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Finanzielle Freiheit berechnen: Zielkapital und Jahre bis FIRE

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Kurzantwort

Finanzielle Freiheit: Gib monatliche Ausgaben und Entnahmerate ein und erhalte das Zielkapital (€) und die Jahre bis zur finanziellen Freiheit als Ergebnis. Kein Ersatz für individuelle Finanzberatung.

Finanzielle Freiheit berechnen: Zielkapital nach der 4-Prozent-Regel

Kilian AchatzFachredaktion Finanzen
Geprüft: Review-Team Finanzen (Aug. 2026)Stand:

Überblick

Was ist finanzielle Freiheit?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Wie lange dauert es bis zur finanziellen Freiheit? Der Finanzielle-Freiheit-Rechner beantwortet diese Frage aus vier Werten: monatlichen Ausgaben, vorhandenem Vermögen, Sparrate und erwarteter Rendite.

Finanzielle Freiheit bedeutet, dass die Erträge aus dem eigenen Vermögen die laufenden Ausgaben dauerhaft decken – ohne Erwerbsarbeit, oft auch als FIRE (Financial Independence, Retire Early) bezeichnet. Kernfrage: Wie hoch ist das Zielkapital?

Nach der 4-Prozent-Regel von William Bengen (1994) und der Trinity Study (Cooley/Hubbard/Walz, 1998, aktualisiert 2011) braucht es das 25-Fache der Jahresausgaben, wenn jährlich 4 Prozent entnommen werden.

Bei 2.000 Euro Monatsausgaben und 4 Prozent Entnahmerate ergibt der Rechner ein Zielkapital von 600.000 Euro. Mit 50.000 Euro vorhandenem Vermögen sind das 8,3 Prozent des Ziels – und schon heute ein passives Monatseinkommen von 166,67 Euro.

Bei 500 Euro monatlicher Sparrate und 5 Prozent Rendite dauert es laut Rechner 39,3 Jahre bis zur finanziellen Freiheit.

Der Rechner eignet sich für alle, die ihren FIRE-Zeitpunkt realistisch einschätzen wollen, unabhängig vom gesetzlichen Renteneintrittsalter.

Er ergänzt den Entnahmeplan-Rechner: Dieser Rechner deckt die Ansparseite bis zum Zielkapital ab, der Entnahmeplan-Rechner die Auszahlung danach. Fortschritt zur finanziellen Freiheit: 50.000 Euro von 600.000 Euro Zielkapital, 8,3 Prozent erreicht ## FIRE-Rechner: Die 4-%-Regel anwenden Der Begriff FIRE steht fuer Financial Independence, Retire Early und beschreibt das Ziel, durch konsequentes Sparen und Investieren fruehzeitig finanziell unabhaengig zu werden.

Die zentrale Rechenregel stammt aus der Trinity Study (Cooley, Hubbard und Walz, 1998): Wer jaehrlich hoechstens 4 Prozent seines Portfoliowerts entnimmt, haelt das Kapital historisch betrachtet ueber mindestens 30 Jahre.

Daraus folgt die 25x-Regel: Das Zielkapital entspricht dem 25-Fachen der Jahresausgaben. Bei 3.000 Euro Monatsausgaben ergibt sich ein Zielkapital von 900.000 Euro.

Der Rechner simuliert den Weg dorthin Monat fuer Monat und beruecksichtigt dabei die reale Rendite nach der Fisher-Gleichung, sodass das Ergebnis inflationsbereinigt in heutiger Kaufkraft bleibt.

Wer vorsichtiger plant, senkt die Entnahmerate auf 3 oder 3,5 Prozent und benoetigt entsprechend mehr Kapital.

Die FIRE-Bewegung unterscheidet dabei Varianten wie Lean FIRE (minimale Ausgaben), Fat FIRE (gehobener Lebensstil) und Coast FIRE (kein weiteres Sparen noetig, weil das vorhandene Kapital bis zum Ruhestand von allein ausreicht).

Trage deine monatlichen Ausgaben, dein vorhandenes Vermoegen und deine Sparrate ein, um zu sehen, wie viele Jahre dich noch von der finanziellen Unabhaengigkeit trennen.

