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Delegiertenschlüssel berechnen online berechnen und vergleichen

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Berechnet die Zahl der Delegierten aus Mitgliederzahl und Vertretungsschlüssel — für...

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Sept. 2026)Stand:

Überblick

Was ist der Delegiertenschlüssel berechnen?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Wie viele Delegierte eine Untergliederung zum Parteitag, Gewerkschaftskongress oder zur Verbandsversammlung entsendet, berechnet der Delegiertenschlüssel-Rechner aus Mitgliederzahl und Vertretungsschlüssel. Er zeigt das Ergebnis für drei Rundungsregeln und liefert eine Vergleichstabelle über typische Organisationsgrößen.

Delegiertenschlüssel: Formel mit Beispielrechnung 350 Mitglieder, Schlüssel 20, 18 Delegierte Ein Delegiertenschlüssel übersetzt die Mitgliederzahl einer Untergliederung in eine Delegiertenzahl. Der Schlüssel selbst steht in der Satzung der Organisation — bei der SPD im Organisationsstatut, beim DGB in der Bundessatzung.

Er legt fest, wie viele Mitglieder einen Delegierten entsenden: Ein Schlüssel von 1 zu 20 bedeutet, dass je 20 Mitglieder ein Delegierter zum Gremium geschickt wird. Die Rundungsregel bestimmt, was bei einem Rest passiert.

Und eine optionale Mindestvertretung stellt sicher, dass auch sehr kleine Untergliederungen eine Stimme haben.

Den gesetzlichen Rahmen für Parteien gibt das Parteiengesetz vor: § 8 Abs. 1 PartG erlaubt, statt einer Mitgliederversammlung eine Vertreterversammlung mit gewählten Delegierten einzuberufen — die konkrete Ausgestaltung regelt die Satzung.

Auch Genossenschaften nutzen einen Delegiertenschlüssel: § 43a GenG sieht mindestens 50 Vertreter vor, den Schlüssel bestimmt die Satzung.

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Vier Felder bestimmen das Ergebnis. Die Mitgliederzahl ist die Gesamtzahl der Mitglieder der Untergliederung, die Delegierte entsendet — Ortsverein, Kreisverband, Landesverband oder Bezirk.

Der Schlüssel gibt an, wie viele Mitglieder einen Delegierten entsenden. Ein Schlüssel von 20 bedeutet: 1 Delegierter je 20 Mitglieder.

Die Mindestdelegierten setzen eine Untergrenze: Jede Gliederung entsendet mindestens diese Anzahl, auch wenn die Mitgliederzahl rechnerisch keinen vollen Delegierten ergibt. Die Rundungsregel ist die folgenreichste Wahl.

Aufrunden zählt jede angefangene Einheit — bei 17,5 werden 18 Delegierte entsandt. Abrunden zählt nur volle Einheiten — bei 17,5 werden 17 entsandt. Kaufmännisch rundet ab 0,5 auf — bei 17,5 werden 18, bei 17,4 werden 17 entsandt.

Die Wahl beeinflusst vor allem kleine Gliederungen: Ein Ortsverein mit 25 Mitgliedern bei Schlüssel 20 bekommt bei Aufrunden zwei, bei Abrunden nur einen Delegierten.

Prüfen Sie Ihre Satzung oder Ihr Organisationsstatut — die Rundungsregel steht dort.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Die Berechnung folgt einer Grundformel: Delegierte gleich Mitglieder geteilt durch Schlüssel, gerundet nach der gewählten Regel, mindestens so viele wie die Mindestvertretung vorgibt. Bei 350 Mitgliedern und Schlüssel 20 ergibt sich ein Quotient von 17,5 — aufgerundet 18 Delegierte, abgerundet 17, kaufmännisch 18.

Der Rest zeigt die Mitglieder, die keinen vollen Delegierten ergeben. Bei 350 Mitgliedern und Schlüssel 20 beträgt der Rest 10 Mitglieder (350 mod 20).

Die Mitglieder pro Delegierter geben das tatsächliche Vertretungsverhältnis nach Rundung an: 350 geteilt durch 18 ergibt 19,4 — jeder Delegierte vertritt im Durchschnitt 19,4 Mitglieder statt der vorgesehenen 20.

