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Rendite bis Fälligkeit (YTM), laufende Rendite

Kilian AchatzFachredaktion Finanzen
Geprüft: Review-Team Finanzen (Sept. 2026)Stand:

Überblick

Was ist der Anleihen-Rendite berechnen?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Aus Nennwert, Kaufkurs, Kuponzins und Restlaufzeit ermittelt der Anleihen-Rendite-Rechner die Rendite bis Fälligkeit (Yield to Maturity), die laufende Rendite, den jährlichen Kupon und den Kursgewinn oder -verlust bei Endfälligkeit. Im Standardbeispiel ergibt ein Nennwert von 100 Euro, ein Kaufkurs von 95 % (unter pari), ein Kuponzins von 2,5 % und eine Restlaufzeit von 5 Jahren eine Rendite bis Fälligkeit von 3,61 %, eine laufende Rendite von 2,63 %, einen jährlichen Kupon von 2,50 Euro und einen Gesamtertrag von 17,50 Euro.

Der Rechner richtet sich an Anlegerinnen und Anleger, die festverzinsliche Wertpapiere wie Bundesanleihen, Unternehmensanleihen oder Pfandbriefe vergleichen und einordnen wollen, ob der aktuelle Kaufkurs eine angemessene Rendite liefert.

Seit den EZB-Zinserhöhungen ab 2022 sind Anleihen als Portfoliobaustein wieder deutlich attraktiver geworden.

Die Rendite bis Fälligkeit unterscheidet sich von der laufenden Rendite, weil sie neben den Kuponzahlungen auch den Kursgewinn oder -verlust bei Rückzahlung zum Nennwert berücksichtigt. Renditen aktueller Bundeswertpapiere veröffentlicht die Deutsche Finanzagentur.

Ergebnisse ersetzen keine individuelle Anlageberatung. Anleihen-Rendite: Zusammenhang zwischen Kaufkurs und Rendite bis Fälligkeit

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Du gibst vier Werte ein: den Nennwert der Anleihe in Euro (Standardwert 100 Euro), den Kaufkurs in Prozent des Nennwerts (unter 100 % bedeutet unter pari, über 100 % bedeutet über pari), den jährlichen Kuponzins in Prozent und die Restlaufzeit bis zur Endfälligkeit in Jahren. Bei einem Nennwert von 1.000 Euro und einem Kaufkurs von 100 % entspricht der Kaufpreis exakt dem Nennwert — ein Kauf zu pari, bei dem Rendite bis Fälligkeit und laufende Rendite übereinstimmen.

Typische Fehler: Kaufkurs in Euro statt in Prozent des Nennwerts eingeben, den Kuponzins mit der Rendite bis Fälligkeit verwechseln, Stückzinsen beim Kauf zwischen zwei Kuponterminen vergessen und die Restlaufzeit ab Emission statt ab dem heutigen Kaufzeitpunkt ansetzen.

Für belastbare Ergebnisse den Kaufkurs direkt aus dem aktuellen Kursblatt des Handelsplatzes entnehmen. Der Rechner unterstellt jährliche Kuponzahlung und ganzzahlige Restlaufzeiten; Stückzinsen für unterjährige Käufe sind nicht berücksichtigt.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Die Rendite bis Fälligkeit (YTM) ist der interne Zinsfuß aller Zahlungsströme: jährliche Kupons plus Rückzahlung des Nennwerts bei Endfälligkeit, abzüglich des Kaufpreises. Die laufende Rendite ergibt sich einfacher als Kupon geteilt durch Kaufpreis mal 100.

Anleihen-Rendite: YTM-Formel mit Kupons, Nennwert und Kaufpreis Praxisbeispiel: Nennwert 100 Euro, Kaufkurs 95 %, Kuponzins 2,5 %, Restlaufzeit 5 Jahre. Kaufpreis: 95 Euro. Jährlicher Kupon: 2,50 Euro. Laufende Rendite: 2,50 / 95 × 100 = 2,63 %. Kursgewinn bei Endfälligkeit: 100 − 95 = 5 Euro.

Gesamtertrag über 5 Jahre: 5 × 2,50 + 5 = 17,50 Euro. Die Rendite bis Fälligkeit von 3,61 % liegt über der laufenden Rendite, weil der Kursgewinn von 5 Euro bei Rückzahlung zum Nennwert eingerechnet wird.

