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Erwartungswert berechnen: Rechner für E(X), Varianz und σ

MathematikStand Noch keine Bewertung
Wert xWahrsch. pAktion
Beispiele

Wahrscheinlichkeiten als Dezimalzahl (0.25) oder Bruch (1/4). Summe aller p muss 1 ergeben.

E(X) =1,7
Var(X) =0,61
σ (Standardabweichung) =0,781
Rechenweg
xpx·p(x−E)²(x−E)²·p
10,50,50,490,245
20,30,60,090,027
30,20,61,690,338
Summe1,70,61

E(X) = Σ x·p = 1,7 | Var(X) = Σ (x−E)²·p = 0,61 | σ = √Var(X) = 0,781

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Kurzantwort

Erwartungswert berechnen: Wertepaare (x, p) eingeben und E(X), Varianz und Standardabweichung für diskrete Wahrscheinlichkeitsverteilungen bestimmen.

Erwartungswert E(X), Varianz Var(X) und Standardabweichung σ einer diskreten...

Kilian AchatzFachredaktion Mathematik
Geprüft: Review-Team Mathematik (Juli 2026)Stand:

Überblick

Was ist der Erwartungswert-Rechner?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Wenn du wissen willst, welcher Wert im Durchschnitt bei einer Zufallsverteilung herauskommt, brauchst du den Erwartungswert E(X). Der Erwartungswert ist der gewichtete Mittelwert aller möglichen Ergebnisse, wobei jedes Ergebnis mit seiner Wahrscheinlichkeit gewichtet wird.

Er beantwortet die Frage: Was würde im Mittel passieren, wenn ich diesen Zufallsversuch sehr oft wiederhole? Dieser Rechner berechnet E(X), die Varianz Var(X) und die Standardabweichung σ für diskrete Wahrscheinlichkeitsverteilungen.

Du gibst eine Wertetabelle mit Wertepaaren (x, p) ein, und der Rechner zeigt das Ergebnis mit vollständigem Rechenweg.

Typische Anwendungen sind Lotteriegewinnerwartungen, Risikoabwägungen, stochastische Schulaufgaben und die Qualitätsbewertung in der Produktion.

Der Erwartungswert bündelt eine ganze Wahrscheinlichkeitsverteilung in einer einzigen Kennzahl, die angibt, wohin sich der Durchschnitt bei sehr vielen Wiederholungen einpendelt.

Ergänzt um Varianz und Standardabweichung beschreibt er zusätzlich die Schwankungsbreite um diesen Mittelwert. Eine fundierte Einführung in den Erwartungswert bietet Serlo Mathematik.

Die Eingabe erfolgt zeilenweise als Wertepaar, und mindestens zwei Paare müssen es sein.

Die Summe der Wahrscheinlichkeiten prüft der Rechner mit einer Toleranz von ±0,01, bevor er überhaupt rechnet — diese Vorabprüfung ist der eigentliche Schutz vor der häufigsten Fehlerquelle, einer unvollständigen Verteilung.

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Du gibst Wertepaare (x, p) ein, wobei x der Wert und p die zugehörige Wahrscheinlichkeit ist. Trage die Wahrscheinlichkeiten dabei als Dezimalzahl oder als Bruch ein — sowohl 0.25 mit Punkt als auch 0,25 mit Komma und die Bruchschreibweise 1/4 werden korrekt gelesen.

Brüche löst der Rechner selbst auf (1/4 = 0.25, 1/6 ≈ 0.1667), du musst sie also nicht vorher in Dezimalzahlen umrechnen; auch in der Spalte für den Wert x ist ein Bruch wie 1/2 erlaubt.

Die Beispiel-Schaltflächen wie „Würfel (W6)“ füllen die Wertetabelle direkt mit den zugehörigen Brüchen 1/6, die beim Berechnen automatisch in Dezimalwerte umgesetzt werden. Die Summe aller Wahrscheinlichkeiten muss 1 ergeben (Toleranz ±0,01).

