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RC-Filter online berechnen: Grenzfrequenz und Zeitkonstante

Elektronik & PhysikStand Noch keine Bewertung

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Filtertyp
Ohm
F
Hz

Berechnete Werte

Grenzfrequenz159.1549Hz
Zeitkonstante τ0.001 s
Betragsgain0.157177
Gain (dB)-16.07
Phase (°)-80.96
FiltertypTiefpass (−3 dB bei 159.1549 Hz)

Ladekurve / RC-Verlauf

Normierte Lade-/Entladekurve, tau = 0.001000 s

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Kurzantwort

Die Grenzfrequenz eines RC-Filters ist fg = 1 / (2 * pi * R * C). Bei 1 kOhm und 100 nF ergibt das rund 1591 Hz.

RC-Filter (RC-Glied) berechnen: Grenzfrequenz fg = 1/(2·π·R·C)

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Apr. 2026)Veröffentlicht: Stand:

Überblick

Was ist ein RC-Glied (RC-Filter)?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Aus Widerstand R und Kapazität C eines einfachen Tiefpasses oder Hochpasses liefert der RC-Filter-Rechner die Grenzfrequenz, den Gain und die Phasenlage. Ein RC-Filter (RC-Glied) ist die Reihenschaltung von Widerstand und Kondensator, die Frequenzen je nach Aufbau durchlässt oder dämpft, ein Prinzip, das auch im Lehrbuch OpenStax University Physics behandelt wird.

Beim Tiefpass passieren tiefe Frequenzen, hohe werden gedämpft; beim Hochpass ist es genau umgekehrt.

Das Tool ist nützlich für Entstörung, Sensoranpassung, Audio-Grundlagen und Elektronikunterricht, wenn du sehen möchtest, welche Frequenzen ein RC-Glied durchlässt, dämpft oder zeitlich verschiebt.

Im Gegensatz zum LC-Schwingkreis, der bei einer Resonanzfrequenz besonders stark reagiert, hat das RC-Glied keine Resonanz, sondern einen kontinuierlichen Übergang um die Grenzfrequenz herum.

Wer einen rc schwingkreis im Sinne eines abstimmbaren Resonanzkreises sucht, ist beim LC-Resonanzkreis-Rechner richtig.

Neben der Frequenzsicht liefert dasselbe Bauteilpaar zugleich eine Zeitsicht: Die Kombination aus R und C, die eine Grenzfrequenz festlegt, bestimmt über die Zeitkonstante τ = R · C auch, wie schnell das Glied auf einen Spannungssprung reagiert.

Beide Beschreibungen meinen dieselbe Schaltung – die eine fragt nach Frequenzen, die andere nach Einschwingzeiten. Genau deshalb weist der Rechner τ neben der Grenzfrequenz aus.

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Du wählst zuerst den Filtertyp (Tiefpass oder Hochpass), gibst danach Widerstand R, Kapazität C und eine Analysefrequenz ein. Die Werte stammen oft aus Schaltplan, E-Reihe oder Datenblatt.

Die Analysefrequenz ist die Frequenz, bei der du Gain und Phase ablesen willst, und sie ist nicht identisch mit der Grenzfrequenz.

Typische Fehler sind, Farad-Einheiten falsch zu lesen (100 nF, 100 µF und 100 pF verwechseln), Grenzfrequenz und Analysefrequenz zu vertauschen oder den Hochpass wie einen Tiefpass zu interpretieren, obwohl die Wirkung genau entgegengesetzt ist.

Schon ein falscher Vorsatz bei der Kapazität verschiebt die Grenzfrequenz um Größenordnungen.

Die mit ausgegebene Zeitkonstante τ beantwortet dabei die Frage nach dem Einschwingen: Nach einer Zeitkonstante hat das Ausgangssignal rund 63 Prozent eines Spannungssprungs erreicht, nach drei Zeitkonstanten etwa 95 Prozent und nach fünf rund 99 Prozent.

Daraus wird eine handfeste Auslegungsregel für Messtechnik: Wer ein Sensorsignal alle 10 Millisekunden abtastet, braucht ein τ von höchstens rund 2 Millisekunden, damit der Wert bis zur nächsten Abtastung eingeschwungen ist.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Siehe Formeln und Rechenschritte.

Verwendete Formeln

f_c = 1 / (2 * pi * R * C)

tau = R * C

A(f_c) = -3 dB

Formeltafel zum RC-Filter: Grenzfrequenz aus Widerstand und Kapazität, Zeitkonstante und Amplitudengang des Tiefpasses.
Grenzfrequenz und Amplitudengang des RC-Tiefpasses erster Ordnung.

