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Flächenträgheitsmoment berechnen: I, W und Steiner-Anteil

Bau & HandwerkStand Noch keine Bewertung
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Kurzantwort

Alle Eingaben in Millimetern. Ergebnisse in cm⁴ (Trägheitsmoment), cm³ (Widerstandsmoment) und cm² (Fläche). Der Steiner-Anteil wird zum Eigen-Trägheitsmoment addiert, wenn die Bezugsachse nicht durch den Schwerpunkt geht.

Flächenträgheitsmoment I und Widerstandsmoment W für Rechteck, Kreis, Rohr

Kilian AchatzFachredaktion Bau & Handwerk
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Sept. 2026)Stand:

Rechenbasis

Annahmen und Grenzen

Was der Rechner voraussetzt und wo seine Aussage endet.

3 Annahmen und 3 Grenzen

Annahmen

  • Homogener, isotroper Werkstoff
  • Dünnwandige Näherung bei I-, T- und L-Profilen
  • Bezugsachsen durch den Schwerpunkt

Grenzen

  • Keine Berücksichtigung von Ausrundungen an Übergängen
  • Keine Torsionsträgheitsmomente
  • L-Profil: nur rechtwinklige, gleichschenklige Abmessungen

Stand der Prüfung: Formeln sind zeitlos gültig (Mechanik-Grundlagen).

Überblick

Flächenträgheitsmoment und Widerstandsmoment berechnen

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Das Flächenträgheitsmoment I (zweites Flächenmoment) beschreibt, wie stark ein Querschnitt einer Biegeverformung widersteht. Es hängt ausschließlich von der Geometrie ab, nicht vom Werkstoff, und bestimmt gemeinsam mit dem E-Modul die Durchbiegung eines Trägers: f = 5·q·l⁴ / (384·E·I).

Daneben liefert der Rechner das Widerstandsmoment W = I / e, das die maximale Biegespannung am Rand ergibt: σ = M / W.

Der Flächenträgheitsmoment-Rechner berechnet beide Größen für sechs Standard-Querschnittsformen: Rechteck, Kreis, Rohr (Hohlkreis), I-Profil, T-Profil und L-Profil (Winkel).

Zusätzlich berücksichtigt er den Satz von Steiner, wenn die Bezugsachse nicht durch den Schwerpunkt verläuft.

Aus den Eingaben Breite, Höhe, Wandstärke, Flanschmaße und Steiner-Abstand folgen sofort I_y, I_z, W_y, W_z, die Querschnittsfläche A und der Steiner-Anteil.

Ein Vergleich macht den Effekt der Profilform greifbar: Ein Vollrechteck 120 × 240 mm hat I_y = 13.824 cm⁴ bei A = 288 cm².

Ein I-Profil mit ähnlichen Außenmaßen (h = 240, Steg 8 mm, Flansch 120 × 12 mm) erreicht I_y = 4.418,15 cm⁴ bei nur A = 46,08 cm² — weniger als ein Sechstel des Materials, aber knapp ein Drittel der Steifigkeit.

Pro Quadratzentimeter ist das I-Profil also rund doppelt so effizient, weil das Material weit von der Biegeachse sitzt.

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Wähle zuerst die Profilform und gib die zugehörigen Abmessungen in Millimetern ein. Beim Rechteck sind nur Breite und Höhe nötig, beim Kreis nur der Durchmesser (im Feld Breite), beim Rohr zusätzlich die Wandstärke.

I- und T-Profile verlangen außerdem Flanschbreite und Flanschhöhe; beim L-Profil geben Breite und Höhe die Schenkellängen vor, die Wandstärke die Schenkeldicke.

Das Steiner-Feld bleibt auf 0, solange das Trägheitsmoment um die Schwerachse gesucht wird. Erst wenn die Bezugsachse verschoben ist — etwa beim Zusammensetzen mehrerer Teilquerschnitte — trägst du den Abstand in Millimetern ein.

Der Steiner-Anteil A · a² wird dann separat ausgewiesen und zu I_y addiert. Nicht verwendete Felder (z. B. Flanschbreite beim Rechteck) werden ignoriert.

Achte darauf, dass Breite und Höhe der üblichen Konvention folgen: Die Höhe h ist das Maß in Lastrichtung (stehende Kante), die Breite b das Maß quer dazu. Wer beides vertauscht, ändert I_y und I_z und damit Steifigkeit und Tragfähigkeit grundlegend.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Rechteck: I_y = b · h³ / 12, I_z = h · b³ / 12, W_y = b · h² / 6, W_z = h · b² / 6. Kreis: I = π · d⁴ / 64, W = π · d³ / 32.

