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ADR-Check: 1000-Punkte-Regel online berechnen und vergleichen

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Prüfen Sie mit der ADR-1000-Punkte-Regel, ob Ihr Gefahrguttransport unter die Freistellung...

Kilian AchatzFachredaktion Auto & Mobilität
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Sept. 2026)Stand:

Überblick

Was ist der ADR-Check: 1000-Punkte-Regel?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Die 1000-Punkte-Regel nach ADR Unterabschnitt 1.1.3.6 entscheidet, ob ein Gefahrguttransport unter die Kleinmengenfreistellung fällt oder den vollen Pflichtenkatalog des ADR auslöst. ADR steht für das Europäische Übereinkommen über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße und wird alle zwei Jahre aktualisiert – die aktuelle Fassung ist das ADR 2025.

Der ADR-Check rechnet die mitgeführten Gefahrgüter in Punkte um und prüft, ob deren Summe die Schwelle von 1000 überschreitet. Jeder Gefahrstoff ist einer von fünf Beförderungskategorien (0 bis 4) zugeordnet.

Die Kategorie bestimmt den Multiplikationsfaktor: Kategorie 1 rechnet mit Faktor 50, Kategorie 2 mit 3, Kategorie 3 mit 1 und Kategorie 4 mit Faktor 0 – bei Kategorie 0 gibt es keine Freistellung, hier gelten immer die vollen ADR-Vorschriften.

Solange die Punktsumme bei oder unter 1000 bleibt, greift die Kleinmengenfreistellung: Der Transport unterliegt erleichterten Vorschriften bei Ausrüstung, Dokumentation und Personalqualifikation.

Überschreitet die Summe 1000 Punkte, gelten sämtliche ADR-Pflichten ohne Ausnahme. Beförderungskategorien 0–4: Faktoren und Höchstmengen nach ADR 1.1.3.6 Praktisch relevant ist die Regel für Handwerker, Landwirte, Speditionen und jeden Gewerbetreibenden, der Diesel, Propangas, Lacke oder Reinigungsmittel auf der Straße befördert.

Die UN-Nummern und Beförderungskategorien stehen im Sicherheitsdatenblatt des jeweiligen Stoffes und in Kapitel 3.2 Tabelle A des ADR 2025.

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Trage für jeden mitgeführten Gefahrstoff die Menge in Kilogramm oder Litern ein und ordne ihn der richtigen Beförderungskategorie zu. Die Beförderungskategorie findest du im Sicherheitsdatenblatt unter Abschnitt 14 oder in Kapitel 3.2 Tabelle A des ADR – gängige Beispiele: Dieselkraftstoff (UN 1202) gehört zu Kategorie 3, Benzin (UN 1203) und Propan (UN 1978) zu Kategorie 2.

Der ADR-Check multipliziert jede Menge mit dem Faktor der zugehörigen Beförderungskategorie und summiert die Ergebnisse.

Das Ergebnis zeigt drei Werte: die Punktsumme, die verbleibende Reserve bis zur 1000-Punkte-Schwelle und die Einstufung – freigestellt oder voll ADR-pflichtig.

Wer mehrere Stoffe verschiedener Kategorien transportiert, sieht sofort, welcher Stoff wie viele Punkte beiträgt und wo der größte Hebel für eine Reduzierung liegt.

Wichtig ist die Mengenbasis: Bei festen Stoffen und Gasen zählt die Nettomasse in Kilogramm, bei flüssigen Stoffen das Volumen in Litern.

Verpackungsgewicht und Tara gehören nicht zur Berechnung – nur die Nettomenge des Gefahrguts selbst fließt in die Punkterechnung ein.

Die Kleinmengenfreistellung verlangt dennoch Grundpflichten: Versandstücke müssen gekennzeichnet sein, ein Beförderungspapier ist mitzuführen und das Fahrpersonal braucht eine Unterweisung nach ADR 1.3.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Die Berechnung folgt einer einfachen Multiplikation: Punkte = Menge × Faktor. Jeder mitgeführte Gefahrstoff liefert seinen Punktebeitrag, die Summe aller Beiträge entscheidet über Freistellung oder volle ADR-Pflicht.