Typische Fehler sind Wahrscheinlichkeiten, die sich nicht zu 1 aufaddieren, Verwechslungen von Wert und Wahrscheinlichkeit sowie die Eingabe negativer Wahrscheinlichkeiten. Mindestens 2 Wertepaare sind erforderlich.

Mit dem Plus-Button kannst du beliebig viele Zeilen hinzufügen. Als Werte x trägst du die möglichen Ergebnisse ein und als p die zugehörige Eintrittswahrscheinlichkeit.

Achte darauf, dass jede Wahrscheinlichkeit zwischen 0 und 1 liegt und die Summe aller p exakt 1 ergibt, sonst ist die Verteilung unvollständig.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Zitiergrafik: Erwartungswert E(X) gleich Summe xᵢ mal pᵢ, Varianz, Standardabweichung Erwartungswert, Varianz und Standardabweichung für diskrete Verteilungen: E(X) = Σ x_i · p_i summiert alle Produkte aus Wert und Wahrscheinlichkeit. Var(X) = Σ (x_i − E(X))² · p_i summiert die quadrierten Abweichungen vom Erwartungswert, gewichtet mit der Wahrscheinlichkeit.

Die Standardabweichung σ = √Var(X) gibt die Streuung in derselben Einheit wie x zurück. Beispiel Würfelwurf (W6): E(X) = (1+2+3+4+5+6)/6 = 3,5. Var(X) = ((1−3,5)²+(2−3,5)²+...+(6−3,5)²)/6 = 2,9167. σ = √2,9167 ≈ 1,708.

Der Rechenweg gliedert sich in drei Schritte: Zuerst multiplizierst du jeden Wert mit seiner Wahrscheinlichkeit und summierst diese Produkte zum Erwartungswert.

Danach bildest du für jeden Wert die Abweichung vom Erwartungswert, quadrierst sie und gewichtest sie erneut mit der Wahrscheinlichkeit; die Summe dieser gewichteten Quadrate ist die Varianz.

Zuletzt liefert die Wurzel aus der Varianz die Standardabweichung, die die Streuung in derselben Einheit wie die Werte angibt.

Im Würfelbeispiel bedeutet die Standardabweichung von rund 1,708, dass die einzelnen Augenzahlen im Schnitt etwa 1,7 Einheiten um den Erwartungswert 3,5 schwanken.

Die Gewichtung mit p ersetzt dabei jede Division: Anders als bei einer Messreihe wird weder durch n noch durch n−1 geteilt, weil die Wahrscheinlichkeiten die Gewichte bereits vollständig tragen und sich definitionsgemäß zu 1 summieren.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Erwartungswert-Rechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist der Erwartungswert und wie wird er berechnet?

Der Erwartungswert E(X) ist der gewichtete Mittelwert aller möglichen Ergebnisse einer Zufallsvariablen. Er gibt an, welcher Wert sich im langfristigen Durchschnitt ergibt, wenn ein Zufallsexperiment sehr oft wiederholt wird.

Die Berechnung erfolgt nach der Formel E(X) = Σ x_i · p_i, also die Summe aller Produkte aus Wert und zugehöriger Wahrscheinlichkeit. Für einen fairen Würfel (W6) gilt: E(X) = 1·(1/6) + 2·(1/6) + ... + 6·(1/6) = 3,5.

Die 3,5 kann man natürlich nicht würfeln – sie beschreibt den theoretischen Langzeitdurchschnitt über sehr viele Würfe.

Der Erwartungswert ist die zentrale Kenngröße für Entscheidungen unter Unsicherheit, von Glücksspielen bis zu Versicherungsmodellen und Risikoabwägungen.

Im Erwartungswert-Rechner trägst du alle Wertepaare (x_i, p_i) ein; die Summation der Produkte erfolgt automatisch.

Neben E(X) gibt der Rechner auch die Varianz Var(X) und die Standardabweichung σ aus, sodass du mit einer Eingabe sowohl den Mittelwert als auch das Streuungsmaß der Verteilung erhältst.

Was ist der Unterschied zwischen Erwartungswert und Mittelwert?