Rohr: I = π · (D⁴ − d⁴) / 64 mit d = D − 2t.

Bei zusammengesetzten Profilen (I, T, L) zerlegt der Rechner den Querschnitt in Teilrechtecke, berechnet für jedes das Eigen-Trägheitsmoment und wendet den Satz von Steiner an: I_ges = Σ (I_0,i + A_i · d_i²), wobei d_i der Abstand des Teilschwerpunkts zur Gesamtachse ist.

Rechenbeispiel Rechteck 120 × 240 mm: I_y = 120 · 240³ / 12 = 138.240.000 mm⁴ = 13.824,00 cm⁴. W_y = 120 · 240² / 6 = 1.152.000 mm³ = 1.152,00 cm³. Fläche A = 120 · 240 = 28.800 mm² = 288,00 cm².

Steiner-Beispiel: Derselbe Querschnitt mit a = 200 mm: Steiner-Anteil = 288 · 20² = 115.200 cm⁴. I_y,ges = 13.824 + 115.200 = 129.024 cm⁴. Profilformen und Achsen: Rechteck, Kreis, Rohr, I-, T- und L-Profil mit y- und z-Achse

Nachschlagen

Formeln: Flächenträgheitsmoment und Widerstandsmoment nach Profilform

Flächenträgheitsmoment I_y und Widerstandsmoment W_y für die sechs Profilformen des Rechners. b = Breite, h = Höhe, d/D = Durchmesser innen/außen, t = Wandstärke, b_f = Flanschbreite, t_f = Flanschdicke.

Formeln für I_y, W_y und Querschnittsfläche A nach Profilform
ProfilI_yW_yFläche A
Rechteckb · h³ / 12b · h² / 6b · h
Kreisπ · d⁴ / 64π · d³ / 32π · d² / 4
Rohrπ · (D⁴ − d⁴) / 64π · (D⁴ − d⁴) / (32 · D)π · (D² − d²) / 4
I-ProfilSteg + 2 · Flansch (Steiner)I_y / (h / 2)t · h_w + 2 · b_f · t_f
T-ProfilSteg + Flansch (Steiner)I_y / e_maxt · h_w + b_f · t_f
L-Profil2 Schenkel (Steiner)I_y / e_maxb · t + (h − t) · t

Alle Formeln beziehen sich auf die Schwerachse des jeweiligen Querschnitts. Bei I- und T-Profil wird der Steiner-Anteil der Teilflächen intern berechnet. Der zusätzliche Steiner-Abstand a im Rechner verschiebt die Bezugsachse nach dem Parallelachsensatz: I_ges = I_0 + A · a². Die Einheit von I ist mm⁴ (im Rechner automatisch in cm⁴ umgerechnet).

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Flächenträgheitsmoment-Rechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist das Flächenträgheitsmoment und wofür wird es gebraucht?

Das Flächenträgheitsmoment I ist ein rein geometrisches Maß dafür, wie sich die Fläche eines Querschnitts um eine Bezugsachse verteilt, und beschreibt damit den Biegewiderstand eines Bauteils – nicht dessen Werkstofffestigkeit.

Für einen rechteckigen Querschnitt von 120 mal 240 Millimetern ergibt sich ein Flächenträgheitsmoment I_y von 13.824 Quadratzentimetern hoch vier, während die um 90 Grad gedrehte Achse I_z nur 3.456 Quadratzentimeter hoch vier liefert – derselbe Querschnitt ist also um den Faktor vier steifer, wenn die Höhe in Lastrichtung steht.

Je größer I, desto weniger durchbiegt ein Balken unter gleicher Last, denn die Durchbiegung ist umgekehrt proportional zu I.

Ingenieure nutzen den Wert, um Balken, Träger und Wellen gegen Durchbiegung auszulegen, bevor überhaupt eine Spannung berechnet wird. Wichtig ist die Abgrenzung zum Flächenmoment 1.

Grades (statisches Moment, für den Schwerpunkt) und zum Flächenmoment 2. Grades, wie das Flächenträgheitsmoment offiziell heißt.

Wie berechnet man das Flächenträgheitsmoment für ein Rechteck?

