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Statik berechnen: Biegemoment, Durchbiegung und Ausnutzung

Bau & HandwerkStand Noch keine Bewertung
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Lastfall
kN/m
Material
Querschnittstyp
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Kurzantwort

Der Statik-Rechner bestimmt Biegemoment, Querkraft, Spannung und Durchbiegung für Einfeldträger aus Stahl oder Holz. Drei Lastfälle und 48 Walzprofile stehen zur Wahl — Ergebnis in Sekunden, Profilwechsel per Klick.

Statik berechnen: Stützweite, Last und Profil eingeben — Biegemoment

Kilian AchatzFachredaktion Bau & Handwerk
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Sept. 2026)Stand:

Rechenbasis

Annahmen und Grenzen

Was der Rechner voraussetzt und wo seine Aussage endet.

4 Annahmen und 4 Grenzen

Annahmen

  • Einfeldträger auf zwei Auflagern (gelenkig-gelenkig), statisch bestimmt. Kragarm-, Durchlauf- und Rahmenträger werden nicht erfasst.
  • Stahl S235/S355: E-Modul 210 000 N/mm², Streckgrenze als zulässige Spannung ohne Teilsicherheitsbeiwert (γ_M0 = 1,0 nach EC3 6.1).
  • Holz C24: E-Modul 11 000 N/mm², fm,k = 24 N/mm², k_mod = 0,8 (NKL 1, mittlere Lasteinwirkungsdauer), γ_M = 1,3 nach EC5 Tab. 2.3 → f_d = 14,8 N/mm².
  • Durchbiegungsgrenze als reiner Verformungsnachweis mit charakteristischen Lasten, ohne Kriechansatz.

Grenzen

  • Vorbemessung: kein Schubnachweis (Querkraft), kein Stabilitätsnachweis (Knicken, Kippen), keine Auflagerpressung, kein Brandschutznachweis.
  • Dynamische Belastungen (Schwingungen, Stoß, Erdbeben), Temperaturlasten und Zwangsschnittgrößen bleiben unberücksichtigt.
  • Profilwerte aus DIN EN 10365 für warmgewalzte Profile. Kaltprofile, geschweißte Sonderprofile und Verbundquerschnitte werden nicht abgebildet.
  • Einzellast bei Abstand a: Maximale Durchbiegung nach Standardformel für den ungünstigsten Punkt, nicht an der Laststelle.

Stand der Prüfung: Formeln und Profilwerte gegen DIN EN 10365:2017-03, DIN EN 1993-1-1:2010 und DIN EN 1995-1-1:2010 geprüft, Stand 09.09.2026.

Überblick

Einfeldträger-Statik berechnen

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Die Einfeldträger-Statik ist die Grundlage jeder Vorbemessung im Stahlbau und Holzbau: Ein Träger liegt auf zwei Auflagern, dazwischen wirkt eine Last, und aus Stützweite, Lastfall und Querschnitt ergeben sich Biegemoment, Querkraft, Biegespannung und Durchbiegung. Der Statik-Rechner bestimmt diese vier Schnittgrößen und Verformungen für Stahl S235, Stahl S355 und Holz C24 — wahlweise mit 48 genormten Walzprofilen nach DIN EN 10365 (IPE 80–600, HEA und HEB 100–400) oder einem frei wählbaren Rechteckquerschnitt.

Drei Lastfälle stehen zur Wahl: Gleichlast, Einzellast in Feldmitte und Einzellast mit frei wählbarem Abstand vom Auflager.

Für jeden Fall berechnet der Rechner neben den absoluten Ergebnissen zwei Ausnutzungsgrade — einen für Biegung (Spannung gegen Streckgrenze bzw. Bemessungsfestigkeit) und einen für Durchbiegung (Verformung gegen den wählbaren Grenzwert l/300).

Liegt einer der beiden über 100 %, ist der Querschnitt nicht ausreichend, und der Rechner weist das in der Hinweiszeile aus.

Zusätzlich erscheint das erforderliche Widerstandsmoment Wy für genau 100 % Biegeausnutzung, sodass der passende Profilwechsel direkt ablesbar ist.

