Praxisfall: Ein Werkstattbesitzer will wissen, ob sein 400-Volt-Anschluss mit 32 Ampere Absicherung für eine neue Maschine reicht. Schritt 1 – Eingaben: Spannung 400 Volt, Strom 32 Ampere, cos φ 0,85 (Motorlast).
Schritt 2 – Ergebnis: Scheinleistung 22.170 VA, Wirkleistung 18.845 Watt (rund 18,8 kW), Blindleistung 11.679 var. Schritt 3 – Abgleich: Die Maschine benötigt laut Typenschild 15 kW Wirkleistung – der Anschluss reicht also mit Reserve.
Schritt 4 – Entscheidung: Weil die Blindleistung hoch ist, prüft er eine Kompensationsanlage, um den Leiterstrom und damit die Leitungsverluste zu senken.
Schritt 5 – Gegenrechnung: Bei cos φ = 0,85 zieht die Maschine mit 15 kW Wirkleistung einen Leiterstrom von I = 15.000 W ÷ (1,732 · 400 V · 0,85) ≈ 25,5 Ampere, was komfortabel unter der 32-Ampere-Sicherung liegt.
Würde ein zweiter Verbraucher hinzukommen, addierten sich die Leiterströme, weshalb der Werkstattbesitzer die Summe aller gleichzeitig laufenden Maschinen gegen die Absicherung prüft.
Erst danach entscheidet er über die Kompensationsanlage, die den Blindanteil verringert und so denselben Anschluss für weitere Lasten frei macht, ohne die Sicherung zu vergrößern.
Den cos φ von 0,85 übernimmt er dabei bewusst vom Typenschild und nicht als Schätzwert, weil ein um nur fünf Hundertstel danebenliegender Leistungsfaktor den berechneten Leiterstrom bereits um gut anderthalb Ampere verschiebt.