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Verdunstungskühlung (Verdunstungskälte) berechnen

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Kurzantwort

Verdunstungskühlungs-Rechner: Gib Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit ein und erhalte die erreichbare Abkühlung (°C) durch Verdunstung (Verdunstungskälte) als Richtwert. Je trockener die Luft, desto stärker der Effekt.

Wie stark kühlt Verdunstung (auch Verdunstungskälte genannt) die Luft?

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Wetter (Juni 2026)Veröffentlicht: Stand:

Überblick

Was ist Verdunstungskühlung (Verdunstungskälte)?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Die Verdunstungskühlung — auch Verdunstungskälte oder adiabate Kühlung genannt — nutzt einen alltäglichen physikalischen Effekt: Wenn Wasser verdunstet, entzieht es der Umgebung Wärme und kühlt so die Luft ab. Verdunstungskälte bezeichnet genau diesen Kühleffekt beim Verdunsten von Wasser; adiabate Kühlung beschreibt dasselbe Prinzip in der Meteorologie und Klimatechnik — Abkühlung ohne externe Energie, allein durch Phasenübergang.

Genau das passiert, wenn nasse Haut im Wind kühl wird oder ein Verdunstungskühler Luft durch ein feuchtes Element saugt. Grundlegende Forschung zur Verdunstungskühlung dokumentiert das Journal of Applied Meteorology and Climatology.

Dieser Rechner bestimmt aus Lufttemperatur, relativer Luftfeuchtigkeit und dem Wirkungsgrad der Methode, wie stark sich die Luft durch Verdunstung abkühlen lässt.

Verdunstungskühlung senkt bei 30 % relativer Feuchte die Temperatur um bis zu etwa 10 °C. Bei 80 % relativer Feuchte ist kaum noch Kühleffekt möglich, weil die Luft bereits fast gesättigt ist und kaum noch Wasser aufnehmen kann.

Die physikalische Untergrenze bildet die Feuchtkugeltemperatur; für deren genaue Berechnung nutze den Feuchtkugeltemperatur-Rechner.

Anders als eine Klimaanlage senkt die Verdunstungskühlung die Temperatur, erhöht dabei aber die Luftfeuchtigkeit, weshalb sie vor allem in trockener Hitze und in gut belüfteten Räumen sinnvoll ist. Verdunstungskühlung: Wie Wasser beim Verdunsten die Luft abkühlt

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Du gibst die Lufttemperatur in Grad Celsius, die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent und den Wirkungsgrad der Kühlmethode in Prozent ein. Temperatur und Feuchte stammen aus Hygrometer, Wetterstation oder Klimasensor und sollten frisch und vom selben Ort sein.

Der Wirkungsgrad beschreibt, wie nah die Methode an die theoretische Kühlgrenze herankommt: Ein nasses Tuch vor dem Ventilator liegt grob bei 50 bis 70 Prozent, ein guter Verdunstungskühler bei 80 bis 90 Prozent.

Häufige Eingabefehler sind veraltete Feuchtewerte, das Verwechseln von relativer und absoluter Feuchte und ein zu optimistisch angesetzter Wirkungsgrad.

Mit realistischen Werten erhältst du eine belastbare Abschätzung der erreichbaren Abkühlung und der resultierenden Lufttemperatur.

Die Felder nehmen Temperaturen von −10 bis 50 °C, relative Feuchten von 1 bis 100 % und Wirkungsgrade von 10 bis 100 % an.

Beim Wirkungsgrad musst du übrigens nicht raten: Der Rechner stellt unter dem Ergebnis ohnehin drei fest hinterlegte Referenzmethoden gegenüber — nasses Tuch vor dem Ventilator mit 60 %, einfacher Verdunstungskühler mit 75 % und guter Cooler mit 88 %.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Grundlage ist die Feuchtkugeltemperatur, die niedrigste durch Verdunstung erreichbare Temperatur. Der Rechner berechnet sie mit der anerkannten Näherungsformel von Stull aus Lufttemperatur und relativer Feuchte.

Das maximale Kühlpotenzial ist die Differenz zwischen Lufttemperatur und Feuchtkugeltemperatur. Die tatsächlich erreichbare Abkühlung ergibt sich aus diesem Potenzial multipliziert mit dem Wirkungsgrad.