Der Rechner ist eine Vorbemessung und ersetzt keinen vollständigen Tragsicherheitsnachweis nach Eurocode. Nicht geführt werden Schubnachweis, Stabilitätsnachweis gegen Knicken und Kippen, Auflagerpressung, Brandschutz und dynamische Belastungen. Einfeldträger: Stützweite, Auflager, Lastfall und resultierende Schnittgrößen

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Die Stützweite in Metern ist der Abstand zwischen den beiden Auflagern und geht quadratisch in das Biegemoment und mit der vierten Potenz in die Durchbiegung ein — selbst geringe Änderungen verschieben die Ergebnisse stark. Beim Lastfall wählen Sie zwischen Gleichlast in kN/m, Einzellast in Feldmitte und Einzellast mit frei wählbarem Abstand a vom linken Auflager.

Gleichlast ist der Standardfall für Decken- und Dachträger, Einzellast für Stützenlasten und konzentrierte Auflasten.

Das Material legt den E-Modul und die zulässige Spannung fest: Stahl S235 mit 235 N/mm² Streckgrenze und E = 210 000 N/mm², S355 mit 355 N/mm² sowie Holz C24 mit einer Bemessungsfestigkeit von 14,8 N/mm² (fm,k = 24 N/mm², kmod = 0,8, γM = 1,3 nach DIN EN 1995-1-1).

Beim Querschnitt steht ein Walzprofil aus der Tabelle oder ein frei definierbarer Rechteckquerschnitt mit Breite b und Höhe h in Millimeter zur Wahl.

Die Durchbiegungsgrenze l/300 ist voreingestellt und entspricht dem gängigen Wert nach Eurocode 3 und 5 für Deckenträger; für empfindliche Einbauten wird l/500 empfohlen, für Hallenbinder kann l/250 genügen.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Gleichlast: Biegemoment M = q·l²/8, Querkraft V = q·l/2, Durchbiegung f = 5·q·l⁴ / (384·E·I). Einzellast in Feldmitte: M = F·l/4, V = F/2, f = F·l³ / (48·E·I).

Einzellast bei Abstand a (b = l − a): M = F·a·b/l, V = max(F·b/l, F·a/l), maximale Durchbiegung nach der Standardformel f = F·b·(l²−b²)^(3/2) / (9·√3·l·E·I) mit b als der längeren Teillänge.

Biegespannung σ = M/W, Ausnutzung Biegung = σ/fzul × 100 %, Ausnutzung Durchbiegung = f/(l/Grenzfaktor) × 100 %. Beim Rechteckquerschnitt: Trägheitsmoment Iy = b·h³/12, Widerstandsmoment Wy = b·h²/6.

Rechenbeispiel: IPE 200, S235, 5 m Stützweite, 5 kN/m Gleichlast. M = 5 × 25 / 8 = 15,63 kNm. V = 5 × 5 / 2 = 12,5 kN. σ = 15 625 000 / 194 000 = 80,5 N/mm². f = 5 × 5000 × 625 / (384 × 210 000 × 1 943 × 10⁴) = 10,0 mm.

Durchbiegungsgrenze l/300 = 16,7 mm. Ausnutzung Biegung 34,3 %, Ausnutzung Durchbiegung 59,8 % — der Querschnitt reicht, die Durchbiegung ist aber bereits maßgebend. Statik-Formeln: Gleichlast M = q·l²/8 und Einzellast M = F·l/4 als Schnittgrößenbilder

Formeln für Biegemoment, Durchbiegung und Biegespannung eines Einfeldträgers bei Gleichlast.
Gleichlast: M = qL²/8, f = 5qL⁴/(384EI). Einzellast Mitte: M = FL/4, f = FL³/(48EI). Biegespannung σ = M/Wy darf die Streckgrenze (Stahl) bzw. Bemessungsfestigkeit (Holz) nicht überschreiten.

Nachschlagen

Ausnutzungstabelle: Walzprofile bei 5 kN/m Gleichlast (S235, l/300)

Durchbiegungs- und Biegeausnutzung in Prozent für gängige Walzprofile bei 5 kN/m Gleichlast, Material S235, Durchbiegungsgrenze l/300. Werte über 100 % bedeuten: Profil reicht nicht – maßgebend ist fast immer die Durchbiegung.

