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Gini-Koeffizient berechnen: Werteliste und Lorenzkurve

MathematikStand Noch keine Bewertung
Was liegt vor?
Normierten Gini zusätzlich ausgeben
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Kurzantwort

Der Gini-Koeffizient zeigt, wie ungleich eine Summe auf Einheiten verteilt ist: 0 bei Gleichverteilung, nahe 1 bei Konzentration auf wenige. Der Rechner nutzt die Lorenzkurve, zeigt auch den normierten Wert G* und rechnet den Weg vor.

Gini-Koeffizient berechnen aus Werteliste oder Klassen: Gini, normierter Gini

Kilian AchatzFachredaktion Mathematik
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Okt. 2026)Stand:

Überblick

Gini-Koeffizient berechnen: aus Werteliste oder klassierten Daten

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Der Gini-Koeffizient ist ein Konzentrationsmaß zwischen 0 und 1: Er misst, wie ungleich eine Summe, zum Beispiel ein Einkommen, auf die Merkmalsträger verteilt ist. Bei 0 haben alle gleich viel, je näher der Wert an 1 liegt, desto mehr entfällt auf wenige.

Dieser Rechner bestimmt ihn aus einer Werteliste mit einer Zahl je Person oder Haushalt oder aus klassierten Daten, also aus Gruppen mit Anzahl der Merkmalsträger und Merkmalssumme.

Zehn Monatsgehälter von 1.500 bis 9.000 Euro ergeben G = 0,3081, normiert G* = 0,3423, als Gini-Index 30,8. Der Wert hängt nur von den Anteilen ab, nicht von der Einheit: Euro oder Cent ergeben dasselbe G.

Gesucht wird er für Einkommens- und Vermögensvergleiche, Referate und Aufgaben zur Lorenzkurve.

Neben G zeigt der Rechner die Lorenzkurve als Tabelle, den Anteil der obersten 10 und 20 % an der Gesamtsumme und eine Einordnung gegen die amtliche Vergleichsmarke für Deutschland: 30,1 bei Äquivalenzeinkommen (EU-SILC 2025).

Eingaben

Werteliste oder Klassen: Was trägst du ein?

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Wähle zuerst unter „Was liegt vor?“, ob Einzelwerte oder klassierte Daten vorliegen. Bei Einzelwerten trägst du in die Werteliste eine Zahl pro Merkmalsträger ein, zum Beispiel das Monatseinkommen in Euro.

Trenner sind Leerzeichen, Semikolon oder Zeilenumbruch, das Dezimalkomma ist erlaubt. Negative Werte, Texte und Zahlen mit Tausenderpunkt weist der Rechner mit einer Erklärung ab, ebenso eine Summe von 0.

Zulässig sind mindestens zwei und höchstens 10.000 Werte. Bei klassierten Daten füllst du je Gruppe zwei Spalten: wie viele Merkmalsträger die Gruppe umfasst und wie viel von der Merkmalssumme auf sie entfällt, jeweils als Anzahl oder als Prozent.

Innerhalb einer Spalte muss die Einheit in allen Zeilen gleich sein. Zwei bis zehn Zeilen genügen, die Reihenfolge ist egal. Mit dem Schalter „Normierten Gini zusätzlich ausgeben“ blendest du G* bei Einzelwerten ein oder aus.

Praxisfälle

Gini-Koeffizient berechnen nach Situation

Sechs typische Suchfragen zum Gini-Koeffizienten, jede mit Eingaben und dem nachgerechneten Ergebnis aus dem Rechner oben.

  1. Gini-Koeffizient aus einer Werteliste

    „Wie berechne ich den Gini-Koeffizienten für zehn Einkommen?“

    Eingabe
    Einzelwerte: 1500 1800 2000 2400 2800 3200 3800 4500 6000 9000
    Ergebnis
    G = 0,3081 | G* = 0,3423 | Gini-Index 30,8 | untere 50 % erhalten 28,4 %
  2. Gini-Koeffizient bei vier Werten

    „Wie groß ist der Gini-Koeffizient für 10, 20, 30 und 40?“

    Eingabe
    Einzelwerte: 10 20 30 40
    Ergebnis
    G = 0,25 | G* = 0,3333 | mittlerer Abstand Δ = 12,5 bei Mittelwert 25
  3. Maximale Ungleichheit

