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Wahlswing-Rechner: Wahlergebnisse vergleichen und Swing analysieren

politik-wahlenStand
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Kurzantwort

Der Wahlswing misst die Veränderung des Stimmenanteils einer Partei zwischen zwei Wahlen in Prozentpunkten. Dieser Rechner vergleicht die Ergebnisse zweier aufeinanderfolgender Wahlen, sortiert nach Swing absteigend, und berechnet den Two-Party-Swing zwischen den beiden stärksten Parteien sowie den Pedersen-Volatilitätsindex als Maß für die Gesamtverschiebung.

Wahlergebnisse zweier Wahlen vergleichen: Swing in Prozentpunkten, relative Veränderung

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Sept. 2026)Stand:

Überblick

Was ist eine Swing-Analyse?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Wie stark hat sich das Kräfteverhältnis zwischen zwei Wahlen verschoben? Der Wahlswing-Rechner beantwortet diese Frage in Prozentpunkten, sortiert die Parteien nach Gewinnern und Verlierern und liefert mit dem Pedersen-Volatilitätsindex ein einzelnes Maß für die Gesamtbewegung des Parteiensystems.

Der Swing einer Partei ist die Differenz ihres Stimmenanteils in Prozentpunkten zwischen zwei aufeinanderfolgenden Wahlen. Steigt die AfD von 10,3 auf 20,8 Prozent, beträgt der Swing +10,5 PP; fällt die FDP von 11,5 auf 4,3 Prozent, sind es −7,2 PP.

Die relative Veränderung setzt dieselbe Differenz ins Verhältnis zum Ausgangswert: Die FDP verliert 62,6 Prozent ihres Stimmenanteils, die AfD verdoppelt ihren nahezu (+101,9 %).

Erst beide Maße zusammen zeigen, ob eine Verschiebung absolut groß und relativ zum Ausgangsniveau bedeutsam ist.

Zwei Zusatzmetriken fassen das Gesamtbild zusammen: Der Two-Party-Swing nach dem Butler-Modell vergleicht die Swings der beiden stärksten Parteien und misst die Richtung der Hauptbewegung.

Der Pedersen-Volatilitätsindex summiert die Absolutbeträge aller Einzelswings und halbiert das Ergebnis — er gibt an, welcher Anteil der Stimmen zwischen den Wahlen die Partei gewechselt hat.

Die Stimmenanteile vor der Swing-Berechnung liefert der Stimmen-Prozent-Umrechner.

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Die Parteientabelle ist das zentrale Eingabefeld: Je Partei trägst du den Namen, den Stimmenanteil bei der Vorwahl (in Prozent) und den Stimmenanteil bei der aktuellen Wahl ein. Die Prozentwerte beziehen sich auf die gültigen Stimmen — nicht auf Wahlberechtigte.

Wer die absoluten Stimmen einer Partei hat, rechnet sie vorher mit dem Stimmen-Prozent-Umrechner in Anteile um. Fehlt der Vorwahl-Wert einer Partei (0 Prozent), markiert der Rechner sie als neue Partei; tritt eine Partei aktuell nicht mehr an, ist ihr aktueller Wert 0.

In beiden Fällen ist die relative Veränderung nicht berechenbar, weil der Ausgangswert fehlt oder null wäre. Der Swing in Prozentpunkten wird trotzdem ausgewiesen.

Zwei weitere Felder sind optional: Gültige Stimmen Vorwahl und Gültige Stimmen aktuelle Wahl. Erst wenn beide einen Wert größer null haben, berechnet der Rechner die geschätzten absoluten Stimmenzahlen je Partei und die absolute Stimmenveränderung.

Für reine Prozentvergleiche lässt du beide auf Null.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Vier Formeln bilden den Rechenkern. Der Swing in Prozentpunkten ist die Differenz: Aktuell (%) minus Vorwahl (%).

Bei CDU/CSU 28,5 minus 24,1 ergibt das +4,4 PP. Die relative Veränderung setzt die Differenz ins Verhältnis zum Ausgangswert: (Aktuell − Vorwahl) geteilt durch Vorwahl mal 100.

Bei der FDP sind das (4,3 − 11,5) geteilt durch 11,5 mal 100 = −62,6 Prozent — die Partei verliert knapp zwei Drittel ihres Stimmenanteils.

Der Two-Party-Swing vergleicht die Veränderungen der beiden aktuell stärksten Parteien: (Swing A − Swing B) geteilt durch 2.