Bei einem Kauf über pari kehrt sich der Effekt um: Kaufkurs 105 %, Kuponzins 4 %, 7 Jahre ergibt eine YTM von 3,19 % — niedriger als die laufende Rendite von 3,81 %, weil der Kursverlust von 5 Euro die Kuponerträge mindert.

Anleihen-YTM-Formel: Kaufpreis gleich Summe der abgezinsten Kupons plus abgezinster Nennwert; YTM wird iterativ bestimmt.
Die Rendite bis Fälligkeit (YTM) setzt den Barwert aller Kupon- und Tilgungszahlungen gleich dem Kaufpreis.

Nachschlagen

Anleihenrendite nach Kaufkurs: YTM, laufende Rendite und Gesamtertrag

Wie verändert sich die Rendite einer Anleihe je nach Kaufkurs? Die Tabelle zeigt Rendite bis Fälligkeit (YTM), laufende Rendite, Kursgewinn/-verlust und Gesamtertrag für eine Anleihe mit 100 € Nennwert, 2,5 % Kuponzins und 5 Jahren Restlaufzeit — bei verschiedenen Kaufkursen von 80 % bis 115 %.

Anleihenrendite nach Kaufkurs (Nennwert 100 €, Kupon 2,5 %, Restlaufzeit 5 Jahre)
Kaufkurs (%)Kaufpreis (€)YTM (%)Laufende Rendite (%)Kursgewinn (€)Gesamtertrag (€)
80 %80,00 €7,43 %3,13 %20,00 €32,50 €
85 %85,00 €6,07 %2,94 %15,00 €27,50 €
90 %90,00 €4,80 %2,78 %10,00 €22,50 €
95 %95,00 €3,61 %2,63 %5,00 €17,50 €
100 %100,00 €2,50 %2,50 %0,00 €12,50 €
105 %105,00 €1,46 %2,38 %-5,00 €7,50 €
110 %110,00 €0,47 %2,27 %-10,00 €2,50 €
115 %115,00 €-0,46 %2,17 %-15,00 €-2,50 €

Alle Werte direkt aus der Rechenfunktion berechnet (Bisektionsverfahren für YTM). Annahmen: Nennwert 100 €, Kuponzins 2,5 %, Restlaufzeit 5 Jahre, jährliche Kuponzahlung. Kaufkurs unter 100 % = unter pari (Kursgewinn bei Fälligkeit), über 100 % = über pari (Kursverlust bei Fälligkeit). Stand 2026.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Anleihen-Rendite berechnen

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist die Rendite bis Fälligkeit (YTM)?

Die Rendite bis Fälligkeit, englisch Yield to Maturity (YTM), gibt die effektive Jahresrendite an, die ein Anleger erzielt, wenn er eine Anleihe zum aktuellen Kurs kauft und bis zur Endfälligkeit hält.

Sie berücksichtigt drei Ertragsquellen gleichzeitig: die laufenden Kuponzahlungen, den Kursgewinn oder -verlust bei Rückzahlung zum Nennwert und den Zinseszins-Effekt durch Reinvestition der Kupons.

Beim Standardbeispiel mit einem Kaufkurs von 95 Prozent, einem Kuponzins von 2,5 Prozent und 5 Jahren Restlaufzeit beträgt die YTM 3,61 Prozent pro Jahr. Ein häufiger Irrtum ist, die YTM mit dem Kuponzins gleichzusetzen.

Der Kuponzins von 2,5 Prozent beschreibt jedoch nur die jährliche Zinszahlung bezogen auf den Nennwert. Die YTM liegt höher, weil der Kauf unter pari einen zusätzlichen Kursgewinn von 5 Euro bei Fälligkeit einschließt.

Je stärker der Kaufkurs vom Nennwert abweicht, desto größer ist der Unterschied zwischen beiden Kennzahlen.

Was bedeutet unter pari und über pari?

Eine Anleihe notiert unter pari, wenn ihr Kurs unter 100 Prozent des Nennwerts liegt, und über pari, wenn er darüber liegt. Genau bei 100 Prozent spricht man von pari oder al pari.

Der Kaufkurs bestimmt, ob der Anleger bei Fälligkeit einen Kursgewinn oder -verlust realisiert, denn die Rückzahlung erfolgt stets zum Nennwert.

