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Lineare Interpolation: Zwischenwerte berechnen mit Formel und Rechenweg

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Berechnungsrichtung
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Kurzantwort

Der Rechner für lineare Interpolation bestimmt den Zwischenwert zwischen zwei Stützstellen (x1, y1) und (x2, y2) über die Formel y = y1 + (x − x1) · (y2 − y1) / (x2 − x1). Er liefert Steigung, Achsenabschnitt, Geradengleichung, Rechenweg und eine Tabelle mit fünf Zwischenwerten. Liegt der gesuchte Wert außerhalb des Stützstellenintervalls, kennzeichnet der Rechner das Ergebnis als Extrapolation. Im Umkehrmodus berechnet er x aus einem gegebenen y-Wert.

Lineare Interpolation: Zwei Stützstellen eingeben und den Zwischenwert mit vollständigem...

Kilian AchatzFachredaktion Mathematik
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Sept. 2026)Stand:

Überblick

Was ist lineare Interpolation? Formel und Zwischenwert erklärt

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Der Rechner für lineare Interpolation bestimmt den Zwischenwert y zwischen zwei bekannten Stützstellen (x1, y1) und (x2, y2) über die Geradengleichung y = y1 + (x − x1) · (y2 − y1) / (x2 − x1). Lineare Interpolation setzt voraus, dass sich die gesuchte Größe zwischen den Stützstellen geradlinig verhäl.

Dieses Verfahren begegnet dir in der Messtechnik, bei Tabellenwerten in Normen und überall dort, wo zwischen zwei bekannten Datenpunkten ein Zwischenwert benötigt wird.

Der Rechner liefert neben dem interpolierten Wert auch die Steigung m, den Achsenabschnitt b, die vollständige Geradengleichung und einen Rechenweg, sodass du jeden Schritt nachvollziehen kannst.

Liegt der gesuchte x-Wert außerhalb des Stützstellenintervalls, kennzeichnet er das Ergebnis als Extrapolation und weist darauf hin, dass die lineare Annahme dort möglicherweise nicht mehr zutrifft.

Im Umkehrmodus berechnet er aus einem gegebenen y-Wert das zugehörige x.

Interpolieren: Zwischenwert aus Tabelle ablesen Bei technischen Normen und Werkstofftabellen liegen Messwerte oft nur für bestimmte Stützstellen vor, etwa Festigkeitswerte bei 100, 200, 300 und 400 Grad Celsius.

Wird ein Zwischenwert benötigt, etwa die Festigkeit bei 150 Grad, verbindet die lineare Interpolation die benachbarten Stützstellen durch eine Gerade und liest den gesuchten Wert auf dieser Geraden ab.

Der Rechner nimmt das Aufstellen und Lösen der Geradengleichung ab. Gib die beiden Stützstellen ein, die den gesuchten x-Wert einrahmen, und trage das gesuchte x ein.

Für die Stützstellen (100, 350) und (200, 500) ergibt sich bei x = 150 ein interpolierter Wert von y = 425 mit der Steigung m = 1,5 und dem Achsenabschnitt b = 200. Die Geradengleichung lautet y = 1,5 · x + 200.

Der Rechner gibt zusätzlich eine Zwischenwerttabelle aus, die den linearen Verlauf zwischen den Stützstellen zeigt. Liegt der gesuchte x-Wert außerhalb des Stützstellenintervalls, warnt der Rechner, dass es sich um eine Extrapolation handelt.

Eingaben

Lineare Interpolation berechnen: Stützstellen und gesuchten Wert eingeben

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Du gibst die beiden Stützstellen als Wertepaare (x1, y1) und (x2, y2) ein. Im Feld Gesuchtes x trägst du den x-Wert ein, für den der Rechner y bestimmen soll.