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Du gibst monatliche Ausgaben, vorhandenes Vermögen, monatliche Sparrate, erwartete Rendite, Entnahmerate und optional die Inflation ein. Die monatlichen Ausgaben sollten realistisch die Lebenshaltungskosten im Zustand finanzieller Freiheit abbilden, in heutiger Kaufkraft – nicht zwingend das aktuelle Nettoeinkommen.

Die Entnahmerate bestimmt direkt das Zielkapital: Je niedriger die Rate, desto höher das nötige Kapital. Der Standardwert von 4 Prozent orientiert sich an der 4-Prozent-Regel; wer vorsichtiger kalkulieren will, wählt 3 bis 3,5 Prozent.

Die erwartete Rendite bezieht sich auf die nominale Jahresrendite vor Inflation, etwa eines breit gestreuten ETF-Portfolios; realistisch sind 4 bis 7 Prozent.

Die Inflation ist optional und mit 2 Prozent vorbelegt – der Rechner verrechnet sie automatisch über die reale Rendite, damit das Zielkapital in heutiger Kaufkraft bleibt.

Typische Eingabefehler sind eine zu niedrige Ausgabenschätzung ohne Puffer für Gesundheit oder Reisen sowie eine Renditeerwartung ohne Berücksichtigung der Inflation, die das Ergebnis zu optimistisch erscheinen lässt.

Das vorhandene Vermögen sollte nur tatsächlich investiertes Kapital umfassen – selbst genutztes Wohneigentum oder ein Notgroschen für kurzfristige Ausgaben zählen nicht dazu, weil sie kein passives Einkommen erzeugen.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Verstehe den Formelweg.

Die Berechnung läuft in zwei Schritten. Erstens das Zielkapital: Zielkapital = Jahresausgaben ÷ Entnahmerate, also (Monatsausgaben mal 12) ÷ (Entnahmerate ÷ 100).

Bei 2.000 Euro Monatsausgaben und 4 Prozent Entnahmerate sind das 24.000 Euro ÷ 0,04 = 600.000 Euro.

Zweitens die Jahre bis zur Freiheit: Der Rechner simuliert das Vermögen Monat für Monat mit der realen Rendite – der nominalen Rendite abzüglich Inflation nach der Fisher-Gleichung –, bis vorhandenes Vermögen plus aufgezinste Sparraten das Zielkapital erreichen.

Bei 5 Prozent nominaler Rendite und 2 Prozent Inflation bleiben real rund 2,94 Prozent pro Jahr übrig. Mit 50.000 Euro Startkapital und 500 Euro Sparrate monatlich dauert das laut Rechner 39,3 Jahre.

Schon 100 Euro mehr Sparrate im Monat verkürzen die Zeit auf 35,9 Jahre – 3,3 Jahre früher, wie die Grafik zeigt.

Das passive Monatseinkommen ergibt sich aus vorhandenem Vermögen mal Entnahmerate ÷ 12: Bei 50.000 Euro und 4 Prozent sind das 166,67 Euro schon heute, ohne einen weiteren Cent zu sparen. 100 Euro mehr Sparrate verkürzen den Weg zur finanziellen Freiheit von 39,3 auf 35,9 Jahre

Formel: Zielkapital gleich 1200 mal Monatsausgaben geteilt durch Entnahmerate; passives Einkommen gleich Vermögen mal Entnahmerate geteilt durch 1200.
Zielkapital nach der 4-Prozent-Regel (Bengen 1994, Trinity Study 1998) und passives Monatseinkommen aus dem vorhandenen Vermögen.

Nachschlagen

Zielkapital nach Ausgaben und Entnahmerate

Wie viel Kapital brauchst du für finanzielle Freiheit? Die Tabelle zeigt das Zielkapital in Euro für verschiedene monatliche Ausgaben und Entnahmeraten nach der Formel: Zielkapital = Jahresausgaben geteilt durch Entnahmerate.

