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Statik berechnen: Biegemoment, Durchbiegung und Ausnutzung

Bau & HandwerkStand Noch keine Bewertung

Kurzantwort

Der Statik-Rechner bestimmt Biegemoment, Querkraft, Spannung und Durchbiegung für Einfeldträger aus Stahl oder Holz. Drei Lastfälle und 48 Walzprofile stehen zur Wahl — Ergebnis in Sekunden, Profilwechsel per Klick.

Statik berechnen: Stützweite, Last und Profil eingeben — Biegemoment

Kilian AchatzFachredaktion Bau & Handwerk
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Sept. 2026)Stand:

Überblick

Einfeldträger-Statik berechnen

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Die Einfeldträger-Statik ist die Grundlage jeder Vorbemessung im Stahlbau und Holzbau: Ein Träger liegt auf zwei Auflagern, dazwischen wirkt eine Last, und aus Stützweite, Lastfall und Querschnitt ergeben sich Biegemoment, Querkraft, Biegespannung und Durchbiegung. Der Statik-Rechner bestimmt diese vier Schnittgrößen und Verformungen für Stahl S235, Stahl S355 und Holz C24 — wahlweise mit 48 genormten Walzprofilen nach DIN EN 10365 (IPE 80–600, HEA und HEB 100–400) oder einem frei wählbaren Rechteckquerschnitt.

Drei Lastfälle stehen zur Wahl: Gleichlast, Einzellast in Feldmitte und Einzellast mit frei wählbarem Abstand vom Auflager.

Für jeden Fall berechnet der Rechner neben den absoluten Ergebnissen zwei Ausnutzungsgrade — einen für Biegung (Spannung gegen Streckgrenze bzw. Bemessungsfestigkeit) und einen für Durchbiegung (Verformung gegen den wählbaren Grenzwert l/300).

Liegt einer der beiden über 100 %, ist der Querschnitt nicht ausreichend, und der Rechner weist das in der Hinweiszeile aus.

Zusätzlich erscheint das erforderliche Widerstandsmoment Wy für genau 100 % Biegeausnutzung, sodass der passende Profilwechsel direkt ablesbar ist.

Der Rechner ist eine Vorbemessung und ersetzt keinen vollständigen Tragsicherheitsnachweis nach Eurocode. Nicht geführt werden Schubnachweis, Stabilitätsnachweis gegen Knicken und Kippen, Auflagerpressung, Brandschutz und dynamische Belastungen. Einfeldträger: Stützweite, Auflager, Lastfall und resultierende Schnittgrößen

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Die Stützweite in Metern ist der Abstand zwischen den beiden Auflagern und geht quadratisch in das Biegemoment und mit der vierten Potenz in die Durchbiegung ein — selbst geringe Änderungen verschieben die Ergebnisse stark. Beim Lastfall wählen Sie zwischen Gleichlast in kN/m, Einzellast in Feldmitte und Einzellast mit frei wählbarem Abstand a vom linken Auflager.

Gleichlast ist der Standardfall für Decken- und Dachträger, Einzellast für Stützenlasten und konzentrierte Auflasten.

Das Material legt den E-Modul und die zulässige Spannung fest: Stahl S235 mit 235 N/mm² Streckgrenze und E = 210 000 N/mm², S355 mit 355 N/mm² sowie Holz C24 mit einer Bemessungsfestigkeit von 14,8 N/mm² (fm,k = 24 N/mm², kmod = 0,8, γM = 1,3 nach DIN EN 1995-1-1).

Beim Querschnitt steht ein Walzprofil aus der Tabelle oder ein frei definierbarer Rechteckquerschnitt mit Breite b und Höhe h in Millimeter zur Wahl.