Im Rechner-Beispiel liegt der Kaufkurs bei 95 Prozent, also unter pari: Der Kaufpreis beträgt 95 Euro bei einem Nennwert von 100 Euro, sodass bei Endfälligkeit ein Kursgewinn von 5 Euro entsteht.

Würde die gleiche Anleihe bei 105 Prozent gehandelt, läge sie über pari und der Anleger würde 5 Euro Kursverlust hinnehmen. Ob eine Anleihe unter oder über pari notiert, hängt vor allem vom Verhältnis des Kuponzinses zum aktuellen Marktzinsniveau ab.

Liegt der Kupon unter dem Marktzins, fällt der Kurs unter pari, damit die Gesamtrendite für neue Käufer dem Marktniveau entspricht. Vorsicht: Ein sehr niedriger Kurs unter 80 Prozent kann auf erhöhtes Ausfallrisiko hindeuten.

Wie unterscheiden sich laufende Rendite und YTM?

Die laufende Rendite, auch Current Yield genannt, setzt die jährliche Kuponzahlung ins Verhältnis zum tatsächlichen Kaufpreis.

Im Rechner-Beispiel beträgt der Kupon 2,50 Euro pro Jahr bei einem Kaufpreis von 95 Euro, was eine laufende Rendite von 2,63 Prozent ergibt.

Die YTM von 3,61 Prozent liegt deutlich höher, weil sie zusätzlich den Kursgewinn von 5 Euro bei Fälligkeit und den Zinseszins-Effekt durch reinvestierte Kupons einrechnet.

Die laufende Rendite eignet sich, um den sofortigen Cashflow verschiedener Anleihen schnell zu vergleichen, erfasst aber nicht den gesamten Anlageerfolg.

Bei einer Anleihe über pari ist die laufende Rendite höher als die YTM, weil der bei Fälligkeit eintretende Kursverlust die Gesamtrendite drückt.

Als Faustregel gilt: Je länger die Restlaufzeit und je weiter der Kaufkurs vom Nennwert entfernt liegt, desto stärker weichen beide Kennzahlen voneinander ab.

Für langfristige Anlageentscheidungen sollte daher immer die YTM als Vergleichsmaßstab dienen.

Welche Risiken haben Anleihen?

Anleihen gelten als konservativer als Aktien, sind aber keineswegs risikolos.

Das Zinsänderungsrisiko ist der wichtigste Faktor: Steigt das Marktzinsniveau um 1 Prozentpunkt, verliert eine Anleihe mit 10 Jahren Restlaufzeit rund 8 bis 9 Prozent an Kurswert.

Kurze Restlaufzeiten wie die 5 Jahre im Rechner-Beispiel reduzieren dieses Risiko deutlich. Das Bonitätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass der Emittent Zins- oder Tilgungszahlungen nicht leisten kann.

Ratingagenturen wie S&P stufen das Risiko ein: AAA bis BBB gilt als Investment Grade, darunter als Hochzins- oder Junk-Anleihe mit Ausfallraten von historisch 3 bis 5 Prozent pro Jahr.

Das Inflationsrisiko entsteht, weil feste Kupons bei steigender Inflation real an Kaufkraft verlieren. Bei einer Inflation von 3 Prozent und einem Kupon von 2,5 Prozent ist die reale Rendite negativ.

Zudem besteht ein Liquiditätsrisiko, wenn Anleihen am Sekundärmarkt nur mit Abschlägen verkäuflich sind. Privatanleger sollten daher die Bonität prüfen und die Laufzeit an ihren Anlagehorizont anpassen.

Was sind Bundesanleihen und Unternehmensanleihen?

Bundesanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere der Bundesrepublik Deutschland mit Laufzeiten von üblicherweise 10 oder 30 Jahren.

Sie gelten dank der AAA-Bonität als nahezu ausfallsicher und dienen als Referenzzins für den europäischen Anleihenmarkt. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen lag Mitte 2026 bei rund 2,4 bis 2,8 Prozent pro Jahr.

Kürzere Bundeswertpapiere wie Bundesschatzanweisungen haben 2 Jahre Laufzeit, Bundesobligationen 5 Jahre.

