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Pt1000 Rechner: Widerstand und Temperatur berechnen

Elektronik & PhysikStand Noch keine Bewertung

Werte eingeben

Was möchtest du berechnen?
Sensortyp
°C
Toleranzklasse
Ω

Berechnete Werte

Temperatur am Sensor25°C
Widerstand des Sensors1097.35 Ω
Toleranz (Grenzabweichung)0.43 K
Toleranz in Widerstand1.65 Ω
Steigung dR/dT3.879 Ω/K
Widerstand an den Klemmen (mit Leitung)1098.35 Ω
Anzeige ohne Leitungskorrektur25.26 °C
Leitungsfehler der Zweileiterschaltung0.26 K
Widerstand und Toleranz von −50 bis 200 °C[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object]
RechenwegPt1000: R = 1.000 Ω × (1 + 3,9083·10⁻³ × 25,00 − 5,775·10⁻⁷ × 25,00²) = 1.097,35 Ω. Steigung 3,879 Ω/K; Toleranz Klasse B: 0,30 + 0,0050 × |25,0| = 0,43 K, das sind 1,65 Ω; Leitungsfehler 1,00 Ω ÷ 3,879 Ω/K ≈ 0,26 K.
HinweisBei der Zweileiterschaltung addiert sich der Leitungswiderstand von 1,00 Ω zum Sensor und verfälscht die Anzeige um 0,26 K; Drei- oder Vierleiterschaltung vermeidet den Fehler.

Visualisierung

Rechner-spezifische Darstellung wird aus den aktuellen Eingabewerten abgeleitet.

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Kurzantwort

Berechnet den Widerstand eines Platin-Sensors (Pt100, Pt500, Pt1000) aus der Temperatur oder die Temperatur aus dem Widerstand nach der Callendar-Van-Dusen-Gleichung der DIN EN 60751 und zeigt Toleranz der Klasse AA bis C sowie den Leitungsfehler der Zweileiterschaltung.

Pt1000 Rechner: Widerstand aus Temperatur oder Temperatur aus Widerstand berechnen

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Okt. 2026)Stand:

Überblick

Pt1000: Wie hängen Widerstand und Temperatur zusammen?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Der Rechner wandelt Temperatur und Widerstand von Platin-Widerstandsthermometern um, also von Pt100-, Pt500- und Pt1000-Sensoren. Platin ändert seinen elektrischen Widerstand mit der Temperatur reproduzierbar, die Zahl im Namen ist der Nennwiderstand bei 0 °C.

Die Kennlinie legt die Norm DIN EN 60751 (IEC 60751) fest; sie gilt von −200 bis 850 °C.

Neben dem Wert zeigt der Rechner die zulässige Abweichung der Toleranzklasse AA, A, B oder C und den Fehler, den der Leitungswiderstand bei der Zweileiterschaltung verursacht. Im Standardfall hat ein Pt1000 eine Temperatur von 25 °C.

Daraus ergibt sich ein Widerstand von 1.097,35 Ω, die Steigung beträgt 3,879 Ω je Kelvin. Klasse B erlaubt dort ±0,43 K, das sind ±1,65 Ω. Bei 1 Ω Leitungswiderstand zeigt ein einfacher Messumformer 25,26 statt 25,00 °C an.

Die Werte folgen der Norm-Kennlinie und beschreiben keinen konkreten Sensor. Die Norm selbst ist nicht frei zugänglich; die Zahlen sind mit Herstellerangaben und der Normtabelle des Pt100 abgeglichen.

Eingaben

Sensortyp, Klasse und Messwert eingeben

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Bei „Was möchtest du berechnen?“ wählst du, ob aus der „Temperatur“ der Widerstand oder aus dem „Gemessenen Widerstand (mit Leitung)“ die Temperatur berechnet wird. Der „Sensortyp“ bestimmt den Nennwiderstand: Pt100 hat 100 Ω, Pt500 500 Ω und Pt1000 1.000 Ω bei 0 °C.

Alle drei folgen derselben Kennlinie. Die „Toleranzklasse“ steht im Datenblatt; sie legt die zulässige Abweichung des Sensors fest. Der „Leitungswiderstand (Hin- und Rückleiter)“ ist der Gesamtwiderstand beider Adern der Zweileiterleitung.