Die Durchbiegungsgrenze l/300 ist voreingestellt und entspricht dem gängigen Wert nach Eurocode 3 und 5 für Deckenträger; für empfindliche Einbauten wird l/500 empfohlen, für Hallenbinder kann l/250 genügen.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Gleichlast: Biegemoment M = q·l²/8, Querkraft V = q·l/2, Durchbiegung f = 5·q·l⁴ / (384·E·I). Einzellast in Feldmitte: M = F·l/4, V = F/2, f = F·l³ / (48·E·I).

Einzellast bei Abstand a (b = l − a): M = F·a·b/l, V = max(F·b/l, F·a/l), maximale Durchbiegung nach der Standardformel f = F·b·(l²−b²)^(3/2) / (9·√3·l·E·I) mit b als der längeren Teillänge.

Biegespannung σ = M/W, Ausnutzung Biegung = σ/fzul × 100 %, Ausnutzung Durchbiegung = f/(l/Grenzfaktor) × 100 %. Beim Rechteckquerschnitt: Trägheitsmoment Iy = b·h³/12, Widerstandsmoment Wy = b·h²/6.

Rechenbeispiel: IPE 200, S235, 5 m Stützweite, 5 kN/m Gleichlast. M = 5 × 25 / 8 = 15,63 kNm. V = 5 × 5 / 2 = 12,5 kN. σ = 15 625 000 / 194 000 = 80,5 N/mm². f = 5 × 5000 × 625 / (384 × 210 000 × 1 943 × 10⁴) = 10,0 mm.

Durchbiegungsgrenze l/300 = 16,7 mm. Ausnutzung Biegung 34,3 %, Ausnutzung Durchbiegung 59,8 % — der Querschnitt reicht, die Durchbiegung ist aber bereits maßgebend. Statik-Formeln: Gleichlast M = q·l²/8 und Einzellast M = F·l/4 als Schnittgrößenbilder

Formeln für Biegemoment, Durchbiegung und Biegespannung eines Einfeldträgers bei Gleichlast.
Gleichlast: M = qL²/8, f = 5qL⁴/(384EI). Einzellast Mitte: M = FL/4, f = FL³/(48EI). Biegespannung σ = M/Wy darf die Streckgrenze (Stahl) bzw. Bemessungsfestigkeit (Holz) nicht überschreiten.

Nachschlagen

Ausnutzungstabelle: Walzprofile bei 5 kN/m Gleichlast (S235, l/300)

Durchbiegungs- und Biegeausnutzung in Prozent für gängige Walzprofile bei 5 kN/m Gleichlast, Material S235, Durchbiegungsgrenze l/300. Werte über 100 % bedeuten: Profil reicht nicht – maßgebend ist fast immer die Durchbiegung.

Ausnutzung (Durchbiegung % / Biegung %) bei 5 kN/m Gleichlast, S235, l/300
Profil4 m5 m6 m8 m
IPE 100348 / 124680 / 1941 175 / 2802 785 / 498
IPE 16069 / 39134 / 61231 / 88548 / 156
IPE 20031 / 2260 / 34103 / 49245 / 88
IPE 24015 / 1330 / 2152 / 30122 / 53
IPE 3007 / 814 / 1224 / 1757 / 31
HEA 20016 / 1132 / 1754 / 25129 / 44
HEB 20011 / 820 / 1235 / 1784 / 30

Werte = Ausnutzung in % (Durchbiegung / Biegung) bei Gleichlast 5 kN/m, S235 (fy = 235 N/mm², E = 210 000 N/mm²), Durchbiegungsgrenze l/300. Über 100 %: Nachweis nicht erfüllt. In der Praxis wird fast immer die Durchbiegung maßgebend — deshalb steht sie an erster Stelle. Für abweichende Lasten, Einzellasten, andere Materialien (S355, C24) oder Rechteckquerschnitte die genauen Werte oben in den Rechner eingeben.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Statik-Rechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist ein Einfeldträger und wann gilt diese Berechnung?

Ein Einfeldträger ist ein Balken, der auf genau zwei Auflagern frei drehbar aufliegt und dazwischen eine Last aufnimmt.

