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Passungsrechner: ISO 286 Passungen berechnen

Bau & HandwerkStand Noch keine Bewertung
mm
Bohrungstoleranz
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Kurzantwort

Nennmaß, Bohrungstoleranz und Wellentoleranz eingeben — der Rechner zeigt Passungsart, Grenzmaße, Toleranzen und Spiel nach ISO 286.

Passungsrechner nach ISO 286: Grenzmaße, Spiel und Übermaß für Bohrung und Welle berechnen.

Kilian AchatzFachredaktion Bau & Handwerk
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Aug. 2026)Veröffentlicht: Stand:

Rechenbasis

Annahmen und Grenzen

Was der Rechner voraussetzt und wo seine Aussage endet.

3 Annahmen und 3 Grenzen

Annahmen

  • Bohrung: Einheitsbohrungs-System (H), Grundabmaß EI = 0.
  • Grundtoleranzen IT5–IT11 nach ISO 286-1, Tabelle 1.
  • Grundabmaße für Wellen d–s nach ISO 286-2, Tabelle 2.

Grenzen

  • Nennmaßbereich 1–500 mm; größere Nennmaße erfordern erweiterte Tabellen.
  • Nur Einheitsbohrungs-Passungen (H) unterstützt.
  • IT-Grade beschränkt auf IT5–IT11.

Stand der Prüfung: ISO 286-1/-2:2010, geprüft 29.08.2026.

Überblick

Was ist eine Passung nach ISO 286?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

ISO 286 definiert ein Buchstaben-Ziffern-System, mit dem sich die Passgenauigkeit zwischen Bohrung und Welle eindeutig beschreiben lässt. Aus Nennmaß, Toleranzklasse der Bohrung und Toleranzklasse der Welle ergeben sich die Grenzmaße beider Teile, die Toleranzen in Mikrometern und die Passungsart: Spielpassung, Übergangspassung oder Presspassung.

Der Passungsrechner übernimmt die Tabellenarbeit, die bei manueller Auswertung der ISO-286-Tabellen fehleranfällig ist.

Statt in den Tabellen für Grundtoleranzen (IT5 bis IT11) und Grundabmaße (Bohrungsbuchstabe H, Wellenbuchstaben d bis s) den richtigen Nennmaßbereich zu suchen und anschließend Höchst- und Mindestspiel von Hand auszurechnen, genügen drei Eingaben: Nennmaß in Millimetern, Bohrungstoleranz und Wellentoleranz.

Das Ergebnis zeigt auf einen Blick, ob eine Passung Spielraum für Bewegung lässt, ob sie übergangsweise Spiel oder Übermaß aufweist oder ob sie nur unter Kraft montiert werden kann.

Für die Voreinstellung 50 H7/g6 liefert der Rechner eine Spielpassung mit 9 bis 50 Mikrometern Spiel: Die Bohrung misst 50,000 bis 50,025 mm, die Welle 49,975 bis 49,991 mm.

Ändert man die Wellentoleranz auf k6, entsteht eine Übergangspassung mit Mindestspiel von minus 18 und Höchstspiel von plus 23 Mikrometern. Bei s6 zeigt sich eine reine Presspassung, bei der die Welle stets größer als die Bohrung ist. Die drei Passungsarten: Spielpassung H7/g6, Übergangspassung H7/k6, Presspassung H7/s6 bei Nennmaß 50 mm

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Erfasse Nennmaß, Bohrungstoleranz und Wellentoleranz. Das Nennmaß ist der gemeinsame Ausgangsdurchmesser, auf den sich beide Toleranzfelder beziehen, und reicht im Rechner von 1 bis 500 mm.

Es bestimmt den Nennmaßbereich nach ISO 286-1, aus dem die Grundtoleranz abgelesen wird.

Die Bohrungstoleranz ist auf das Einheitsbohrungs-System H beschränkt, das in der Praxis rund 90 Prozent aller Passungen abdeckt: Bei H liegt das untere Abmaß EI stets bei null, das obere Abmaß ES entspricht der Grundtoleranz IT.

