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Windchill-Rechner: Gefühlte Kälte und Erfrierungsrisiko

Wetter und KlimaStand Noch keine Bewertung

Kurzantwort

Berechnet die gefühlte Kälte bei Wind und ordnet Erfrierungsrisiko und Schutzbedarf ein.

Windchill aus Temperatur und Wind berechnen und Erfrierungsrisiko

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Mai 2026)Veröffentlicht: Stand:

Überblick

Was ist Windchill? Gefühlte Kälte durch Wind berechnen

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Gerade an kalten Tagen, an denen die Lufttemperatur harmloser aussieht, als sie sich draußen tatsächlich anfühlt, spielt der Windchill-Rechner seine Stärke aus. Wenn du vor Arbeitsweg, Hundespaziergang, Winterlauf oder Bergtour entscheiden willst, ob normale Winterkleidung reicht oder exponierte Haut schnell zum Problem wird, ist der Windchill der bessere Maßstab als das nackte Thermometer.

Der Rechner bewertet deshalb die Lufttemperatur und die Windgeschwindigkeit als gemeinsames Risiko. Was ist der Windchill?

Der Windchill ist die gefühlte Kältetemperatur, die entsteht, wenn Wind die körpereigene Wärmeschicht an der Haut abtransportiert – er beschreibt, wie kalt es sich für exponierte Haut wirklich anfühlt, unabhängig vom Thermometerwert.

Hinter dem Windchill steht ein einfacher Mechanismus: Wind trägt die dünne, vom Körper aufgewärmte Luftschicht direkt an der Haut laufend ab, sodass mehr Wärme verloren geht und sich exponierte Haut deutlich kälter anfühlt, als das Thermometer anzeigt.

Je stärker der Wind, desto größer ist dieser Abstand zwischen gemessener und gefühlter Kälte. Der Windchill-Faktor beschreibt, um wie viele Grad Wind die gefühlte Temperatur unter die gemessene Lufttemperatur drückt.

Bei −5 °C und 30 km/h Wind beträgt der Windchill-Faktor rund 8 °C — die gefühlte Kälte liegt also bei etwa −13 °C. Je stärker der Wind und je tiefer die Temperatur, desto größer fällt der Windchill-Faktor aus. Ab wann ist Windchill relevant?

Der Windchill-Effekt tritt spürbar auf, sobald die Lufttemperatur unter +10 °C sinkt und der Wind mindestens 5 km/h beträgt. Bei Windstille oder Temperaturen über +10 °C ist der Windchill-Wert nicht aussagekräftig.

Der Windchill-Wert übersetzt diese Wirkung in eine vergleichbare Temperatur und macht so sichtbar, ab wann Frost mit Wind zur echten Gefahr für Gesicht, Ohren und Hände wird.

Die aktuelle JAG/TI-Windchill-Formel wurde von Environment and Climate Change Canada und der NOAA gemeinsam entwickelt. Wie Wind die Körperwärme abträgt – Wärmeschicht-Prinzip

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Eingaben: Lufttemperatur in Grad Celsius und Windgeschwindigkeit in Kilometern pro Stunde. Am besten nutzt du Vorhersage- oder Messwerte für den konkreten Aufenthaltsort, denn offenes Gelände, Küstenlage oder ein Hügelrücken fühlen sich anders an als ein geschützter Innenhof.

Die offizielle Formel ist vor allem bei Temperaturen bis 10 °C und Wind über 4,8 km/h sinnvoll. Häufige Fehler sind die Verwechslung von km/h und m/s oder die Annahme, dass nasse Kleidung denselben Effekt hat wie trockene Kälte mit Wind.

Trag die Windgeschwindigkeit als mittleren Wert und nicht als kurze Spitzenböe ein, weil Böen die dauerhafte Kältewirkung überzeichnen.

Liegt die Windangabe in Metern pro Sekunde vor, rechne sie zuerst in Kilometer pro Stunde um – ein Meter pro Sekunde entspricht 3,6 km/h, aus 5 m/s werden also 18 km/h – bevor du sie in den Rechner einträgst.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Formel: Der Rechner nutzt die JAG/TI-Windchill-Gleichung WC = 13,12 + 0,6215 × T − 11,37 × v^0,16 + 0,3965 × T × v^0,16. T steht für die Lufttemperatur in °C, v für die Windgeschwindigkeit in km/h.