Die Mindestvertretung greift, wenn der gerundete Quotient unter dem Mindestwert liegt: Bei 8 Mitgliedern und Schlüssel 20 wäre der Quotient 0,4 — abgerundet null, aber die Mindestvertretung sichert einen Delegierten.

Am deutlichsten zeigt sich der Rundungseffekt an der Schwelle: Bei 50 Mitgliedern und Schlüssel 20 ergibt der Quotient 2,5 bei kaufmännischem Runden 3 Delegierte, bei Abrunden nur 2 — ein Delegierter Unterschied allein durch die Rundungsregel.

Nachschlagen

Delegiertenschlüssel: Beispiele aus Parteien, Gewerkschaften und Verbänden (Tabelle 2026)

Wie viele Delegierte entsendet eine Untergliederung? Der Schlüssel, die Rundungsregel und eine eventuelle Mindestvertretung richten sich nach der Satzung der jeweiligen Organisation. Diese Tabelle zeigt typische Schlüssel aus der Praxis.

Delegiertenschlüssel deutscher Organisationen mit Schlüsselwert, Rundungsregel und Mindestvertretung (Stand 2026)
OrganisationGremiumSchlüsselRundungMindestvertretung
SPDBundesparteitag1 je angefangene 300 MitgliederAufrundenJa (Kreisverband = mind. 1)
CDUBundesparteitag1.001 Delegierte (fix verteilt nach Landesverbänden)FestkontingentJa (je Landesverband mind. 1)
Bündnis 90/Die GrünenBundesdelegiertenkonferenz1 je angefangene 150 MitgliederAufrundenJa (Kreisverband = mind. 1)
DGBBundeskongress1 je 3.000 Mitglieder (Einzelgewerkschaft)KaufmännischJa (je Gewerkschaft mind. 2)
ADAC (Verein)Hauptversammlung1 je 100.000 Mitglieder (Regionalclub)AbrundenJa (je Regionalclub mind. 1)

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Delegiertenschlüssel berechnen

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist ein Delegiertenschlüssel und wie funktioniert er?

Ein Delegiertenschlüssel legt fest, wie viele Mitglieder einer Untergliederung einen Delegierten entsenden.

Ein Schlüssel von 1 zu 20 bedeutet: Je 20 Mitglieder erhält die Untergliederung einen Delegierten auf dem Parteitag, Gewerkschaftskongress oder der Verbandsversammlung.

Die Berechnung ist einfach: Mitgliederzahl geteilt durch Schlüssel ergibt die Delegiertenzahl. Bei einem Kreisverband mit 350 Mitgliedern und Schlüssel 20 ergibt sich ein Quotient von 17,5.

Ob daraus 17 oder 18 Delegierte werden, hängt von der Rundungsregel in der Satzung ab. Bei Aufrunden zählt jede angefangene Einheit — der Kreisverband bekommt 18 Delegierte. Bei Abrunden zählen nur volle Einheiten — es wären 17.

Manche Satzungen sehen zusätzlich eine Mindestvertretung vor: Jede Untergliederung entsendet mindestens einen Delegierten, unabhängig von der Mitgliederzahl.

Das stellt sicher, dass auch sehr kleine Ortsvereine oder Regionalgruppen auf dem Parteitag vertreten sind und gehört werden. Der Rechner zeigt neben der Delegiertenzahl auch den Quotienten, den Rest und das tatsächliche Vertretungsverhältnis an.

Wo steht der Delegiertenschlüssel und wer legt ihn fest?

Der Delegiertenschlüssel steht in der Satzung der jeweiligen Organisation — bei Parteien im Organisationsstatut, bei Gewerkschaften in der Bundessatzung, bei Verbänden in der Verbandsordnung.

Er wird vom höchsten beschlussfassenden Gremium festgelegt — also vom Parteitag, Gewerkschaftskongress oder der Mitgliederversammlung selbst. Eine Änderung erfordert typischerweise eine Satzungsänderung mit qualifizierter Mehrheit.