Nachschlagen

RC-Tiefpassfilter Grenzfrequenz fg nach R und C

Formel: fg = 1 / (2π · R · C). Die Tabelle zeigt die Grenzfrequenz in Hz für 16 Kombinationen aus vier Widerstandswerten und vier Kondensatorwerten.

RC-Tiefpassfilter-Tabelle: Grenzfrequenz fg in Hz bei Widerstand R (100 Ω bis 100 kΩ) und Kapazität C (10 nF bis 10 µF)
R / CC = 10 nFC = 100 nFC = 1 µFC = 10 µF
R = 100 Ω159.155 Hz15.916 Hz1.592 Hz159 Hz
R = 1 kΩ15.916 Hz1.592 Hz159 Hz15,9 Hz
R = 10 kΩ1.592 Hz159 Hz15,9 Hz1,59 Hz
R = 100 kΩ159 Hz15,9 Hz1,59 Hz0,159 Hz

fg = 1 / (2π · R · C). Bei fg liegt die Dämpfung bei −3 dB (≈ 70,7 % der Eingangsamplitude). Berechnungen gerundet auf 3 signifikante Stellen.

Expertenmodus

Fragen zu RC-Glied, Grenzfrequenz und Zeitkonstante

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist ein RC-Glied und was hat es mit einem RC-Filter zu tun?

Ein RC-Glied ist die Reihenschaltung aus einem Widerstand R und einem Kondensator C, und RC-Filter ist nur der andere gebräuchliche Name für dieselbe Schaltung.

Je nachdem, wo das Ausgangssignal abgegriffen wird, entsteht daraus ein Tiefpass (Abgriff über dem Kondensator) oder ein Hochpass (Abgriff über dem Widerstand).

Beide Varianten teilen dieselbe Grenzfrequenz fg = 1/(2·π·R·C): Mit R = 1 kOhm und C = 100 nF liegt fg bei rund 1591 Hz, mit R = 10 kOhm und derselben Kapazität sinkt sie auf etwa 159 Hz.

Ein RC-Glied hat anders als ein LC-Schwingkreis keine Resonanzstelle, sondern einen kontinuierlichen Übergang zwischen Durchlass- und Sperrbereich.

Wenn du wissen willst, wie stark das Glied dein Signal bei einer bestimmten Frequenz dämpft oder in der Phase verschiebt, gibst du R, C, Filtertyp und die Analysefrequenz in den Rechner ein und liest Grenzfrequenz, Gain und Phase direkt ab.

Achte darauf, R und C nicht mit den Werten einer geplanten Zeitkonstante zu verwechseln, denn beide Größen bestimmen fg gemeinsam.

Wie berechnet man die Grenzfrequenz eines RC-Filters?

Die Grenzfrequenz eines RC-Filters berechnet sich nach der Formel fg = 1 / (2·π·R·C), wobei R der Widerstand in Ohm und C die Kapazität in Farad ist.

An dieser Frequenz beträgt die Dämpfung genau −3 dB, das Signal hat also noch etwa 70,7 Prozent seiner Amplitude. Ein Beispiel: Mit R = 1 kOhm und C = 100 nF ergibt sich fg = 1 / (2·π·1000·0,0000001) ≈ 1591 Hz.

Verdoppelst du den Widerstand auf 2 kOhm, halbiert sich die Grenzfrequenz auf rund 796 Hz. Genau diese Beziehung nutzt der Rechner: Du gibst R und C ein und erhältst sofort die Grenzfrequenz, dazu Gain und Phase an deiner Analysefrequenz.

Achte auf die richtigen Einheitenvorsätze, denn ein verwechseltes nF gegen µF verschiebt die Grenzfrequenz um den Faktor 1000. Die Phase beträgt an der Grenzfrequenz beim Tiefpass genau −45°, beim Hochpass +45°.

Für steilere Charakteristiken kannst du mehrere RC-Stufen kaskadieren; jede weitere Stufe erhöht die Flankensteilheit um 6 dB pro Oktave.

Was ist der Unterschied zwischen RC-Tiefpass und RC-Hochpass?

Der RC-Tiefpass lässt tiefe Frequenzen passieren und dämpft hohe, der RC-Hochpass macht genau das Gegenteil.

Der Unterschied liegt allein in der Anordnung von Widerstand und Kondensator: Beim Tiefpass wird das Signal über dem Kondensator abgegriffen, beim Hochpass über dem Widerstand.