Die Wellentoleranz bietet 17 gängige Klassen von der groben Spielpassung d9 über die Standardpassung g6 bis zur festen Presspassung s6.

Bei der Auswahl der Wellentoleranzklasse genügt es nicht, nur auf den Buchstaben zu achten: Der Buchstabe legt das Grundabmaß fest, die Ziffer den IT-Grad und damit die Toleranzbreite.

So hat g6 bei 50 mm ein Toleranzfeld von 16 Mikrometern, g7 dagegen 25 Mikrometer. Wer dieselbe Passungsart in einer engeren Streuung benötigt, wählt einen niedrigeren IT-Grad.

Bei größeren Nennmaßbereichen wachsen alle Werte: Dieselbe Klasse H7/g6 ergibt bei 200 mm statt 9 ein Mindestspiel von 15 Mikrometern, weil sowohl die Grundtoleranz als auch das Grundabmaß mit dem Nennmaß steigen.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Klartextformel: Mindestspiel S gleich unteres Abmaß der Bohrung EI minus oberes Abmaß der Welle es. Bei H-Bohrungen ist EI immer null, sodass S gleich minus es.

Ist S positiv oder null, liegt eine Spielpassung vor; ist S negativ und gleichzeitig das Höchstspiel ES minus ei positiv, handelt es sich um eine Übergangspassung; ist auch das Höchstspiel kleiner oder gleich null, liegt eine Presspassung vor.

Die Grenzmaße ergeben sich aus dem Nennmaß plus den Abmaßen in Millimetern. Bei 50 H7/g6: Bohrung maximal 50,000 plus 0,025 gleich 50,025 mm, minimal 50,000 plus 0,000 gleich 50,000 mm.

Welle maximal 50,000 plus (minus 0,009) gleich 49,991 mm, minimal 50,000 plus (minus 0,025) gleich 49,975 mm.

Höchstspiel ES minus ei gleich 25 minus (minus 25) gleich 50 Mikrometer, Mindestspiel EI minus es gleich 0 minus (minus 9) gleich 9 Mikrometer. Toleranzfeld-Schema der Passung 50 H7/g6 mit Grundabmaßen und Spiel Die Grundtoleranz IT richtet sich nach dem Nennmaßbereich: Im Bereich 30 bis 50 mm beträgt IT7 genau 25 Mikrometer und IT6 genau 16 Mikrometer.

Im Bereich 80 bis 120 mm steigen die Werte auf 35 beziehungsweise 22 Mikrometer. Der Rechner wählt den Bereich automatisch aus 13 ISO-286-Stufen und liefert die zugehörigen Grenzmaße ohne manuellen Tabellenabgleich.

Formeln für Mindestspiel und Grenzabmaße einer ISO-286-Passung aus Grundabmaßen und Grundtoleranz.
EI und es sind die Grundabmaße nach ISO 286-2; IT ist der Grundtoleranzgrad nach ISO 286-1. Positives Mindestspiel = Spielpassung, negativ = Presspassung.

Nachschlagen

Passungen Tabelle: Höchstspiel und Mindestspiel nach ISO 286

Übersicht der gängigsten ISO-286-Passungen mit Höchstspiel und Mindestspiel in Mikrometer (µm) für ausgewählte Nennmaße. Positive Werte bedeuten Spiel, negative Werte bedeuten Übermaß (Presspassung).

Höchstspiel / Mindestspiel in µm für gängige ISO-286-Passungen nach Nennmaß
NennmaßH7/g6 (Spielpassung)H7/k6 (Übergangspassung)H7/s6 (Presspassung)H7/f7 (Großes Spiel)
10 mm+29 / +5 µm+14 / −10 µm−8 / −32 µm+43 / +13 µm
25 mm+41 / +7 µm+19 / −15 µm−14 / −48 µm+62 / +20 µm
50 mm+50 / +9 µm+23 / −18 µm−18 / −59 µm+75 / +25 µm
80 mm+59 / +10 µm+28 / −21 µm−23 / −72 µm+90 / +30 µm
100 mm+69 / +12 µm+32 / −25 µm−24 / −81 µm+106 / +36 µm
200 mm+90 / +15 µm+42 / −33 µm−33 / −108 µm+142 / +50 µm

Werte: Höchstspiel / Mindestspiel in µm. Positive Werte = Spiel (Bohrung größer als Welle), negative Werte = Übermaß (Welle größer als Bohrung). Alle Werte nach ISO 286-1/-2:2010, Einheitsbohrungs-System (Grundabmaß H, EI = 0).