Unternehmensanleihen, auch Corporate Bonds genannt, werden von Firmen ausgegeben und bieten in der Regel einen Renditeaufschlag, den sogenannten Spread, gegenüber Staatsanleihen.

Investment-Grade-Unternehmensanleihen liegen typisch 0,5 bis 1,5 Prozentpunkte über der Bundesanleihe gleicher Laufzeit, High-Yield-Anleihen 3 bis 6 Prozentpunkte. Dieser Aufschlag kompensiert das höhere Ausfallrisiko.

Im Rechner lässt sich der Kuponzins beliebig einstellen, sodass beide Anleihetypen berechnet werden können.

Für Einsteiger sind Bundesanleihen ein sicherer Einstieg; Unternehmensanleihen eignen sich zur Renditesteigerung bei bewusst akzeptiertem Kreditrisiko.

Wie wirken Zinsänderungen auf Anleihekurse?

Zwischen Marktzins und Anleihekurs besteht ein inverser Zusammenhang: Steigen die Zinsen, fallen die Kurse bestehender Anleihen, und umgekehrt.

Das liegt daran, dass neu emittierte Anleihen dann einen höheren Kupon bieten und bestehende Papiere mit niedrigerem Kupon weniger attraktiv werden. Die Kurssensitivität wird durch die Modified Duration gemessen.

Eine Anleihe mit einer Modified Duration von 4,5 verliert bei einem Zinsanstieg von 1 Prozentpunkt etwa 4,5 Prozent an Kurs. Längere Restlaufzeiten und niedrigere Kupons erhöhen die Duration und damit das Kursrisiko.

Im Rechner-Beispiel mit 5 Jahren Restlaufzeit und 2,5 Prozent Kupon liegt die Duration bei rund 4,7 Jahren. Wer die Anleihe bis zur Fälligkeit hält, realisiert zwischenzeitliche Kursschwankungen nicht und erhält die berechnete YTM von 3,61 Prozent.

Wer jedoch vor Fälligkeit verkaufen muss, kann bei gestiegenen Zinsen einen Verlust erleiden. Ein gängiger Irrtum ist, dass steigende Zinsen immer schlecht für Anleihenanleger sind.

Tatsächlich profitieren Anleger mit kurzer Duration, weil fällige Papiere zu höheren Zinsen reinvestiert werden können.

Was sind Stückzinsen bei Anleihen?

Stückzinsen, auch aufgelaufene Zinsen oder Accrued Interest genannt, sind der anteilige Kupon, den der Käufer einer Anleihe dem Verkäufer für die Haltedauer seit dem letzten Kupontermin vergüten muss.

Der Börsenkurs einer Anleihe ist üblicherweise ein Clean Price ohne Stückzinsen. Der tatsächlich gezahlte Betrag, der Dirty Price, ergibt sich aus Clean Price plus Stückzinsen.

Ein Beispiel: Eine Anleihe mit 2,5 Prozent Kupon auf 100 Euro Nennwert zahlt am 1. Januar den Kupon. Kauft ein Anleger am 1. Juli, sind genau 6 von 12 Monaten verstrichen, sodass Stückzinsen von 1,25 Euro anfallen.

Der Dirty Price bei einem Clean Price von 95 Prozent beträgt dann 96,25 Euro. Der Rechner oben kalkuliert auf Basis des Clean Price ohne Stückzinsen, was dem üblichen Börsenvergleich entspricht.

Beim tatsächlichen Kauf sind die Stückzinsen jedoch zusätzlich zu entrichten. Steuerlich gelten gezahlte Stückzinsen als negative Einnahmen und mindern die Kapitalertragsteuer im Jahr des Kaufs.

Dieser Effekt wird häufig übersehen, kann aber die Nachsteuerrendite merklich verbessern.

Wie werden Anleihen-Erträge besteuert?

In Deutschland unterliegen Anleihen-Erträge der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, insgesamt 26,375 Prozent ohne Kirchensteuer.

Besteuert werden drei Ertragsarten: erstens die laufenden Kuponzahlungen, zweitens der Kursgewinn bei Verkauf oder Fälligkeit und drittens die vereinnahmten Stückzinsen.

Im Rechner-Beispiel erzielt der Anleger bei 5 Jahren Haltedauer einen Gesamtertrag von 17,50 Euro, bestehend aus 12,50 Euro Kupons und 5,00 Euro Kursgewinn.