Der Mittelwert (arithmetisches Mittel) wird aus tatsächlich beobachteten Daten berechnet: Summe aller Werte geteilt durch die Anzahl.

Der Erwartungswert hingegen ist ein theoretisches Konzept für Zufallsvariablen: Er gewichtet jeden möglichen Ausgangswert mit seiner Wahrscheinlichkeit.

Bei einer diskreten Gleichverteilung – etwa wenn alle n Werte gleich wahrscheinlich sind mit p = 1/n – sind Erwartungswert und arithmetisches Mittel identisch.

Der entscheidende Unterschied: Der Mittelwert beschreibt vergangene Beobachtungen, der Erwartungswert beschreibt das theoretische Verhalten für zukünftige Versuche.

In der Praxis nähert sich der beobachtete Mittelwert einer langen Versuchsreihe immer stärker dem Erwartungswert an – das besagt das Gesetz der großen Zahlen.

Ein Zahlenbeispiel: Für die Daten 2, 4 und 6 beträgt der arithmetische Mittelwert (2+4+6)/3 = 4. Als Zufallsvariable mit p = 1/3 ergibt sich E(X) = 2·(1/3) + 4·(1/3) + 6·(1/3) = 4 – hier stimmen beide Kenngrößen überein.

Bei ungleichen Wahrscheinlichkeiten weichen sie voneinander ab.

Warum muss die Summe der Wahrscheinlichkeiten 1 ergeben?

Die Summe Σ p_i = 1 ist die Normierungsbedingung der Wahrscheinlichkeitstheorie und besagt, dass alle möglichen Ergebnisse zusammen das vollständige Ereignissystem beschreiben.

Wenn du alle möglichen Ausgänge eines Experiments auflistest, muss eines dieser Ereignisse zwingend eintreten – daher 100 % oder 1.

Addieren sich die Wahrscheinlichkeiten auf weniger als 1, fehlt ein Ergebnis in der Tabelle (die Verteilung ist unvollständig). Addieren sie sich auf mehr als 1, liegt ein Fehler vor, weil Wahrscheinlichkeiten nicht größer als 1 sein können.

Der Rechner prüft diese Bedingung mit einer Toleranz von ±0,01, um Rundungsfehler bei Brüchen wie 1/6 zu erlauben. Bei einem fairen Würfel gilt: 6 × (1/6) = 1 – die Verteilung ist vollständig normiert.

In der Praxis reicht es, Wahrscheinlichkeiten gerundet als Dezimalzahl einzugeben, etwa 0,167 statt exakt 1/6.

Liegt die Gesamtsumme außerhalb der Toleranz ±0,01, zeigt der Rechner einen Fehlerhinweis – so lassen sich Tippfehler in der Verteilungstabelle sofort erkennen.

Was ist die Varianz und wie hängt sie mit dem Erwartungswert zusammen?

Die Varianz Var(X) misst die durchschnittliche quadratische Abweichung aller Werte vom Erwartungswert: Var(X) = Σ (x_i − E(X))² · p_i. Sie gibt an, wie stark die Zufallsvariable um ihren Erwartungswert streut.

Eine kleine Varianz bedeutet, dass die Werte eng um E(X) konzentriert sind; eine große Varianz signalisiert starke Streuung.

Da die Varianz in der quadrierten Einheit der Ausgangsdaten angegeben wird (z. B. Euro²), zieht man meist die Wurzel und erhält die Standardabweichung σ = √Var(X), die wieder in der ursprünglichen Einheit vorliegt.

Für den W6 gilt: E(X) = 3,5, Var(X) = 2,917, σ ≈ 1,708. Zwei Spiele mit gleichem Erwartungswert, aber unterschiedlicher Varianz, unterscheiden sich deutlich im Risiko – die Varianz ist das entscheidende Risikomaß.

Eine praktische Faustregel: Bei einer Normalverteilung liegen etwa 68 % der Werte im Intervall E(X) ± σ und rund 95 % im Intervall E(X) ± 2σ. Der Rechner liefert Var(X) und σ automatisch zusammen mit dem Erwartungswert.