Ausnutzung (Durchbiegung % / Biegung %) bei 5 kN/m Gleichlast, S235, l/300
Profil4 m5 m6 m8 m
IPE 100348 / 124680 / 1941 175 / 2802 785 / 498
IPE 16069 / 39134 / 61231 / 88548 / 156
IPE 20031 / 2260 / 34103 / 49245 / 88
IPE 24015 / 1330 / 2152 / 30122 / 53
IPE 3007 / 814 / 1224 / 1757 / 31
HEA 20016 / 1132 / 1754 / 25129 / 44
HEB 20011 / 820 / 1235 / 1784 / 30

Werte = Ausnutzung in % (Durchbiegung / Biegung) bei Gleichlast 5 kN/m, S235 (fy = 235 N/mm², E = 210 000 N/mm²), Durchbiegungsgrenze l/300. Über 100 %: Nachweis nicht erfüllt. In der Praxis wird fast immer die Durchbiegung maßgebend — deshalb steht sie an erster Stelle. Für abweichende Lasten, Einzellasten, andere Materialien (S355, C24) oder Rechteckquerschnitte die genauen Werte oben in den Rechner eingeben.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Statik-Rechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was berechnet dieser Statik-Rechner und wer darf eine Statik verbindlich berechnen?

Der Rechner bestimmt für einen Einfeldträger aus Stahl (S235, S355) oder Holz (C24) unter Gleichlast oder Einzellast vier Größen: Biegemoment, Querkraft, Biegespannung und Durchbiegung, jeweils mit Ausnutzungsgrad gegen die zulässige Spannung und die Durchbiegungsgrenze.

Für IPE 200 bei 5 m Stützweite und 5 kN/m Gleichlast ergibt sich zum Beispiel ein Biegemoment von 15,63 kNm, eine Biegespannung von 80,5 N/mm² (34,3 % Ausnutzung) und eine Durchbiegung von 10 mm (59,8 % von 16,7 mm Grenzwert).

Rechtsverbindlich und bauaufsichtlich prüfbar wird eine Statik erst durch einen bauvorlageberechtigten Tragwerksplaner oder Statiker, der die Nachweise unterschreibt und für Genehmigungsverfahren einreicht – dieser Rechner liefert ausschließlich eine kostenlose Vorbemessung zur ersten Einschätzung, bevor ein Fachplaner beauftragt wird.

Für jedes tragende Bauteil eines Gebäudes bleibt der Tragwerksplaner die verbindliche Instanz.

Wie berechnet man das maximale Biegemoment eines Trägers?

Bei einer Gleichlast entsteht das maximale Biegemoment in Feldmitte nach der Formel M = q·l²/8, bei einer Einzellast in Feldmitte nach M = F·l/4 und bei einer Einzellast im Abstand a vom Auflager (b = l − a als Reststrecke) nach M = F·a·b/l.

Für IPE 200 bei 5 m Stützweite und 5 kN/m Gleichlast ergibt das M = 5 × 5² / 8 = 15,63 kNm.

Bei derselben Stützweite mit einer Einzellast von 20 kN in Feldmitte statt der Gleichlast steigt das Moment auf M = 20 × 5 / 4 = 25 kNm, obwohl die Gesamtlast (25 kN Gleichlast über 5 m gegen 20 kN Einzellast) ähnlich groß ist – eine Einzellast in Feldmitte erzeugt bei gleicher Gesamtkraft ein deutlich größeres Moment als eine über die Länge verteilte Last.

Das Biegemoment geht anschließend über die Formel σ = M/W in die Biegespannung ein und bestimmt so, ob der gewählte Querschnitt trägt.

Wie wird die Biegespannung eines Trägers berechnet?

Die Biegespannung ergibt sich aus dem Biegemoment M geteilt durch das Widerstandsmoment W des gewählten Querschnitts: σ = M/W.

Für IPE 200 mit einem Widerstandsmoment von rund 194 cm³ und einem Biegemoment von 15,63 kNm bei 5 m Stützweite und 5 kN/m Gleichlast ergibt sich σ = 15.625.000 Nmm / 194.000 mm³ = 80,5 N/mm².

Diese Spannung wird gegen die Bemessungsfestigkeit des Materials verglichen – bei S235 mit 235 N/mm² Streckgrenze ergibt das eine Ausnutzung von 80,5 / 235 ≈ 34,3 %.

Bei der Einzellast-Variante mit 20 kN in Feldmitte steigt die Spannung auf 128,9 N/mm² (54,8 % Ausnutzung), weil das Biegemoment auf 25 kNm anwächst.

