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Europawahl Sitzverteilung berechnen

Politik & WahlenStand Noch keine Bewertung
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Berechnet die Verteilung der 96 deutschen Sitze im Europaparlament nach...

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Sept. 2026)Stand:

Überblick

Wie werden die 96 deutschen EP-Sitze verteilt?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Die 96 deutschen Sitze im Europäischen Parlament nach dem gesetzlichen Verfahren auf die antretenden Parteien zu verteilen — genau das leistet der Europawahl-Sitzverteilung-Rechner. Er wendet das Divisorverfahren mit Standardrundung nach § 2 Abs.

3 EuWG an, das auch als Sainte-Laguë/Schepers bekannt ist, und zeigt für jede eingetragene Partei die resultierende Sitzzahl, den Stimmanteil, den Sitzanteil und die Abweichung zwischen beiden.

Die Besonderheit der Europawahl in Deutschland: Es gibt keine Sperrklausel. Das Bundesverfassungsgericht hat zuerst die 5-Prozent-Hürde (2011) und dann die 3-Prozent-Hürde (2014, Az. 2 BvE 2/13) für verfassungswidrig erklärt.

Deshalb können auch kleine Parteien mit weniger als einem Prozent der Stimmen einen Sitz erhalten, sofern ihr Quotient im Divisorverfahren mindestens 0,5 erreicht.

Der allgemeine Sitzverteilungsrechner vergleicht Sainte-Laguë, d'Hondt und Hare-Niemeyer über Wahlebenen hinweg — der Europawahl-Rechner konzentriert sich auf das eine Verfahren, das bei der EP-Wahl tatsächlich gilt.

Zusätzlich zeigt der Rechner, ob am letzten Sitz ein Losentscheid nach § 2 Abs. 3 Satz 4 EuWG nötig wäre — ein Fall, der bei den bisherigen Europawahlen nie eingetreten ist, aber gesetzlich vorgesehen bleibt.

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Der Rechner hat zwei Eingaben. Die Sitzzahl ist auf 96 voreingestellt — das Kontingent Deutschlands im Europaparlament nach Art.

14 Abs. 2 EUV. Ändern Sie den Wert nur für Was-wäre-wenn-Szenarien, etwa um den Effekt einer vergrößerten oder verkleinerten Delegation zu testen. Die Parteitabelle nimmt Parteinamen und absolute Stimmen entgegen.

Landeslisten desselben Wahlvorschlags werden nach § 2 Abs. 2 EuWG automatisch zusammengezählt — die einzutragende Stimmenzahl ist also die bundesweite Gesamtzahl.

Die Voreinstellung zeigt zehn Parteien mit realitätsnahen Werten; überschreiben Sie die Zeilen mit den tatsächlichen oder prognostizierten Stimmen.

Ob Sie Umfragewerte in absolute Stimmen umrechnen müssen, hängt davon ab, ob Sie Hochrechnungen oder amtliche Ergebnisse eingeben — der Stimmen-Prozent-Umrechner hilft bei der Umrechnung.

Im Ergebnis zeigt der Rechner neben der Sitzverteilung auch den Zuteilungsdivisor und eine Losentscheid-Anzeige — Letztere wird relevant, wenn zwei Parteien am letzten Sitz dieselbe Höchstzahl erreichen.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Europawahl Divisorverfahren: Sainte-Laguë/Schepers nach § 2 Abs. 3 EuWG Der Rechenweg folgt drei Schritten.

Erstens wird ein Startdivisor geschätzt: Gesamtstimmen geteilt durch Gesamtsitze. Bei 37,9 Millionen Stimmen und 96 Sitzen ergibt das rund 394.792.

Zweitens wird die Stimmenzahl jeder Partei durch diesen Divisor geteilt und nach Standardrundung gerundet — Brüche unter 0,5 werden abgerundet, über 0,5 aufgerundet. Drittens wird geprüft, ob die Summe der gerundeten Sitze exakt 96 ergibt.

Falls nicht, wird der Divisor nach oben oder unten korrigiert und die Division wiederholt, bis die Summe stimmt. Die Standardrundung unterscheidet Sainte-Laguë von d'Hondt: Bei d'Hondt wird systematisch abgerundet, was größere Parteien bevorzugt.

Bei Sainte-Laguë wird symmetrisch gerundet, was die Verteilung zwischen großen und kleinen Parteien neutraler gestaltet.