Diese Lagerung ist der häufigste Fall im Stahlbau und Holzbau: Deckenträger zwischen zwei Wänden, Unterzüge auf Stützen oder Pfetten zwischen Bindern.

Die Berechnung gilt für statisch bestimmte Systeme mit einem einzigen Feld, also ohne Kragarm und ohne Durchlaufwirkung über mehrere Felder.

Entscheidend ist, dass die Auflager keine Einspannung haben, sondern Drehung zulassen — das ist bei üblichen Auflagerkonsolen und Mauerauflagerungen der Fall.

Sobald ein Träger über drei oder mehr Stützen durchläuft, verteilen sich die Schnittgrößen anders als beim Einfeldträger, und die hier berechneten Werte gelten nicht mehr.

Gleiches gilt für eingespannte Enden (Kragarm), bei denen das Biegemoment am Auflager maximal wird statt in Feldmitte. Für einfache Hallenträger, Geschossdecken und Dachpfetten auf zwei Auflagern liefert der Rechner eine belastbare Vorbemessung.

Warum ist die Durchbiegung oft maßgebender als die Biegespannung?

Die Durchbiegung wächst mit der vierten Potenz der Stützweite (bei Gleichlast), während das Biegemoment nur quadratisch steigt.

Bei größeren Spannweiten übersteigt die Verformung den zulässigen Grenzwert l/300 deshalb oft, bevor die Biegespannung die Streckgrenze erreicht.

Beispiel aus dem Rechner: Ein IPE 200 aus S235 bei 6 m Stützweite und 8 kN/m Gleichlast erreicht nur 79 % Biegeausnutzung, aber 165,4 % Durchbiegungsausnutzung — die Spannung von 185,6 N/mm² liegt deutlich unter der Streckgrenze von 235 N/mm², doch die Durchbiegung von 33,1 mm überschreitet die Grenze von 20 mm um das 1,6-Fache.

Der Wechsel auf IPE 240 senkt die Durchbiegung auf 16,5 mm und löst das Problem, weil das Trägheitsmoment von 1 943 auf 3 892 cm⁴ steigt. Faustregel: Bei einem Schlankheitsverhältnis l/h > 25 wird fast immer die Durchbiegung zum maßgebenden Nachweis.

Deshalb lohnt es sich, zuerst die Durchbiegungsausnutzung zu prüfen und erst dann die Biegespannung.

Was bedeutet das erforderliche Widerstandsmoment Wy?

Das Widerstandsmoment Wy beschreibt die Fähigkeit eines Querschnitts, Biegemomente aufzunehmen, ohne die zulässige Spannung zu überschreiten.

Der Rechner gibt das erforderliche Wy für genau 100 % Biegeausnutzung aus: Liegt Ihr gewähltes Profil darüber, reicht der Querschnitt für die Biegung; liegt es darunter, ist ein größeres Profil nötig.

Im Beispiel 5 m Stützweite, 5 kN/m Gleichlast, S235 beträgt das erforderliche Wy 66,5 cm³ — ein IPE 200 mit 194 cm³ hat also reichlich Reserve (34,3 % Ausnutzung).

Für die Profilsuche sortieren Sie die Profilliste nach Wy: IPE-Profile steigen von 20 cm³ (IPE 80) bis 3 069 cm³ (IPE 600), HEB-Profile bieten bei gleicher Bauhöhe mehr Wy als IPE, etwa HEB 200 mit 570 cm³ gegenüber IPE 200 mit 194 cm³.

Beachten Sie, dass das Wy allein nur die Biegung abdeckt — die Durchbiegung hängt zusätzlich vom Trägheitsmoment Iy ab, und ein Profil mit ausreichendem Wy kann trotzdem an der Verformung scheitern.

Welche Unterschiede bestehen zwischen IPE, HEA und HEB?

