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Hitzeindex-Rechner: Gefühlte Temperatur bei Schwüle

Wetter und KlimaStand Noch keine Bewertung

Kurzantwort

Berechnet aus Lufttemperatur und relativer Luftfeuchte die gefühlte Hitzebelastung samt Risikostufe.

Bei 32 °C und 75 % Luftfeuchte steigt der Hitzeindex auf ca. 42 °C.

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Mai 2026)Veröffentlicht: Stand:

Überblick

Was ist der Hitzeindex-Rechner?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

An Tagen, an denen das Thermometer allein die Belastung unterschätzt, kommt der Hitzeindex-Rechner ins Spiel. Wenn du entscheiden willst, ob Laufen, Gartenarbeit, Schulhofpause oder körperliche Arbeit im Freien noch sinnvoll sind, reicht die Lufttemperatur oft nicht aus.

Der Rechner verbindet die Lufttemperatur und die relative Luftfeuchtigkeit zu einer gefühlten Hitzebelastung nach dem Modell der NOAA, damit du Hitzestress früher erkennst und nicht erst auf Symptome wartest. Was ist der Hitzeindex?

Der Hitzeindex ist die gefühlte Temperatur, die sich aus Lufttemperatur und relativer Luftfeuchtigkeit ergibt, berechnet nach der Rothfusz-Regression des amerikanischen Wetterdienstes NOAA/NWS.

Er beschreibt, wie heiß es sich für den menschlichen Körper anfühlt, wenn Schweiß durch hohe Luftfeuchtigkeit schlechter verdunstet.

Der Kern ist immer dasselbe Prinzip: Bei hoher Luftfeuchte verdunstet der Schweiß auf der Haut schlechter, der Körper kann überschüssige Wärme nicht mehr ausreichend abgeben und die gefühlte Temperatur steigt deutlich über den abgelesenen Celsius-Wert.

Was ist Schwüle, und ab wann beginnt sie? Schwüle entsteht, wenn hohe Lufttemperatur und hohe Luftfeuchtigkeit zusammentreffen.

Als Faustregel gilt: Ab einem Taupunkt von rund 16 °C beginnt es schwül zu werden; ab einem Taupunkt von 20 °C und mehr ist die Schwüle deutlich spürbar.

Bezogen auf die relative Luftfeuchtigkeit: Ab etwa 65 % relativer Feuchte bei gleichzeitig mindestens 27 °C Lufttemperatur fühlt sich das Wetter schwül an.

Genau dieser Abstand zwischen gemessener Temperatur und tatsächlicher Hitzebelastung ist die Kennzahl, die der Hitzeindex sichtbar macht.

So erkennst du, dass derselbe Sommertag bei trockener Luft erträglich, bei Schwüle aber bereits riskant sein kann, und planst Pausen, Trinkmengen und Tageszeiten danach. Hitzeindex-Stufen von Vorsicht bis extreme Gefahr nach NOAA

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Eingaben: Lufttemperatur in Grad Celsius und relative Luftfeuchtigkeit in Prozent. Nimm möglichst Werte für denselben Ort und denselben Zeitpunkt, zum Beispiel aus deiner Wetter-App oder einer lokalen Messstation.

Der Hitzeindex ist vor allem bei warmen bis heißen Bedingungen sinnvoll; unterhalb typischer Schwülesituationen bleibt die Zusatzinformation klein.

Trag die relative Luftfeuchtigkeit als Prozentwert ein, nicht als absolute Feuchte in Gramm pro Kubikmeter, sonst verschiebt sich die gefühlte Hitzebelastung in eine falsche Richtung.

Typische Fehler sind das Verwechseln relativer mit absoluter Luftfeuchte oder das Nutzen von Innenraumwerten für eine Außensituation.

Lies die Werte möglichst im Schatten ab, denn ein in der Sonne stehendes Thermometer zeigt eine zu hohe Lufttemperatur an und verzerrt den berechneten Hitzeindex nach oben.

Das Temperaturfeld beginnt zwar bei 20 °C, doch die Rothfusz-Regression schaltet sich erst ab 80 °F ein — also ab rund 26,7 °C. Darunter gibt der Rechner bewusst die Lufttemperatur unverändert zurück.

Die relative Feuchte nimmt Werte von 5 bis 100 % an, die Temperatur bis 60 °C.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Formel: Der Rechner nutzt die Rothfusz-Regression des NOAA/NWS-Hitzeindex. Sie kombiniert Temperatur und relative Luftfeuchte, weil dein Körper bei feuchter Luft Schweiß schlechter verdunsten kann und deshalb mehr Wärme speichert.