Bei einer Messung mit Drei- oder Vierleiterschaltung trägst du 0 ein. Typischer Eingabefehler: der falsche Sensortyp. Ein Wert von 1.385 Ω gehört zu einem Pt1000 bei 100 °C, bei einem Pt100 wären es 138,5 Ω.

Wer den Widerstand mit dem Messgerät an den Klemmen liest, trägt ihn mit Leitung ein und gibt den Leitungswiderstand extra an.

Die Felder für Temperatur und Widerstand blendet der Rechner abwechselnd ein; der Vorgabewert ist ein Pt1000 bei 25 °C mit Klasse B und 1 Ω Leitung.

Praxisfälle

Pt1000 berechnen: Typische Anwendungsfälle

Vier Suchfragen rund um Pt100 und Pt1000, jeweils mit dem nachgerechneten Ergebnis.

  1. Widerstand bei 25 Grad

    „Welchen Widerstand hat ein Pt1000 bei 25 Grad?“

    Eingabe
    Pt1000, 25 °C, Klasse B
    Ergebnis
    1.097,35 Ω, Steigung 3,879 Ω/K, Toleranz ±0,43 K
  2. Temperatur aus Widerstand

    „Welche Temperatur gehört zu 1.200 Ohm beim Pt1000?“

    Eingabe
    Pt1000, 1.200 Ω, Leitung 0 Ω
    Ergebnis
    51,57 °C, Toleranz Klasse B ±0,56 K
  3. Pt100 bei 100 Grad

    „Wie hoch ist der Widerstand eines Pt100 bei 100 Grad?“

    Eingabe
    Pt100, 100 °C
    Ergebnis
    138,51 Ω, Steigung 0,379 Ω/K
  4. Fehler durch die Leitung

    „Wie groß ist der Leitungsfehler beim Pt100 und Pt1000?“

    Eingabe
    0 °C, Leitungswiderstand 1 Ω
    Ergebnis
    Pt100 2,56 K, Pt1000 0,26 K

Berechnung

Pt1000 berechnen: Kennlinie, Toleranz und Leitungsfehler

Siehe Formeln und Rechenschritte.

Formelgrafik: Widerstand R gleich N mal (1 plus A T plus B T²); Toleranz Klasse B gleich 0,3 plus 0,005 mal T; Leitungsfehler gleich Leitungswiderstand durch Steigung
Ein Pt1000 hat bei 25 °C 1.000 · (1 + 0,0977 − 0,0004) = 1.097,35 Ω; Klasse B erlaubt dort ±0,43 K, und 1 Ω Leitung verfälscht die Anzeige um 0,26 K.

Nachschlagen

Pt100, Pt500 und Pt1000: Widerstand nach Temperatur

Die Tabelle zeigt den Widerstand von Pt100, Pt500 und Pt1000 bei zehn Temperaturen von −50 bis 300 °C nach der Callendar-Van-Dusen-Gleichung der DIN EN 60751. Gerechnet mit derselben Funktion wie der Rechner.

Widerstand in Ω nach Temperatur in °C für Pt100, Pt500 und Pt1000 (Platin, 0,00385 je Kelvin)
TemperaturPt100Pt500Pt1000
-50 °C80,31401,53803,06
-20 °C92,16460,80921,60
0 °C100,00500,001.000,00
20 °C107,79538,971.077,94
25 °C109,73548,671.097,35
50 °C119,40596,991.193,97
100 °C138,51692,531.385,06
150 °C157,33786,631.573,25
200 °C175,86879,281.758,56
300 °C212,051.060,262.120,52

Unter 0 °C kommt das Glied mit C hinzu. Die Werte gelten für Normsensoren ohne Leitungswiderstand.

Toleranzklassen AA, A, B und C nach Temperatur

Die Tabelle zeigt die Grenzabweichung der vier Klassen nach IEC 60751:2008 in Kelvin bei sieben Temperaturen. Gerechnet mit derselben Funktion wie der Rechner.

