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Binomialverteilung-Rechner: Wahrscheinlichkeiten berechnen 2026

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Kurzantwort

Binomialverteilung: Gib Versuchsanzahl n, Erfolgswahrscheinlichkeit p und Trefferzahl k ein und erhalte P(X=k), P(X≤k) und P(X≥k) sowie Erwartungswert, Varianz und Standardabweichung.

Binomialverteilung berechnen: P(X=k), P(X≤k), P(X≥k) für Bernoulli-Ketten mit n Versuchen...

Kilian AchatzFachredaktion Mathematik
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Sept. 2026)Stand:

Überblick

Was berechnet der Binomialverteilung-Rechner?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Die Binomialverteilung beschreibt die Wahrscheinlichkeit, bei einer festen Anzahl unabhängiger Versuche mit jeweils gleicher Erfolgswahrscheinlichkeit genau k Erfolge zu beobachten. Das zugrunde liegende Modell ist die Bernoulli-Kette: Jeder Einzelversuch hat exakt zwei Ausgänge — Erfolg mit Wahrscheinlichkeit p und Misserfolg mit Wahrscheinlichkeit 1 - p —, und die Versuche beeinflussen einander nicht.

Typische Anwendungen sind Qualitätskontrollen (wie viele Teile einer Stichprobe sind fehlerhaft), medizinische Studien (wie viele Patienten sprechen auf eine Behandlung an) und Umfragen (wie viele Befragte stimmen zu).

Der Rechner berechnet die Einzelwahrscheinlichkeit P(X=k), die kumulativen Wahrscheinlichkeiten P(X<=k) und P(X>=k) sowie Erwartungswert E(X), Varianz Var(X) und Standardabweichung sigma.

Damit lässt sich nicht nur die Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Ergebnisses ermitteln, sondern auch der typische Schwankungsbereich der Binomialverteilung einordnen.

Voraussetzung für die korrekte Anwendung ist, dass alle Versuche unabhängig sind, die Erfolgswahrscheinlichkeit p bei jedem Versuch gleich bleibt und die Versuchsanzahl n im Voraus feststeht.

Sind diese Bedingungen verletzt, etwa bei Ziehungen ohne Zurücklegen aus kleinen Grundgesamtheiten, liefert die hypergeometrische Verteilung die passendere Modellierung.

Der Binomialkoeffizient C(n,k), der die Anzahl der möglichen Anordnungen von k Erfolgen in n Versuchen zählt, bildet den kombinatorischen Kern der Formel. Eine fundierte Einführung in diskrete Wahrscheinlichkeitsverteilungen bietet Serlo Mathematik.

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Der Rechner benötigt drei Eingaben. n ist die Anzahl der Versuche in der Bernoulli-Kette und muss eine positive ganze Zahl sein. p ist die Erfolgswahrscheinlichkeit pro Einzelversuch und liegt zwischen 0 und 1. k ist die gesuchte Anzahl der Erfolge und muss im Bereich von 0 bis n liegen.

Die Voreinstellungen n = 10, p = 0,5 und k = 3 entsprechen dem Münzwurf-Modell: zehn Würfe mit jeweils 50 % Erfolgschance und der Frage nach genau drei Treffern.

Typische Eingabefehler sind ein k, das größer als n ist, eine Wahrscheinlichkeit p außerhalb des Intervalls [0, 1] und die Verwechslung von p mit dem Prozentwert, also 50 statt 0,5.

Achte darauf, dass n und k ganzzahlig bleiben, da der Binomialkoeffizient C(n,k) nur für natürliche Zahlen definiert ist.

Bei großen n arbeitet der Rechner intern mit dem logarithmierten Binomialkoeffizienten, um numerische Überläufe zu vermeiden, sodass auch Versuchsanzahlen im dreistelligen Bereich stabil berechnet werden.

Verwende für die Eingabe von p einen Punkt als Dezimaltrennzeichen, falls das Komma als Listentrennzeichen interpretiert wird, und prüfe, ob der angezeigte Wert dem beabsichtigten entspricht.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Die Einzelwahrscheinlichkeit der Binomialverteilung lautet P(X=k) = C(n,k) * p^k * (1-p)^(n-k). Der Binomialkoeffizient C(n,k) = n!