Beispiel: Bei 32 °C Lufttemperatur und 55 % relativer Luftfeuchte liegt der Hitzeindex nicht mehr bei 32 °C, sondern ungefähr im Bereich von 35 bis 36 °C.

Genau dieser Abstand erklärt, warum sich derselbe Sommertag bei trockener Luft deutlich besser aushalten lässt als bei Schwüle.

Unterschied Hitzeindex (NOAA) und DWD-Modell: Der deutsche Wetterdienst (DWD) verwendet für die Berechnung der gefühlten Temperatur kein reines NOAA-Hitzeindex-Modell, sondern das Klima-Michel-Modell (auch: physiologisch äquivalente Temperatur, PET).

Das DWD-Modell bezieht neben Temperatur und Feuchte auch Windgeschwindigkeit und Sonneneinstrahlung ein und ist auf mitteleuropäische Klimabedingungen kalibriert.

In heißen, schwülen Wetterlagen liefern beide Modelle ähnliche Tendenzaussagen, im Detail können die Zahlenwerte aber voneinander abweichen.

Wenn du DWD-Vorhersagedaten nutzt und sie mit dem NOAA-Hitzeindex vergleichst, ist diese Modell-Differenz der Grund für etwaige Abweichungen. Warum Schwüle die Hitze verstärkt – Luftfeuchtigkeit blockiert Schweißverdunstung

Nachschlagen

Hitzeindex-Tabelle: Gefühlte Temperatur nach NOAA (°C × rel. Luftfeuchtigkeit)

Gefühlte Temperatur (°C) und Gefahrenstufe nach der NOAA-Hitzeindex-Gleichung – abhängig von Lufttemperatur und relativer Luftfeuchtigkeit. Die Werte sind dieselben, die auch der Rechner ausgibt.

NOAA-Hitzeindex-Matrix: gefühlte Temperatur (°C) und Gefahrenstufe bei verschiedenen Temperaturen und rel. Luftfeuchtigkeiten
Temperatur (°C)rF 40 %rF 50 %rF 60 %rF 70 %rF 80 %rF 90 %
27 °C27 (keine Zusatzbelastung)27 (Vorsicht)28 (Vorsicht)29 (Vorsicht)30 (Vorsicht)31 (Vorsicht)
29 °C29 (Vorsicht)30 (Vorsicht)31 (Vorsicht)33 (Erhöhte Vorsicht)35 (Erhöhte Vorsicht)37 (Erhöhte Vorsicht)
32 °C32 (Erhöhte Vorsicht)34 (Erhöhte Vorsicht)37 (Erhöhte Vorsicht)40 (Erhöhte Vorsicht)44 (Gefahr)49 (Gefahr)
35 °C37 (Erhöhte Vorsicht)41 (Erhöhte Vorsicht)45 (Gefahr)50 (Gefahr)57 (Extremgefahr)64 (Extremgefahr)
38 °C43 (Gefahr)49 (Gefahr)55 (Extremgefahr)63 (Extremgefahr)71 (Extremgefahr)81 (Extremgefahr)
41 °C51 (Gefahr)58 (Extremgefahr)67 (Extremgefahr)77 (Extremgefahr)89 (Extremgefahr)102 (Extremgefahr)

Quelle: NOAA Heat Index Equation (Rothfusz-Regression, 2011), einschließlich der beiden offiziellen Korrekturterme für sehr trockene und sehr feuchte Luft. Gefahrenstufen nach gefühlter Temperatur: keine bis geringe Zusatzbelastung (unter 27 °C), Vorsicht (27–32 °C), Erhöhte Vorsicht (32–41 °C), Gefahr (41–54 °C), Extremgefahr (ab 54 °C). Die krummen Grenzen stammen daher, dass die NOAA-Stufen in Fahrenheit definiert sind: 80, 90, 105 und 130 °F entsprechen 26,7, 32,2, 40,6 und 54,4 °C — deutsche Darstellungen runden 40,6 mitunter auf 40 ab, dieser Rechner auf 41. Die Werte gelten für Schatten und Windstille; in praller Sonne liegt die Belastung nochmals höher. Zur Einordnung der rechten unteren Ecke: Die Regression ist oberhalb von etwa 58 °C Hitzeindex nicht mehr durch Messungen abgesichert, und Kombinationen wie 41 °C bei 90 % relativer Feuchte kommen in Mitteleuropa nicht vor — die dort ausgewiesenen Zahlen zeigen die Größenordnung, nicht einen belastbaren Messwert.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Hitzeindex-Rechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was berechnet der Hitzeindex-Rechner genau?