IPE-Profile (European I-Beams) haben einen schmalen Flansch im Verhältnis zur Höhe und sind die leichteste Profilreihe — sie eignen sich für Träger, die vorwiegend um die starke Achse beansprucht werden.

HEA-Profile (breitflanschig, leichte Reihe) bieten bei gleicher Höhe eine breitere Flanschplatte und damit ein höheres Trägheitsmoment um die schwache Achse, was sie kippsicherer macht.

HEB-Profile (breitflanschig, schwere Reihe) haben noch dickere Flansche und Stege und liefern bei gleicher Nenngröße das höchste Widerstandsmoment.

Vergleich bei Größe 200: IPE 200 hat Wy = 194 cm³ und Iy = 1 943 cm⁴, HEA 200 hat Wy = 389 cm³ und Iy = 3 692 cm⁴, HEB 200 hat Wy = 570 cm³ und Iy = 5 696 cm⁴.

HEB 200 bietet also fast das Dreifache an Widerstandsmoment gegenüber IPE 200, wiegt aber auch fast dreimal so viel (78,1 cm² gegenüber 28,5 cm² Querschnittsfläche).

Im Rechner können Sie alle drei Reihen direkt vergleichen, indem Sie nur das Profil wechseln und die Ausnutzungsgrade ablesen.

Wie unterscheidet sich die Statik von Stahl und Holz C24?

Der wichtigste Unterschied liegt im E-Modul: Stahl S235 und S355 haben E = 210 000 N/mm², Holz C24 nur E = 11 000 N/mm².

Da die Durchbiegung direkt proportional zu 1/E ist, verformt sich ein Holzträger bei gleicher Geometrie und Last 19-mal stärker als ein Stahlträger.

Dafür ist die zulässige Biegespannung bei Holz C24 mit 14,8 N/mm² (fm,k = 24, kmod = 0,8, γM = 1,3 nach DIN EN 1995-1-1) wesentlich niedriger als bei Stahl S235 mit 235 N/mm².

In der Praxis bedeutet das: Holzquerschnitte müssen deutlich größer dimensioniert werden als Stahlprofile, um beide Nachweise zu bestehen.

Beispiel: Bei 4 m Stützweite und 15 kN Einzellast bei a = 1,5 m erreicht ein Rechteck 120 × 240 mm aus C24 bereits 82,7 % Biegeausnutzung und 90,3 % Durchbiegungsausnutzung — ein IPE 200 aus S235 würde unter derselben Last bei nur rund 5 % liegen.

Nutzen Sie die Materialauswahl, um Stahl und Holz für denselben Lastfall direkt gegenüberzustellen.

Wann reicht eine Vorbemessung und wann brauche ich einen Tragwerksplaner?

Eine Vorbemessung wie der Statik-Rechner eignet sich, um vor der eigentlichen Planung den Querschnittsbedarf einzugrenzen: Welches Profil kommt in Frage, wo liegt die Größenordnung, welcher Lastfall ist maßgebend?

Das spart in der Zusammenarbeit mit dem Tragwerksplaner Zeit und Kosten, weil bereits ein plausibles Ausgangsprofil feststeht.

Einen vollständigen statischen Nachweis benötigen Sie bei tragenden Bauteilen in Gebäuden (Bauordnungsrecht), bei Konstruktionen mit Knicklängen über 3–4 m (Stabilitätsnachweis), bei dynamischen Belastungen wie Maschinen oder Windlasten, bei Durchlaufträgern über mehrere Felder und bei Verbundkonstruktionen aus Stahl und Beton.

Der Rechner führt weder den Schubnachweis für die Querkraft noch den Nachweis gegen Biegedrillknicken, weshalb ein Profil, das hier grün erscheint, im vollständigen Nachweis trotzdem versagen kann.

Für nicht tragende Konstruktionen wie Regalsysteme, Werkbänke oder Vordächer unter 2 m Auskragung ist die Vorbemessung oft ausreichend.

Was passiert, wenn die Ausnutzung über 100 Prozent liegt?