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Passungsrechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist eine Passung nach ISO 286 und was berechnet der Passungsrechner?

Eine Passung beschreibt, wie zwei zusammengefügte Bauteile – üblicherweise eine Bohrung und eine Welle gleichen Nennmaßes – aufeinander abgestimmt sind: ob zwischen ihnen Spiel bleibt, ob sie sich gerade noch von Hand fügen lassen oder ob sie nur unter Kraft zusammenpassen.

Aus Nennmaß, Bohrungstoleranz und Wellentoleranz berechnet der Rechner die Grenzmaße beider Teile, die jeweilige Toleranzbreite in Mikrometern und daraus die Passungsart.

Für die Standardpassung 50 H7/g6 liefert er zum Beispiel eine Bohrung von 50,000 bis 50,025 mm, eine Welle von 49,975 bis 49,991 mm und ein Spiel von 9 bis 50 Mikrometern.

Die Berechnung folgt durchgehend ISO 286-1 und ISO 286-2, den international genormten Toleranzfeldern für lineare Maße.

Damit entfällt das manuelle Nachschlagen in den Toleranztabellen für 13 Nennmaßbereiche und über 20 Toleranzklassen je Bohrung und Welle.

Was ist eine Spielpassung – und woran erkenne ich sie im Ergebnis?

Eine Spielpassung liegt vor, wenn die Bohrung unter allen Umständen größer ist als die Welle, sodass immer ein messbares Spiel bleibt und sich die Teile von Hand fügen und bewegen lassen.

Der Rechner erkennt das am Mindestspiel: Ist es positiv oder null, meldet er „Spielpassung“. Bei 50 H7/g6 beträgt das Mindestspiel 9 Mikrometer und das Höchstspiel 50 Mikrometer – selbst im ungünstigsten Fall bleibt also Luft zwischen den Teilen.

Ein noch größeres Spiel liefert 50 H7/f7 mit 25 bis 75 Mikrometern, während 50 H7/h6 mit 0 bis 41 Mikrometern die engste gängige Spielpassung darstellt (Schiebepassung).

Spielpassungen werden dort eingesetzt, wo sich Bauteile drehen oder verschieben müssen, etwa bei Wellen in Gleitlagern oder verschiebbaren Führungen.

Je größer der Buchstabenabstand des Wellenkürzels vom Nennmaß (a bis h), desto größer fällt das Spiel aus.

Was ist eine Übergangspassung?

Bei einer Übergangspassung überschneiden sich die Toleranzfelder von Bohrung und Welle teilweise, sodass je nach tatsächlichem Istmaß der gefertigten Einzelteile entweder ein geringes Spiel oder ein geringes Übermaß entsteht – vorab lässt sich das nicht sicher vorhersagen.

Der Rechner erkennt eine Übergangspassung daran, dass das Mindestspiel negativ, das Höchstspiel aber noch positiv ist.

Für 50 H7/k6 ergibt sich ein Mindestspiel von minus 18 und ein Höchstspiel von plus 23 Mikrometern, für 50 H7/m6 reicht die Spanne von minus 25 bis plus 16 Mikrometern – enger und damit mit mehr Übermaß-Tendenz als bei k6.

Übergangspassungen werden montiert, indem die Teile leicht mit einem Gummihammer oder einer Presse gefügt werden, lassen sich aber bei Bedarf auch wieder lösen.

Typische Anwendung sind Zahnräder auf Wellen oder Lagerinnenringe, die sich nicht selbstständig verdrehen dürfen, aber demontierbar bleiben sollen.

Was ist eine Presspassung (Übermaßpassung)?