Beispiel: Bei −5 °C und 20 km/h Wind ergibt sich ein Windchill von ungefähr −11,5 °C. Damit erklärt die Rechnung, warum sich mäßiger Frost mit Wind deutlich schärfer anfühlt als dieselbe Temperatur bei ruhiger Luft.

So berechnest du die gefühlte Temperatur bei Wind: Schritt 1 – Lufttemperatur in °C ablesen (Wetterdienst oder Thermometer). Schritt 2 – Windgeschwindigkeit in km/h ermitteln (Wetterapp, Anemometer oder Beaufort-Skala).

Schritt 3 – beide Werte in die JAG/TI-Formel einsetzen oder direkt in den Rechner eingeben. Bei −10 °C und 30 km/h Wind zeigt das Ergebnis einen Windchill von rund −20 °C – die Kältewirkung verdoppelt sich effektiv.

Unterschied zur gemessenen Temperatur: Die gemessene Lufttemperatur gibt an, wie warm oder kalt die Luft ist. Der Windchill gibt an, wie kalt es sich für den menschlichen Körper anfühlt, weil Wind die schützende Wärmeschicht wegträgt.

Ein Thermometer "spürt" keinen Windchill – Messinstrumente zeigen immer die tatsächliche Lufttemperatur.

Formelgrafik: Windchill-Temperatur nach der JAG/TI-Formel.
Offizielle Windchill-Formel nach JAG/TI (Joint Action Group for Temperature Indices, 2001). Gültig für T ≤ 10 °C und v > 4,8 km/h.

Nachschlagen

Windchill-Tabelle: Gefühlte Temperatur nach NOAA (Temperatur × Windgeschwindigkeit)

Gefühlte Temperatur (°C) nach dem NOAA-Windchill-Index von 2001 – abhängig von Lufttemperatur und Windgeschwindigkeit.

NOAA-Windchill-Matrix 2001: gefühlte Temperatur (°C) bei verschiedenen Temperaturen und Windgeschwindigkeiten
Temperatur (°C)10 km/h20 km/h30 km/h40 km/h50 km/h60 km/h
0 °C-3-5-6-7-8-9
-5 °C-9-12-13-14-15-16
-10 °C-15-18-20-21-22-23
-15 °C-21-24-26-27-29-30
-20 °C-27-30-33-34-35-36
-25 °C-33-37-39-41-42-43
-30 °C-39-43-46-48-49-50

Quelle: NOAA / Environment Canada Windchill-Index 2001 (JAG/TI-Formel). Frostbissgefahr: bei gefühlter Temperatur unter -27 °C in 30 Min., unter -35 °C in 10 Min., unter -45 °C in 5 Min. An diesen Zeiten hängen auch die Risikostufen des Rechners: Bis -10 °C stuft er das Erfrierungsrisiko als gering ein, zwischen -10 und -27 °C als erhöht bei längerer Exposition, zwischen -27 und -40 °C als hoch — das ist genau die Spanne, in der die 30-Minuten-Grenze unterschritten wird — und unter -40 °C als sehr hoch bis extrem, wo die 5-Minuten-Grenze in Reichweite kommt. Formel gültig ab Windgeschwindigkeit über 4,8 km/h und Temperaturen bis 10 °C; außerhalb dieses Bereichs gibt der Rechner die Lufttemperatur unverändert aus.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Windchill-Rechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Für welchen Temperaturbereich ist der Windchill-Rechner sinnvoll?

Der Windchill-Rechner ist fachlich nur unterhalb von etwa 10 Grad Celsius und ab spürbarem Wind über rund 5 km/h aussagekräftig, weil das zugrunde liegende Modell der Environment Canada und des amerikanischen National Weather Service genau für diese kalten, windigen Bedingungen entwickelt wurde.

Bei mildem Wetter wird der Abstand zwischen Lufttemperatur und Windchill so klein, dass belastbare Sicherheitsentscheidungen kaum möglich sind und der Wert irreführend wirken kann.