Liegen die CDU/CSU bei +4,4 und die AfD bei +10,5, ergibt das (4,4 − 10,5) / 2 = −3,1 PP — die Hauptbewegung läuft in Richtung AfD.

Der Pedersen-Volatilitätsindex summiert die Absolutbeträge aller Einzelswings und halbiert: (|4,4| + |5,2| + |3,2| + |7,2| + |10,5|) / 2 = 15,3. Werte unter 5 gelten als stabil, über 15 als hoch volatil.

Alle Prozentwerte werden auf eine Nachkommastelle gerundet. Die Sortierung erfolgt nach Swing absteigend, damit Gewinner oben und Verlierer unten stehen. Wahlswing-Formel: Swing PP = Aktuell minus Vorwahl, Pedersen-Index = Summe aller Absolutswings geteilt durch 2

Nachschlagen

Pedersen-Volatilitätsindex ausgewählter Bundestagswahlen (Tabelle 1990–2021)

Wie stark verschoben sich die Stimmenanteile zwischen aufeinanderfolgenden Bundestagswahlen? Der Pedersen-Index misst die Netto-Volatilität auf einer Skala von 0 (identisch) bis 100 (kompletter Austausch).

Pedersen-Volatilitätsindex für Bundestagswahlpaare 1990 bis 2021
WahlpaarPedersen-IndexGrößter EinzelswingEinordnung
1990 → 19945,8CDU/CSU −7,4 PPModerat
1994 → 19986,8SPD +4,5 PPModerat
1998 → 20024,3SPD −2,4 PPStabil
2002 → 20055,5SPD −4,3 PPModerat
2005 → 20099,2SPD −11,2 PPHoch
2009 → 201311,8FDP −9,8 PPHoch
2013 → 201711,5AfD +7,9 PPHoch
2017 → 20219,6SPD +5,2 PPHoch

Werte auf Basis aller Parteien mit Zweitstimmenanteil ≥ 1 %. Quellen: Bundeswahlleiterin, eigene Berechnung. Der Index erfasst nur Netto-Verschiebungen; die tatsächliche Wählerwanderung liegt höher.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Wahlswing

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist der Unterschied zwischen Swing in Prozentpunkten und relativer Veränderung?

Der Swing in Prozentpunkten ist die reine Differenz der Stimmenanteile: Steigt eine Partei von 10,3 auf 20,8 Prozent, beträgt der Swing +10,5 PP.

Die relative Veränderung setzt dieselbe Differenz ins Verhältnis zum Ausgangswert: 10,5 geteilt durch 10,3 mal 100 ergibt +101,9 Prozent. Die Partei hat ihren Anteil also mehr als verdoppelt.

Ein Swing von −7,2 PP klingt absolut moderat, relativ sind es aber −62,6 Prozent — fast zwei Drittel des Stimmenanteils gehen verloren.

Beide Maße zusammen ergeben das vollständige Bild: Prozentpunkte zeigen die absolute Verschiebung im Wählerfeld, die relative Veränderung ordnet sie im Verhältnis zur Ausgangsstärke ein.

Nur Prozentpunkte zu betrachten unterschätzt die Bedeutung für kleine Parteien.

Im deutschen Mehrparteiensystem ist diese Unterscheidung besonders relevant: Für eine Partei nahe der 5-Prozent-Sperrklausel kann ein absolut moderater Verlust von 3 PP relativ über 40 Prozent bedeuten und den Einzug in den Bundestag gefährden.

Das Swing-Konzept geht auf David Butler zurück, der es in den 1950er-Jahren für die britische Zwei-Parteien-Analyse formalisierte.

Was misst der Pedersen-Volatilitätsindex und wie wird er berechnet?

Der Pedersen-Index misst, welcher Anteil der Wählerstimmen zwischen zwei Wahlen rechnerisch die Partei gewechselt hat.

Die Formel summiert die Absolutbeträge aller Einzelswings und halbiert das Ergebnis: Bei Swings von +10,5, +4,4, −3,2, −5,2 und −7,2 ergibt die Summe der Beträge 30,5, geteilt durch 2 sind das 15,3.

Der Index liegt immer zwischen 0 (völlige Stabilität) und 100 (kompletter Austausch). Werte unter 5 gelten in der Wahlforschung als stabil, 5 bis 15 als moderat, über 15 als hoch volatil.

Er erfasst nur die Netto-Verschiebung zwischen Parteien, nicht die tatsächlichen Wählerwanderungen: Wenn 5 Prozent von A zu B und gleichzeitig 5 Prozent von B zu A wandern, bleibt der Index bei null, obwohl 10 Prozent die Partei gewechselt haben.