Beispiel: Bei 32 Grad und 40 Prozent relativer Feuchte liegt die Feuchtkugeltemperatur bei rund 22 Grad, das Kühlpotenzial beträgt also etwa 10 Grad. Bei 80 Prozent Wirkungsgrad sind das rund 8 Grad Abkühlung, die Luft erreicht also etwa 24 Grad.

Bei schwülen 30 Grad und 75 Prozent Feuchte schrumpft das Potenzial auf wenige Grad, weil die Feuchtkugeltemperatur dann nah an der Lufttemperatur liegt.

Der Rechner nennt dazu vier Werte: die Feuchtkugeltemperatur als physikalische Untergrenze, das maximale Kühlpotenzial als Abstand zur Lufttemperatur, die tatsächlich erreichbare Abkühlung nach Wirkungsgrad und die daraus resultierende Endtemperatur.

Für 32 Grad, 40 Prozent Feuchte und 80 Prozent Wirkungsgrad sind das rund 22,1 Grad Feuchtkugeltemperatur, 9,9 Grad Kühlpotenzial, 7,9 Grad erreichbare Abkühlung und 24,1 Grad Endtemperatur.

Formelgrafik: Erreichbare Abkühlung aus Temperatur, Feuchtkugeltemperatur und Wirkungsgrad.
Tw ist die Feuchtkugeltemperatur nach der empirischen Näherung von Stull (2011). Die Stull-Formel benötigt atan() und ist daher nicht als Formelzeile darstellbar.

Nachschlagen

Verdunstungskühlung: Effektivität nach Klimabedingung und Luftfeuchtigkeit

Verdunstungskühlung funktioniert am besten bei trockener Luft. Wie viel Abkühlung in welcher Klimazone tatsächlich erreichbar ist, zeigt diese Tabelle — mit der Kombination aus Temperatur und Feuchte, für die sie gilt, denn ohne diese Angabe ist eine Abkühlung in Kelvin nicht bestimmt.

Verdunstungskühlung nach Klimabedingung: erreichte Abkühlung, erreichbare Temperatur und maximales Kühlpotenzial, jeweils bei 80 % Wirkungsgrad des Kühlers
Bedingungrel. LuftfeuchtigkeitGerechnet beiErreichte AbkühlungErreichbare TemperaturMax. Kühlpotenzial
Trocken (Wüste/Kontinent)< 30 %35 °C / 20 %12,6 K22,4 °C15,7 K
Halbfeucht (Mittelmeer/Sommer)30–50 %32 °C / 40 %7,9 K24,1 °C9,9 K
Feucht (Mitteleuropa Sommer)50–70 %28 °C / 55 %5,3 K22,7 °C6,6 K
Sehr feucht (Küste/Monsun)70–85 %30 °C / 70 %3,5 K26,5 °C4,4 K
Tropisch (> 85 % rF)> 85 %28 °C / 85 %1,7 K26,3 °C2,1 K

Alle Werte sind mit der Rechenfunktion dieser Seite erzeugt, jeweils bei 80 % Wirkungsgrad des Kühlers und der in der Spalte „Gerechnet bei“ genannten Kombination aus Lufttemperatur und relativer Feuchte. Ohne diese Bezugsangabe wäre eine Abkühlung in Kelvin nicht bestimmt, denn dieselbe Luftfeuchte führt bei höherer Lufttemperatur zu deutlich mehr Abkühlung. Zu unterscheiden sind zwei Größen: Das maximale Kühlpotenzial ist der Abstand zwischen Lufttemperatur und Feuchtkugeltemperatur — die physikalische Grenze. Die erreichte Abkühlung ist der Anteil davon, den das Gerät tatsächlich schafft; er ergibt sich als Kühlpotenzial mal Wirkungsgrad. Der Wirkungsgrad selbst ist eine Geräteeigenschaft und hängt nicht von der Luftfeuchte ab — was mit steigender Feuchte sinkt, ist das Kühlpotenzial: von 15,7 K in trockener Wüstenluft auf 2,1 K in den Tropen. Genau deshalb ist das Verfahren dort praktisch wirkungslos. Formelgrundlage: Effektivität = (T_ein − T_aus) / (T_ein − T_Feuchtkugel); Einordnung nach ASHRAE Handbook of Fundamentals. Verdunstungskühler verbrauchen rund 75 % weniger Energie als konventionelle Klimaanlagen, sind aber auf trockene Außenluft angewiesen.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Verdunstungskühlungs-Rechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist Verdunstungskühlung (Verdunstungskälte) und wie funktioniert sie?