Grenzabweichung in Kelvin nach Temperatur und Toleranzklasse (a + b · |t|)
TemperaturKlasse AAKlasse AKlasse BKlasse C
-50 °C± 0,19 K± 0,25 K± 0,55 K± 1,10 K
0 °C± 0,10 K± 0,15 K± 0,30 K± 0,60 K
100 °C± 0,27 K± 0,35 K± 0,80 K± 1,60 K
200 °C± 0,44 K± 0,55 K± 1,30 K± 2,60 K
300 °C± 0,61 K± 0,75 K± 1,80 K± 3,60 K
400 °C± 0,78 K± 0,95 K± 2,30 K± 4,60 K
500 °C± 0,95 K± 1,15 K± 2,80 K± 5,60 K

Die Klassen gelten nur in ihren Temperaturbereichen: AA −50 bis 250 °C (Drahtwiderstand), A −100 bis 450 °C, B −196 bis 600 °C. Für Klasse C nennen die Quellen keinen Bereich.

Expertenmodus

Häufige Fragen zum Pt1000

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Wie berechne ich den Widerstand eines Pt1000?

Ab 0 °C gilt die Gleichung R = R0 · (1 + A·T + B·T²) mit R0 = 1.000 Ω, A = 3,9083·10⁻³ und B = −5,775·10⁻⁷, wobei T in °C eingesetzt wird.

Bei 100 °C ergibt das 1.000 · (1 + 0,39083 − 0,005775) = 1.385,06 Ω, bei 25 °C sind es 1.097,35 Ω und bei 200 °C 1.758,56 Ω. Unter 0 °C kommt ein Glied mit C = −4,183·10⁻¹² dazu; bei −40 °C sind es 842,71 Ω.

Die Kennlinie ist nach DIN EN 60751 für Platin mit dem Temperaturkoeffizienten 0,00385 je Kelvin festgelegt und gilt von −200 bis 850 °C. Trage im Rechner den Sensortyp und die Temperatur ein, um Widerstand, Steigung und Toleranz zu sehen.

Vergleiche das Ergebnis mit der Tabelle im Datenblatt deines Sensors, denn Hersteller geben meist Werte für ganze Temperaturschritte an.

Wie rechne ich Pt1000-Widerstand in Temperatur um?

Aus dem Widerstand folgt die Temperatur über die Umkehrung der Kennlinie.

Ab 0 °C, also bei Widerständen über 1.000 Ω, löst man die quadratische Gleichung B·T² + A·T + (1 − R/R0) = 0 exakt; darunter braucht man ein Näherungsverfahren, der Rechner nutzt das Newton-Verfahren.

Ein Beispiel: 1.200 Ω ergeben 51,57 °C, 1.385,06 Ω ergeben 100,00 °C und 842,71 Ω ergeben −40,00 °C.

Wichtig ist, dass du den Widerstand des Sensors einsetzt und nicht den Wert an den Klemmen: Zweileiterleitungen addieren ihren Widerstand, dann zieht der Rechner den Leitungswiderstand erst ab.

Trage ihn im entsprechenden Feld ein und prüfe, ob der Sensorwiderstand in den Bereich von −200 bis 850 °C fällt, sonst zeigt der Rechner einen Fehlertext.

Ein Messwert unter 185 Ω oder über 3.905 Ω gehört bei einem Pt1000 nicht zu einer Temperatur zwischen −200 und 850 °C, sondern deutet auf einen Defekt oder eine falsche Verdrahtung hin.

Worin unterscheiden sich Pt100 und Pt1000?

Beide folgen derselben Kennlinie nach DIN EN 60751, nur der Nennwiderstand bei 0 °C ist verschieden: 100 Ω beim Pt100, 1.000 Ω beim Pt1000. Alle Widerstände und Steigungen unterscheiden sich daher um den Faktor 10.

Bei 100 °C hat der Pt100 138,51 Ω, der Pt1000 1.385,06 Ω; die Steigung beträgt 0,379 beziehungsweise 3,793 Ω/K.

Der Pt1000 liefert pro Kelvin ein größeres Signal und ist deshalb unempfindlicher gegen den Leitungswiderstand: Bei 1 Ω in der Zweileiterleitung ergeben sich 0,26 K statt 2,56 K Fehler bei 0 °C.

Der Pt100 ist dagegen in der Industrie weit verbreitet, oft mit Dreileiter- oder Vierleiterschaltung. Prüfe im Datenblatt deines Reglers, welchen Typ der Eingang erwartet, denn eine Verwechslung verschiebt die Anzeige um viele Kelvin.

Alle Typen sind bis 850 °C genormt; wichtiger ist, dass Sensor, Leitung und Eingang des Messgeräts zusammenpassen und dieselbe Kennlinie verwenden.