Der Standardfall nutzt x1 = 2, y1 = 10, x2 = 8, y2 = 40 und x = 5, woraus y = 25 folgt. Über das Auswahlfeld „Berechnungsrichtung“ wechselst du in den Umkehrmodus: Dort gibst du statt x einen y-Wert ein und erhältst das zugehörige x.

Die Stützstellen müssen verschiedene x-Werte besitzen; bei x1 = x2 ist die Steigung nicht definiert und der Rechner zeigt eine Fehlermeldung.

Achte darauf, dass beide Wertepaare in derselben Einheit vorliegen, etwa Grad Celsius und Grad Fahrenheit für eine Temperaturumrechnung. Die Reihenfolge der Stützstellen spielt keine Rolle, weil die Geradengleichung in beiden Fällen dieselbe ist.

Praxisfälle

Typische Anwendungsfälle: Lineare Interpolation in der Praxis

Sieben Situationen, in denen ein Zwischenwert zwischen zwei bekannten Punkten gesucht wird — jede mit den Stützstellen und dem mit der Rechenfunktion dieses Rechners nachgerechneten Ergebnis.

  1. Zwischenwert bei x = 5 interpolieren

    „lineare interpolation rechner“ / „interpolation berechnen“

    Eingabe
    Stützstellen (2, 10) und (8, 40), Gesuchtes x = 5
    Ergebnis
    y = 25 − Steigung m = 5, Geradengleichung y = 5 · x.
  2. Celsius in Fahrenheit interpolieren

    „interpolation temperatur“ / „formel für interpolation“

    Eingabe
    Stützstellen (20, 68) und (30, 86), Gesuchtes x = 25
    Ergebnis
    y = 77 − Geradengleichung y = 1,8 · x + 32 entspricht der bekannten Celsius-Fahrenheit-Formel.
  3. Fahrenheit in Celsius zurückrechnen (Umkehrmodus)

    „wie interpoliert man“ / „interpolieren zwischen zwei werten“

    Eingabe
    Umkehrmodus, Stützstellen (20, 68) und (30, 86), Gesuchtes y = 100
    Ergebnis
    x = 37,7778 − der Wert liegt außerhalb des Intervalls [20, 30] und wird als Extrapolation markiert.
  4. Werkstoffkennwert aus einer Normtabelle interpolieren

    „tabellenwerte interpolieren“ / „werkstoffkennwerte interpolieren“

    Eingabe
    Stützstellen (200, 400) und (300, 340), Gesuchtes x = 250
    Ergebnis
    y = 370 − Steigung m = −0,6, Bereich Interpolation.
  5. Extrapolation außerhalb des Stützstellenintervalls erkennen

    „extrapolation rechner“ / „interpolation und extrapolation“

    Eingabe
    Gleiche Stützstellen (200, 400) und (300, 340), Gesuchtes x = 350
    Ergebnis
    y = 310 − der Rechner kennzeichnet den Bereich als Extrapolation, weil 350 außerhalb [200, 300] liegt.
  6. Geradengleichung aus zwei Punkten aufstellen

    „geradengleichung aus zwei punkten“ / „gerade durch zwei punkte“

    Eingabe
    Stützstellen (2, 4) und (4, 16), Gesuchtes x = 3
    Ergebnis
    Geradengleichung y = 6 · x − 8, interpolierter Wert y = 10 bei x = 3.
  7. Normwert zwischen zwei Tabellenzeilen ablesen

    „normwert interpolieren“ / „zwischenwert tabelle interpolation“

    Eingabe
    Stützstellen (10, 2,5) und (20, 4), Gesuchtes x = 15
    Ergebnis
    y = 3,25 − Steigung m = 0,15, Achsenabschnitt b = 1.

Berechnung

Interpolationsformel: Steigung, Achsenabschnitt und Geradengleichung

Verstehe den Formelweg.

Die Interpolationsformel lautet y = y1 + (x − x1) · m mit der Steigung m = (y2 − y1) / (x2 − x1). Der Achsenabschnitt ergibt sich aus b = y1 − m · x1, sodass die Geradengleichung y = m · x + b entsteht.