Verdunstungskühlung, häufig auch Verdunstungskälte genannt, entzieht der Luft Wärme, weil verdunstendes Wasser Energie benötigt und diese Verdunstungswärme aus der Umgebung zieht.

Genau deshalb fühlt sich nasse Haut im Wind kühl an, und genau darauf setzen Verdunstungskühler, auch Air Cooler genannt: Sie saugen Luft durch ein feuchtes Material oder vernebeln Wasser, sodass ein Teil davon verdunstet und die durchströmende Luft abkühlt.

Wie stark der Effekt ausfällt, hängt fast ausschließlich von der Luftfeuchtigkeit ab, denn in trockener Luft kann viel Wasser verdunsten, in feuchter Luft dagegen nur wenig.

Trage im Rechner deine Lufttemperatur und relative Luftfeuchtigkeit ein und du siehst sofort, wie viele Grad Abkühlung physikalisch maximal möglich sind und wie viel ein realer Kühler mit seinem Wirkungsgrad davon tatsächlich erreicht.

Bei 32 Grad und 40 Prozent Luftfeuchtigkeit liegt das maximale Kühlpotenzial bei rund 9,9 Grad, ein Kühler mit 80 Prozent Wirkungsgrad schafft davon etwa 7,9 Grad. Beachte dabei, dass Verdunstungskühlung die Luftfeuchtigkeit im Raum immer erhöht.

Wie viele Grad kann Verdunstungskühlung die Luft abkühlen?

Das hängt fast ausschließlich von der relativen Luftfeuchtigkeit ab, denn die Feuchtkugeltemperatur bildet die physikalische Untergrenze, unter die reine Verdunstung nicht kühlen kann.

Bei trockener, heißer Luft von 35 Grad und 25 Prozent Luftfeuchtigkeit liegt die Feuchtkugeltemperatur bei rund 20,8 Grad, das maximale Kühlpotenzial beträgt also etwa 14,2 Grad.

Ein guter Verdunstungskühler mit 85 Prozent Wirkungsgrad schöpft davon rund 12,1 Grad aus und erreicht damit etwa 22,9 Grad Lufttemperatur.

Bei schwülen 32 Grad und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit dagegen liegt die Feuchtkugeltemperatur schon bei rund 25,8 Grad, sodass nur noch etwa 5 Grad Abkühlung erreichbar sind.

Der Rechner berechnet dir aus Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Wirkungsgrad genau diese erreichbare Abkühlung und die resultierende Temperatur, sodass du sofort siehst, ob sich ein Verdunstungskühler in deiner Situation lohnt.

Prüfe im Rechner mehrere Kombinationen, denn schon 20 Prozentpunkte mehr Luftfeuchtigkeit können das Kühlpotenzial mehr als halbieren.

Was ist die Feuchtkugeltemperatur und wie berechnet man sie?

Die Feuchtkugeltemperatur ist die tiefste Temperatur, die reine Verdunstung von Wasser in die Luft erreichen kann, gemessen an einem Thermometer mit feuchtem, belüftetem Docht.

Weil kein Verdunstungskühler tiefer kühlen kann als bis zu diesem Gleichgewichtswert, bildet sie die physikalische Kühlgrenze für jede Berechnung auf dieser Seite.

Der Rechner ermittelt sie nicht durch Messung, sondern über die anerkannte empirische Näherungsformel von Stull (2011), die aus Lufttemperatur und relativer Luftfeuchtigkeit die Feuchtkugeltemperatur mit Arkustangens-Termen annähert, ohne Luftdruck als Eingabe zu benötigen.

Bei 32 Grad und 40 Prozent Luftfeuchtigkeit ergibt die Formel rund 22,1 Grad, bei derselben Temperatur und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit dagegen schon 25,8 Grad.

Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto näher rückt die Feuchtkugeltemperatur an die Lufttemperatur heran, und desto kleiner wird der Abstand, den Verdunstungskühlung noch nutzen kann.