Erst im Minusbereich mit Wind zeigt der berechnete Wert echte Unterschiede für Schutzzeiten und Bekleidung. Bei null Grad und 20 km/h Wind beträgt der Windchill bereits minus 6 Grad Celsius, was für ungeschützte Haut deutlich spürbar ist.

Ein typischer Anwendungsfall ist die Planung einer längeren Winterwanderung, Skitour oder Radtour, bei der Sie vorab erkennen, ob ungeschützte Hautbereiche bei Temperatur und Windgeschwindigkeit kritisch werden können.

So vermeiden Sie eine Fehleinschätzung, die allein auf dem Thermometer beruht.

Wie lautet die Windchill-Formel in Klartext?

Der Rechner nutzt die international gebräuchliche Gleichung T_wc gleich 13,12 plus 0,6215 mal T minus 11,37 mal v hoch 0,16 plus 0,3965 mal T mal v hoch 0,16.

Dabei steht T für die Lufttemperatur in Grad Celsius und v für die Windgeschwindigkeit in Kilometern pro Stunde, gemessen üblicherweise in 10 Metern Höhe.

Der Exponent 0,16 bei der Windgeschwindigkeit sorgt dafür, dass schon mäßiger Wind die gefühlte Kälte deutlich verstärkt, während sehr starker Wind den Wert nur noch wenig zusätzlich senkt.

Konkret bedeutet das: Eine Verdoppelung der Windgeschwindigkeit von 20 auf 40 km/h senkt den Windchill nur um weitere drei bis vier Grad, nicht um das Doppelte.

Das Ergebnis beschreibt, wie kalt sich die Luft bei Wind für ungeschützte Haut anfühlt, und nicht etwa eine veränderte echte Lufttemperatur. Die Formel gilt offiziell ab Werten unter 10 Grad Celsius und Windgeschwindigkeiten über etwa 4,8 km/h.

Warum ändert schon etwas mehr Wind den Wert oft so stark?

Wind beschleunigt die Wärmeabgabe an der Hautoberfläche stark, weil er die isolierende dünne Luftschicht direkt über der Haut ständig abträgt und durch kalte Luft ersetzt.

Dieser Effekt heißt erzwungene Konvektion und ist physikalisch der Hauptgrund, warum Wind die gefühlte Temperatur senkt, ohne die tatsächliche Lufttemperatur zu verändern.

Gerade im Minusbereich kann derselbe Temperaturabfall deutlich schwächer wirken als eine Erhöhung der Windgeschwindigkeit um wenige km/h.

Bei minus 5 Grad Celsius etwa fühlt sich windstille Luft erträglich an, während 30 km/h Wind den Windchill auf rund minus 13 Grad Celsius drückt.

Wer Sport im Freien betreibt, spürt diesen Effekt beim Radfahren besonders deutlich, da die eigene Fahrtgeschwindigkeit den effektiven Wind erhöht.

Ein Radler bei minus 3 Grad Celsius und einer Fahrgeschwindigkeit von 25 km/h erzeugt einen Windchill-Effekt ähnlich wie ruhige Luft bei minus 10 Grad Celsius.

Deshalb ist die Windeingabe für die Schutzplanung mindestens so wichtig wie die gemessene Temperatur.

Wie interpretiere ich Frostgefahr-Stufen im Ergebnis?

Die Frostgefahr-Stufen zeigen, wie schnell ungeschützte Haut durch die Kombination aus Kälte und Wind kritisch wird, und gliedern sich grob von leichtem Unbehagen bis zur akuten Erfrierungsgefahr.

Als Orientierung gilt: Ab einem Windchill von etwa minus 27 Grad Celsius kann ungeschützte Haut innerhalb von rund 30 Minuten erfrieren, ab minus 40 Grad Celsius bereits in etwa 10 Minuten und ab minus 48 Grad Celsius in unter 5 Minuten.

Diese Grenzwerte stammen vom kanadischen Wetterdienst und dem amerikanischen NWS, die das Modell 2001 gemeinsam überarbeiteten. Je tiefer der berechnete Wert, desto kürzer sollten Aufenthaltsdauer und ungeschützte Exposition geplant werden.