Kann der Erwartungswert negativ oder gleich null sein?

Ja, der Erwartungswert kann jeden reellen Wert annehmen, also positiv, negativ oder null, abhängig von den möglichen Ergebnissen x_i und ihren Wahrscheinlichkeiten.

Ein negativer Erwartungswert tritt häufig bei Verlustszenarien auf: Wenn du ein Ticket für 2 € kaufst und durchschnittlich nur 1,50 € zurückgewinnst, beträgt der Erwartungswert des Gewinns −0,50 €.

Das bedeutet: Im Mittel verlierst du bei jedem Spiel 50 Cent. Nullstellen-Erwartungswert: E(X) = 0 bedeutet, das Spiel ist im Mittel fair – kein Gewinn, kein Verlust.

Für Glücksspiele und Lotteriebewertungen ist ein negativer Erwartungswert der Normalfall, weil der Anbieter stets eine Marge einkalkuliert. Vor jeder Spielteilnahme lohnt es sich, den Erwartungswert zu berechnen.

Im Erwartungswert-Rechner erkennst du das Vorzeichen von E(X) sofort.

Bei der deutschen Zahlenlotterie 6 aus 49 liegt E(X) pro eingesetztem Euro bei ungefähr −0,50 €, weil die Ausschüttungsquote nur rund 50 % des Einsatzes beträgt – ein struktureller Verlust je Spielteilnahme.

Was ist der Unterschied zwischen Erwartungswert und Median bei Wahrscheinlichkeitsverteilungen?

Der Erwartungswert E(X) ist der wahrscheinlichkeitsgewichtete Mittelwert und wird von extremen Werten stark beeinflusst – ein sehr hoher Gewinn mit kleiner Wahrscheinlichkeit kann E(X) erheblich anheben, auch wenn dieser Fall selten eintritt.

Der Median hingegen ist der Wert, bei dem die kumulierte Wahrscheinlichkeit genau 0,5 erreicht: Mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit liegt der tatsächliche Ausgang darunter oder darüber.

Bei schiefen Verteilungen unterscheiden sich Median und Erwartungswert deutlich. Beispiel: Ein Spiel zahlt mit 90 % Wahrscheinlichkeit nichts und mit 10 % Wahrscheinlichkeit 100 €.

E(X) = 10 €, Median = 0 € (weil in 90 % der Fälle nichts ausgezahlt wird). Für typisches Verhalten relevanter ist der Median, für langfristige Abwägungen der Erwartungswert.

Im Rechner kannst du solche schiefen Verteilungen direkt eingeben und erhältst neben E(X) auch σ. Bei zwei Spielen mit E(X) = 5 € zeigt ein Median von 0 € gegenüber einem Median von 5 €, in welchem Spiel du häufiger einen Gewinn erzielst.

Wofür wird der Erwartungswert in der Praxis verwendet?

Der Erwartungswert findet sich in fast allen Bereichen, in denen Entscheidungen unter Unsicherheit getroffen werden. In der Versicherungsmathematik berechnen Versicherer E(X) der Schadensauszahlungen, um faire Prämien zu kalkulieren.

In der Finanzwirtschaft beschreibt E(X) die erwartete Rendite eines Investments. In der Entscheidungstheorie wählt man die Option mit maximalem E(X), falls keine Risikoaversion vorliegt.

In Qualitätssicherung und Produktion beschreibt E(X) den mittleren Ausschuss pro Charge. In Stochastik-Schulaufgaben ist E(X) die zentrale Aufgabe bei Wahrscheinlichkeitsverteilungen, Binomialverteilungen und Spielen.

Auch in der Spieltheorie – etwa bei Poker oder Schachstrategien – ist der Erwartungswert die Grundlage rationaler Entscheidungsregeln.

In der Logistik beschreibt E(X) die durchschnittliche Lieferzeit, wenn verschiedene Routen unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten haben. Im maschinellen Lernen entspricht E(X) dem mittleren Vorhersagefehler über den Datensatz.