Gib deine eigenen Werte ein, um die für dich geltende Kühlgrenze zu sehen, statt eine pauschale Tabelle zu verwenden.

Wie viel Energie kostet die Verdunstung von einem Liter Wasser und wie viel kühlt das?

Um einen Liter Wasser bei Raumtemperatur, rund 25 Grad, zu verdunsten, sind laut thermodynamischen Stoffwerttabellen etwa 2.440 Kilojoule Energie nötig, bei kochendem Wasser mit 100 Grad sind es rund 2.257 Kilojoule pro Kilogramm; genau diese Wärmemenge wird der Umgebungsluft entzogen.

Wie viel Grad Abkühlung das in einem Raum tatsächlich bringt, hängt aber nicht allein von der verdunsteten Wassermenge ab, sondern von Luftvolumen, Luftdurchsatz und vor allem der relativen Luftfeuchtigkeit, denn nur trockene Luft kann überhaupt viel Wasserdampf aufnehmen.

Deshalb rechnet dieser Rechner nicht mit einer festen Wassermenge, sondern direkt mit Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Gerätewirkungsgrad, was für die Praxis aussagekräftiger ist als ein Energiewert pro Liter allein.

Trage deine Bedingungen ein, um die erreichbare Abkühlung in Grad statt in Kilojoule zu sehen. Als Faustregel gilt: Erst in ausreichend trockener Luft wird aus der theoretischen Verdunstungsenergie ein spürbarer Kühleffekt.

Ab welcher Feuchtkugeltemperatur wird es für den Menschen gefährlich?

Bei einer Feuchtkugeltemperatur von etwa 35 Grad Celsius erreicht der menschliche Körper nach Berechnungen von Sherwood und Huber (2010, PNAS) seine physiologische Belastungsgrenze, weil Schweiß dann kaum noch verdunsten und die Körperwärme nicht mehr ausreichend abgeführt werden kann, selbst im Schatten und bei Windzufuhr.

Schon deutlich darunter, etwa ab 28 bis 30 Grad Feuchtkugeltemperatur, gilt körperliche Anstrengung im Freien als stark belastend, besonders für ältere Menschen, Kinder und Vorerkrankte.

Dieser Rechner berechnet die Feuchtkugeltemperatur für gemäßigte Alltagsbedingungen wie 20 bis 40 Grad Lufttemperatur, nicht für die tropischen Extremwerte solcher Studien, liefert dir aber dasselbe physikalische Prinzip: Je näher Lufttemperatur und Feuchtkugeltemperatur zusammenrücken, desto schwüler und belastender wird die Luft.

Prüfe bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit und Hitze deshalb nicht nur den Kühlungseffekt eines Verdunstungskühlers, sondern auch, ob ausreichend Trinken, Schatten und Abkühlung nötig sind.

Verlasse dich bei akuten Hitzewarnungen zusätzlich immer auf die Hinweise des Deutschen Wetterdienstes.

Warum funktioniert Verdunstungskühlung bei schwülem Wetter kaum?

Verdunstungskühlung funktioniert nur, solange Wasser überhaupt noch in die Luft verdunsten kann, und genau das ist bei hoher Luftfeuchtigkeit kaum noch möglich, weil die Luft bereits fast mit Wasserdampf gesättigt ist.

Bei 30 Grad und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit liegt das maximale Kühlpotenzial nur noch bei rund 4,4 Grad, ein Kühler mit 70 Prozent Wirkungsgrad erreicht davon lediglich etwa 3,1 Grad, also eine resultierende Temperatur von knapp 26,9 Grad.

Das erklärt, warum Verdunstungskühler in trockenen Klimazonen wie dem Mittelmeerraum sehr wirksam sind, in feuchtwarmen deutschen Sommern dagegen kaum spürbar kühlen.

Hinzu kommt, dass die ohnehin feuchte Luft durch die zusätzliche Verdunstung noch feuchter und damit schwüler wird.

Gib im Rechner probeweise eine hohe Luftfeuchtigkeit von 75 bis 85 Prozent ein, und du wirst sehen, wie das Kühlpotenzial auf wenige Grad zusammenschrumpft.

In solchen Situationen bringt meist nur Lüften oder eine klassische Klimaanlage echte Erleichterung.

