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Boolesche Algebra Rechner: Wahrheitstabelle, DNF, KNF und Minimierung

Technik & DigitalStand Noch keine Bewertung
Ausgabeform
Schreibweise der Ausgabe
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Kurzantwort

Ein boolescher Ausdruck mit n Variablen hat genau 2^n Belegungen. Der Rechner wertet sie alle aus und leitet daraus Tabelle, Normalformen und die kürzeste Summe von Produkten ab.

Boolesche Ausdrücke mit AND, OR, NOT, XOR, NAND, NOR auswerten: Wahrheitstabelle

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Okt. 2026)Stand:

Überblick

Was berechnet der Boolesche-Algebra-Rechner?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Ein boolescher Ausdruck verknüpft Variablen, die nur wahr (1) oder falsch (0) sein können, mit Operatoren wie AND, OR und NOT. Dieser Rechner liest den Ausdruck, setzt alle möglichen Belegungen ein und zeigt je nach Ausgabeform die Wahrheitstabelle, die kanonischen Normalformen DNF und KNF, die kürzeste Summe von Produkten nach Quine-McCluskey oder den Vergleich zweier Ausdrücke.

Er hilft bei Übungsblättern zur Digitaltechnik und Logik, bei verschachtelten if-Bedingungen und bei der Frage, ob ein Schaltnetz mit weniger Gattern auskommt. Gesucht ist meist eine klare Antwort darauf, was der Ausdruck in jeder Belegung liefert.

Mit n Variablen gibt es 2^n Belegungen, bei vier Variablen also 16 Zeilen. Der Ausdruck (A AND B) OR (NOT A AND C) ist in 4 von 8 Belegungen wahr, also weder Tautologie noch Kontradiktion. Seine Minimalform braucht nur 4 statt 12 Literale.

Dahinter steckt ein Multiplexer: A entscheidet, ob B oder C durchgereicht wird. Der Rechner ist kein Computeralgebrasystem. Er probiert keine Umformungen aus, sondern wertet jede Belegung aus.

Eingaben

Ausdruck, Ausgabeform und Schreibweise einstellen

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Wähle zuerst die Ausgabeform: Wahrheitstabelle, Normalformen, Minimierung nach Quine-McCluskey oder den Vergleich zweier Ausdrücke. Im Feld Boolescher Ausdruck stehen die Variablen A bis Z, höchstens vier verschiedene, dazu die Konstanten 0 und 1.

Als Operatoren gelten AND, OR, NOT, XOR, NAND, NOR, XNOR sowie -> und <->; kurz sind auch die Zeichen & | ^ + * sowie das Ausrufezeichen für NOT erlaubt. Ohne Klammern bindet NOT stärker als AND, AND stärker als XOR und XOR stärker als OR.

Im Zweifel klammerst du. Das Feld Vergleichsausdruck erscheint nur beim Vergleich; beide Ausdrücke zusammen dürfen höchstens vier Variablen haben. Die Schreibweise der Ausgabe stellst du auf Logik-Symbole, Wörter oder Programmcode.

Typische Eingabefehler: AB statt A AND B (der Rechner meldet „Zeichen 3: Hier fehlt ein Operator“), eine fünfte Variable (der Rechner nennt A bis E und lehnt ab) und ^ als Potenz gelesen, obwohl es XOR bedeutet.

Praxisfälle

Boolesche Ausdrücke nach Aufgabe lösen: Tabelle, Vereinfachung, Normalform, Äquivalenz

Sechs typische Suchfragen zur Booleschen Algebra, jede mit den Eingaben und dem nachgerechneten Ergebnis aus dem Rechner oben.

  1. Wahrheitstabelle für einen Multiplexer

    „Wie erstelle ich die Wahrheitstabelle für (A AND B) OR (NOT A AND C)?“

    Eingabe
    Ausgabeform Wahrheitstabelle, Ausdruck (A AND B) OR (NOT A AND C)
    Ergebnis
    8 Belegungen, 4 davon wahr | Wertevektor 01010011
  2. Ausdruck vereinfachen: gemeinsamer Faktor A