Die Faktoren nach ADR 1.1.3.6 staffeln sich über die Beförderungskategorien: Kategorie 1 hat Faktor 50 bei maximal 20 kg oder Litern, Kategorie 2 hat Faktor 3 bei maximal 333 kg oder Litern, Kategorie 3 hat Faktor 1 bei maximal 1000 kg oder Litern, und Kategorie 4 hat Faktor 0 – unbegrenzte Menge ohne Punkteanrechnung. Beispielberechnung: 200 L Diesel (Kat 3) + 50 kg Propan (Kat 2) = 350 Punkte, freigestellt Die Höchstmengen je Kategorie ergeben sich rechnerisch aus der Schwelle: 1000 ÷ 50 = 20 für Kategorie 1, 1000 ÷ 3 ≈ 333 für Kategorie 2 und 1000 ÷ 1 = 1000 für Kategorie 3.

Überschreitet ein einzelner Stoff seine Höchstmenge, liegt die Punktsumme allein dadurch über 1000.

Bei gemischter Beladung addieren sich die Punkte verschiedener Kategorien: 200 Liter Diesel (Kat 3, Faktor 1) bringen 200 Punkte, 50 kg Propan (Kat 2, Faktor 3) weitere 150 Punkte – zusammen 350 Punkte, deutlich unter der Schwelle.

Die Beförderungskategorie 0 hat keinen Faktor, weil sie grundsätzlich von der Kleinmengenfreistellung ausgeschlossen ist.

Formel für die ADR-Punkteberechnung: Transportpunkte P gleich Menge M mal Faktor F.
Summe aller Positionspunkte unter 1 000: Freistellung nach ADR 1.1.3.6; ab 1 000: volle ADR-Vorschriften.

Nachschlagen

ADR-Freistellungsgrenze: Punkteberechnung nach Menge und Kategorie (1.1.3.6)

Die Tabelle zeigt, wie viele Punkte verschiedene Mengen in Befoerderungskategorie 2 (Faktor 3) erzeugen und ob die 1.000-Punkte-Grenze fuer die Freistellung nach ADR 1.1.3.6 eingehalten wird. Die Faktoren aller Kategorien: Kat 1 = 50, Kat 2 = 3, Kat 3 = 1, Kat 4 = 0 (unbegrenzt).

Punkteberechnung fuer Kategorie 2 (Faktor 3) nach ADR 1.1.3.6 bei verschiedenen Mengen
Menge (kg/L)KategorieFaktorPunkteFreigestelltRest bis 1.000
5023150Ja850
10023300Ja700
15023450Ja550
20023600Ja400
25023750Ja250
30023900Ja100
33323999Ja1
334231002Nein0
400231200Nein0
500231500Nein0

Befoerderungskategorien nach ADR 2025, Unterabschnitt 1.1.3.6: Kategorie 0 = nie freigestellt, Kategorie 1 (Faktor 50) = ab 20 kg/L Grenze erreicht, Kategorie 2 (Faktor 3) = ab 334 kg/L Grenze ueberschritten, Kategorie 3 (Faktor 1) = bis 1.000 kg/L freigestellt, Kategorie 4 (Faktor 0) = immer freigestellt. Bei gemischter Beladung werden die Punkte aller Positionen addiert. Der Rechner beruecksichtigt bis zu drei Positionen gleichzeitig.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu ADR-Check: 1000-Punkte-Regel

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist die 1000-Punkte-Regel im ADR?

Die 1000-Punkte-Regel stammt aus Abschnitt 1.1.3.6 des ADR 2025, dem Europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße.

Sie bestimmt, ob ein Transport unter die Kleinmengenfreistellung fällt oder die vollen ADR-Vorschriften greifen.