Was bedeutet adiabatische Kühlung und ist sie dasselbe wie Verdunstungskühlung?

Adiabatische Kühlung, auch adiabate Kühlung genannt, bezeichnet in der Thermodynamik eine Abkühlung ohne Wärmeaustausch mit der Umgebung, bei der die Verdunstungsenergie ausschließlich aus der Luft selbst stammt statt von außen zugeführt zu werden; die direkte Verdunstungskühlung, wie sie dieser Rechner berechnet, ist der praktisch wichtigste Fall dieses Prinzips.

Beide Begriffe werden im Alltag deshalb weitgehend gleichbedeutend verwendet, auch wenn adiabatische Kühlung als Oberbegriff technisch weiter gefasst ist und etwa auch indirekte Verfahren mit Wärmetauschern einschließt, bei denen die befeuchtete Luft nicht direkt in den Raum gelangt.

Für die reine Berechnung der erreichbaren Abkühlung macht das keinen Unterschied, denn es zählen weiterhin nur Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit und der Wirkungsgrad der jeweiligen Anlage.

Nutze den Rechner deshalb unabhängig davon, ob ein Hersteller sein Gerät als Verdunstungskühler, Adiabatkühler oder Air Cooler bezeichnet, solange es mit reiner Wasserverdunstung statt einem Kältemittelkreislauf arbeitet.

Bringt ein nasses Tuch vor dem Ventilator wirklich etwas?

Ja, ein feuchtes Tuch vor oder hinter einem Ventilator nutzt denselben Verdunstungseffekt wie ein technischer Kühler, allerdings mit deutlich geringerem Wirkungsgrad von grob 50 bis 70 Prozent.

In trockener Luft kann das spürbare 3 bis 6 Grad Abkühlung bringen, in feuchter Luft dagegen nur wenig, weil das Kühlpotenzial dann ohnehin klein ist.

Wichtig ist, dass das Tuch ausreichend nass bleibt und der Luftstrom es gut durchdringt, denn ein trockenes oder zu dickes Tuch bremst nur den Ventilator, ohne merklich zu kühlen.

Setze im Rechner probeweise einen Wirkungsgrad von 60 Prozent ein und vergleiche das Ergebnis mit einem guten Verdunstungskühler bei 85 bis 90 Prozent, um den Unterschied in Grad zu sehen.

Beachte außerdem, dass auch hier die Raumluft feuchter wird, weshalb regelmäßiges Lüften sinnvoll bleibt, damit das Zimmer nicht zusätzlich schwül wirkt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Verdunstungskühler und einer Klimaanlage?

Eine Klimaanlage kühlt mit einem Kältemittelkreislauf und Kompressor, entzieht der Luft dabei Feuchtigkeit und senkt die Temperatur unabhängig von der Luftfeuchtigkeit, braucht dafür aber oft 800 bis 1.500 Watt Leistung.

Ein Verdunstungskühler nutzt dagegen nur die Verdunstung von Wasser, verbraucht mit Ventilator und kleiner Pumpe meist nur 40 bis 150 Watt und ist damit rund 80 bis 90 Prozent sparsamer im Betrieb.

Sein Nachteil: Er befeuchtet die Luft statt sie zu entfeuchten und kühlt nur in trockener Luft spürbar, wie die Beispiele in diesem Rechner zeigen.

In schwülen Sommern oder feuchten Räumen bringt er dagegen kaum etwas, während eine Klimaanlage dort weiterhin zuverlässig funktioniert.

Prüfe deshalb mit dem Rechner zunächst, ob deine aktuelle Luftfeuchtigkeit überhaupt genug Kühlpotenzial übrig lässt, bevor du in ein Gerät investierst.

Zeigt der Rechner weniger als 3 Grad erreichbare Abkühlung, ist eine Klimaanlage meist die wirksamere Wahl.

Erhöht Verdunstungskühlung die Luftfeuchtigkeit, und wie hole ich das meiste heraus?

Ja, das ist der wichtigste Nachteil der Methode, denn die Kühlung entsteht dadurch, dass Wasser in die Luft verdunstet, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit im Raum zwangsläufig steigt.

In einem geschlossenen Zimmer kann die Luft deshalb mit der Zeit kühler, aber spürbar schwüler werden, was den gefühlten Kühlgewinn teilweise wieder aufhebt und bei Dauerbetrieb das Schimmelrisiko an kalten Stellen erhöht.