    „Welcher Gini-Koeffizient ergibt sich, wenn einer alles besitzt?“

    Eingabe
    Einzelwerte: 0 0 0 10
    Ergebnis
    G = 0,75 | G* = 1 | die unteren 50 % erhalten 0 %
  4. Gleichverteilung

    „Wann ist der Gini-Koeffizient 0?“

    Eingabe
    Einzelwerte: 1 1 1 1
    Ergebnis
    G = 0 | Lorenzkurve liegt auf der Gleichverteilungsgeraden
  5. Gini-Koeffizient aus klassierten Daten

    „Wie berechne ich den Gini-Koeffizienten aus Einkommensfünfteln?“

    Eingabe
    Klassierte Daten: fünf Fünftel mit je 20 % der Personen und Einkommensanteilen von 8, 12, 16, 22 und 42 %
    Ergebnis
    G = 0,312 | Gini-Index 31,2 | oberste 20 % erhalten 42 %
  6. Wirkung eines Ausreißers

    „Wie verändert ein sehr hohes Gehalt den Gini-Koeffizienten?“

    Eingabe
    Einzelwerte: 1500 1800 2000 2400 2800 3200 3800 4500 6000 12000
    Ergebnis
    G = 0,3525 statt 0,3081 | oberster Wert hält 30 % der Summe

Berechnung

Gini-Koeffizient berechnen: Formel, Lorenzkurve und normierter Wert

Verstehe den Formelweg.

Der Rechner sortiert die Werte aufsteigend. Die Lorenzkurve trägt den kumulierten Anteil der Merkmalsträger u = i/n gegen den kumulierten Anteil der Merkmalssumme v ab.

Der Gini-Koeffizient ist die doppelte Fläche zwischen Gleichverteilungsgeraden und Lorenzkurve: G = 1 − (1/n) · Σ (v_i + v_(i−1)). Gleichwertig ist G = Δ / (2 · x̄), wobei Δ der mittlere Abstand zweier Werte ist.

Bei den zehn Gehältern liegt x̄ bei 3.700 Euro, Δ bei 2.280 Euro und G bei 2.280 / 7.400 = 0,3081.

Von Hand ordnest du zuerst die Werte der Größe nach, bildest die Summe und trägst für jeden Wert den neuen Anteil an der Summe ein; die Fläche setzt sich dann aus Trapezen mit der Breite 1/n zusammen. Lorenzkurve und Rechenweg: Zehn Gehälter von 1.500 bis 9.000 Euro mit Summe 37.000 Euro, Gini-Koeffizient 0,3081, normiert 0,3423 Bei n Einzelwerten erreicht G höchstens (n − 1)/n.

Deshalb rechnet der normierte Gini-Koeffizient G* = G · n/(n − 1): 0,3081 · 10/9 = 0,3423. Bei klassierten Daten gilt dieselbe Trapezformel mit den Klassenanteilen, und innerhalb jeder Klasse wird Gleichverteilung angenommen.

Gini-Koeffizient berechnen: G gleich mittlerer Abstand Delta geteilt durch das Doppelte des Mittelwerts mu; normiert Gn gleich G mal n geteilt durch n minus 1.
Formeln des Gini-Koeffizienten-Rechners: G ist der mittlere Abstand zweier Werte geteilt durch den doppelten Mittelwert; der normierte Wert rechnet G mit n/(n − 1) auf den Höchstwert 1 hoch.

Nachschlagen

Gini-Koeffizient typischer Zahlenlisten im Vergleich

Wie hoch ist der Gini-Koeffizient bei welcher Verteilung? Sechs Listen mit je zehn Werten zeigen die Spanne: gleichmäßige Beträge liegen bei 0 bis 0,10, die zehn Gehälter von 1.500 bis 9.000 Euro bei 0,3081, und sobald nur wenige Haushalte fast alles halten, steigt G auf 0,8051 und mehr.

