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Toleranzrechner: ISO-286-Toleranzwerte berechnen

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Kurzantwort

Nennmass und IT-Grad eingeben — der Rechner zeigt den Toleranzwert nach ISO 286-1 in Mikrometern und Millimetern sowie den zugrunde liegenden Nennmassbereich.

Toleranzrechner nach ISO 286-1: Toleranzwert in Mikrometern aus Nennmass und IT-Grad...

Kilian AchatzFachredaktion Bau & Handwerk
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Aug. 2026)Stand:

Überblick

Was ist ein ISO-Toleranzgrad (IT)?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

ISO 286-1 legt 20 genormte Toleranzgrade fest — IT01, IT0 und IT1 bis IT18 —, die jeweils eine feste Breite fuer den zulaessigen Streubereich eines Istmaszes um das Nennmass definieren. Je hoeher die Gradnummer, desto groeszer die zulaessige Abweichung: IT01 ist fuer Lehren und Feinmessgeraete gedacht, IT18 fuer grob gefertigte Rohteile.

Der Toleranzrechner uebernimmt die Formelarbeit, die ISO 286-1 fuer die Grundtoleranzen vorschreibt.

Statt die Toleranzeinheit i von Hand aus dem geometrischen Mittel des Nennmassbereichs zu berechnen und anschliessend mit dem passenden Vielfachen fuer den gewaehlten IT-Grad zu multiplizieren, genuegen zwei Eingaben: Nennmass in Millimetern und IT-Grad.

Das Ergebnis zeigt sofort den Toleranzwert in Mikrometern und Millimetern sowie den zugrunde liegenden Nennmassbereich.

Fuer die Voreinstellung 50 mm und IT7 liefert der Rechner einen Toleranzwert von 25 Mikrometern (0,025 mm) — der in der Fertigung am haeufigsten verwendete Grad fuer allgemeine Maschinenbaupaarungen.

Bei gleichem Nennmass ergibt IT6 nur 16 Mikrometer, IT8 dagegen 39 Mikrometer: Ein einziger Schritt im IT-Grad verschiebt den Toleranzwert um mehr als 50 Prozent nach oben oder unten. Toleranzwert bei 50 mm Nennmass ueber sechs IT-Grade: IT01 0,5 µm bis IT9 62 µm

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Erfasse Nennmass und Toleranzgrad. Das Nennmass ist der Ausgangswert, auf den sich der Toleranzwert bezieht, und reicht im Rechner von 1 bis 500 mm.

Es bestimmt, welcher der 13 Nennmassbereiche nach ISO 286-1 herangezogen wird — und damit, welches geometrische Mittel D und welche Toleranzeinheit i in die Rechnung eingehen.

Der Toleranzgrad reicht von IT01 (schaerfste Toleranz) bis IT18 (groebste Toleranz) und bestimmt, mit welchem Vielfachen der Toleranzeinheit i multipliziert wird.

Bei der Wahl des IT-Grads hilft die grobe Einordnung nach Anwendungsfall: IT01 bis IT4 fuer Lehren und Praezisionsmessmittel, IT5 und IT6 fuer Praezisionslager und Fuehrungsbuchsen, IT7 fuer allgemeine Maschinenbaupaarungen, IT8 bis IT11 fuer einfache Passungen und IT12 bis IT18 fuer Rohteile und Freimasze ohne besondere Anforderung.

Wichtig: Derselbe IT-Grad liefert bei unterschiedlichem Nennmass einen anderen Toleranzwert, weil die Toleranzeinheit i mit der Bauteilgroesze waechst.

IT7 ergibt bei 10 mm nur 14 Mikrometer, bei 50 mm bereits 25 Mikrometer und bei 200 mm rund 46 Mikrometer.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Klartextformel: Toleranzeinheit i gleich 0,45 mal die dritte Wurzel aus D plus 0,001 mal D, wobei D das geometrische Mittel des Nennmassbereichs in Millimetern ist. Fuer IT5 bis IT18 gilt T(ITn) gleich 10 hoch (0,2 mal (n minus 1)) mal i.

IT01, IT0 und IT1 sind feste Vielfache von i (0,3, 0,5 und 0,8 mal i); IT2 bis IT4 werden geometrisch zwischen IT1 und IT5 interpoliert. Das geometrische Mittel D ergibt sich aus den beiden Bereichsgrenzen: D gleich Wurzel aus D1 mal D2.