Eine Ausnutzung über 100 % zeigt an, dass der gewählte Querschnitt für den Lastfall nicht ausreicht.

Bei der Biegeausnutzung bedeutet das: Die berechnete Biegespannung übersteigt die Streckgrenze (Stahl) bzw. die Bemessungsfestigkeit (Holz), der Träger würde plastifizieren oder brechen.

Bei der Durchbiegungsausnutzung ist die zulässige Verformung überschritten — der Träger biegt sich stärker als l/300 (bei Voreinstellung), was zu Rissen im Estrich, schwingenden Böden oder Schäden an empfindlichen Einbauten führen kann.

Der Rechner gibt in beiden Fällen einen Hinweis aus. Als erste Maßnahme hilft ein größerer Querschnitt: Das erforderliche Widerstandsmoment Wy zeigt, ab welchem Profil die Biegung unter 100 % fällt.

Für die Durchbiegung zählt das Trägheitsmoment Iy, das bei IPE-Profilen von 80,1 cm⁴ (IPE 80) bis 92 080 cm⁴ (IPE 600) reicht. Alternativ kann eine kürzere Stützweite oder eine geringere Last das Problem lösen.

Prüfen Sie stets beide Ausnutzungen getrennt, da ein Querschnitt für die Biegung reichen, aber an der Durchbiegung scheitern kann.

Wie lese ich die Durchbiegungsgrenze l/300 richtig ab?

Die Durchbiegungsgrenze l/300 bedeutet: Die maximal zulässige Durchbiegung beträgt ein Dreihundertstel der Stützweite. Bei 6 m Stützweite sind das 6 000 / 300 = 20 mm.

Überschreitet die berechnete Durchbiegung diesen Wert, zeigt der Rechner eine Ausnutzung über 100 % an.

Der Grenzwert l/300 ist im Feld Durchbiegungsgrenze voreingestellt und lässt sich anpassen: l/250 ist ein allgemeiner Grenzwert nach Eurocode für Gesamtverformung, l/300 der gängige Wert für Deckenträger nach Eurocode 3 und 5, l/500 wird für empfindliche Einbauten wie Glasfassaden oder Präzisionsmaschinen verwendet.

Je höher der Nenner, desto strenger die Anforderung. Im Rechner wird die Durchbiegungsgrenze in Millimetern ausgegeben und direkt mit der berechneten Durchbiegung verglichen.

Das Ergebnis zeigt zwei getrennte Werte: die absolute Durchbiegung in mm und den prozentualen Ausnutzungsgrad.

Bei 5 m Stützweite und l/300 beträgt die Grenze 16,7 mm; ein IPE 200 mit 5 kN/m Gleichlast erreicht 10,0 mm, also 59,8 % — noch ausreichend, aber bereits über die Hälfte der zulässigen Verformung.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Ob Biegung oder Durchbiegung maßgebend ist, hängt vom Verhältnis Stützweite zu Querschnittshöhe ab. Bei schlanken Trägern mit großer Spannweite bestimmt fast immer die Durchbiegung die Profilwahl, bei gedrungenen Trägern die Biegespannung.

Faustregel für Stahlträger: Bei l/h > 25 wird die Durchbiegung kritisch. Beispiel: Ein IPE 200 (h = 200 mm) trägt bei 5 m Stützweite und 5 kN/m nur 34,3 % der Biegeausnutzung, aber schon 59,8 % der Durchbiegungsgrenze.

Bei der Materialwahl ist der Unterschied zwischen S235 und S355 rein auf die Biegung bezogen: Beide haben denselben E-Modul von 210 000 N/mm², die Durchbiegung bleibt also identisch.

S355 hilft nur, wenn die Biegespannung das Problem ist, nicht die Verformung.

Holz C24 hat mit E = 11 000 N/mm² einen 19-mal niedrigeren E-Modul als Stahl — bei gleicher Stützweite und Last ist die Durchbiegung entsprechend größer, weshalb Holzquerschnitte deutlich höher ausfallen müssen.