Mathematisch äquivalent ist die Höchstzahl-Sicht: Die Stimmen jeder Partei werden durch die Signpostwerte 0,5, 1,5, 2,5 usw. geteilt, und die 96 höchsten Quotienten erhalten je einen Sitz.

Der Divisor liegt im Intervall zwischen dem letzten vergebenen und dem ersten nicht vergebenen Quotienten. Erreichen zwei Parteien am letzten Sitz dieselbe Höchstzahl, entscheidet nach § 2 Abs. 3 Satz 4 EuWG das Los des Bundeswahlleiters.

Nachschlagen

Europawahl: Sitzverteilung und Verfahren im Überblick (Tabelle 2026)

Wie werden die 96 deutschen Sitze im Europaparlament verteilt, welches Verfahren gilt und gibt es eine Sperrklausel? Diese Tabelle zeigt die zentralen Regeln der Europawahl seit der BVerfG-Entscheidung 2014.

Europawahl-Sitzverteilung: Verfahren, Sperrklausel, Sitzzahl und Rechtsgrundlage (Stand 2026)
MerkmalRegelungRechtsgrundlageBesonderheitSeit
Sitzzahl Deutschland96 von 720 EP-SitzenArt. 14 Abs. 2 EUV, Beschluss (EU) 2023/2061Maximum nach EU-Vertrag, Mindestzahl 6 (z. B. Malta)2024
SitzverteilungsverfahrenSainte-Laguë/Schepers (Divisorverfahren mit Standardrundung)§ 2 Abs. 3 EuWGDivisor wird iterativ angepasst, bis exakt 96 Sitze vergeben sind; bis 2009 galt Hare-Niemeyer2009
SperrklauselKeine (0 %)BVerfG 26.02.2014, 2 BvE 2/133-%-Hürde verfassungswidrig (2014); zuvor 5 % (2011 gekippt). EU-Direktwahlakt sieht Mindestschwelle von 2–5 % vor, noch nicht ratifiziert2014
ListenverbindungLandeslisten desselben Wahlvorschlags gelten als verbunden§ 2 Abs. 2 EuWGStimmen aller Bundesländer werden pro Partei zusammengezählt1979
Standardrundung< 0,5 abrunden, > 0,5 aufrunden, = 0,5 anpassen§ 2 Abs. 3 EuWGBei exakt 0,5 entscheidet die Richtung, die zur Gesamtsitzzahl passt2009
LosentscheidLos des Bundeswahlleiters bei gleicher Höchstzahl am letzten Sitz§ 2 Abs. 3 Satz 4 EuWGBisher nie eingetreten; greift nur bei exakter Stimmengleichheit am Grenzmandat1979

Alle Angaben beziehen sich auf die Europawahl in Deutschland. Andere EU-Mitgliedstaaten verwenden eigene Verfahren und Sperrklauseln. Die Gesamtzahl von 720 EP-Sitzen und die Kontingente je Land werden vom Europäischen Rat vor jeder Wahl festgelegt.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Europawahl-Sitzverteilung

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Wie werden die 96 deutschen EP-Sitze auf die Parteien verteilt?

Die Verteilung erfolgt nach dem Divisorverfahren mit Standardrundung, auch bekannt als Sainte-Laguë/Schepers. Das Verfahren ist in § 2 Abs. 3 des Europawahlgesetzes (EuWG) festgelegt.

Der Rechenweg funktioniert so: Die Gesamtstimmen aller Parteien werden durch einen Zuteilungsdivisor geteilt.

Der Quotient jeder Partei wird nach Standardrundung gerundet — Brüche unter 0,5 werden abgerundet, über 0,5 aufgerundet, und bei exakt 0,5 wird in die Richtung gerundet, die zur korrekten Gesamtsitzzahl führt.

Der Divisor wird iterativ angepasst, bis die Summe der gerundeten Sitze exakt 96 ergibt. Landeslisten desselben Wahlvorschlags gelten nach § 2 Abs. 2 EuWG als verbunden — die Stimmen werden bundesweit zusammengezählt.

Es gibt keine Verteilung auf Bundesländer wie bei der Bundestagswahl, sondern eine einzige bundesweite Verteilung auf 96 Sitze.

Mathematisch ist das Divisorverfahren äquivalent zum Höchstzahlverfahren: Die Stimmen jeder Partei werden durch die Signpostwerte 0,5, 1,5, 2,5 usw. geteilt, und die 96 höchsten Quotienten erhalten je einen Sitz.