Jedes beförderte Gefahrgut wird einer Beförderungskategorie von 0 bis 4 zugeordnet und mit einem Faktor multipliziert: Kategorie 1 mit Faktor 50, Kategorie 2 mit 3, Kategorie 3 mit 1 und Kategorie 4 mit 0.

Die Menge in Kilogramm oder Litern mal diesem Faktor ergibt die Punktzahl des jeweiligen Stoffes. Werden mehrere Gefahrgüter gemeinsam befördert, addiert man sämtliche Einzelpunkte.

Liegt die Gesamtsumme bei höchstens 1000, greift die Freistellung mit deutlich reduzierten Pflichten. Überschreitet sie 1000, gelten alle ADR-Vorschriften einschließlich orangefarbener Warntafeln und ADR-Schulungsbescheinigung für den Fahrer.

Ein häufiger Irrtum ist, dass allein das Gesamtgewicht zählt; tatsächlich entscheidet ausschließlich das Produkt aus Menge und Kategoriefaktor über die Punktzahl.

Welche Beförderungskategorien gibt es im ADR?

Das ADR 2025 unterscheidet fünf Beförderungskategorien, nummeriert von 0 bis 4, die das Gefährdungspotenzial eines Stoffes widerspiegeln.

Kategorie 0 umfasst die gefährlichsten Güter wie bestimmte explosive Stoffe und radioaktive Materialien; für sie gibt es keine Kleinmengenfreistellung, jede Menge erfordert die vollen ADR-Pflichten.

Kategorie 1 betrifft hochgefährliche Güter mit einem Multiplikationsfaktor von 50 und einer Höchstmenge von 20 Kilogramm oder Litern je Beförderungseinheit. Kategorie 2 verwendet den Faktor 3 bei maximal 333 Kilogramm oder Litern.

Kategorie 3 hat den Faktor 1 mit einer Höchstmenge von 1000 Kilogramm oder Litern; dazu zählt etwa Diesel mit der UN-Nummer 1202.

Kategorie 4 schließlich hat den Faktor 0, sodass diese Stoffe bei der Punkteberechnung nicht ins Gewicht fallen und in unbegrenzter Menge unter Freistellung befördert werden dürfen.

Die Zuordnung eines Stoffes zur richtigen Kategorie ist entscheidend, denn ein Fehler bei der Einstufung kann die gesamte Punkteberechnung verfälschen und zu Bußgeldern bei Kontrollen führen.

Wie berechne ich die ADR-Transportpunkte?

Die Berechnung erfolgt in drei Schritten nach ADR 1.1.3.6.4. Zunächst wird jeder beförderte Stoff anhand seiner UN-Nummer einer Beförderungskategorie zugeordnet.

Dann multipliziert man die Nettomenge in Kilogramm bei Feststoffen oder Litern bei Flüssigkeiten und Gasen mit dem Kategoriefaktor: Faktor 50 bei Kategorie 1, Faktor 3 bei Kategorie 2, Faktor 1 bei Kategorie 3 und Faktor 0 bei Kategorie 4.

Zuletzt addiert man die Ergebnisse aller Stoffe auf dem Fahrzeug zur Gesamtpunktzahl. Ein Beispiel: 200 Liter Diesel (UN 1202, Kategorie 3) ergeben 200 mal 1 gleich 200 Punkte.

Kommen 50 Liter Benzin (UN 1203, Kategorie 2) hinzu, sind das 50 mal 3 gleich 150 Punkte. Die Gesamtsumme beträgt 350 Punkte und liegt damit deutlich unter dem Schwellenwert von 1000.

Der ADR-Check-Rechner nimmt diese Schritte automatisch vor und zeigt sofort, ob die Freistellung greift oder ob volle ADR-Pflichten gelten.

Was bedeutet Freistellung nach ADR 1.1.3.6?

Die Freistellung nach Unterabschnitt 1.1.3.6 des ADR 2025 erlaubt den Transport gefährlicher Güter in begrenzten Mengen, ohne dass sämtliche Vorschriften des ADR eingehalten werden müssen.