Die Grenzfrequenz fg = 1/(2·π·R·C) ist für beide identisch, nur die Wirkungsrichtung dreht sich um. Beispiel: Bei R = 1 kOhm und C = 100 nF liegt fg bei rund 1591 Hz.

Ein Tiefpass dämpft ein 5-kHz-Signal deutlich, ein Hochpass dagegen ein 100-Hz-Signal. Im Rechner wählst du den Filtertyp explizit aus, weil Gain und Phase an derselben Analysefrequenz für Tiefpass und Hochpass völlig unterschiedlich ausfallen.

Wer den Typ vertauscht, interpretiert die Dämpfung genau verkehrt herum. Die Flankensteilheit beträgt in beiden Fällen 6 dB pro Oktave.

Beim Tiefpass dreht die Phase von 0° auf −90°, beim Hochpass von +90° auf 0°; an der Grenzfrequenz selbst liegen jeweils ±45° an.

Wie funktioniert ein RC-Hochpass und wann setzt man ihn ein?

Ein RC-Hochpass lässt Frequenzen oberhalb der Grenzfrequenz fg = 1/(2·π·R·C) passieren und dämpft tiefere Frequenzen zunehmend ab.

Praktisch wird das Signal über dem Widerstand abgegriffen, während der Kondensator tiefe Frequenzen blockiert, weil sein Blindwiderstand mit sinkender Frequenz steigt.

Typische Einsätze sind das Auskoppeln eines Gleichspannungsanteils, die Trennung von Brummstörungen oder das Durchlassen hoher Audioanteile.

Beispiel: Mit R = 16 kOhm und C = 1 µF liegt fg bei rund 10 Hz, sodass ein Audiosignal oberhalb davon nahezu ungedämpft passiert, ein 50-Hz-Netzbrummen aber schon teilweise abgeschwächt wird.

Pro Oktave unterhalb der Grenzfrequenz steigt die Dämpfung beim einstufigen RC-Hochpass um etwa 6 dB. Der Rechner zeigt dir Gain und Phase, sodass du den Abstand zur Grenzfrequenz konkret beurteilen kannst.

Die Zeitkonstante τ = R·C bestimmt dabei das Einschwingverhalten: Ein Gleichspannungssprung am Eingang klingt am Ausgang mit τ ab und verschwindet vollständig nach etwa 5·τ.

Was ist die Zeitkonstante τ eines RC-Glieds und wie hängt sie mit fg zusammen?

Die Zeitkonstante τ eines RC-Glieds ist das Produkt aus Widerstand und Kapazität: τ = R·C, angegeben in Sekunden.

Sie beschreibt, wie schnell sich der Kondensator auflädt oder entlädt: Nach einer Zeitkonstante ist er auf rund 63 Prozent geladen, nach fünf τ praktisch vollständig.

Mit der Grenzfrequenz hängt sie direkt zusammen über fg = 1/(2·π·τ), also τ = 1/(2·π·fg). Beispiel: Bei R = 1 kOhm und C = 100 nF ist τ = 1000·0,0000001 = 0,0001 s = 0,1 ms, was einer Grenzfrequenz von rund 1591 Hz entspricht.

Eine große Zeitkonstante bedeutet eine niedrige Grenzfrequenz und ein träges Filter, eine kleine das Gegenteil. Der Rechner gibt sowohl Grenzfrequenz als auch Zeitkonstante aus, sodass du Frequenz- und Zeitverhalten zugleich beurteilen kannst.

Bei Rechteck- oder Pulssignalen bestimmt τ, wie stark Flanken verschliffen werden: Liegt die Pulsbreite unter τ, verzerrt das RC-Glied die Form deutlich sichtbar.

Was bedeutet die −3-dB-Grenzfrequenz beim RC-Filter genau?

Die −3-dB-Grenzfrequenz ist die Frequenz, bei der die Ausgangsleistung des Filters auf die Hälfte und die Amplitude auf etwa 70,7 Prozent gefallen ist. −3 dB entspricht dem Faktor 1/√2 in der Spannung.

Sie ist kein harter Schnitt, sondern der definierte Übergangspunkt zwischen Durchlass- und Sperrbereich; das Filter wirkt schon darunter und darüber, nur mit anderer Stärke.

