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PMV- und PPD-Rechner: Thermischen Komfort nach ISO 7730 bewerten

Wetter und KlimaStand Noch keine Bewertung

Kurzantwort

Ordnet Temperatur, Feuchte, Wind und Aktivität in einen verständlichen Behaglichkeits-Score ein.

Thermischen Komfort aus Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und Aktivitätslevel bewerten.

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Apr. 2026)Veröffentlicht: Stand:

Überblick

Was ist der Thermischer Komfort-Rechner?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

An alle, die wissen wollen, ob sich eine Wettersituation oder ein Aufenthaltsort noch behaglich anfühlt und nicht bloß warm oder kalt ist, richtet sich der thermische Komfort-Rechner. Das ist nützlich für Außengastronomie, Events, leichte Aktivität, Wege zwischen Innen- und Außenbereich oder die Frage, welche Kleidung im Alltag angenehm bleibt.

Statt nur eine Temperatur auszugeben, übersetzt der Rechner die Lufttemperatur, die relative Luftfeuchtigkeit, die Windgeschwindigkeit und das Aktivitätslevel in eine Komfortstufe. Was ist der PMV-Wert?

Der PMV (Predicted Mean Vote, dt. vorhergesagtes mittleres Votum) ist das internationale Standardmaß für thermischen Komfort nach DIN EN ISO 7730. Er misst das mittlere Wärmeempfinden einer Personengruppe auf einer Skala von −3 (sehr kalt) bis +3 (sehr heiß).

Als behaglich gilt ein PMV-Bereich von −0,5 bis +0,5, was einem PPD (Predicted Percentage of Dissatisfied, dt. Anteil unzufriedener Personen) von weniger als 10 % entspricht.

Konkret: Bei 22 °C, leichter Bekleidung (1,0 clo), sitzender Tätigkeit (1,0 met) und 0,1 m/s Luftbewegung liegt der PMV nahe 0 – mehr als 90 % der Personen empfinden das als behaglich.

Das Modell basiert auf den Forschungen von ASHRAE zur menschlichen Wärmeregulation.

Behaglichkeit entsteht nämlich nicht aus der Temperatur allein: Bewegung erzeugt Körperwärme, Wind kühlt die Haut und hohe Luftfeuchte bremst die Schweißverdunstung, sodass derselbe Messwert für eine sitzende und eine aktive Person ganz unterschiedlich wirkt.

Der Rechner fasst diese Einflüsse zu einem Behaglichkeits-Score zusammen, dessen Nulllinie für den komfortablen Bereich steht, während negative Werte auf zu kühl und positive Werte auf zu warm hindeuten.

So erkennst du, ob ein Aufenthaltsort tatsächlich angenehm bleibt oder ob du mit Kleidung, Schatten oder Wärmequellen nachsteuern solltest. PMV-Komfortskala von sehr kalt bis sehr heiß nach ISO 7730

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Eingaben: Lufttemperatur in Grad Celsius, relative Luftfeuchtigkeit in Prozent, Windgeschwindigkeit in km/h und Aktivitätslevel mit den Stufen sitzend, stehend oder aktiv. Diese Kombination ist wichtig, weil dieselben 22 °C für einen sitzenden Menschen oft komfortabel sind, bei Bewegung im Wind aber bereits anders wirken.

Gute Datenquellen sind Wetter-App, lokale Station oder eine einfache Vor-Ort-Messung. Ein typischer Fehler ist, Innenraum-Situationen mit Außenwind zu vermischen oder Aktivität zu niedrig anzusetzen.

Trage die Windgeschwindigkeit als mittleren Wert ein und nicht als Spitzenböe, weil kurze Böen die dauerhafte Kühlwirkung überzeichnen.

Denke außerdem an die Kleidung: Der behagliche Bereich verschiebt sich deutlich, je nachdem ob du im T-Shirt oder in Jacke und Pullover unterwegs bist.

Die Felder decken Temperaturen von −20 bis 45 °C, relative Feuchten von 5 bis 100 % und Windgeschwindigkeiten von 0 bis 100 km/h ab.