    „Wie vereinfache ich (A AND B) OR (A AND C)?“

    Eingabe
    Ausgabeform Minimierung, Ausdruck (A AND B) OR (A AND C)
    Ergebnis
    Minimale DNF (A ∧ C) ∨ (A ∧ B) mit 4 Literalen | minimale KNF A ∧ (B ∨ C) mit 3 Literalen
  3. DNF und KNF der Implikation

    „Wie lauten DNF und KNF von A -> B?“

    Eingabe
    Ausgabeform Normalformen, Ausdruck A -> B
    Ergebnis
    DNF (¬A ∧ ¬B) ∨ (¬A ∧ B) ∨ (A ∧ B) | KNF ¬A ∨ B | Σ m(0, 1, 3)
  4. De Morgan prüfen

    „Sind NOT (A AND B) und NOT A OR NOT B gleich?“

    Eingabe
    Ausgabeform Vergleich, Ausdruck NOT (A AND B), Vergleichsausdruck NOT A OR NOT B
    Ergebnis
    Äquivalent in allen 4 Belegungen | 0 Abweichungen
  5. Tautologie erkennen

    „Ist (A -> B) OR (B -> A) eine Tautologie?“

    Eingabe
    Ausgabeform Wahrheitstabelle, Ausdruck (A -> B) OR (B -> A)
    Ergebnis
    In 4 von 4 Belegungen wahr | Tautologie
  6. if-Bedingung kürzen

    „Wie kürze ich (A && B) || (!A && C) || (B && C)?“

    Eingabe
    Ausgabeform Minimierung, Schreibweise Programmcode, Ausdruck (A AND B) OR (NOT A AND C) OR (B AND C)
    Ergebnis
    (!A && C) || (A && B) | 4 statt 12 Literale in der kanonischen DNF

Berechnung

Vom Ausdruck zur Wahrheitstabelle, DNF, KNF und Minimalform

Verstehe den Formelweg.

Der Rechner geht in vier Schritten vor. Erstens baut ein Parser aus dem Text einen Syntaxbaum; die Rangfolge lautet NOT vor AND und NAND, dann XOR und XNOR, dann OR und NOR, dann -> und zuletzt <->.

Zweitens wertet er den Baum für jede der 2^n Belegungen aus. Die alphabetisch erste Variable ist das höchstwertige Bit, Zeile 0 setzt alle Variablen auf 0. Beim Beispiel entsteht der Wertevektor 01010011. Drittens bildet er die Normalformen.

Jede Zeile mit Ergebnis 1 ist ein Minterm, hier Σ m(1, 3, 6, 7), und die DNF verbindet die Minterme mit ODER. Jede Zeile mit Ergebnis 0 ist ein Maxterm, hier Π M(0, 2, 4, 5), und die KNF verbindet sie mit UND.

Viertens minimiert er nach Quine-McCluskey: Minterme, die sich in einem Bit unterscheiden, werden zu einem Muster mit Strich zusammengefasst, bis nichts mehr geht. Die Reste sind die Primimplikanten, hier ¬A ∧ C, B ∧ C und A ∧ B.

Eine Vollsuche wählt die kleinste Überdeckung aller Minterme. Das Ergebnis lautet (¬A ∧ C) ∨ (A ∧ B), denn B ∧ C ist nicht wesentlich. Überdeckungstabelle der Minimierung: Die Primimplikanten ¬A ∧ C, B ∧ C und A ∧ B decken die Minterme 1, 3, 6 und 7 ab; B ∧ C ist nicht wesentlich

Formelgrafik: Anzahl der Belegungen Z gleich 2 hoch n bei n Variablen, Belegungen mit Ergebnis 0 gleich Z minus Belegungen mit Ergebnis 1
Ein Ausdruck mit n Variablen hat 2^n Belegungen. Beim Multiplexer (A AND B) OR (NOT A AND C) sind das 8 Zeilen, davon 4 mit Ergebnis 1 und 4 mit Ergebnis 0.

Nachschlagen

Gesetze der Booleschen Algebra: jede Zeile per Wahrheitstabelle nachgerechnet

Die Tabelle nennt die wichtigsten Umformungsregeln. Die letzte Spalte entsteht aus derselben Auswertung wie der Modus Vergleich oben: Beide Seiten werden für alle Belegungen berechnet und müssen in jeder Zeile übereinstimmen.