Zielkapital in Euro nach monatlichen Ausgaben (1.000–5.000 €) und Entnahmerate (3 %, 3,5 %, 4 %, 5 %), gerundet auf ganze Euro
Monatsausgabenbei 3 %bei 3,5 %bei 4 %bei 5 %
1.000 €400.000 €342.857 €300.000 €240.000 €
1.500 €600.000 €514.286 €450.000 €360.000 €
2.000 €800.000 €685.714 €600.000 €480.000 €
2.500 €1.000.000 €857.143 €750.000 €600.000 €
3.000 €1.200.000 €1.028.571 €900.000 €720.000 €
3.500 €1.400.000 €1.200.000 €1.050.000 €840.000 €
4.000 €1.600.000 €1.371.429 €1.200.000 €960.000 €
4.500 €1.800.000 €1.542.857 €1.350.000 €1.080.000 €
5.000 €2.000.000 €1.714.286 €1.500.000 €1.200.000 €

Alle Werte gerundet auf ganze Euro. Formel: Zielkapital = Monatsausgaben × 12 / Entnahmerate. Die 4-Prozent-Regel (Bengen 1994, Trinity Study 1998) ergibt das 25-Fache der Jahresausgaben. Bei 3 % Entnahmerate das 33,3-Fache, bei 5 % das 20-Fache. Die Tabelle zeigt nur das Zielkapital — für die Jahre bis zur Freiheit den Rechner oben nutzen. Stand 2026.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Finanzielle Freiheit

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was bedeutet finanzielle Freiheit genau?

Finanzielle Freiheit heißt, dass die Erträge aus deinem Vermögen deine laufenden Ausgaben dauerhaft decken, ohne dass du auf ein Erwerbseinkommen angewiesen bist. Diese Idee steht hinter der FIRE-Bewegung (Financial Independence, Retire Early).

Der Rechner leitet daraus ein konkretes Zielkapital ab: Jahresausgaben geteilt durch die gewählte Entnahmerate. Bei 2.000 Euro Monatsausgaben und 4 Prozent Entnahmerate ergibt das 600.000 Euro.

Sobald dieses Kapital erreicht ist, kannst du bei der gewählten Entnahmerate theoretisch dauerhaft von den Erträgen leben, ohne das Kapital selbst aufzuzehren.

Das ist unabhängig vom gesetzlichen Renteneintrittsalter und kann mit 40, 50 oder auch erst mit 65 Jahren erreicht werden – je nach Sparrate, Rendite und Ausgabenniveau.

Wichtig: Finanzielle Freiheit bedeutet nicht zwangsläufig, komplett aufzuhören zu arbeiten, sondern schafft die Wahlfreiheit, Erwerbsarbeit nicht mehr aus finanzieller Notwendigkeit ausüben zu müssen.

Der Rechner deckt dabei nur die Ansparseite bis zum Zielkapital ab; wie lange dieses Kapital anschließend im Ruhestand reicht, zeigt ergänzend der Entnahmeplan-Rechner mit denselben Rendite- und Inflationsannahmen.

Wie wird das Zielkapital berechnet?

Das Zielkapital folgt der 4-Prozent-Regel: Zielkapital gleich Jahresausgaben geteilt durch Entnahmerate.

Der Rechner nimmt deine monatlichen Ausgaben, multipliziert sie mit 12 für die Jahresausgaben und teilt das Ergebnis durch die Entnahmerate in Prozent.

Bei 2.000 Euro Monatsausgaben und der Standard-Entnahmerate von 4 Prozent sind das 24.000 Euro Jahresausgaben geteilt durch 0,04, also 600.000 Euro Zielkapital.

Diese Formel geht auf William Bengen (1994) und die Trinity Study (Cooley, Hubbard, Walz, 1998, aktualisiert 2011) zurück: Bei einer Entnahmerate von 4 Prozent pro Jahr reicht historisch betrachtet das 25-Fache der Jahresausgaben für einen 30-jährigen Entnahmezeitraum.

Senkst du die Entnahmerate auf 3 Prozent, steigt das Zielkapital bei gleichen Ausgaben auf 800.000 Euro, weil du dann nur noch ein Dreißigstel statt ein Fünfundzwanzigstel des Kapitals jährlich entnimmst.