Der Index wurde 1979 von dem dänischen Politikwissenschaftler Mogens Pedersen eingeführt und ist seitdem das Standardmaß für Wählervolatilität in der vergleichenden Wahlforschung.

Für die Bundestagswahlen 2021 und 2025 ergibt sich mit den Beispieldaten des Rechners ein Index von 15,3 — knapp an der Grenze zur hohen Volatilität.

Was bedeutet der Two-Party-Swing und welche Parteien werden verglichen?

Der Two-Party-Swing geht auf das Butler-Modell aus der britischen Wahlforschung zurück und misst die Richtung der Hauptverschiebung zwischen den zwei stärksten Parteien.

Der Rechner nimmt die beiden Parteien mit dem höchsten aktuellen Stimmenanteil, berechnet deren Einzelswings und bildet den Mittelwert der Differenz: (Swing A − Swing B) geteilt durch 2.

Liegt CDU/CSU bei +4,4 PP und AfD bei +10,5 PP, ergibt das (4,4 − 10,5) / 2 = −3,1 PP. Das negative Vorzeichen zeigt, dass die Hauptbewegung in Richtung der zweiten Partei (AfD) läuft.

In einem Zwei-Parteien-System ist der Two-Party-Swing der einzige relevante Swing; in einem Mehr-Parteien-System fängt er nur die Verschiebung zwischen den zwei stärksten Kräften ein.

In der britischen Tradition war der Two-Party-Swing lange der zentrale Wahlindikator, weil Labour und Conservatives nahezu das gesamte Wählerfeld abdeckten.

Im deutschen Fünf-Parteien-System erfasst er nur einen Ausschnitt: Verschiebungen zwischen kleineren Parteien — etwa der Aufstieg des BSW 2025 — bleiben unsichtbar, weshalb du ihn stets zusammen mit dem Pedersen-Index betrachten solltest.

Wie gehe ich mit Parteien um, die bei einer der beiden Wahlen nicht angetreten sind?

Wenn eine Partei bei der Vorwahl nicht existierte und aktuell 10 Prozent erreicht, setzt du den Vorwahl-Wert auf 0.

Der Rechner markiert sie als neue Partei, zeigt den Swing (+10,0 PP), unterdrückt aber die relative Veränderung, weil Division durch null unsinnig ist.

Tritt eine Partei aktuell nicht mehr an, setzt du den aktuellen Wert auf 0; der Swing beträgt dann −vorwahlProzent PP, die relative Veränderung −100 Prozent.

Beachte, dass der Pedersen-Index diese Fälle mitzählt: Eine neue Partei mit 10 Prozent erhöht den Index um 5 Punkte.

Ob eine Partei wirklich neu ist oder unter neuem Namen weiterbesteht, kann der Rechner nicht erkennen; in diesem Fall trägst du besser die Nachfolge-Partei mit dem alten Wert ein.

Fusionen und Abspaltungen sind häufig: Die WASG ging 2007 in der Linken auf, das BSW spaltete sich 2024 davon ab.

In solchen Fällen trägst du beide Nachfolgeparteien einzeln ein und setzt die alte Partei auf null, damit der Pedersen-Index die Neuordnung korrekt abbildet.

Warum weicht die Summe aller Swings von null ab?

In einem geschlossenen System müsste die Summe aller Swings exakt null ergeben, weil jeder Prozentpunkt, den eine Partei gewinnt, einer anderen fehlt.

In der Praxis weicht die Summe ab, wenn nicht alle Parteien eingetragen sind: Die Kategorie Sonstige fehlt häufig, und ihr Swing kann durchaus mehrere Prozentpunkte betragen. Auch Rundung auf eine Nachkommastelle erzeugt kleine Abweichungen.

Für den Pedersen-Index ist das relevant, weil er systematisch unterschätzt wird, wenn Parteien fehlen: Die fehlenden Absolutbeträge fehlen in der Summe.

Trage deshalb idealerweise alle Parteien ein, die im amtlichen Ergebnis erscheinen, und ergänze eine Zeile Sonstige als Differenz zu 100 Prozent.

Selbst bei vollständigen Daten kann ein Rundungsfehler von 0,1 PP pro Partei bei sechs Parteien bis zu 0,6 PP Abweichung erzeugen.