Für einen rechteckigen Querschnitt gilt die Formel I_y gleich Breite mal Höhe hoch drei geteilt durch zwölf, bezogen auf die Achse durch den Schwerpunkt parallel zur Breite.

Bei 120 Millimetern Breite und 240 Millimetern Höhe ergibt das 120 mal 240 hoch drei geteilt durch zwölf gleich 13.824.000 Millimeter hoch vier, umgerechnet 13.824 Zentimeter hoch vier.

Für die andere Achse I_z tauschen Breite und Höhe die Rolle: 240 mal 120 hoch drei geteilt durch zwölf ergibt 3.456 Zentimeter hoch vier.

Entscheidend ist, dass die Höhe in der Formel für die Achse steht, um die gebogen wird – ein hochkant stehender Balken ist deutlich steifer als derselbe Balken liegend.

Aus I und dem Randfaserabstand ergibt sich direkt das Widerstandsmoment W, das für den Spannungsnachweis gebraucht wird.

Der Rechner übernimmt diese Formel automatisch und liefert I_y, I_z sowie die Querschnittsfläche in einem Schritt, ohne dass die dritte Potenz von Hand ausgerechnet werden muss.

Was ist der Satz von Steiner und wie wirkt sich der Steiner-Anteil aus?

Der Satz von Steiner, auch Parallelachsensatz genannt, beschreibt, wie sich das Flächenträgheitsmoment ändert, wenn die Bezugsachse nicht durch den Schwerpunkt, sondern parallel dazu im Abstand a verläuft: I_a gleich I_Schwerpunkt plus Fläche mal a im Quadrat.

Für den 120-mal-240-Millimeter-Rechteck mit Eigen-I_y von 13.824 Quadratzentimetern hoch vier und einer Verschiebung um 300 Millimeter (30 Zentimeter) ergibt sich ein Steiner-Anteil von 288 Quadratzentimeter mal 30 Zentimeter im Quadrat gleich 259.200 Zentimeter hoch vier – macht zusammen 273.024 Zentimeter hoch vier, also das Zwanzigfache des ursprünglichen Werts.

Der Steiner-Anteil wächst quadratisch mit dem Abstand und dominiert bei größeren Verschiebungen schnell das Ergebnis.

Gebraucht wird der Satz immer dann, wenn zusammengesetzte Querschnitte aus mehreren Teilflächen mit unterschiedlichem Schwerpunktabstand zur Gesamtachse zusammengerechnet werden, etwa bei Doppel-T-Trägern aus Einzelblechen.

Ohne den Steiner-Anteil würde die Steifigkeit deutlich unterschätzt.

Wie berechnet man das Widerstandsmoment und was sagt es aus?

Das Widerstandsmoment W ergibt sich, indem das Flächenträgheitsmoment I durch den Randfaserabstand e von der Schwerachse zum äußersten Punkt des Querschnitts geteilt wird: W gleich I geteilt durch e.

Für das 120-mal-240-Millimeter-Rechteck beträgt der Randfaserabstand die halbe Höhe, also 120 Millimeter, und mit I_y von 13.824 Zentimeter hoch vier ergibt sich W_y gleich 13.824 geteilt durch 12 gleich 1.152 Zentimeter hoch drei.

Anders als das Flächenträgheitsmoment, das die Steifigkeit beschreibt, geht das Widerstandsmoment direkt in den Spannungsnachweis ein: Die Biegespannung Sigma errechnet sich als Biegemoment geteilt durch W.

Ein größeres W bei gleichem Biegemoment bedeutet eine geringere Spannung im Querschnitt und damit mehr Tragreserve.

Während I mit der vierten Potenz der Höhe wächst, wächst W nur quadratisch, weil zusätzlich durch den linear wachsenden Randabstand geteilt wird.

Für unsymmetrische Profile wie das T- oder L-Profil unterscheiden sich die Randfaserabstände nach oben und unten, sodass zwei verschiedene W-Werte je Achse entstehen können.

Was ist der Unterschied zwischen Flächenträgheitsmoment und Widerstandsmoment?

Das Flächenträgheitsmoment I ist ein reines Flächenmaß in der Einheit Zentimeter hoch vier und beschreibt, wie steif ein Querschnitt auf Biegung reagiert – es fließt in die Durchbiegungsberechnung ein, aber nicht direkt in den Spannungsnachweis.

Das Widerstandsmoment W in Zentimeter hoch drei entsteht daraus durch Division durch den Randfaserabstand und wird für die Berechnung der Biegespannung gebraucht.