Auf diesen Gesamtertrag fallen rund 4,62 Euro Abgeltungsteuer an, sofern der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Person bereits ausgeschöpft ist.

Verluste aus Anleihen können mit Gewinnen aus anderen Kapitalanlagen verrechnet werden, nicht jedoch mit Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit. Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass Bundesanleihen steuerfrei seien.

Das trifft nicht zu: Auch Zinsen aus Staatsanleihen unterliegen der Abgeltungsteuer. Ausnahmen gelten nur für vor 2009 erworbene Altbestände bei Kursgewinnen.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Drei Stellschrauben bestimmen die Rendite einer Anleihe. Erstens der Kaufkurs: Wer unter pari kauft, sichert sich neben dem Kupon einen Kursgewinn bei Endfälligkeit.

Im Standardbeispiel bringt ein Kaufkurs von 95 % zusätzlich 5 Euro Kursgewinn — die YTM steigt dadurch von 2,63 % (laufende Rendite) auf 3,61 %. Zweitens die Restlaufzeit: Je länger die Laufzeit, desto stärker wirken Zinsänderungen auf den Kurs.

Kurze Restlaufzeiten eignen sich für sicherheitsorientierte Anleger, lange für eine höhere Rendite bei größerer Schwankung. Drittens der Kuponzins: Höhere Kupons liefern laufende Erträge, niedrigere verlagern den Ertrag in den Kursgewinn.

Ein Zerobond (0 % Kupon) mit Kaufkurs 85 % und 10 Jahren Restlaufzeit erzielt 1,64 % YTM ausschließlich über den Kursgewinn von 15 Euro bei Rückzahlung zum Nennwert.

Zum Vergleich: Eine Anleihe zu pari (Kaufkurs 100 %) mit 3 % Kupon und 10 Jahren liefert exakt 3,00 % YTM — laufende Rendite und YTM stimmen überein, weil kein Kursgewinn entsteht. Aktuelle Renditen deutscher Bundeswertpapiere veröffentlicht die Deutsche Finanzagentur.

Hinweis: Ergebnisse ersetzen keine Anlageberatung. Kupon vs. Kursgewinn: Ertragsquellen einer Anleihe unter und über pari

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ausgangslage: Ein sicherheitsorientierter Anleger sucht eine planbare Rendite und prüft eine Bundesanleihe. Eingaben: Nennwert 1.000 Euro, Kaufkurs 100 % (pari), Kuponzins 3 %, Restlaufzeit 10 Jahre.

Ergebnis: Rendite bis Fälligkeit 3,00 %, laufende Rendite 3,00 %, jährlicher Kupon 30 Euro, Kursgewinn 0 Euro, Gesamtertrag 300 Euro.

Da der Kaufkurs bei pari liegt, stimmen YTM und laufende Rendite überein — es entsteht weder Kursgewinn noch Kursverlust bei Endfälligkeit. Vergleich mit einer Anleihe unter pari: Nennwert 100 Euro, Kaufkurs 95 %, Kuponzins 2,5 %, 5 Jahre.

YTM 3,61 %, Gesamtertrag 17,50 Euro. Die niedrigere Kuponstruktur wird durch den Kursgewinn von 5 Euro kompensiert und liefert eine höhere YTM als die Pari-Anleihe.

Nächster Schritt: Bonität des Emittenten prüfen und Renditeaufschlag gegenüber der risikolosen Bundesanleihe einordnen. Ergebnisse ersetzen keine Anlageberatung.

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Fehler 1: Kuponzins mit Rendite bis Fälligkeit gleichsetzen. Der Kuponzins ist der feste Nominalzins auf den Nennwert; die YTM berücksichtigt zusätzlich Kaufkurs und Restlaufzeit und weicht deshalb fast immer vom Kupon ab.

Fehler 2: Kaufkurs in Euro statt in Prozent des Nennwerts eingeben. Bei einem Nennwert von 1.000 Euro und einem Kaufpreis von 950 Euro gehört 95 % ins Feld, nicht 950. Fehler 3: Stückzinsen ignorieren.