Für die Defaultwerte x1 = 2, y1 = 10, x2 = 8, y2 = 40 berechnet der Rechner: m = (40 − 10) / (8 − 2) = 30 / 6 = 5 und b = 10 − 5 · 2 = 0. Damit ist y = 5 · x.

Für x = 5 ergibt sich y = 5 · 5 = 25 − der Punkt liegt zwischen den Stützstellen, also Interpolation. Im Umkehrmodus wird die Formel nach x aufgelöst: x = x1 + (y − y1) / m.

Bei Extrapolation, etwa x = 15 mit denselben Stützstellen, liefert der Rechner y = 5 · 15 = 75 und weist darauf hin, dass der Wert außerhalb des Intervalls [2, 8] liegt.

Die Formel setzt einen linearen Zusammenhang voraus; bei stark gekrümmten Verläufen empfiehlt sich stattdessen ein Polynom höheren Grades (Lagrange- oder Newton-Interpolation) oder eine Spline-Interpolation.

Der Rechner rundet Steigung, Achsenabschnitt und alle Zwischenwerte auf vier Nachkommastellen, damit auch Ergebnisse mit periodischen oder langen Dezimalbrüchen — etwa x = 37,7778 im Umkehrmodus — nachvollziehbar bleiben.

Die Rundungsregel gilt einheitlich für Interpolation und Extrapolation und für beide Berechnungsrichtungen.

Interpolationsformel: y gleich y1 plus x minus x1 mal Steigung m. Steigungsformel: m gleich y2 minus y1 geteilt durch x2 minus x1.
Formeln der linearen Interpolation: Interpolationsgleichung und Steigungsberechnung.

Nachschlagen

Lineare Interpolation: Formeln und Ergebnisfelder im Überblick

Diese Tabelle zeigt die Formeln des Rechners mit Bedeutung und Beispielwert für die Stützstellen (2, 10) und (8, 40) bei x = 5.

Formeln, Bedeutung und Beispielwerte der linearen Interpolation
GrößeFormelBedeutungBeispielwert
Steigung mm = (y2 − y1) / (x2 − x1)Änderung von y pro Einheit x5
Achsenabschnitt bb = y1 − m · x1y-Wert bei x = 00
Interpolation yy = y1 + (x − x1) · mZwischenwert zum gesuchten x25
Umkehr xx = x1 + (y − y1) / mx-Wert zum gesuchten y5 (bei y = 25)
Geradengleichungy = m · x + bVollständige Funktionsgleichungy = 5 · x + 0
Bereichx ∈ [xmin, xmax] → InterpolationLage des gesuchten WertsInterpolation

Bei x1 = x2 ist die Steigung nicht definiert (Division durch null). Der Rechner gibt in diesem Fall eine Fehlermeldung aus. Extrapolation wird gekennzeichnet, wenn der gesuchte Wert außerhalb des Stützstellenintervalls [x1, x2] liegt. Quelle: Burden/Faires/Burden, Numerical Analysis, 10th ed., Cengage 2015.

Expertenmodus

Häufige Fragen zur linearen Interpolation

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist lineare Interpolation und wie berechnet man den Zwischenwert?

Lineare Interpolation bestimmt einen unbekannten Zwischenwert y auf der Verbindungsgeraden zweier bekannter Stützstellen (x1, y1) und (x2, y2) über die Formel y = y1 + (x − x1) · (y2 − y1) / (x2 − x1).

Für die Stützstellen (2, 10) und (8, 40) ergibt sich zunächst die Steigung m = (40 − 10) / (8 − 2) = 5 und daraus bei x = 5 der Wert y = 10 + (5 − 2) · 5 = 25.

Trage einfach deine beiden bekannten Wertepaare und den gesuchten x-Wert ein, der Rechner übernimmt Steigung, Achsenabschnitt und Rechenweg automatisch.

