Lohnt sich ein Bausparvertrag noch? Ja — vor allem als planungssicheres Finanzierungsinstrument mit festem Zinssatz in der Darlehensphase, nicht primär wegen des Guthabenzinses.
Die Wohnungsbauprämie von bis zu 70 Euro/Jahr ist ein netter Bonus, aber kein Hauptargument. Welche Bausparsumme ist sinnvoll?
Als Daumenregel gilt: Bausparsumme = geplanter Sanierungsbetrag dividiert durch 0,4 bis 0,5, da nur dieser Anteil in der Ansparphase aufgebaut wird. Für 30.000 Euro Modernisierung wären 60.000 bis 75.000 Euro Bausparsumme realistisch.
Praxistipp: Vergleiche verschiedene Sparraten im Rechner — 200 Euro/Monat vs. 300 Euro/Monat über 7 Jahre ergeben deutlich unterschiedliche Zuteilungszeiten.
Wer die Wohnungsbauprämie maximieren möchte, benötigt nur 59 Euro monatlich (= 700 Euro/Jahr) als Mindestbeitrag. Höhere Beiträge erhöhen das Guthaben, nicht die Prämie.
Wer VL erhält, kann den AG-Beitrag direkt in den Bausparvertrag fließen lassen und so Arbeitgeber-Geld mit Wohnungsbauprämie kombinieren — dafür den VL-Rechner nutzen.
Zusätzlich kann ein zertifizierter Bausparvertrag als Wohn-Riester dienen — ob die Riester-Zulage die Ansparphase weiter verkürzt, lohnt den Blick. Wie berechnet man die Wohnungsbauprämie 2026?
Die Wohnungsbauprämie (WoP) beträgt 10 Prozent der jährlichen Bausparbeiträge, maximal auf 700 Euro für Alleinstehende und 1.400 Euro für zusammenveranlagte Paare. Die maximale Prämie liegt damit bei 70 Euro pro Jahr (Single) bzw. 140 Euro (Paar).
Voraussetzung ist ein zu versteuerndes Einkommen unter 35.000 Euro (Single) bzw. 70.000 Euro (zusammenveranlagt) nach § 2a WoPG, Rechtsstand 2026. Was bedeutet Zuteilungsreife beim Bausparvertrag?
Ein Bausparvertrag ist zuteilungsreif, wenn ein bestimmter Anteil der Bausparsumme angespart wurde und die tarifliche Mindestbewertungszahl erreicht ist. In den meisten Tarifen liegt die Schwelle bei 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme.
Erst dann kann das Bauspardarlehen abgerufen werden.
Die genaue Bewertungszahl hängt vom gewählten Tarif und der Bausparkasse ab und wird vom Rechner nicht modelliert — sie ist der entscheidende Faktor, der darüber bestimmt, ob der Vertrag zum geplanten Zeitpunkt tatsächlich zugeteilt wird.
Das Feld Eigenleistung gesamt trägt einen etwas irreführenden Namen: Es zeigt nicht, was du überwiesen hast, sondern deine Einzahlungen abzüglich der Abschlussgebühr.
Im Standardbeispiel stehen dort 24.400 Euro, während die Gesamtersparnisse bei 26.448,22 Euro liegen.
Die Differenz von 2.048,22 Euro ist alles, was der Vertrag in sieben Jahren über die eigenen Einzahlungen hinaus eingebracht hat — Guthabenzins und 490 Euro Prämie zusammen.
Gemessen an einer Abschlussgebühr von 800 Euro, die davon bereits abgezogen wurde, relativiert das die Ansparphase spürbar. Genau deshalb entscheidet sich der Wert eines Bausparvertrags am späteren Darlehenszins und nicht am Guthabenzins.