Voraussetzung ist, dass die 1000-Punkte-Berechnung den Schwellenwert nicht überschreitet und keine Stoffe der Beförderungskategorie 0 geladen sind.

Freigestellte Transporte erfordern trotzdem grundlegende Sicherheitsmaßnahmen: einen geprüften 2-Kilogramm-Feuerlöscher, ein Beförderungspapier mit Angabe der UN-Nummer und Menge jedes Stoffes sowie eine Unterweisung des Fahrpersonals nach Kapitel 1.3 ADR.

Nicht erforderlich sind dagegen orangefarbene Warntafeln, Großzettel an der Ladung, ein 6-Kilogramm-Feuerlöscher oder die ADR-Schulungsbescheinigung für den Fahrer.

Diese Erleichterungen sparen Unternehmen erhebliche Kosten für Ausrüstung und Ausbildung.

Ein weit verbreiteter Fehler ist die Annahme, Freistellung bedeute keinerlei Dokumentationspflicht; tatsächlich muss das Beförderungspapier auch bei Kleinmengen stets mitgeführt werden und bei Kontrollen vorgelegt werden können.

Die Freistellung gilt ausschließlich für den Straßentransport und kann bei Eisenbahn-, See- oder Lufttransport abweichenden Regeln unterliegen.

Welche Pflichten gelten bei ADR-Freistellung?

Auch bei einer Freistellung nach ADR 1.1.3.6 bleiben konkrete Pflichten bestehen, die häufig unterschätzt werden.

Der Fahrer muss ein Beförderungspapier mitführen, das für jeden geladenen Gefahrstoff die UN-Nummer, die offizielle Benennung, die Klasse, die Verpackungsgruppe und die Gesamtmenge enthält.

Zusätzlich ist ein geprüfter Feuerlöscher mit mindestens 2 Kilogramm Löschmittelinhalt vorgeschrieben; bei vollen ADR-Transporten wären es 6 Kilogramm.

Das Fahrpersonal benötigt eine Unterweisung nach Kapitel 1.3 ADR, die den Umgang mit Gefahrgut, Notfallmaßnahmen und die Ladungssicherung abdeckt. Eine formelle ADR-Schulungsbescheinigung ist bei Freistellung nicht nötig.

Die Versandstücke müssen korrekt gekennzeichnet und gesichert sein, damit sie bei normaler Beförderung nicht beschädigt werden oder verrutschen. Orangefarbene Warntafeln am Fahrzeug entfallen.

Verstöße gegen diese Mindestpflichten können Bußgelder ab 250 Euro nach sich ziehen und bei Unfällen zu erheblichen Haftungsrisiken führen, weshalb eine sorgfältige Dokumentation auch bei Kleinmengen unverzichtbar ist.

Darf ich Gefahrgut ohne ADR-Schein transportieren?

Ja, unter bestimmten Bedingungen ist der Transport von Gefahrgut ohne ADR-Schulungsbescheinigung erlaubt.

Wenn die 1000-Punkte-Berechnung nach ADR 1.1.3.6 den Schwellenwert von 1000 nicht überschreitet und kein Stoff der Beförderungskategorie 0 geladen ist, genügt statt der formellen ADR-Schulungsbescheinigung eine Unterweisung nach Kapitel 1.3 ADR.

Diese Unterweisung muss vom Arbeitgeber dokumentiert und regelmäßig aufgefrischt werden. Sie umfasst allgemeine Sicherheitsvorschriften, stoffspezifische Gefahren und Notfallmaßnahmen.

Der entscheidende Unterschied: Die ADR-Schulungsbescheinigung erfordert eine mehrtägige Prüfung bei der IHK und kostet zwischen 300 und 500 Euro, während die Unterweisung nach Kapitel 1.3 intern durchgeführt werden kann.

Viele Handwerksbetriebe und Speditionen nutzen diese Freistellung, etwa wenn sie Diesel, Farben oder Druckgasflaschen in kleinen Mengen auf der Baustelle benötigen.