Erst wenn die Biegespannung unter der zulässigen Spannung des Materials bleibt, gilt der Tragfähigkeitsnachweis nach diesem vereinfachten Vorbemessungsverfahren als erfüllt.

Wie lautet die Formel für die Durchbiegung eines Trägers?

Bei Gleichlast berechnet sich die Durchbiegung in Feldmitte nach f = 5·q·l⁴ / (384·E·I), bei einer Einzellast in Feldmitte nach f = F·l³ / (48·E·I), wobei E der Elastizitätsmodul des Materials und I das Flächenträgheitsmoment des Querschnitts ist.

Für IPE 200 (I ≈ 1.943 cm⁴) aus S235 (E = 210.000 N/mm²) bei 5 m Stützweite und 5 kN/m Gleichlast ergibt sich f = 5 × 5000 × 5000⁴ / (384 × 210.000 × 19.430.000) ≈ 10,0 mm.

Die zulässige Durchbiegungsgrenze liegt bei l/300, hier also 16,7 mm, sodass der Träger zu 59,8 % ausgenutzt ist.

Bei Holz (C24, E = 11.000 N/mm²) fällt die Durchbiegung bei sonst gleichen Werten deutlich größer aus, weil der E-Modul rund 19-mal niedriger ist als bei Stahl – deshalb müssen Holzquerschnitte für dieselbe Stützweite und Last oft deutlich höher ausfallen.

Wie berechnet man die Auflagerkraft (Querkraft) eines Einfeldträgers?

Bei einer Gleichlast ist jede der beiden Auflagerkräfte gleich der Hälfte der Gesamtlast: V = q·l/2. Bei einer Einzellast in Feldmitte gilt ebenfalls V = F/2, weil die Last symmetrisch auf beide Auflager verteilt wird.

Bei einer außermittigen Einzellast im Abstand a vom linken Auflager (b = l − a) sind die beiden Auflagerkräfte unterschiedlich groß und ergeben sich als V = max(F·b/l, F·a/l) für die maßgebende Querkraft.

Für IPE 200 bei 5 m Stützweite und 5 kN/m Gleichlast beträgt die Auflagerkraft V = 5 × 5 / 2 = 12,5 kN je Auflager.

Bei einer Einzellast von 15 kN im Abstand von 2 m vom linken Auflager bei 6 m Stützweite ergibt sich die größere Auflagerkraft am nahen Auflager zu V = 15 × 4 / 6 = 10 kN.

Die Querkraft ist wichtig für die Bemessung der Auflager und für den – von diesem Rechner nicht geführten – Schubnachweis.

Was kostet eine Statik-Berechnung durch einen Statiker, und wann reicht eine Vorbemessung?

Eine verbindliche Statik-Berechnung durch einen Tragwerksplaner kostet je nach Bauteil, Aufwand und Region üblicherweise einige hundert bis mehrere tausend Euro – für einen einzelnen Deckenbalken oder Unterzug oft 300 bis 800 Euro, für eine komplette Gebäudestatik deutlich mehr, abhängig von der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI).

Eine kostenlose Vorbemessung wie mit diesem Rechner reicht aus, um vorab abzuschätzen, ob ein geplanter Querschnitt überhaupt in die richtige Größenordnung fällt, etwa vor der Materialbestellung oder um mehrere Profil- oder Querschnittsvarianten schnell zu vergleichen.

Sobald es um eine Baugenehmigung, eine bauaufsichtliche Prüfung oder um sicherheitsrelevante, tragende Bauteile in bewohnten Gebäuden geht, ersetzt keine Online-Vorbemessung den unterschriebenen Nachweis eines bauvorlageberechtigten Tragwerksplaners.

Die Vorbemessung spart in der Praxis vor allem die Beauftragung für offensichtlich zu schwache Querschnitte.

Kann ich mit diesem Rechner die Statik für Carport, Balkon oder Terrassenüberdachung prüfen?

Der Rechner eignet sich für eine erste Einschätzung des tragenden Hauptträgers – etwa des Carport-Unterzugs oder des Terrassenüberdachungs-Pfettenbalkens – als Einfeldträger unter Gleichlast oder Einzellast, sofern die Konstruktion tatsächlich diesem einfachen statischen System entspricht.