Gesetze der Booleschen Algebra mit Prüfung über alle Belegungen
GesetzLinke SeiteRechte SeiteGeprüft
De Morgan (1)¬(A ∧ B)¬A ∨ ¬Bgleich in allen 4 Belegungen
De Morgan (2)¬(A ∨ B)¬A ∧ ¬Bgleich in allen 4 Belegungen
Absorption (1)A ∨ (A ∧ B)Agleich in allen 4 Belegungen
Absorption (2)A ∧ (A ∨ B)Agleich in allen 4 Belegungen
Distributivgesetz (1)A ∧ (B ∨ C)(A ∧ B) ∨ (A ∧ C)gleich in allen 8 Belegungen
Distributivgesetz (2)A ∨ (B ∧ C)(A ∨ B) ∧ (A ∨ C)gleich in allen 8 Belegungen
Doppelte Negation¬¬AAgleich in allen 2 Belegungen
Komplement (1)A ∧ ¬A0gleich in allen 2 Belegungen
Komplement (2)A ∨ ¬A1gleich in allen 2 Belegungen
IdempotenzA ∧ AAgleich in allen 2 Belegungen
Konsens(A ∧ B) ∨ (¬A ∧ C) ∨ (B ∧ C)(A ∧ B) ∨ (¬A ∧ C)gleich in allen 8 Belegungen
XOR als NormalformA ⊕ B(A ∧ ¬B) ∨ (¬A ∧ B)gleich in allen 4 Belegungen
ImplikationA → B¬A ∨ Bgleich in allen 4 Belegungen
KontrapositionA → B¬B → ¬Agleich in allen 4 Belegungen

Annahmen: 1 steht für wahr, 0 für falsch; ¬ ist NOT, ∧ ist AND, ∨ ist OR, ⊕ ist XOR. Stand: 09.10.2026.

Wahrheitstabelle der Grundoperatoren mit zwei Variablen

Alle vier Belegungen von A und B, daneben das Ergebnis der sieben häufigsten Operatoren. Die Spalten lassen sich mit dem Modus Wahrheitstabelle oben nachprüfen.

Ergebnisse von AND, OR, NAND, NOR, XOR, XNOR und Implikation für A und B
ABA ∧ BA ∨ BNANDNORA ⊕ BXNORA → B
000011011
010110101
100110100
111100011

Annahmen: Zeile 0 ist A = 0 und B = 0, die erste Variable ist das höchstwertige Bit. NAND und NOR sind die verneinten Formen von AND und OR. Stand: 09.10.2026.

Expertenmodus

Häufige Fragen zur Wahrheitstabelle und Minimierung

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Wie funktioniert die Minimierung nach Quine-McCluskey?

Das Verfahren sortiert zuerst alle Minterme, also die Zeilen mit Ergebnis 1, nach der Zahl ihrer Einsen in Gruppen.

Danach verschmilzt es Minterme, die sich in genau einem Bit unterscheiden, zu einem Muster mit Strich, zum Beispiel 001 und 011 zu 0-1. Das wiederholt sich, bis keine Verschmelzung mehr möglich ist. Was übrig bleibt, sind die Primimplikanten.

Beim Beispiel (A AND B) OR (NOT A AND C) mit den Mintermen 1, 3, 6 und 7 entstehen drei: 0-1 (¬A ∧ C), -11 (B ∧ C) und 11- (A ∧ B). Im zweiten Schritt wählt der Rechner die kleinste Auswahl, die jeden Minterm abdeckt.

Primimplikanten, die als einzige einen Minterm abdecken, heißen wesentlich und sind immer dabei; hier sind das ¬A ∧ C und A ∧ B. B ∧ C wird nicht gebraucht.

McCluskey beschrieb das tabellarische Verfahren 1956, den Begriff Primimplikant prägte Quine 1952. Wähle die Ausgabeform Minimierung, dann zeigt der Rechenweg alle Runden.

Wann nehme ich DNF und wann KNF?

Die DNF ist eine Summe von Produkten und liest sich wie eine Aufzählung der Fälle, in denen die Funktion wahr ist. Sie passt, wenn es wenige Zeilen mit Ergebnis 1 gibt.

Die KNF ist ein Produkt von Summen und zählt auf, was verboten ist; sie passt, wenn es wenige Zeilen mit Ergebnis 0 gibt. Beim Beispiel gilt Σ m(1, 3, 6, 7) für die DNF und Π M(0, 2, 4, 5) für die KNF, beide mit 12 Literalen.