Ein häufiger Fehler ist allerdings, die Unterweisung ganz zu vergessen; auch ohne ADR-Schein muss der Fahrer nachweislich geschult sein, sonst drohen bei Kontrollen Bußgelder und im Schadensfall Regressforderungen.

Was ist Beförderungskategorie 0 im ADR?

Beförderungskategorie 0 ist die höchste Gefahrenstufe im ADR und schließt jede Kleinmengenfreistellung nach Abschnitt 1.1.3.6 aus. Stoffe dieser Kategorie sind so gefährlich, dass selbst kleinste Mengen die vollen ADR-Vorschriften erfordern.

Dazu gehören unter anderem bestimmte explosive Stoffe und Gegenstände der Klasse 1 mit den Unterklassen 1.1 und 1.2, selbstzersetzliche Stoffe vom Typ A, radioaktive Stoffe der Klasse 7 in Verpackungen vom Typ B sowie bestimmte giftige und ansteckungsgefährliche Stoffe der Klasse 6.2.

Der Multiplikationsfaktor spielt hier keine Rolle, da bereits die Anwesenheit eines solchen Stoffes auf dem Fahrzeug die vollständige Anwendung des ADR auslöst.

Für den ADR-Check bedeutet das: Sobald ein Stoff der Kategorie 0 erkannt wird, ist das Ergebnis unabhängig von der Punktzahl immer die volle Pflicht.

Viele Transporteure verwechseln Kategorie 0 mit einem Transportverbot; tatsächlich dürfen diese Stoffe befördert werden, aber ausschließlich unter Einhaltung aller Vorschriften einschließlich ADR-Bescheinigung und Warntafeln.

Wann wird das ADR aktualisiert?

Das ADR wird alle zwei Jahre überarbeitet und tritt jeweils am 1. Januar der ungeraden Jahre in Kraft. Die aktuelle Fassung ist das ADR 2025, gültig vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2026.

Während der ersten sechs Monate eines neuen Zyklus darf noch nach der vorherigen Fassung befördert werden, sodass eine Übergangsfrist bis zum 30. Juni besteht.

Die Änderungen betreffen typischerweise neue oder umklassifizierte UN-Nummern, aktualisierte Sondervorschriften und angepasste Verpackungsanforderungen.

Für die 1000-Punkte-Regel selbst hat sich die grundlegende Berechnungsmethode seit ihrer Einführung nicht geändert; allerdings können sich durch Umklassifizierungen die Beförderungskategorien einzelner Stoffe verschieben.

Ein Stoff, der bisher in Kategorie 3 eingestuft war, kann durch Neubewertung in Kategorie 2 wandern und damit den dreifachen Punktwert erreichen. Deshalb sollten Unternehmen bei jedem ADR-Wechsel ihre Stofflisten und Transportdokumente abgleichen.

Der ADR-Check-Rechner verwendet stets die Faktoren und Schwellenwerte der aktuell geltenden ADR-Fassung 2025.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Die 1000-Punkte-Schwelle lässt sich durch vorausschauende Tourenplanung nutzen. Wer regelmäßig Gefahrgüter verschiedener Beförderungskategorien transportiert, rechnet vor der Beladung die Punktsumme durch und teilt die Ladung bei Bedarf auf zwei Fahrten auf.

Besonders bei Stoffen der Kategorie 2 mit Faktor 3 summieren sich die Punkte schnell: 334 Liter Benzin (UN 1203, Kat 2) allein ergeben bereits 1002 Punkte und sprengen die Kleinmengenfreistellung.

Die verbleibende Reserve bis zur 1000-Punkte-Schwelle zeigt der Rechner als eigene Zeile. Bei 350 Punkten bleiben 650 Punkte Spielraum – genug für weitere 650 Liter eines Kategorie-3-Stoffes oder 216 kg eines Kategorie-2-Stoffes.