Prüfe deshalb vorab, ob die Vorwahl- und die aktuellen Anteile jeweils auf 100 Prozent summieren, und gleiche die Sonstige-Zeile entsprechend an. In der Wahlforschung gilt eine Abweichung unter 0,5 PP als unbedenklich für die Volatilitätsberechnung.

Was ist der Unterschied zwischen Wählerwanderung und Swing-Analyse?

Die Wählerwanderung (auch Wählerstromanalyse) versucht nachzuzeichnen, welche konkreten Wählergruppen von Partei A zu Partei B gewechselt haben.

Dafür braucht man Umfragen, Nachwahlbefragungen oder statistische Modelle — die Wanderungsmatrix zeigt dann zum Beispiel, dass 120.000 ehemalige SPD-Wähler zur CDU gewechselt haben, während gleichzeitig 80.000 CDU-Wähler zur AfD gingen.

Die Swing-Analyse, die dieser Rechner durchführt, arbeitet dagegen nur mit den Netto-Ergebnissen: Sie misst die Veränderung der Stimmenanteile zwischen zwei Wahlen in Prozentpunkten, ohne die Richtung der einzelnen Ströme aufzuschlüsseln.

Ein Swing von +4,4 PP für die CDU kann aus vielen gegenläufigen Wanderungen resultieren, die sich netto zu diesem Wert aufaddieren.

Der Pedersen-Index im Rechner gibt eine Obergrenze für die Volatilität an, aber die tatsächliche Wählerwanderung kann er nicht abbilden.

Tatsächlich liegt die Brutto-Wanderung — die Summe aller individuellen Parteiwechsel — stets mindestens so hoch wie der Pedersen-Index, häufig deutlich darüber.

In Deutschland veröffentlichen infratest dimap und die Forschungsgruppe Wahlen nach Bundestagswahlen detaillierte Wanderungsmatrizen, die diese Brutto-Ströme offenlegen.

Wofür brauche ich die optionalen Felder für gültige Stimmen?

Die beiden Felder Gültige Stimmen Vorwahl und Gültige Stimmen aktuelle Wahl ergänzen die reine Prozentanalyse um absolute Zahlen.

Wenn du 46.200.000 und 44.600.000 einträgst, rechnet der Rechner die geschätzten absoluten Stimmen pro Partei hoch und zeigt die absolute Veränderung: Die FDP fiele dann von geschätzt 5.313.000 auf 1.917.800 Stimmen, ein Verlust von 3.395.200 Stimmen.

Das macht den abstrakten Swing von −7,2 Prozentpunkten greifbar. Ohne diese Felder arbeitet der Rechner rein mit Prozenten, was für die meisten Vergleiche ausreicht.

Die absoluten Werte helfen vor allem bei der Einordnung, ob ein Rückgang durch weniger Wähler der Partei oder durch eine insgesamt niedrigere Wahlbeteiligung entsteht.

Die amtlichen Ergebnisse findest du beim Bundeswahlleiter; dort stehen die gültigen Zweitstimmen in der Ergebnisübersicht. Bei Landtagswahlen liefern die Landeswahlleiter die Zahlen.

Der Vergleich absoluter Stimmen deckt einen Effekt auf, den Prozentwerte verbergen: Sinkt die Wahlbeteiligung stark, kann eine Partei Stimmenanteile gewinnen und trotzdem absolut Stimmen verlieren — ein Phänomen, das bei der BTW 2009 mehrere Parteien betraf.

Wie unterscheidet sich die Swing-Analyse von der Sitzverteilung?

Die Swing-Analyse arbeitet mit Stimmenanteilen in Prozent und misst die Veränderung der Wählergunst zwischen zwei Wahlen.

Die Sitzverteilung übersetzt diese Anteile in konkrete Mandate, wobei das Verteilungsverfahren, die Sperrklausel und die Gesamtsitzzahl das Ergebnis beeinflussen.

Ein Swing von +4,4 PP kann je nach Verfahren null, einen oder zwei zusätzliche Sitze bedeuten. Der Wahlswing-Rechner zeigt also das Vorher-Nachher auf der Stimmenebene; wie sich das in Mandate übersetzt, zeigt der Sitzverteilungsrechner.

Beide Analysen ergänzen sich: Erst der Swing macht sichtbar, wo die Verschiebungen liegen, und die Sitzverteilung zeigt, ob sie politisch konsequenzenreich sind.

Das liegt am Sainte-Laguë-Verfahren, das seit 2009 für die Bundestagswahl gilt: Die Divisormethode erzeugt nicht-lineare Schwellenwerte, ab denen ein zusätzlicher Sitz springt.

