechner übernimmt den Rest. Wer weniger Marge einplant, riskiert höhere Auslastung, geringeren Wirkungsgrad und mehr Abwärme unter Volllast.

Welches Netzteil brauche ich für meinen PC?

Welches Netzteil du brauchst, hängt von vier Eingaben ab: CPU-TDP, GPU-TDP sowie Anzahl von RAM-Modulen, SSDs, HDDs und Gehäuselüftern.

Kennst du die genauen TDP-Werte nicht, hilft die Referenztabelle mit TDP-Angaben gängiger CPUs und GPUs sowie eine zweite Tabelle mit fertigen Systemtyp-Empfehlungen von 250 W für einen Office-PC bis 1.750 W für ein High-End-System mit RTX 5090.

Für die meisten aktuellen Gaming-PCs mit einer Mittelklasse-GPU wie der RTX 4070 genügen 550 W, für ein High-End-System mit RTX 4090 und aktivierten ATX-3.x-Lastspitzen empfiehlt der Rechner dagegen 1.400 W.

Plane immer eine Stufe Reserve für spätere Aufrüstungen ein, denn ein zu knapp bemessenes Netzteil lässt sich nur durch einen kompletten Austausch nachrüsten, während ein Modell eine Stufe größer meist ohne Mehrkosten an Effizienz auskommt.

Wie finde ich heraus, wie viel Watt mein aktuelles Netzteil hat?

Die Wattzahl steht auf dem Typenschild an der Seite oder Unterseite des Netzteils, sichtbar nach Öffnen des Gehäuses – dort stehen die Gesamtleistung sowie die Leistung je Spannungsschiene, wobei die 12-V-Schiene für CPU und GPU entscheidend ist.

Software wie HWiNFO64 zeigt zwar den aktuellen Stromverbrauch der Komponenten an, kann aber die Nennleistung des verbauten Netzteils selbst nicht auslesen, weil Netzteile diese Information nicht an das System melden.

Findest du kein Etikett mehr, hilft der Kaufbeleg oder die auf dem Gehäuse aufgedruckte Modellbezeichnung, die sich online nachschlagen lässt.

Ein Wattmeter an der Steckdose ab rund 15 € misst zusätzlich den realen Wandverbrauch unter Last und zeigt, ob die gemessene Leistung deutlich unter der Typenschild-Angabe bleibt – ein Hinweis auf ein gesundes, nicht überlastetes Netzteil.

Vergleiche den abgelesenen Wert anschließend mit der Empfehlung des Rechners für dein System.

Ist ein 450-, 550- oder 650-Watt-Netzteil für meinen PC ausreichend?

Ob eine Wattzahl ausreicht, hängt vom Systemverbrauch plus 25 % Marge ab: 450 W reichen laut Rechner für ein Einsteiger-System mit RTX-4060-Grafikkarte (329 W Systemverbrauch), 550 W für ein Mittelklasse-System mit RTX 4070 (414 W) und 650 W für ein System mit RTX 4070 Ti Super ohne aktivierte ATX-3.x-Option (502 W Systemverbrauch).

Liegt der tatsächliche Verbrauch über diesen Werten, sinkt die Marge und das Netzteil läuft näher an der Volllast, was Lebensdauer und Laufruhe verschlechtert.

Trage die eigenen Komponenten in den Rechner ein, um die passende Stufe zu ermitteln, statt dich auf pauschale Angaben aus Foren zu verlassen.

Als Faustregel gilt: Liegt die berechnete Auslastung über 80 %, sollte man eine Stufe höher wählen, um Reserve für spätere Aufrüstungen zu behalten.

Was passiert, wenn das Netzteil zu wenig oder zu viel Watt hat?

Ein unterdimensioniertes Netzteil kann unter Volllast keine stabile Spannung mehr liefern: Symptome sind spontane Neustarts, Abstürze in Spielen oder ein hörbares Klickgeräusch (Coil Whine), weil einzelne Bauteile an ihre Grenze kommen.

Ein überdimensioniertes Netzteil schadet dem System dagegen nicht – ein für 414 W Systemverbrauch empfohlenes 550-W-Netzteil, ersetzt durch ein 850-W-Modell, sinkt in der Auslastung von 75,3 % auf rund 48,7 %, bleibt aber dank moderner Multi-Load-Zertifizierung effizient.

Der einzige Nachteil ist ein höherer Anschaffungspreis für ungenutzte Reserve. Kritisch wird es erst deutlich unterhalb der empfohlenen Leistung, etwa wenn ein System mit rund 500 W Bedarf an einem alten 350-W-Netzteil betrieben wird.

