Zum Hauptinhalt springen

Drehstrom-Leistung berechnen (P = √3·U·I·cosφ)

Elektronik & PhysikStand Noch keine Bewertung

Wie hilfreich war dieser Rechner?

Noch keine Bewertungen.
Anzeige

Kurzantwort

Drehstrom-Leistungsrechner: Spannung, Strom und cos φ eingeben und Wirk-, Schein- und Blindleistung im Dreiphasennetz berechnen. Für symmetrische Lasten.

Drehstromleistung berechnen: aus Spannung, Strom und Leistungsfaktor

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Elektronik & Physik (Juli 2026)Stand:

Überblick

Was ist der Drehstrom-Leistungsrechner?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Aus Spannung, Strom und Leistungsfaktor ermittelt der Drehstrom-Leistungsrechner die drei Leistungen im Dreiphasen-Wechselstromnetz: Wirkleistung, Scheinleistung und Blindleistung. Die zentrale Frage: Wie viel nutzbare Leistung liefert ein Drehstromanschluss – etwa für einen Motor oder eine Maschine?

Grundlage ist die verkettete Spannung zwischen zwei Außenleitern, im deutschen Niederspannungsnetz 400 Volt.

Der Rechner richtet sich an Elektrotechniker, Auszubildende und Heimwerker mit Starkstromanschluss, die die Leistung eines Verbrauchers oder die passende Absicherung abschätzen wollen. Er gilt für symmetrisch belastete Systeme.

Praktisch beantwortet er damit die Frage, ob ein vorhandener Anschluss eine geplante Maschine oder einen Motor tragen kann, bevor Leitung und Absicherung festgelegt werden.

Der Unterschied zwischen den drei Leistungen ist dabei entscheidend: Die Scheinleistung in Voltampere belastet Leitung und Sicherung, die Wirkleistung in Watt verrichtet die eigentliche Arbeit, und die Blindleistung in var pendelt ungenutzt zwischen Netz und Verbraucher.

Vorausgesetzt ist dabei ein sinusförmiger Strom- und Spannungsverlauf – das klassische Lehrbuchbild, das für Motoren und Heizlasten gut trägt.

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Du gibst drei Werte ein. Die verkettete Spannung ist die Spannung zwischen zwei Außenleitern – im Haushalts- und Gewerbenetz 400 Volt, nicht die 230 Volt zwischen Außenleiter und Neutralleiter.

Der Strom ist der Leiterstrom je Außenleiter, oft gleich der Absicherung wie 16, 32 oder 63 Ampere. Der Leistungsfaktor cos φ beschreibt, welcher Anteil der Scheinleistung als Wirkleistung nutzbar ist.

Motoren liegen typisch bei 0,8 bis 0,9, reine Heiz- oder Glühlasten bei 1,0. Ein häufiger Fehler ist, die Strangspannung von 230 Volt statt der verketteten 400 Volt einzugeben – das verfälscht das Ergebnis um den Faktor Wurzel drei.

Den cos φ nimmst du am besten vom Typenschild und nicht aus einer Faustzahl, denn er hängt stark vom Lastgrad ab: Derselbe Asynchronmotor, der bei Volllast 0,85 erreicht, fällt im Leerlauf auf 0,2 bis 0,3 zurück.

Ein zu groß gewählter Motor läuft deshalb dauerhaft mit schlechtem Leistungsfaktor, ohne dass irgendein Defekt vorliegt – die Maschine ist schlicht selten in dem Betriebspunkt, für den ihr Typenschildwert gilt.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Siehe Formeln und Rechenschritte.

Verwendete Formeln

S = sqrt(3) * U * I

P = sqrt(3) * U * I * cos(phi)

Q = sqrt(3) * U * I * sin(phi)

Q = sqrt(S^2 - P^2)

Formeltafel zur Drehstrom-Leistung: Wirkleistung aus Wurzel 3 mal Spannung mal Strom mal Leistungsfaktor, dazu Schein- und Blindleistung.
Leistungsdreieck des symmetrischen Drehstromsystems mit verketteter Spannung (DIN EN 60027).

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Drehstrom-Leistungsrechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Wie berechnet man die Leistung im Drehstromnetz?

Bei symmetrischer Last gilt für die Wirkleistung P = √3 · U · I · cos φ. Dabei ist U die verkettete Spannung zwischen zwei Außenleitern (im Niederspannungsnetz 400 Volt), I der Leiterstrom und cos φ der Leistungsfaktor.