Das Aktivitätslevel kennt genau drei Stufen — sitzend, stehend und aktiv —, und es verschiebt das Ergebnis am stärksten von allen Eingaben.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Berechnung: Der Rechner nutzt einen vereinfachten thermischen Komfort-Ansatz, der Temperatur, Feuchte, Wind und Aktivität zu einem Behaglichkeits-Score zusammenführt. Je nach Aktivitätslevel verschiebt sich die Zieltemperatur, zusätzlich wirken Luftfeuchte und Luftbewegung als Korrekturen.

Beispiel: Bei 23 °C, 45 % relativer Luftfeuchte, 5 km/h Wind und sitzender Aktivität liegt der Score nahe am behaglichen Bereich um null.

Schon kleine Änderungen bei Wind oder Aktivität können den Wert jedoch in Richtung leicht kühl oder leicht warm verschieben.

Der Ansatz orientiert sich am PMV-Gedanken der ISO 7730: Behaglichkeit entsteht dann, wenn die vom Körper erzeugte Wärme und die an die Umgebung abgegebene Wärme im Gleichgewicht stehen.

Aktivität erhöht die Wärmeproduktion und verschiebt die behagliche Zieltemperatur nach unten, Wind verstärkt die Wärmeabgabe über die Haut, und hohe Luftfeuchte bremst die Verdunstung und damit den wichtigsten Kühlmechanismus des Körpers.

Ein Score nahe null steht für dieses Gleichgewicht, negative Werte für ein Wärmedefizit und positive für einen Wärmeüberschuss. Vier Faktoren des thermischen Komforts: Temperatur, Feuchte, Wind, Aktivität

Formelgrafik: Behaglichkeits-Score aus Temperatur, Feuchte, Wind und Aktivitätslevel.
Vereinfachter PMV nach DIN EN ISO 7730. aO und Z hängen vom Aktivitätslevel ab: sitzend aO = 0, Z = 22; stehend aO = 1, Z = 20; aktiv aO = 2,5, Z = 17.

Nachschlagen

Thermischer Komfort nach DIN EN ISO 7730: PMV und PPD-Tabelle

Der PMV (Predicted Mean Vote) beschreibt das mittlere Wärmeempfinden auf einer Skala von -3 (kalt) bis +3 (heiß). PPD gibt den Anteil unzufriedener Personen an.

PMV-Empfinden und PPD (%) nach operativer Temperatur und Aktivität gemäß DIN EN ISO 7730
Operative Temperatur (°C)Sitzend (1,0 met)Leichte Arbeit (1,4 met)Stehend (1,6 met)PPD-Richtwert (%)
18 °Ckalt (-2)kühl (-1)neutral (0)77 % / 26 % / 5 %
20 °Ckühl (-1)neutral (0)leicht warm (+1)26 % / 5 % / 26 %
22 °Cneutral (0)leicht warm (+1)warm (+2)5 % / 26 % / 77 %
24 °Cleicht warm (+1)warm (+2)heiß (+3)26 % / 77 % / 99 %
26 °Cwarm (+2)heiß (+3)heiß (+3)77 % / 99 % / 99 %
28 °Cheiß (+3)heiß (+3)heiß (+3)99 % / 99 % / 99 %

Quelle: DIN EN ISO 7730:2005 (Ergonomie der thermischen Umgebung). Annahmen: Bekleidung 1,0 clo (leicht), rel. Luftgeschwindigkeit 0,1 m/s, Strahlungstemperatur = Lufttemperatur. Komfortbereich: PMV zwischen -0,5 und +0,5, PPD unter 10 %. Empfohlene Raumtemperatur Büro: 20–22 °C. Die PPD-Werte dieser Spalte gehören zu den glatten PMV-Stufen der drei Aktivitätsspalten und sind mit PPD = 100 − 95 · exp(−(0,03353 · PMV⁴ + 0,2179 · PMV²)) gerechnet — derselben Formel, die auch der Rechner verwendet. Weil er den tatsächlichen PMV-Wert einsetzt statt einer gerundeten Stufe, weicht sein PPD von den Tabellenwerten ab; bei PMV −1,09 etwa gibt er 30,0 % aus, während die Stufe PMV −1 hier mit 26 % geführt ist. Bemerkenswert ist der Sockel: Selbst bei PMV 0, also idealem Empfinden, bleiben 5 % Unzufriedene — vollständige Zufriedenheit ist nach der Norm nicht erreichbar.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Thermischer Komfort-Rechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Wann nutze ich den Komfortrechner statt Hitzeindex oder Windchill?