/ (k! * (n-k)!) zählt die Anzahl der Möglichkeiten, aus n Versuchen genau k Erfolge auszuwählen, unabhängig von deren Reihenfolge. Für die Standardwerte n = 10, p = 0,5 und k = 3 ergibt sich folgender Rechenweg: C(10,3) = 10! / (3! * 7!) = 120.

Bei p = 0,5 gilt p^k * (1-p)^(n-k) = 0,5^10 = 1/1024 für jeden Wert von k, sodass P(X=3) = 120 / 1024 = 0,117188. Die kumulative Wahrscheinlichkeit P(X<=3) summiert die Einzelwahrscheinlichkeiten von i = 0 bis 3.

Die Binomialkoeffizienten C(10,0) = 1, C(10,1) = 10, C(10,2) = 45 und C(10,3) = 120 ergeben in der Summe 176, also P(X<=3) = 176 / 1024 = 0,171875.

Die Gegenwahrscheinlichkeit berechnet sich als P(X>=k) = 1 - P(X<=k-1), hier P(X>=3) = 1 - 56/1024 = 968/1024 = 0,945313. Der Erwartungswert E(X) = n * p = 10 * 0,5 = 5 gibt den im Mittel erwarteten Wert der Bernoulli-Kette an.

Die Varianz Var(X) = n * p * (1-p) = 10 * 0,5 * 0,5 = 2,5 beschreibt die quadratische Streuung, und die Standardabweichung sigma = sqrt(2,5) = 1,5811 liefert die Streuung in derselben Einheit wie k.

Zusammen bilden diese drei Kennzahlen das vollständige Profil einer binomialverteilten Zufallsvariable und erlauben eine schnelle Einordnung, ob ein beobachtetes k innerhalb der typischen Schwankungsbreite liegt.

Nachschlagen

Binomialverteilung B(10; 0,5): Wahrscheinlichkeitstabelle

Tabelle aller Einzelwahrscheinlichkeiten P(X = k), kumulierten Wahrscheinlichkeiten P(X ≤ k) und Gegenwahrscheinlichkeiten P(X ≥ k) fuer n = 10 Versuche mit Erfolgswahrscheinlichkeit p = 0,5 (z. B. 10 Muenzwuerfe).

Binomialverteilung B(10; 0,5) – Einzel-, kumulierte und Gegenwahrscheinlichkeit fuer k = 0 bis 10
k (Erfolge)P(X = k)P(X ≤ k)P(X ≥ k)
00,0009770,0009771,000000
10,0097660,0107420,999023
20,0439450,0546880,989258
30,1171880,1718750,945313
40,2050780,3769530,828125
50,2460940,6230470,623047
60,2050780,8281250,376953
70,1171880,9453130,171875
80,0439450,9892580,054687
90,0097660,9990230,010742
100,0009771,0000000,000977

Quelle: Binomialformel P(X = k) = C(n, k) · p^k · (1−p)^(n−k). Erwartungswert E(X) = n · p = 5, Varianz Var(X) = n · p · (1−p) = 2,5, Standardabweichung σ ≈ 1,5811. Die Verteilung ist symmetrisch, da p = 0,5.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Binomialverteilung

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist die Binomialverteilung?

Die Binomialverteilung beschreibt die Wahrscheinlichkeit, bei n unabhängigen Versuchen mit jeweils derselben Erfolgswahrscheinlichkeit p genau k Erfolge zu erzielen.

Jeder einzelne Versuch hat nur zwei mögliche Ausgänge: Erfolg (mit Wahrscheinlichkeit p) oder Misserfolg (mit Wahrscheinlichkeit 1 − p). Dieses Modell heißt Bernoulli-Experiment.

Die Binomialverteilung fasst n solcher Bernoulli-Versuche zusammen und gibt an, wie wahrscheinlich jede mögliche Anzahl von Erfolgen von 0 bis n ist.

Klassisches Beispiel: Bei n = 10 Münzwürfen mit p = 0,5 beträgt die Wahrscheinlichkeit für genau k = 3 Mal Kopf P(X = 3) = 0,117188. Das bedeutet, in etwa 11,7 % aller Zehnerserien fällt genau dreimal Kopf.

Voraussetzungen sind: feste Versuchsanzahl n, konstante Erfolgswahrscheinlichkeit p, Unabhängigkeit der Einzelversuche und genau zwei mögliche Ergebnisse pro Versuch.