Gini-Koeffizient G, normierter Gini-Koeffizient G*, Anteil der unteren 50 % und der obersten 20 % für sechs Beispiellisten
Liste (je 10 Werte)GG*Anteil untere 50 %Anteil oberste 20 %
Zehnmal 2.000 €0,00000,000050,0 %20,0 %
2.400 bis 4.200 € in 200er-Schritten0,10000,111142,4 %24,9 %
Zehn Gehälter von 1.500 bis 9.000 €0,30810,342328,4 %40,5 %
Neunmal 2.000 € und einmal 20.000 €0,42630,473726,3 %57,9 %
Vier ohne Vermögen, Rest 5.000 bis 500.000 €0,80510,89460,7 %87,6 %
Neunmal 0 € und einmal 100 €0,90001,00000,0 %100,0 %

Berechnet mit der Rechenfunktion des Rechners; die Beträge sind erfundene Beispiele, keine amtlichen Einkommensdaten. Die Anteile der unteren 50 % und der obersten 20 % ergeben sich aus der geradlinig verbundenen Lorenzkurve.

Höchstwert des Gini-Koeffizienten bei wenigen Einzelwerten

Warum erreicht G nie genau 1? Hält ein einziger Wert die gesamte Summe, liegt G bei n Einzelwerten bei (n − 1)/n. Bei n = 4 sind das nur 0,75, bei n = 100 immerhin 0,99. Der normierte Gini-Koeffizient G* = G · n/(n − 1) erreicht in jedem dieser Fälle genau 1.

Gini-Koeffizient G und normierter Wert G* für den Extremfall, dass ein Wert die gesamte Summe hält
Anzahl der Werte nG (ein Wert hält alles)G*Abstand von G zu 1
20,50001,00000,5000
30,66671,00000,3333
40,75001,00000,2500
50,80001,00000,2000
100,90001,00000,1000
200,95001,00000,0500
500,98001,00000,0200
1000,99001,00000,0100

Berechnet mit der Rechenfunktion des Rechners für Listen aus n − 1 Nullen und einer 1. Der Abstand 1 − G beträgt 1/n; bei vielen Einzelwerten, etwa einer Bevölkerungsstichprobe, spielt die Normierung deshalb praktisch keine Rolle.

Expertenmodus

Häufige Fragen zum Gini-Koeffizienten

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Wie berechne ich den Gini-Koeffizienten Schritt für Schritt?

Sortiere die Werte aufsteigend, bilde die Summe und bestimme für jeden Wert den kumulierten Anteil der Merkmalsträger u = i/n und den kumulierten Anteil der Summe v.

Dann gilt G = 1 − (1/n) · Σ (v_i + v_(i−1)), also eins minus die mit 1/n gewichtete Summe der Trapezhöhen.

Bei den vier Werten 10, 20, 30 und 40 ist die Summe 100, die v-Werte lauten 0,1, 0,3, 0,6 und 1,0, und die Trapezsumme ergibt 3,0 geteilt durch 4, also 0,75. Daraus folgt G = 1 − 0,75 = 0,25.

Gleichwertig geht es über den mittleren Abstand zweier Werte: Δ = 12,5, Mittelwert 25, G = 12,5 / (2 · 25) = 0,25. Im Rechner siehst du beide Wege im Rechenweg und die Lorenzkurven-Tabelle mit allen u- und v-Werten.

Weicht deine Handrechnung ab, liegt meist ein Sortierfehler vor: Die Werte müssen vor dem Kumulieren aufsteigend stehen, sonst wird die Fläche falsch.

Wann gilt ein Gini-Koeffizient als hoch?

Feste Grenzen für „hoch“ oder „niedrig“ gibt es nicht, denn der Wert braucht einen Vergleichsmaßstab. Für Deutschland meldet Eurostat aus der Erhebung EU-SILC 2025 einen Gini-Index von 30,1 bei den Äquivalenzeinkommen, für die EU-27 29,2.

Der Rechner ordnet deine Zahl gegen diese Marke ein.

Als Gefühl für die Spanne helfen die Beispiellisten der Referenztabelle: Zehn gleichmäßig steigende Beträge von 2.400 bis 4.200 Euro ergeben 0,10, die zehn Gehälter von 1.500 bis 9.000 Euro 0,3081 und eine Vermögensliste mit vier Nullen und Werten bis 500.000 Euro 0,8051.

Vergleiche deshalb nur Listen gleicher Abgrenzung, gleicher Einheit und gleichen Zeitraums.

Willst du eine Entwicklung beurteilen, rechne die Daten des Vorjahres als zweite Liste durch und achte auf die Änderung von G, nicht auf den Einzelwert allein.