Bei 3.000 Euro Monatsausgaben und 4 Prozent Entnahmerate liegt das Zielkapital entsprechend bei 900.000 Euro – die Formel skaliert linear mit den Ausgaben.

Warum 4 Prozent Entnahmerate und nicht mehr?

Die 4-Prozent-Regel stammt aus historischen Rückrechnungen von William Bengen (1994) und der Trinity Study (1998), die prüften, welche Entnahmerate ein US-Aktien-Anleihen-Portfolio über 30 Jahre durchhält, ohne dass das Kapital vorzeitig aufgebraucht wird.

Eine höhere Entnahmerate von 5 oder 6 Prozent senkt zwar das nötige Zielkapital – bei 2.000 Euro Monatsausgaben auf 480.000 beziehungsweise 400.000 Euro –, erhöht aber das Risiko, dass das Kapital besonders bei schwachen Marktjahren zu Beginn des Ruhestands nicht bis zum Lebensende reicht.

Umgekehrt braucht eine vorsichtigere Rate von 3 Prozent mit 800.000 Euro deutlich mehr Kapital, gilt dafür als robuster gegenüber langen Ruhestandsphasen oder schwächeren Kapitalmärkten.

Die passende Rate hängt von der geplanten Ruhestandsdauer, der Risikobereitschaft und weiteren Einkünften wie der gesetzlichen Rente ab und lässt sich im Rechner frei zwischen 1 und 10 Prozent einstellen.

Wer die gesetzliche Rente als zusätzliches Sicherheitsnetz hat, kann tendenziell eine etwas höhere Entnahmerate wählen als jemand, der ausschließlich vom eigenen Kapital lebt.

Wie wirkt sich die Inflation auf die Berechnung aus?

Der Rechner berücksichtigt die Inflation über die reale Rendite, berechnet nach der Fisher-Gleichung: (1 plus nominale Rendite) geteilt durch (1 plus Inflation) minus 1.

Bei 5 Prozent nominaler Rendite und 2 Prozent Inflation bleiben real rund 2,94 Prozent pro Jahr übrig, mit denen der Rechner dein Vermögenswachstum simuliert. Das hält das Zielkapital konsequent in heutiger Kaufkraft.

Der Unterschied ist erheblich: Bei den Standardwerten mit 500 Euro Sparrate dauert es bei 2 Prozent Inflation 39,3 Jahre bis zum Ziel, bei angenommenen 0 Prozent Inflation nur 29 Jahre – ein Unterschied von über 10 Jahren allein durch die Inflationsannahme.

Wer die Inflation zu niedrig ansetzt oder ganz weglässt, überschätzt daher das Tempo zur finanziellen Freiheit deutlich. Realistisch sind für Deutschland langfristig 2 bis 2,5 Prozent Inflation, der Rechner ist standardmäßig mit 2 Prozent vorbelegt.

Setzt du die Inflation höher an, etwa auf 3 Prozent, sinkt die reale Rendite entsprechend weiter und die Jahre bis zur Freiheit steigen zusätzlich – probiere verschiedene Inflationswerte aus, um die Bandbreite realistisch einzuschätzen.

Welche Rendite ist realistisch für die Berechnung?

Die erwartete Rendite bezieht sich auf die nominale Jahresrendite vor Inflation, etwa eines breit gestreuten ETF-Portfolios.

Historisch erzielten globale Aktienindizes wie der MSCI World langfristig 6 bis 8 Prozent nominale Rendite pro Jahr, ein gemischtes Portfolio aus Aktien und Anleihen entsprechend weniger.

Der Rechner ist mit 5 Prozent vorbelegt, einem konservativeren Wert, der Schwankungen und Kosten pauschal einpreist.

Die Rendite wirkt sich direkt auf die Jahre bis zur Freiheit aus: Bei sonst gleichen Werten dauert es 47,75 Jahre bei 4 Prozent Rendite, 39,3 Jahre bei 5 Prozent, 33,5 Jahre bei 6 Prozent und 29,3 Jahre bei 7 Prozent.