Beim einstufigen RC-Filter fällt der Gain oberhalb der Grenzfrequenz um etwa 6 dB pro Oktave. Beispiel: Liegt fg bei 1591 Hz, ist das Signal bei 1591 Hz um 3 dB gedämpft, bei rund 3182 Hz (eine Oktave höher) bereits um etwa 9 dB.

Genau diese −3-dB-Frequenz berechnet der Rechner über fg = 1/(2·π·R·C) und stellt sie als zentrale Kennzahl des RC-Filters dar.

Bei zwei kaskadierten RC-Stufen verschiebt sich die gemeinsame −3-dB-Frequenz nach unten; jede Stufe trägt ihre eigene Zeitkonstante τ = R·C bei, die du im Rechner separat prüfen musst.

Welche Formel gilt für die RC-Grenzfrequenz und wie stelle ich sie um?

Die Grundformel der RC-Grenzfrequenz lautet fg = 1/(2·π·R·C). Sie lässt sich nach jeder Größe umstellen: Soll eine bestimmte Grenzfrequenz erreicht werden, berechnest du den Widerstand mit R = 1/(2·π·fg·C) oder die Kapazität mit C = 1/(2·π·fg·R).

So legst du das Filter gezielt aus, statt nur nachzurechnen. Beispiel: Für eine Zielgrenzfrequenz von 1000 Hz mit C = 100 nF ergibt sich R = 1/(2·π·1000·0,0000001) ≈ 1592 Ohm, also praktisch ein 1,5-kOhm- oder 1,6-kOhm-Normwiderstand.

Weil reale Bauteile nur in E-Reihen verfügbar sind, weicht die tatsächliche Grenzfrequenz meist leicht vom Zielwert ab.

Der Rechner nimmt dir die Umstellung ab, indem du R und C variierst und die resultierende Grenzfrequenz direkt abliest, bis sie zum gewünschten RC-Filter-Verhalten passt.

Kondensatoren der E12-Reihe haben feste Werte wie 10 nF, 22 nF oder 47 nF; wähle zuerst einen verfügbaren C-Wert und passe dann R an die Ziel-Grenzfrequenz an.

Wie berechne ich einen RC-Bandpass aus Hoch- und Tiefpass?

Ein RC-Bandpass entsteht durch Reihenschaltung eines Hochpasses und eines Tiefpasses: Der Hochpass legt die untere Grenzfrequenz fu = 1/(2·π·R1·C1) fest, der Tiefpass die obere fo = 1/(2·π·R2·C2).

Dazwischen liegt der Durchlassbereich, außerhalb wird gedämpft. Die Mittenfrequenz ergibt sich geometrisch zu fm = √(fu·fo). Beispiel: Für ein Sprachband wählst du fu = 300 Hz und fo = 3400 Hz, woraus fm ≈ 1010 Hz folgt.

Damit sich die beiden Stufen nicht gegenseitig belasten und die Grenzfrequenzen verschieben, setzt man oft einen Impedanzwandler dazwischen.

Im Rechner berechnest du die beiden Grenzfrequenzen einzeln, indem du jeweils Tiefpass und Hochpass mit den passenden R- und C-Werten durchrechnest, und kombinierst die Ergebnisse zum Bandpass.

Für steilere Flanken sind mehrstufige oder aktive Filter nötig. Die Bandbreite des Durchlassbereichs beträgt fo − fu, im Sprachbeispiel 3100 Hz; die Phasendrehung beider Stufen addiert sich und kann am Ausgang bis zu ±90° ergeben.

Wofür braucht man RC-Filter in der Praxis konkret?

RC-Filter werden überall dort eingesetzt, wo bestimmte Frequenzanteile eines Signals durchgelassen oder unterdrückt werden sollen, und zwar mit minimalem Bauteilaufwand.

Typische Anwendungen sind die Entstörung von Sensorsignalen, die Glättung von Versorgungsspannungen, das Auskoppeln von Gleichanteilen sowie einfache Höhen- und Bassfilter in der Audiotechnik.

Beispiel: Ein Tiefpass aus R = 10 kOhm und C = 100 nF mit fg ≈ 159 Hz filtert hochfrequentes Rauschen aus einem langsamen Temperatursensorsignal heraus.

In der Praxis musst du dabei die Quell- und Lastimpedanz beachten, weil sie die Grenzfrequenz des RC-Glieds verschieben können.

Für steile Trennungen oder enge Toleranzen reicht das einfache RC-Filter nicht, dann sind mehrstufige oder aktive Filter nötig. Der Rechner hilft, das passende R-C-Paar für die jeweilige Aufgabe schnell zu finden.