Bei Carports und Terrassenüberdachungen kommen aber meist zusätzliche Lastfälle hinzu, die dieser Rechner nicht abbildet: Schneelast nach der jeweiligen Schneezone, Windsog und Windlast auf die Dachfläche, sowie oft auch Kragarme oder Durchlaufträger über mehrere Stützen statt eines einzelnen Einfeldträgers.

Für die Schneelast auf ein Carport- oder Terrassendach steht der eigene Schneelast-Rechner zur Verfügung, für die Windlast auf Zaun und Carport-Dach der Windlast-Zaun-Carport-Rechner.

Erst die Kombination aller tatsächlich wirkenden Lasten ergibt eine vollständige Bemessung, wie sie ein Tragwerksplaner für die Baugenehmigung liefert.

Was ist der Unterschied zwischen Gleichlast und Einzellast im Rechner – und warum ist das wichtig?

Gleichlast (in kN/m) verteilt sich gleichmäßig über die gesamte Trägerlänge, wie es etwa bei einer Deckenlast oder dem Eigengewicht der Konstruktion der Fall ist.

Einzellast (in kN) wirkt konzentriert an einem Punkt, entweder in Feldmitte oder in wählbarem Abstand vom Auflager, wie bei einer Stützenlast oder einer punktuellen Auflast.

Bei gleicher Gesamtkraft erzeugt eine Einzellast in Feldmitte ein deutlich größeres Biegemoment als dieselbe Kraft als Gleichlast verteilt: 20 kN Einzellast bei 5 m Stützweite ergeben 25 kNm, eine über 5 m verteilte Gleichlast von 5 kN/m (ebenfalls 25 kN Gesamtlast) dagegen nur 15,63 kNm.

Wer den falschen Lastfall wählt, unterschätzt die tatsächliche Beanspruchung erheblich.

Bei einer außermittigen Einzellast verschiebt sich zusätzlich die Lage des maximalen Moments und die beiden Auflagerkräfte werden ungleich groß, was bei der Wahl des Abstands a berücksichtigt werden muss.

Welche Profile und Materialien deckt der Statik-Rechner ab – und welche nicht?

Für Stahl stehen 48 genormte Walzprofile nach DIN EN 10365 zur Verfügung (IPE 80 bis IPE 600, HEA und HEB 100 bis 400) sowie ein frei definierbarer Rechteckquerschnitt, jeweils in den Materialien S235 und S355.

Für Holz steht die Festigkeitsklasse C24 (KVH/Nadelholz) mit Rechteckquerschnitt zur Verfügung, wie bei einem Holzbalken 120 × 240 mm, der bei 4 m Stützweite und 3 kN/m Last mit 35,3 % Biegeausnutzung und 49,3 % Durchbiegungsausnutzung rechnerisch trägt.

Nicht abgedeckt sind Vierkant- und Rundrohrprofile, Aluminiumprofile, Brettschichtholz (GL24h) sowie Lastfälle mit mehreren gleichzeitig wirkenden Kräften oder kombinierten Streckenlast-Einzellast-Szenarien – hier rechnet der Rechner nur einen Lastfall zur Zeit.

Für Aluminium- oder Sonderprofile ist eine Bemessung nach den jeweiligen Werkstoffkennwerten von Hand oder mit Spezialsoftware nötig, für Brettschichtholz mit höherem E-Modul der Holzbalken-Tragfähigkeit-Rechner.

Was bedeuten Biegeausnutzung und Durchbiegungsausnutzung – welche ist meist maßgebend?

Die Biegeausnutzung setzt die vorhandene Biegespannung ins Verhältnis zur zulässigen Spannung des Materials und beantwortet die Frage, ob der Träger bricht.

Die Durchbiegungsausnutzung setzt die tatsächliche Durchbiegung ins Verhältnis zur Grenzdurchbiegung (Standard l/300) und beantwortet die Frage, ob sich der Träger zu stark verformt, auch wenn er rechnerisch nicht bricht.

Für IPE 200 bei 5 m Stützweite und 5 kN/m Gleichlast liegt die Biegeausnutzung bei nur 34,3 %, die Durchbiegungsausnutzung dagegen bei 59,8 % – die Durchbiegung ist hier bereits deutlich näher an ihrer Grenze und damit der maßgebende Nachweis.