Welche Toleranzklasse brauche ich für meinen Sensor?

Nach IEC 60751:2008 beschreibt die Klasse die zulässige Abweichung des Sensors von der Normkennlinie in Kelvin: AA ±(0,1 + 0,0017·|t|), A ±(0,15 + 0,002·|t|), B ±(0,3 + 0,005·|t|) und C ±(0,6 + 0,01·|t|).

Bei 100 °C sind das ±0,27, ±0,35, ±0,8 und ±1,6 K. Klasse B ist in der Industrie üblich, Klasse A oder AA wählst du bei höheren Anforderungen an die Genauigkeit.

Beachte die Gültigkeitsbereiche: Klasse A gilt für Drahtwiderstände von −100 bis 450 °C, für Dünnschichtsensoren von −30 bis 300 °C; Klasse AA nur von −50 bis 250 beziehungsweise 0 bis 150 °C. Die Klasse deckt nur den Sensor ab.

Rechne die Messelektronik, den Leitungsfehler und die Selbsterwärmung hinzu und lass dir die Genauigkeit im Zweifel kalibrieren.

Hast du keine Angaben, ist Klasse B die sichere Annahme für einen handelsüblichen Industriesensor; verlasse dich nicht auf bessere Werte.

Wie groß ist der Leitungsfehler beim Pt1000?

Bei der Zweileiterschaltung addiert sich der Widerstand von Hin- und Rückleiter zum Sensor. Der Fehler in Kelvin ist der Leitungswiderstand geteilt durch die Steigung dR/dT.

Bei 0 °C beträgt die Steigung eines Pt1000 3,908 Ω/K, ein Leitungswiderstand von 1 Ω verfälscht die Anzeige also um 0,26 K; beim Pt100 sind es 2,56 K. Ein Kabel mit 0,5 mm² und 10 m Länge hat etwa 0,7 Ω, das ergibt beim Pt1000 bei 65 °C 0,18 K.

Der Fehler wirkt als fester Offset, den du im Regler abgleichen kannst, wenn die Leitung konstant bleibt. Temperaturänderungen des Kabels verändern ihn jedoch, weil Kupfer selbst einen Temperaturkoeffizienten hat.

Bei langen Leitungen oder hohen Genauigkeitsanforderungen wählst du eine Drei- oder Vierleiterschaltung. Trage im Rechner deinen Leitungswiderstand ein, um Fehler und Toleranz direkt zu vergleichen.

Der Rechner zeigt zusätzlich die Anzeige ohne Leitungskorrektur, also den Wert, den ein einfacher Messumformer tatsächlich ausgibt.

Wie funktionieren Drei- und Vierleiterschaltung?

Bei der Dreileiterschaltung führt eine dritte Ader zum Sensor, sodass der Messumformer den Leitungswiderstand getrennt erfassen und abziehen kann. Das funktioniert, wenn die beiden Adern gleich lang und gleich dick sind.

Bei der Vierleiterschaltung speisen zwei Adern den Messstrom ein und zwei weitere greifen die Spannung am Sensor ab; der Spannungsabfall über die Leitung geht nicht in die Messung ein.

Die Vierleiterschaltung ist die genaueste Lösung und kompensiert Leitungen auch bei schwankender Temperatur. Beim Pt100 wird sie häufig eingesetzt, weil schon 1 Ω Leitung 2,56 K Fehler verursacht.

Beim Pt1000 genügt oft die Zweileiterschaltung mit kurzem Kabel. Der Rechner zeigt dir den Fehler der Zweileiterschaltung; trägst du 0 Ω ein, siehst du den Idealfall, der einer sauberen Drei- oder Vierleiterschaltung entspricht.

Prüfe im Datenblatt des Messumformers, welche Schaltung er unterstützt, und halte alle Adern gleich lang.

Welche Pt1000-Werte gelten bei 0 bis 100 Grad?

Die Normwerte des Pt1000 sind das Zehnfache der Pt100-Tabelle. Bei 0 °C sind es 1.000,00 Ω, bei 20 °C 1.077,94 Ω, bei 50 °C 1.193,97 Ω und bei 100 °C 1.385,06 Ω.

Pro Kelvin steigt der Widerstand um rund 3,9 Ω, bei höheren Temperaturen etwas weniger: 3,908 Ω/K bei 0 °C, 3,793 Ω/K bei 100 °C.