Steigt die Punktsumme auf 920, schrumpft die Reserve auf 80 Punkte, und schon 27 Liter Benzin (Kat 2) würden die Schwelle reißen.

Liegt das Ergebnis über 1000, greift keine Freistellung mehr und der Transport muss den vollen ADR-Pflichtenkatalog erfüllen.

Beim Mischen verschiedener Kategorien gilt eine Faustregel: Kategorie-1-Stoffe mit Faktor 50 verbrauchen das Punktebudget am schnellsten.

Schon 20 kg eines Kategorie-1-Stoffes belegen 1000 Punkte vollständig, während 1000 Liter eines Kategorie-3-Stoffes dasselbe Budget ausschöpfen.

Die DGUV Vorschrift 54 und die Unfallversicherungsträger bieten praxisnahe Handlungshilfen für die Ladungssicherung und den Umgang mit freigestellten Gefahrgutmengen.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Praxisfall – gemischte Beladung eines Handwerkerfahrzeugs.

Ein Installateur transportiert zum Einsatzort: 200 Liter Diesel (UN 1202, Beförderungskategorie 3) als Betriebsmittel im Zusatztank und 50 kg Propan (UN 1978, Beförderungskategorie 2) in Gasflaschen für Lötarbeiten.

Eingaben: Stoff 1 – 200 Liter, Kategorie 3. Stoff 2 – 50 kg, Kategorie 2. Ergebnis: 200 × 1 = 200 Punkte plus 50 × 3 = 150 Punkte = 350 Punkte gesamt. Status: freigestellt, verbleibende Reserve 650 Punkte bis zur 1000-Punkte-Schwelle.

Interpretation: Mit 350 von 1000 möglichen Punkten liegt die Beladung deutlich unter der Schwelle.

Der Installateur darf mit erleichterten Vorschriften nach der Kleinmengenfreistellung fahren: Ein 2-kg-Feuerlöscher genügt statt eines 6-kg-Löschers, ein einfaches Beförderungspapier reicht statt der vollständigen Gefahrgutdokumentation, und eine Unterweisung nach ADR 1.3 ersetzt die aufwendige ADR-Schulungsbescheinigung. Vergleich: erleichterte Pflichten bei ≤ 1000 Punkten vs. volle ADR-Pflichten Entscheidung: Die Reserve von 650 Punkten erlaubt zusätzlich bis zu 650 Liter eines weiteren Kategorie-3-Stoffes oder bis zu 216 kg eines Kategorie-2-Stoffes.

Soll der Installateur an einem anderen Tag zusätzlich 400 Liter Heizöl (UN 1202, Kat 3) mitnehmen, steigt die Summe auf 750 Punkte – noch freigestellt.

Erst ab insgesamt 1001 Punkten greifen die vollen ADR-Pflichten mit 6-kg-Feuerlöscher, vollständiger Dokumentation und ADR-Schulungsbescheinigung für den Fahrer.

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Fehler 1 – Bruttomasse statt Nettomasse einsetzen: Die 1000-Punkte-Regel rechnet mit der Nettomenge des Gefahrguts, nicht mit dem Gesamtgewicht einschließlich Verpackung. Wer 50 kg Propan in einer 70-kg-Flasche transportiert, setzt 50 kg in die Rechnung ein, nicht 70.

Die Bruttomasse führt zu überhöhten Punktwerten und einer falschen Einstufung als ADR-pflichtig.

Fehler 2 – Beförderungskategorie falsch zuordnen: Diesel (UN 1202) gehört zu Kategorie 3 mit Faktor 1, Benzin (UN 1203) dagegen zu Kategorie 2 mit Faktor 3.

Wer beide gleich behandelt, unterschätzt die Punktzahl bei Benzin um das Dreifache oder überschätzt sie bei Diesel um denselben Faktor. Die richtige Zuordnung steht im Sicherheitsdatenblatt und in der ADR-Tabelle A.