Bei schlanken, weit gespannten Trägern ist praktisch immer die Durchbiegung entscheidend, bei kurzen, stark belasteten Trägern eher die Biegespannung.

Der Rechner gibt deshalb beide Ausnutzungsgrade getrennt aus und weist in der Hinweiszeile aus, welcher der beiden Nachweise nicht erfüllt ist, sobald einer über 100 % liegt.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Ob Biegung oder Durchbiegung maßgebend ist, hängt vom Verhältnis Stützweite zu Querschnittshöhe ab. Bei schlanken Trägern mit großer Spannweite bestimmt fast immer die Durchbiegung die Profilwahl, bei gedrungenen Trägern die Biegespannung.

Faustregel für Stahlträger: Bei l/h > 25 wird die Durchbiegung kritisch. Beispiel: Ein IPE 200 (h = 200 mm) trägt bei 5 m Stützweite und 5 kN/m nur 34,3 % der Biegeausnutzung, aber schon 59,8 % der Durchbiegungsgrenze.

Bei der Materialwahl ist der Unterschied zwischen S235 und S355 rein auf die Biegung bezogen: Beide haben denselben E-Modul von 210 000 N/mm², die Durchbiegung bleibt also identisch.

S355 hilft nur, wenn die Biegespannung das Problem ist, nicht die Verformung.

Holz C24 hat mit E = 11 000 N/mm² einen 19-mal niedrigeren E-Modul als Stahl — bei gleicher Stützweite und Last ist die Durchbiegung entsprechend größer, weshalb Holzquerschnitte deutlich höher ausfallen müssen.

Prüfen Sie bei Einzellasten mit Abstand a immer auch den Randfall a nahe am Auflager: Das Biegemoment sinkt, aber die Querkraft steigt im Verhältnis, und bei kurzen Abständen kann der Schubnachweis (den dieser Rechner nicht führt) maßgebend werden.

Nutzen Sie das erforderliche Widerstandsmoment Wy als Suchhilfe: Es zeigt direkt, ab welchem Profil die Biegeausnutzung unter 100 % fällt, ohne jeden Querschnitt einzeln durchzurechnen.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ausgangslage: Ein Handwerksbetrieb plant eine Hallenkonstruktion mit 6 m Stützweite und einer Deckenlast von 8 kN/m. Material: Baustahl S235. Eingaben: Stützweite 6 m, Gleichlast 8 kN/m, S235, Querschnittstyp Walzprofil.

Erster Versuch mit IPE 200: Biegemoment 36 kNm, Biegespannung 185,6 N/mm², Ausnutzung Biegung 79 %, Durchbiegung 33,1 mm bei 20 mm Grenze — Ausnutzung Durchbiegung 165,4 %. Der Rechner meldet: Durchbiegung überschreitet l/300.

Zweiter Versuch mit IPE 240: Biegespannung sinkt auf 111,1 N/mm² (47,3 % Ausnutzung), Durchbiegung auf 16,5 mm (82,6 % der Grenze). Beide Nachweise grün.

Das erforderliche Widerstandsmoment liegt bei 153,2 cm³ — IPE 200 mit 194 cm³ hätte rechnerisch für die Biegung gereicht, scheitert aber an der Steifigkeit. IPE 240 mit Wy = 324 cm³ und Iy = 3 892 cm⁴ löst beide Probleme.

Als Gegenprobe mit Holz C24 und Rechteckquerschnitt 120 × 240 mm bei 4 m Stützweite und 15 kN Einzellast bei a = 1,5 m: Biegemoment 14,06 kNm, Biegespannung 12,2 N/mm² (82,7 % von 14,8 N/mm²), Durchbiegung 12,0 mm bei 13,3 mm Grenze (90,3 %).

Der Holzträger trägt, hat aber nur 10 % Reserve bei der Durchbiegung — ein Szenario, das in der Praxis eine nächstgrößere Querschnittshöhe nahelegt. Profilvergleich: IPE 200 vs. IPE 240 bei 6 m und 8 kN/m — Durchbiegung als maßgebender Nachweis

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Fehler ist, die Durchbiegungsgrenze zu ignorieren und nur die Biegespannung zu prüfen. Ein IPE 200 bei 6 m Stützweite und 8 kN/m erreicht zwar nur 79 % der Biegeausnutzung (σ = 185,6 N/mm²), aber 165,4 % der Durchbiegungsgrenze — der Träger würde sich 33,1 mm statt der zulässigen 20 mm durchbiegen.

