Grundlage ist die Potenzregel der Integration: ∫x^n dx = x^(n+1)/(n+1) für n ≠ −1 – aus x^2 wird also x^3/3. Für n = −1, also 1/x, ist die Stammfunktion ln|x|.
Die Linearität erlaubt es, jeden Summanden einzeln zu integrieren und konstante Faktoren vorzuziehen. Beispiel: ∫(x^2 + 3*x) dx = x^3/3 + 3*x^2/2 + C.
Die Grundintegrale lauten: ∫sin(x) dx = −cos(x), ∫cos(x) dx = sin(x), ∫e^x dx = e^x und ∫ln(x) dx = x*ln(x) − x. Jedes unbestimmte Integral erhält die Integrationskonstante + C.
Ein anschauliches Beispiel ist die Wurzelfunktion: √x lässt sich als x^(1/2) schreiben, sodass die Potenzregel x^(3/2) geteilt durch 3/2 liefert, also zwei Drittel mal x hoch drei Halbe.
Auch der Bruch 1 durch x hoch zwei wird über x^(−2) zu minus x hoch minus eins, also minus eins durch x.
Beim bestimmten Integral setzt der Rechner die obere und die untere Grenze in die Stammfunktion ein und bildet die Differenz F von b minus F von a.
Das ist keine Rechner-Eigenheit, sondern der Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung: Er besagt, dass sich das bestimmte Integral einer stetigen Funktion f über [a,b] exakt als F(b) − F(a) berechnen lässt, wobei F irgendeine Stammfunktion von f ist – die Integrationskonstante C hebt sich bei der Differenzbildung von selbst weg und spielt keine Rolle mehr.
Deshalb liefert der Rechner für e^x zwischen 0 und 1 den Wert e − 1 ≈ 1,718282 und für cos(x) zwischen 0 und π/2 exakt 1.