Überblick
Was ist die 5-Prozent-Hürde?
Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.
Ob eine Partei die 5-Prozent-Hürde überspringt oder daran scheitert, entscheidet der Sperrklausel-Rechner auf Basis der gültigen Stimmen und einer frei einstellbaren Schwelle. Die Sperrklausel — in Deutschland meist 5 Prozent auf Bundes- und Landesebene, auf kommunaler Ebene je nach Land zwischen 0 und 5 Prozent — filtert Parteien vor der Mandatsverteilung heraus und bestimmt damit, wessen Stimmen am Ende in Parlamentssitze übersetzt werden und wessen nicht.
Der Rechner zeigt zu jeder eingetragenen Partei den prozentualen Stimmenanteil, die Absolutzahl und den Einzugsstatus: Ja oder Nein, mit dem konkreten Grund.
Scheitert eine Partei, bleiben ihre Stimmen ohne parlamentarische Vertretung — der Rechner beziffert diesen Verfall sowohl in absoluten Zahlen als auch als Prozentanteil aller gültigen Stimmen.
Bei 1.000.000 gültigen Stimmen und einer 5-%-Hürde müssen mindestens 50.000 Stimmen auf eine Partei entfallen, damit sie die Schwelle erreicht. Liegt die FDP bei 30.000 Stimmen, fehlen ihr 20.000 zur Hürde — diese Lücke zeigt der Rechner direkt an.
Zusätzlich bildet der Rechner zwei Ausnahmen von der Sperrklausel ab. Erstens die Grundmandatsklausel (auch Wahlkreisklausel genannt): Eine Partei zieht trotz Verfehlens der Prozenthürde ein, wenn sie mindestens drei Direktmandate gewinnt.
Der Bundestag hatte diese Regel mit der Wahlrechtsreform 2023 zunächst abgeschafft, das Bundesverfassungsgericht erklärte die 5-Prozent-Hürde deshalb am 30.07.2024 (2 BvF 1/23) für verfassungswidrig und ordnete an, dass die Klausel bis zu einer gesetzlichen Neuregelung übergangsweise fortgilt — sie ist deshalb im Rechner standardmäßig aktiv.
Zweitens die Ausnahme für Parteien nationaler Minderheiten: Nach § 4 Abs. 2 Satz 3 BWahlG sind Listen wie die des SSW unabhängig von ihrem Stimmenanteil von der Sperrklausel befreit.
Der Rechner bietet für beide Ausnahmen eigene Schalter beziehungsweise eine Tabellenspalte.