Bei einer Presspassung ist die Welle unter allen Umständen größer als die Bohrung, sodass immer ein Übermaß entsteht und die Teile nur unter Kraftaufwand gefügt werden können – durch Pressen oder, bei größerem Übermaß, durch thermisches Fügen mit erwärmter Bohrung oder gekühlter Welle.

Der Rechner meldet eine Presspassung, sobald auch das Höchstspiel negativ, also in Wirklichkeit ein Mindestübermaß ist.

Für 50 H7/s6 liegt das Übermaß zwischen 18 und 59 Mikrometern (angezeigt als Höchstspiel minus 18, Mindestspiel minus 59 Mikrometer).

Presspassungen erzeugen eine feste, dauerhafte Verbindung ohne zusätzliche Verbindungselemente wie Schrauben oder Stifte und werden zum Beispiel für Lagerringe in Gehäusen oder für aufgepresste Zahnräder verwendet.

Ab einem Übermaß von etwa 30 Mikrometern wird in der Praxis meist thermisches Fügen statt reinem Pressen empfohlen, um die Bauteile nicht zu beschädigen.

Was bedeutet die Passungsbezeichnung H7/g6?

Die Bezeichnung H7/g6 liest sich in drei Teilen: Das große H steht für die Toleranzklasse der Bohrung im Einheitsbohrungssystem, die 7 dahinter für den IT-Grad, also die Toleranzbreite.

Das kleine g bezeichnet die Toleranzklasse der Welle, die 6 ihren IT-Grad.

Bei 50 mm Nennmaß ergibt H7 eine Bohrung von 50,000 bis 50,025 mm (25 Mikrometer Toleranz), g6 eine Welle von 49,975 bis 49,991 mm (16 Mikrometer Toleranz) – zusammen eine Spielpassung mit 9 bis 50 Mikrometern Spiel.

H7/g6 ist eine der meistverwendeten Passungen im allgemeinen Maschinenbau, etwa für drehbar gelagerte Wellen mit mäßiger Präzisionsanforderung.

Der große Buchstabe bezieht sich immer auf die Bohrung, der kleine immer auf die Welle – bei anderen Nennmaßen ändern sich die absoluten Mikrometerwerte, die Passungsart (hier: Spielpassung) bleibt bei gleicher Bezeichnung aber erhalten.

Was ist das Einheitsbohrungssystem und warum rechnet der Rechner nur mit H-Bohrungen?

Im Einheitsbohrungssystem hat die Bohrung immer die Toleranzklasse H, bei der das untere Abmaß EI grundsätzlich null ist – die Bohrung reicht also vom Nennmaß nach oben bis zum jeweiligen IT-Grad, nie darunter.

Die gewünschte Passungsart wird dann allein über die Wellentoleranz eingestellt, von a bis h für Spielpassungen über js bis n für Übergangspassungen bis p bis zc für Presspassungen.

Dieses System deckt in der industriellen Praxis rund 90 Prozent aller Passungen ab, weil sich Bohrungen (etwa mit Reibahlen) schwerer und teurer in mehreren Toleranzklassen fertigen lassen als Wellen, die auf der Drehmaschine flexibel auf Maß gedreht werden.

Die Alternative, das Einheitswellensystem mit fester Wellentoleranz h und variabler Bohrung, wird nur bei Sonderfällen wie durchlaufenden Wellen mit mehreren aufgesetzten Teilen verwendet und ist in diesem Rechner nicht abgebildet.

Für Standardkonstruktionen im Maschinenbau ist das Einheitsbohrungssystem damit die richtige Wahl.

Was ist der Unterschied zwischen H7/h6, H7/k6 und H7/s6?

Die drei Passungen zeigen den fließenden Übergang von Spiel zu Übermaß bei gleichem Nennmaß und gleicher Bohrung H7.

H7/h6 ist eine Spielpassung mit 0 bis 41 Mikrometern Spiel (Schiebepassung, Welle und Bohrung teilen sich das Nullmaß), H7/k6 eine Übergangspassung mit minus 18 bis plus 23 Mikrometern, bei der je nach Fertigungsstreuung Spiel oder leichtes Übermaß entsteht, und H7/s6 eine Presspassung mit durchgehendem Übermaß von 18 bis 59 Mikrometern.