Hitzeindex und Windchill bewerten jeweils nur einen Extrembereich: Der Hitzeindex koppelt hohe Temperatur mit Luftfeuchte, der Windchill greift fachlich erst bei Lufttemperaturen unter etwa 10 Grad Celsius in Verbindung mit spürbarem Wind.

Der thermische Komfortrechner bewertet dagegen die gesamte Behaglichkeit über den ganzen Temperaturbereich und verbindet Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung, Aktivität und Bekleidung zu einem Score.

Sie greifen also zum Komfortrechner, sobald es nicht um reinen Hitze- oder Kältestress geht, sondern um die Frage, ob ein Aufenthalt insgesamt behaglich, grenzwertig oder belastend ist.

Praxisfall: In einem Büro mit wechselnder Belegung zeigt der Rechner, ob eher mehr Luftbewegung oder eine Feuchtekorrektur den größeren Nutzen bringt.

Der PMV-Wert (Predicted Mean Vote) der zugrunde liegenden Norm ISO 7730 reicht von -3 (sehr kalt) bis +3 (sehr heiß), wobei nur der Korridor von -0,5 bis +0,5 als thermisch behaglich gilt.

Im Gegensatz dazu können Windchill und Hitzeindex weder Bekleidungsdämmwert noch individuellen Aktivitätslevel berücksichtigen und taugen damit nicht für differenzierte Behaglichkeitsbewertungen im mittleren Temperaturbereich.

Welche Eingaben beeinflussen den Komfortwert am stärksten?

Den größten Einfluss haben Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung und die Frage, ob Sie sich ruhig aufhalten oder körperlich aktiv sind.

Die Temperatur setzt das Grundniveau, doch hohe Luftfeuchtigkeit bremst die Verdunstung von Schweiß und lässt warme Luft spürbar schwüler wirken, während Wind die Wärmeabgabe der Haut deutlich beschleunigt.

Schon kleine Änderungen bei Luftbewegung oder Aktivität können eine als angenehm empfundene Situation in Richtung belastend verschieben, weil der Körper bei Bewegung deutlich mehr Stoffwechselwärme erzeugt und diese zusätzliche Wärme an die Umgebung abgeben muss.

Deshalb lohnt es sich, diese vier Größen bewusst getrennt zu betrachten, statt nur auf die abgelesene Temperatur zu schauen, die für sich genommen oft trügt.

Wer einzelne Werte verändert, sieht im Behaglichkeits-Score unmittelbar, welcher Faktor im konkreten Fall die größte Wirkung entfaltet.

Bei typischen Bürobedingungen genügt oft eine Erhöhung der Luftbewegung von 0,1 auf 0,3 m/s, um einen grenzwertigen PMV-Wert wieder in den Komfortkorridor von -0,5 bis +0,5 zurückzuführen.

Warum verändern Aktivität und Bekleidung den Komfort so stark?

Der menschliche Körper gibt im Ruhezustand grob 100 Watt Wärme ab, bei körperlicher Arbeit ein Vielfaches davon, und genau diese zusätzliche Stoffwechselwärme muss an die Umgebung abgegeben werden.

Bekleidung wirkt dabei wie eine Dämmschicht: Sie bremst Wärmeabgabe und Luftaustausch und verschiebt die als behaglich empfundene Temperatur nach unten.

Der thermische Komfortrechner erfasst diese Einflüsse über Lufttemperatur, Aktivitätslevel und Kleidungsempfehlung und zeigt dadurch, warum dieselbe Umgebung für eine ruhig sitzende Person noch angenehm, für jemanden bei körperlicher Arbeit aber bereits belastend sein kann.

Wer Aktivität und Bekleidung getrennt variiert, erkennt schnell, welcher dieser beiden Hebel die Behaglichkeit im konkreten Fall stärker steuert.

Nach ISO 7730 verschiebt ein Kleidungswechsel von 0,5 auf 1,0 clo die neutrale operative Temperatur um rund 3 bis 4 Grad Celsius nach unten.