Warum gibt es bei der Europawahl in Deutschland keine Sperrklausel?

Das Bundesverfassungsgericht hat die Sperrklausel bei der Europawahl in zwei Entscheidungen für verfassungswidrig erklärt. Am 9. November 2011 kippte das BVerfG die 5-Prozent-Hürde, und am 26.

Februar 2014 erklärte es auch die vom Gesetzgeber als Ersatz eingeführte 3-Prozent-Hürde für verfassungswidrig (Az. 2 BvE 2/13). Das zentrale Argument: Die Wahlrechtsgleichheit nach Art.

3 Abs. 1 GG wiegt bei der Europawahl schwerer als bei Bundestagswahlen, weil das Europäische Parlament keine Regierung wählt und daher keine stabile Mehrheit benötigt.

Die Funktionsfähigkeit des Parlaments sei durch viele kleine Fraktionen nicht in gleichem Maße gefährdet wie bei einem nationalen Parlament.

Seit 2014 können also auch Parteien mit weniger als einem Prozent der Stimmen einen Sitz im Europaparlament erhalten, sofern ihr Quotient im Divisorverfahren mindestens 0,5 erreicht.

Das Urteil bezieht sich ausdrücklich auf die Europawahl — bei der Bundestagswahl bleibt die 5-Prozent-Hürde bestehen, weil dort die Bildung einer stabilen Regierungsmehrheit das verfassungsrechtlich tragende Argument ist.

Was ist der Zuteilungsdivisor bei Sainte-Laguë/Schepers?

Der Zuteilungsdivisor ist die zentrale Rechengröße im Divisorverfahren. Jede Parteistimmenzahl wird durch diesen Divisor geteilt, und das Ergebnis wird nach Standardrundung auf eine ganze Zahl gerundet — das ist die Sitzzahl dieser Partei.

Der Divisor wird iterativ angepasst: Ergibt die Summe aller gerundeten Sitze mehr als 96, wird der Divisor erhöht, ergibt sie weniger, wird er verringert. Der Startdivisor ergibt sich aus Gesamtstimmen geteilt durch Gesamtsitze.

Ein konkretes Beispiel: Bei 37,9 Millionen Gesamtstimmen und 96 Sitzen liegt der Startdivisor bei etwa 394.792. Ergibt die Rundungssumme bei diesem Divisor 95 statt 96 Sitze, wird der Divisor leicht verringert, bis die Summe exakt stimmt.

Der finale Divisor hat keinen politischen Inhalt — er ist ein rechnerisches Werkzeug, das die proportionale Verteilung sicherstellt.

Alternativ lässt sich das Ergebnis über Höchstzahlen berechnen: Die Stimmen jeder Partei werden durch 0,5, 1,5, 2,5 usw. geteilt, und die 96 größten Quotienten erhalten je einen Sitz — der Divisor liegt dann zwischen dem letzten vergebenen und dem ersten nicht vergebenen Quotienten.

Wie viele Sitze hat Deutschland im Europäischen Parlament?

Deutschland stellt mit 96 Abgeordneten die größte nationale Delegation im Europäischen Parlament. Das ist das vertraglich festgelegte Maximum nach Art. 14 Abs. 2 des Vertrags über die Europäische Union.

Die Mindestgröße beträgt 6 Sitze, die derzeit Malta, Luxemburg und Zypern haben. Die Gesamtzahl der EP-Sitze liegt bei 720 für die Wahlperiode 2024 bis 2029, festgelegt durch Beschluss (EU) 2023/2061.

Die Verteilung der Sitze auf die Mitgliedstaaten folgt dem Prinzip der degressiven Proportionalität: Größere Länder haben mehr Sitze, aber weniger Sitze pro Einwohner als kleinere.

Deutschland hat etwa 83 Millionen Einwohner und 96 Sitze, Malta etwa 500.000 Einwohner und 6 Sitze — pro Sitz vertritt ein deutscher Abgeordneter also rund 865.000 Einwohner, ein maltesischer nur etwa 83.000.

Seit dem Vertrag von Lissabon (2009) ist 96 die vertragliche Obergrenze für einen einzelnen Mitgliedstaat — zuvor stellte Deutschland 99 Abgeordnete.