Prüfe im Zweifel mit einem Wattmeter, ob dein Netzteil unter Last die nötige Leistung überhaupt liefert, bevor du die Hardware für eine mögliche Fehlfunktion verantwortlich machst.

Welches Netzteil brauche ich für eine RTX 4070, RTX 4090, RTX 5080 oder RX 9070 XT?

Für eine RTX 4070 (200 W TGP) ohne ATX-3.x-Option empfiehlt der Rechner bei einem typischen System 550 W, für eine RTX 4090 (450 W TGP) mit aktivierten ATX-3.x-Lastspitzen wegen des 12VHPWR-Anschlusses dagegen 1.400 W.

Die aktuelle Generation liegt ähnlich: Eine RTX 5080 (360 W TGP) kommt mit Lastspitzen-Zuschlag auf 1.200 W, eine RTX 5090 (575 W TGP) auf 1.750 W.

AMDs RX 9070 XT (304 W Board Power) nutzt Stand 09/2026 Standard-PCIe-Stecker ohne Transienten-Zuschlag und kommt auf 650 W.

Die hohen Werte bei Nvidias Ti-Super- und 50er-Generation entstehen, weil der Rechner die volle GPU-TDP zusätzlich als Sicherheitszuschlag für Lastspitzen addiert – das liegt bewusst über oft niedrigeren Mindestangaben der Hersteller.

Aktiviere die Option nur bei Grafikkarten mit 12VHPWR-/12V-2x6-Stecker, sonst überschätzt der Rechner den Bedarf deutlich.

Was bedeuten die 80-PLUS-Effizienzklassen?

80 PLUS ist ein freiwilliges Zertifizierungsprogramm, das einen Mindestwirkungsgrad bei 20, 50 und 100 % Auslastung garantiert: 80 PLUS (80 %), Bronze (82 %), Silver (85 %), Gold (87 %), Platinum (89 %) und Titanium (92 %).

Der Rechner nutzt den Wert bei Nennlast.

Ein 550-W-Gold-Netzteil wandelt 414 W Systemlast in 476 W Wandverbrauch um, ein Bronze-Modell in 505 W – 29 W mehr, die als Wärme verloren gehen und über ein Jahr bei 4 Stunden täglicher Nutzung rund 15 € zusätzliche Stromkosten verursachen.

Für die meisten Gaming-PCs bietet Gold das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, weil sich der Aufpreis gegenüber Bronze innerhalb von zwei bis drei Jahren amortisiert.

Platinum und Titanium lohnen sich vor allem bei Systemen, die rund um die Uhr laufen, etwa Server oder Rendering-Workstations.

Was sind ATX-3.x-Lastspitzen und wann muss ich sie berücksichtigen?

Moderne GPUs ab der RTX-40-Ti-Super-Klasse und der RTX-50-Serie können für Mikrosekunden das Doppelte ihrer TDP abrufen – sogenannte transiente Lastspitzen.

Der ATX-3.1-Standard (Intels Power Supply Design Guide) verlangt, dass Netzteile diese Spitzen abfangen. Aktivierst du die Option im Rechner, addiert er die GPU-TDP nochmals zur Spitzenlast: Bei 200 W GPU-TDP steigt die Spitzenlast dadurch um 200 W.

Aktiviere sie, wenn deine Grafikkarte einen 12VHPWR- oder 12V-2x6-Anschluss nutzt; bei älteren Karten mit 6+2-Pin-Steckern oder AMD-Modellen wie der RX 9070 XT mit Standard-PCIe-Anschluss ist sie nicht nötig.

Ein ATX-3.1-zertifiziertes Netzteil erkennst du am Logo und am nativen 12VHPWR-Kabel ohne Adapter; ältere Netzteile mit Adapter fangen Transienten oft nicht sauber ab, was zu Schutzabschaltungen unter Last führen kann – ein häufiges Problem bei nachgerüsteten High-End-GPUs ab 250 W TDP.

Wie wirkt sich Übertakten auf den Strombedarf aus?

Bei aktiviertem Übertakten schlägt der Rechner pauschal 15 % auf die TDP von CPU und GPU auf: Aus 105 W CPU-TDP werden 121 W, aus 200 W GPU-TDP werden 230 W, der Systemverbrauch steigt dadurch von 414 auf 460 W und die Empfehlung von 550 auf 600 W.