Fehler 3 – Kategorie 0 übersehen: Stoffe der Beförderungskategorie 0 sind von der Kleinmengenfreistellung grundsätzlich ausgeschlossen.

Selbst ein Gramm eines Kategorie-0-Stoffes löst die vollen ADR-Pflichten für den gesamten Transport aus, unabhängig davon, wie niedrig die Punktsumme der übrigen Stoffe ausfällt.

Fehler 4 – verschiedene UN-Nummern derselben Kategorie nicht addieren: Auch wenn zwei Stoffe derselben Beförderungskategorie angehören, müssen ihre Punktebeiträge addiert werden.

500 Liter Diesel plus 600 Liter Heizöl (beide Kat 3, Faktor 1) ergeben 1100 Punkte und sprengen die 1000-Punkte-Schwelle.

Fehler 5 – die Freistellung als vollständige Befreiung missverstehen: Auch freigestellte Transporte unterliegen Grundpflichten – Kennzeichnung der Versandstücke, Beförderungspapier und Unterweisung des Fahrpersonals nach ADR 1.3 bleiben Pflicht.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der ADR-Check berechnet die Punktsumme nach der 1000-Punkte-Regel (ADR 1.1.3.6) und zeigt, ob ein Gefahrguttransport unter die Kleinmengenfreistellung fällt.

Bei den Vorgabewerten – 200 Liter Diesel (Kat 3) und 50 kg Propan (Kat 2) – ergibt das 350 Punkte mit einer Reserve von 650 Punkten bis zur Schwelle.

Die drei entscheidenden Stellschrauben: die Beförderungskategorie des Stoffes, die transportierte Nettomenge und die Kombination verschiedener Kategorien in einer Ladung.

Alle Berechnungen basieren auf dem ADR 2025 (Europäisches Übereinkommen über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, UN/ECE) und den dort festgelegten Faktoren der Beförderungskategorien 0 bis 4.

Ergänzend gelten die Vorgaben der DGUV Vorschrift 54 für den innerbetrieblichen Transport. Das ADR wird alle zwei Jahre überarbeitet; die nächste Fassung (ADR 2027) tritt am 1. Januar 2027 in Kraft und kann die Kategorieeinstufung einzelner Stoffe ändern.

Die Werte sind Orientierungsgrößen für die Transportplanung und ersetzen keine Prüfung durch einen Gefahrgutbeauftragten. Wer die Gesamtkosten der Fahrt inklusive Maut kalkulieren möchte, findet die Rechnung im Mautrechner.

Im Zweifelsfall ist die zuständige Industrie- und Handelskammer der richtige Ansprechpartner für verbindliche Auskünfte zur Gefahrgutbeförderung.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Punkte gesamt: 1.040 | Freigestellt: Nein | Rest bis 1.000: 0 | Punkte Position 1: 300 | Punkte Position 2: 500 | Punkte Position 3: 240

Malerbetrieb mit Loesungsmitteln

Kategorie Position 1
Kategorie 2
Menge Position 1
100
Kategorie Position 2
Kategorie 3
Menge Position 2
500

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 2 · Mittel · Punkte gesamt: 999 | Freigestellt: Ja | Rest bis 1.000: 1 | Punkte Position 1: 999 | Punkte Position 2: 0 | Punkte Position 3: 0

Kleintransport Spraydosen

Kategorie Position 1
Kategorie 2
Menge Position 1
333
Kategorie Position 2
Kategorie 4
Menge Position 2
0

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 3 · Komplex · Punkte gesamt: 350 | Freigestellt: Ja | Rest bis 1.000: 650 | Punkte Position 1: 200 | Punkte Position 2: 150 | Punkte Position 3: 0

Handwerker mit Dieselkanister und Propanflasche (Standardfall)

Kategorie Position 1
Kategorie 3
Menge Position 1
200
Kategorie Position 2
Kategorie 2
Menge Position 2
50

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

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Weiternutzung

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  • Übersicht der ADR-Beförderungskategorien mit Faktoren: Kategorie 0 unbegrenzt, Kategorie 1 Faktor 50, Kategorie 2 Faktor 3, Kategorie 3 Faktor 1, Kategorie 4 ohne Begrenzung. Höchstmengen je Kategorie für die Freistellung nach ADR 1.1.3.6.