Sind diese Bedingungen erfüllt, liefert die Binomialverteilung exakte Wahrscheinlichkeiten für jede Trefferzahl.

Wie berechnet man P(X = k) bei der Binomialverteilung?

Die Formel lautet P(X = k) = C(n, k) · p^k · (1 − p)^(n − k). Dabei ist C(n, k) der Binomialkoeffizient „n über k“, also n! / (k! · (n − k)!). Er zählt, auf wie viele Arten man k Erfolge auf n Versuche verteilen kann.

Konkret für n = 10, p = 0,5 und k = 3: C(10, 3) = 120. Dann p^3 = 0,125 und (1 − 0,5)^7 = 0,0078125. Multipliziert ergibt das 120 · 0,125 · 0,0078125 = 0,117188.

Das ist die Punktwahrscheinlichkeit, bei zehn fairen Münzwürfen exakt dreimal Kopf zu erhalten.

Schritt für Schritt: Zuerst den Binomialkoeffizienten berechnen, dann die Erfolgswahrscheinlichkeit potenzieren, anschließend die Gegenwahrscheinlichkeit potenzieren und alle drei Faktoren multiplizieren.

Bei großen n und k wird der Binomialkoeffizient sehr groß, weshalb Rechner intern oft mit Logarithmen arbeiten, um Überläufe zu vermeiden. Die Formel setzt voraus, dass k ganzzahlig ist und zwischen 0 und n liegt.

Was bedeuten P(X ≤ k) und P(X ≥ k)?

P(X ≤ k) ist die kumulative Wahrscheinlichkeit, höchstens k Erfolge zu erzielen. Sie ergibt sich als Summe aller Einzelwahrscheinlichkeiten P(X = 0) + P(X = 1) + … + P(X = k).

Für n = 10, p = 0,5 und k = 3 beträgt P(X ≤ 3) = 0,171875, also rund 17,2 %. Das heißt: In etwa jeder sechsten Zehner-Münzwurfserie fallen höchstens drei Mal Kopf. P(X ≥ k) ist die Gegenrichtung: die Wahrscheinlichkeit für mindestens k Erfolge.

Sie berechnet sich als P(X = k) + P(X = k + 1) + … + P(X = n) oder äquivalent als 1 − P(X ≤ k − 1). Im Beispiel ergibt sich P(X ≥ 3) = 0,945313, also 94,5 %. Mindestens drei Treffer bei zehn fairen Würfen sind somit sehr wahrscheinlich.

Diese kumulativen Werte sind in der Praxis häufig wichtiger als die Punktwahrscheinlichkeit, etwa bei Qualitätskontrollen, wo man wissen möchte, mit welcher Wahrscheinlichkeit höchstens zwei fehlerhafte Teile in einer Stichprobe auftreten.

Was sind Erwartungswert und Varianz der Binomialverteilung?

Der Erwartungswert E(X) gibt den durchschnittlichen Wert der Trefferzahl über viele Wiederholungen an und berechnet sich als E(X) = n · p. Die Varianz Var(X) misst die Streuung um diesen Erwartungswert: Var(X) = n · p · (1 − p).

Die Standardabweichung σ ist die Wurzel der Varianz: σ = √(n · p · (1 − p)). Für die Standardwerte n = 10 und p = 0,5 ergibt sich E(X) = 10 · 0,5 = 5, Var(X) = 10 · 0,5 · 0,5 = 2,5 und σ = √2,5 ≈ 1,5811.

Das bedeutet: Im Durchschnitt erwartet man 5 Erfolge, und die tatsächliche Trefferzahl schwankt typischerweise um etwa 1,58 Treffer um diesen Mittelwert. Die Varianz ist maximal, wenn p = 0,5 gilt, weil dann die Unsicherheit am größten ist.

Je näher p an 0 oder 1 liegt, desto kleiner wird die Streuung. Praktisch nutzt man Erwartungswert und Standardabweichung, um schnell abzuschätzen, in welchem Bereich die meisten Ergebnisse liegen – nämlich typischerweise innerhalb von E(X) ± 2σ.

Wann darf man die Binomialverteilung durch die Normalverteilung annähern?

Die Normalapproximation ist zulässig, wenn n groß genug ist und p nicht zu nah an 0 oder 1 liegt. Als Faustregel gilt: n · p ≥ 5 und n · (1 − p) ≥ 5.