Mit dem Erwartungswert-Rechner lassen sich alle diese Szenarien durch Eingabe der Wertepaare (x_i, p_i) in Sekunden quantifizieren.

Konkret: Eine Versicherung kalkuliert die Jahresprämie als Schadenswahrscheinlichkeit mal Schadenshöhe – bei 2 % Wahrscheinlichkeit und 10.000 Euro Schaden ergibt das einen Erwartungswert von 200 Euro als Mindestbeitrag.

Wie berechnet man den Erwartungswert der Binomialverteilung?

Die Binomialverteilung beschreibt die Anzahl der Erfolge bei n unabhängigen Bernoulli-Experimenten mit Erfolgswahrscheinlichkeit p. Der Erwartungswert ist besonders einfach: E(X) = n · p.

Für 10 Münzwürfe mit fairer Münze (p = 0,5) gilt E(X) = 10 · 0,5 = 5 – man erwartet durchschnittlich 5 Köpfe. Die Varianz der Binomialverteilung beträgt Var(X) = n · p · (1−p), die Standardabweichung σ = √(n·p·(1−p)).

Im Erwartungswert-Rechner kannst du die Binomialverteilung auch direkt eingeben: Berechne zuerst die einzelnen Wahrscheinlichkeiten P(X=k) für k = 0, 1, ..., n mit der Binomialformel B(n, k, p) = C(n,k) · p^k · (1−p)^(n−k), und trage die Wertepaare (k, P(X=k)) in den Rechner ein.

Das Ergebnis stimmt dann mit der Formel n·p überein. Für n = 20 Versuche mit p = 0,3 ergibt sich E(X) = 6 und σ = √(20·0,3·0,7) ≈ 2,05. Die Formel n·p ist deutlich schneller als die manuelle Summation über alle 21 Wertepaare von k = 0 bis 20.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Der Erwartungswert ist nicht unbedingt ein möglicher Wert der Verteilung. Beim W6 ist E(X) = 3,5, aber 3,5 kann nicht gewürfelt werden.

Prüfe nach der Berechnung, ob das Ergebnis für deinen Kontext sinnvoll interpretierbar ist. Für Entscheidungsaufgaben: Ist E(X) > 0, ist das Spiel im Mittel gewinnbringend; ist E(X) < 0, verliert man im Mittel.

Die Varianz gibt zusätzlich das Risiko an: Zwei Spiele mit gleichem E(X) können sehr unterschiedliche Varianzen haben.

Nutze Erwartungswert und Standardabweichung immer gemeinsam: Der Erwartungswert sagt, welcher Ausgang im Mittel zu erwarten ist, die Standardabweichung, wie verlässlich er im Einzelfall ist.

Bei einer Entscheidung zwischen zwei Optionen mit ähnlichem Erwartungswert ist meist die mit der kleineren Streuung die sicherere Wahl.

Denke daran, dass der Erwartungswert eine Langfristaussage ist: Über wenige Versuche kann das Ergebnis stark abweichen, erst über viele Wiederholungen nähert sich der Durchschnitt dem berechneten E(X).

Weiterführende Aufgaben zu Erwartungswert und Varianz bietet Khan Academy Statistik.

Die Beispielschaltfläche „Würfel (W6)“ eignet sich als Probe: Sie liefert E(X) = 3,5, Var(X) = 2,9167 und σ ≈ 1,7078 — bekannte Werte, an denen sich die eigene Handrechnung schnell kalibrieren lässt.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Praxisfall Lotterieticket: Ein Ticket kostet 2 €. Mit 10 % Wahrscheinlichkeit gewinnst du 5 €, mit 5 % Wahrscheinlichkeit 20 €, mit 85 % Wahrscheinlichkeit nichts. Wertepaare: x = 5−2=3, p=0,10; x = 20−2=18, p=0,05; x = 0−2=−2, p=0,85.