Der Wechsel auf IPE 240 senkt die Durchbiegung auf 16,5 mm und die Durchbiegungsausnutzung auf 82,6 %. Zweiter Fehler: S355 statt S235 zu wählen in der Erwartung, die Durchbiegung sinke.

Da beide Stähle denselben E-Modul haben, bleibt die Verformung exakt gleich. S355 hilft nur gegen Biegeüberlastung. Dritter Fehler: Beim Rechteckquerschnitt Breite und Höhe vertauschen.

Ein Querschnitt 200 × 100 mm hat ein Widerstandsmoment von 333 cm³, ein Querschnitt 100 × 200 mm aber 667 cm³ — der liegende Balken trägt nur die Hälfte des stehenden. Die Höhe ist immer das Maß in Lastrichtung.

Vierter Fehler: Die Ergebnisse als vollständige Bemessung zu interpretieren.

Der Rechner führt weder den Schubnachweis (Querkraft gegen Steg) noch den Stabilitätsnachweis (Biegedrillknicken bei langen, seitlich ungehaltenen Trägern) — beides kann trotz grüner Ausnutzung zum Versagen führen.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Statik-Rechner bestimmt Biegemoment, Querkraft, Biegespannung und Durchbiegung für Einfeldträger aus Stahl oder Holz und weist über die Ausnutzungsgrade sofort aus, ob der gewählte Querschnitt reicht.

Für die nächste Entscheidung empfiehlt sich ein Profilvergleich: Wechseln Sie zwischen IPE, HEA und HEB und beobachten Sie, wie sich Wy und Iy auf Spannung und Verformung auswirken.

Speziell für Holzbalken-Decken und -Dächer liefert der Holzbalken-Tragfähigkeit-Rechner eine Vordimensionierung mit Nutzlast je Quadratmeter, Achsabstand und Kriechansatz. Für die Verbindungsmittel in der Anschlussplanung hilft der Schraube-und-Dübel-Rechner.

Die Ergebnisse sind eine Vorbemessung und ersetzen keinen statischen Nachweis durch einen Tragwerksplaner.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Biegemoment: 30 kNm | Querkraft: 10 kN | Biegespannung: 53,9 N/mm² | Durchbiegung: 5,1 mm (Grenze 20 mm) | Ausnutzung Biegung: 22,9 % | Ausnutzung Durchbiegung: 25,6 % | Erf. Wy: 127,7 cm³

Hallenträger mit Einzellast, IPE 300

Stützweite
6 m
Lastfall
Einzellast Mitte
Einzellast
20 kN
Material
Stahl S235 (Baustahl)

Weitere 3 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 2 · Mittel · Biegemoment: 14,06 kNm | Querkraft: 9,38 kN | Biegespannung: 12,2 N/mm² | Durchbiegung: 12,0 mm (Grenze 13,3 mm) | Ausnutzung Biegung: 82,7 % | Ausnutzung Durchbiegung: 90,3 % | Erf. Wy: 952,1 cm³

Holzdeckenbalken C24 mit Einzellast bei a = 1,5 m

Stützweite
4 m
Lastfall
Einzellast bei a
Einzellast
15 kN
Abstand a
1,5 m

Weitere 5 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 3 · Komplex · Biegemoment: 36 kNm | Querkraft: 24 kN | Biegespannung: 111,1 N/mm² | Durchbiegung: 16,5 mm (Grenze 20 mm) | Ausnutzung Biegung: 47,3 % | Ausnutzung Durchbiegung: 82,6 % | Erf. Wy: 153,2 cm³

IPE 240 bei 6 m Stützweite und 8 kN/m — Grenzfall Durchbiegung

Stützweite
6 m
Lastfall
Gleichlast
Gleichlast
8 kN/m
Material
Stahl S235 (Baustahl)

Weitere 3 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Weiterführende Rechner und Themen