Das ist ein konservativer Durchschnittswert für moderates Allround-Overclocking; in der Praxis zieht CPU-Übertaktung 10 bis 30 % mehr, GPU-Übertaktung über das Power-Limit 20 bis 40 % mehr.

Extreme Übertaktung mit Spannungs-Mods sprengt jeden Online-Rechner – hier hilft nur ein Wattmeter an der Steckdose.

Wichtig: Mit dem Verbrauch steigt auch die Abwärme, ein stärkeres Netzteil allein reicht nicht, wenn die Kühlung nicht mitwächst, sonst drosselt die CPU oder GPU thermisch und der Leistungsgewinn verpufft.

Wie berechnet der Rechner die jährlichen Stromkosten meines PCs?

Die Formel lautet: Wandleistung (AC) mal 4 Stunden tägliche Nutzung mal 365 Tage geteilt durch 1.000 mal Strompreis pro kWh. Die Wandleistung ist der Systemverbrauch geteilt durch den Wirkungsgrad der gewählten 80-PLUS-Klasse.

Beispiel: 414 W Systemverbrauch bei Gold-Effizienz (87 %) ergeben 475,86 W Wandleistung, macht über ein Jahr bei 0,35 €/kWh 243,16 €.

Die 4 Stunden sind ein Durchschnittswert für einen aktiv genutzten Gaming- oder Arbeitsplatz-PC; im Idle verbraucht ein moderner PC nur 30 bis 80 W, wer hauptsächlich im Idle arbeitet und selten spielt, kann die realen Kosten grob halbieren.

Bei 0,35 €/kWh spart ein Gold- gegenüber einem Bronze-Netzteil über fünf Jahre rund 74 € (14,83 €/Jahr) bei einem 550-W-System mit vier Stunden täglicher Nutzung – ändere den Strompreis im Rechner, um die Kosten an deinen eigenen Tarif anzupassen.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Starte mit den Standardwerten: 105 W CPU, 200 W GPU, Gold-Effizienz. Das Ergebnis zeigt 550 W empfohlene Leistung bei 75,3 % Auslastung – das ist bereits nahe der Volllast.

Aktiviere nun Übertakten: CPU und GPU steigen um 15 %, der Systemverbrauch springt auf 460 W und die Empfehlung auf 600 W.

Schalte zusätzlich ATX-3.x-Lastspitzen ein: Die Spitzenlast steigt von 460 auf 690 W (GPU-TDP 230 W wird nochmals addiert), die Empfehlung springt auf 900 W.

Das zeigt, wie stark Transienten das Ergebnis beeinflussen – ohne sie reicht ein 600-W-Netzteil, mit ihnen brauchst du 900 W.

Wechsle bei aktiviertem Übertakten die Effizienzklasse von Gold auf Bronze: Die empfohlene Leistung bleibt gleich (sie hängt nur von der DC-Last ab), aber die Wandleistung steigt von 528,74 auf 560,98 W und die Stromkosten von 270,19 auf 286,66 €/Jahr.

Über 5 Jahre Nutzungsdauer spart Gold gegenüber Bronze in diesem Fall rund 82 €. Für eine realistische Einschätzung deines bestehenden Systems: Miss den Wandverbrauch mit einem Wattmeter unter Volllast (z. B. mit Prime95 + FurMark).

Der gemessene Wert sollte unter der Rechner-Wandleistung liegen, weil CPU und GPU selten gleichzeitig 100 % ziehen.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Marc baut einen neuen Gaming-PC mit Ryzen 7 9700X (105 W TDP) und GeForce RTX 4070 Ti SUPER (285 W TDP). Er plant 2 × 16 GB DDR5 RAM, 2 NVMe-SSDs und 4 Gehäuselüfter. Übertakten ist nicht geplant, die RTX 4070 Ti SUPER nutzt einen 12VHPWR-Stecker.

Marc trägt ein: CPU 105 W, GPU 285 W, 2 RAM-Module, 2 SSDs, 0 HDDs, 4 Lüfter, kein OC, ATX-3.x-Lastspitzen ja, Gold-Effizienz, 0,35 €/kWh.

Der Rechner zeigt: Systemverbrauch 502 W, Spitzenlast 787 W (285 W GPU nochmals addiert), empfohlene Leistung 1.000 W. Ohne ATX-3.x-Transienten wären es nur 650 W. Die Transienten machen den Unterschied von 350 W.

Marc entscheidet sich für ein 850-W-Netzteil mit ATX-3.1-Zertifizierung (das ATX-3.1-Logo garantiert, dass das Netzteil Transienten abfängt) – ein Kompromiss zwischen der 650-W-Dauerlast und der 1.000-W-Empfehlung.