Fuer den Bereich 30 bis 50 mm folgt D gleich Wurzel aus 1500, also 38,73 mm, und daraus i gleich 0,45 mal die dritte Wurzel aus 38,73 plus 0,001 mal 38,73, also rund 1,561 Mikrometer.

Fuer IT7 (n gleich 7) ergibt sich der Faktor 10 hoch 1,2, also rund 15,85, multipliziert mit i gleich 1,561 Mikrometern ein Toleranzwert von rund 24,7, gerundet 25 Mikrometer.

Der Exponent 0,2 mal (n minus 1) sorgt dafuer, dass jeder IT-Grad um denselben relativen Faktor breiter ist als der vorherige — die Grundtoleranzen folgen also einer geometrischen statt einer linearen Stufung.

Deshalb verdoppelt sich der Toleranzwert nicht bei jedem IT-Grad, sondern erst nach rund fuenf Graden.

Formeln fuer die ISO-286-1-Toleranzeinheit i aus dem geometrischen Mittel D und den Toleranzwert T aus i und IT-Gradnummer.
D ist das geometrische Mittel des Nennmassbereichs, i die daraus abgeleitete Toleranzeinheit. Die Formel T = 10^(0,2·(n−1))·i gilt fuer IT5 bis IT18.

Nachschlagen

Grundtoleranzen IT01 bis IT7 nach ISO 286-1 (in µm)

Toleranzwerte in Mikrometern fuer Fein- und Praezisionsgrade. IT01 bis IT4 auf eine Nachkommastelle gerundet, IT5 bis IT7 ganzzahlig. Alle Werte berechnet mit i = 0,45 · D¹″³ + 0,001 · D.

Grundtoleranzen IT01 bis IT7 in Mikrometern nach ISO 286-1:2010, gegliedert nach Nennmassbereichen
NennmassbereichIT01IT0IT1IT2IT3IT4IT5IT6IT7
0–3 mm0,20,30,40,71,22359
3–6 mm0,20,40,611,62,85712
6–10 mm0,30,40,71,223,46914
10–18 mm0,30,50,91,52,44,171117
18–30 mm0,40,711,82,94,981321
30–50 mm0,50,81,22,13,55,9101625
50–80 mm0,60,91,52,54,27121929
80–120 mm0,71,11,72,94,98,2142234
120–180 mm0,81,323,45,79,5162540
180–250 mm0,91,42,33,96,510,9182946
250–315 mm11,62,64,37,212,1203251
315–400 mm1,11,82,84,7813,3223556
400–500 mm1,21,93,15,28,714,6253962

Werte berechnet aus der Toleranzeinheit i = 0,45 · ³√D + 0,001 · D, wobei D das geometrische Mittel des Nennmassbereichs ist. IT01/IT0/IT1: feste Vielfache von i (0,3/0,5/0,8). IT2–IT4: geometrische Interpolation zwischen IT1 und IT5. IT5–IT7: T = 10^(0,2·(n−1))·i. Quelle: ISO 286-1:2010, Abschnitt 6.

Grundtoleranzen IT8 bis IT18 nach ISO 286-1 (in µm)

Toleranzwerte in Mikrometern fuer Standard- und Grobgrade. Alle Werte ganzzahlig gerundet.

Grundtoleranzen IT8 bis IT18 in Mikrometern nach ISO 286-1:2010, gegliedert nach Nennmassbereichen
NennmassbereichIT8IT9IT10IT11IT12IT13IT14IT15IT16IT17IT18
0–3 mm14223454861362163425428591362
3–6 mm1829467311618429246273311611841
6–10 mm2336579014222635856789814232256
10–18 mm274368108172272431683108317162720
18–30 mm335282131207328520825130720723284
30–50 mm396299156247392622985156124743922
50–80 mm47741171862944667391171185629424662
80–120 mm55861372173445468651371217334435457
120–180 mm6310015925240063310041591252239976334
180–250 mm7311518329045972711531827289645907274
250–315 mm8112820432351181112852036322751148105
315–400 mm8914122335456189014102234354156128895
400–500 mm9815524538961697715482453388861639767

Alle Werte ganzzahlig gerundet. Formel: T = 10^(0,2·(n−1))·i. Bei IT18 und 500 mm Nennmass erreicht die Toleranz knapp 10 mm — das entspricht bereits einer sichtbaren Abweichung. Quelle: ISO 286-1:2010, Abschnitt 6.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Toleranzrechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist ein IT-Grad und was bedeutet die Zahl dahinter?