Prüfen Sie bei Einzellasten mit Abstand a immer auch den Randfall a nahe am Auflager: Das Biegemoment sinkt, aber die Querkraft steigt im Verhältnis, und bei kurzen Abständen kann der Schubnachweis (den dieser Rechner nicht führt) maßgebend werden.

Nutzen Sie das erforderliche Widerstandsmoment Wy als Suchhilfe: Es zeigt direkt, ab welchem Profil die Biegeausnutzung unter 100 % fällt, ohne jeden Querschnitt einzeln durchzurechnen.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ausgangslage: Ein Handwerksbetrieb plant eine Hallenkonstruktion mit 6 m Stützweite und einer Deckenlast von 8 kN/m. Material: Baustahl S235. Eingaben: Stützweite 6 m, Gleichlast 8 kN/m, S235, Querschnittstyp Walzprofil.

Erster Versuch mit IPE 200: Biegemoment 36 kNm, Biegespannung 185,6 N/mm², Ausnutzung Biegung 79 %, Durchbiegung 33,1 mm bei 20 mm Grenze — Ausnutzung Durchbiegung 165,4 %. Der Rechner meldet: Durchbiegung überschreitet l/300.

Zweiter Versuch mit IPE 240: Biegespannung sinkt auf 111,1 N/mm² (47,3 % Ausnutzung), Durchbiegung auf 16,5 mm (82,6 % der Grenze). Beide Nachweise grün.

Das erforderliche Widerstandsmoment liegt bei 153,2 cm³ — IPE 200 mit 194 cm³ hätte rechnerisch für die Biegung gereicht, scheitert aber an der Steifigkeit. IPE 240 mit Wy = 324 cm³ und Iy = 3 892 cm⁴ löst beide Probleme.

Als Gegenprobe mit Holz C24 und Rechteckquerschnitt 120 × 240 mm bei 4 m Stützweite und 15 kN Einzellast bei a = 1,5 m: Biegemoment 14,06 kNm, Biegespannung 12,2 N/mm² (82,7 % von 14,8 N/mm²), Durchbiegung 12,0 mm bei 13,3 mm Grenze (90,3 %).

Der Holzträger trägt, hat aber nur 10 % Reserve bei der Durchbiegung — ein Szenario, das in der Praxis eine nächstgrößere Querschnittshöhe nahelegt. Profilvergleich: IPE 200 vs. IPE 240 bei 6 m und 8 kN/m — Durchbiegung als maßgebender Nachweis

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Fehler ist, die Durchbiegungsgrenze zu ignorieren und nur die Biegespannung zu prüfen. Ein IPE 200 bei 6 m Stützweite und 8 kN/m erreicht zwar nur 79 % der Biegeausnutzung (σ = 185,6 N/mm²), aber 165,4 % der Durchbiegungsgrenze — der Träger würde sich 33,1 mm statt der zulässigen 20 mm durchbiegen.

Der Wechsel auf IPE 240 senkt die Durchbiegung auf 16,5 mm und die Durchbiegungsausnutzung auf 82,6 %. Zweiter Fehler: S355 statt S235 zu wählen in der Erwartung, die Durchbiegung sinke.

Da beide Stähle denselben E-Modul haben, bleibt die Verformung exakt gleich. S355 hilft nur gegen Biegeüberlastung. Dritter Fehler: Beim Rechteckquerschnitt Breite und Höhe vertauschen.

Ein Querschnitt 200 × 100 mm hat ein Widerstandsmoment von 333 cm³, ein Querschnitt 100 × 200 mm aber 667 cm³ — der liegende Balken trägt nur die Hälfte des stehenden. Die Höhe ist immer das Maß in Lastrichtung.

Vierter Fehler: Die Ergebnisse als vollständige Bemessung zu interpretieren.