Das erklärt, warum 22 Grad Celsius im klimatisierten Büro für leicht bekleidete Personen noch behaglich und für Anzugträger bereits grenzwertig kühl wirken kann.

Wofür eignet sich der Rechner im Alltag besonders gut?

Der Rechner eignet sich vor allem für Aufenthalts- und Nutzungsfragen in Innenräumen, Veranstaltungsbereichen, Fahrzeugen, Werkstätten sowie für mäßig aktive Outdoor-Situationen.

Überall dort entscheidet nicht ein einzelner Wetterextremwert über das Wohlbefinden, sondern das Zusammenspiel aus Lufttemperatur, relativer Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung und Aktivität.

Er hilft Ihnen, wenn Sie nicht nur Hitze- oder Kältestress, sondern echte Behaglichkeit über einen längeren Aufenthalt einschätzen möchten, etwa für die Planung von Lüftung, Pausenzeiten oder Kleidungsvorgaben.

Gerade bei wechselnder Belegung oder geplanten Veranstaltungen lässt sich so vorab abschätzen, ob eine Situation tragfähig bleibt oder ob Sie aktiv gegensteuern sollten, bevor Unbehagen entsteht.

Für sehr extreme Hitze- oder Kältelagen sind dagegen spezialisierte Werte wie Hitzeindex oder Windchill die treffendere Wahl, weil sie genau diese Randbereiche abbilden.

Innerhalb des normalen Aufenthaltsbereichs liefert der Komfortrechner jedoch die rundere Gesamtaussage.

Nach ASHRAE 55 liegt die optimale operative Temperatur im Büro zwischen 20 und 26 Grad Celsius bei 30 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit — genau dieser Bereich profitiert am meisten von einer differenzierten Komfortbewertung statt einzelner Extremindizes.

Wie vergleiche ich zwei Komfortszenarien sauber?

Ändern Sie pro Berechnung nur einen dominanten Faktor, etwa Luftbewegung, relative Luftfeuchtigkeit oder Aktivität, und halten Sie alle übrigen Eingaben konstant.

So erkennen Sie eindeutig, welcher Hebel die Behaglichkeit tatsächlich kippen lässt, statt mehrere Einflüsse gleichzeitig zu vermischen und am Ende nicht zu wissen, woher die Veränderung kam.

Notieren Sie den Ausgangslauf und den Vergleichslauf mit ihren jeweiligen Komfortklassen, dann wird die Veränderung im Behaglichkeits-Score direkt ablesbar und nachvollziehbar.

Dieses Vorgehen entspricht einem einfachen Ein-Faktor-Test und liefert belastbarere Aussagen als ein Rundumschlag, bei dem Temperatur, Feuchte und Wind in einem Schritt gemeinsam verändert werden.

Wenn Sie mehrere Szenarien vergleichen, arbeiten Sie sich am besten Faktor für Faktor vor und dokumentieren jeden Schritt, damit am Ende klar ist, welche Maßnahme den größten Komfortgewinn bringt.

Ein Sprung des PMV-Werts von -0,5 auf -1,0 durch erhöhte Luftbewegung signalisiert dabei ebenso klar eine Überkorrektur wie ein Anstieg von +0,5 auf +1,0 durch unzureichende Lüftung, sodass der Rechner auch in dieser Szenario-Vergleichslogik verlässliche Zahlenwerte liefert.

Was bedeutet eine Komfortklasse im Ergebnis praktisch?

Die Komfortklasse fasst den Behaglichkeits-Score zusammen mit den eingegebenen Werten zu einer empfundenen Stufe zusammen und zeigt, ob eine Situation noch behaglich, grenzwertig oder klar belastend ist.

Sie übersetzt damit die einzelnen Messgrößen wie Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung in eine Aussage, die sich unmittelbar in konkrete Handlungen umsetzen lässt.

Für die Planung bedeutet eine grenzwertige Klasse, dass Sie Lufttemperatur, Bekleidung oder Aktivitätslevel anpassen sollten, bevor aus leichter Unbequemlichkeit echte Belastung wird.

Die Klasse ersetzt keine medizinische Beurteilung, dient aber als verlässliche Ampel, um frühzeitig gegenzusteuern, etwa durch zusätzliche Lüftung, längere Pausen oder leichtere Kleidung.