Bei A -> B gibt es nur eine Null: Die KNF ist ¬A ∨ B und hat 2 Literale, die kanonische DNF braucht 3 Minterme mit 6 Literalen. In Programmcode ist eine Bedingung wie ¬A ∨ B meist die lesbarere Form.

Für Schaltungen hängt die Wahl von den verfügbaren Gattern ab: UND-ODER-Strukturen nutzen die DNF, ODER-UND-Strukturen die KNF. Der Rechner zeigt beide kanonischen Formen im Modus Normalformen und die minimierten Formen im Modus Minimierung.

Welche Rangfolge gilt für AND, OR und XOR?

Ohne Klammern bindet NOT am stärksten, danach folgen AND und NAND, dann XOR und XNOR, dann OR und NOR, danach die Implikation -> und zuletzt die Äquivalenz <->.

Das entspricht der Reihenfolge & vor ^ vor | in C und JavaScript, ist aber keine Norm, sondern eine Festlegung dieses Rechners.

Der Unterschied ist groß: A OR B AND C wird als A ∨ (B ∧ C) gelesen und ist in 5 von 8 Belegungen wahr, (A OR B) AND C nur in 3 von 8. Die Implikation -> bindet von rechts, A -> B -> C bedeutet also A -> (B -> C).

NAND, NOR und -> sind nicht assoziativ; bei ihnen führen fehlende Klammern zu anderen Funktionen. Das Feld Gelesen als zeigt den Ausdruck mit voller Klammerung, so erkennst du sofort, wie der Rechner deine Eingabe verstanden hat.

Setze im Zweifel Klammern, sie kosten nichts. Nutzt dein Skript eine andere Rangfolge, klammere vollständig.

Wie beweise ich De Morgan mit einer Wahrheitstabelle?

Wähle den Vergleich zweier Ausdrücke und gib als Boolescher Ausdruck NOT (A AND B) und als Vergleichsausdruck NOT A OR NOT B ein. Der Rechner wertet beide für alle 4 Belegungen aus und meldet 0 abweichende Zeilen: Die Ausdrücke sind äquivalent.

Genauso funktioniert das zweite Gesetz, NOT (A OR B) gegen NOT A AND NOT B, ebenfalls mit 4 von 4 gleichen Zeilen.

Die Spalte Gleich der Tabelle zeigt für jede Zeile ja oder nein, und bei einem Unterschied nennt der Rechner die abweichenden Zeilennummern.

Eine Wahrheitstabelle ist ein vollständiger Beweis, weil sie jede mögliche Belegung enthält; bei höchstens vier Variablen sind das höchstens 16 Zeilen.

Dieselbe Methode taugt für Absorption, Distributivgesetz oder die Kontraposition A -> B gegen NOT B -> NOT A. Schreibe in der Klausur die Tabelle mit allen Zeilen auf, nicht nur die Spalte des Ergebnisses, damit die Rechnung nachvollziehbar bleibt.

Woran erkenne ich Tautologie und Kontradiktion?

Eine Tautologie ist für jede Belegung wahr, eine Kontradiktion nie. Im Modus Wahrheitstabelle steht das in der Klassifikation: Bei einer Tautologie ist die Zahl der Belegungen mit Ergebnis 1 gleich 2^n, bei einer Kontradiktion gleich 0.

A OR NOT A ist in 2 von 2 Belegungen wahr, A AND NOT A in 0 von 2. Auch (A -> B) OR (B -> A) ist mit 4 von 4 Belegungen eine Tautologie, obwohl man ihr das nicht ansieht. Alles dazwischen heißt erfüllbar, aber keine Tautologie.

Die Minimierung zeigt dasselbe als Minimalform 1 oder 0. Der Rechner weist außerdem darauf hin, wenn eine Variable zwar vorkommt, das Ergebnis aber in keiner Belegung ändert; bei A OR NOT A ist das die Variable A.

Eine Kontradiktion ist in der Praxis oft ein Hinweis auf einen Fehler, etwa eine Bedingung, die nie erfüllt wird und deshalb toten Code erzeugt. Prüfe in diesem Fall die Verknüpfung der Teilbedingungen.

Warum akzeptiert der Rechner höchstens vier Variablen?