Dann lässt sich die Binomialverteilung B(n, p) annähernd durch eine Normalverteilung N(μ, σ²) mit μ = n · p und σ² = n · p · (1 − p) ersetzen.

Beispiel: Bei n = 100 und p = 0,3 ist n · p = 30 und n · (1 − p) = 70, beide über 5, also ist die Näherung gut. Man rechnet mit μ = 30 und σ = √21 ≈ 4,58.

Für genauere Ergebnisse wendet man die Stetigkeitskorrektur an: P(X ≤ k) wird zu P(Z ≤ (k + 0,5 − μ) / σ). Ohne Korrektur verschiebt sich die Näherung um bis zu einen halben Punkt.

Bei kleinem n (unter 20) oder extremem p (unter 0,05 oder über 0,95) ist die Normalapproximation zu ungenau, und man sollte die exakte Binomialformel oder den Rechner verwenden.

Die Approximation spart Rechenaufwand, wenn man mit Tabellen der Standardnormalverteilung arbeitet.

Was ist der Unterschied zwischen Binomialverteilung und hypergeometrischer Verteilung?

Beide Verteilungen zählen Erfolge in einer Stichprobe, unterscheiden sich aber im Ziehungsverfahren. Die Binomialverteilung setzt Ziehen mit Zurücklegen voraus: Nach jedem Versuch bleibt die Erfolgswahrscheinlichkeit p konstant.

Die hypergeometrische Verteilung beschreibt Ziehen ohne Zurücklegen aus einer endlichen Grundgesamtheit: Jede Entnahme verändert die Zusammensetzung der verbleibenden Elemente. Beispiel: In einer Urne liegen 50 Kugeln, davon 20 rote.

Zieht man 10 Kugeln mit Zurücklegen, gilt B(10; 0,4). Zieht man ohne Zurücklegen, nutzt man die hypergeometrische Verteilung mit den Parametern N = 50, K = 20, n = 10.

Die Erwartungswerte sind gleich (E = 4), aber die Varianz ist bei der hypergeometrischen Verteilung etwas kleiner, weil die Stichprobe die Grundgesamtheit einschränkt.

Wenn die Grundgesamtheit N viel größer als die Stichprobe n ist (Faustregel: n < N/20), nähern sich beide Verteilungen einander an, und man darf die einfachere Binomialverteilung verwenden.

Was passiert bei großem n mit der Binomialverteilung?

Mit steigendem n wird die Binomialverteilung breiter und glätter. Der Erwartungswert E(X) = n · p wächst linear, die Standardabweichung σ = √(n · p · (1 − p)) wächst mit √n. Deshalb nimmt die relative Streuung σ/E = √((1 − p) / (n · p)) ab.

Bei n = 10 und p = 0,5 ist σ/E = 0,316 (31,6 %), bei n = 100 nur noch 0,1 (10 %), bei n = 1.000 nur 0,0316 (3,2 %). Die Trefferzahl konzentriert sich also relativ immer stärker um den Erwartungswert – das ist das Gesetz der großen Zahlen.

Gleichzeitig nähert sich die Form der Verteilung einer Glockenkurve an (Zentraler Grenzwertsatz), was die Normalapproximation ermöglicht.

Numerisch wird die Berechnung bei großem n anspruchsvoll, weil der Binomialkoeffizient C(n, k) astronomisch groß wird: C(1.000, 500) hat über 299 Stellen.

Rechner umgehen das, indem sie mit logarithmierten Fakultäten oder der Stirling-Näherung arbeiten. In der Praxis treten große n etwa bei Umfragen, industriellen Stichprobenprüfungen oder Simulationen auf.

Welche typischen Anwendungsbeispiele hat die Binomialverteilung?

Die Binomialverteilung taucht überall auf, wo ein Ja-Nein-Experiment wiederholt wird. Qualitätskontrolle: Ein Hersteller prüft n = 50 Bauteile mit einer Fehlerquote von p = 0,02.

Die Wahrscheinlichkeit, höchstens 1 fehlerhaftes Teil zu finden, ist P(X ≤ 1) ≈ 0,7358. Medizin: Ein Medikament wirkt mit p = 0,8. Bei n = 20 Patienten beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens 18 ansprechen, P(X ≥ 18) ≈ 0,2061.