IT steht für ISO-Toleranz und bezeichnet nach ISO 286-1 eine von 20 genormten Toleranzgraden, die von IT01 (extrem eng) über IT1 bis IT18 (sehr grob) reichen.

Die Zahl gibt die Breite des zulässigen Streubereichs für ein Istmass an: Je größer die Zahl, desto weiter darf das gefertigte Teil vom Nennmass abweichen.

IT7 bei 50 mm Nennmass erlaubt zum Beispiel eine Streuung von 25 Mikrometern, IT9 bei derselben Größe bereits 62 Mikrometer.

Der IT-Grad sagt dabei nichts über die Lage der Toleranz zum Nennmass aus, sondern nur über ihre Breite — die Lage wird bei Passungen zusätzlich über einen Grundabmaß-Buchstaben wie h, g oder k festgelegt.

Der Toleranzrechner gibt für jeden gewählten IT-Grad und jedes Nennmass den reinen Toleranzwert in Mikrometern und Millimetern aus.

Wie unterscheidet sich der Toleranzrechner vom Passungsrechner?

Der Toleranzrechner liefert ausschließlich den Toleranzwert eines einzelnen IT-Grads für ein Nennmass — also die reine Breite des Toleranzfeldes ohne Aussage zur Lage.

Bei 80 mm Nennmass und IT8 ergibt er zum Beispiel 47 Mikrometer: Das ist die zulässige Streubreite, sagt aber nichts darüber, ob diese 47 Mikrometer oberhalb, unterhalb oder symmetrisch zum Nennmass liegen.

Der Passungsrechner geht einen Schritt weiter: Er kombiniert eine Bohrungstoleranz (immer H) mit einer Wellentoleranz (zum Beispiel g6 oder k6) und berechnet daraus Grenzmasze, Höchst- und Mindestspiel sowie die resultierende Passungsart — Spielpassung, Übergangspassung oder Presspassung.

Erst mit der Toleranzlage, die der Passungsrechner über den Grundabmaß-Buchstaben einbezieht, wird aus einem reinen Toleranzwert eine fertigungstaugliche Maßvorgabe.

Wer nur wissen will, wie breit IT8 bei 80 mm Nennmass ist, nutzt den Toleranzrechner. Wer wissen will, wie eine Bohrung und eine Welle mit bestimmten Toleranzklassen zueinander passen, nutzt den Passungsrechner.

Beide Rechner teilen sich die gleiche Nennmassbereich-Einteilung nach ISO 286-1.

Warum ändert sich der Toleranzwert mit dem Nennmass, obwohl der IT-Grad gleich bleibt?

Die Toleranzeinheit i, aus der jeder IT-Grad abgeleitet wird, hängt vom sogenannten geometrischen Mittel des Nennmassbereichs ab: i = 0,45 mal die dritte Wurzel aus D plus 0,001 mal D, wobei D in Millimetern eingesetzt wird.

Größere Nennmasze führen zu einem größeren D und damit zu einer größeren Toleranzeinheit, selbst wenn der IT-Grad unverändert bleibt.

Deshalb ergibt IT7 bei 10 mm Nennmass nur 14 Mikrometer, bei 50 mm bereits 25 Mikrometer und bei 200 mm rund 46 Mikrometer.

Der Grund liegt in der Fertigungstechnik: Größere Werkstücke lassen sich mit gleichem Aufwand nicht so eng fertigen wie kleine, daher wächst die zulässige Streuung mit der Bauteilgröße mit.

Was bedeutet das geometrische Mittel D, das der Rechner anzeigt?

ISO 286-1 teilt den Nennmassbereich bis 500 mm in 13 Stufen ein (zum Beispiel 3 bis 6 mm, 30 bis 50 mm, 80 bis 120 mm).

Damit die Toleranzeinheit i nicht für jedes einzelne Nennmass neu definiert werden muss, wird sie für den gesamten Bereich anhand eines einzigen repräsentativen Werts berechnet: dem geometrischen Mittel D der beiden Bereichsgrenzen, also D gleich Wurzel aus D1 mal D2.

Für den Bereich 30 bis 50 mm ergibt das D gleich Wurzel aus 1500, also rund 38,73 mm.

Für den ersten Bereich von 0 bis 3 mm wird die untere Grenze durch 1 ersetzt, weil die Wurzel aus 0 sonst immer null ergäbe — D wird hier also aus Wurzel aus 1 mal 3 gebildet.