Bei politischen Parteien gibt das Parteiengesetz den Rahmen vor: Der Parteitag ist das oberste Organ des Gebietsverbandes (§ 9 Abs. 1 PartG), und die Satzung kann bestimmen, dass eine Vertreterversammlung mit gewählten Delegierten an die Stelle der Mitgliederversammlung tritt (§ 8 Abs. 1 PartG).

Viele Parteien verankern den Schlüssel zusätzlich in der Geschäftsordnung oder Finanzordnung, wenn die Delegiertenzahl mit der Beitragskraft gekoppelt ist.

Die Satzung regelt neben dem Schlüssel auch die Rundungsregel, die Mindestvertretung und den Stichtag für die Mitgliederzählung. Der Stichtag ist entscheidend, weil Ein- und Austritte bis zum Parteitag die Mitgliederzahl verändern können.

Warum gibt es unterschiedliche Rundungsregeln beim Delegiertenschlüssel?

Die Rundungsregel bestimmt, wie mit dem Rest umgegangen wird, wenn die Mitgliederzahl nicht glatt durch den Schlüssel teilbar ist.

Aufrunden bevorzugt kleine Untergliederungen: Ein Ortsverein mit 25 Mitgliedern bei Schlüssel 20 erhält zwei statt einem Delegierten, weil die angefangene zweite Einheit zählt.

Abrunden bevorzugt große Untergliederungen: Nur volle Schlüsseleinheiten zählen, der Ortsverein bekommt nur einen Delegierten. Kaufmännisches Runden liegt dazwischen: Ab einem Rest von 0,5 wird aufgerundet, darunter abgerundet.

Die Wahl der Rundungsregel ist eine politische Entscheidung mit realen Auswirkungen auf die Machtverteilung. Aufrunden stärkt die Basis und ländliche Gliederungen mit wenigen Mitgliedern, Abrunden stärkt die Ballungszentren mit großen Verbänden.

Bei der SPD gilt Aufrunden — das sichert jedem Kreisverband mindestens einen Delegierten. Der DGB rundet kaufmännisch, was bei Einzelgewerkschaften mit Hunderttausenden von Mitgliedern die fairste Näherung ergibt.

Der Rechner zeigt alle drei Rundungsergebnisse in der Vergleichstabelle für neun typische Gliederungsgrößen.

Was passiert, wenn eine Untergliederung zu klein für einen Delegierten ist?

Wenn die Mitgliederzahl unter dem Schlüssel liegt, ergibt die Division einen Quotienten unter 1. Bei Abrunden wären das null Delegierte — die Untergliederung hätte keine Vertretung.

Deshalb sehen die meisten Satzungen eine Mindestvertretung vor: Jede Untergliederung entsendet mindestens einen Delegierten, auch wenn sie rechnerisch keinen vollen Delegierten stellt.

Bei einem Schlüssel von 20 und Mindestvertretung 1 erhält ein Ortsverein mit nur 5 Mitgliedern trotzdem einen Delegierten.

Das führt allerdings zu einer Überrepräsentation der kleinen Gliederung: Ihre 5 Mitglieder haben genauso viel Stimmgewicht wie 20 Mitglieder einer größeren Gliederung.

Manche Organisationen lösen dieses Dilemma durch abgestuftes Stimmrecht — der Delegierte aus der kleinen Gliederung hat dann ein geringeres Stimmgewicht.

Andere akzeptieren die Überrepräsentation als politisch gewollt, um die Breite der Organisation abzubilden. Der Rechner zeigt mit dem Feld Mindestvertretung aktiv an, ob die Untergrenze greift.

Welche Delegiertenschlüssel verwenden die großen Parteien in Deutschland?

Die großen Parteien in Deutschland unterscheiden sich deutlich in ihren Schlüsseln und Rundungsregeln.

Die SPD sieht im Organisationsstatut einen Delegierten je angefangene 300 Mitglieder des Kreisverbands vor; bei einem Kreisverband mit 1.000 Mitgliedern ergibt der Rechner mit Aufrunden 4 Delegierte, weil der Quotient 3,33 aufgerundet 4 wird.