Marketing: Eine Werbekampagne hat eine Konversionsrate von p = 0,03. Bei n = 200 Kontakten erwartet man E = 6 Konversionen mit σ ≈ 2,41. Biologie: Bei einem Kreuzungsversuch ist p = 0,25 für ein rezessives Merkmal.

Unter n = 12 Nachkommen beträgt die Wahrscheinlichkeit für genau 3 Träger P(X = 3) ≈ 0,2581.

Bildung: In einem Multiple-Choice-Test mit 4 Optionen (p = 0,25) und n = 20 Fragen liegt die Wahrscheinlichkeit, rein durch Raten mindestens 10 richtig zu beantworten, bei P(X ≥ 10) ≈ 0,0139 – also unter 1,4 %.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Die Normalapproximation ersetzt die exakte Binomialverteilung durch eine Normalverteilung mit denselben Kennzahlen und spart Rechenaufwand bei großem n. Die Faustregel lautet: Ist n * p * (1-p) > 9, approximiert die Normalverteilung N(n*p, n*p*(1-p)) die Binomialverteilung hinreichend genau.

Bei der Normalapproximation empfiehlt sich zusätzlich die Stetigkeitskorrektur: Statt P(X<=k) wird Phi((k + 0,5 - n*p) / sqrt(n*p*(1-p))) verwendet, was die Genauigkeit der Näherung spürbar verbessert.

Bei n = 10 und p = 0,5 ist n * p * (1-p) = 2,5, also weit unter der Schwelle — hier bleibt die exakte Berechnung über den Binomialkoeffizienten notwendig.

Für seltene Ereignisse mit kleinem p und großem n bietet die Poisson-Approximation eine Alternative: Ist n * p < 10 bei gleichzeitig großem n, nähert die Poisson-Verteilung mit lambda = n * p die Binomialverteilung gut an.

Der Erwartungswert E(X) = n * p dient als schneller Plausibilitätscheck. Liegt das beobachtete k mehr als zwei Standardabweichungen vom Erwartungswert entfernt, also außerhalb von E(X) +/- 2 * sigma, gehört es zu den seltenen 5 % der Verteilung.

Bei den Standardwerten bedeutet das: Ergebnisse unter 5 - 2 * 1,5811 = 1,84 oder über 5 + 2 * 1,5811 = 8,16 sind auffällig. Ein beobachtetes k von 3 liegt innerhalb dieses Bereichs und ist bei zehn fairen Münzwürfen nicht ungewöhnlich.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Praxisfall Qualitätskontrolle: Ein Hersteller weiß aus Erfahrung, dass 30 % seiner Bauteile eine bestimmte Eigenschaft aufweisen.

Aus einer Charge werden n = 20 Teile zufällig mit Zurücklegen gezogen, und die Frage lautet: Wie wahrscheinlich ist es, dass genau k = 5 Teile diese Eigenschaft besitzen? Der Binomialkoeffizient C(20,5) = 20! / (5! * 15!) = 15504.

Die Einzelwahrscheinlichkeit P(X=5) = 15504 * 0,3^5 * 0,7^15 = 0,178863. Die kumulative Wahrscheinlichkeit P(X<=5) = 0,416371 zeigt, dass in rund 41,6 % der Fälle höchstens 5 Teile die Eigenschaft aufweisen.

P(X>=5) = 0,762492 bedeutet, dass in rund 76,2 % aller Stichproben mindestens 5 Teile betroffen sind. Der Erwartungswert E(X) = 20 * 0,3 = 6 gibt an, dass im Mittel 6 von 20 Teilen die Eigenschaft zeigen.

Die Varianz Var(X) = 20 * 0,3 * 0,7 = 4,2 und die Standardabweichung sigma = sqrt(4,2) = 2,0494 beschreiben die Streuung um diesen Erwartungswert.

Das beobachtete k = 5 liegt weniger als eine Standardabweichung unter dem Erwartungswert und ist damit unauffällig.

Für die betriebliche Entscheidung bedeutet das: Werden in der Stichprobe 5 statt der erwarteten 6 Teile gefunden, ist das kein Anlass für eine Prozessanpassung, weil die Abweichung innerhalb der normalen Schwankungsbreite der Binomialverteilung liegt.