Der Wellenbuchstabe wandert dabei von h über k zu s immer weiter oberhalb des Nennmaßes, während der IT-Grad 6 und damit die Toleranzbreite von 16 Mikrometern in allen drei Fällen gleich bleibt.

In der Praxis wählt man H7/h6 für leicht verschiebbare, aber spielfreie Führungen, H7/k6 für Bauteile, die sich nicht selbst lösen dürfen, aber demontierbar bleiben sollen, und H7/s6 für dauerhaft feste Verbindungen wie aufgepresste Naben.

Wie groß ist das Toleranzfeld bei g6, h7 und k6 – und wovon hängt es ab?

Das Toleranzfeld – also die zulässige Streubreite um das Nennmaß – wird durch zwei Größen bestimmt: den Nennmaßbereich (hier 50 mm) und den IT-Grad (die Ziffer im Toleranzkürzel).

Bei 50 mm hat g6 ein Toleranzfeld von 16 Mikrometern, ebenso h6 und k6, weil alle drei denselben IT-Grad 6 tragen; die Lage des Feldes zum Nennmaß unterscheidet sich dagegen durch den Buchstaben.

Die zugehörige Bohrung H7 hat mit 25 Mikrometern ein breiteres Feld, weil IT7 gröber ist als IT6.

Bei größerem Nennmaß wächst das Toleranzfeld selbst bei gleichbleibendem IT-Grad: Bei 200 mm liegt die Toleranz von g6 schon bei 29 statt 16 Mikrometern, weil die Grundtoleranz nach ISO 286-1 mit der dritten Wurzel des geometrischen Mittels aus den Bereichsgrenzen skaliert.

Wer ein engeres Feld bei gleichem Buchstaben benötigt, wählt einen niedrigeren IT-Grad, etwa g5 statt g6.

Was bedeutet die Toleranzklasse H9 und wann wird sie verwendet?

H9 ist wie H7 eine Bohrungstoleranz im Einheitsbohrungssystem, aber mit einem deutlich gröberen IT-Grad: Bei 50 mm Nennmaß beträgt die H7-Toleranz 25 Mikrometer, die H9-Toleranz dagegen 62 Mikrometer – mehr als das Doppelte.

In Kombination mit g6 ergibt 50 H9/g6 ein Höchstspiel von 87 und ein Mindestspiel von 9 Mikrometern, also ein deutlich größeres Spielfenster als bei H7/g6 mit 9 bis 50 Mikrometern.

H9 wird dort eingesetzt, wo die Passgenauigkeit weniger kritisch ist und eine kostengünstigere, weniger präzise Bohrungsfertigung ausreicht, etwa bei einfachen Führungen, Gehäusebohrungen für unkritische Lagerstellen oder in der Serienfertigung mit größeren Fertigungstoleranzen.

Wer eine feinere Passung für Präzisionsanwendungen wie Wälzlagersitze braucht, bleibt bei H6 oder H7. Der Rechner deckt die Bohrungstoleranzen H5 bis H11 ab und macht den Effekt des IT-Grads direkt am Ergebnis sichtbar.

Wie verändert sich dieselbe Passung bei größerem Nennmaß?

Dieselbe Toleranzklassenkombination liefert bei unterschiedlichem Nennmaß unterschiedliche absolute Mikrometerwerte, weil die Grundtoleranz nach ISO 286-1 mit der Bauteilgröße wächst.

Bei 50 mm ergibt H7/g6 ein Mindestspiel von 9 und ein Höchstspiel von 50 Mikrometern; bei 200 mm wächst dieselbe Passung auf 15 bis 90 Mikrometer Spiel, weil sowohl die Bohrungstoleranz (46 statt 25 Mikrometer) als auch die Wellentoleranz (29 statt 16 Mikrometer) zunehmen.

Wer einen Tabellenwert für ein bestimmtes Nennmaß auf ein anderes Bauteil überträgt, ohne neu zu rechnen, riskiert deshalb eine falsche Einschätzung der tatsächlichen Passung.