Besonders aussagekräftig ist die Veränderung über die Zeit, solange die Erhebung gleich bleibt, denn dann fällt die Frage nach dem richtigen Maßstab weg.

Gini-Index 30,8 oder Gini-Koeffizient 0,3081: Welche Schreibweise gilt?

Beides beschreibt dieselbe Größe auf unterschiedlicher Skala. Der Gini-Koeffizient G liegt zwischen 0 und 1, der Gini-Index ist G mal 100 und läuft von 0 bis 100. Eurostat nennt den Index, Lehrbücher und Statistikaufgaben den Koeffizienten.

Der Rechner zeigt beide Werte: Für die zehn Gehälter ergibt sich G = 0,3081 und der Index 30,8. Rechne also vor einem Vergleich auf dieselbe Skala um: 0,308 entspricht dem Index 30,8, nicht 3,08 und nicht 308.

Missverständlich ist die Schreibweise „30,8 %“: Der Index ist kein Prozentanteil einer Gruppe und sagt nicht, dass 30,8 % der Menschen etwas besitzen.

Für Anteile einzelner Gruppen liefert der Rechner eigene Werte, etwa den Anteil der obersten 10 % von 24,3 % an der Summe.

Prüfe außerdem, ob eine Quelle den Wert für Einzelpersonen oder für Haushalte berechnet; der Rechner nimmt jeden Eintrag deiner Liste als eine Einheit, egal ob Person oder Haushalt.

Wozu brauche ich den normierten Gini-Koeffizienten G*?

Bei n Einzelwerten kann G nie 1 erreichen, selbst wenn ein Wert die gesamte Summe hält. Der Höchstwert beträgt (n − 1)/n.

Die Liste 0, 0, 0, 10 ergibt deshalb G = 0,75, obwohl die Konzentration vollständig ist; der normierte Wert G* = G · n/(n − 1) = 0,75 · 4/3 = 1 zeigt das. Bei den zehn Gehältern wächst G = 0,3081 auf G* = 0,3423.

Der Unterschied schrumpft mit wachsender Zahl: Bei n = 100 liegt G* nur rund 1 % über G, bei 1.000 Einzelwerten rund 0,1 %.

Nutze G* daher bei kleinen Gruppen unter etwa 30 Werten, zum Beispiel Abteilungen, Teams oder Stichproben, und gib im Text an, welchen Wert du meinst. Bei klassierten Daten entfällt der normierte Wert, weil dafür die Zahl der Einzelwerte fehlt.

Mit dem Schalter im Rechner blendest du G* ein oder aus.

Wie lese ich die Lorenzkurven-Tabelle?

Jede Zeile nennt den kumulierten Anteil der Merkmalsträger u, den kumulierten Anteil der Summe v und den Abstand u − v zur Gleichverteilung.

Bei den zehn Gehältern erreichen die unteren 50 % erst v = 28,4 % der Gesamtsumme, die unteren 90 % haben 75,7 %, die obersten 10 % halten also 24,3 %.

Der größte Abstand liegt bei u = 60 % mit 23,0 Punkten; dort entfernt sich die Lorenzkurve am weitesten von der Diagonale. Je größer die Abstände, desto höher G. Bei mehr als 20 Werten fasst der Rechner die Kurve in zehn Dezilschritten zusammen.

Zum Vergleich zweier Verteilungen halte die beiden Tabellen nebeneinander: Liegt eine Kurve überall unter der anderen, ist sie ungleicher. Kreuzen sich die Kurven, kann G beider Listen gleich sein, obwohl die Verteilungen verschieden aussehen.

Dann hilft der Blick auf die Anteile der unteren und oberen Gruppen.

Gini-Koeffizient aus klassierten Daten: Wie genau ist das?

Der Wert ist ein Näherungswert und liegt tendenziell unter der wahren Ungleichheit, weil der Rechner innerhalb jeder Klasse Gleichverteilung annimmt. Aus Einkommensfünfteln mit den Anteilen 8, 12, 16, 22 und 42 % an der Summe ergibt sich G = 0,312.

Fasst du dieselben Daten gröber in zwei Hälften mit 20 und 80 % zusammen, sinkt G auf 0,3. Je feiner die Klassen, desto näher kommt das Ergebnis dem Wert der Einzeldaten.