Verschiebt sich die Klasse zwischen zwei Läufen, sehen Sie sofort, ob die eben getroffene Maßnahme ausreicht oder ob weitere Anpassungen nötig sind, um wieder in den behaglichen Bereich zu kommen.

Konkret bedeutet ein PMV-Wert außerhalb des Komfortkorridors von -0,5 bis +0,5, dass statistisch mehr als 10 Prozent der Anwesenden die thermische Situation als unangenehm bewerten werden — ein Schwellwert, den die Norm ISO 7730 als Grenze für akzeptable Bedingungen definiert.

Wo liegen die Grenzen des Modells?

Der thermische Komfortrechner bildet typische Einflussgrößen wie Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit ab, aber nicht jede Besonderheit einer realen Umgebung.

Direkte Sonneneinstrahlung, Wärmestrahlung von Maschinen oder warmen Flächen, individuelle Empfindlichkeit sowie stark dynamische Bedingungen können dazu führen, dass die tatsächliche Wahrnehmung vom berechneten Behaglichkeits-Score abweicht.

Auch Faktoren wie Akklimatisierung, Gesundheitszustand, Alter oder Flüssigkeitshaushalt bleiben außen vor, weil sie sich nicht aus reinen Wetterdaten ableiten lassen.

Das Modell liefert deshalb eine fundierte Orientierung für typische Aufenthaltssituationen, ersetzt aber bei kritischen oder ungewöhnlichen Bedingungen keine Messung vor Ort und keine fachliche Einzelfallbeurteilung.

Behandeln Sie das Ergebnis als gut begründete Richtgröße und gleichen Sie es bei wichtigen Entscheidungen mit der tatsächlichen Wahrnehmung der anwesenden Personen ab.

Der PMV-Index nach ISO 7730 setzt eine mittlere Strahlungstemperatur voraus, die typischerweise aus der operativen Temperatur approximiert wird — bei direkter Sonneneinstrahlung oder heißen Oberflächen kann die tatsächliche Strahlungstemperatur aber um 10 bis 20 Grad Celsius über der Lufttemperatur liegen und den PMV-Wert dadurch erheblich nach oben verschieben.

Wann sollte ich Messwerte vor Ort zusätzlich prüfen?

Prüfen Sie Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit immer dann vor Ort, wenn die realen Bedingungen stark von Ihren Eingaben abweichen können, etwa bei direkter Sonne, Maschinen- oder Abwärme, Zugluft oder dichter Belegung eines Raumes.

Solche lokalen Effekte heben den empfundenen Wärmestress oft deutlich über das an, was eine einzelne Wetterstation oder ein grober Schätzwert vermuten lässt.

Ein kurzer Ortscheck mit Thermometer und Feuchtemessgerät verhindert, dass ein formal plausibler Behaglichkeits-Score an der Praxis vorbeigeht und falsche Sicherheit erzeugt.

Gerade vor längeren Aufenthalten, Veranstaltungen oder Arbeiten unter Last lohnt sich diese Gegenkontrolle, weil schon wenige Grad Unterschied oder spürbare Zugluft die Komfortklasse merklich verschieben können.

Wiederholen Sie die Messung an verschiedenen Stellen des Raumes, da sich Temperatur und Feuchte zwischen Fenster, Wand und Raummitte deutlich unterscheiden.

Für eine valide Beurteilung nach ISO 7730 sollte die Luftgeschwindigkeit in Aufenthaltshöhe mit einem Anemometer gemessen werden, da Zugluft schon bei 0,2 m/s in Kombination mit 20 Grad Celsius einen PMV-Wert unterhalb des Komfortkorridors erzeugen kann.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

In der Praxis bedeutet das Ergebnis: Ein behaglicher Score spricht für stabile Alltagsbedingungen, ein negativer Wert eher für zusätzliche Schichten oder windgeschützte Plätze, ein positiver Wert eher für leichtere Kleidung, Pausen und mehr Flüssigkeit. Für die Einordnung zählt immer auch die geplante Aktivität.

Wenn der Rechner warm oder sehr warm zeigt, ist die nächste Entscheidung oft nicht nur Kleidung, sondern Aufenthaltsdauer, Schatten und Belastungsintensität.