Die Sitzzahl wird vom Europäischen Rat vor jeder Wahl festgelegt und kann sich durch EU-Erweiterungen oder Vertragsänderungen ändern.

Was unterscheidet Sainte-Laguë von d'Hondt bei der Europawahl?

Deutschland verwendet bei der Europawahl das Divisorverfahren mit Standardrundung, also Sainte-Laguë/Schepers. Andere EU-Mitgliedstaaten wie Frankreich, Spanien oder Belgien verwenden das Höchstzahlverfahren nach d'Hondt.

Der Unterschied liegt in der Rundungsregel: d'Hondt rundet jeden Quotienten systematisch ab, was größere Parteien bevorzugt, weil Restbrüche verfallen und die nächsten Sitze an Parteien mit ohnehin hohen Quotienten gehen.

Sainte-Laguë rundet nach Standardrundung — Quotienten ab 0,5 werden aufgerundet, darunter abgerundet — und wirkt dadurch neutraler zwischen großen und kleinen Parteien.

Bei der Europawahl 2024 hätte d'Hondt statt Sainte-Laguë die CDU/CSU und die Grünen je einen Sitz besser, die Linke und die Freien Wähler je einen schlechter gestellt. Der Gesamteffekt beträgt zwei Mandate — messbar, aber gering.

Bei weniger Parteien oder einer Sperrklausel schrumpft der Unterschied weiter, weil die Parteien am Rand der Verteilung, wo sich d'Hondt und Sainte-Laguë am stärksten unterscheiden, dann nicht mehr im Verfahren sind.

Können Parteien mit weniger als 1 Prozent ins EP einziehen?

Ja, weil es bei der Europawahl in Deutschland keine Sperrklausel gibt. Eine Partei zieht ins Europaparlament ein, wenn ihr nach dem Divisorverfahren mindestens ein Sitz zugewiesen wird.

Das geschieht, wenn ihr Quotient aus Stimmen geteilt durch Divisor mindestens 0,5 beträgt, denn die Standardrundung rundet ab 0,5 auf.

Bei einem typischen Divisor von rund 395.000 braucht eine Partei also etwa 198.000 Stimmen für einen Sitz — das entspricht bei 37,9 Millionen Gesamtstimmen rund 0,52 Prozent.

Bei der Europawahl 2024 zogen 15 Parteien ins Europaparlament ein — darunter ÖDP, Familienpartei und Partei des Fortschritts mit je einem Sitz und jeweils unter einem Prozent der Stimmen.

Volt erreichte mit 2,6 Prozent drei Sitze, die Tierschutzpartei mit 1,4 Prozent einen Sitz.

Dieser Effekt ist eine direkte Folge der fehlenden Sperrklausel und wäre bei einer 5-Prozent-Hürde unmöglich — dort würden nur sechs der 15 Parteien Sitze erhalten.

Was passiert bei Stimmengleichheit oder exakt 0,5 im Quotienten?

Wenn der Quotient einer Partei exakt bei 0,5 liegt, greift die Rundungsregel: Die Richtung wird so gewählt, dass die Gesamtsumme der Sitze exakt der vorgegebenen Sitzzahl entspricht.

In der Praxis kommt dieser Fall extrem selten vor, weil die Stimmenzahlen sehr groß sind und ein exakter 0,5-Quotient eine präzise Zahlenrelation zwischen Parteistimmen und Divisor erfordert.

Wenn doch, wird die Partei aufgerundet, falls die Summe der übrigen Rundungen unter der Gesamtsitzzahl liegt, und abgerundet, falls sie darüber liegt.

Für den Fall, dass zwei oder mehr Parteien am letzten zu vergebenden Sitz dieselbe Höchstzahl erreichen, sieht § 2 Abs. 3 Satz 4 EuWG ausdrücklich einen Losentscheid des Bundeswahlleiters vor.

Dieses Los musste bei der Europawahl bisher noch nie gezogen werden, ist aber gesetzlich vorgesehen und greift genau dann, wenn der Divisor das Gleichgewicht nicht auflösen kann. Der Rechner zeigt diesen Fall mit dem Ergebnis „Losentscheid“ an.

Wie unterscheidet sich die Europawahl von der Bundestagswahl?

Die Europawahl in Deutschland unterscheidet sich in fünf zentralen Punkten von der Bundestagswahl. Erstens: Keine Sperrklausel — bei der Bundestagswahl gilt die 5-Prozent-Hürde oder die Grundmandatsklausel, bei der Europawahl gibt es keine Hürde.