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Schraube-und-Dübel-RechnerPassende Dübel- und Schraubendimension nach Last, Wandmaterial und Sicherheitsfaktor berechnen.Estrich-RechnerEstrichvolumen, Gewicht, Materialbedarf und Trocknungszeit für verschiedene Estricharten berechnen.Holzverbindungs-RechnerMindestabstände und Randabstände für Nägel und Schrauben orientierend berechnen. Mit Traglast je Verbindungsmittel für Längs- und Querbelastung.Mauerwerk-RechnerSteinanzahl, Mörtelmenge und Materialbedarf für Mauerwerk inklusive Aussparungen berechnen.Pflastersteine-RechnerPflastersteine, Gewicht, Paletten, Fugensand und Bettungssand für Einfahrten, Wege und Terrassen mit wählbarer Verschnittreserve nach Fläche, Steinformat, Steinhöhe, Verlegemuster und Fugenbreite berechnen.GewinderechnerGewinderechner für metrisches ISO-Gewinde nach DIN 13: Kernloch-Durchmesser, Flankendurchmesser, Kerndurchmesser und Spannungsquerschnitt aus Nenndurchmesser und Steigung berechnen.Flächenträgheitsmoment-RechnerFlächenträgheitsmoment I, Widerstandsmoment W und Steiner-Anteil für Rechteck, Kreis, Rohr, I-, T- und L-Profil berechnen.Windlast-RechnerWindlast auf Zaun und Carport-Dach nach DIN EN 1991-1-4/NA berechnen: Flächenlast, Gesamtkraft und Pfosten- bzw. Stützenlast aus Windzone, Lage und Maßen.Schneelast-RechnerSchneelast auf dem Dach nach DIN EN 1991-1-3/NA berechnen: charakteristische Schneelast, Dachlast nach Neigung und tatsächliches Schneegewicht aus Höhe und Dichte.Hallenbau-Kosten-RechnerHallenbau Kosten schätzen: Preisspanne einer gedämmten Stahlhalle aus Länge, Breite, Traufhöhe und Toren nach Preisangaben von fünf Herstellern, mit Tabelle nach Flächenklassen.Stahlgewicht-RechnerStahlgewicht berechnen: Profilform, Maße, Länge und Werkstoff von Blech, Rund-, Vierkant-, Sechskantstahl, Rohr oder Winkel eingeben und Metergewicht in kg/m sowie Gesamtgewicht in kg und Tonnen ablesen.Glasgewicht-RechnerGlasgewicht berechnen: Format, Dicke und Aufbau von Floatglas, ESG, Verbundsicherheitsglas oder Isolierglas eingeben und Flächengewicht in kg/m² sowie Gewicht je Scheibe und gesamt in kg ablesen.Aluminium-Gewicht-RechnerAluminium Gewicht berechnen: Profilform, Maße, Länge und Legierung von Blech, Stab, Rohr, Winkel, U- oder T-Profil eingeben und Gewicht je Meter sowie Gesamtgewicht in kg ablesen, optional mit Materialkosten.Holzmenge-RechnerLaufmeter, Volumen und Stückzahlen für Terrassen, Zäune und Holzverkleidungen berechnen.Brennholz-Bedarf-RechnerBrennholzbedarf für eine Heizperiode nach Wohnfläche, Dämmstandard, Holzart und Raumtemperatur berechnen. Mit Festmeter, Raummeter, Gewicht und Lagervolumen.

Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Vorbemessung — keine vollständige Bemessung nach Eurocode. Die Ergebnisse ersetzen keinen statischen Nachweis durch einen Tragwerksplaner.

Quelle: Einfeldträger-Formeln nach technischer Mechanik (Gleichlast q·l²/8, Einzellast F·l/4 bzw. F·a·b/l). Profilwerte DIN EN 10365:2017-03 (IPE 80-600, HEA/HEB 100-400). Materialwerte nach DIN EN 10025 (Stahl S235/S355) und DIN EN 338:2016 (Holz C24, k_mod 0,8, γ_M 1,3).

Stand: 2026-09-29

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
29. September 2026
Fachbereich
Bau & Handwerk / Holz & Statik
Formeln basieren auf
Einfeldträger-Formeln (technische Mechanik): Gleichlast, Einzellast mittig, Einzellast exzentrisch. Profilwerte DIN EN 10365, Materialwerte DIN EN 10025 / DIN EN 338.
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Statik-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/statik-berechnen

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Statik-Rechner. Available at: https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/statik-berechnen

Werbestatus

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