    ADR-Beförderungskategorien: Faktoren und Höchstmengen

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    <a href="https://rechner-portal.de/auto/recht-kosten/adr-check">
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           alt="Übersicht der ADR-Beförderungskategorien mit Faktoren: Kategorie 0 unbegrenzt, Kategorie 1 Faktor 50, Kategorie 2 Faktor 3, Kategorie 3 Faktor 1, Kategorie 4 ohne Begrenzung. Höchstmengen je Kategorie für die Freistellung nach ADR 1.1.3.6."
           width="760" height="370">
    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/auto/recht-kosten/adr-check">ADR-Beförderungskategorien: Faktoren und Höchstmengen auf Rechner-Portal</a></p>

    Textbaustein für die Bildunterschrift

    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/auto/recht-kosten/adr-check
  • Beispielrechnung mit zwei Positionen: 200 Liter Diesel (Kategorie 3, Faktor 1) ergibt 200 Punkte, 50 kg Propan (Kategorie 2, Faktor 3) ergibt 150 Punkte, Gesamtsumme 350 Punkte unter der 1000-Punkte-Schwelle.

    Beispielberechnung: 350 Punkte aus Diesel und Propan

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           alt="Beispielrechnung mit zwei Positionen: 200 Liter Diesel (Kategorie 3, Faktor 1) ergibt 200 Punkte, 50 kg Propan (Kategorie 2, Faktor 3) ergibt 150 Punkte, Gesamtsumme 350 Punkte unter der 1000-Punkte-Schwelle."
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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/auto/recht-kosten/adr-check">Beispielberechnung: 350 Punkte aus Diesel und Propan auf Rechner-Portal</a></p>

    Textbaustein für die Bildunterschrift

    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/auto/recht-kosten/adr-check
  • Gegenüberstellung der Pflichten unter und über der 1000-Punkte-Schwelle: Freistellung erfordert nur Beförderungspapier, Feuerlöscher und Kennzeichnung, volle Vorschriften verlangen zusätzlich ADR-Schein, orangefarbene Warntafeln, Schutzausrüstung und schriftliche Weisungen.

    ADR-Pflichten: Freistellung vs. volle Vorschriften

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           alt="Gegenüberstellung der Pflichten unter und über der 1000-Punkte-Schwelle: Freistellung erfordert nur Beförderungspapier, Feuerlöscher und Kennzeichnung, volle Vorschriften verlangen zusätzlich ADR-Schein, orangefarbene Warntafeln, Schutzausrüstung und schriftliche Weisungen."
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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/auto/recht-kosten/adr-check">ADR-Pflichten: Freistellung vs. volle Vorschriften auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/auto/recht-kosten/adr-check
  • Formel für die ADR-Punkteberechnung: Transportpunkte P gleich Menge M mal Faktor F.

    Formel: ADR-Transportpunkte

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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/auto/recht-kosten/adr-check">Formel: ADR-Transportpunkte auf Rechner-Portal</a></p>

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Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Alle Berechnungen erfolgen ohne Gewähr. Die Ergebnisse sind Anhaltspunkte und ersetzen keine professionelle Beratung.

Quelle: ADAC, Kraftfahrtbundesamt (KBA), Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV)

Stand: 2026-09-12

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
12. September 2026
Fachbereich
Auto / Recht & Kosten
Formeln basieren auf
Dokumentierte Rechenlogik mit Plausibilitaets- und Vergleichscheck
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). ADR-Check: 1000-Punkte-Regel. Abgerufen von https://rechner-portal.de/auto/recht-kosten/adr-check

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. ADR-Check: 1000-Punkte-Regel. Available at: https://rechner-portal.de/auto/recht-kosten/adr-check

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