Praxisfall Lotterieticket: Ein Ticket kostet 2 €. Mit 10 % Wahrscheinlichkeit gewinnst du 5 €, mit 5 % Wahrscheinlichkeit 20 €, mit 85 % Wahrscheinlichkeit nichts. Wertepaare: x = 5−2=3, p=0,10; x = 20−2=18, p=0,05; x = 0−2=−2, p=0,85.
E(X) = 3·0,10 + 18·0,05 + (−2)·0,85 = 0,30 + 0,90 − 1,70 = −0,50 €. Der Erwartungswert liegt bei −0,50 € pro Ticket: Im Mittel verliert man bei jedem Kauf 50 Cent.
Var(X) = (3−(−0,5))²·0,10 + (18−(−0,5))²·0,05 + (−2−(−0,5))²·0,85 = 12,25·0,10 + 342,25·0,05 + 2,25·0,85 = 1,225 + 17,1125 + 1,9125 = 20,25. σ = √20,25 ≈ 4,50 €.
Die hohe Standardabweichung zeigt das Risiko der Verteilung trotz des klar negativen Erwartungswerts.
Diese Kombination ist für Entscheidungen aufschlussreich: Der Erwartungswert von −0,50 € sagt, dass sich der Ticketkauf über viele Ziehungen im Schnitt nicht lohnt, während die Standardabweichung von rund 4,50 € zeigt, wie stark ein einzelner Kauf von diesem Mittel abweichen kann.
Genau diese Streuung erklärt, warum trotz des negativen Erwartungswerts gelegentlich hohe Einzelgewinne auftreten, die den Reiz solcher Spiele ausmachen.
Wer zwei Angebote vergleicht, rechnet für beide E(X) und σ aus und wählt bei ähnlichem Erwartungswert die Variante mit der kleineren Standardabweichung, wenn Planungssicherheit zählt.
Für die Eingabe des Lotteriefalls genügen drei Zeilen mit den Paaren 3 und 0,10, dann 18 und 0,05, schließlich −2 und 0,85 — die Summe der Wahrscheinlichkeiten ergibt exakt 1, und der Rechenweg schlüsselt die Spalten x·p sowie (x−E)²·p einzeln auf.