Zweitens: Keine Wahlkreise — die Bundestagswahl hat 299 Wahlkreise mit Erststimme für Direktkandidaten, die Europawahl ist eine reine Listenwahl mit einer Stimme für die Bundesliste.

Drittens: Die Sitzzahl ist fix — der Bundestag kann durch Überhangmandate wachsen, das deutsche EP-Kontingent bleibt bei exakt 96 Sitzen.

Viertens: Die Listenverbindung — Landeslisten desselben Wahlvorschlags werden automatisch zusammengezählt, während die Bundestagswahl Landeslisten in einem zweistufigen Verfahren verrechnet.

Fünftens: Die Kandidatenreihenfolge — bei der Europawahl bestimmt die Partei die Listenreihenfolge, bei der Bundestagswahl bestimmen die Erststimmen einen Teil der Zusammensetzung über Direktmandate.

Das Sitzverteilungsverfahren ist allerdings in beiden Fällen Sainte-Laguë/Schepers. Der Rechner bildet ausschließlich die Europawahllogik ab — die Bundestagsverteilung mit Überhangs- und Ausgleichsmandaten zeigt der Überhangmandate-Rechner.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Der aufschlussreichste Vergleich entsteht, wenn Sie dasselbe Stimmergebnis einmal mit allen Parteien und einmal nur mit den Parteien über 5 Prozent eingeben. Die Differenz zeigt, wie viele Sitze sich durch die fehlende Sperrklausel verschieben — bei der Europawahl 2024 waren es 15 Mandate, die ohne Hürde an kleine Parteien gingen.

Verändern Sie zwischen zwei Läufen immer nur eine Größe: entweder die Parteienzahl oder die Sitzzahl, nicht beides gleichzeitig, sonst lässt sich der Effekt nicht sauber zuordnen.

Bei knappen Quotienten lohnt ein zweiter Blick auf die Partei am Rand — liegt ihr Quotient bei 1,48 oder 1,52, entscheidet die Rundung über ein Mandat. Welche Parteien eine Sperrklausel überspringen würden, zeigt der Sperrklausel-Rechner.

Ein dritter Vergleich: Entfernen Sie alle Parteien unter 2 Prozent und rechnen Sie mit einer hypothetischen 2-%-Hürde — das simuliert den Effekt der geplanten, aber noch nicht ratifizierten EU-Direktwahlakt-Reform, die eine Mindestschwelle von 2 bis 5 Prozent für Länder mit mehr als 35 Sitzen vorsieht.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ein Politikjournalist prüft, wie sich das Europawahl-Ergebnis 2024 verändert hätte, wenn es eine 5-Prozent-Hürde gegeben hätte. Er gibt die tatsächlichen Stimmen ein und liest: 10 Parteien mit Sitzen, darunter vier mit weniger als 3 Prozent.

Dann entfernt er alle Parteien unter 5 Prozent und rechnet erneut: Statt 10 bleiben 6 Parteien, und deren Sitzzahlen steigen um insgesamt 10 Mandate.

Die CDU/CSU gewinnt 3 Sitze, SPD und Grüne je zwei, AfD, BSW und FDP je einen. Europawahl: Sitzverteilung ohne Hürde vs. mit hypothetischer 5-%-Sperrklausel Der Vergleich zeigt: Die fehlende Sperrklausel kostet die großen Parteien jeweils ein bis drei Mandate und ermöglicht einer vielfältigeren Parteienlandschaft den Einzug ins EP.

Ein zweites Szenario — nur die vier größten Parteien — zeigt den Maximaleffekt: CDU/CSU steigt auf 41, Grüne haben als kleinste Fraktion 17 Sitze, ein deutlich konzentrierteres Parlament.

Ob eine einzelne Partei mit einer Sperrklausel noch vertreten wäre, prüft der Sperrklausel-Rechner.

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Irrtum ist die Annahme, dass bei der Europawahl in Deutschland eine 5-Prozent-Hürde gilt — sie wurde 2011 bzw. 2014 vom BVerfG aufgehoben.

Zweitens werden Umfragewerte in Prozent direkt als Sitzanteile gelesen, obwohl die tatsächliche Sitzzahl vom Divisor und der Rundung abhängt.