Trage in die beiden Spalten Anzahl oder Prozent ein, aber in jeder Spalte einheitlich; die Reihenfolge der Zeilen ist egal, der Rechner sortiert nach dem Wert je Merkmalsträger. Zulässig sind zwei bis zehn Klassen.

Liegen dir die Einzelwerte vor, nutze lieber die Werteliste. Bei offenen obersten Klassen, etwa „über 5.000 Euro“, brauchst du zuvor eine begründete Schätzung der Klassensumme.

Der Rechner nennt die Annahme ausdrücklich unter dem Ergebnis, damit der Näherungscharakter nicht untergeht.

Darf ich mein Ergebnis mit dem Deutschland-Wert vergleichen?

Nur unter Bedingungen. Die Marke 30,1 für Deutschland und 29,2 für die EU-27 stammt aus EU-SILC 2025 (Eurostat, Tabelle ilc_di12) und gilt für das Äquivalenzeinkommen, also das um die Haushaltsgröße bereinigte verfügbare Einkommen.

Dein Wert ist nur vergleichbar, wenn deine Liste ebenfalls Nettoäquivalenzeinkommen einer repräsentativen Stichprobe enthält.

Bruttogehälter eines Betriebs, Vermögenswerte oder Umsätze folgen anderen Verteilungen: Die Beispielliste mit Vermögen in der Referenztabelle erreicht 0,8051, ohne dass das etwas über Deutschland sagt.

Kleine Gruppen schwanken zudem stark; schon ein einziger Ausreißer verschiebt G, wie 0,3525 statt 0,3081 bei 12.000 statt 9.000 Euro zeigt. Nutze die Einordnung des Rechners daher als Orientierung.

Für eine belastbare Aussage brauchst du die amtliche Statistik mit ihrer Methodik, Gewichtung und dem genannten Erhebungsjahr.

Gib bei einer Veröffentlichung immer Quelle, Jahr und Abgrenzung an, zum Beispiel „Gini-Index der Äquivalenzeinkommen, EU-SILC 2025“, damit andere die Zahl richtig einordnen.

Gini-Koeffizient in Excel berechnen: Welche Formel?

Excel hat keine eigene Gini-Funktion. Mit aufsteigend sortierten Werten, etwa in A2:A5, genügt eine einzige Formel: =SUMMENPRODUKT((2*(ZEILE(A2:A5)-ZEILE(A2)+1)-ANZAHL(A2:A5)-1)*A2:A5)/(ANZAHL(A2:A5)*SUMME(A2:A5)).

Sie rechnet G = Σ (2i − n − 1) · x(i) / (n · Σ x) mit dem Rang i jedes Werts. Für die Werte 10, 20, 30 und 40 liefert sie 100 / (4 · 100) = 0,25, genau wie der Rechner.

Wichtig ist die Sortierung: Ohne aufsteigende Reihenfolge stimmt der Rang nicht und das Ergebnis ist falsch. Für den normierten Wert multiplizierst du mit n/(n − 1), hier 4/3, und erhältst 0,3333.

Die Formel setzt Werte ab 0 und eine Summe größer 0 voraus. Bei sehr langen Listen oder klassierten Daten ist der Rechner bequemer, weil er Sortierung, Lorenzkurven-Tabelle und Randfälle selbst behandelt.

Prüfe die Excel-Formel einmal gegen den Rechner: Beide müssen auf vier Stellen übereinstimmen, sonst stehen meist Textzahlen oder eine Leerzeile im Bereich.

Hinweise

Gini-Koeffizient richtig lesen: Skala, Anteile und Vergleich

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Lies G als Abstand zur Gleichverteilung. Der Gini-Index 30,8 der zehn Gehälter liegt rechnerisch 0,7 Punkte über der Vergleichsmarke für Deutschland (30,1 bei Äquivalenzeinkommen, also dem um die Haushaltsgröße bereinigten Nettoeinkommen, EU-SILC 2025; EU-27: 29,2), als Orientierung, nicht als Urteil.

Die Anteile machen das greifbar: Die unteren 50 % der Gehälter erhalten 28,4 % der Summe, der oberste Wert allein 24,3 %.