Bedecken Sie bei kritischen Stufen besonders Gesicht, Ohren und Finger, da diese exponierten Stellen mit wenig Wärmeschutz am stärksten betroffen sind. Erste Anzeichen einer Erfrierung sind Taubheit und weißliche Verfärbung der Haut.

Die Stufe ist ein Planungswert und ersetzt keine ärztliche Einschätzung bei bereits aufgetretenen Symptomen.

Soll ich Böen oder den Mittelwind eingeben?

Für die Grundbewertung des Windchill-Werts ist der Mittelwind meist sinnvoller, weil er die allgemeine Kältebelastung durch Temperatur und Wind über einen längeren Zeitraum stabiler beschreibt als kurze Spitzen.

Böen dauern oft nur Sekunden und würden den Wert kurzfristig überzeichnen, sodass eine reine Böeneingabe die durchschnittliche Belastung systematisch zu hoch ansetzt.

Wenn Böen jedoch sicherheitsrelevant sind, beispielsweise beim Bergsteigen an exponierten Stellen oder bei Skiabfahrten, lohnt sich zusätzlich ein konservativer Rechenlauf mit der Böengeschwindigkeit, um die ungünstigste Situation abzuschätzen.

Wetterdienste und Apps zeigen meist beide Werte: die mittlere Windgeschwindigkeit in km/h sowie die Böenspitze.

So erhalten Sie zwei Windchill-Werte: einen realistischen für die Dauerbelastung über die gesamte Aktivität und einen vorsichtigen für kurze, exponierte Phasen mit starkem Wind.

Achten Sie darauf, beide Eingaben konsistent in km/h und für dieselbe Wettersituation zu verwenden, damit die Ergebnisse sinnvoll vergleichbar bleiben.

Warum ist Windchill in Sonne oder hinter Windschutz nur begrenzt passend?

Das Windchill-Modell bildet bewusst offene, schattige und windige Bedingungen ab und berücksichtigt weder die wärmende Sonneneinstrahlung noch den Schutz durch Hindernisse wie Mauern, Hecken oder Fahrzeuge.

Direkte Sonne kann die gefühlte Temperatur an der Haut um bis zu zehn Grad Celsius anheben, weshalb sich dieselbe Luft an einem sonnigen Platz weniger extrem anfühlt, als der rechnerische Windchill-Wert vermuten lässt.

Hinter einem wirksamen Windschutz fällt zudem die erzwungene Konvektion nahezu vollständig weg, sodass die reale Kältebelastung deutlich näher an der gemessenen Lufttemperatur liegt.

Ein klassisches Beispiel: Im Windschatten eines Hauses bei minus 10 Grad und Sonnenschein kann die gefühlte Temperatur nur bei minus 12 Grad liegen, während in der windigen Straßenmitte ein Windchill von minus 22 Grad herrscht.

Nutzen Sie den berechneten Wert daher als konservative Obergrenze für offene, ungeschützte Lagen und relativieren Sie ihn in geschützten oder sonnigen Bereichen entsprechend.

Wie kann ich Kleidung und Aufenthaltsdauer daraus ableiten?

Nutzen Sie den Windchill-Wert als konkreten Hinweis, ob mehr Isolation, zusätzlicher Windschutz oder eine kürzere Exposition nötig sind, statt sich allein an der gemessenen Lufttemperatur zu orientieren.

Als Faustregel gilt: Jede Stufe tiefer beim Windchill verlangt entweder eine wärmere Bekleidungsschicht oder eine spürbar kürzere Verweildauer im Freien.

Bei stark negativen Werten sind winddichte Außenschichten, das vollständige Bedecken von Gesicht und Händen sowie regelmäßige Aufwärmpausen entscheidend, weil gerade diese exponierten Stellen zuerst auskühlen.

Das Zwiebelprinzip mit mehreren Schichten ist sinnvoll, da eine winddichte äußere Lage die wärmeabführende Konvektion bremst, während innere Schichten Feuchtigkeit von der Haut ableiten.

Besonders bei längeren Aktivitäten im Freien, etwa Skitouren oder Winterwanderungen, zählt nicht nur die Temperatur, sondern die Kombination aus Dauer, Windgeschwindigkeit und Pausenintervallen.

