Überblick
Was ist der Mehrheiten- und Koalitionsrechner?
Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.
Sitzstände in konkrete Regierungsoptionen zu übersetzen, ist die Kernaufgabe des Mehrheiten-Koalitionsrechners. Er zeigt, welche Zweier-, Dreier- oder Viererbündnisse eine Mehrheit erreichen, wie stabil diese Mehrheit ausfällt und welche Kombinationen bei kleinen Sitzverschiebungen sofort kippen können.
Grundlage ist die Mehrheitsschwelle: Eine einfache Mehrheit verlangt mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen, eine absolute Mehrheit die Mehrheit aller Parlamentsmitglieder, und für Verfassungsänderungen ist eine Zweidrittelmehrheit nötig.
Zu jeder Koalition weist der Rechner die Sitzreserve aus, also den Abstand zwischen den summierten Sitzen des Bündnisses und der nötigen Schwelle.
So erkennst du nicht nur, ob eine Mehrheit rechnerisch besteht, sondern auch, wie viele Abweichler oder Sitzverschiebungen sie verkraftet, bevor das Bündnis seine Handlungsfähigkeit verliert.
Drei Eingaben hält der Rechner dabei bewusst auseinander: die Gesamtzahl der Sitze, die Zahl der Anwesenden und die Enthaltungen. Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern der Kern der Sache.
Bei 630 Sitzen liegt die absolute Mehrheit bei 316 Stimmen — und sie bleibt bei 316, gleichgültig wie viele Abgeordnete tatsächlich im Saal sitzen, weil sie sich auf die Mitglieder des Hauses bezieht. Die einfache Mehrheit dagegen zählt nach Art.
42 GG nur die abgegebenen Ja- und Nein-Stimmen: Sind 600 anwesend und enthalten sich 20, sinkt sie auf 291.
Neben diesen beiden kennt der Rechner die relative Mehrheit, die Zwei-Drittel-Mehrheit, die bei 630 Sitzen 420 Stimmen verlangt, und die Drei-Viertel-Mehrheit mit 473.
Eine sechste Schwelle, die qualifizierte Mehrheit im Bundesrat, blendet er nur ein, wenn du genau 69 Sitze einträgst — dort sind es 46 Stimmen.