Der Hitzeindex-Rechner verbindet die Lufttemperatur mit der relativen Luftfeuchtigkeit zu einem einzigen gefühlten Belastungswert, der oft deutlich über dem reinen Thermometerwert liegt.

Der Hintergrund ist physiologisch: Bei hoher Feuchte verdunstet Schweiß auf der Haut langsamer, sodass die natürliche Verdunstungskühlung des Körpers gebremst wird und die Hitze stärker belastet.

Geben Sie Temperatur und Feuchte aus derselben Messsituation ein und nutzen Sie die ausgegebene Belastungsstufe als konservative Planungsgrundlage für Aufenthalt, Arbeit oder Sport.

Praxisfall: Bei 32 Grad Celsius und 70 Prozent Luftfeuchte ergibt der Index rund 40 Grad Celsius gefühlte Temperatur, weil die Schwüle die Kühlung stark einschränkt.

Bereits ab einem Hitzeindex von 32 Grad Celsius setzt die Warnstufe „Erhöhte Vorsicht” ein, ab 41 Grad Celsius wird die Stufe „Gefahr” erreicht, bei der Hitzeschäden möglich werden.

Das Ergebnis ist ein Orientierungswert und ersetzt bei akuten Symptomen keine medizinische Einschätzung.

Ab wann ist der Hitzeindex überhaupt sinnvoll?

Der Hitzeindex ist vor allem bei warmen bis heißen Lagen aussagekräftig, in der Regel ab etwa 27 Grad Celsius Lufttemperatur in Kombination mit spürbarer Luftfeuchtigkeit.

Bei kühlem oder trockenem Wetter liegt der berechnete Wert nahe an der Lufttemperatur, sodass die zusätzliche Information klein bleibt und kaum eine eigene Entscheidung trägt.

Erst wenn Wärme und Feuchte zusammenkommen, wird die Differenz zur reinen Temperatur groß genug, um Pausen, Trinkmengen oder Zeitfenster daran auszurichten.

Bei 30 Grad Celsius und 40 Prozent relativer Feuchte bleibt der Index nahe an der Thermometertemperatur, bei 60 Prozent Feuchte hingegen übersteigt er bereits die erste Warnschwelle.

Geben Sie Temperatur und relative Feuchte gemeinsam ein und vergleichen Sie mehrere Szenarien, wenn Aktivität geplant ist.

Besonders in Mitteleuropa überschreitet die Luftfeuchte in Hitzephasen häufig 60 bis 80 Prozent, sodass der Index dann erheblich vom Thermometerwert abweicht.

In kalten, windigen Lagen ist dagegen nicht der Hitzeindex, sondern der Windchill-Wert die passende Kennzahl.

Warum fühlt sich 30 Grad mit hoher Luftfeuchte oft viel schlimmer an?

Der menschliche Körper kühlt sich bei Hitze vor allem über die Verdunstung von Schweiß, denn beim Übergang von Wasser in Wasserdampf wird der Haut Wärme entzogen.

Ist die Luft bereits stark mit Wasserdampf gesättigt, also bei hoher relativer Luftfeuchte, kann weniger Schweiß verdunsten und dieser Kühleffekt bricht weitgehend zusammen.

Genau deshalb fühlen sich 30 Grad Celsius bei 80 Prozent Feuchte deutlich belastender an als 30 Grad bei trockener Luft, obwohl das Thermometer denselben Wert zeigt.

Der Hitzeindex beziffert diesen Unterschied konkret: Bei 30 Grad Celsius und 80 Prozent relativer Feuchte ergibt die Tabelle einen Indexwert von rund 37 Grad Celsius, was bereits in die Warnstufe „Erhöhte Vorsicht” fällt.

Planen Sie bei hohem Hitzeindex bewusst mehr Pausen, Schatten und regelmäßige Trinkintervalle ein, auch wenn die Temperatur allein noch moderat wirkt.

Schon 10 Prozent mehr Luftfeuchtigkeit können den gefühlten Wert um mehrere Grad anheben und eine Warnschwelle überschreiten lassen. Der reine Thermometerwert unterschätzt die tatsächliche Belastung in schwüler Luft erheblich.