Der Rechner führt weder den Schubnachweis (Querkraft gegen Steg) noch den Stabilitätsnachweis (Biegedrillknicken bei langen, seitlich ungehaltenen Trägern) — beides kann trotz grüner Ausnutzung zum Versagen führen.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Statik-Rechner bestimmt Biegemoment, Querkraft, Biegespannung und Durchbiegung für Einfeldträger aus Stahl oder Holz und weist über die Ausnutzungsgrade sofort aus, ob der gewählte Querschnitt reicht.

Für die nächste Entscheidung empfiehlt sich ein Profilvergleich: Wechseln Sie zwischen IPE, HEA und HEB und beobachten Sie, wie sich Wy und Iy auf Spannung und Verformung auswirken.

Speziell für Holzbalken-Decken und -Dächer liefert der Holzbalken-Tragfähigkeit-Rechner eine Vordimensionierung mit Nutzlast je Quadratmeter, Achsabstand und Kriechansatz. Für die Verbindungsmittel in der Anschlussplanung hilft der Schraube-und-Dübel-Rechner.

Die Ergebnisse sind eine Vorbemessung und ersetzen keinen statischen Nachweis durch einen Tragwerksplaner.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Biegemoment: 30 kNm | Querkraft: 10 kN | Biegespannung: 53,9 N/mm² | Durchbiegung: 5,1 mm (Grenze 20 mm) | Ausnutzung Biegung: 22,9 % | Ausnutzung Durchbiegung: 25,6 % | Erf. Wy: 127,7 cm³

Hallenträger mit Einzellast, IPE 300

Stützweite
6 m
Lastfall
Einzellast Mitte
Einzellast
20 kN
Material
S235

Weitere 3 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 2 · Mittel · Biegemoment: 14,06 kNm | Querkraft: 9,38 kN | Biegespannung: 12,2 N/mm² | Durchbiegung: 12,0 mm (Grenze 13,3 mm) | Ausnutzung Biegung: 82,7 % | Ausnutzung Durchbiegung: 90,3 % | Erf. Wy: 952,1 cm³

Holzdeckenbalken C24 mit Einzellast bei a = 1,5 m

Stützweite
4 m
Lastfall
Einzellast bei a
Einzellast
15 kN
Abstand a
1,5 m

Weitere 5 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 3 · Komplex · Biegemoment: 36 kNm | Querkraft: 24 kN | Biegespannung: 111,1 N/mm² | Durchbiegung: 16,5 mm (Grenze 20 mm) | Ausnutzung Biegung: 47,3 % | Ausnutzung Durchbiegung: 82,6 % | Erf. Wy: 153,2 cm³

IPE 240 bei 6 m Stützweite und 8 kN/m — Grenzfall Durchbiegung

Stützweite
6 m
Lastfall
Gleichlast
Gleichlast
8 kN/m
Material
S235

Weitere 3 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

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Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Vorbemessung — keine vollständige Bemessung nach Eurocode. Die Ergebnisse ersetzen keinen statischen Nachweis durch einen Tragwerksplaner.

Quelle: Einfeldträger-Formeln nach technischer Mechanik (Gleichlast q·l²/8, Einzellast F·l/4 bzw. F·a·b/l). Profilwerte DIN EN 10365:2017-03 (IPE 80-600, HEA/HEB 100-400). Materialwerte nach DIN EN 10025 (Stahl S235/S355) und DIN EN 338:2016 (Holz C24, k_mod 0,8, γ_M 1,3).

Stand: 2026-09-12

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
12. September 2026
Fachbereich
Bau & Handwerk / Holz & Statik
Formeln basieren auf
Einfeldträger-Formeln (technische Mechanik): Gleichlast, Einzellast mittig, Einzellast exzentrisch. Profilwerte DIN EN 10365, Materialwerte DIN EN 10025 / DIN EN 338.
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Statik-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/statik-berechnen

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Statik-Rechner. Available at: https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/statik-berechnen

Werbestatus

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