Kleine Parteien nahe der 5-Prozent-Hürde erleben oft einen extremen Hebeleffekt — die FDP verlor 2025 mit −7,2 PP sämtliche 92 Sitze, weil sie unter die Sperrklausel fiel.

Der Pedersen-Index bildet diesen Alles-oder-nichts-Effekt nicht ab, weshalb du für die parlamentarische Auswirkung den Sitzverteilungsrechner hinzuziehen solltest.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Trage alle Parteien ein, die in mindestens einer der beiden Wahlen angetreten sind, auch Kleinstparteien. Der Pedersen-Index erfasst nur die Verschiebungen zwischen den eingetragenen Parteien; lässt du Sonstige weg, unterschätzt er die tatsächliche Volatilität.

Umgekehrt überschätzt der Index die Fluktuation, wenn du eine Partei einträgst, die unter einem neuen Namen antritt und deren Wählerschaft tatsächlich geblieben ist — der Swing beider Einträge addiert sich dann doppelt.

Vergleiche immer Wahlen derselben Ebene und desselben Gebiets: Bundestag mit Bundestag, Landtag mit Landtag.

Ein Swing zwischen Bundestagswahl und Kommunalwahl hat keine Aussagekraft, weil die Parteienlandschaft und die Wahlbeteiligung sich grundlegend unterscheiden.

Achte auch darauf, dass beide Prozentreihen auf derselben Bezugsgröße beruhen, nämlich den gültigen Stimmen, nicht abgegebenen oder Wahlberechtigten.

Lies den Two-Party-Swing nicht als Prognose: Er beschreibt die Richtung der Hauptverschiebung zwischen den zwei stärksten Parteien, nicht die Bewegung aller Wähler.

In einem Fünf-Parteien-System fängt er einen Teil der Dynamik ein, aber nie die ganze — dafür steht der Pedersen-Index. Willst du prüfen, ob die verschobenen Anteile die Sperrklausel verändern, nutze den Sperrklausel-Rechner.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ein konkretes Szenario: Du vergleichst die Bundestagswahl 2021 mit der Bundestagswahl 2025. Fünf Parteien stehen in der Tabelle: CDU/CSU 24,1 → 28,5 Prozent, SPD 25,7 → 20,5, Grüne 14,8 → 11,6, FDP 11,5 → 4,3, AfD 10,3 → 20,8.

Eingaben: Parteientabelle mit diesen Werten, gültige Stimmen Vorwahl und aktuell jeweils auf Null (reiner Prozentvergleich).

Das Ergebnis sortiert nach Swing absteigend: AfD +10,5 PP (relativ +101,9 %), CDU/CSU +4,4 PP (+18,3 %), Grüne −3,2 PP (−21,6 %), SPD −5,2 PP (−20,2 %), FDP −7,2 PP (−62,6 %).

Der größte Gewinner ist die AfD mit +10,5 Prozentpunkten, der größte Verlierer die FDP mit −7,2 Prozentpunkten. Der Two-Party-Swing zwischen CDU/CSU (28,5 %) und AfD (20,8 %) liegt bei −3,1 PP — die Hauptbewegung verläuft in Richtung AfD.

Der Pedersen-Volatilitätsindex von 15,3 signalisiert hohe Volatilität: Rechnerisch haben 15,3 Prozent der Stimmen die Partei gewechselt.

Ein zweiter Durchgang mit absoluten Stimmen macht die Verschiebung greifbar: Trägst du 46.200.000 gültige Stimmen für 2021 und 44.600.000 für 2025 ein, berechnet der Rechner die geschätzten absoluten Stimmen je Partei.

Die FDP fällt von 5.313.000 auf 1.917.800 Stimmen — ein Verlust von 3.395.200 Wählern in absoluten Zahlen, der das Ausmaß des Swing-Werts von −7,2 PP drastisch untermauert.

Wie sich die veränderten Anteile auf die Sitzverteilung auswirken, zeigt der Sitzverteilungsrechner. Wahlswing-Balken: Fünf Parteien sortiert nach Swing, AfD grösster Gewinner, FDP grösster Verlierer

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von Prozentpunkten und Prozent. Wenn die SPD von 25,7 auf 20,5 Prozent fällt, beträgt der Swing −5,2 Prozentpunkte, die relative Veränderung aber −20,2 Prozent.

Wer beides gleichsetzt, unterschätzt die relative Bedeutung eines Rückgangs bei kleinen Parteien dramatisch: Die FDP verliert nur 7,2 Prozentpunkte, aber 62,6 Prozent ihres Stimmenanteils.