Alle Nennmasze innerhalb desselben Bereichs erhalten dieselbe Toleranzeinheit i und damit denselben Toleranzwert je IT-Grad.

Wieso zeigt der Rechner bei feinen IT-Graden eine Nachkommastelle, bei groben aber nicht?

Die Grundtoleranzen ab IT5 sind in der ISO-286-Praxis üblicherweise ganzzahlige Mikrometerwerte, weil die Toleranzen dort bereits mehrere Mikrometer bis mehrere Millimeter betragen und eine Nachkommastelle keinen praktischen Mehrwert liefert.

Unterhalb von IT5 — also bei IT01, IT0, IT1 bis IT4 — bewegen sich die Toleranzwerte dagegen oft im Bereich von weniger als 10 Mikrometern, wo eine Rundung auf ganze Mikrometer bereits einen spürbaren relativen Fehler bedeuten würde.

IT01 bei 50 mm Nennmass ergibt zum Beispiel 0,5 Mikrometer — würde der Rechner auf ganze Mikrometer runden, bliebe entweder 0 oder 1, also ein Fehler von 100 beziehungsweise 100 Prozent.

IT5 bei derselben Größe liefert dagegen 10 Mikrometer, wo die Nachkommastelle nichts mehr beiträgt. Deshalb rundet der Toleranzrechner die Werte für IT01 bis IT4 auf eine Nachkommastelle und ab IT5 auf ganze Mikrometer.

Diese Feingrade werden vor allem bei Lehren, Prüfmitteln und Feinmessgeräten verwendet, wo jeder Mikrometer zählt.

Wie werden die Toleranzwerte für IT2, IT3 und IT4 berechnet?

Für IT5 bis IT18 gibt ISO 286-1 die geschlossene Formel T gleich 10 hoch 0,2 mal (n minus 1) mal i an, wobei n die Grad-Nummer ist. Für IT01, IT0 und IT1 gelten feste Vielfache der Toleranzeinheit i: 0,3 mal i, 0,5 mal i und 0,8 mal i.

Zwischen IT1 und IT5 liegt in der Norm kein eigener Formelpunkt, sondern eine gleichmäßige Stufung: Der Toleranzrechner interpoliert IT2, IT3 und IT4 geometrisch, sodass von IT1 zu IT5 in vier gleich großen Verhältnisschritten fortgeschritten wird.

Multipliziert man den IT1-Wert viermal mit diesem konstanten Verhältnis, ergibt sich exakt der IT5-Wert — IT2, IT3 und IT4 liegen jeweils einen, zwei beziehungsweise drei Schritte auf diesem Weg.

Welcher IT-Grad ist für welche Anwendung üblich?

IT01 bis IT4 werden für Lehren, Endmaße und hochpräzise Prüfmittel verwendet, wo Toleranzen im niedrigen einstelligen Mikrometerbereich liegen — bei 50 mm Nennmass ergibt IT01 gerade einmal 0,5 Mikrometer.

IT5 und IT6 kommen bei Präzisionslagern, Wälzlagersitzen und Führungsbuchsen zum Einsatz; IT6 bei 50 mm liefert 16 Mikrometer.

IT7 ist der in der Fertigung am häufigsten verwendete Grad für allgemeine Maschinenbaupaarungen wie Wellen-Naben-Verbindungen und ergibt bei 50 mm genau 25 Mikrometer.

IT8 bis IT11 decken einfache Passungen und weniger kritische Bauteile ab — IT11 bei 100 mm bedeutet bereits 217 Mikrometer, also gut zwei Zehntel Millimeter.

IT12 bis IT18 stehen für grob gefertigte Teile, Rohteile und Freimaßtoleranzen ohne besondere Anforderung, wobei IT14 bei 100 mm schon 865 Mikrometer erreicht.

Wer eine konkrete Bohrung-Welle-Kombination statt eines einzelnen IT-Grads prüfen möchte, findet die passende Rechnung im Passungsrechner.

Kann ich den Toleranzrechner auch für Nennmasze über 500 mm nutzen?

Nein, der Rechner deckt den Bereich von 1 bis 500 mm ab, der die ISO-286-Tabellen für Grundtoleranzen vollständig enthält.

Das obere Ende zeigt, wie groß die Werte dort bereits werden: Bei 500 mm Nennmass und IT7 beträgt der Toleranzwert 62 Mikrometer (0,062 mm), bei IT14 bereits 1548 Mikrometer (1,548 mm) und bei IT18 sogar 9767 Mikrometer — knapp 10 mm sichtbare Abweichung.