Am 120-mal-240-Millimeter-Rechteck zeigt sich der Zusammenhang deutlich: I_y beträgt 13.824 Zentimeter hoch vier, aber W_y nur 1.152 Zentimeter hoch drei, weil zusätzlich durch die 12 Zentimeter Randabstand geteilt wird.

Für die Durchbiegung eines Balkens unter Last wird I gebraucht, für den Nachweis, ob die zulässige Spannung im Material eingehalten wird, wird W gebraucht – beide Nachweise sind bei jeder Bemessung getrennt zu führen und keiner ersetzt den anderen.

Der Rechner liefert deshalb immer beide Werte zusammen mit der Querschnittsfläche, damit keiner der beiden Nachweise übersehen wird.

Wie groß ist das Flächenträgheitsmoment eines Kreisquerschnitts?

Für einen Vollkreis mit Durchmesser D gilt die Formel I gleich Pi mal D hoch vier geteilt durch 64, und wegen der Rotationssymmetrie ist I_y stets gleich I_z.

Bei einem Durchmesser von 150 Millimetern ergibt sich I gleich Pi mal 150 hoch vier geteilt durch 64 gleich 2.485,05 Zentimeter hoch vier, das zugehörige Widerstandsmoment W gleich Pi mal D hoch drei geteilt durch 32 beträgt 331,34 Zentimeter hoch drei, und die Querschnittsfläche liegt bei 176,71 Quadratzentimetern.

Anders als beim Rechteck spielt bei kreisrunden Querschnitten wie Wellen, Rundstahl oder Rundholz die Ausrichtung keine Rolle, weil das Trägheitsmoment in jeder Richtung identisch ist.

Das macht runde Querschnitte besonders für torsionsbelastete Bauteile wie Antriebswellen interessant, wo eine Biegerichtung nicht vorab feststeht.

Der Rechner übernimmt die vierte Potenz des Durchmessers automatisch, was von Hand schnell zu Rechenfehlern führt, weil sich kleine Rundungsfehler beim Durchmesser durch die vierte Potenz stark verstärken.

Wie berechnet man das Flächenträgheitsmoment eines Rohrs oder Kreisrings?

Beim Hohlquerschnitt (Rohr oder Kreisring) wird das Flächenträgheitsmoment des Innenkreises vom Trägheitsmoment des Außenkreises abgezogen: I gleich Pi mal (Außendurchmesser hoch vier minus Innendurchmesser hoch vier) geteilt durch 64.

Für ein Rohr mit 100 Millimetern Außendurchmesser und 5 Millimetern Wandstärke, also 90 Millimetern Innendurchmesser, ergibt sich I gleich Pi mal (100 hoch vier minus 90 hoch vier) geteilt durch 64 gleich 168,81 Zentimeter hoch vier, das Widerstandsmoment liegt bei 33,76 Zentimeter hoch drei und die Querschnittsfläche bei nur 14,92 Quadratzentimetern.

Im Vergleich zum Vollkreis gleichen Außendurchmessers mit 490,87 Zentimeter hoch vier bleibt beim Rohr also gut ein Drittel der Steifigkeit erhalten, während die Fläche und damit das Gewicht auf einen Bruchteil sinkt – der Grund, warum Rohrprofile im Leichtbau und bei Gerüststangen bevorzugt werden.

Je dünner die Wandstärke im Verhältnis zum Durchmesser, desto empfindlicher reagiert das Rohr allerdings auf lokales Beulen, was dieser Rechner nicht prüft.

Wie wird das Flächenträgheitsmoment für I-, T- und L-Profile berechnet?

Bei I-, T- und L-Profilen setzt sich der Querschnitt aus Steg und Flansch zusammen, weshalb der Rechner mit einer dünnwandigen Näherung arbeitet: Jede Teilfläche wird einzeln berechnet und über den Satz von Steiner auf die gemeinsame Schwerachse bezogen.

Für ein I-Profil mit 200 Millimetern Höhe, 100 Millimetern Flanschbreite, 5,6 Millimetern Stegdicke und 8,5 Millimetern Flanschdicke ergibt sich I_y gleich 1.845,59 Zentimeter hoch vier und I_z gleich 141,93 Zentimeter hoch vier – der große Unterschied zeigt, wie stark die Flansche die Steifigkeit um die starke Achse dominieren.