Ein einzelnes G sagt wenig; erst der Vergleich mit einer zweiten Liste gleicher Abgrenzung, etwa dem Vorjahr, trägt eine Aussage.

Fällt G höher aus, suche zuerst einen Ausreißer und vergleiche Durchschnitt und Median: Mit 12.000 statt 9.000 Euro steigt G von 0,3081 auf 0,3525. Gini-Koeffizient auf der Skala von 0 bis 1: alle gleich 0, die Liste 10, 20, 30, 40 gleich 0,25, zehn Gehälter 0,3081, die Liste 0, 0, 0, 10 gleich 0,75 Die Lorenzkurven-Tabelle zeigt, wo die Ungleichheit entsteht: Der Abstand u − v ist bei 60 % mit 23,0 Punkten am größten.

Bei weniger als zehn Werten vergleichst du besser G*, denn G kann dort den Wert 1 nie erreichen. Beim Vergleich mit Deutschland zählt die Datenbasis, nicht nur die Zahl: Gehälter eines Betriebs sind keine Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung.

Anwendung

Praxisbeispiel: Wie ungleich sind zehn Gehälter verteilt?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Die Inhaberin eines Handwerksbetriebs mit zehn Beschäftigten will das Gehaltsgefüge prüfen. Sie trägt die Monatsbruttogehälter in Euro ein: 1.500, 1.800, 2.000, 2.400, 2.800, 3.200, 3.800, 4.500, 6.000 und 9.000.

Die Summe beträgt 37.000 Euro, der Mittelwert 3.700 Euro. Der Rechner nennt G = 0,3081, G* = 0,3423 und einen Anteil des bestbezahlten Beschäftigten von 24,3 % an der Lohnsumme.

Zur Kontrolle liest sie die Lorenzkurven-Tabelle: Beim sechsten Gehalt sind erst 37,0 % der Lohnsumme erreicht, obwohl 60 % der Beschäftigten gezählt sind, der Abstand beträgt 23,0 Punkte.

Die Entscheidung: Sie hebt die drei niedrigsten Gehälter um je 300 Euro an. Mit 1.800, 2.100 und 2.300 Euro statt der alten Werte sinkt G auf 0,2842 und G* auf 0,3157, die untere Hälfte erhält jetzt 30,1 % statt 28,4 % der Summe.

Die Lohnsumme steigt um 900 Euro oder 2,4 % auf 37.900 Euro. Den größten Hebel behält das Spitzengehalt: Hätte der bestbezahlte Beschäftigte 12.000 statt 9.000 Euro, läge G schon bei 0,3525.

Mit der Tabelle begründet sie vor dem Team, warum die Anhebung unten ansetzt.

Fallstricke

Fünf typische Fehler beim Gini-Koeffizienten

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Fehler 1: Einen Gini-Koeffizienten von 0 für „alle sind arm“ oder „alle sind reich“ halten. G misst nur die Verteilung: Vier Werte von je 1 Euro und vier Werte von je 5.000 Euro ergeben beide G = 0.

Fehler 2: Eine Betriebs- oder Vermögensliste mit der Vergleichsmarke 30,1 messen.

Sie gilt für die Nettoäquivalenzeinkommen der Bevölkerung; Vermögenslisten liefern meist weit höhere Werte, etwa 0,8051 in der Beispielliste der Referenztabelle, und kleine Gruppen schwanken stark.

Fehler 3: Bei vier Merkmalsträgern G = 1 zu erwarten, wenn einer alles hält. Die Liste 0, 0, 0, 10 ergibt G = 0,75; erst der normierte Wert G* = 1 zeigt den Höchstwert. Fehler 4: In einer Spalte der Klassentabelle Prozent und Anzahl mischen.

Beide Spalten müssen je für sich einheitlich sein, sonst stimmen die Anteile nicht. Fehler 5: Das Ergebnis aus klassierten Daten für exakt zu halten.

Die Quintile 8, 12, 16, 22 und 42 % ergeben G = 0,312; mit Einzeldaten fiele die Ungleichheit meist höher aus.

Nächster Schritt

Gini-Koeffizient-Rechner: Fazit, Quellen und Grenzen

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Rechner macht aus einer Werteliste oder aus Klassen den Gini-Koeffizienten G, den normierten Wert G*, den Gini-Index sowie die Anteile der oberen und unteren Gruppen, samt Lorenzkurven-Tabelle und Rechenweg.