Erst ein Ergebnis außerhalb von E(X) +/- 2 * sigma, also unter 1,9 oder über 10,1, würde eine systematische Veränderung signalisieren und eine Ursachenanalyse rechtfertigen.

Die Normalapproximation wäre hier mit n * p * (1-p) = 4,2 noch nicht anwendbar, sodass die exakte Binomialrechnung die richtige Wahl bleibt.

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Fehler ist die Anwendung der Binomialverteilung auf Ziehungen ohne Zurücklegen, etwa wenn aus 20 Teilen 5 geprüft werden. Ohne Zurücklegen ändert sich die Erfolgswahrscheinlichkeit nach jeder Ziehung, was die Unabhängigkeitsannahme der Bernoulli-Kette verletzt — die hypergeometrische Verteilung liefert dann das korrekte Ergebnis.

Ein zweiter Fehler ist die Verwechslung von p und 1-p, die besonders bei asymmetrischen Fragestellungen auftritt. Wer die Fehlerquote statt der Erfolgsquote als p einsetzt, erhält formal richtige Zahlen, beantwortet aber die falsche Frage.

Der dritte typische Irrtum betrifft den Wertebereich von k: Werte außerhalb des Intervalls [0, n] sind in der Binomialverteilung nicht definiert.

Ein k von -1 oder k = 11 bei n = 10 hat keine Wahrscheinlichkeit, und P(X<=k) für k >= n muss exakt 1 ergeben. Ebenfalls verbreitet ist das Missverständnis, der Erwartungswert E(X) sei das wahrscheinlichste Ergebnis.

Bei n = 10 und p = 0,5 ist E(X) = 5 und der wahrscheinlichste Wert (Modus) ebenfalls 5, doch bei unsymmetrischem p fallen Erwartungswert und Modus der Binomialverteilung oft auseinander.

Schließlich verwechseln viele P(X<=k) mit P(X<k): Die erste Variante schließt den Wert k ein, die zweite nicht, und der Unterschied entspricht genau der Einzelwahrscheinlichkeit P(X=k).

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Binomialverteilungsrechner berechnet Einzelwahrscheinlichkeit P(X=k), kumulative Wahrscheinlichkeiten P(X<=k) und P(X>=k) sowie Erwartungswert, Varianz und Standardabweichung einer Bernoulli-Kette.

Voraussetzung ist, dass die Versuche unabhängig sind, p bei jedem Versuch gleich bleibt und n vorab feststeht.

Für große n mit n * p * (1-p) > 9 bietet die Normalapproximation einen effizienten Näherungsweg, für seltene Ereignisse mit kleinem p die Poisson-Approximation.

Prüfe vor der Anwendung, ob das Modell passt: Ziehungen ohne Zurücklegen aus kleinen Grundgesamtheiten erfordern die hypergeometrische Verteilung, und eine sich ändernde Erfolgswahrscheinlichkeit verletzt die Bernoulli-Annahme.

Lies das Ergebnis zusammen mit dem Erwartungswert und der Standardabweichung, um einzuordnen, ob ein beobachtetes k innerhalb der normalen Schwankung liegt oder auf eine systematische Veränderung hindeutet.

Die kombinatorische Grundlage des Binomialkoeffizienten erläutert der Kombinatorik-Rechner, allgemeine diskrete Erwartungswerte berechnet der Erwartungswert-Rechner.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · P(X = 2) = 0,255518 | P(X ≤ 2) = 0,810798 | P(X ≥ 2) = 0,44472 | E(X) = 1,5 | Var(X) = 1,455 | σ ≈ 1,2062

Qualitaetskontrolle: 2 Defekte bei 50 Stueck

Anzahl Versuche n
50
Erfolgswahrscheinlichkeit p
0,03 (3 % Ausschussrate)
Anzahl Erfolge k
2

Beispiel 2 · Mittel · P(X = 8) = 0,060887 | P(X ≤ 8) = 0,959075 | P(X ≥ 8) = 0,101812 | E(X) = 5 | Var(X) = 3,75 | σ ≈ 1,9365

Multiple-Choice-Test: 8 Richtige bei 20 Fragen

Anzahl Versuche n
20
Erfolgswahrscheinlichkeit p
0,25 (4 Antworten, 1 richtig)
Anzahl Erfolge k
8