Am meisten holst du aus Verdunstungskühlung heraus, wenn du sie an heißen, trockenen Tagen mit möglichst niedriger Luftfeuchtigkeit einsetzt und für guten Durchzug sorgst, etwa durch ein gekipptes Fenster oder Querlüftung, damit feucht gewordene Luft abziehen kann.

Sorge außerdem für ständigen Wassernachschub, damit die Verdunstung nicht abreißt, und kombiniere den Kühler mit Verschattung tagsüber sowie nächtlichem Lüften.

Prüfe regelmäßig mit einem Hygrometer, ob die Luftfeuchtigkeit im Raum noch im Rahmen bleibt, besonders wenn der Rechner mehr als 5 Grad erreichbare Abkühlung und damit entsprechend viel abgegebenen Wasserdampf anzeigt.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Wenn du 32 Grad, 40 Prozent Luftfeuchtigkeit und 80 Prozent Wirkungsgrad eingibst, zeigt der Rechner rund 8 Grad erreichbare Abkühlung auf etwa 24 Grad. Das bedeutet praktisch: In trockener Hitze ist ein Verdunstungskühler eine sehr wirksame und stromsparende Alternative zur Klimaanlage.

Rechne zum Vergleich denselben Fall mit 75 Prozent Luftfeuchtigkeit durch: Die Abkühlung fällt auf wenige Grad, und der Kühler bringt kaum noch etwas. Genau diesen Unterschied solltest du vor dem Einsatz prüfen.

Der Methodenvergleich im Ergebnis zeigt dir zusätzlich, wie viel ein nasses Tuch vor dem Ventilator gegenüber einem guten Verdunstungskühler bringt.

Sorge für Durchzug, damit die feucht gewordene Luft abziehen kann, und kombiniere die Verdunstungskühlung mit Verschattung und nächtlichem Lüften. Weiterführende Klimadaten und Hitzehinweise stellt der Deutsche Wetterdienst (DWD) bereit.

Wie sehr die Feuchte alles dominiert, zeigt der Blick auf die Ränder: Bei 35 °C und 20 % beträgt das maximale Kühlpotenzial 15,7 K und die Feuchtkugel liegt bei 19,3 °C — bei 30 °C und 80 % sind es nur noch 2,9 K.

Dieselbe Technik bringt in trockener Hitze also rund das Fünffache. Kühlpotenzial der Verdunstung abhängig von der Luftfeuchtigkeit

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Sven möchte sein Arbeitszimmer an einem heißen Sommertag ohne teure Klimaanlage kühlen. Das Thermometer zeigt 32 Grad, das Hygrometer 40 Prozent relative Luftfeuchtigkeit.

Er gibt diese Werte mit einem Wirkungsgrad von 80 Prozent für seinen Verdunstungskühler in den Rechner ein.

Das Ergebnis: eine Feuchtkugeltemperatur von rund 22 Grad, ein Kühlpotenzial von etwa 10 Grad und eine erreichbare Abkühlung von rund 8 Grad auf etwa 24 Grad.

Weil das spürbar ist, stellt Sven den Kühler ans gekippte Fenster, damit trockene Luft nachströmt und die feuchte abzieht. Eine Woche später ist es schwül: 30 Grad bei 75 Prozent Feuchte.

Jetzt zeigt der Rechner nur noch rund 2,9 Grad Abkühlung auf etwa 27 Grad.

Sven verzichtet an diesem Tag auf den Kühler, lüftet stattdessen früh am Morgen und verschattet die Fenster, weil Verdunstungskühlung bei dieser Feuchte kaum hilft. Arbeitszimmer: 32 °C bei 40 % Feuchte kühlbar auf 24 °C, bei 75 % nur 2,9 °C möglich Den Unterschied zwischen beiden Tagen treibt allein die Luftfeuchtigkeit: Bei 40 Prozent bleibt die Feuchtkugeltemperatur weit unter der Lufttemperatur und lässt viel Kühlreserve, bei 75 Prozent rückt sie mit rund 26,4 Grad dicht an die 30 Grad heran und der Kühleffekt schrumpft auf wenige Grad.