Das Verfahren setzt voraus, dass sich die gesuchte Größe zwischen den Stützstellen näherungsweise geradlinig verhält; bei stark gekrümmten Zusammenhängen wie exponentiellem Wachstum kann das Ergebnis spürbar abweichen, weshalb ein Blick auf die ausgegebene Zwischenwerttabelle vor der Weiterverwendung sinnvoll ist.

Wie lautet die Interpolationsformel für Steigung und Achsenabschnitt?

Die Interpolationsformel zerlegt sich in zwei Bausteine: Die Steigung m = (y2 − y1) / (x2 − x1) beschreibt die Änderung von y je Einheit x, der Achsenabschnitt b = y1 − m · x1 den y-Wert bei x = 0; zusammen ergeben sie die Geradengleichung y = m · x + b.

Für die Stützstellen (10, 2,5) und (20, 4) liefert der Rechner m = 0,15 und b = 1, also y = 0,15 · x + 1, und für x = 15 den Zwischenwert y = 3,25.

Setze die beiden Stützstellen und den gesuchten x-Wert ein, dann zeigt der Rechner Steigung, Achsenabschnitt und Geradengleichung in einem Schritt statt drei getrennten Berechnungen.

Die Formel liefert nur dann ein sinnvolles Ergebnis, wenn x1 und x2 verschieden sind, weil sonst die Steigung durch Division durch null nicht definiert ist.

Wie berechnet man aus einem gegebenen y-Wert das zugehörige x im Umkehrmodus?

Im Umkehrmodus wird die Interpolationsformel nach x aufgelöst: x = x1 + (y − y1) / m, wobei m weiterhin die Steigung der Verbindungsgeraden ist.

Für die Stützstellen (20, 68) und (30, 86) — die bekannte Celsius-Fahrenheit-Gerade mit m = 1,8 und b = 32 — liefert der Rechner zu y = 100 den Wert x = 20 + (100 − 68) / 1,8 = 37,7778, also rund 37,8 Grad Celsius.

Wähle dazu im Feld „Berechnungsrichtung“ die Option „x berechnen (y gegeben)“ und trage statt des x- einen y-Wert ein. Praktisch ist das immer dann, wenn du aus einer Wertetabelle zu einem gemessenen Ausgabewert die zugehörige Eingabegröße suchst.

Der Umkehrmodus liefert nur ein eindeutiges Ergebnis, solange die Steigung ungleich null ist; bei m = 0 führen alle x-Werte zum selben y und eine Umkehrung ist nicht möglich.

Was unterscheidet Interpolation von Extrapolation?

Interpolation liegt vor, wenn der gesuchte x-Wert zwischen den beiden Stützstellen liegt, Extrapolation dagegen, wenn er außerhalb des Intervalls [x1, x2] liegt.

Für eine Werkstofftabelle mit den Stützstellen (200, 400) und (300, 340) liefert x = 250 den Wert y = 370 im Bereich Interpolation, während derselbe Rechner für x = 350 den Wert y = 310 ausgibt und den Bereich als Extrapolation kennzeichnet.

Prüfe deshalb nach jeder Berechnung das Feld „Bereich“ im Ergebnis, bevor du den Wert weiterverwendest.

Extrapolation ist grundsätzlich unsicherer als Interpolation, weil kein bekannter Messpunkt den Verlauf jenseits der Stützstellen absichert; bei stark gekrümmten Zusammenhängen kann der tatsächliche Wert deutlich vom linear extrapolierten Ergebnis abweichen.

Wie interpoliert man linear in Excel und stimmt das Ergebnis mit dem Rechner überein?

In Excel bildest du die lineare Interpolation meist manuell mit derselben Formel nach, etwa als =C1+(x-A1)*(D1-C1)/(B1-A1) für die Stützstellen in A1/C1 und B1/D1, oder näherungsweise über die Funktion TREND().