Schon ein Prozentpunkt mehr oder weniger verändert das Ergebnis um mehrere Jahre.

Setze die Rendite eher vorsichtig an, weil eine zu optimistische Annahme die Jahre bis zur Freiheit systematisch unterschätzt und zu einer verfrühten Entscheidung führen kann.

Wie stark hilft eine höhere Sparrate?

Der Rechner zeigt die Wirkung einer höheren Sparrate direkt als eigenes Ergebnisfeld: die Zeitersparnis bei 100 Euro mehr Sparrate im Monat.

Bei den Standardwerten – 2.000 Euro Ausgaben, 50.000 Euro Vermögen, 5 Prozent Rendite, 2 Prozent Inflation – sinkt die Zeit bis zur Freiheit von 39,3 Jahren bei 500 Euro monatlicher Sparrate auf 35,9 Jahre bei 600 Euro, also 3,3 Jahre früher.

Je näher du am Zielkapital bist, desto kleiner wird dieser Effekt, weil dann die Rendite auf das bereits vorhandene Vermögen einen größeren Anteil am Wachstum liefert als die zusätzliche Sparrate.

In einer frühen Ansparphase mit wenig Vermögen wirkt eine höhere Sparrate dagegen besonders stark, weil sie einen größeren Anteil am gesamten Kapitalaufbau ausmacht.

Eine um 100 Euro höhere Sparrate lohnt sich also besonders am Anfang des Sparprozesses.

Wer zusätzlich die Rendite um einen Prozentpunkt steigern kann, etwa durch niedrigere Depotgebühren, kombiniert beide Hebel und verkürzt die Ansparzeit noch deutlicher, als es Sparrate oder Rendite jeweils allein leisten würden.

Ersetzt der Rechner eine Finanzberatung?

Nein.

Der Rechner bildet eine vereinfachte Näherung auf Basis konstanter Annahmen zu Rendite, Inflation und Ausgaben ab und blendet Steuern auf Kapitalerträge, Marktschwankungen und den sogenannten Reihenfolgeeffekt – also die Wirkung schwacher Marktjahre direkt zu Rentenbeginn – bewusst aus.

Die tatsächliche Kapitalmarktentwicklung verläuft nie linear wie im Rechner, sondern schwankt Jahr für Jahr, was die reale Zeit bis zur finanziellen Freiheit verkürzen oder verlängern kann.

Für verbindliche Entscheidungen zu Anlagestrategie, Steueroptimierung oder Portfoliostruktur ist eine individuelle Beratung durch einen unabhängigen Finanz- oder Steuerberater notwendig, der auch persönliche Faktoren wie Familienstand, Risikotragfähigkeit und bestehende Verträge berücksichtigt.

Der Rechner liefert eine erste Orientierung und macht die Wirkung von Sparrate, Rendite und Entnahmerate auf den Zeitpunkt der finanziellen Freiheit sichtbar, ersetzt aber keine rechtlich verbindliche oder individuell zugeschnittene Finanzberatung.

Auch Steuern bleiben unberücksichtigt: Die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag auf Kapitalerträge mindert die tatsächlich verfügbare Rendite gegenüber dem im Rechner eingegebenen Bruttowert spürbar.

Was ist der Unterschied zum Entnahmeplan-Rechner?

Beide Rechner ergänzen sich, decken aber unterschiedliche Phasen ab. Der Finanzielle-Freiheit-Rechner betrachtet die Ansparseite: Wie lange dauert es, bis dein Vermögen aus Sparrate und Rendite das Zielkapital erreicht?

Der Entnahmeplan-Rechner setzt genau dort an, wo dieser Rechner endet, und betrachtet die Entnahmeseite: Wie lange reicht ein bestimmtes Kapital, wenn du monatlich einen festen Betrag entnimmst, und welche Entnahme ist bei einer gewünschten Laufzeit nachhaltig möglich?