Die Tabelle im Ergebnis zeigt die Werte von −50 bis 200 °C in Schritten von 10 K, zusammen mit der Toleranz der gewählten Klasse.

Rechne zwischen den Stützstellen nicht linear, sondern nutze den Rechner: Die lineare Interpolation über 10 K weicht höchstens um etwa 0,004 K ab. Prüfe bei Abweichungen immer, ob dein Sensor wirklich die Kennlinie 0,00385 je Kelvin hat.

Das Zehnfache gilt nur für den Widerstand, nicht für die Temperatur: Die Toleranz in Kelvin bleibt für alle drei Typen gleich.

Wie genau ist ein Pt1000-Sensor wirklich?

Die Genauigkeit des Sensors selbst legt die Toleranzklasse fest: Klasse B ±0,3 K bei 0 °C und ±0,8 K bei 100 °C, Klasse A ±0,15 K und ±0,35 K, Klasse AA ±0,1 K und ±0,27 K. Das ist die Grenzabweichung von der Normkennlinie, nicht der typische Fehler.

Reale Sensoren liegen oft deutlich besser, aber Garantie besteht nur innerhalb der Klasse. Zur Gesamtunsicherheit kommen die Messelektronik, der Leitungsfehler, die Selbsterwärmung durch den Messstrom und die Drift über die Jahre.

Für Anwendungen mit hohen Anforderungen lässt du den Sensor kalibrieren und rechnest mit einer eigenen Kennlinie.

Der Rechner zeigt die Toleranz in Kelvin und in Ohm, damit du siehst, welche Auflösung deine Messelektronik braucht: Klasse B bei 25 °C entspricht ±1,65 Ω.

Notiere dir die Klasse und das Datum der letzten Kalibrierung, damit du die Messunsicherheit später nachvollziehen kannst.

Hinweise

Toleranz, Auflösung und Schaltung einordnen

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Lies zuerst die Toleranz und danach den Leitungsfehler. Bei 25 °C erlaubt Klasse B ±0,43 K, das sind ±1,65 Ω; Klasse A wäre mit ±0,2 K deutlich enger.

Wenn deine Messelektronik 0,1 K auflösen soll, brauchst du beim Pt1000 eine Auflösung von etwa 0,39 Ω, beim Pt100 nur 0,04 Ω. Das ist der Grund, warum Pt1000 für einfache Regler bevorzugt wird.

Achte auf den Gültigkeitsbereich: Klasse B gilt für Drahtwiderstände von −196 bis 600 °C, für Dünnschichtsensoren von −50 bis 500 °C, Klasse AA nur von −50 bis 250 beziehungsweise 0 bis 150 °C. Außerhalb zeigt der Rechner einen Hinweis.

Wähle die Schaltung nach der geforderten Genauigkeit: Die Zweileiterschaltung ist einfach, aber sie addiert den Leitungswiderstand. Drei- und Vierleiterschaltungen gleichen ihn aus.

Die Tabelle im Ergebnis zeigt Widerstand und Toleranz von −50 bis 200 °C in Schritten von 10 K für den gewählten Sensor.

Kontrolliere mit einer Eiswasser-Messung bei 0 °C, ob der Sensor 1.000 Ω zeigt; Abweichungen liegen bei Klasse B innerhalb von 1,17 Ω.

Anwendung

Leitungsfehler im Heizungsvorlauf: Beispiel Markus

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Leitungsfehler bei 0,7 Ω Leitungswiderstand und 65 °C: Pt100 1,83 K, Pt500 0,37 K, Pt1000 0,18 K; Klasse B erlaubt ±0,63 K Ausgangslage: Markus misst den Vorlauf seiner Heizung mit einem Fühler in Zweileiterschaltung. Das Kabel ist 10 m lang mit 0,5 mm² je Ader; Hin- und Rückleiter haben zusammen etwa 0,7 Ω. Der Regler zeigt 65,2 °C, er vermutet einen Messfehler.

Eingaben: Sensor Pt1000, Temperatur 65 °C, Klasse B, Leitungswiderstand 0,7 Ω. Ergebnis: Der Sensor hat bei 65 °C 1.251,60 Ω, an den Klemmen liegen 1.252,30 Ω. Der Regler liest 65,18 °C, der Leitungsfehler beträgt 0,18 K.