Sven prüft deshalb vor jedem Einsatz zuerst die aktuelle relative Feuchte am Hygrometer, statt sich auf den Thermometerwert allein zu verlassen, und schaltet den Kühler nur ein, wenn die Luft trocken genug für eine spürbare Abkühlung ist.

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Irrtum ist die Annahme, Verdunstungskühlung funktioniere überall gleich gut. Tatsächlich hängt der Effekt fast vollständig von der Luftfeuchtigkeit ab und ist in schwüler Luft kaum spürbar.

Ein zweiter Fehler ist, den Anstieg der Luftfeuchtigkeit zu ignorieren: Da die Kühlung durch verdunstendes Wasser entsteht, wird die Raumluft feuchter, was in geschlossenen Räumen schwül wirken und Kondenswasser begünstigen kann.

Ebenso wird die Verdunstungskühlung oft mit der Kühlung einer Klimaanlage gleichgesetzt, obwohl diese die Luft entfeuchtet und unabhängig von der Feuchtigkeit kühlt. Auch ein zu hoch angesetzter Wirkungsgrad führt zu unrealistisch guten Ergebnissen.

Wer die Methode in einem geschlossenen, bereits feuchten Raum einsetzt, erlebt deshalb häufig Enttäuschung. Belastbar wird die Einschätzung nur, wenn Temperatur, reale Feuchte und ein ehrlicher Wirkungsgrad zusammenkommen.

Ein feiner, aber wichtiger Punkt: Dieser Rechner bestimmt die Feuchtkugeltemperatur über die empirische Näherung von Stull (2011), während der Feuchtkugel-Rechner dieselbe Größe aus der Psychrometerformel herleitet.

Beide Wege sind fachlich sauber, weichen aber typischerweise um rund 0,2 K voneinander ab — bei 30 °C und 60 % nennt der eine 24,0 °C, der andere 24,19 °C.

Wer Werte aus beiden Rechnern nebeneinanderlegt, sollte diese methodische Differenz kennen und keinen Rechenfehler dahinter vermuten.

Nahe der Sättigung stößt die Näherung zudem an ihre Grenze: Bei 30 °C und 100 % gibt sie 30,1 °C aus, also minimal über der Lufttemperatur. Das Kühlpotenzial weist der Rechner dort korrekt mit 0 K aus.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Verdunstungskühlungs-Rechner bestimmt aus Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Wirkungsgrad die erreichbare Abkühlung, die resultierende Temperatur und die Feuchtkugeltemperatur als physikalische Kühlgrenze.

Er macht den entscheidenden Zusammenhang sichtbar: Je trockener die Luft, desto stärker der Kühleffekt, während Verdunstungskühlung in schwüler Luft kaum wirkt und die Feuchtigkeit weiter erhöht.

Als nächsten Schritt vergleichst du das Ergebnis mit den Methoden im Ergebnis-Vergleich und entscheidest, ob ein Verdunstungskühler an deinem Tag sinnvoll ist oder ob Lüften und Verschattung die bessere Wahl sind.

Den steigenden Wassergehalt der Luft kannst du anschließend mit dem Luftfeuchtigkeit-Umrechner im Blick behalten. Der Methodenvergleich rechnet dabei immer alle drei Varianten mit: nasses Tuch (60 %), einfacher Kühler (75 %) und guter Cooler (88 %).

Bei 32 °C und 40 % landen sie bei 26,0 °C, 24,6 °C und 23,3 °C — der Sprung von der Behelfslösung zum guten Gerät ist also kleiner, als viele erwarten.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Feuchtkugeltemperatur rund 20,8 °C, Kühlpotenzial ca. 14,2 °C, erreichbare Abkühlung rund 12,1 °C auf etwa 22,9 °C

Sehr trockene Hitze (mediterran)

Lufttemperatur
35 °C
Relative Luftfeuchtigkeit
25 %
Wirkungsgrad des Kühlers
85 %

Beispiel 2 · Mittel · Feuchtkugeltemperatur rund 26,4 °C, Kühlpotenzial nur rund 3,6 °C, erreichbare Abkühlung etwa 2,5 °C auf rund 27,5 °C

Schwüler Sommertag

Lufttemperatur
30 °C
Relative Luftfeuchtigkeit
75 %
Wirkungsgrad des Kühlers
70 %

Beispiel 3 · Komplex · Feuchtkugeltemperatur rund 21,4 °C, Kühlpotenzial ca. 8,6 °C, erreichbare Abkühlung rund 6,5 °C auf etwa 23,5 °C

Wie stark kühlt Verdunstung bei 30 Grad?