In der Digitaltechnik glätten RC-Tiefpässe PWM-Signale zu einer Gleichspannung; die Zeitkonstante τ = R·C muss dabei deutlich größer als die PWM-Periode sein, damit die Welligkeit klein bleibt.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Das bedeutet in der Praxis: Entscheidend ist nicht nur, ob die Frequenz ober- oder unterhalb der Grenzfrequenz liegt, sondern wie weit sie davon entfernt ist. Pro Oktave Abstand ändert sich die Dämpfung beim einstufigen RC-Filter um etwa 6 dB.

Für die Interpretation lohnt sich deshalb der Vergleich von Gain und Phase, besonders wenn ein Signal zeitkritisch verarbeitet wird.

Wenn dein Filterverhalten nicht zum Ziel passt, ist der nächste Schritt meist ein Vergleich verschiedener R- und C-Kombinationen oder eine Prüfung, ob die Last der Folgestufe das RC-Glied zusätzlich beeinflusst.

Für einen Bandpass kombinierst du Hoch- und Tiefpass und achtest darauf, dass die Stufen sich nicht gegenseitig belasten, etwa durch einen Impedanzwandler dazwischen.

Brauchst du eine steilere Trennung, sind mehrstufige Filter oder aktive Topologien die Alternative zum einfachen RC-Glied. Die IEC definiert zugehörige Normen für EMV-Filter in elektronischen Geräten.

Denk bei der Wahl von R und C auch an die Nebenwirkungen: Dieselbe Grenzfrequenz lässt sich mit 1 kΩ und 1 µF oder mit 100 kΩ und 10 nF erreichen — die hochohmige Variante belastet die Quelle weniger, fängt sich aber leichter Störungen ein und reagiert empfindlicher auf die Eingangsimpedanz der Folgestufe.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Markus entwickelt eine Sensorplatine und möchte hochfrequentes Rauschen aus einem Temperatursensorsignal herausfiltern. Er braucht einen Tiefpass mit Grenzfrequenz ≤ 500 Hz.

Mit 1 kΩ und 100 nF zeigt der Rechner: f_g = 1 / (2π × 1000 Ω × 100 nF) ≈ 1591 Hz – zu hoch. Er wechselt auf 10 kΩ und 100 nF: f_g ≈ 159 Hz, Gain bei 1 kHz: ≈ −16 dB Dämpfung, Phasenlage bei 50 Hz: −17,4°.

Markus entscheidet sich für 10 kΩ und 100 nF und notiert, dass die Quellimpedanz des Sensors unter 1 kΩ liegen muss, damit das RC-Glied nicht durch die Quellimpedanz verschoben wird.

In einem zweiten Fall braucht eine Kollegin einen Hochpass, der einen langsamen Gleichspannungs-Offset aus einem Audiosignal entfernt, das Nutzsignal ab etwa 160 Hz aber ungehindert durchlässt.

Mit 10 kΩ und 100 nF liegt die Grenzfrequenz ebenfalls bei rund 159 Hz; bei 1000 Hz zeigt der Rechner nur noch −0,11 dB Dämpfung und eine Phase von +9 Grad, das Signal passiert also praktisch unverändert.

Genau an der Grenzfrequenz sinkt der Gain dagegen auf −3 dB, was 70,7 Prozent der Amplitude entspricht – dem typischen Halbierungspunkt der Signalleistung. RC-Filter: 10 kOhm plus 100 nF ergeben Grenzfrequenz 159 Hz statt 1591 Hz

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Die drei Werte 100 nF, 100 µF und 100 pF werden erfahrungsgemäß am leichtesten verwechselt, obwohl das völlig unterschiedliche Frequenzlagen erzeugt. Ebenso wird die -3-dB-Grenze als harter Schnitt missverstanden, obwohl das Filter schon davor und danach kontinuierlich wirkt.

Ein dritter Fehler ist, das RC-Glied isoliert zu betrachten und Eingangswiderstand oder Lastwiderstand der Nachbarschaltung zu ignorieren.

Gerade beim RC-Filter entscheiden Grenzfrequenz, Gain und Phasenlage nur dann wirklich über die Dämpfung, wenn die angeschlossene Schaltung mitgedacht wird.

Ein vierter Fehler ist die Erwartung eines harten Filterschnitts: Ein einstufiges RC-Glied dämpft nur mit rund 6 dB pro Oktave beziehungsweise 20 dB pro Dekade und nicht schlagartig ab der Grenzfrequenz.