Ein T-Profil mit 150 Millimetern Höhe und vergleichbaren Abmessungen kommt dagegen nur auf I_y gleich 500,08 Zentimeter hoch vier, weil ihm der untere Flansch fehlt und der Schwerpunkt näher am Steg liegt.

Für exakte Normprofile wie IPE oder HEB sollten zusätzlich die Herstellertabellen mit den tatsächlichen Ausrundungsradien herangezogen werden, weil die dünnwandige Näherung diese Radien vernachlässigt und das Ergebnis dadurch geringfügig auf der sicheren Seite liegt.

Was bedeutet Flächenträgheitsmoment 2. Grades und in welcher Einheit wird es angegeben?

Flächenträgheitsmoment 2.

Grades ist die vollständige, in Normen wie Eurocode 3 verwendete Bezeichnung für das, was umgangssprachlich meist nur Flächenträgheitsmoment oder Trägheitsmoment genannt wird – der Name kommt daher, dass die Fläche mit dem Quadrat, also der zweiten Potenz, des Achsabstands gewichtet wird.

Die SI-Einheit ist Meter hoch vier, in der Baupraxis wird aber fast immer in Zentimeter hoch vier gerechnet, weil sich damit handlichere Zahlen ergeben: Ein Wert von 13.824 Zentimeter hoch vier entspricht 0,00013824 Meter hoch vier oder 138.240.000 Millimeter hoch vier.

Zwischen den Einheiten wird mit dem Faktor 10.000 (cm⁴ zu mm⁴) beziehungsweise 100.000.000 (cm⁴ zu m⁴) umgerechnet, da die Längeneinheit ja vierfach potenziert wird.

Beim Vergleich von Katalogwerten aus unterschiedlichen Quellen lohnt deshalb immer ein Blick auf die verwendete Einheit, denn eine Verwechslung von mm⁴ und cm⁴ führt zu einem Faktor-10.000-Fehler in der weiteren Rechnung.

Der Rechner gibt alle Werte konsistent in cm⁴ beziehungsweise cm³ aus.

Was ist der Unterschied zwischen axialem und polarem Flächenträgheitsmoment (Hauptträgheitsmoment)?

Die axialen Flächenträgheitsmomente I_y und I_z, die dieser Rechner ausgibt, beschreiben die Biegesteifigkeit um zwei senkrecht zueinander stehende Achsen durch den Schwerpunkt.

Das polare Flächenträgheitsmoment I_p beschreibt dagegen den Widerstand gegen Torsion um die Achse senkrecht zur Querschnittsfläche und ergibt sich bei ebenen Querschnitten aus der Summe der beiden axialen Werte: I_p gleich I_y plus I_z.

Für das 120-mal-240-Millimeter-Rechteck aus den Werten 13.824 und 3.456 Zentimeter hoch vier folgt daraus I_p gleich 17.280 Zentimeter hoch vier.

Das Hauptträgheitsmoment wiederum bezeichnet die axialen Trägheitsmomente um jene speziellen Achsen, bei denen das Deviationsmoment (ein Maß für die Unsymmetrie) null wird – bei den hier abgebildeten symmetrischen Querschnitten wie Rechteck, Kreis, Rohr und T-Profil fallen die Hauptachsen mit den eingegebenen y- und z-Achsen zusammen.

Bei unsymmetrischen Querschnitten wie dem L-Profil ohne gleiche Schenkel weichen die Hauptachsen davon ab; das dafür nötige Deviationsmoment berechnet dieser Rechner nicht und erfordert eine gesonderte Handrechnung oder Statiksoftware.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Die Höhe ist der stärkste Hebel: I_y wächst mit h³, eine Verdopplung der Höhe verachtfacht das Trägheitsmoment. Deshalb werden Balken und Träger stehend eingebaut, und deshalb ist ein 120 × 240 mm Balken viermal steifer als ein 240 × 120 mm Balken bei gleicher Querschnittsfläche.

Beim Vergleich verschiedener Profilformen lohnt es sich, die Effizienz als I/A zu betrachten: Je höher dieser Quotient, desto mehr Steifigkeit liefert jeder Quadratzentimeter Material.

I-Profile erreichen hier die besten Werte, weil die Flansche weit von der Biegeachse sitzen und den Steiner-Anteil maximieren.

Wer ein zusammengesetztes Profil berechnen will, das der Rechner nicht direkt kennt, kann die Teilquerschnitte einzeln durchrechnen und die Ergebnisse mit dem Steiner-Anteil von Hand zusammensetzen.