Sobald du laut diesem Rechner dein Zielkapital von zum Beispiel 600.000 Euro erreicht hast, wechselst du sinnvollerweise zum Entnahmeplan-Rechner, um die konkrete Auszahlungsstrategie durchzurechnen und zu prüfen, ob die 4-Prozent-Regel bei deiner geplanten Ruhestandsdauer tatsächlich aufgeht.

Zusammen decken beide Rechner den vollständigen Weg von der ersten Sparrate bis zum letzten Entnahmejahr im Ruhestand ab.

Nutze beide Rechner mit denselben Rendite- und Inflationsannahmen, damit die Ergebnisse aus Ansparphase und Entnahmephase konsistent zueinander passen und nicht durch unterschiedliche Grundannahmen verzerrt werden.

Was ist die FIRE-Regel und die 4-%-Entnahme?

FIRE steht fuer Financial Independence, Retire Early und beschreibt das Ziel, durch konsequentes Sparen und Investieren ein Vermoegen aufzubauen, dessen Ertraege die laufenden Ausgaben dauerhaft decken.

Die zentrale Rechengrundlage ist die 4-Prozent-Regel, die auf William Bengen (1994) und die Trinity Study von Cooley, Hubbard und Walz (1998, aktualisiert 2011) zurueckgeht.

Diese Studien untersuchten historische US-Portfolios aus Aktien und Anleihen ueber 30-Jahres-Zeitraeume und stellten fest, dass eine jaehrliche Entnahme von 4 Prozent des Anfangskapitals ausreichte, ohne das Vermoegen vorzeitig aufzubrauchen.

Daraus folgt die 25x-Regel: Das Zielkapital entspricht dem 25-Fachen der Jahresausgaben. Bei 2.500 Euro Monatsausgaben ergibt das 750.000 Euro.

Der Rechner simuliert den Weg zum Zielkapital Monat fuer Monat mit der realen Rendite nach der Fisher-Gleichung.

Wichtig ist, dass die 4-Prozent-Regel kein Naturgesetz ist: Bei laengeren Entnahmezeitraeumen als 30 Jahren empfehlen Finanzplaner eine vorsichtigere Rate von 3 bis 3,5 Prozent, was das noetige Kapital auf das 29- bis 33-Fache der Jahresausgaben erhoeht.

Steuern auf Kapitalertraege bleiben im Rechner bewusst aussen vor.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Der Rechner zeigt, wie stark schon kleine Änderungen wirken. Bei sonst gleichen Werten sinkt die Zeit bis zur Freiheit von 47,75 Jahren bei 4 Prozent Rendite auf 39,3 Jahre bei 5 Prozent und 33,5 Jahre bei 6 Prozent – ein Renditepunkt mehr spart oft mehrere Jahre Ansparzeit.

Ähnlich wirkt die Entnahmerate: Bei 3 Prozent statt 4 Prozent steigt das Zielkapital von 600.000 auf 800.000 Euro, weil ein niedrigeres Entnahmeniveau als sicherer gilt, aber mehr Kapital braucht.

Bei 5 Prozent sinkt das Zielkapital auf 480.000 Euro, erhöht aber das Risiko, dass das Kapital im Ruhestand nicht reicht – das prüft der Entnahmeplan-Rechner im Detail nach Erreichen des Ziels.

Auch die Inflation zählt: Ohne Inflationsannahme, also bei 0 statt 2 Prozent, wäre das Ziel schon nach 29 statt 39,3 Jahren erreicht – der Unterschied von über 10 Jahren zeigt, warum realistische Annahmen wichtiger sind als ein optimistisches Rechenergebnis.

Wer den Fortschritt regelmäßig prüft, sollte Ausgaben, Sparrate und Rendite mindestens einmal jährlich aktualisieren, weil sich Lebenshaltungskosten und Kapitalmärkte laufend verändern.

Der ausgewiesene Fortschritt in Prozent ist dabei kein Prognosewert, sondern der aktuelle Stand des vorhandenen Vermögens gegenüber dem Zielkapital – er sagt nichts darüber aus, wie zuverlässig die restliche Strecke in der angenommenen Zeit gelingt.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ausgangslage: Eine 38-jährige Angestellte hat bereits 250.000 Euro in ETFs angespart, gibt 3.000 Euro im Monat aus und spart zusätzlich 1.500 Euro monatlich. Sie rechnet mit 6 Prozent nominaler Rendite, 4 Prozent Entnahmerate und 2 Prozent Inflation.