E(X) = 3·0,10 + 18·0,05 + (−2)·0,85 = 0,30 + 0,90 − 1,70 = −0,50 €. Der Erwartungswert liegt bei −0,50 € pro Ticket: Im Mittel verliert man bei jedem Kauf 50 Cent.

Var(X) = (3−(−0,5))²·0,10 + (18−(−0,5))²·0,05 + (−2−(−0,5))²·0,85 = 12,25·0,10 + 342,25·0,05 + 2,25·0,85 = 1,225 + 17,1125 + 1,9125 = 20,25. σ = √20,25 ≈ 4,50 €.

Die hohe Standardabweichung zeigt das Risiko der Verteilung trotz des klar negativen Erwartungswerts.

Diese Kombination ist für Entscheidungen aufschlussreich: Der Erwartungswert von −0,50 € sagt, dass sich der Ticketkauf über viele Ziehungen im Schnitt nicht lohnt, während die Standardabweichung von rund 4,50 € zeigt, wie stark ein einzelner Kauf von diesem Mittel abweichen kann.

Genau diese Streuung erklärt, warum trotz des negativen Erwartungswerts gelegentlich hohe Einzelgewinne auftreten, die den Reiz solcher Spiele ausmachen.

Wer zwei Angebote vergleicht, rechnet für beide E(X) und σ aus und wählt bei ähnlichem Erwartungswert die Variante mit der kleineren Standardabweichung, wenn Planungssicherheit zählt.

Für die Eingabe des Lotteriefalls genügen drei Zeilen mit den Paaren 3 und 0,10, dann 18 und 0,05, schließlich −2 und 0,85 — die Summe der Wahrscheinlichkeiten ergibt exakt 1, und der Rechenweg schlüsselt die Spalten x·p sowie (x−E)²·p einzeln auf.

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Fehler ist, dass die Wahrscheinlichkeiten sich nicht zu 1 addieren. Prüfe die Summe der p-Werte, bevor du berechnest.

Ein weiterer Fehler ist das Verwechseln von Grundgesamtheits- und Stichprobenvarianz: Bei diskreten Wahrscheinlichkeitsverteilungen wird durch n geteilt (Population), nicht durch n−1 (Stichprobe).

Außerdem wird der Erwartungswert manchmal als häufigsten Wert (Modus) interpretiert, obwohl er ein gewichteter Mittelwert ist und kein konkretes Ergebnis darstellen muss. Negative Werte (etwa bei Verlust-Szenarien) sind völlig normal und korrekt.

Ein weiterer verbreiteter Irrtum ist, den Erwartungswert als das wahrscheinlichste Ergebnis zu deuten: Beim Würfel ist E(X) = 3,5, obwohl diese Zahl gar nicht fallen kann und jede Augenzahl gleich wahrscheinlich ist.

Ebenso wird die Varianz gelegentlich mit der Standardabweichung verwechselt, obwohl erst die Wurzel aus der Varianz die Streuung in derselben Einheit wie die Werte liefert.

Schließlich lohnt vor jeder Rechnung ein Blick auf die Wahrscheinlichkeitssumme, weil eine vergessene Zeile E(X) und alle Folgewerte verschiebt.

Übersehen wird zudem gern, dass eine vollständig leere Zeile folgenlos bleibt, eine Zeile mit Wert aber ohne Wahrscheinlichkeit dagegen eine Fehlermeldung für genau diese Zeile auslöst.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Erwartungswert-Rechner berechnet E(X), Var(X) und σ für diskrete Wahrscheinlichkeitsverteilungen aus einer Wertetabelle.

Prüfe immer, ob die Summe der Wahrscheinlichkeiten 1 ergibt, und interpretiere E(X) als langfristigen Mittelwert, nicht als einzelnes Ergebnis.

Lies E(X) immer zusammen mit der Standardabweichung, weil zwei Verteilungen denselben Erwartungswert, aber sehr unterschiedliche Streuung haben können und erst beide Kennzahlen zusammen Chance und Risiko beschreiben.

Bei negativen Werten wie Verlusten ist ein negativer Erwartungswert völlig korrekt und bedeutet einen mittleren Verlust je Wiederholung.