Entscheidend sind eine vollständige Liste ohne negative Werte und die passende Datenart. Alle Zahlen stammen aus der Rechenfunktion der Seite, auch die Lorenzkurven-Tabelle und die Beispiele. Grundlage sind Fahrmeir u. a. (Statistik, 8. Aufl.

2016, Kapitel Konzentrationsmaße), die Definition der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder und für die Vergleichsmarke Eurostat (EU-SILC, Tabelle ilc_di12, Deutschland 2025: 30,1).

Grenzen: G misst nur relative Ungleichheit, klassierte Daten liefern eine Untergrenze, und die Marke gilt nur für Äquivalenzeinkommen. Stand der Prüfung: 09.10.2026.

Vertiefung

Rechenbeispiele: Werteliste, Extremfälle und klassierte Daten

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · G = 0,25, G* = 0,3333

vier Werte 10, 20, 30 und 40

Was liegt vor?
Einzelwerte (Werteliste)
Werteliste (z. B. Einkommen in Euro)
10 20 30 40
Normierten Gini zusätzlich ausgeben
Ja

Beispiel 2 · Mittel · G = 0,75, G* = 1

Extremfall 0, 0, 0 und 10

Was liegt vor?
Einzelwerte (Werteliste)
Werteliste (z. B. Einkommen in Euro)
0 0 0 10
Normierten Gini zusätzlich ausgeben
Ja

Beispiel 3 · Komplex · G = 0,312, Gini-Index 31,2

Einkommensfünftel als klassierte Daten

Was liegt vor?
Klassierte Daten (Anteile je Gruppe)
Klassen (2 bis 10 Zeilen)
5 Zeilen mit je 20 % der Personen und Einkommensanteilen von 8, 12, 16, 22 und 42 %

Beispiel 4 · Komplex · G = 0,2842, G* = 0,3157; Summe 37.900 Euro

dieselben Gehälter nach einer Anhebung der unteren drei um 300 Euro

Was liegt vor?
Einzelwerte (Werteliste)
Werteliste (z. B. Einkommen in Euro)
1800 2100 2300 2400 2800 3200 3800 4500 6000 9000
Normierten Gini zusätzlich ausgeben
Ja

Beispiel 5 · Komplex · G = 0,3525, G* = 0,3917; oberster Wert 30 % der Summe

ein Spitzengehalt von 12.000 statt 9.000 Euro

Was liegt vor?
Einzelwerte (Werteliste)
Werteliste (z. B. Einkommen in Euro)
1500 1800 2000 2400 2800 3200 3800 4500 6000 12000
Normierten Gini zusätzlich ausgeben
Ja