Eingaben im Rechner: Monatsausgaben 3.000 Euro, vorhandenes Vermögen 250.000 Euro, Sparrate 1.500 Euro, Rendite 6 Prozent, Entnahmerate 4 Prozent, Inflation 2 Prozent. Schritt 1 – Zielkapital: 3.000 Euro mal 12 ÷ 0,04 = 900.000 Euro.

Schritt 2 – Fortschritt: 250.000 Euro von 900.000 Euro sind bereits 27,78 Prozent des Ziels, das passive Monatseinkommen liegt schon bei 833,33 Euro.

Schritt 3 – Jahre bis zur Freiheit: Bei realer Rendite von rund 3,92 Prozent (6 Prozent nominal minus 2 Prozent Inflation nach Fisher-Gleichung) erreicht sie laut Rechner nach 16,67 Jahren, also mit etwa 55 Jahren, ihr Zielkapital.

Entscheidung: Sie prüft, ob 1.500 Euro Sparrate dauerhaft tragbar sind, und nutzt anschließend den Entnahmeplan-Rechner, um zu sehen, wie lange 900.000 Euro bei 4 Prozent Entnahme im Ruhestand reichen würden.

Wer stattdessen früh startet und noch kein Vermögen hat – etwa mit 2.500 Euro Ausgaben, 0 Euro Vermögen und 1.000 Euro Sparrate bei 6 Prozent Rendite –, braucht laut Rechner 31,67 Jahre bis zum Zielkapital von 750.000 Euro.

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Fehler 1: Die aktuellen Ausgaben statt der künftigen Ausgaben im Zustand finanzieller Freiheit eingeben. Wer heute noch Kredite tilgt oder pendelt, hat später oft andere, nicht zwingend niedrigere Kosten – Gesundheit und Reisen steigen häufig an.

Fehler 2: Die nominale Rendite ohne Abzug der Inflation als reale Rendite behandeln.

Der Rechner rechnet automatisch mit der realen Rendite nach der Fisher-Gleichung; wer die Inflation auf 0 Prozent setzt, obwohl sie real bei 2 bis 2,5 Prozent liegt, unterschätzt die Jahre bis zur Freiheit erheblich – im Beispiel oben um mehr als 10 Jahre.

Fehler 3: Eine Entnahmerate von 4 Prozent unkritisch übernehmen.

Die 4-Prozent-Regel basiert auf US-Marktdaten über einen 30-jährigen Entnahmezeitraum; bei längerem Ruhestand oder schwächeren Kapitalmärkten ist 3 bis 3,5 Prozent vorsichtiger, erhöht aber das nötige Zielkapital spürbar, wie der Vergleich zwischen 600.000 und 800.000 Euro zeigt.

Fehler 4: Steuern auf Kapitalerträge ignorieren – Abgeltungsteuer und Sparerpauschbetrag mindern die tatsächlich verfügbare Rendite und damit das reale Tempo zur Freiheit.

Fehler 5: Das Ergebnis einmalig berechnen und nie aktualisieren, obwohl sich Sparrate, Ausgaben und Marktlage laufend ändern.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Finanzielle-Freiheit-Rechner liefert Zielkapital, Jahre bis zur Freiheit, Fortschritt in Prozent und passives Monatseinkommen aus dem Verhältnis von Ausgaben, Vermögen, Sparrate, Rendite und Entnahmerate.

Grundlage sind die 4-Prozent-Regel nach William Bengen (1994) und die Trinity Study (1998, aktualisiert 2011). Aktualisiere die Berechnung nach jeder Gehaltsänderung, größeren Ausgabenverschiebung oder spürbaren Marktbewegung.

Für die Auszahlungsphase nach Erreichen des Zielkapitals liefert der Entnahmeplan-Rechner die passende Fortsetzung: Wie lange reicht das Kapital bei welcher Entnahme?