Klasse B erlaubt ±0,63 K, die Anzeige liegt also im Toleranzband. Ein Pt100 am selben Kabel würde 1,83 K zu viel zeigen, ein Pt500 0,37 K. Entscheidung: Markus lässt den Fühler und gleicht den Regler um 0,2 K ab.

Für eine längere Leitung wählt er eine Dreileiterschaltung. Er notiert Datum, Kabellänge und Korrektur, damit ein späterer Sensortausch nachvollziehbar bleibt.

Fallstricke

Typische Fehler bei Pt100 und Pt1000

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der erste Fehler: Pt100 und Pt1000 werden verwechselt. Bei 100 °C hat der Pt100 138,51 Ω, der Pt500 692,53 Ω und der Pt1000 1.385,06 Ω; eine falsche Wahl verschiebt die Temperatur um viele Kelvin.

Der zweite Fehler: Der Leitungswiderstand wird vergessen. Bei 1 Ω im Hin- und Rückleiter liest ein Pt100 bei 0 °C 2,56 K zu viel, ein Pt1000 nur 0,26 K. Der dritte Fehler: Die Toleranzklasse wird für den ganzen Messbereich angenommen.

Klasse B erlaubt bei 300 °C schon ±1,8 K; Klasse AA gilt nur bis 250 °C (Drahtwiderstand). Der vierte Fehler: Tabellen anderer Sensoren werden verwendet.

Die Kennlinie hier gilt für Platin mit 0,00385 je Kelvin; ein Sensor mit anderem Temperaturkoeffizienten hat andere Werte. Der fünfte Fehler: Die Sensortoleranz wird mit der Messgenauigkeit gleichgesetzt.

Die Klasse beschreibt nur den Sensor; Messelektronik, Leitung und Selbsterwärmung kommen dazu. Prüfe außerdem, ob Reglereinstellung und Sensortyp übereinstimmen, bevor du an der Leitung suchst.

Nächster Schritt

Pt1000 berechnen: Fazit und nächste Schritte

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Rechner liefert zu jeder Temperatur zwischen −200 und 850 °C den Normwiderstand eines Pt100, Pt500 oder Pt1000 und rechnet aus dem Widerstand die Temperatur zurück.

Dazu kommen die Toleranz der Klasse AA bis C in Kelvin und Ohm sowie der Leitungsfehler der Zweileiterschaltung. Die Tabellenwerte gelten für Platin mit 0,00385 je Kelvin; weicht dein Sensor ab, nutze das Datenblatt.

Der Rechner ersetzt keine Kalibrierung und kein Sensordatenblatt. Dein nächster Schritt: Trage Sensortyp, Klasse und Messwert ein und vergleiche den Leitungsfehler mit der Toleranz.

Mit dem Ohmschen-Gesetz-Rechner prüfst du Messströme, und der Spannungsteiler-Rechner hilft bei der Messschaltung.

Vertiefung

Beispielrechnungen: Widerstand, Temperatur und Klasse

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Widerstand 138,51 Ω | Steigung 0,379 Ω/K | Toleranz ±0,80 K (±0,30 Ω)

Pt100 bei 100 °C

Was möchtest du berechnen?
Widerstand aus der Temperatur
Sensortyp
Pt100 (100 Ω bei 0 °C)
Temperatur
100 °C
Toleranzklasse
Klasse B (±(0,3 + 0,005 · |t|) K)

Weitere 1 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 2 · Mittel · Temperatur 51,57 °C | Steigung 3,849 Ω/K | Toleranz ±0,56 K

Temperatur aus 1.200 Ω

Was möchtest du berechnen?
Temperatur aus dem Widerstand
Sensortyp
Pt1000 (1.000 Ω bei 0 °C)
Temperatur
25 °C
Toleranzklasse
Klasse B (±(0,3 + 0,005 · |t|) K)

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 3 · Komplex · Widerstand 842,71 Ω | Steigung 3,958 Ω/K | Toleranz ±0,50 K

Pt1000 bei −40 °C

Was möchtest du berechnen?
Widerstand aus der Temperatur
Sensortyp
Pt1000 (1.000 Ω bei 0 °C)
Temperatur
-40 °C
Toleranzklasse
Klasse B (±(0,3 + 0,005 · |t|) K)