Planen Sie regelmäßige Aufenthalte in geschützten oder beheizten Bereichen ein, sobald der Windchill unter minus 20 Grad Celsius fällt.

Wann sollte ich zusätzlich lokale Warnungen prüfen?

Prüfen Sie zusätzlich offizielle lokale Warnungen immer dann, wenn starker Frost und lange Exposition zusammenkommen und der Windchill-Wert auf kritische Temperaturen unterhalb von etwa minus 27 Grad Celsius zeigt.

Besonders bei hoher Windgeschwindigkeit steigt das Erfrierungsrisiko für unbedeckte Haut innerhalb von Minuten auf ein kritisches Niveau, weshalb amtliche Warnlagen des Deutschen Wetterdienstes und die direkte Ortsbeobachtung für echte Schutzentscheidungen unverzichtbar sind.

Der Rechner liefert einen Momentwert für eine einzige eingegebene Kombination aus Temperatur und Windgeschwindigkeit, während behördliche Warnungen großräumige Entwicklungen wie aufziehende Sturmlagen, rasch fallende Temperaturen oder schlechte Sichtbedingungen berücksichtigen.

Diese Kombination aus statischem Wert und dynamischer Warnung ist entscheidend für sichere Planung.

Verlassen Sie sich daher nie allein auf den berechneten Windchill, wenn Sie sich länger im Freien aufhalten oder wenn Kinder, ältere Personen oder Menschen mit eingeschränkter Kältewahrnehmung beteiligt sind.

Kombinieren Sie Rechnerwert, Warnlage und Ortsbeobachtung für eine fundierte Entscheidung.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Wenn du −5 °C und 30 km/h Wind eingibst, zeigt das Ergebnis: Windchill −13 °C. Das bedeutet fachlich: Was nach mildem Frost aussieht, fühlt sich für exponierte Haut bereits wie deutliche Kälte an – Handschuhe, Mütze und winddichte Jacke sind keine Übervorsicht.

Als nächsten Schritt gibst du die Windvorhersage deiner Route ein und vergleichst, ab welcher Windgeschwindigkeit die geplante Aktivität kürzere Expositionszeiten oder Schutzpausen erfordert.

Steigt der Wind bei −10 °C Lufttemperatur auf 40 km/h, sinkt die Windchill-Temperatur auf rund −21 °C, und das Risiko von Erfrierungen an Gesicht und Händen wird bereits nach etwa einer halben Stunde ohne Schutz relevant.

Bei solchen Werten gehören Sturmhaube und Skihandschuhe zur Grundausstattung, und längere Strecken im offenen Gelände solltest du in geschützte Abschnitte unterteilen.

Nützlich zu wissen, was außerhalb des Gültigkeitsbereichs passiert: Das Temperaturfeld reicht bis +15 °C, die JAG/TI-Formel gilt aber nur bis +10 °C und ab mehr als 4,8 km/h Wind.

Gibst du 15 °C und 30 km/h ein, rechnet der Rechner deshalb nicht etwa hoch, sondern gibt unverändert 15 °C zurück und weist ausdrücklich darauf hin, dass der Formelbereich nicht erfüllt ist. Dasselbe passiert bei −5 °C und nur 4 km/h Wind. Windchill-Temperatur bei verschiedenen Wind- und Temperaturkombinationen

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Sandra plant am Samstag eine 90-minütige Winterwanderung auf dem Kamm. Die Vorhersage zeigt −7 °C Lufttemperatur und 40 km/h Wind. Sie gibt beide Werte in den Windchill-Rechner ein.

Rechenweg: Die JAG/TI-Gleichung setzt T = −7 und v = 40 ein, der Term v^0,16 ergibt etwa 1,80, sodass WC = 13,12 + 0,6215 × (−7) − 11,37 × 1,80 + 0,3965 × (−7) × 1,80 herauskommt; das ergibt einen Windchill von ungefähr −16,8 °C.

Ergebnis: Die gefühlte Kälte auf exponierter Haut liegt damit rund 9,8 °C unter der gemessenen Lufttemperatur und deutlich unter der üblichen Komfortzone für längeres Gehen ohne Gesichtsschutz.