Für die Stützstellen (2, 10) und (8, 40) liefert diese Formel bei x = 5 denselben Wert y = 25, den auch der Rechner mit Steigung m = 5 und Achsenabschnitt b = 0 ausgibt.

Trage deine Werte probeweise in beide Werkzeuge ein, um Tippfehler in der Excel-Formel schnell zu erkennen.

Ein Unterschied entsteht nur, wenn Excel-Bezüge versehentlich vertauscht sind oder wenn TREND() bei mehr als zwei Stützstellen automatisch eine Ausgleichsgerade statt einer echten Interpolation berechnet — für exakt zwei Punkte liefern beide Wege identische Ergebnisse.

Wie stellt man eine Geradengleichung aus zwei Punkten auf?

Eine Geradengleichung aus zwei Punkten (x1, y1) und (x2, y2) ergibt sich, indem zuerst die Steigung m = (y2 − y1) / (x2 − x1) und anschließend der Achsenabschnitt b = y1 − m · x1 berechnet wird.

Für die Punkte (2, 4) und (4, 16) liefert der Rechner m = 6 und b = −8, also die Geradengleichung y = 6 · x − 8, und für x = 3 den Wert y = 10.

Gib dazu einfach beide Punkte in die Felder x1/y1 und x2/y2 ein; die Geradengleichung erscheint automatisch im Ergebnis.

Diese Geradengleichung gilt exakt nur für tatsächlich lineare Zusammenhänge zwischen den beiden Punkten — verläuft die reale Kurve zwischen den Punkten gekrümmt, wie bei y = x², weicht der lineare Wert 10 vom tatsächlichen Kurvenwert 9 bei x = 3 leicht ab.

Welche anderen Interpolationsverfahren gibt es neben der linearen Interpolation?

Neben der linearen Interpolation gibt es die Polynominterpolation, etwa nach Lagrange oder Newton, sowie die Spline-Interpolation, die mehrere Stützstellen durch ein Polynom höheren Grades statt durch eine einzelne Gerade verbindet.

Der Unterschied zeigt sich am Beispiel der Punkte (2, 4) und (4, 16), die beide auf der Parabel y = x² liegen: Die lineare Interpolation des Rechners liefert bei x = 3 den Wert y = 10, während der exakte Kurvenwert y = 9 beträgt — ein Polynom- oder Lagrange-Ansatz mit einer dritten Stützstelle würde diesen Wert exakt treffen.

Nutze deshalb ein Polynomverfahren, sobald mehr als zwei Stützstellen vorliegen und ein deutlich gekrümmter Verlauf erkennbar ist.

Für nur zwei Stützstellen liefert die lineare Interpolation dagegen dieselbe Gerade wie jedes Polynomverfahren ersten Grades, sodass sich der Mehraufwand hier nicht lohnt.

Wann liefert die lineare Interpolation ungenaue Ergebnisse?

Ungenau wird die lineare Interpolation, wenn der tatsächliche Zusammenhang zwischen den Stützstellen deutlich gekrümmt statt geradlinig verläuft.

Am Beispiel der Parabel-Punkte (2, 4) und (4, 16) zeigt sich das Prinzip: Der Rechner liefert bei x = 3 den linear interpolierten Wert y = 10, während der wahre Kurvenwert bei y = 9 liegt, also eine Abweichung von rund elf Prozent.

Nutze die vom Rechner ausgegebene Zwischenwerttabelle, um den Verlauf zwischen den Stützstellen grob zu plausibilisieren, bevor du das Ergebnis übernimmst.

Je weiter die beiden Stützstellen auseinanderliegen und je stärker die zugrunde liegende Kurve gekrümmt ist, desto größer wird der Fehler; enger gewählte Stützstellen um den gesuchten Wert verringern ihn spürbar, weil jede Kurve auf einem kurzen Abschnitt näherungsweise linear verläuft.

Warum zeigt der Rechner einen Fehler, wenn x1 und x2 gleich sind?