Die Scheinleistung ist S = √3 · U · I, die Blindleistung Q = √(S² − P²). Alternativ lässt sich die Blindleistung direkt als Q = √3 · U · I · sin φ berechnen, wobei sin φ = √(1 − cos² φ).

Beispiel: Bei 400 Volt, 16 Ampere und cos φ = 0,9 ergibt sich eine Scheinleistung von rund 11.085 VA und eine Wirkleistung von etwa 9.977 Watt, also knapp 10 kW. Die Blindleistung beträgt dabei rund 4.834 var.

Alle drei Leistungsgrößen zusammen bestimmen die Auslegung von Leitungen, Sicherungen und Transformatoren im Industriebetrieb. Der Rechner setzt diese Formeln automatisch ein und zeigt alle drei Leistungen auf einen Blick.

Zudem berechnet er auf Wunsch den Leistungsfaktor aus Wirk- und Scheinleistung, falls dieser nicht direkt bekannt ist.

Warum steht in der Formel der Faktor Wurzel 3?

Der Faktor √3 (rund 1,732) entsteht durch die Phasenverschiebung von 120 Grad zwischen den drei Strängen im Drehstromsystem.

Er verknüpft die verkettete Spannung zwischen zwei Außenleitern mit der Strangspannung: Die verketteten 400 Volt sind das √3-fache der 230 Volt Strangspannung. Mathematisch gilt U_verkettet = √3 · U_Strang, also 400 V ≈ 1,732 · 230 V.

Rechnet man mit der verketteten Spannung und dem Leiterstrom, taucht dieser Faktor deshalb in der Leistungsformel auf.

Ohne den Faktor √3 würde man die Drehstromleistung um rund 42 Prozent unterschätzen – ein häufiger Fehler bei der Planung von Maschinenanschlüssen.

Das ist der wichtigste Unterschied zur einfachen Wechselstromrechnung P = U · I · cos φ, die nur für einphasige Verbraucher gilt.

Drehstromsysteme können bei gleicher Leitungsbelastung rund 73 Prozent mehr Leistung übertragen als ein gleichwertiges einphasiges System, weshalb sie in Industrie und Gewerbe Standard sind.

Aus demselben Grund werden Hochspannungs-Fernleitungen stets dreiphasig ausgeführt: Gleiche Leitungsquerschnitte übertragen ein √3-faches mehr Energie als im einphasigen Betrieb.

Was ist der Unterschied zwischen Wirk-, Schein- und Blindleistung?

Die Wirkleistung P (in Watt) ist die tatsächlich in Arbeit oder Wärme umgesetzte Leistung. Die Scheinleistung S (in Voltampere, VA) ist das Produkt aus Spannung und Strom und bestimmt die Belastung von Leitungen und Sicherungen.

Die Blindleistung Q (in var) pendelt zwischen Erzeuger und Verbraucher, verrichtet aber keine Arbeit – sie entsteht bei Motoren und Spulen. Die drei hängen über S² = P² + Q² zusammen.

Der Leistungsfaktor cos φ = P / S zeigt, wie effizient die Scheinleistung genutzt wird. Bei cos φ = 1 sind Wirk- und Scheinleistung gleich und die Blindleistung ist null.

Ein typischer Elektromotor hat cos φ = 0,8, was bedeutet, dass 20 Prozent der Scheinleistung als Blindleistung aufgenommen werden.

Dieser Anteil belastet Leitungen und Transformatoren, ohne Nutzarbeit zu leisten, weshalb die Blindleistungskompensation bei großen Anlagen Pflicht ist. Der Rechner berechnet auf Wunsch alle drei Größen gleichzeitig.

Muss ich 230 oder 400 Volt eingeben?

Für die Drehstromleistung mit der Formel P = √3 · U · I gibst du die verkettete Spannung von 400 Volt ein – das ist die Spannung zwischen zwei Außenleitern.

Die 230 Volt sind die Strangspannung zwischen einem Außenleiter und dem Neutralleiter und dürfen hier nicht verwendet werden.

Wer versehentlich 230 Volt einsetzt, erhält ein um den Faktor √3 zu kleines Ergebnis, also nur rund 58 Prozent der echten Leistung. Im deutschen Niederspannungsnetz gilt fast immer 400 Volt verkettet.