Die Stromkosten zeigt der Rechner mit 294,85 €/Jahr bei Gold-Effizienz.

Platinum würde rund 6,63 €/Jahr sparen (288,22 €/Jahr) – bei einem Aufpreis von 40–60 € für das Netzteil amortisiert sich das erst nach 6 bis 9 Jahren, Platinum lohnt sich hier also vor allem bei Dauerbetrieb statt reinem Gaming.

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Fehler ist, nur die GPU-TDP als Maßstab zu nehmen und den Grundverbrauch von CPU, Mainboard und Peripherie zu unterschätzen. Ein System mit 200 W GPU hat mit allen Komponenten leicht 400+ W Gesamtverbrauch.

Zweitens werden ATX-3.x-Lastspitzen übersehen: Eine RTX 4090 kann für Mikrosekunden 900 W ziehen – ein 850-W-Netzteil ohne ATX-3.x-Zertifizierung schaltet dann per OCP ab.

Drittens verwechseln viele die Nennleistung mit der Dauerleistung: Günstige Netzteile halten ihre Nennleistung nur bei 25 °C, unter Last und Wärme liefern sie 10–20 % weniger.

Viertens wird die Effizienzklasse mit der Nennleistung verwechselt – ein 80-PLUS-Gold-550-W-Netzteil liefert 550 W DC, aber zieht dabei 632 W aus der Steckdose.

Fünftens überschätzen manche den Stromverbrauch im Idle: Ein moderner PC zieht bei Desktop-Nutzung nur 30–80 W, nicht die volle TDP – die 4-Stunden-Volllast-Annahme ist ein konservativer Richtwert.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Netzteil-Rechner addiert CPU-TDP, GPU-TDP und Peripherie zu einem Systemverbrauch, berücksichtigt Übertakten und ATX-3.x-Lastspitzen und empfiehlt eine Netzteil-Leistung mit 25 % Sicherheitsmarge.

Das Ergebnis zeigt gleichzeitig Wandverbrauch und Stromkosten, damit du Effizienzklassen vergleichen kannst.

Als nächsten Schritt kannst du durchspielen, wie Übertakten und Transienten die Empfehlung verändern, und dein vorhandenes Netzteil mit dem Ergebnis abgleichen.

Der verwandte Stromverbrauch-Rechner schätzt den Gesamtverbrauch deines Haushalts, und der Wirkungsgrad-Rechner erklärt das Effizienz-Prinzip hinter 80 PLUS. Gamer ermitteln mit dem FOV-Rechner das passende Sichtfeld für ihr Monitor-Setup.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Empfohlene Netzteil-Leistung 250 W. Systemverbrauch 166 W, Wandleistung 202,44 W. Stromkosten 103,45 €/Jahr. PSU-Auslastung 66,4 %.

Office-PC ohne dedizierte GPU

CPU TDP
65 W
GPU TDP
0 W (iGPU)
RAM-Module
2
SSDs / NVMe
1

Weitere 6 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 2 · Mittel · Empfohlene Netzteil-Leistung 1.450 W. Systemverbrauch 727 W, Spitzenlast 1.129 W. Wandleistung 835,63 W. Stromkosten 427,01 €/Jahr. PSU-Auslastung 50,1 %.

High-End-Gaming mit OC und ATX 3.x Transienten

CPU TDP
170 W (Core i9 / Ryzen 9)
GPU TDP
350 W (RTX 4090)
RAM-Module
4
SSDs / NVMe
3

Weitere 6 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 3 · Komplex · Empfohlene Netzteil-Leistung 1.700 W. Systemverbrauch 878 W, Spitzenlast 1.328 W. Wandleistung 986,52 W. Stromkosten 504,11 €/Jahr. PSU-Auslastung 51,6 %.

Workstation mit Dual-GPU-Leistung und ATX 3.x

CPU TDP
250 W (Threadripper)
GPU TDP
450 W (RTX 4090 / W9000)
RAM-Module
8
SSDs / NVMe
4

Weitere 6 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 4 · Komplex · Empfohlene Netzteil-Leistung 1.200 W. Systemverbrauch 574 W, Spitzenlast 934 W. Wandleistung 659,77 W. Stromkosten 337,14 €/Jahr. PSU-Auslastung 47,8 %.