Sind x1 und x2 identisch, meldet der Rechner einen Fehler, weil die Steigung m = (y2 − y1) / (x2 − x1) eine Division durch null erfordern würde und damit nicht definiert ist.

Bei den Eingaben x1 = 5, x2 = 5 gibt der Rechner deshalb statt eines Zahlenwerts die Meldung „x1 und x2 dürfen nicht gleich sein“ aus und setzt alle übrigen Felder auf null beziehungsweise leer.

Wähle in diesem Fall zwei unterschiedliche x-Werte für deine Stützstellen, auch wenn die zugehörigen y-Werte gleich oder verschieden sein dürfen.

Liegen deine beiden Messwerte tatsächlich am selben x, handelt es sich nicht um ein Interpolationsproblem, sondern um eine Mehrfachmessung, für die ein Mittelwert statt einer Geradengleichung die passendere Auswertung ist.

Hinweise

Linear interpolieren: Tipps für genaue Zwischenwerte

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Zitiergrafik: Lineare Interpolation zwischen zwei Stützstellen mit Zwischenwert y = 25 bei x = 5 Prüfe vor der Eingabe, ob der Zusammenhang zwischen den Stützstellen tatsächlich annähernd linear verläuft. Bei Temperaturumrechnungen wie Celsius in Fahrenheit ist das exakt der Fall: Die Stützstellen (20, 68) und (30, 86) liefern m = 1,8 und b = 32, also die bekannte Formel F = 1,8 · C + 32.

Bei nichtlinearen Zusammenhängen — etwa exponentiellem Wachstum — kann die lineare Interpolation größere Abweichungen erzeugen; dort hilft es, die Stützstellen möglichst eng um den gesuchten Wert zu legen.

Nutze die Zwischenwerttabelle im Ergebnis, um zu prüfen, ob die Werte plausibel sind.

Der Umkehrmodus eignet sich gut für inverse Nachschlageaufgaben: Wenn du aus einer Wertetabelle zu einem gegebenen Messwert y die zugehörige Eingabegröße x bestimmen willst, sparst du dir das Umformen der Gleichung von Hand.

Achte bei physikalischen Größen auf konsistente Einheiten, damit Steigung und Achsenabschnitt eine sinnvolle Dimension tragen.

Anwendung

Tabellenwerte interpolieren: Praxisbeispiel mit Werkstoffkennwerten

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Zitiergrafik: Interpolation und Extrapolation am Zahlenbeispiel mit Stützstellen (0, 0) und (10, 100) Praxisfall: Eine Ingenieurin liest aus einer Werkstofftabelle die Zugfestigkeit bei 200 °C (400 MPa) und bei 300 °C (340 MPa) ab und benötigt den Wert bei 250 °C. Schritt 1 — Stützstellen: x1 = 200, y1 = 400, x2 = 300, y2 = 340.

Schritt 2 — Steigung: m = (340 − 400) / (300 − 200) = −0,6. Schritt 3 — Interpolation: y = 400 + (250 − 200) · (−0,6) = 400 − 30 = 370 MPa. Der Rechner bestätigt y = 370, Steigung −0,6, Achsenabschnitt 520 und Bereich „Interpolation“.

Schritt 4 — Deutung: Die Zugfestigkeit bei 250 °C liegt mit 370 MPa zwischen den Tabellenwerten, die lineare Näherung ist bei einem Abstand von 100 Grad in der Regel vertretbar.

Wäre statt 250 der Wert 350 abgefragt worden, hätte der Rechner das Ergebnis 310 als Extrapolation gekennzeichnet, weil 350 außerhalb des Intervalls [200, 300] liegt.

Fallstricke

Häufige Fehler bei der linearen Interpolation

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Häufigster Fehler: x1 und x2 gleich setzen. Dann ist die Steigung nicht definiert, weil eine Division durch null entsteht; der Rechner gibt eine Fehlermeldung aus.