Nur bei ausdrücklicher Angabe der Strangspannung müsstest du diese vorher mit √3 auf die verkettete Spannung umrechnen.

Bei Industriemotoren findet sich auf dem Typenschild oft die Angabe "Δ/Y 400/690 V": 400 Volt steht für den Dreieck-Betrieb, 690 Volt für den Stern-Betrieb – in beiden Fällen liegt rund 400 Volt an jeder Wicklung an.

Im Rechner gibst du stets die an der Maschine anliegende verkettete Spannung ein.

Was bedeutet der Leistungsfaktor cos φ?

Der Leistungsfaktor cos φ gibt an, welcher Anteil der Scheinleistung als nutzbare Wirkleistung ankommt. Er liegt zwischen 0 und 1. Reine Widerstandslasten wie Heizungen oder Glühlampen haben cos φ = 1 – hier sind Wirk- und Scheinleistung gleich.

Motoren, Transformatoren und Leuchtstofflampen haben einen niedrigeren cos φ von etwa 0,7 bis 0,9, weil sie zusätzlich Blindleistung aufnehmen. Ein niedriger cos φ bedeutet höhere Ströme bei gleicher Wirkleistung und damit größere Leitungsverluste.

Deshalb setzen Betriebe Kompensationsanlagen ein, um den cos φ anzuheben. Den Wert findest du auf dem Typenschild des Verbrauchers.

Ein Asynchronmotor mit 11 kW Nennleistung und cos φ = 0,82 zieht beispielsweise etwa 19,4 Ampere, während der gleiche Motor bei cos φ = 1 nur 15,9 Ampere benötigen würde – ein Unterschied von rund 21 Prozent, der sich direkt auf den benötigten Leitungsquerschnitt auswirkt.

Netzbetreiber verlangen deshalb für Anlagen ab 30 kVA häufig einen Nachweis, dass der cos φ nicht unter 0,9 liegt, oder schreiben eine Blindleistungskompensation vor.

Wie viel Kilowatt liefert ein 400-Volt-Anschluss mit 16 Ampere?

Ein Drehstromanschluss mit 400 Volt und 16 Ampere Absicherung liefert eine Scheinleistung von √3 · 400 · 16 = rund 11.085 VA, also etwa 11 kVA.

Die nutzbare Wirkleistung hängt vom Leistungsfaktor ab: Bei cos φ = 1 (Heizlast) sind es knapp 11 kW, bei cos φ = 0,9 rund 10 kW und bei cos φ = 0,8 nur etwa 8,9 kW. Für einen 32-Ampere-Anschluss verdoppeln sich diese Werte auf rund 22 kVA.

Diese Faustzahlen helfen bei der Frage, ob ein Anschluss für einen Verbraucher ausreicht. Ein typisches Elektroauto-Ladegerät mit 11 kW Dreiphasenladen benötigt beispielsweise genau diesen 16-Ampere-Anschluss (cos φ ≈ 1).

Ein 22-kW-Lader braucht dagegen 32 Ampere. Für Wallboxen und Wärmepumpen lohnt sich die genaue Berechnung vor der Installation, damit die Absicherung weder zu schwach noch unnötig groß dimensioniert ist.

Der Rechner liefert den genauen Wert für deine konkreten Eingaben.

Wie berechne ich den Strom aus einer bekannten Leistung?

Stellt man die Formel um, ergibt sich der Leiterstrom aus I = P / (√3 · U · cos φ). Beispiel: Ein Motor mit 15 kW Wirkleistung an 400 Volt und cos φ = 0,85 zieht I = 15.000 / (1,732 · 400 · 0,85) = rund 25,5 Ampere je Außenleiter.

Dieser Wert ist wichtig für die Wahl der Absicherung und des Leitungsquerschnitts, denn maßgeblich ist immer der Leiterstrom, nicht die Wirkleistung allein. Ein schlechter cos φ erhöht den Strom bei gleicher Nutzleistung.

Für die Leitungsauslegung nutzt du den ermittelten Strom anschließend im Kabelquerschnitt-Rechner. Als Faustregel gilt: Pro 1 kW Drehstromlast an 400 Volt und cos φ = 0,9 fließen rund 1,6 Ampere pro Außenleiter.

Bei einem 5-kW-Motor sind das also etwa 8 Ampere, was eine 10-A-Sicherung und 1,5-mm²-Leitungen erlaubt. Höherer Einschaltstrom von Motoren (bis zu 7-fach) erfordert jedoch träge Sicherungen oder Motorschutzschalter.