Praxisbeispiel: Büroarbeitsplatz, 24 °C, 50 % relative Feuchte, 0,1 m/s Luftbewegung, sitzende Tätigkeit — der Komfort-Score liegt bei rund +1,1 und damit bereits im leicht warmen Bereich: Wer die Klimaanlage auf 22 °C stellt, holt den Score auf nahezu null in den behaglichen Bereich zurück.

Für stehende Arbeit bewertet der Rechner dieselben 22 °C dagegen schon wieder als leicht warm (Score rund +1,6), weil der Körper im Stehen mehr Eigenwärme erzeugt; sehr kühl eingestellte Räume wiederum werden bei sitzender Schreibtischtätigkeit schnell als zu kalt empfunden.

Für Außensituationen mit Wind und Kälte ist der Windchill-Rechner das gezieltere Werkzeug; bei schwüler Hitze liefert der Hitzeindex-Rechner die Belastungseinordnung. Ob Schwüle droht, erkennst du zuverlässig am Taupunkt.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ein Outdoor-Café prüft, ob die Terrasse an einem Septembertag mit 19 °C Lufttemperatur, 55 % relativer Luftfeuchtigkeit und 12 km/h Wind für sitzende Gäste noch behaglich ist.

Der Betreiber gibt alle Werte in den thermischen Komfort-Rechner ein und wählt das Aktivitätslevel sitzend.

Rechenweg: Bei sitzender Aktivität liegt die behagliche Zieltemperatur höher als bei Bewegung, weil kaum Körperwärme erzeugt wird; die moderate Luftfeuchtigkeit wirkt neutral, der Wind von 12 km/h kühlt die Haut jedoch spürbar, sodass der Behaglichkeits-Score mit rund −2,3 deutlich unter die Nulllinie rutscht und der Rechner die Stufe kalt ausweist.

Ergebnis: Für ruhig sitzende Gäste fehlt es klar an Wärme, obwohl 19 °C zunächst angenehm klingen. Die Entscheidung: Der Betreiber stellt Wärmestrahler bereit und ordert leichte Decken für die Abendstunden, anstatt auf spontane Beschwerden zu warten.

Hätte er das Aktivitätslevel auf aktiv gestellt, kippte der Score mit rund +1,8 sogar auf die warme Seite in den leicht warmen Bereich, weil die Eigenwärme der Bewegung die Windkühlung mehr als ausgleicht.

Wie stark die Tätigkeit den Wohlfühlbereich verschiebt, rechnet der Rechner selbst vor — jeweils bei 50 % Feuchte und Windstille: sitzend 20,6 bis 23,4 °C, stehend 17,6 bis 20,4 °C und aktiv nur noch 13,1 bis 15,9 °C.

Wer bei 21 °C und leichtem Zug von 8 km/h körperlich arbeitet, landet deshalb schon bei Score 3,1 und der Stufe „Warm“, während dieselben 21 °C im Sitzen als behaglich gelten. Terrassencafe: 19 °C + 12 km/h Wind ergibt Stufe kalt fuer sitzende Gaeste

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der erste typische Fehler beim thermischen Komfort-Rechner ist das Ignorieren des Aktivitätslevels: Wer eine aktive Tätigkeit als sitzend einträgt, blendet die selbst erzeugte Körperwärme aus und verschiebt den Behaglichkeits-Score in eine zu kühle Richtung. Der zweite Fehler ist das Gleichsetzen von Komfort mit einer universellen Wohlfühltemperatur, obwohl Behaglichkeit immer aus dem Zusammenspiel von Lufttemperatur, relativer Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Aktivität entsteht.

Der dritte Fehler ist das Eintragen von Windwerten, die nur in kurzen Böen auftreten, statt der mittleren Windgeschwindigkeit, was die kühlende Wirkung auf die Haut überzeichnet.

Ebenfalls häufig wird übersehen, dass derselbe Score für sitzende Büroarbeit etwas anderes bedeutet als für Gehen, Warten oder moderate Bewegung. Komfort ist daher kein absoluter Wert, sondern immer eine Einordnung im Kontext.

Ebenfalls unterschätzt wird die Rolle der Kleidung: Derselbe Score fühlt sich im T-Shirt völlig anders an als mit Jacke, weshalb das Ergebnis stets zusammen mit der geplanten Bekleidung gelesen werden sollte.