Zweiter Fehler: die Stützstellen verwechseln und y-Werte als x-Werte eingeben, sodass die berechnete Gerade um 90 Grad verdreht ist.

Dritter Fehler: lineare Interpolation auf stark nichtlineare Zusammenhänge anwenden, etwa auf eine Exponentialfunktion über ein breites Intervall, und das Ergebnis für exakt zu halten.

Vierter Fehler: das Extrapolations-Flag ignorieren — der Rechner warnt ausdrücklich, wenn der gesuchte Wert außerhalb des Stützstellenintervalls liegt, weil die lineare Annahme dort ungesichert ist.

Fünfter Fehler: unterschiedliche Einheiten bei x- und y-Werten mischen, wodurch Steigung und Achsenabschnitt physikalisch unsinnig werden.

Sechster Fehler: den Umkehrmodus wählen und trotzdem einen x-Wert statt eines y-Werts eingeben, was ein falsches Ergebnis liefert, ohne dass der Rechner den Eingabefehler erkennen kann.

Nächster Schritt

Lineare Interpolation: Zusammenfassung und weiterführende Rechner

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Rechner für lineare Interpolation bestimmt aus zwei Stützstellen den Zwischenwert, die Steigung, den Achsenabschnitt und die Geradengleichung mit vollständigem Rechenweg.

Im Beispiel liefern die Stützstellen (2, 10) und (8, 40) bei x = 5 den Wert y = 25 mit m = 5, b = 0 und der Gleichung y = 5 · x. Gib deine Stützstellen ein, wähle bei Bedarf den Umkehrmodus und prüfe die Ergebnisse anhand der Zwischenwerttabelle.

Der Dreisatz-Rechner löst ähnliche Proportionalaufgaben, der Steigung-Rechner bestimmt die Steigung zwischen beliebigen Punkten.

Vertiefung

Beispiele: Lineare Interpolation für Temperaturen, Werkstoffe und Tabellenwerte

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · y = 77

Temperaturumrechnung: Celsius in Fahrenheit bei 25 °C

Berechnungsrichtung
y berechnen (x gegeben)
x₁
20
y₁
68
x₂
30

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 2 · Mittel · y = 150

Extrapolation: x = 15 außerhalb des Intervalls [0, 10]

Berechnungsrichtung
y berechnen (x gegeben)
x₁
0
y₁
0
x₂
10

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 3 · Komplex · x = 5

Umkehrmodus: x aus y = 50 bestimmen

Berechnungsrichtung
x berechnen (y gegeben)
x₁
0
y₁
0
x₂
10

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 4 · Komplex · y = 425

Tabellenwert interpolieren: Zwischenwert bei x = 150

Berechnungsrichtung
y berechnen (x gegeben)
x₁
100
y₁
350
x₂
200

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 5 · Komplex · y = 10

Geradengleichung aus zwei Punkten: Näherung an y = x² bei x = 3

Berechnungsrichtung
y berechnen (x gegeben)
x₁
2
y₁
4
x₂
4

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 6 · Komplex · y = 3,25

Normwert zwischen zwei Tabellenzeilen: x = 15 zwischen (10, 2,5) und (20, 4)

Berechnungsrichtung
y berechnen (x gegeben)
x₁
10
y₁
2,5
x₂
20

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

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Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Alle Berechnungen erfolgen ohne Gewähr. Die Ergebnisse sind Anhaltspunkte und ersetzen keine professionelle Beratung.

Quelle: Mathematische Standardformeln, ISO 80000-2

Stand: 2026-09-26

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
26. September 2026
Fachbereich
Mathematik / Analysis
Formeln basieren auf
Dokumentierte Rechenlogik mit Plausibilitäts- und Vergleichscheck
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Lineare Interpolation. Abgerufen von https://rechner-portal.de/mathematik/analysis/lineare-interpolation

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Lineare Interpolation. Available at: https://rechner-portal.de/mathematik/analysis/lineare-interpolation

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