Umrichter und Frequenzumformer begrenzen den Anlaufstrom auf den Nennwert und schonen so Leitungen und Sicherungen, verändern jedoch den Leistungsfaktor über den Drehzahlbereich.

Gilt die Formel auch bei unsymmetrischer Belastung?

Nein. Die einfache Formel P = √3 · U · I · cos φ setzt eine symmetrische Last voraus, bei der alle drei Außenleiter gleich belastet sind und denselben cos φ haben – wie bei Drehstrommotoren.

Sind die Phasen unterschiedlich belastet, etwa bei vielen einphasigen Verbrauchern, musst du die Leistung für jede Phase einzeln aus Strangspannung und Strangstrom berechnen und anschließend addieren.

Auch Oberschwingungen durch elektronische Lasten bleiben unberücksichtigt. Für Haushalts- und Standard-Maschinenanschlüsse mit symmetrischer Drehstromlast liefert die Formel jedoch zuverlässige Werte, und genau dafür ist dieser Rechner gedacht.

Bei unsymmetrisch belasteten Niederspannungsnetzen – zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern mit vielen einphasigen Herd- und Boileranschlüssen – können die drei Phasenströme um bis zu 30 Prozent voneinander abweichen.

In diesem Fall addierst du die Einzelleistungen P1 + P2 + P3, wobei für jede Phase P_n = U_Strang · I_n · cos φ_n gilt.

Der Rechner eignet sich nur für den symmetrischen Fall; für unsymmetrische Netze benötigst du eine phasenweise Aufstellung oder die Methode der symmetrischen Komponenten.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Achte auf die richtige Spannung: Für die Drehstromleistung zählt die verkettete Spannung von 400 Volt, nicht die 230 Volt eines einzelnen Außenleiters. Der Leistungsfaktor entscheidet über die nutzbare Leistung – ein schlechter cos φ bedeutet hohe Blindleistung, die die Leitungen belastet, aber keine Arbeit verrichtet.

Zur groben Kontrolle: Ein 400-Volt-Anschluss mit 16 Ampere liefert bei cos φ = 1 knapp 11 kW, bei cos φ = 0,8 nur rund 8,9 kW Wirkleistung. Für Motoren mit niedrigem cos φ lohnt sich eine Blindleistungskompensation.

Eine solche Kompensation hebt den Leistungsfaktor näher an 1, wodurch bei gleicher Wirkleistung der Leiterstrom und damit die Leitungsverluste sinken.

Rechne zur Kontrolle rückwärts: Teilst du die gewünschte Wirkleistung durch √3, die Spannung und den cos φ, erhältst du den nötigen Leiterstrom und kannst sofort prüfen, ob er unter der geplanten Absicherung von 16, 32 oder 63 Ampere bleibt.

Für die Auslegung des Leitungsquerschnitts nutzt du ergänzend den Kabelquerschnitt-Rechner. Prüfe dabei, ob der cos φ zum tatsächlichen Lastgrad passt und nicht nur zum Volllastpunkt des Typenschilds.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Praxisfall: Ein Werkstattbesitzer will wissen, ob sein 400-Volt-Anschluss mit 32 Ampere Absicherung für eine neue Maschine reicht. Schritt 1 – Eingaben: Spannung 400 Volt, Strom 32 Ampere, cos φ 0,85 (Motorlast).

Schritt 2 – Ergebnis: Scheinleistung 22.170 VA, Wirkleistung 18.845 Watt (rund 18,8 kW), Blindleistung 11.679 var. Schritt 3 – Abgleich: Die Maschine benötigt laut Typenschild 15 kW Wirkleistung – der Anschluss reicht also mit Reserve.

Schritt 4 – Entscheidung: Weil die Blindleistung hoch ist, prüft er eine Kompensationsanlage, um den Leiterstrom und damit die Leitungsverluste zu senken.

Schritt 5 – Gegenrechnung: Bei cos φ = 0,85 zieht die Maschine mit 15 kW Wirkleistung einen Leiterstrom von I = 15.000 W ÷ (1,732 · 400 V · 0,85) ≈ 25,5 Ampere, was komfortabel unter der 32-Ampere-Sicherung liegt.

Würde ein zweiter Verbraucher hinzukommen, addierten sich die Leiterströme, weshalb der Werkstattbesitzer die Summe aller gleichzeitig laufenden Maschinen gegen die Absicherung prüft.