Die Querschnittsfläche und der separat ausgewiesene Steiner-Anteil helfen dabei als Kontrollwerte. Steiner-Satz: Querschnitt mit verschobener Bezugsachse, Eigen- und Steiner-Anteil

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ausgangslage: Ein Zimmermann vergleicht zwei Querschnittsvarianten für einen Deckenbalken mit 5 m Spannweite. Variante 1: Vollholz-Rechteck 120 × 240 mm.

Variante 2: Kastenträger, modelliert als zwei Flansche 120 × 40 mm im Abstand von 200 mm (vereinfachte Eingabe über den Steiner-Anteil). Variante 1 im Rechner: Rechteck 120 × 240, Steiner = 0. Ergebnis: I_y = 13.824 cm⁴, W_y = 1.152 cm³, A = 288 cm².

Variante 2 (Näherung): Ein Flansch als Rechteck 120 × 40, Steiner-Abstand = 100 mm (Abstand vom Kastenträger-Schwerpunkt). Ergebnis je Flansch: I_y,eigen = 64 cm⁴, Steiner = 48 · 10² = 4.800 cm⁴, Summe = 4.864 cm⁴.

Beide Flansche: 2 × 4.864 = 9.728 cm⁴ bei nur 2 × 48 = 96 cm² Fläche. Der Kastenträger erreicht also 70 % der Steifigkeit des Vollholzbalkens mit nur einem Drittel des Materials.

In der Praxis kommt noch der Steg hinzu, der die Querkraft aufnimmt und das I weiter steigert.

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Fehler ist das Vertauschen von Breite und Höhe: Ein Rechteck 120 × 240 mm hat I_y = 13.824 cm⁴, aber 240 × 120 mm nur I_y = 3.456 cm⁴ — ein Viertel. Die Höhe ist immer das Maß in Lastrichtung.

Zweiter Fehler: Den Steiner-Anteil vergessen oder falsch ansetzen. Der Abstand a muss zwischen den parallelen Achsen gemessen werden, nicht zum Rand.

Und der Steiner-Satz gilt nur für die Verschiebung von einer Schwerachse zu einer parallelen Achse, nicht zwischen zwei beliebigen Achsen. Dritter Fehler: Bei Rohrprofilen die Wandstärke statt des Innendurchmessers angeben.

Der Rechner erwartet die Wandstärke t und berechnet daraus den Innendurchmesser d = D − 2t. Wer den Innendurchmesser eingibt, erhält ein viel zu dickwandiges Rohr. Vierter Fehler: Die Einheiten vermischen.

Alle Eingaben sind in mm, die Ergebnisse in cm⁴ und cm³. Beim Vergleich mit Profiltabellen (DIN EN 10365) darauf achten, dass dort ebenfalls cm⁴ steht — manche Quellen verwenden mm⁴.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Flächenträgheitsmoment-Rechner bestimmt Trägheitsmoment, Widerstandsmoment und Querschnittsfläche für sechs Standardprofile und bezieht den Satz von Steiner für verschobene Achsen ein.

Damit lassen sich Querschnitte schnell vergleichen und zusammengesetzte Profile abschätzen, bevor eine vollständige statische Berechnung folgt.

Für die anschließende Trägerbemessung mit konkreter Last und Spannweite eignet sich der Statik-Rechner, der aus Trägheitsmoment und Widerstandsmoment direkt Biegemoment, Durchbiegung und Ausnutzung berechnet.

Für Holzbalken-Decken liefert der Holzbalken-Tragfähigkeit-Rechner eine Vorbemessung mit Nutzlast und Achsabstand.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Praxisbeispiel

Holzbalken 120 × 240 mm (Rechteck) ohne Achsverschiebung

Profilform
Rechteck
Breite b
120 mm
Höhe h
240 mm
Steiner-Abstand a
0 mm

Ergebnis: I_y: 13.824,00 cm⁴ | I_z: 3.456,00 cm⁴ | W_y: 1.152,00 cm³ | W_z: 576,00 cm³ | Fläche A: 288,00 cm² | Steiner-Anteil: 0,00 cm⁴

Der Rechteckquerschnitt 120 × 240 mm zeigt den typischen Effekt der Balkenhöhe: I_y ist viermal so groß wie I_z, weil die Höhe kubisch eingeht. Die Breite von 120 mm wirkt auf I_z nur mit 120³, die Höhe von 240 mm auf I_y mit 240³. Dieser Querschnitt eignet sich als Deckenbalken, wenn er stehend eingebaut wird.