Vier Variablen ergeben 16 Zeilen, fünf schon 32 und sechs 64: Die Tabelle verdoppelt sich mit jeder Variablen.

Bei vier Variablen bleiben Tabelle und Minimierung auf einem Bildschirm lesbar, und die Primimplikanten lassen sich im Karnaugh-Diagramm von Hand nachvollziehen; das ist die übliche Grenze für Übungsaufgaben.

Außerdem erlaubt sie die vollständige Suche nach der kleinsten Überdeckung: Bei höchstens 16 Mintermen gibt es nur wenige Primimplikanten, und alle Teilmengen lassen sich prüfen.

Bei mehr Variablen wird dieses Überdeckungsproblem schwer, größere Werkzeuge setzen auf Heuristiken, die nicht immer die kleinste Form liefern. Eine fünfte Variable meldet der Rechner mit den Namen A bis E und lehnt ab.

Hast du mehr Variablen, zerlege die Aufgabe in Teilausdrücke mit bis zu vier Variablen und ersetze jeden Teil durch eine eigene Variable. Zum Test: A XOR B XOR C XOR D hat 4 Variablen, 8 Minterme und lässt sich nicht verkürzen.

Gibt es mehrere gleich kurze Minimalformen?

Ja, die Minimalform ist nicht immer eindeutig. Ein Beispiel sind die Minterme 0, 1, 2, 5, 6 und 7 mit drei Variablen. Hier gibt es sechs Primimplikanten, und keiner davon ist wesentlich: ¬A ∧ ¬B, ¬A ∧ ¬C, ¬B ∧ C, B ∧ ¬C, A ∧ C und A ∧ B.

Jede Auswahl von drei Termen, die alle sechs Minterme abdeckt, hat 6 Literale, und der Rechner meldet 2 gleichwertige Minimalformen. Er zeigt eine davon, nämlich (¬A ∧ ¬B) ∨ (B ∧ ¬C) ∨ (A ∧ C); die andere lautet (¬A ∧ ¬C) ∨ (¬B ∧ C) ∨ (A ∧ B).

Beide sind richtig und gleich lang. Wähle die, die sich mit deinen Bauteilen oder deiner Schreibweise besser verträgt. In der Prüfung genügt meist eine Minimalform, solange du begründest, dass es keine kürzere gibt.

Einen Hinweis auf die Anzahl gleichwertiger Formen gibt das Feld Aufwand vorher und nachher.

Wie übernehme ich die Minimalform in Programmcode?

Stelle die Schreibweise der Ausgabe auf Programmcode. Der Rechner schreibt dann ! für NOT, && für AND und || für OR, bei XOR den Vergleich !== und bei Äquivalenz ===.

NAND, NOR, XNOR und die Implikation löst er in diese Bausteine auf: A NAND B wird !(A && B), A -> B wird !A || B. Beim Multiplexer lautet die Minimalform (!A && C) || (A && B), die minimale KNF (A || C) && (!A || B).

Beide gelten in Java, JavaScript, C und C# unverändert, in Python ersetzt du die Operatoren durch and, or und not. Prüfe vor dem Einbau mit dem Vergleich, dass die neue Bedingung dieselbe Wahrheitstabelle hat wie die alte.

Beachte, dass && und || in vielen Sprachen kurzschließen: Steht in B ein Funktionsaufruf mit Nebenwirkung, ändert sich das Verhalten, obwohl die Logik gleich bleibt. Die Variablen heißen im Rechner A bis Z; benenne sie im Code nach ihrer Bedeutung.

Hinweise

Ergebnis lesen: Tautologie, Gelesen als und Literalersparnis

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Lies zuerst die Klassifikation. Ist der Ausdruck in allen Belegungen wahr, ist er eine Tautologie, ist er nirgends wahr, eine Kontradiktion.

(A → B) ∨ (B → A) ist mit 4 von 4 Belegungen ein Beispiel für die Tautologie. Prüfe danach das Feld Gelesen als: Dort steht der Ausdruck mit voller Klammerung, und ein Blick zeigt, ob der Rechner deine Rangfolge so verstanden hat wie du.

Bei der Minimierung zählt der Vorher-nachher-Vergleich. Von 12 auf 4 Literale lohnt die Umstellung, bei einer XOR-Kette über drei Variablen bleibt es bei 12, weil kein Minterm zu einem anderen passt.

