Überblick
Was sind Überhangmandate?
Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.
Wie stark wächst der Bundestag, wenn eine Partei mehr Wahlkreise gewinnt als ihr nach dem Zweitstimmenanteil zustehen? Der Überhangmandate-Rechner beantwortet genau diese Frage — für das alte Wahlrecht mit Ausgleichsmandaten und für das neue BWahlG 2023 mit Zweitstimmendeckung.
Überhangmandate entstehen im personalisierten Verhältniswahlrecht, wenn eine Partei in den Wahlkreisen mehr Direktmandate (Erststimme) gewinnt, als ihr nach dem Zweitstimmenanteil proportional zustehen.
Unter dem alten Recht behielt die Partei alle Direktmandate, und die übrigen Parteien erhielten Ausgleichsmandate, bis die Proportionalität wiederhergestellt war — der Bundestag wuchs dabei regelmäßig über die gesetzliche Regelgröße hinaus.
2021 saßen 736 statt 598 Abgeordnete im Plenum. Das BWahlG 2023 beseitigte diesen Mechanismus grundlegend: Überzählige Direktmandate werden nicht mehr besetzt (Zweitstimmendeckung), und der Bundestag bleibt bei der Regelgröße.
Der Rechner modelliert beide Systeme nebeneinander.
Du gibst Parteien mit Direktmandaten und Zweitstimmenanteil ein, und er verteilt die Sitze nach dem Sainte-Laguë/Schepers-Verfahren, ermittelt den Überhang je Partei und zeigt die resultierende Bundestagsgröße.
So wird sichtbar, warum dasselbe Wahlergebnis unter altem Recht einen 695-Sitze-Bundestag erzeugt, unter neuem Recht aber bei 630 Sitzen bleibt. Die proportionale Grundverteilung, auf der der Überhang aufbaut, erklärt der Sitzverteilungsrechner im Detail.