Beim Kauf zwischen zwei Kuponterminen zahlt der Käufer dem Verkäufer anteilige Zinsen — dieser Betrag erhöht den tatsächlichen Einstiegspreis und senkt die effektive Rendite. Der Rechner bildet Stückzinsen nicht ab.

Fehler 4: Anleihen verschiedener Bonität allein über die YTM vergleichen. Eine Unternehmensanleihe mit 5 % YTM ist nicht automatisch besser als eine Bundesanleihe mit 3 % — der Renditeaufschlag (Spread) entschädigt für das höhere Ausfallrisiko.

Fehler 5: Kursrisiko bei vorzeitigem Verkauf übersehen. Die YTM gilt nur bei Halten bis Endfälligkeit; wer vorher verkauft, realisiert den aktuellen Marktpreis, der bei gestiegenen Zinsen unter dem Kaufkurs liegen kann.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Rendite bis Fälligkeit, laufende Rendite, Kupon und Kursgewinn oder -verlust bei Endfälligkeit zeigt der Anleihen-Rendite-Rechner aus vier Eingaben.

Vergleiche die berechnete YTM immer mit der aktuellen Bundesanleihe-Rendite als risikolosem Referenzwert, um den Renditeaufschlag und damit das Bonitätsrisiko einzuordnen.

Die YTM unterstellt, dass alle Kupons zur selben Rendite reinvestiert werden — in der Praxis weicht die realisierte Rendite davon ab. Stückzinsen und Transaktionskosten schmälern das Ergebnis zusätzlich.

Hinweis: Ergebnisse ersetzen keine individuelle Anlageberatung. Weiterrechnen mit dem Dividenden-Rechner, dem ETF-Sparplan-Rechner oder dem CAGR-Rechner.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · YTM: 3,61 %; Laufende Rendite: 2,63 %; Kaufpreis: 95,00 €; Kursgewinn: 5,00 €; Gesamtertrag: 17,50 €

Standardanleihe unter pari

Nennwert
100 €
Kaufkurs
95 %
Kuponzins
2,5 %
Restlaufzeit
5 Jahre

Beispiel 2 · Mittel · YTM: 3,00 %; Laufende Rendite: 3,00 %; Kaufpreis: 1.000,00 €; Kursgewinn: 0,00 €; Gesamtertrag: 300,00 €

Kauf zum Nennwert (pari)

Nennwert
1.000 €
Kaufkurs
100 %
Kuponzins
3,0 %
Restlaufzeit
10 Jahre

Beispiel 3 · Komplex · YTM: 1,64 %; Laufende Rendite: 0,00 %; Kaufpreis: 85,00 €; Kursgewinn: 15,00 €; Gesamtertrag: 15,00 €

Zerobond (Nullkuponanleihe)

Nennwert
100 €
Kaufkurs
85 %
Kuponzins
0 %
Restlaufzeit
10 Jahre

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  • Anleihen-Rendite: Kaufkurs und YTM bei 2,5 % Kupon und 5 Jahren Laufzeit

    Anleihen-Rendite: Kaufkurs und YTM

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  • Gesamtertrag einer Anleihe: Kuponertrag und Kursgewinn (5 Jahre, 100 € Nennwert)

    Gesamtertrag einer Anleihe: Kuponertrag und Kursgewinn

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Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Alle Berechnungen erfolgen ohne Gewähr und stellen keine Finanzberatung, Anlageempfehlung oder Steuerberatung dar. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Finanzberater, Steuerberater oder Ihre Bank. Ergebnisse sind stets mit aktuellen Vertrags- und Produktdaten abzugleichen.

Quelle: Deutsche Bundesbank, Bundesministerium der Finanzen (BMF), BaFin

Stand: 2026-09-12

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
12. September 2026
Fachbereich
Finanzen / Investieren
Formeln basieren auf
Angewandte Finanzmathematik und dokumentierte Vergleichsszenarien
Änderungsprotokoll
  • 2026-04-19 – v4.0.0Feature

    Phase-4-Rollout: HowTo-Schema, Mobile-Optimierung und aktualisierte Qualitaetsstandards integriert.

    Impact: minor

Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Anleihen-Rendite berechnen. Abgerufen von https://rechner-portal.de/finanzen/investieren/anleihen-rendite-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Anleihen-Rendite berechnen. Available at: https://rechner-portal.de/finanzen/investieren/anleihen-rendite-rechner

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