Zweitens wird der Pedersen-Volatilitätsindex falsch interpretiert. Er misst die Summe der Netto-Verschiebungen im Parteiensystem, nicht die tatsächliche Wählerwanderung zwischen den Parteien.

Ein Index von 15,3 bedeutet, dass 15,3 Prozent der Stimmen rechnerisch die Partei gewechselt haben, aber nicht notwendig dieselben Wähler. Drittens werden neue Parteien mit großem Stimmenanteil wie reguläre Swings behandelt.

Eine Partei, die bei der Vorwahl nicht existierte und aktuell 10 Prozent holt, hat keinen sinnvollen relativen Swing, weil die Basis null ist. Der Rechner markiert solche Fälle als neue Partei und unterdrückt die relative Veränderung.

Viertens wird der Two-Party-Swing aus zwei Parteien berechnet, die nicht die stärksten sind, oder es werden Parteien aus unterschiedlichen Wahlebenen verglichen.

Der Rechner verwendet automatisch die beiden Parteien mit dem höchsten aktuellen Stimmenanteil.

Fünftens bleibt unbeachtet, dass sich der Stimmenanteil einer Partei auch dann verschieben kann, wenn sie exakt gleich viele Wähler hält, nämlich wenn die Gesamtzahl der gültigen Stimmen sich ändert.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Wahlswing-Rechner vergleicht Stimmenanteile zweier Wahlen in Prozentpunkten und relativer Veränderung, sortiert Parteien nach Gewinnern und Verlierern und fasst die Gesamtverschiebung im Pedersen-Volatilitätsindex zusammen.

Der Two-Party-Swing zeigt die Richtung der Hauptbewegung zwischen den zwei stärksten Parteien. Optional berechnet der Rechner aus den Gesamtstimmen beider Wahlen auch die absolute Stimmenveränderung pro Partei.

Alle Formeln sind reine Prozentrechnung und brauchen keine externen Konstanten.

Für die Stimmenanteile aus Rohdaten nutzt du den Stimmen-Prozent-Umrechner, die Beteiligungsquote berechnet der Wahlbeteiligung-Rechner, und die Sitzverteilung auf Basis der verschobenen Anteile zeigt der Sitzverteilungsrechner, und ob die verschobenen Anteile den Überhang verändern, zeigt der Überhangmandate-Rechner.

Fünf Wahlsysteme auf derselben Stimmenbasis vergleicht der Wahlsystem-Vergleichsrechner.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Pedersen-Index: 1,0 — Sehr stabil

Stabile Wahl mit niedrigem Pedersen-Index

Parteien
A 35→34 %, B 30→31 %, C 20→20 %, D 15→15 %

Beispiel 2 · Mittel · Neu: +15,0 PP (neue Partei, kein relativer Swing). Pedersen-Index: 15,0

Neue Partei tritt an

Parteien
A 40→32 %, B 35→30 %, C 25→23 %, Neu 0→15 %

Beispiel 3 · Komplex · A: −5,0 PP, aber absolute Stimmen steigen von 500.000 auf 540.000 (+40.000)

Wahlvergleich mit absoluten Stimmen

Parteien
A 50→45 %, B 30→35 %, C 20→20 %
Gültige Stimmen Vorwahl
1.000.000
Gültige Stimmen aktuell
1.200.000

Beispiel 4 · Komplex · Two-Party-Swing: −5,0 PP in Richtung Opposition, Pedersen-Index: 5,0

Two-Party-Swing in einem Zwei-Parteien-System

Parteien
Regierung 52→47 %, Opposition 48→53 %

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Quellen, Transparenz und Haftung

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Rechnerspezifische Grenzen: Alle Berechnungen erfolgen ohne Gewähr. Die Ergebnisse sind Anhaltspunkte und ersetzen keine professionelle Beratung.

Quelle: Reine Mathematik (Pedersen-Index nach Pedersen 1979, Two-Party-Swing nach Butler-Modell)

Stand: 2026-09-18

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
18. September 2026
Fachbereich
politik-wahlen / wahlanalyse
Formeln basieren auf
Dokumentierte Rechenlogik mit Plausibilitaets- und Vergleichscheck
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Wahlswing. Abgerufen von https://rechner-portal.de/politik-wahlen/wahlanalyse/wahlswing-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Wahlswing. Available at: https://rechner-portal.de/politik-wahlen/wahlanalyse/wahlswing-rechner

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