Weitere 1 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 4 · Komplex · Widerstand 1.385,06 Ω | Toleranz ±0,27 K (±1,02 Ω)

Klasse AA bei 100 °C

Was möchtest du berechnen?
Widerstand aus der Temperatur
Sensortyp
Pt1000 (1.000 Ω bei 0 °C)
Temperatur
100 °C
Toleranzklasse
Klasse AA (±(0,1 + 0,0017 · |t|) K)

Weitere 1 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 5 · Komplex · Widerstand 1.251,60 Ω | Anzeige ohne Korrektur 65,18 °C | Leitungsfehler 0,18 K | Toleranz ±0,63 K

Heizungsvorlauf mit 0,7 Ω Leitung

Was möchtest du berechnen?
Widerstand aus der Temperatur
Sensortyp
Pt1000 (1.000 Ω bei 0 °C)
Temperatur
65 °C
Toleranzklasse
Klasse B (±(0,3 + 0,005 · |t|) K)

Weitere 1 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

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Weiternutzung

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  • Pt1000-Kennlinie: Widerstand bei −50 °C 803,06 Ω, bei 0 °C 1.000,00 Ω, bei 50 °C 1.193,97 Ω, bei 100 °C 1.385,06 Ω, bei 150 °C 1.573,25 Ω und bei 200 °C 1.758,56 Ω

    Pt1000-Rechner: Widerstand eines Pt1000 bei Temperaturen von −50 bis 200 Grad Celsius nach DIN EN 60751

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           alt="Pt1000-Kennlinie: Widerstand bei −50 °C 803,06 Ω, bei 0 °C 1.000,00 Ω, bei 50 °C 1.193,97 Ω, bei 100 °C 1.385,06 Ω, bei 150 °C 1.573,25 Ω und bei 200 °C 1.758,56 Ω"
           width="760" height="340">
    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/elektronik-physik/bauteile/pt1000-rechner">Pt1000-Rechner: Widerstand eines Pt1000 bei Temperaturen von −50 bis 200 Grad Celsius nach DIN EN 60751 auf Rechner-Portal</a></p>

    Textbaustein für die Bildunterschrift

    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/elektronik-physik/bauteile/pt1000-rechner
  • Leitungsfehler bei 0,7 Ω Leitungswiderstand und 65 °C: Pt100 1,83 K, Pt500 0,37 K, Pt1000 0,18 K; Klasse B erlaubt ±0,63 K

    Pt1000-Rechner: Leitungsfehler der Zweileiterschaltung bei Pt100, Pt500 und Pt1000 mit 0,7 Ohm Leitungswiderstand

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      <img src="https://rechner-portal.de/images/elektronik-physik/pt1000-rechner-praxis-leitungsfehler.svg"
           alt="Leitungsfehler bei 0,7 Ω Leitungswiderstand und 65 °C: Pt100 1,83 K, Pt500 0,37 K, Pt1000 0,18 K; Klasse B erlaubt ±0,63 K"
           width="760" height="340">
    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/elektronik-physik/bauteile/pt1000-rechner">Pt1000-Rechner: Leitungsfehler der Zweileiterschaltung bei Pt100, Pt500 und Pt1000 mit 0,7 Ohm Leitungswiderstand auf Rechner-Portal</a></p>

    Textbaustein für die Bildunterschrift

    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/elektronik-physik/bauteile/pt1000-rechner

Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Der Rechner liefert Normwerte nach der Callendar-Van-Dusen-Gleichung und die zulässige Abweichung der gewählten Klasse. Er ersetzt weder das Datenblatt des Sensors noch eine Kalibrierung. Die Norm DIN EN 60751 selbst ist nicht frei einsehbar; die Werte sind aus mehreren Herstellerquellen abgeglichen.

Quelle: IEC 60751:2008, Lapp Group, Rotronic AG, JUMO und Wikipedia; abgerufen am 10.10.2026.

Stand: 2026-10-10

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
10. Oktober 2026
Fachbereich
Elektronik & Physik / Bauteile
Formeln basieren auf
IEC 60751:2008 (Callendar-Van-Dusen-Gleichung und Toleranzklassen), Stand 10.10.2026.
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Pt1000-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/elektronik-physik/bauteile/pt1000-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Pt1000-Rechner. Available at: https://rechner-portal.de/elektronik-physik/bauteile/pt1000-rechner

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