Beispiel 3 · Komplex · P(X = 15) = 0,07455 | P(X ≤ 15) = 0,858551 | P(X ≥ 15) = 0,215999 | E(X) = 12 | Var(X) = 10,56 | σ ≈ 3,2496

Medizinische Studie: 15 Heilungen bei 100 Patienten

Anzahl Versuche n
100
Erfolgswahrscheinlichkeit p
0,12 (12 % Heilungsrate)
Anzahl Erfolge k
15

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Weiternutzung

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  • Histogramm einer Binomialverteilung mit n gleich 10 und p gleich 0,5. Die Balken zeigen die Wahrscheinlichkeiten P(X=k) fuer k von 0 bis 10, mit dem Maximum bei k gleich 5.

    Binomialverteilung: Histogramm der Wahrscheinlichkeiten

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           alt="Histogramm einer Binomialverteilung mit n gleich 10 und p gleich 0,5. Die Balken zeigen die Wahrscheinlichkeiten P(X=k) fuer k von 0 bis 10, mit dem Maximum bei k gleich 5."
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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/mathematik/statistik/binomialverteilung-rechner">Binomialverteilung: Histogramm der Wahrscheinlichkeiten auf Rechner-Portal</a></p>

    Textbaustein für die Bildunterschrift

    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/mathematik/statistik/binomialverteilung-rechner
  • Formeldarstellung der Binomialverteilung: P(X=k) gleich C(n,k) mal p hoch k mal (1 minus p) hoch (n minus k). Daneben Erwartungswert E(X) gleich n mal p und Varianz Var(X) gleich n mal p mal (1 minus p).

    Binomialverteilung: Formel und Kenngroessen

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           alt="Formeldarstellung der Binomialverteilung: P(X=k) gleich C(n,k) mal p hoch k mal (1 minus p) hoch (n minus k). Daneben Erwartungswert E(X) gleich n mal p und Varianz Var(X) gleich n mal p mal (1 minus p)."
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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/mathematik/statistik/binomialverteilung-rechner">Binomialverteilung: Formel und Kenngroessen auf Rechner-Portal</a></p>

    Textbaustein für die Bildunterschrift

    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/mathematik/statistik/binomialverteilung-rechner
  • Baumdiagramm einer Bernoulli-Kette mit n gleich 3 Versuchen. Jeder Knoten verzweigt in Erfolg (Wahrscheinlichkeit p) und Misserfolg (Wahrscheinlichkeit 1 minus p). Die Pfade zeigen alle moeglichen Ergebniskombinationen.

    Bernoulli-Kette: Unabhaengige Versuche mit Erfolg und Misserfolg

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    <a href="https://rechner-portal.de/mathematik/statistik/binomialverteilung-rechner">
      <img src="https://rechner-portal.de/images/mathematik/bernoulli-kette-illustration.svg"
           alt="Baumdiagramm einer Bernoulli-Kette mit n gleich 3 Versuchen. Jeder Knoten verzweigt in Erfolg (Wahrscheinlichkeit p) und Misserfolg (Wahrscheinlichkeit 1 minus p). Die Pfade zeigen alle moeglichen Ergebniskombinationen."
           width="760" height="370">
    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/mathematik/statistik/binomialverteilung-rechner">Bernoulli-Kette: Unabhaengige Versuche mit Erfolg und Misserfolg auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/mathematik/statistik/binomialverteilung-rechner

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Rechnerspezifische Grenzen: Der Rechner setzt unabhängige Bernoulli-Versuche mit konstanter Erfolgswahrscheinlichkeit voraus. Bei großem n und nicht zu kleinem np(1−p) liefert die Normalapproximation vergleichbare Ergebnisse.

Quelle: Binomialverteilung B(n,p) mit Log-Binomialköffizient nach Formelsammlung Stochastik

Stand: 2026-09-12

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
12. September 2026
Fachbereich
Mathematik / Statistik
Formeln basieren auf
Binomialverteilung B(n, p): P(X=k) = C(n,k) · p^k · (1−p)^(n−k), mit Log-Binomialköffizient für große n
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Binomialverteilung. Abgerufen von https://rechner-portal.de/mathematik/statistik/binomialverteilung-rechner

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Rechner-Portal, 2026. Binomialverteilung. Available at: https://rechner-portal.de/mathematik/statistik/binomialverteilung-rechner

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