Für verwandte Berechnungen: Wahrscheinlichkeiten berechnen mit dem Wahrscheinlichkeitsrechner, Standardabweichung für Messreihen mit dem Standardabweichungsrechner.

Praktisch hilfreich ist die Bruchschreibweise: 1/6 oder 1/4 trägst du direkt ein, in beiden Spalten, und der Rechner löst die Brüche selbst auf — für Würfel- und Kartenaufgaben entfällt damit das fehleranfällige Vorab-Runden auf 0,1667.

Bleibt die Summe der Wahrscheinlichkeiten mehr als 0,01 von 1 entfernt, rechnet er bewusst nicht weiter, sondern nennt dir die tatsächlich erreichte Summe — ein Hinweis, der meist auf eine vergessene Zeile deutet.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · E(X) = 1,5 | Var(X) = 0,75 | σ ≈ 0,866

Binomialverteilung B(3, 0,5)

x = 0
p = 0,125
x = 1
p = 0,375
x = 2
p = 0,375
x = 3
p = 0,125

Beispiel 2 · Mittel · E(X) = 0,5 | Var(X) = 27,25 | σ ≈ 5,22

Gewinn/Verlust-Spiel

x = −5
p = 0,3
x = 0
p = 0,5
x = 10
p = 0,2

Beispiel 3 · Komplex · E(X) = −0,5 | Var(X) = 20,25 | σ ≈ 4,5

Lotterieticket (typisch)

x = −2 (Verlust)
p = 0,85
x = 3 (kleiner Gewinn)
p = 0,10
x = 18 (großer Gewinn)
p = 0,05

Weiterführende Rechner und Themen

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Weiternutzung

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  • Infografik: Erwartungswert, Varianz, Standardabweichung, ERWARTUNGSWERT, E(X)  =  Σ xi · pi, VARIANZ, Var(X) = Σ (xi−E)²·pi, σ = √Var(X)  |  W6: E(X) = 3,5 · Var(X) = 2,9167 · σ ≈ 1,708, VARIABLEN, Werte – Ergebnisse xᵢ.

    Erwartungswert-Rechner Formel

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           alt="Infografik: Erwartungswert, Varianz, Standardabweichung, ERWARTUNGSWERT, E(X)  =  Σ xi · pi, VARIANZ, Var(X) = Σ (xi−E)²·pi, σ = √Var(X)  |  W6: E(X) = 3,5 · Var(X) = 2,9167 · σ ≈ 1,708, VARIABLEN, Werte – Ergebnisse xᵢ."
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  • Infografik: Erwartungswert: E(X) = Σ xᵢ · P(xᵢ), FAIRER WÜRFEL: P(xᵢ) = 1/6, 1/6, 1/6, 1/6, 1/6, 1/6, 1/6

    Erwartungswert-Rechner Wuerfelsumme

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           alt="Infografik: Erwartungswert: E(X) = Σ xᵢ · P(xᵢ), FAIRER WÜRFEL: P(xᵢ) = 1/6, 1/6, 1/6, 1/6, 1/6, 1/6, 1/6"
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Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Der Rechner berechnet Erwartungswert, Varianz und Standardabweichung für diskrete Wahrscheinlichkeitsverteilungen. Die Summe der Wahrscheinlichkeiten muss 1 ergeben (Toleranz ±0,01). Für stetige Verteilungen (z. B. Normalverteilung) ist dieser Rechner nicht geeignet.

Quelle: Analytische Berechnung: E(X) = Σ x_i·p_i, Var(X) = Σ(x_i-E)²·p_i

Stand: 2026-07-23

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
23. Juli 2026
Fachbereich
Mathematik / Statistik
Formeln basieren auf
E(X) = Σ x_i · p_i, Var(X) = Σ (x_i − E(X))² · p_i, σ = √Var(X)
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Erwartungswert-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/mathematik/statistik/erwartungswert-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Erwartungswert-Rechner. Available at: https://rechner-portal.de/mathematik/statistik/erwartungswert-rechner

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