Drittens wird die Europawahllogik mit der Bundestagslogik verwechselt: Es gibt keine Wahlkreise, keine Erst- und Zweitstimme und keine Überhang- oder Ausgleichsmandate.

Viertens wird übersehen, dass die Landeslisten verbunden sind — eine Partei, die nur in Bayern antritt, bekommt ihre Stimmen nicht getrennt zugewiesen, sondern in den bundesweiten Pool.

Fünftens wird der Divisor als fester Wert missverstanden, obwohl er ein iteratives Ergebnis ist, das sich mit jeder Änderung der Eingaben verschiebt.

Sechstens wird angenommen, dass bei Stimmengleichheit am letzten Sitz keine Regel existiere — tatsächlich sieht § 2 Abs. 3 Satz 4 EuWG einen Losentscheid des Bundeswahlleiters vor.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Europawahl-Sitzverteilung-Rechner verteilt die 96 deutschen EP-Sitze nach Sainte-Laguë/Schepers (§ 2 Abs. 3 EuWG) ohne Sperrklausel — mit Divisor, Stimmanteil, Sitzanteil und Abweichung je Partei.

Durch die fehlende Hürde seit BVerfG 2014 ziehen auch kleine Parteien ins Europaparlament ein, sofern ihr Quotient die Rundungsschwelle von 0,5 erreicht.

Den allgemeinen Verfahrensvergleich zwischen Sainte-Laguë, d'Hondt und Hare-Niemeyer bietet der Sitzverteilungsrechner. Ob eine Partei eine hypothetische Sperrklausel überspringen würde, prüft der Sperrklausel-Rechner.

Wie Direktmandate auf Bundesebene die Parlamentsgröße beeinflussen, zeigt der Überhangmandate-Rechner. Die Koalitionsfähigkeit der resultierenden Sitzverteilung bewertet der Mehrheiten-Koalitionsrechner. Die Wahlbeteiligung berechnet der Wahlbeteiligung-Rechner.

Verschiedene Wahlsysteme — Sainte-Laguë, d'Hondt, FPTP, MMP und STV — auf derselben Stimmenbasis vergleicht der Wahlsystem-Vergleichsrechner.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · CDU/CSU 41, AfD 20, SPD 18, Grüne 17 Sitze. Divisor: 304.515.

Nur 4 große Parteien — ohne Kleinstparteien

gesamtSitze
96
parteien
CDU/CSU 12.400.000, AfD 6.200.000, SPD 5.600.000, Grüne 5.300.000

Beispiel 2 · Mittel · CDU/CSU 35, AfD 17, SPD 16, Grüne 15, BSW 7, FDP 6 Sitze. Divisor: 356.853.

Hypothetisch: 5-%-Hürde aktiv

gesamtSitze
96
parteien
CDU/CSU 12.400.000, AfD 6.200.000, SPD 5.600.000, Grüne 5.300.000, BSW 2.450.000, FDP 2.100.000

Beispiel 3 · Komplex · CDU/CSU 49, AfD 24, SPD 22, Kleinstpartei 1 Sitz. Divisor: 254.366.

Knappster Einzug: Partei mit genau einem Sitz

gesamtSitze
96
parteien
CDU/CSU 12.400.000, SPD 5.600.000, AfD 6.200.000, Kleinstpartei 200.000

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Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Modellrechnung auf Basis eingegebener Stimmen. Die Berechnung bildet das gesetzliche Verfahren nach § 2 EuWG ab, ersetzt aber nicht das amtliche Ergebnis der Bundeswahlleiterin.

Quelle: EuWG § 2 Abs. 3 (Sitzverteilung nach Divisorverfahren mit Standardrundung), BVerfG 26.02.2014, 2 BvE 2/13 (Sperrklausel verfassungswidrig), Art. 14 Abs. 2 EUV (96 Sitze für Deutschland)

Stand: 2026-09-19

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
19. September 2026
Fachbereich
Politik & Wahlen / Sitzverteilung
Formeln basieren auf
Dokumentierte Rechenlogik mit Plausibilitaets- und Vergleichscheck
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Europawahl-Sitzverteilung. Abgerufen von https://rechner-portal.de/politik-wahlen/sitzverteilung/europawahl-sitzverteilung-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Europawahl-Sitzverteilung. Available at: https://rechner-portal.de/politik-wahlen/sitzverteilung/europawahl-sitzverteilung-rechner

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