Aktuelle Generation mit RTX 5080 und ATX-3.x-Anschluss

CPU TDP
105 W (Ryzen 7 / Core i7)
GPU TDP
360 W (RTX 5080)
RAM-Module
2
SSDs / NVMe
2

Weitere 6 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Weiterführende Rechner und Themen

Alle Anschlussrechner und Vertiefungen in einem klaren Modul, damit du direkt zur nächsten sinnvollen Berechnung springen kannst.

KD-RechnerKD, KDA und Winrate berechnen: Kills, Tode und Assists eingeben, im Ziel-Modus die nötigen Kills bis zum gewünschten KD ermitteln.Powerstation-Solar-RechnerSolarladezeit einer Powerstation berechnen: Panelleistung, Solareingang und Sonnenlage eintragen, Ladezeit, Tagesertrag je Monat und nötige Panelleistung ablesen.Elektrische Leistungs-RechnerLeistung, Spannung, Strom und Widerstand aus zwei Eingaben berechnen.Wirkungsgrad-RechnerWirkungsgrad, Verlustleistung und Effizienzklassen berechnen.Datenvolumen-RechnerDatenverbrauch für Streaming, Surfen, Videocalls, Social Media und Gaming pro Tag, Woche oder Monat abschätzen.Farb-KonverterFarben zwischen HEX, RGB und HSL umrechnen – mit Farbvorschau und fertigen CSS-Codes zum Kopieren.Download- & Upload-Zeit-RechnerÜbertragungszeit für Dateien bei gegebener Bandbreite oder benötigte Bandbreite für eine Zielzeit berechnen – inklusive Protokoll-Overhead.Subnetz-RechnerIPv4- und IPv6-Subnetze berechnen: Netzadresse, Broadcast, Hostbereich, Subnetzmaske und Aufteilung in Subnetze.IEEE-754-KonverterDezimalzahl in IEEE 754 binary32 oder binary64 umrechnen — Vorzeichen, Exponent, Mantisse, Hex-Darstellung und Rundungsfehler ablesen.Zweierkomplement-RechnerDezimalzahlen in 8-, 16- oder 32-Bit-Zweierkomplement umrechnen und umgekehrt — mit Binär-, Hex-Darstellung und Überlauf-Erkennung.Boolesche-Algebra-RechnerBoolesche Ausdrücke mit bis zu vier Variablen auswerten: Wahrheitstabelle, DNF und KNF, Minimalform nach Quine-McCluskey und Äquivalenzprüfung zweier Ausdrücke.Bildschirmzeit-RechnerBildschirmzeit von Werktag und Wochenende auf Tag, Woche und Jahr hochrechnen, Anteil an der Wachzeit bestimmen und mit dem Richtwert der Leitlinie für die Altersgruppe vergleichen.Cloud-Speicherbedarf-RechnerBenötigten Cloud-Speicher für Fotos, Videos und Dokumente berechnen und passenden Cloud-Tarif mit Puffer finden.Backup-Größe-RechnerBackup-Größe für Voll-, inkrementelle und differenzielle Backups mit Komprimierung und geschätzter Backup-Dauer berechnen.Foto- & Video-Speicher-RechnerSpeicherbedarf für Fotos und Videos berechnen oder umgekehrt aus gegebener Speicherkartengröße abschätzen, wie viele Fotos und Video-Minuten darauf passen.

Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Die Empfehlung ist eine konservative Faustregel mit 25 % Sicherheitsmarge auf die Spitzenlast. Bei aktivierten ATX-3.x-Lastspitzen kann sie über der vom Grafikkarten- oder Netzteilhersteller genannten Mindestempfehlung liegen, weil die volle GPU-TDP zusätzlich als Sicherheitszuschlag eingerechnet wird.

Quelle: ATX12V v3.1 / ATX 3.1 Power Supply Design Guide (Intel, 2024), 80 PLUS Certified Power Supplies (CLEAResult/Ecova)

Stand: 2026-09-27

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
27. September 2026
Fachbereich
Technik & Digital / Computerleistung
Formeln basieren auf
ATX12V/ATX3.1 Power Supply Design Guide (Intel) für Sicherheitsmarge und Transienten-Modell; 80-PLUS-Zertifizierungsstufen (CLEAResult) für die Wirkungsgrade je Effizienzklasse.
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Netzteil-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/technik-digital/computerleistung/netzteil-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Netzteil-Rechner. Available at: https://rechner-portal.de/technik-digital/computerleistung/netzteil-rechner

Werbestatus

Mögliche Werbung hat keinen Einfluss auf Rechenweg, Ergebnis oder Priorisierung dieses Rechners.