Lufttemperatur
30 °C
Relative Luftfeuchtigkeit
45 %
Wirkungsgrad des Kühlers
75 %

Beispiel 4 · Komplex · Feuchtkugeltemperatur rund 20 °C, Kühlpotenzial ca. 16 °C, erreichbare Abkühlung rund 13,6 °C auf etwa 22,4 °C

Wüstenklima – maximales Kühlpotenzial

Lufttemperatur
36 °C
Relative Luftfeuchtigkeit
20 %
Wirkungsgrad des Kühlers
85 %

Beispiel 5 · Komplex · Feuchtkugeltemperatur rund 22,1 °C, Kühlpotenzial ca. 9,9 °C, erreichbare Abkühlung rund 6 °C auf etwa 26 °C

Nasses Tuch vor dem Ventilator (niedriger Wirkungsgrad)

Lufttemperatur
32 °C
Relative Luftfeuchtigkeit
40 %
Wirkungsgrad des Kühlers
60 %

Weiterführende Rechner und Themen

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Weiternutzung

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Nutzung frei, wenn du rechner-portal.de als Quelle verlinkst. CC BY 4.0

  • Drei horizontale Balken zeigen den möglichen Kühleffekt bei verschiedenen Luftfeuchtigkeiten: 10°C bei 30%, 6°C bei 50%, und nur 2°C bei 80% relativer Feuchte, alle ausgehend von 32°C.

    Kühleffekt je nach Luftfeuchtigkeit

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           alt="Drei horizontale Balken zeigen den möglichen Kühleffekt bei verschiedenen Luftfeuchtigkeiten: 10°C bei 30%, 6°C bei 50%, und nur 2°C bei 80% relativer Feuchte, alle ausgehend von 32°C."
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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/wetter-klima/luftfeuchtigkeit/verdunstungskuehlung
  • Verdunstungskühlung im Vergleich: Trockene Hitze (32 °C, 40 %) kühlt auf 24 °C. Schwüle (30 °C, 75 %) bringt nur 2,9 °C Abkühlung.

    Arbeitszimmer: 32 °C bei 40 % Feuchte kühlbar auf 24 °C, bei 75 % nur 2,9 °C möglich

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    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/wetter-klima/luftfeuchtigkeit/verdunstungskuehlung">Arbeitszimmer: 32 °C bei 40 % Feuchte kühlbar auf 24 °C, bei 75 % nur 2,9 °C möglich auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/wetter-klima/luftfeuchtigkeit/verdunstungskuehlung
  • Trockene heiße Luft passiert ein feuchtes Medium, Wasser nimmt Verdampfungswärme auf und die Luft kühlt ab.

    Prinzip der Verdunstungskühlung

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      <img src="https://rechner-portal.de/images/wetter-klima/verdunstungskuehlung-prinzip.svg"
           alt="Trockene heiße Luft passiert ein feuchtes Medium, Wasser nimmt Verdampfungswärme auf und die Luft kühlt ab."
           width="760" height="370">
    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/wetter-klima/luftfeuchtigkeit/verdunstungskuehlung">Prinzip der Verdunstungskühlung auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/wetter-klima/luftfeuchtigkeit/verdunstungskuehlung

Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Die Werte sind physikalische Richtwerte für die Verdunstungskühlung. Der reale Effekt hängt von Luftdurchsatz, Wassernachschub, Belüftung und Raumgröße ab.

Quelle: Psychrometrie; Feuchtkugeltemperatur nach Stull (2011)

Stand: 2026-09-27

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
27. September 2026
Fachbereich
Wetter und Klima / Luftfeuchtigkeit
Formeln basieren auf
Feuchtkugeltemperatur nach Stull (2011) mit Wirkungsgrad-Faktor
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Verdunstungskühlungs-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/wetter-klima/luftfeuchtigkeit/verdunstungskuehlung

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Verdunstungskühlungs-Rechner. Available at: https://rechner-portal.de/wetter-klima/luftfeuchtigkeit/verdunstungskuehlung

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