Ein Primimplikant mit der Art „nicht wesentlich“ wie B ∧ C darf in der Minimalform fehlen. In einer echten Schaltung kann so ein Konsensterm trotzdem sinnvoll sein, damit beim Wechsel von A kein kurzer Aussetzer entsteht.

Der Rechner prüft nur die Logik, nicht das Zeitverhalten. Nennt der Rechner mehrere gleichwertige Minimalformen, sind alle gleich kurz. Nimm die, die zu deiner Aufgabe oder zu deinen Gattern passt.

Anwendung

Praxisbeispiel: Freigabebedingung im Code auf 4 Literale kürzen

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ausgangslage: Eine Entwicklerin erbt die Freigabebedingung (A && B) || (!A && C) || (B && C). A steht für Premium-Konto, B für aktive Lizenz und C für Testfreigabe. Sie vermutet, dass ein Teil der Bedingung überflüssig ist.

Sie wählt den Vergleich, trägt die Bedingung als Boolescher Ausdruck und (A AND B) OR (NOT A AND C) als Vergleichsausdruck ein. Ergebnis: äquivalent in allen 8 Belegungen.

Dann stellt sie die Ausgabeform auf Minimierung und die Schreibweise auf Programmcode. Der Rechner liefert (!A && C) || (A && B). Von den drei Primimplikanten ¬A ∧ C, B ∧ C und A ∧ B ist B ∧ C nicht wesentlich.

Die Bedingung schrumpft von 6 auf 4 Literale; die kanonische DNF hätte 4 Terme mit 12 Literalen. Vergleich der Literalzahl: Freigabebedingung im Code 6 Literale, kanonische DNF 12 Literale, Minimalform (¬A ∧ C) ∨ (A ∧ B) nur 4 Literale Entscheidung: Sie ersetzt die Bedingung durch die Minimalform, schreibt einen Test mit allen 8 Belegungen aus der Wahrheitstabelle und hält im Kommentar fest, dass A zwischen B und C umschaltet.

Der Rechner ersetzt den Test nicht, er liefert die Testfälle: Jede der 8 Zeilen ist ein Fall, 4 davon mit Ergebnis 1 und 4 mit Ergebnis 0.

Fallstricke

Häufige Fehler: Rangfolge, XOR, Implikation und NAND-Ketten

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Fehler 1: die Rangfolge raten. A OR B AND C ist A ∨ (B ∧ C) und in 5 von 8 Belegungen wahr; (A OR B) AND C ist es nur in 3 von 8.

Prüfe das Feld Gelesen als, bevor du die Wahrheitstabelle abschreibst. Fehler 2: XOR mit OR verwechseln. A XOR B ist in 2 von 4 Belegungen wahr, A OR B in 3 von 4, denn beim ODER zählt auch die Zeile mit A = B = 1.

Fehler 3: A → B und B → A für gleichwertig halten. Die beiden Ausdrücke unterscheiden sich in 2 von 4 Belegungen (Zeilen 1 und 2). Gleichwertig mit A → B ist die Kontraposition NOT B → NOT A. Fehler 4: NAND-Ketten ohne Klammern lesen.

A NAND B NAND C wird als (A NAND B) NAND C gelesen. A NAND (B NAND C) ist eine andere Funktion: beide sind in 5 von 8 Belegungen wahr, aber mit den Wertevektoren 10101011 und 11110001. Fehler 5: die Minimalform für die kleinste Schaltung halten.

Der Rechner minimiert auf zwei Ebenen: (A ∧ B) ∨ (A ∧ C) hat 4 Literale, A ∧ (B ∨ C) nur 3. Diese Form liefert die minimale KNF.

Nächster Schritt

Boolesche Algebra berechnen: das Wichtigste in Kürze

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Boolesche-Algebra-Rechner wertet einen Ausdruck mit bis zu vier Variablen für alle 2^n Belegungen aus und liefert die Wahrheitstabelle, die kanonische DNF und KNF, die Minimalform nach Quine-McCluskey samt Primimplikanten oder den Äquivalenzvergleich zweier Ausdrücke.