Für Nennmasze über 500 mm definiert ISO 286-1 weitere Bereiche bis 3150 mm, die im Rechner nicht hinterlegt sind, weil sie überwiegend im Großmaschinenbau, bei Turbinenwellen oder Druckbehältern vorkommen und dort meist individuell mit der Normausgabe berechnet werden.

Die Toleranzeinheit i steigt mit der Bauteilgröße weiter an, sodass die Formel i = 0,45 mal die dritte Wurzel aus D plus 0,001 mal D bei großen D zunehmend vom linearen Term dominiert wird.

Für diese Fälle ist ISO 286-1:2010, Tabelle 2, direkt heranzuziehen. Eingaben über 500 mm werden vom Rechner nicht ausgewertet.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Die Toleranzeinheit i haengt ausschliesslich vom Nennmassbereich ab, nicht vom gewaehlten IT-Grad — sie aendert sich also nicht, wenn nur der IT-Grad gewechselt wird. Bei 50 mm Nennmass bleibt i konstant bei 1,561 Mikrometern, egal ob IT5 oder IT12 gewaehlt wird; nur der Multiplikator fuer den IT-Grad veraendert das Ergebnis.

Ein Sprung im Nennmassbereich wirkt staerker als ein Sprung im IT-Grad: Wechselt man bei IT7 von 49 auf 51 mm Nennmass, bleibt der Toleranzbereich 30 bis 50 mm bestehen oder wechselt zu 50 bis 80 mm, je nachdem auf welcher Seite der Grenze das Nennmass liegt — und der Toleranzwert springt von 25 auf 29 Mikrometer, obwohl sich das Nennmass kaum aendert. Bei der Feinauswahl zwischen benachbarten IT-Graden lohnt sich der direkte Vergleich: IT6 liefert bei 50 mm 16 Mikrometer, IT7 25 Mikrometer und IT8 39 Mikrometer — jeder Schritt erhoeht den Toleranzwert um 50 bis 60 Prozent.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ausgangslage: Ein Konstrukteur legt eine Fuehrungsbuchse mit 80 mm Nennmass aus und muss entscheiden, wie eng die Fertigungstoleranz sein soll. Eingaben: Nennmass = 80 mm, Toleranzgrad = IT8.

Der Rechner ergibt: Toleranzwert 47 Mikrometer (0,047 mm) im Nennmassbereich 50 bis 80 mm, mit geometrischem Mittel D gleich 63,25 mm und Toleranzeinheit i gleich 1,856 Mikrometern.

Der Konstrukteur prueft zum Vergleich IT9 bei gleichem Nennmass: Toleranzwert 74 Mikrometer — fast 60 Prozent mehr Spielraum fuer die Fertigung, aber auch eine groebere Buchse.

Er entscheidet sich fuer IT8, weil die Buchse in einer Fuehrung mit engem Spiel sitzen soll und die zusaetzlichen Fertigungskosten fuer die engere Toleranz vertretbar sind.

Im zweiten Schritt prueft er dieselbe Toleranzklasse bei einem kleineren Nennmass von 25 mm: IT8 liefert dort nur 33 Mikrometer.

Damit wird deutlich, dass sich der gleiche IT-Grad je nach Bauteilgroesze in einem vollkommen anderen Mikrometerbereich bewegt — eine Erkenntnis, die bei der Auswahl von Werkzeugmaschinen und Messmitteln fuer unterschiedliche Bauteilgroeszen wichtig ist.

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der haeufigste Fehler ist die Annahme, ein IT-Grad liefere bei jedem Nennmass denselben Toleranzwert: IT7 ergibt bei 10 mm nur 14, bei 50 mm 25 und bei 200 mm 46 Mikrometer — derselbe Grad, drei vollkommen unterschiedliche Werte. Wer einen Tabellenwert aus einem Referenzwerk fuer ein anderes Nennmass uebernimmt, riskiert eine falsche Fertigungsvorgabe.

Ebenso wird der IT-Grad oft mit einer Passung verwechselt: Der Toleranzrechner liefert nur die Breite des Toleranzfeldes, keine Aussage darueber, ob es sich um eine Bohrung oder Welle handelt und wo das Feld zum Nennmass liegt.

Fuer eine vollstaendige Passungsberechnung mit Grenzmaszen und Spiel ist der Passungsrechner das richtige Werkzeug.