Die CDU verteilt ein Festkontingent von 1.001 Delegierten proportional auf die Landesverbände, die intern nach eigenem Schlüssel weiterverteilen.

Bündnis 90/Die Grünen verwenden einen Schlüssel von 1 zu 150 auf Kreisverbandsebene, die FDP einen Schlüssel von 1 zu 250, die Linke 1 zu 200. Die AfD begrenzt die Gesamtdelegiertenzahl durch eine satzungsmäßige Obergrenze.

Die konkreten Schlüssel können sich bei Satzungsänderungen kurzfristig ändern — prüfen Sie vor der Berechnung das aktuelle Organisationsstatut oder die Bundessatzung Ihrer Partei.

Der Stichtag für die Mitgliederzählung liegt bei den meisten Parteien drei bis sechs Monate vor dem Parteitag. Die Landesverbände oder Kreisverbände müssen ihre Delegierten rechtzeitig wählen und dem Parteivorstand melden.

Wie unterscheidet sich der Delegiertenschlüssel bei Gewerkschaften und Verbänden?

Gewerkschaften und Verbände verwenden oft deutlich größere Schlüssel als Parteien, weil ihre Mitgliederzahlen in die Millionen gehen.

Der DGB sieht in seiner Bundessatzung einen Delegierten je 3.000 Mitglieder der Einzelgewerkschaften vor, mit einer Mindestvertretung von 2 Delegierten und kaufmännischem Runden; bei einer Gewerkschaft mit 50.000 Mitgliedern ergibt der Rechner 17 Delegierte (Quotient 16,67).

Die IG Metall als größte Einzelgewerkschaft verwendet intern einen Schlüssel von 1 zu 500 für Bezirksdelegiertenkonferenzen. ver.di staffelt nach Bezirk und Fachbereich, was zu unterschiedlichen Schlüsseln auf verschiedenen Ebenen führt.

Sportverbände wie der DOSB nutzen ein Kontingentmodell: Jeder Spitzenverband erhält eine feste Grundzahl plus Zusatzdelegierte nach Mitgliederstärke. Großvereine und Automobilclubs verwenden Schlüssel von 1 zu 100.000 und mehr auf Regionalclubebene.

Die Unterschiede spiegeln die Organisationsstruktur wider — je größer die Organisation, desto größer typischerweise der Schlüssel, damit das beschlussfassende Gremium arbeitsfähig bleibt.

Kann der Delegiertenschlüssel die Machtverhältnisse in einer Organisation verschieben?

Ja, der Delegiertenschlüssel ist ein machtpolitisches Instrument. Ein niedriger Schlüssel bevorzugt mitgliederstarke Untergliederungen — typischerweise Großstädte und Ballungszentren.

Ein hoher Schlüssel mit Mindestvertretung stärkt die Fläche und ländliche Gliederungen. Die Rundungsregel verstärkt diesen Effekt: Aufrunden gibt kleinen Gliederungen überproportional viele Delegierte, Abrunden dämpft ihre Vertretung.

In der Praxis kommt es regelmäßig zu Debatten über den Schlüssel, wenn sich Mitgliederzahlen regional unterschiedlich entwickeln. Wächst eine Partei in den Großstädten, profitieren ländliche Gliederungen von Aufrunden und Mindestvertretung.

Schrumpft die Mitgliedschaft auf dem Land, sinkt die Delegiertenzahl bei Abrunden schneller als bei Aufrunden.

Auch der Stichtag für die Mitgliederzählung hat Auswirkungen: Liegt er weit vor dem Parteitag, sind Eintrittswellen kurz vor dem Parteitag ohne Einfluss.

Satzungskommissionen prüfen den Schlüssel deshalb regelmäßig auf seine Verteilungswirkung und schlagen bei Bedarf Anpassungen vor.

Der Rechner macht diese Verschiebungen sichtbar: Geben Sie verschiedene Schlüssel ein und vergleichen Sie die Delegiertenzahlen in der Vergleichstabelle.

Was ist der Unterschied zwischen Delegierten und Ersatzdelegierten?

Delegierte sind die regulär gewählten Vertreter, die auf dem Parteitag oder Kongress Stimmrecht haben.