Berücksichtigt der Rechner direkte Sonne oder Schatten automatisch?

Nein, der klassische Hitzeindex beruht ausschließlich auf Lufttemperatur und relativer Luftfeuchtigkeit und geht von Bedingungen im Schatten ohne starke direkte Einstrahlung aus.

Direkte Sonne kann die gefühlte Belastung zusätzlich um 5 bis 8 Grad Celsius anheben, und aufgeheizter Asphalt, abstrahlende Mauern oder fehlender Wind verstärken den Effekt weiter.

Rechnen Sie deshalb bei praller Sonne, intensiver körperlicher Aktivität oder reflektierenden Flächen mit einer Belastung deutlich oberhalb des reinen Modellwerts.

Der Index liefert einen belastbaren Startpunkt für die Einordnung, bildet aber nicht jede reale Hitzesituation vollständig ab. Ergänzen Sie ihn bei Bedarf um die Beobachtung vor Ort und um konservative Sicherheitsaufschläge für Sonneneinstrahlung.

So kann ein rechnerischer Index von 38 Grad Celsius in praller Mittagssonne mit Asphaltunterlage einer tatsächlichen Belastung von 43 Grad oder mehr entsprechen.

Steht eine längere Aktivität in praller Sonne an, planen Sie deshalb spürbar vorsichtiger als der reine Indexwert nahelegt.

Wie lese ich Warn- oder Belastungsstufen im Ergebnis?

Die Belastungsstufen übersetzen den berechneten Hitzeindex in eine grobe Risikoeinordnung und zeigen, ab wann aus angenehmer Wärme eine relevante körperliche Belastung mit erhöhtem Gesundheitsrisiko wird.

Niedrige Stufen signalisieren eine eher unkritische Lage, während höhere Stufen auf wachsende Gefahr von Hitzekrämpfen, Erschöpfung oder Hitzschlag hinweisen, besonders bei längerer Anstrengung.

Die Skala unterscheidet typischerweise vier Stufen: „Vorsicht” ab einem Indexwert von 27 Grad Celsius, „Erhöhte Vorsicht” ab 33 Grad Celsius, „Gefahr” ab 40 Grad Celsius sowie „Extreme Gefahr” ab 51 Grad Celsius, bei der ein Hitzschlag unmittelbar droht.

Reduzieren Sie bei hohen Stufen aktiv Dauer und Intensität, planen Sie Schatten und ausreichend Flüssigkeit ein und verschieben Sie anstrengende Tätigkeiten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden.

Behandeln Sie die Einstufung als Planungshilfe und nicht als feste Grenze, weil individuelle Faktoren wie Alter, Fitness oder Vorerkrankungen das reale Risiko verschieben. Bei akuten Beschwerden ersetzt keine Stufe eine medizinische Bewertung.

Welche Eingabefehler sind hier besonders häufig?

Am häufigsten werden Temperatur und Luftfeuchte aus unterschiedlichen Messzeitpunkten oder aus verschiedenen Mikroklimata vermischt, etwa ein Schattenwert für die Temperatur und ein Sonnenwert für die Feuchte.

Ebenso problematisch sind veraltete Wetterdaten, eine verwechselte absolute statt relativer Feuchte oder Messpunkte direkt neben Hitzequellen wie Hauswänden, Asphalt oder Geräten.

Schon kleine Abweichungen sind hier nicht harmlos: Bei einer Luftfeuchte von 65 statt korrekt gemessenen 75 Prozent kann der Hitzeindex um 3 bis 5 Grad Celsius abweichen, was den Wechsel von einer unkritischen Lage in die Warnstufe bedeutet.

Nutzen Sie deshalb möglichst Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit aus derselben Situation, demselben Zeitpunkt und einem repräsentativen, beschatteten Messpunkt.

Absolute Feuchte in Gramm je Kubikmeter ist für diesen Rechner ungeeignet; der Rechner erwartet ausschließlich die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent. Vergleichen Sie verschiedene Ergebnisse nur, wenn die Messquellen wirklich vergleichbar sind.

Wie nutze ich den Wert für Arbeit, Sport oder Tagesplanung?

Ein hoher Hitzeindex ist ein konkretes Signal, körperliche Belastung in kühlere Zeitfenster zu verlagern, regelmäßige Pausen einzuplanen und mit Dauer sowie Intensität bewusst konservativer umzugehen.