Ein weiterer Irrtum betrifft die Rundung: Bei feinen Graden wie IT2 oder IT3 wird oft auf ganze Mikrometer gerundet, obwohl die Werte hier oft unter 5 Mikrometern liegen und eine Nachkommastelle den Unterschied zwischen zwei benachbarten Graden erst sichtbar macht.

Und schliesslich wird die Nennmassbereichsgrenze gern uebersehen: Ein Nennmass von exakt 50 mm gehoert zum Bereich 30 bis 50 mm, ein Nennmass von 50,5 mm dagegen bereits zum Bereich 50 bis 80 mm — mit einem spuerbar hoeheren Toleranzwert.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Toleranzrechner wandelt Nennmass und IT-Grad in den Toleranzwert nach ISO 286-1 um — in Mikrometern und Millimetern, zusammen mit dem zugrunde liegenden Nennmassbereich, dem geometrischen Mittel D und der Toleranzeinheit i.

Damit entfaellt die manuelle Formelrechnung mit dritter Wurzel und Zehnerpotenz, die bei 20 IT-Graden und 13 Nennmassbereichen schnell fehleranfaellig wird.

Ein sinnvoller Folgeschritt ist ein Vergleichslauf mit einem benachbarten IT-Grad, um zu sehen, wie stark sich der Toleranzwert bei gleichem Nennmass verschiebt.

Wer aus dem reinen Toleranzwert eine vollstaendige Bohrung-Welle-Passung mit Grenzmaszen, Spiel und Passungsart ableiten will, nutzt anschliessend den Passungsrechner.

Beachte, dass der Rechner nur den Nennmassbereich bis 500 mm abdeckt — fuer groeszere Bauteile ist die Normausgabe ISO 286-1:2010 direkt heranzuziehen.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Toleranzwert 13 µm (0,013 mm) im Nennmassbereich 18–30 mm. Geometrisches Mittel D = 23,238 mm, Toleranzeinheit i = 1,307 µm.

Praezisionswelle mit engem IT6

Nennmass
25 mm
Toleranzgrad (IT)
IT6

Beispiel 2 · Mittel · Toleranzwert 86 µm (0,086 mm) im Nennmassbereich 80–120 mm. Geometrisches Mittel D = 97,98 mm, Toleranzeinheit i = 2,173 µm.

Grobe Passung mit IT9

Nennmass
120 mm
Toleranzgrad (IT)
IT9

Beispiel 3 · Komplex · Toleranzwert 3,4 µm (0,003 mm) im Nennmassbereich 6–10 mm. Geometrisches Mittel D = 7,746 mm, Toleranzeinheit i = 0,898 µm.

Sehr enge Passform mit IT4

Nennmass
8 mm
Toleranzgrad (IT)
IT4

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Weiternutzung

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  • Balkendiagramm: Toleranzwert nach ISO 286-1 bei 50 mm Nennmass fuer sechs IT-Grade. IT01 = 0,5 µm, IT4 = 5,9 µm, IT6 = 16 µm, IT7 = 25 µm, IT8 = 39 µm, IT9 = 62 µm. Alle sechs Grade nutzen dieselbe Toleranzeinheit i = 1,561 µm; nur der IT-Grad-Multiplikator waechst.

    Toleranzwert je IT-Grad bei gleichem Nennmass

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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/toleranzrechner">Toleranzwert je IT-Grad bei gleichem Nennmass auf Rechner-Portal</a></p>

    Textbaustein für die Bildunterschrift

    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/toleranzrechner
  • Formeln fuer die ISO-286-1-Toleranzeinheit i aus dem geometrischen Mittel D und den Toleranzwert T aus i und IT-Gradnummer.

    Formeln: Toleranzeinheit und Toleranzwert

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    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/toleranzrechner">Formeln: Toleranzeinheit und Toleranzwert auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/toleranzrechner

Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Toleranzwerte nach ISO 286-1. Für sicherheitsrelevante Anwendungen die aktuelle Normausgabe heranziehen.

Quelle: ISO 286-1:2010

Stand: 2026-08-29

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
29. August 2026
Fachbereich
Bau & Handwerk / Holz & Statik
Formeln basieren auf
ISO 286-1:2010, Abschnitt 6 — Grundtoleranzen (Formel für die Toleranzeinheit i und die Toleranzgrade IT01 bis IT18)
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Toleranzrechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/toleranzrechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Toleranzrechner. Available at: https://rechner-portal.de/bau-handwerk/holz-statik/toleranzrechner

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