Sandras Entscheidung: Sie packt eine Sturmhaube und eine zweite Handschuhschicht und plant kürzere Pausen an windgeschützten Stellen statt oben im freien Kammniveau.

Bei nur 10 km/h Wind läge der Windchill bei rund −11,7 °C, die Differenz zur Lufttemperatur schrumpfte auf 4,7 Grad und eine normale Mütze hätte gereicht.

Windchill bei Fahrtwind – Fahrrad und Motorrad: Wer sich selbst durch die Luft bewegt, erzeugt Fahrtwind und muss Eigengeschwindigkeit und tatsächlichen Gegenwind addieren.

Ein Radfahrer, der bei 0 °C Lufttemperatur und Windstille mit 30 km/h fährt, hat einen effektiven Wind von 30 km/h – das entspricht einem Windchill von rund −6,5 °C.

Bei 50 km/h Eigengeschwindigkeit und nur 10 km/h Gegenwind wirken effektive 60 km/h, was bei −5 °C Lufttemperatur einen Windchill von etwa −15,7 °C ergibt.

Wichtig ist dabei die Ausgangstemperatur: Ein Motorradfahrer bei Autobahntempo (120 km/h) kommt bei +5 °C Lufttemperatur und Windstille rechnerisch nur auf rund −4,0 °C Windchill – der Wind allein zieht die gefühlte Temperatur um etwa 9 Grad nach unten, mehr nicht.

Erst bei −5 °C Lufttemperatur und denselben 120 km/h fällt der Wert auf etwa −18,7 °C. Winddichte Kleidung und beheizbare Handschuhe sind bei diesen Bedingungen Sicherheitsausrüstung, nicht Komfort. Winterwanderung: −7 °C + 40 km/h Wind ergibt Windchill −16,8 °C – Schutzausruestung noetig

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der erste typische Fehler ist das Nutzen der Windchill-Formel bei fast windstillen oder zu warmen Bedingungen, denn ohne Wind über etwa 4,8 km/h und bei Lufttemperaturen über 10 °C trägt kaum Luft die warme Hautschicht ab und der Windchill-Wert verliert seine Aussagekraft. Der zweite Fehler ist das Verwechseln der Windgeschwindigkeitseinheit, also das Eintragen von Metern pro Sekunde statt Kilometern pro Stunde, was den Windchill stark verfälscht.

Der dritte Fehler ist das Unterschätzen des Fahrtwinds auf dem Fahrrad oder Schlitten, der die wirksame Windgeschwindigkeit und damit die gefühlte Kälte zusätzlich erhöht.

Ebenfalls häufig wird nur auf die Jackendicke geachtet, während Hände, Ohren und Gesicht als erste exponierte Körperstellen auskühlen. Wer Frost und Wind getrennt bewertet, unterschätzt die reale Kältebelastung fast immer.

Beruhigend ist immerhin, dass dieser Rechner den Fehler nicht mitmacht: Statt außerhalb seines Bereichs still weiterzurechnen, setzt er die gefühlte Temperatur gleich der Lufttemperatur und die Differenz auf 0 K.

Ein Ergebnis ohne jede Windwirkung ist hier also kein Defekt, sondern die Auskunft, dass Windchill für deine Werte schlicht nicht zuständig ist.

Innerhalb des Bereichs wird die Wirkung dagegen schnell groß: Bei 0 °C reichen schon 5 km/h für −1,6 °C, während 120 km/h auf −11,3 °C führen.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Windchill-Rechner übersetzt Temperatur und Windgeschwindigkeit in die gefühlte Kältewirkung auf exponierte Haut und zeigt damit, ab wann Frost mit Wind eine andere Kleidungs- oder Zeitentscheidung erfordert als derselbe Frost bei Windstille.

Gib die Wetterwerte für morgen früh ein und entscheide, ob Handschuhe, Mütze und winddichte Außenschicht für deinen Weg ausreichend oder notwendig sind.