Für Arbeit im Freien bedeutet das angepasste Schichtpläne, Trinkpausen und Schattenplätze, für Sport eher frühere oder spätere Einheiten und reduzierte Spitzenbelastung.

Ab einem Hitzeindex von 33 Grad Celsius empfehlen Arbeitsschutzrichtlinien in vielen Ländern Pausen im Schatten alle 45 Minuten; ab 40 Grad Celsius sollte Schwerarbeit im Freien möglichst eingestellt werden.

Besonders wichtig wird diese Vorsicht, wenn direkte Sonne, aufgeheizter Asphalt oder schwere körperliche Aktivität die Hitze zusätzlich verstärken und der Körper kaum noch über Verdunstung kühlen kann.

Rechnen Sie im Zweifel ein zweites, ungünstigeres Szenario mit etwas höherer Feuchte, um zu sehen, ob Ihre Planung auch bei verschärfter Lage trägt. So wird aus dem reinen Zahlenwert eine umsetzbare Belastungssteuerung.

Welche wichtigen Faktoren zeigt der Hitzeindex trotzdem nicht vollständig?

Der Hitzeindex erfasst gezielt das Zusammenspiel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, lässt aber mehrere reale Einflussgrößen bewusst außen vor.

Nicht abgebildet werden direkte Sonneneinstrahlung, Bekleidung, das Aktivitätsniveau, kühlender oder fehlender Wind sowie die individuelle Empfindlichkeit, die etwa bei Kindern, älteren oder vorerkrankten Menschen stark abweicht.

Auch reflektierende Flächen, schlechte Belüftung oder hohe Strahlungswärme von Asphalt und Mauern bleiben unberücksichtigt, obwohl sie die reale Belastung spürbar erhöhen können.

Konkret kann ein Hitzeindex von 35 Grad Celsius in einem heißen, schlecht belüfteten Raum oder auf einem vollsonnigen Sportplatz einer tatsächlichen körperlichen Belastung von annähernd 45 Grad Celsius entsprechen, was eine komplett andere Belastungskategorie bedeutet.

Nutzen Sie den Hitzeindex deshalb als solide Basis und ergänzen Sie ihn um Ortsbeobachtung, persönliche Belastungsgrenzen und bei Bedarf amtliche Hitzewarnungen.

Für ernsthafte Schutzentscheidungen sollte der Modellwert nie die alleinige Entscheidungsgrundlage sein, sondern immer mit den realen Bedingungen abgeglichen werden.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

In der Praxis bedeutet das Ergebnis: Schon bei moderat erhöhtem Hitzeindex solltest du Belastung, Tageszeit und Aufenthaltsdauer neu einordnen. Bei höheren Risikostufen sind Schatten, Trinkpausen, kühlere Zeitfenster und das Verschieben körperlicher Arbeit die richtige Entscheidung.

Achte darauf, dass eine hohe relative Luftfeuchtigkeit die gefühlte Hitzebelastung stark verstärkt, weil der Schweiß dann schlechter verdunstet und der Körper überschüssige Wärme nicht abgeben kann.

Für Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen ist oft nicht die gemessene Lufttemperatur, sondern der Hitzeindex der wichtigere Planungswert für den Tag. Aktuelle Hitze- und Schwülewarnungen für Deutschland veröffentlicht der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Ob es tatsächlich schwül wird, zeigt vorab der Taupunkt-Rechner: Ein Taupunkt über 16 °C ist das verlässlichste Frühwarnzeichen für Schwüle – noch bevor die relative Feuchte kritisch hoch wird.

An der 80-°F-Schwelle lohnt ein genauer Blick, denn dort springt das Ergebnis leicht: Bei 26 °C und 55 % meldet der Rechner glatte 26,0 °C und eine Differenz von exakt 0 K, bei 26,67 °C dagegen schon 27,4 °C — also gut 0,7 K Aufschlag.

Dieser kleine Sprung ist kein Rechenfehler, sondern die Naht zwischen der unveränderten Lufttemperatur und dem Beginn der Regression.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Die Schulleitung muss entscheiden, ob das Schulsportfest bei 31 °C Lufttemperatur und 70 % relativer Luftfeuchtigkeit noch normal stattfinden soll. Ein Lehrer gibt beide Werte in den Hitzeindex-Rechner ein.