Beispiel 1 · Einfach · I_y: 312,71 cm⁴ | I_z: 312,71 cm⁴ | W_y: 54,72 cm³ | W_z: 54,72 cm³ | Fläche A: 21,38 cm² | Steiner-Anteil: 0,00 cm⁴

Stahlrohr Ø 114,3 × 6,3 mm (typisches Geländerrohr)

Profilform
Rohr
Breite b (Außendurchmesser)
114.3 mm
Wandstärke t
6.3 mm
Steiner-Abstand a
0 mm

Beispiel 2 · Mittel · I_y: 8.870,92 cm⁴ | I_z: 676,18 cm⁴ | W_y: 591,39 cm³ | W_z: 90,16 cm³ | Fläche A: 58,08 cm² | Steiner-Anteil: 0,00 cm⁴

I-Profil h=300 mm, Steg 8 mm, Flansch 150 × 12 mm

Profilform
I-Profil
Breite b
150 mm
Höhe h
300 mm
Wandstärke t (Steg)
8 mm

Weitere 3 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 3 · Komplex · I_y: 129.024,00 cm⁴ | I_z: 3.456,00 cm⁴ | W_y: 1.152,00 cm³ | W_z: 576,00 cm³ | Fläche A: 288,00 cm² | Steiner-Anteil: 115.200,00 cm⁴

Rechteck 120 × 240 mm mit 200 mm Steiner-Abstand

Profilform
Rechteck
Breite b
120 mm
Höhe h
240 mm
Steiner-Abstand a
200 mm

Beispiel 4 · Komplex · I_y: 2.485,05 cm⁴ | I_z: 2.485,05 cm⁴ | W_y: 331,34 cm³ | W_z: 331,34 cm³ | Fläche A: 176,71 cm² | Steiner-Anteil: 0,00 cm⁴

Rundholzstütze Ø 150 mm (Vollkreis)

Profilform
Kreis (Vollquerschnitt)
Breite b (Durchmesser)
150 mm
Steiner-Abstand a
0 mm

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  • Sechs Querschnittsformen mit y- und z-Achse: Rechteck, Kreis, Rohr, I-Profil, T-Profil und L-Profil. Jedes Profil zeigt die Schwerpunktachsen und die typischen Abmessungen b, h und t. Rechteck liefert I_y gleich b mal h hoch drei geteilt durch zwölf.

    Profilformen und Achsen

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  • Illustration des Satzes von Steiner: Ein Rechteckquerschnitt 120 mal 240 mm mit Schwerachse und verschobener Bezugsachse im Abstand a gleich 200 mm. Eigen-Trägheitsmoment I null gleich 13.824 cm hoch vier, Steiner-Anteil A mal a hoch zwei gleich 115.200 cm hoch vier, Gesamt I gleich 129.024 cm hoch vier.

    Satz von Steiner: Parallelachsen-Verschiebung

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           alt="Illustration des Satzes von Steiner: Ein Rechteckquerschnitt 120 mal 240 mm mit Schwerachse und verschobener Bezugsachse im Abstand a gleich 200 mm. Eigen-Trägheitsmoment I null gleich 13.824 cm hoch vier, Steiner-Anteil A mal a hoch zwei gleich 115.200 cm hoch vier, Gesamt I gleich 129.024 cm hoch vier."
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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/flaechentraegheitsmoment-rechner">Satz von Steiner: Parallelachsen-Verschiebung auf Rechner-Portal</a></p>

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Rechnerspezifische Grenzen: Vorbemessung – ersetzt keine vollständige statische Berechnung durch einen Tragwerksplaner.

Quelle: Formeln der technischen Mechanik (Flächenträgheitsmomente); Satz von Steiner.

Stand: 2026-09-29

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
29. September 2026
Fachbereich
Bau & Handwerk / Holz & Statik
Formeln basieren auf
Flächenträgheitsmoment-Formeln der technischen Mechanik; Satz von Steiner (Jakob Steiner, 1840).
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Flächenträgheitsmoment-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/flaechentraegheitsmoment-rechner

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Rechner-Portal, 2026. Flächenträgheitsmoment-Rechner. Available at: https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/flaechentraegheitsmoment-rechner

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