Wichtig zur Einordnung: Dieser Rechner bildet nicht das PMV-Modell nach ISO 7730 nach, sondern eine bewusst vereinfachte Punktbewertung mit festen Gewichten — Aktivität schlägt mit 0, 1 oder 2,5 K zu Buche, jedes Prozent Feuchte über 50 % mit 0,05 K und jeder km/h Wind mit −0,12 K.

Den Score begrenzt er zudem auf ±5.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Thermischer-Komfort-Rechner kombiniert Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Aktivitätslevel zu einem Behaglichkeits-Score für Alltag und Freizeit und zeigt damit, ob der geplante Aufenthalt im Freien noch komfortabel bleibt oder Kleidung, Schatten oder Wärmequellen sinnvoll sind.

Weil Bewegung Körperwärme erzeugt, Wind die Haut kühlt und hohe Luftfeuchte die Schweißverdunstung bremst, sagt allein die gemessene Temperatur wenig über die tatsächliche Behaglichkeit aus.

Gib die geplante Wetterlage und das Aktivitätsniveau ein und entscheide, welche Anpassungen für Terrassenveranstaltung, Sport oder Außenarbeitsplatz konkret sinnvoll sind.

Für das gezielte Berechnen der gefühlten Temperatur bei Kälte und Wind nutze den Windchill-Rechner; bei heißem und schwerem Wetter zeigt der Hitzeindex-Rechner die Belastungsstufe. Den kombinierten Überblick bietet der Gefühlte-Temperatur-Rechner, den Taupunkt als Schwüle-Signal der Taupunkt-Rechner.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Behaglichkeits-Score (PMV): 1,6 | Empfundene Stufe: Leicht warm | Unzufriedene (PPD): 53,9 % | Kleidungsempfehlung: Leichte, luftige Kleidung und regelmäßig trinken

Joggen am frühen Morgen

Lufttemperatur
18
Relative Luftfeuchtigkeit
60
Windgeschwindigkeit
10
Aktivitätslevel
aktiv

Beispiel 2 · Mittel · Behaglichkeits-Score (PMV): -5 | Empfundene Stufe: Sehr kalt | Unzufriedene (PPD): 100 % | Kleidungsempfehlung: Warme Schichten, lange Kleidung und je nach Umgebung winddichte Außenschicht nutzen

Komforttemperatur von 9,5 Grad einordnen

Lufttemperatur
9,5
Relative Luftfeuchtigkeit
50
Windgeschwindigkeit
8
Aktivitätslevel
sitzend

Beispiel 3 · Komplex · Behaglichkeits-Score (PMV): 2,4 | Empfundene Stufe: Warm | Unzufriedene (PPD): 92,1 % | Kleidungsempfehlung: Sehr leichte Kleidung, direkte Sonne meiden, aktiv kühlen und Flüssigkeit erhöhen

Warmer Bürotag im Stehen

Lufttemperatur
24
Relative Luftfeuchtigkeit
45
Windgeschwindigkeit
3
Aktivitätslevel
stehend

Weiterführende Rechner und Themen

Alle Anschlussrechner und Vertiefungen in einem klaren Modul, damit du direkt zur nächsten sinnvollen Berechnung springen kannst.