Die Passungsart selbst – hier Spielpassung – bleibt zwar über alle Nennmaße hinweg erhalten, doch die Größe des Spiels verdoppelt sich zwischen 50 und 200 mm nahezu vollständig.

Der Rechner deckt Nennmaße von 1 bis 500 mm ab und berechnet für jedes einzelne Maß den passenden Toleranzbereich neu.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Die Passungsbezeichnung 50 H7/g6 verrät sofort drei Dinge: Nennmaß 50 mm, Bohrung mit Toleranzklasse H7 und Welle mit Toleranzklasse g6. Wer die Bedeutung der Buchstaben kennt, kann die Passungsart oft ohne Rechner einschätzen: Wellenbuchstaben vor h (also a bis g) liegen unterhalb des Nennmaßes und ergeben fast immer eine Spielpassung; Buchstaben ab k liegen darüber und führen zu Übergangs- oder Presspassungen.

Beim Wechsel zwischen Toleranzklassen verschiebt der IT-Grad die Streubreite, nicht die Lage des Toleranzfeldes: H7/g6 und H7/g7 beginnen am selben Grundabmaß, aber g7 hat eine breitere Toleranz, was das Mindestspiel verringert.

Wer eine engere Spielpassung benötigt, wählt also einen kleineren IT-Grad bei gleichem Buchstaben.

Eine häufig verwendete Passung in der Fertigung ist 50 H7/h6, die sogenannte Schiebepassung: Mindestspiel null Mikrometer und Höchstspiel 25 Mikrometer. Die Teile lassen sich gerade noch von Hand schieben.

Für Wälzlager empfiehlt der Hersteller auf der Welle typisch k5 oder k6 und in der Bohrung H6 oder H7. Der Rechner zeigt in diesen Fällen die Übergangs- oder leichte Presspassung, die für den Festsitz des Lagerrings sorgt.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ausgangslage: Ein Maschinenbauer plant eine Lagerung mit 50 mm Wellendurchmesser. Die Welle soll sich in der Buchse drehen können, ohne zu klemmen. Eingaben: Nennmaß = 50 mm, Bohrungstoleranz = H7, Wellentoleranz = g6.

Der Rechner ergibt: Spielpassung mit Mindestspiel 9 Mikrometer und Höchstspiel 50 Mikrometer. Bohrung 50,000 bis 50,025 mm, Welle 49,975 bis 49,991 mm. Die Bohrungstoleranz beträgt 25 Mikrometer (IT7), die Wellentoleranz 16 Mikrometer (IT6).

Der Maschinenbauer prüft zum Vergleich H7/f7: Mindestspiel 20 Mikrometer, Höchstspiel 66 Mikrometer — mehr Spiel, aber auch größere Streuung.

Er entscheidet sich für H7/g6, weil 9 Mikrometer Mindestspiel ausreichend Schmierfilm zulässt und die engere Toleranz weniger Lagerspiel erzeugt.

Im zweiten Schritt prüft er die Lagerpassung auf der Gehäuse-Seite: Nennmaß 80 mm, Bohrungstoleranz H7, Wellentoleranz k6. Ergebnis: Übergangspassung, Mindestspiel minus 2 Mikrometer, Höchstspiel 33 Mikrometer.

Der Lageraußenring sitzt damit leicht fest im Gehäuse, ohne dass thermisches Fügen nötig ist.

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Fehler ist das Verwechseln von Bohrung und Welle: Wer die Toleranzklassen vertauscht, bekommt statt einer geplanten Spielpassung möglicherweise eine Presspassung. Ebenso wird der IT-Grad oft mit der Qualität des Grundabmaßes gleichgesetzt, obwohl er nur die Toleranzbreite festlegt.

Ein niedriger IT-Grad wie IT5 bedeutet engere Streuung, nicht automatisch bessere Passung.

Viele übersehen, dass dasselbe Toleranzklassenpaar bei unterschiedlichen Nennmaßen verschiedene Ergebnisse liefert: H7/g6 ergibt bei 10 mm ein Mindestspiel von 5 Mikrometern, bei 200 mm dagegen 15 Mikrometer.