Erst danach entscheidet er über die Kompensationsanlage, die den Blindanteil verringert und so denselben Anschluss für weitere Lasten frei macht, ohne die Sicherung zu vergrößern.

Den cos φ von 0,85 übernimmt er dabei bewusst vom Typenschild und nicht als Schätzwert, weil ein um nur fünf Hundertstel danebenliegender Leistungsfaktor den berechneten Leiterstrom bereits um gut anderthalb Ampere verschiebt.

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von verketteter Spannung (400 V) und Strangspannung (230 V) – wer 230 V einsetzt, erhält eine um den Faktor √3 zu kleine Leistung. Zweiter Fehler: den Faktor √3 ganz wegzulassen und wie bei Einphasen-Wechselstrom zu rechnen.

Dritter Fehler: cos φ zu ignorieren und Schein- mit Wirkleistung gleichzusetzen – nur bei rein ohmscher Last sind sie gleich. Vierter Fehler: die Rechnung auf unsymmetrische Lasten anzuwenden, für die diese einfachen Formeln nicht gelten.

Fünfter Fehler: Blind- und Wirkleistung zu addieren, statt sie geometrisch über die Scheinleistung zu verknüpfen.

Ein sechster Fehler betrifft die Einheiten: Wirkleistung wird in Watt, Scheinleistung in Voltampere und Blindleistung in var angegeben, und wer diese Einheiten vermischt, verliert den Überblick über die Netzbelastung.

Ebenso wird oft übersehen, dass die Absicherung den Leiterstrom begrenzt, nicht die Leistung direkt: Erst über √3, Spannung und cos φ lässt sich vom Ampere-Wert der Sicherung auf die zulässige Wirkleistung schließen.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Drehstrom-Leistungsrechner berechnet aus verketteter Spannung, Leiterstrom und Leistungsfaktor die Wirk-, Schein- und Blindleistung eines symmetrischen Dreiphasensystems über die Formel P = √3 · U · I · cos φ.

Im Beispiel liefert ein 400-Volt-Anschluss mit 16 Ampere und cos φ = 0,9 rund 10 kW Wirkleistung. Prüfe zum Abschluss die verkettete Spannung und den cos φ deiner Last und ziehe für die Leitungsauslegung den Kabelquerschnitt-Rechner hinzu.

Ein niedriger Leistungsfaktor senkt die nutzbare Wirkleistung spürbar, weshalb du bei Motorlasten den cos φ vom Typenschild übernimmst statt pauschal mit 1 zu rechnen.

Die Formeln gelten für sinusförmigen Betrieb: Bei Frequenzumrichtern, Netzteilen und LED-Treibern verzerrt die Elektronik den Stromverlauf, und der cos φ beschreibt die Netzbelastung dann nur noch unvollständig.

Angaben ohne Gewähr; Arbeiten an Anlagen nur durch Fachkräfte.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · P = 18.844,71 W, S = 22.170,25 VA, Q = 11.678,90 var

Motorlast: 400 V, 32 A, cos φ = 0,85

Spannung
400 V
Strom
32 A
cos φ
0,85

Beispiel 2 · Mittel · P = 11.085,13 W, S = 11.085,13 VA, Q = 0 var

Heizlast: 400 V, 16 A, cos φ = 1,0

Spannung
400 V
Strom
16 A
cos φ
1,0

Beispiel 3 · Komplex · P = 5.542,56 W, S = 6.928,20 VA, Q = 4.156,92 var

Kleinmotor: 400 V, 10 A, cos φ = 0,8

Spannung
400 V
Strom
10 A
cos φ
0,8

Weiterführende Rechner und Themen

Alle Anschlussrechner und Vertiefungen in einem klaren Modul, damit du direkt zur nächsten sinnvollen Berechnung springen kannst.