Rechenweg: Die Lufttemperatur von 31 °C wird mit der hohen Luftfeuchte von 70 % kombiniert, bei der der Schweiß nur noch schlecht verdunstet; die Rothfusz-Regression liefert daraus einen Hitzeindex von rund 38 °C.

Ergebnis: Die gefühlte Hitzebelastung liegt damit etwa 7 °C über dem abgelesenen Thermometerwert und erreicht den Bereich hoher Belastung, in dem auch gesunde Menschen bei körperlicher Aktivität überhitzen können.

Die Entscheidung: Das Programm wird auf den frühen Morgen verlegt, es werden Schattenplätze und Trinkpausen eingeplant, die Laufwettbewerbe fallen weg.

Wäre die Luftfeuchte nur 40 % gewesen, läge der Hitzeindex näher an der gemessenen Temperatur und das Fest hätte mit moderaten Pausen stattfinden können.

Weil die Wettbewerbe zudem auf einem sonnigen Platz ohne Schattenflächen geplant waren, kalkuliert die Schulleitung einen Sicherheitsaufschlag ein: In direkter Sonne liegt die reale Belastung über dem berechneten Schattenwert.

Wie schnell die Feuchte das Ergebnis kippt, zeigt ein Sommertag mit 35 °C: Bei 70 % relativer Feuchte nennt der Rechner einen Hitzeindex von 50,3 °C — also gut 15 K über dem Thermometerwert — und stuft das als „Gefahr: Hitzeschäden möglich“ ein.

Dieselben 35 °C bei trockener Luft bleiben deutlich harmloser. Schulsportfest: 31 °C + 70 % Feuchte ergibt Hitzeindex 38 °C – Sportfest wird verlegt

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der erste typische Fehler ist die Annahme, dass 30 °C Lufttemperatur immer gleich belastend seien, obwohl der Hitzeindex bei hoher relativer Luftfeuchtigkeit eine ganz andere gefühlte Hitzebelastung ergibt. Der zweite Fehler ist das Ignorieren der Luftfeuchte: Wer nur den abgelesenen Celsius-Wert betrachtet und die Schwüle ausblendet, unterschätzt genau den Effekt, der den Schweiß schlechter verdunsten lässt und Hitzestress auslöst.

Der dritte Fehler ist das Überschätzen eines kleinen Windhauchs als vollständige Entlastung, obwohl er die Wärmebelastung kaum senkt.

Ebenfalls häufig wird der Hitzeindex für kühle Tage interpretiert, obwohl die Kennzahl ihren Nutzen vor allem in warmen, schwülen Lagen entfaltet.

Wer nur auf das Maximum des Tages schaut, verpasst außerdem kritische Nachmittags- oder Abendphasen mit stehender, feuchter Luft.

Ebenso wird der Hitzeindex gern auf die pralle Sonne bezogen, obwohl er für schattige Bedingungen definiert ist; bei direkter Sonneneinstrahlung liegt die tatsächliche Belastung noch einmal deutlich höher als der berechnete Wert.

Kaum bekannt sind außerdem die beiden Korrekturglieder der NOAA-Regression, die der Rechner mitführt: Bei sehr trockener Luft unter 13 % relativer Feuchte zieht er im Bereich 80 bis 112 °F etwas ab, bei sehr feuchter Luft über 85 % zwischen 80 und 87 °F etwas auf.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Hitzeindex-Rechner verbindet die Lufttemperatur und die relative Luftfeuchtigkeit zur tatsächlichen Körperbelastung und zeigt damit, ob sich ein warmer Tag für Sport, Arbeit oder Freiluftaktivitäten noch in normalem Rahmen oder bereits in kritischen Zonen bewegt.

Weil der Schweiß bei hoher Luftfeuchte schlechter verdunstet, kann die gefühlte Hitzebelastung deutlich über dem abgelesenen Thermometerwert liegen, und genau diesen Abstand macht die Kennzahl sichtbar.

Gib die Vorhersagewerte für deinen geplanten Aufenthalt ein und entscheide, ob Aktivität, Aufenthaltsdauer oder Zeitpunkt angepasst werden müssen. Den genauen Taupunkt – das verlässlichste Schwüle-Frühwarnsignal – berechnest du mit dem Taupunkt-Rechner.