Den Zinseszinseffekt der Sparrate im Detail zeigt der Zinseszins-Rechner, die aktuelle Rentenlücke berechnet der Rentenlücken-Rechner. Wer einen Teil der Vorsorge ueber den Arbeitgeber laufen laesst, prueft Nettoaufwand und Hebel im bAV-Rechner.

Die Ergebnisse sind Orientierungswerte und ersetzen keine individuelle Finanzberatung.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Laut Rechner: Zielkapital 750.000 €, 31,7 Jahre bis zur finanziellen Freiheit, 0 % Fortschritt (noch kein Vermögen), passives Monatseinkommen aktuell 0 €.

Berufseinsteiger ohne Vermögen, hohe Sparrate

Monatliche Ausgaben
2.500 €/Monat
Bereits vorhandenes Vermögen
0 €
Monatliche Sparrate
1.000 €/Monat
Erwartete Rendite
6 % p.a.

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 2 · Mittel · Laut Rechner: Zielkapital 900.000 €, nur noch 16,7 Jahre bis zur finanziellen Freiheit, 27,8 % Fortschritt, passives Monatseinkommen bereits 833,33 €.

Fortgeschritten mit bestehendem Vermögen

Monatliche Ausgaben
3.000 €/Monat
Bereits vorhandenes Vermögen
250.000 €
Monatliche Sparrate
1.500 €/Monat
Erwartete Rendite
6 % p.a.

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 3 · Komplex · Laut Rechner: Zielkapital 514.285,71 €, 48,8 Jahre bis zur finanziellen Freiheit, 3,9 % Fortschritt, passives Monatseinkommen 58,33 €.

Konservative Annahmen, niedrigere Ausgaben

Monatliche Ausgaben
1.500 €/Monat
Bereits vorhandenes Vermögen
20.000 €
Monatliche Sparrate
400 €/Monat
Erwartete Rendite
5 % p.a.

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

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Weiternutzung

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Nutzung frei, wenn du rechner-portal.de als Quelle verlinkst. CC BY 4.0

  • Formel: Zielkapital gleich 1200 mal Monatsausgaben geteilt durch Entnahmerate; passives Einkommen gleich Vermögen mal Entnahmerate geteilt durch 1200.

    Formel: Zielkapital und passives Einkommen (4-Prozent-Regel)

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           alt="Formel: Zielkapital gleich 1200 mal Monatsausgaben geteilt durch Entnahmerate; passives Einkommen gleich Vermögen mal Entnahmerate geteilt durch 1200."
           width="760" height="511">
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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/finanzen/altersvorsorge/finanzielle-freiheit-rechner">Formel: Zielkapital und passives Einkommen (4-Prozent-Regel) auf Rechner-Portal</a></p>

    Textbaustein für die Bildunterschrift

    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/finanzen/altersvorsorge/finanzielle-freiheit-rechner

Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Alle Berechnungen erfolgen ohne Gewähr und stellen keine Finanzberatung, Anlageempfehlung oder Steuerberatung dar. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Finanzberater, Steuerberater oder Ihre Bank. Ergebnisse sind stets mit aktuellen Vertrags- und Produktdaten abzugleichen.

Quelle: William Bengen (1994); Trinity Study (AAII Journal, 1998/2011); Deutsche Bundesbank

Stand: 2026-08-29

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
29. August 2026
Fachbereich
Finanzen / Altersvorsorge
Formeln basieren auf
4-Prozent-Regel nach Bengen (1994) und Trinity Study (1998); reale Verzinsung nach Fisher-Gleichung
Änderungsprotokoll
  • 2026-04-19 – v4.0.0Feature

    Phase-4-Rollout: HowTo-Schema, Mobile-Optimierung und aktualisierte Qualitaetsstandards integriert.

    Impact: minor

Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Finanzielle Freiheit. Abgerufen von https://rechner-portal.de/finanzen/altersvorsorge/finanzielle-freiheit-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Finanzielle Freiheit. Available at: https://rechner-portal.de/finanzen/altersvorsorge/finanzielle-freiheit-rechner

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