Das Beispiel (A AND B) OR (NOT A AND C) ist in 4 von 8 Belegungen wahr und schrumpft von 12 auf 4 Literale. Kontrolliere immer das Feld Gelesen als, setze bei NAND, NOR und -> Klammern und beachte, dass nur Zweiebenen-Formen minimiert werden.

Alle Zahlen im Beispiel stammen aus dem Rechner und lassen sich mit den Eingaben oben nachprüfen.

Als nächste Schritte bieten sich der Zahlen-Basis-Konverter für binäre Darstellungen und der Zweierkomplement-Rechner für vorzeichenbehaftete Bitmuster an.

Vertiefung

Rechenbeispiele: Multiplexer, De Morgan, Tautologie und if-Bedingung

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · 8 Belegungen, 4 davon wahr (Zeilen 1, 3, 6 und 7) | Wertevektor 01010011 | erfüllbar, keine Tautologie

Wahrheitstabelle eines Multiplexers

Ausgabeform
Wahrheitstabelle mit Auswertung
Boolescher Ausdruck
(A AND B) OR (NOT A AND C)

Beispiel 2 · Mittel · Äquivalent in allen 4 Belegungen | 0 abweichende Zeilen

De Morgan als Äquivalenzprüfung

Ausgabeform
Zwei Ausdrücke auf Äquivalenz prüfen
Boolescher Ausdruck
NOT (A AND B)
Vergleichsausdruck
NOT A OR NOT B

Beispiel 3 · Komplex · DNF (¬A ∧ ¬B) ∨ (¬A ∧ B) ∨ (A ∧ B) | KNF ¬A ∨ B | Σ m(0, 1, 3) | Π M(2)

DNF und KNF der Implikation

Ausgabeform
Normalformen (DNF und KNF)
Boolescher Ausdruck
A -> B
Schreibweise der Ausgabe
Logik-Symbole (¬ ∧ ∨ ⊕)

Beispiel 4 · Komplex · Gelesen als A ∨ (B ∧ C) | 5 von 8 Belegungen wahr | Wertevektor 00011111

Rangfolge ohne Klammern

Ausgabeform
Wahrheitstabelle mit Auswertung
Boolescher Ausdruck
A OR B AND C

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  • Überdeckungstabelle der Minimierung: Die Primimplikanten ¬A ∧ C, B ∧ C und A ∧ B decken die Minterme 1, 3, 6 und 7 ab; B ∧ C ist nicht wesentlich.

    Quine-McCluskey: Überdeckungstabelle der Minterme 1, 3, 6 und 7

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           alt="Überdeckungstabelle der Minimierung: Die Primimplikanten ¬A ∧ C, B ∧ C und A ∧ B decken die Minterme 1, 3, 6 und 7 ab; B ∧ C ist nicht wesentlich."
           width="760" height="360">
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  • Vergleich der Literalzahl: Freigabebedingung im Code 6 Literale, kanonische DNF 12 Literale, Minimalform (¬A ∧ C) ∨ (A ∧ B) nur 4 Literale.

    Boolesche Algebra Rechner Vergleich: Literale vor und nach der Minimierung

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Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Technik- und Digitalrechner bilden Standardverfahren ab. Für Schaltungsentwurf, Sicherheitsfunktionen oder Prüfungsabgaben bleiben Fachliteratur, Normen und die Vorgaben der Lehrenden maßgeblich.

Quelle: Quine-McCluskey-Verfahren nach Quine (1952) und McCluskey (1956); Algebra der Wahrheitswerte nach Boole (1854). Rangfolge der Operatoren und Zeilenreihenfolge sind Festlegungen dieses Rechners.

Stand: 2026-10-09

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
09. Oktober 2026
Fachbereich
Technik & Digital / Programmierung & Entwickler
Formeln basieren auf
Auswertung aller 2^n Belegungen eines geparsten Ausdrucks; kanonische DNF aus den Mintermen, kanonische KNF aus den Maxtermen; Minimierung nach Quine-McCluskey mit vollständiger Suche der kleinsten Überdeckung der Primimplikanten.
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Rechner-Portal (2026). Boolesche-Algebra-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/technik-digital/programmierung/boolesche-algebra-rechner

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Rechner-Portal, 2026. Boolesche-Algebra-Rechner. Available at: https://rechner-portal.de/technik-digital/programmierung/boolesche-algebra-rechner

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