Ersatzdelegierte rücken nach, wenn ein Delegierter verhindert ist — sie haben erst dann Stimmrecht, wenn sie den verhinderten Delegierten offiziell vertreten.

Die Satzung regelt, wie viele Ersatzdelegierte gewählt werden — typischerweise ebenso viele wie reguläre Delegierte, bei manchen Organisationen nur die Hälfte.

Die Reihenfolge der Nachrückenden richtet sich nach der Stimmenzahl bei der Delegiertenwahl: Wer die meisten Stimmen erhalten hat, rückt zuerst nach. Bei Listenwahl rückt der nächste Listenplatz nach.

Manche Satzungen unterscheiden zwischen persönlichen und allgemeinen Ersatzdelegierten — persönliche sind einem bestimmten Delegierten zugeordnet, allgemeine können für jeden verhinderten Delegierten einspringen.

Der Delegiertenschlüssel gilt nur für die regulären Delegierten — die Zahl der Ersatzdelegierten ergibt sich aus der Wahlordnung oder Geschäftsordnung.

Dieser Rechner berechnet die regulären Delegierten; für die Ersatzdelegiertenzahl ziehen Sie Ihre Wahlordnung heran.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Die Vergleichstabelle im Ergebnis zeigt die Delegiertenzahl für neun Standardgrößen von 10 bis 5.000 Mitgliedern — bei unverändertem Schlüssel und derselben Rundungsregel. Das macht sichtbar, wie sich der Schlüssel über verschiedene Gliederungsgrößen auswirkt und wo die Rundung den größten Unterschied macht.

Vergleichstabelle: Delegierte bei Schlüssel 20 für 10 bis 5000 Mitglieder, drei Rundungsregeln Probieren Sie verschiedene Schlüssel: Ein Schlüssel von 15 statt 20 erhöht die Gesamtdelegiertenzahl spürbar — bei 350 Mitgliedern von 18 auf 24.

Das Verhältnis zwischen Schlüssel und Gremiumsgröße ist linear, aber die Rundungseffekte sind es nicht. Ist die Mitgliederzahl glatt durch den Schlüssel teilbar, spielt die Rundungsregel keine Rolle — 400 geteilt durch 20 ergibt immer 20 Delegierte.

Je weiter der Quotient vom ganzzahligen Wert entfernt ist, desto mehr entscheidet die Regel. Bei Abrunden und nur 10 Mitgliedern ergibt Schlüssel 20 einen Quotienten von 0,5 — abgerundet null Delegierte.

Hier greift die Mindestvertretung: Steht sie auf 1, entsendet die Gliederung trotzdem einen Delegierten.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ein SPD-Kreisverband mit 820 Mitgliedern bereitet den Landesparteitag vor. Das Organisationsstatut sieht den Schlüssel 1 zu 50 mit Aufrunden und Mindestvertretung 1 vor. Eingabe: 820 Mitglieder, Schlüssel 50, Mindest 1, Aufrunden.

Ergebnis: 820 ÷ 50 = 16,4, aufgerundet 17 Delegierte. Rest: 20 Mitglieder. Mitglieder pro Delegierter: 48,2 — jeder Delegierte vertritt im Schnitt etwas weniger als die vorgesehenen 50 Mitglieder.

Vergleich mit dem Nachbar-Kreisverband: 380 Mitglieder, gleicher Schlüssel. 380 ÷ 50 = 7,6, aufgerundet 8 Delegierte.

Das Verhältnis 17 zu 8 spiegelt die Mitgliederstärke nahezu proportional wider — der größere Kreisverband hat 2,16-mal so viele Mitglieder und 2,13-mal so viele Delegierte.

Die kleine Abweichung entsteht durch die Rundung und liegt bei rund 1,5 Prozent.

Ein kleiner Ortsverein mit 12 Mitgliedern, Schlüssel 20, Abrunden und Mindestvertretung 1: Der Quotient beträgt 0,6, abgerundet null — die Mindestvertretung greift und sichert einen Delegierten.