Wenn du beide Extremsituationen – Kälte und Schwüle – prüfen willst, nutze den Gefühlte-Temperatur-Rechner als Einstieg; für heiße Sommertage gibt der Hitzeindex-Rechner Auskunft über die Belastung bei Feuchte. Windstärken aus Wetterberichten kannst du vorab mit dem Beaufort-Rechner in km/h umrechnen.

Der Schieberegler für den Wind reicht dabei von 0 bis 120 km/h, die Temperatur von −50 bis +15 °C. Wie hart es weiter unten wird, zeigt der Rand: −30 °C bei 60 km/h ergeben −50,3 °C gefühlt und die höchste Risikostufe des Rechners.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Windchill: ca. -17,5 °C | Differenz zur Lufttemperatur: ca. 9,5 K | Risiko: Erhöhtes Risiko bei längerer Exposition auf ungeschützter Haut.

Winterwanderung bei Schneewind

Lufttemperatur
-8 °C
Windgeschwindigkeit
35 km/h

Beispiel 2 · Mittel · Windchill: ca. -28,6 °C | Differenz zur Lufttemperatur: ca. 13,6 K | Risiko: Hohes Risiko für Erfrierungen in kurzer Zeit bei ungeschützter Haut.

Sturmtief mit klirrender Kälte

Lufttemperatur
-15 °C
Windgeschwindigkeit
50 km/h

Beispiel 3 · Komplex · Windchill: ca. -2,0 °C | Differenz zur Lufttemperatur: ca. 4,0 K | Risiko: Geringes Risiko für Erfrierungen bei normaler Aufenthaltsdauer.

Leichter Frost mit schwachem Wind

Lufttemperatur
2 °C
Windgeschwindigkeit
15 km/h

Weiterführende Rechner und Themen

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Weiternutzung

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Nutzung frei, wenn du rechner-portal.de als Quelle verlinkst. CC BY 4.0

  • Vergleich gemessene Temperatur −7 °C vs. Windchill −16,8 °C bei 40 km/h Wind mit Entscheidung zu Sturmhaube und Handschuhen

    Winterwanderung: −7 °C + 40 km/h Wind ergibt Windchill −16,8 °C – Schutzausrüstung nötig

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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/wetter-klima/gefuehlte-temperatur/windchill-rechner">Winterwanderung: −7 °C + 40 km/h Wind ergibt Windchill −16,8 °C – Schutzausrüstung nötig auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/wetter-klima/gefuehlte-temperatur/windchill-rechner
  • Tabelle mit Windchill-Werten für Temperaturen von 0 bis −15 °C und Windgeschwindigkeiten von 10 bis 40 km/h, farbkodiert von Grün (mild) bis Rot (gefährlich kalt).

    Windchill – Gefühlte Kälte bei Wind

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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/wetter-klima/gefuehlte-temperatur/windchill-rechner">Windchill – Gefühlte Kälte bei Wind auf Rechner-Portal</a></p>

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  • Vergleich bei Windstille und bei Wind: Links bleibt die warme Luftschicht um den Körper erhalten, rechts wird sie durch Wind abgetragen, was die gefühlte Temperatur senkt.

    Wie Wind die Körperwärme abträgt

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  • Infografik: Windchill: Gefühlte Temperatur bei Wind, WINDCHILL (°C) — WINDGESCHWINDIGKEIT →, Luft, 10 km/h, 20 km/h, 30 km/h, 40 km/h, 50 km/h

    Windchill-Rechner Tabelle

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Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Die Ausgabe ist eine Orientierung für gefühlte Kälte. Nässe, direkte Exposition, Aktivität und individuelle Kälteempfindlichkeit können das tatsächliche Risiko deutlich verändern.

Quelle: JAG/TI Windchill-Formel (Environment Canada / NWS).

Stand: 2026-09-12

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
12. September 2026
Fachbereich
Wetter und Klima / Gefühlte Temperatur
Formeln basieren auf
JAG/TI-Windchill-Formel: T_wc = 13,12 + 0,6215T − 11,37v^0,16 + 0,3965T v^0,16.
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Windchill-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/wetter-klima/gefuehlte-temperatur/windchill-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Windchill-Rechner. Available at: https://rechner-portal.de/wetter-klima/gefuehlte-temperatur/windchill-rechner

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