TaupunktTaupunkt-Temperatur aus Lufttemperatur und relativer Luftfeuchtigkeit mit Magnus-Formel berechnen – inklusive Komfortbewertung.Windchill-RechnerGefuehlte Temperatur bei Wind und Kaelte nach offizieller JAG/TI-Formel berechnen, inklusive Erfrierungsrisiko und Schutzkleidungsempfehlung.Hitzeindex-RechnerGefuehlte Hitze bei hoher Luftfeuchtigkeit mit Rothfusz-Formel berechnen, inklusive Gesundheitsrisiko und Verhaltensempfehlung.Gewitterentfernung-RechnerAbstand eines Gewitters aus Blitz und Donner berechnen – mit Timer und Sicherheitseinordnung.Feuchtkugel-RechnerFeuchtkugeltemperatur berechnen und daraus Luftfeuchtigkeit, Taupunkt und Kühlgrenztemperatur ermitteln – mit Psychrometer-Ansatz.Verdunstungskühlungs-RechnerKühleffekt der Verdunstung berechnen: erreichbare Abkühlung und Feuchtkugeltemperatur aus Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Wirkungsgrad.Luftfeuchtigkeit-UmrechnerRelative in absolute Luftfeuchtigkeit und umgekehrt umrechnen – inklusive Sättigungsdampfdruck und maximal möglicher Feuchte.Absolute LuftfeuchtigkeitAbsolute Luftfeuchtigkeit, Taupunkt und Sättigungsabstand aus Temperatur und relativer Feuchte berechnen – inkl. Erklärung trockener Heizungsluft.RegenmengeRegenhöhe, Liter pro Quadratmeter und Gesamtregenmenge auf einer Fläche umrechnen – inklusive Einordnung der Intensität.Schneefall-RechnerSchneehoehe in Wasseraequivalent umrechnen und Schneelast berechnen: Gewicht pro Quadratmeter sowie Gesamtgewicht für eine Flaeche nach Schneeart.UV-Index & HautschutzzeitUV-Index, Eigenschutzzeit und Schutzzeit mit LSF für verschiedene Hauttypen und Aktivitäten berechnen.Tornado-Windgeschwindigkeits-RechnerWindgeschwindigkeit auf der Erweiterten Fujita-Skala (EF0 bis EF5) einordnen und typische Schaeden sowie Verhaltensempfehlungen bei Tornadostaerke erhalten.Beaufort-Skala-RechnerWindgeschwindigkeit zwischen km/h, m/s, Knoten und Beaufort umrechnen – mit Windstaerke, Bezeichnung und Auswirkungen an Land und auf See.Windrichtungs-UmrechnerWindrichtungen zwischen Gradangaben und Himmelsrichtungen umrechnen – mit Richtungssektor und Beschreibung, woher der Wind kommt.Windenergie-Ertrag-RechnerTheoretische Leistung und Jahresertrag einer kleinen Windkraftanlage aus Rotordurchmesser, Windgeschwindigkeit und Wirkungsgrad berechnen.

Weiternutzung

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  • Diagramm mit vier Einflussfaktoren, die den thermischen Komfort bestimmen: Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Aktivitätslevel, alle auf den zentralen Komfort-Score gerichtet.

    Vier Faktoren des thermischen Komforts

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/wetter-klima/gefuehlte-temperatur/thermischer-komfort-rechner
  • Horizontale Skala des PMV-Werts von −3 bis +3 mit sieben Stufen: Sehr kalt, Kühl, Leicht kühl, Behaglich, Leicht warm, Warm, Sehr heiß. Der behagliche Bereich (−0,5 bis +0,5) ist hervorgehoben.

    PMV-Komfortskala nach ISO 7730

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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/wetter-klima/gefuehlte-temperatur/thermischer-komfort-rechner">PMV-Komfortskala nach ISO 7730 auf Rechner-Portal</a></p>

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  • Eingabeparameter und Komfortskala für ein Outdoor-Café im September mit Entscheidung zu Wärmestrahlern und Decken

    Terrassencafé: 19 °C + 12 km/h Wind ergibt Stufe kalt für sitzende Gäste

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  • Infografik: Thermischer Komfort: PMV-Skala (ISO 7730), PREDICTED MEAN VOTE (PMV) — EMPFINDUNG — PPD, kalt, kühl, leicht kühl, neutral, leicht warm, warm

    Thermischer Komfort-Rechner Pmv

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/wetter-klima/gefuehlte-temperatur/thermischer-komfort-rechner

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Quelle: Vereinfachter thermischer Komfort-Ansatz auf Basis Temperatur, Feuchte, Wind und Aktivität.

Stand: 2026-09-12

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
12. September 2026
Fachbereich
Wetter und Klima / Gefühlte Temperatur
Formeln basieren auf
Dokumentierte Rechenlogik mit Plausibilitäts- und Vergleichscheck
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Thermischer Komfort-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/wetter-klima/gefuehlte-temperatur/thermischer-komfort-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Thermischer Komfort-Rechner. Available at: https://rechner-portal.de/wetter-klima/gefuehlte-temperatur/thermischer-komfort-rechner

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