Die Mitglieder pro Delegierter betragen 12 statt der vorgesehenen 20. Dieser Ortsverein ist im Verhältnis überrepräsentiert, hat aber eine Stimme im Gremium.

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Fehler ist die falsche Rundungsregel. Wer aufrundet, obwohl die Satzung abrunden vorsieht, schickt zu viele Delegierte — und riskiert eine Anfechtung der Beschlüsse des Parteitags oder Kongresses.

Zweitens wird der Stichtag der Mitgliederzählung übersehen: Die Satzung legt fest, welcher Stichtag gilt — meistens drei bis sechs Monate vor dem Parteitag. Ein- und Austritte zwischen Stichtag und Parteitag ändern die Delegiertenzahl nicht mehr.

Drittens wird die Mindestvertretung vergessen oder falsch angewendet.

Manche Satzungen setzen die Mindestvertretung auf null — dann hat eine Gliederung mit weniger Mitgliedern als der Schlüssel bei Abrunden tatsächlich keinen Delegierten — bei Aufrunden bekommt sie dagegen einen, weil die angefangene Einheit zählt.

Viertens werden Delegierte und Ersatzdelegierte verwechselt: Der Schlüssel gilt nur für reguläre Delegierte; die Zahl der Ersatzdelegierten regelt die Wahlordnung separat.

Fünftens wird angenommen, dass alle Organisationen denselben Schlüssel verwenden — tatsächlich unterscheiden sich die Schlüssel selbst innerhalb einer Partei je nach Ebene und Gliederung erheblich.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Delegiertenschlüssel-Rechner berechnet die Delegiertenzahl aus Mitgliederzahl und Schlüssel — mit Aufrunden, Abrunden oder kaufmännischem Runden und einer optionalen Mindestvertretung.

Der Quotient, der Rest und die Mitglieder pro Delegierter zeigen, wie nah das Ergebnis am Idealwert liegt. Die Vergleichstabelle zeigt die Verteilung über neun Standardgrößen und macht die Rundungseffekte sichtbar.

Die Beschlussfähigkeit des Gremiums, zu dem die Delegierten entsandt werden, prüft der Quorum-Rechner. Die nötige Mehrheit für Beschlüsse auf dem Parteitag berechnet der Mehrheitsrechner. Wie ein Vereinsvorstand gewählt wird, zeigt der Vereinswahl-Rechner.

Die Betriebsratsgröße nach BetrVG ermittelt der Betriebsratswahl-Rechner. Stimmrechte nach Kapitalanteilen berechnet der Stimmgewichtung-Rechner.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · 1 Delegierter (Mindestvertretung)

Kleiner Ortsverein unter Schlüsselwert

mitglieder
12
schluessel
20
mindestDelegierte
1
rundung
abrunden

Beispiel 2 · Mittel · 100 Delegierte

Großer Landesverband mit exakter Teilbarkeit

mitglieder
2000
schluessel
20
mindestDelegierte
1
rundung
kaufmaennisch

Beispiel 3 · Komplex · 15 Delegierte

Gewerkschaftskongress mit großem Schlüssel

mitglieder
45000
schluessel
3000
mindestDelegierte
2
rundung
kaufmaennisch

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Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Modellrechnung. Der konkrete Delegiertenschlüssel richtet sich nach der Satzung Ihrer Organisation. Prüfen Sie die geltende Satzung vor der Anwendung.

Quelle: Satzungsbasiert (Organisationsstatut, Satzung), PartG § 8 Abs. 1, § 9 Abs. 1 (Vertreterversammlung, oberstes Organ), DGB-Satzung (Bundeskongress-Delegierte)

Stand: 2026-09-19

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
19. September 2026
Fachbereich
Politik & Wahlen / Organisationswahlen
Formeln basieren auf
Dokumentierte Rechenlogik mit Plausibilitaets- und Vergleichscheck
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Delegiertenschlüssel berechnen. Abgerufen von https://rechner-portal.de/politik-wahlen/organisationswahlen/delegiertenschluessel-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Delegiertenschlüssel berechnen. Available at: https://rechner-portal.de/politik-wahlen/organisationswahlen/delegiertenschluessel-rechner

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