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Spannweite-RechnerSpannweite R = Maximum − Minimum aus einer Zahlenliste berechnen – mit Median, Mittelwert, Minimum, Maximum und sortierter Werteliste.Z-Wert-RechnerZ-Score z = (x−μ)/σ und Percentilrang der Standardnormalverteilung berechnen.Kreisdiagramm-RechnerKreisdiagramm berechnen: Anteil in Prozent und Mittelpunktswinkel je Kategorie aus Werten, Prozentanteilen oder Winkeln – Summe exakt 100 % und 360°.Konfidenzintervall-RechnerKonfidenzintervall berechnen für Mittelwert (t- oder z-Intervall, auch aus Rohdaten) und Anteil (Wilson und Wald) bei 80 bis 99,9 % Niveau – mit Rechenweg und benötigter Stichprobengröße.Lineare-Regression-RechnerLineare Regression berechnen aus x- und y-Werten: Regressionsgerade, Bestimmtheitsmaß R², Korrelation r, Standardfehler, Prognose und Residuentabelle, wahlweise auch exponentiell, logarithmisch, als Potenz oder quadratisch.WahrscheinlichkeitsrechnerEinfache Wahrscheinlichkeiten berechnen, Gegenereignis, bedingte Wahrscheinlichkeit und Laplace-Experiment.Kombinatorik-RechnerPermutationen, Kombinationen und Variationen mit und ohne Wiederholung berechnen, Binomialkoeffizient.Zufallszahlen-GeneratorZufallszahlen in einem frei wählbaren Bereich erzeugen – mit oder ohne Wiederholung und optional aufsteigend sortiert, etwa für Lottozahlen, Losentscheide und Stichproben.Erwartungswert-RechnerErwartungswert E(X), Varianz Var(X) und Standardabweichung σ einer diskreten Wahrscheinlichkeitsverteilung aus einer Wertetabelle berechnen.Tschebyscheff-RechnerTschebyscheff-Ungleichung berechnen: Obergrenze für Abweichungen vom Erwartungswert, Mindestanteil im Intervall, k-Sigma-Form, ε-Form, Intervall und Binomialverteilung mit Vergleich zu Normalverteilung und exakter Wahrscheinlichkeit.Binomialverteilung-RechnerBinomialverteilung berechnen: P(X=k), P(X<=k), P(X>=k) fuer Bernoulli-Ketten mit Erwartungswert, Varianz und Standardabweichung.AQL-TabelleAQL-Stichprobenplan nach ISO 2859-1 berechnen: Losgröße und Prüfniveau eingeben, Kennbuchstabe, Stichprobenumfang, Annahmezahl und Rückweisezahl für Normal-, verschärfte und reduzierte Prüfung ermitteln.t-Test-Rechnert-Test berechnen: Einstichproben-, gepaarter und Zweistichproben-Test (Welch oder gleiche Varianzen) aus Kennzahlen oder Rohdaten – mit p-Wert, kritischem t-Wert, Entscheidung und t-Tabelle.Häufigkeit-RechnerRelative Häufigkeit berechnen: aus einer Urliste oder aus h und n die Häufigkeitstabelle mit absoluter, relativer, prozentualer und kumulierter Häufigkeit, Modalwert und gekürztem Bruch, wahlweise mit Klassen.Odds-Ratio-RechnerOdds Ratio (Chancenverhältnis) aus der Vierfeldertafel berechnen: mit Konfidenzintervall nach Woolf, Haldane-Korrektur bei Nullzellen, relativem Risiko, Risikodifferenz und NNT.

Weiternutzung

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  • Lorenzkurve und Rechenweg: Zehn Monatsgehälter von 1.500 bis 9.000 Euro mit Summe 37.000 Euro ergeben den Gini-Koeffizienten 0,3081, den normierten Gini-Koeffizienten 0,3423 und den Gini-Index 30,8

    Lorenzkurve und Rechenweg: zehn Gehälter, Gini-Koeffizient 0,3081

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  • Vier Beispiellisten auf der Gini-Skala: Alle Werte gleich ergibt 0, die Liste 10, 20, 30, 40 ergibt 0,25, zehn Gehälter ergeben 0,3081 und 0, 0, 0, 10 ergibt 0,75, dazu die Vergleichsmarke Deutschland 2025 mit 0,301

    Gini-Koeffizient im Vergleich: vier Verteilungen auf der Skala von 0 bis 1

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Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Der Rechner liefert das statistische Konzentrationsmaß für die eingegebenen Zahlen. Er ersetzt keine amtliche Verteilungsanalyse; bei Einkommen entscheiden Stichprobe, Äquivalenzgewichtung und Erhebungsjahr über die Vergleichbarkeit.

Quelle: Statistik: Konzentrationsmaße (Lorenzkurve, Gini-Koeffizient) nach Fahrmeir u. a. (2016); Vergleichsmarke Eurostat EU-SILC ilc_di12 (2025); Stand Oktober 2026.

Stand: 2026-10-09

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
09. Oktober 2026
Fachbereich
Mathematik / Statistik
Formeln basieren auf
Lorenzkurve: u_i = i/n, v_i = (x(1)+…+x(i)) / (x(1)+…+x(n)) bei aufsteigend sortierten Werten; G = 1 − (1/n) · Σ (v_i + v_(i−1)) = Σ_i Σ_j |x_i − x_j| / (2 n² x̄); normiert G* = G · n/(n − 1). Klassierte Daten: G = 1 − Σ (u_i − u_(i−1)) · (v_i + v_(i−1)).
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Gini-Koeffizient berechnen. Abgerufen von https://rechner-portal.de/mathematik/statistik/gini-koeffizient-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Gini-Koeffizient berechnen. Available at: https://rechner-portal.de/mathematik/statistik/gini-koeffizient-rechner

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