Parallelschaltung-RechnerGesamtwiderstand, Gesamtstrom und Teilströme einer Parallelschaltung von Widerständen berechnen.Kirchhoff-RechnerReihen- und Parallelschaltung von Widerständen berechnen.Widerstand Farbcode RechnerWiderstandswert aus Farbringen lesen oder als Farbcode darstellen.Kondensator-RechnerLadung, Energie, Blindwiderstand und Zeitkonstante von Kondensatoren berechnen.Spulen-Induktivitäts-RechnerInduktivität aus Geometrie sowie Impedanz und Energie berechnen.LED-Vorwiderstand-RechnerPassenden Vorwiderstand, Normwert und Verlustleistung für LEDs berechnen.Spannungsteiler-RechnerAusgangsspannung und Widerstandswerte eines Spannungsteilers berechnen.RC-Filter-RechnerGrenzfrequenz und Zeitkonstante von RC-Tiefpass und Hochpass berechnen.LC-Resonanzkreis-RechnerResonanzfrequenz, Gütefaktor und Bandbreite eines LC-Kreises berechnen.Geschwindigkeits- und Beschleunigungs-RechnerKinematische Grundgrößen Weg, Zeit, Geschwindigkeit und Beschleunigung berechnen.Freier-Fall-RechnerFallzeit, Aufprallgeschwindigkeit und Fallhöhe berechnen.Federkonstanten-RechnerHookesches Gesetz, Federenergie und Schwingungsdauer berechnen.Wärmeausdehnung-RechnerLängen- und Volumenänderung bei Temperaturdifferenzen berechnen.Durchschnittsgeschwindigkeit-RechnerDurchschnittsgeschwindigkeit aus Strecke und Zeit berechnen, auch mit mehreren Teilstrecken.Volumenstrom-RechnerVolumenstrom Q = A × v aus Rohrdurchmesser und Strömungsgeschwindigkeit berechnen – inklusive Umrechnung m³/h, l/s, l/min und Massenstrom.

Weiternutzung

Grafiken weiterverwenden

Diese Grafik darfst du in eigenen Artikeln und Beiträgen verwenden.

Nutzung frei, wenn du rechner-portal.de als Quelle verlinkst. CC BY 4.0

  • Infografik: Drehstrom: Stern- und Dreieckschaltung, STERNSCHALTUNG (Y), U_Strang = 400 V / √3 = 230 V, I_Strang = I_Leiter, Neutralleiter am Sternpunkt, DREHSTROM-LEISTUNG, P = √3 × U_L × I_L × cos(φ), S = √3 × U_L × I_L [VA]

    Drehstrom Leistung Sterndreieck

    760 × 400 Pixel · Schaubild

    Herunterladen

    Einbettungscode

    HTML zum Einbinden

    <a href="https://rechner-portal.de/elektronik-physik/grundgesetze-elektrotechnik/drehstrom-leistung">
      <img src="https://rechner-portal.de/images/elektronik-physik/drehstrom-leistung-sterndreieck.svg"
           alt="Infografik: Drehstrom: Stern- und Dreieckschaltung, STERNSCHALTUNG (Y), U_Strang = 400 V / √3 = 230 V, I_Strang = I_Leiter, Neutralleiter am Sternpunkt, DREHSTROM-LEISTUNG, P = √3 × U_L × I_L × cos(φ), S = √3 × U_L × I_L [VA]"
           width="760" height="400">
    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/elektronik-physik/grundgesetze-elektrotechnik/drehstrom-leistung">Drehstrom Leistung Sterndreieck auf Rechner-Portal</a></p>

    Textbaustein für die Bildunterschrift

    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/elektronik-physik/grundgesetze-elektrotechnik/drehstrom-leistung

Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Die Berechnung gilt für symmetrisch belastete Dreiphasensysteme mit der verketteten Spannung. Sie dient der technischen Orientierung und ersetzt weder eine Anlagenplanung noch die Arbeit einer Elektrofachkraft. Arbeiten an elektrischen Anlagen dürfen nur durch qualifiziertes Personal erfolgen.

Quelle: Grundlagen der Drehstromtechnik; Formeln für symmetrische Dreiphasensysteme

Stand: 2026-07-23

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
23. Juli 2026
Fachbereich
Elektronik & Physik / Grundgesetze Elektrotechnik
Formeln basieren auf
Drehstrom bei symmetrischer Last: S = √3·U·I, P = √3·U·I·cosφ, Q = √3·U·I·sinφ
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Drehstrom-Leistungsrechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/elektronik-physik/grundgesetze-elektrotechnik/drehstrom-leistung

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Drehstrom-Leistungsrechner. Available at: https://rechner-portal.de/elektronik-physik/grundgesetze-elektrotechnik/drehstrom-leistung

Werbestatus

Mögliche Werbung hat keinen Einfluss auf Rechenweg, Ergebnis oder Priorisierung dieses Rechners.