Wer Werte aus einer Nennmaß-Tabelle auf eine andere Größe überträgt, riskiert eine falsche Passungsart.

Ein weiterer Irrtum ist die Annahme, dass das Mindestspiel null bei einer Übergangspassung Freigang bedeutet: Bei null Spiel und null Übermaß sitzen die Teile auf Kontakt, und jede geringe Abweichung nach unten erzeugt bereits Übermaß.

Bei Presspassungen wird häufig vergessen, dass die Fügetechnik zur Passung passen muss: Übermaße ab etwa 30 Mikrometern erfordern thermisches Fügen, während kleinere Übermaße durch Pressen montiert werden können.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Passungsrechner wandelt Nennmaß, Bohrungstoleranz und Wellentoleranz in Grenzmaße, Toleranzen, Höchst- und Mindestspiel um und bestimmt die Passungsart nach ISO 286.

Damit entfällt der manuelle Tabellenabgleich, der bei 13 Nennmaßbereichen und dutzenden Toleranzklassen fehleranfällig ist.

Ein sinnvoller Folgeschritt ist ein Vergleichslauf mit einer benachbarten Wellentoleranzklasse, um zu sehen, wie stark sich Spiel oder Übermaß verschieben.

Wer die passende Schraubenverbindung für die montierte Baugruppe prüfen will, nutzt anschließend den Schrauben- und Dübel-Rechner.

Beachte, dass der Rechner nur das Einheitsbohrungs-System (H) unterstützt und die IT-Grade 5 bis 11 abdeckt — für Sonderfälle wie Einheitswellen-Passungen oder IT-Grade unter 5 ist die Normausgabe ISO 286-1/-2 direkt heranzuziehen.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Übergangspassung, Bezeichnung 80 H7/k6. Bohrung 80,0000–80,0300 mm (IT7 = 30 µm), Welle 80,0020–80,0210 mm (IT6 = 19 µm). Höchstspiel 28 µm, Mindestspiel −21 µm.

Wälzlager-Wellensitz (Übergangspassung)

Nennmaß
80 mm
Bohrungstoleranz
H7
Wellentoleranz
k6

Beispiel 2 · Mittel · Presspassung, Bezeichnung 100 H6/s6. Bohrung 100,0000–100,0220 mm (IT6 = 22 µm), Welle 100,0590–100,0810 mm (IT6 = 22 µm). Höchstspiel −37 µm, Mindestspiel −81 µm.

Presssitz für Zahnrad auf Welle

Nennmaß
100 mm
Bohrungstoleranz
H6
Wellentoleranz
s6

Beispiel 3 · Komplex · Spielpassung, Bezeichnung 25 H7/f7. Bohrung 25,0000–25,0210 mm (IT7 = 21 µm), Welle 24,9590–24,9800 mm (IT7 = 21 µm). Höchstspiel 62 µm, Mindestspiel 20 µm.

Führungsbolzen mit großem Spiel

Nennmaß
25 mm
Bohrungstoleranz
H7
Wellentoleranz
f7

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Weiternutzung

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  • Formeln für Mindestspiel und Grenzabmaße einer ISO-286-Passung aus Grundabmaßen und Grundtoleranz.

    Formeln: Mindestspiel und Grenzabmaß

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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/passungsrechner">Formeln: Mindestspiel und Grenzabmaß auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/passungsrechner

Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Grenzmaße und Toleranzen nach ISO 286-1/-2. Für sicherheitsrelevante Anwendungen die aktuelle Normausgabe heranziehen.

Quelle: ISO 286-1:2010, ISO 286-2:2010

Stand: 2026-09-29

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
29. September 2026
Fachbereich
Bau & Handwerk / Holz & Statik
Formeln basieren auf
ISO 286-1:2010, ISO 286-2:2010 — Grundtoleranzen und Grundabmaße
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Passungsrechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/passungsrechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Passungsrechner. Available at: https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/passungsrechner

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Mögliche Werbung hat keinen Einfluss auf Rechenweg, Ergebnis oder Priorisierung dieses Rechners.