Wenn du Kältestress im Winter prüfen willst, ist der Windchill-Rechner das Gegenstück; den kombinierten Überblick über Windchill und Hitzeindex in einer Seite liefert der Gefühlte-Temperatur-Rechner.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Hitzeindex: ca. 42,3 °C | Differenz zur Lufttemperatur: ca. 10,3 K | Gesundheitsrisiko: Gefahr: Hitzeschäden möglich.

Schwüler Sommertag in der Stadt

Lufttemperatur
32 °C
Relative Luftfeuchtigkeit
75 %

Beispiel 2 · Mittel · Hitzeindex: ca. 39,4 °C | Differenz zur Lufttemperatur: ca. 1,4 K | Gesundheitsrisiko: Erhöhte Vorsicht: Hitzestress wahrscheinlich.

Heißer, aber trockener Tag

Lufttemperatur
38 °C
Relative Luftfeuchtigkeit
30 %

Beispiel 3 · Komplex · Hitzeindex: ca. 29,7 °C | Differenz zur Lufttemperatur: ca. 2,7 K | Gesundheitsrisiko: Vorsicht: erste Hitzebelastung möglich.

Warmer Tag mit hoher Luftfeuchtigkeit

Lufttemperatur
27 °C
Relative Luftfeuchtigkeit
80 %

Weiterführende Rechner und Themen

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Weiternutzung

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  • Vergleich Thermometer 31 °C vs. Hitzeindex 38 °C bei 70 % Luftfeuchtigkeit mit Entscheidung zur Verlegung des Sportfests

    Schulsportfest: 31 °C + 70 % Feuchte ergibt Hitzeindex 38 °C – Sportfest wird verlegt

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  • Vergleichsdarstellung: Bei trockener Luft (30 % Feuchte) fühlen sich 32 °C wie 31 °C an, bei schwüler Luft (70 % Feuchte) wie 40 °C, weil hohe Luftfeuchtigkeit die Schweißverdunstung blockiert.

    Warum Schwüle die Hitze verstärkt

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  • Horizontale Skala mit vier Hitzeindex-Gefahrenstufen: Vorsicht (27–32 °C), Erhöhte Vorsicht (32–41 °C), Gefahr (41–54 °C) und Extreme Gefahr (über 54 °C) nach NOAA/NWS-Klassifikation.

    Hitzeindex-Stufen nach NOAA

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/wetter-klima/gefuehlte-temperatur/hitzeindex-rechner
  • Infografik: Hitze-Maßnahmen nach Warnstufe, ARBEITSSCHUTZ BEI HITZE, Ab 26 °C (Büro/ASR A3.5), Maßnahmen ergreifen (Lüften, Jalousien), Ab 30 °C (Büro), Wirksame Maßnahmen Pflicht, Ventilatoren, Getränke bereitstellen, Ab 35 °C (Büro)

    Hitzeindex-Rechner Massnahmen

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  • Infografik: Hitzeindex: Temperatur × Luftfeuchtigkeit = Gefühl, HITZEINDEX (°C) — LUFTFEUCHTE →, Temp, 30 %, 40 %, 50 %, 60 %, 70 %

    Hitzeindex-Rechner Tabelle

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      <img src="https://rechner-portal.de/images/wetter-klima/hitzeindex-rechner-tabelle.svg"
           alt="Infografik: Hitzeindex: Temperatur × Luftfeuchtigkeit = Gefühl, HITZEINDEX (°C) — LUFTFEUCHTE →, Temp, 30 %, 40 %, 50 %, 60 %, 70 %"
           width="760" height="400">
    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/wetter-klima/gefuehlte-temperatur/hitzeindex-rechner">Hitzeindex-Rechner Tabelle auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/wetter-klima/gefuehlte-temperatur/hitzeindex-rechner

Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Die Ausgabe ist eine Hitzestress-Orientierung. Direkte Sonne, Kleidung, Wind, körperliche Belastung und individuelle Risikofaktoren können die tatsächliche Belastung deutlich verändern.

Quelle: Rothfusz-Formel (NOAA/NWS Heat Index).

Stand: 2026-09-12

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
12. September 2026
Fachbereich
Wetter und Klima / Gefühlte Temperatur
Formeln basieren auf
Rothfusz-Regression zur gefühlten Temperatur aus Lufttemperatur und relativer Luftfeuchte im relevanten Wärmebereich.
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Hitzeindex-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/wetter-klima/gefuehlte-temperatur/hitzeindex-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Hitzeindex-Rechner. Available at: https://rechner-portal.de/wetter-klima/gefuehlte-temperatur/hitzeindex-rechner

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