Fünftens wird die Phasenverschiebung übersehen – genau an der Grenzfrequenz beträgt sie bereits plus oder minus 45 Grad, was in zeitkritischen Regelkreisen zu Stabilitätsproblemen führen kann.

Und sechstens werden für präzise Filter häufig Elektrolytkondensatoren eingesetzt, deren große Toleranz und Temperaturdrift die berechnete Grenzfrequenz spürbar verschieben; enger tolerierte Folienkondensatoren mit kleiner Toleranz sind hier die bessere Wahl.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Grenzfrequenz fg = 1/(2·π·R·C), Zeitkonstante τ, Gain und Phasenlage eines Tiefpass- oder Hochpass-RC-Glieds für eine gewünschte Analysefrequenz berechnet der RC-Filter-Rechner und macht sichtbar, wie stark das Filter im gewünschten Frequenzbereich tatsächlich dämpft.

Für einen Bandpass lassen sich Hoch- und Tiefpass kombinieren. Das Ergebnis hilft, Filter für Sensorsignale, Entstörung und Audio-Grundschaltungen realistisch vorauszuplanen.

Ob die Eingangsimpedanz der angeschlossenen Schaltung die Grenzfrequenz des RC-Glieds durch Parallelwirkung verschiebt, prüfst du danach am besten direkt zusammen mit einer Messung der realen Grenzfrequenz im Aufbau.

Für Resonanz- statt Filterfragen hilft der LC-Resonanzkreis-Rechner, für die Einzelbauteile der Kondensator-Rechner.

Weil dasselbe RC-Paar zugleich die Zeitkonstante festlegt, beantwortet ein Durchlauf zwei Fragen auf einmal: welche Frequenzen das Glied dämpft und wie träge es auf Sprünge reagiert. Für getaktete Messketten ist die zweite Antwort oft die wichtigere.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Grenzfrequenz 159,1549 Hz, Zeitkonstante 0,001 s, bei 1.000 Hz Verstärkung 0,1572 (-16,07 dB), Phase -80,96°

RC-Tiefpass mit 1 kΩ und 1 µF bei 1.000 Hz

Filtertyp
Tiefpass
Widerstand R
1.000 Ohm
Kapazität C
0,000001 F (1 µF)
Analysefrequenz
1.000 Hz

Beispiel 2 · Mittel · Grenzfrequenz 159,1549 Hz, Zeitkonstante 0,001 s, bei 1.000 Hz Verstärkung 0,9876 (-0,11 dB), Phase 9,04°

Derselbe RC-Kreis als Hochpass

Filtertyp
Hochpass
Widerstand R
1.000 Ohm
Kapazität C
0,000001 F (1 µF)
Analysefrequenz
1.000 Hz

Beispiel 3 · Komplex · Grenzfrequenz 1.591,5494 Hz, Zeitkonstante 0,0001 s, bei 100 Hz Verstärkung 0,998 (-0,02 dB), Phase -3,6°

Tiefpass für eine Lautsprecher-Frequenzweiche

Filtertyp
Tiefpass
Widerstand R
10 Ohm
Kapazität C
0,00001 F (10 µF)
Analysefrequenz
100 Hz

Beispiel 4 · Komplex · Grenzfrequenz 159,1549 Hz, Zeitkonstante 0,001 s, bei 159,1549 Hz Verstärkung 0,7071 (-3,01 dB), Phase -45°

RC-Glied genau an der Grenzfrequenz (Tiefpass)

Filtertyp
Tiefpass
Widerstand R
1.000 Ohm
Kapazität C
0,000001 F (1 µF)
Analysefrequenz
159,1549 Hz

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Weiternutzung

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  • Tiefpass für Temperatursensor, Vergleich 1 kOhm und 10 kOhm mit 100 nF

    Sensorplatine RC-Filter Praxis

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  • Infografik: RC-Filter: Tiefpass-Charakteristik, RC-TIEFPASS (SCHALTUNG), U_ein, U_aus, GND, BODE-DIAGRAMM (AMPLITUDE), f (log), −20

    Rc Filter-Rechner Tiefpass

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Quelle: Physikalische und elektrotechnische Standardformeln.

Stand: 2026-09-26

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
26. September 2026
Fachbereich
Elektronik & Physik / Wechselstrom & Filter
Formeln basieren auf
Dokumentierte Rechenlogik mit Plausibilitäts- und Vergleichscheck
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). RC-Filter-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/elektronik-physik/wechselstrom-filter/rc-filter-rechner

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