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RVG-Rechner 2026: Anwaltskosten nach Gegenstandswert berechnen

FinanzenStand Noch keine Bewertung
Art der Tätigkeit
€
Einigung erzielt
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Kurzantwort

RVG-Rechner: Gib den Gegenstandswert ein und erhalte die Anwaltskosten nach RVG-Gebührentabelle aufgeschlüsselt als Ergebnis. Geschäftsgebühr (außergerichtlich), Verfahrens- und Terminsgebühr (gerichtlich) plus Auslagenpauschale und Umsatzsteuer. Für verbindliche Auskunft einen Rechtsanwalt konsultieren.

Anwaltskosten nach RVG berechnen: Gebührentabelle Anlage 2 mit Gegenstandswert

Kilian AchatzFachredaktion Finanzen
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Sept. 2026)Veröffentlicht: Stand:

Rechenbasis

Annahmen und Grenzen

Was der Rechner voraussetzt und wo seine Aussage endet.

2 Annahmen und 2 Grenzen

Annahmen

  • Die Berechnung nutzt die gesetzlichen Gebührensätze aus dem RVG-Vergütungsverzeichnis (VV 2300, 3100, 3104, 1000/1003) und die Gebührentabelle Anlage 2.
  • Außergerichtlich: 1,3 Geschäftsgebühr; 1. Instanz: 1,3 Verfahrens- + 1,2 Terminsgebühr; Berufung: 1,6 Verfahrens- + 1,2 Terminsgebühr.

Grenzen

  • Erhöhungs- und Ermäßigungstatbestände (z. B. VV 1008 bei mehreren Auftraggebern) sind nicht berücksichtigt.
  • Honorarvereinbarungen nach § 3a RVG können die gesetzlichen Gebühren über- oder unterschreiten.

Stand der Prüfung: RVG-Gebührentabelle Anlage 2, Stand KostBRAG 2025 (gültig seit 01.01.2021), fachredaktionell geprüft am 11.09.2026.

Überblick

Was ist das RVG und wie berechnen sich Anwaltskosten?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) regelt die gesetzlichen Gebühren, die ein Anwalt in Deutschland für seine Tätigkeit verlangen muss. Der RVG-Rechner berechnet die Anwaltskosten anhand der Gebührentabelle in Anlage 2 zu § 13 RVG und den Gebührensätzen im Vergütungsverzeichnis (VV RVG, Anlage 1).

Die Tabellengebühr richtet sich nach dem Gegenstandswert und bildet die Berechnungsgrundlage für alle weiteren Gebühren: Geschäftsgebühr, Verfahrensgebühr, Terminsgebühr und Einigungsgebühr.

Bei einem Gegenstandswert von 5.000 Euro beträgt die Tabellengebühr nach KostBRAG 2025 genau 354,50 Euro. Die aktuellen Gebühren gelten seit dem 1. Juni 2025.

Eingaben

Gegenstandswert, Tätigkeit und Einigung eingeben

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Du gibst den Gegenstandswert in Euro ein, also den wirtschaftlichen Wert der Angelegenheit. Bei Geldforderungen entspricht er dem geforderten Betrag, bei Kaufverträgen dem Kaufpreis.

Beim Modus wählst du zwischen außergerichtlich, erste Instanz und Berufung.

Außergerichtlich fällt eine 1,3-Geschäftsgebühr an, in erster Instanz eine 1,3-Verfahrens- und eine 1,2-Terminsgebühr, in der Berufung eine 1,6-Verfahrens- und eine 1,2-Terminsgebühr.

Im Feld Einigung gibst du an, ob eine gütliche Einigung erzielt wurde. Die Einigungsgebühr beträgt außergerichtlich 1,5 und gerichtlich 1,0 der Tabellengebühr.

Praxisfälle

RVG-Gebühren in der Praxis: sieben typische Fälle

Jeder Fall nennt die Suchfrage, die passende Eingabe im Rechner oben und das Ergebnis aus der echten Rechenfunktion.

  1. Anwaltskosten bei einem Streitwert von 70.000 Euro

    „Wie hoch sind die Anwaltskosten bei einem Streitwert von 70.000 Euro?“

    Eingabe
    Gegenstandswert 70.000 €, Art der Tätigkeit: Gerichtlich – 1. Instanz, Einigung: Nein
    Ergebnis
    4.652,90 Euro Anwaltskosten brutto (Verfahrensgebühr 2.022,80 € + Terminsgebühr 1.867,20 € + 20 € Auslagen, netto 3.910 €, zzgl. 19 % USt)
  2. Anwaltskosten bei einem Streitwert von 300.000 Euro

    „Wie hoch sind die Anwaltskosten bei einem Streitwert von 300.000 Euro?“

    Eingabe
    Gegenstandswert 300.000 €, Art der Tätigkeit: Gerichtlich – 1. Instanz, Einigung: Nein
    Ergebnis
    8.687 Euro Anwaltskosten brutto (Verfahrensgebühr 3.785,60 € + Terminsgebühr 3.494,40 € + 20 € Auslagen, netto 7.300 €)
  3. Geschäftsgebühr für eine außergerichtliche Mahnung bei 5.000 Euro

    „Wie berechnet man die Geschäftsgebühr beim Anwalt?“

    Eingabe
    Gegenstandswert 5.000 €, Art der Tätigkeit: Außergerichtlich, Einigung: Nein
    Ergebnis
    572,21 Euro Anwaltskosten brutto (Geschäftsgebühr 1,3 × 354,50 € = 460,85 € netto zzgl. 20 € Auslagen und 19 % USt)
  4. Anwaltskosten mit Einigung in erster Instanz bei 10.000 Euro

    „Was kostet eine Einigung im gerichtlichen Verfahren bei 10.000 Euro Gegenstandswert?“

    Eingabe
    Gegenstandswert 10.000 €, Art der Tätigkeit: Gerichtlich – 1. Instanz, Einigung: Ja
    Ergebnis
    2.739,38 Euro Anwaltskosten brutto (zusätzlich 652 € Einigungsgebühr gegenüber 1.963,50 € ohne Einigung)
  5. Berufungsverfahren bei 5.000 Euro Gegenstandswert mit Einigung

    „Was kostet ein Berufungsverfahren beim Anwalt mit Einigung?“

    Eingabe
    Gegenstandswert 5.000 €, Art der Tätigkeit: Gerichtlich – Berufung, Einigung: Ja
    Ergebnis
    1.753,41 Euro Anwaltskosten brutto (Verfahrensgebühr 1,6 × 354,50 € = 567,20 €, Terminsgebühr 425,40 €, Einigungsgebühr 460,85 €)
  6. Mindestgebühr bei Gegenstandswert 500 Euro

    „Wie hoch sind die Mindestanwaltskosten nach RVG?“

    Eingabe
    Gegenstandswert 500 €, Art der Tätigkeit: Außergerichtlich, Einigung: Nein
    Ergebnis
    103,47 Euro Anwaltskosten brutto – die niedrigstmögliche Geschäftsgebühr nach der RVG-Tabelle
  7. Prozesskostenrisiko statt reiner Anwaltskosten prüfen

    „Was kostet ein Gerichtsverfahren insgesamt, inklusive Gerichtskosten und gegnerischem Anwalt?“

    Eingabe
    Keine Rechnereingabe nötig – Streitwert, Instanz und Obsiegensquote im Prozesskostenrechner eingeben
    Ergebnis
    Der Prozesskostenrechner addiert zu den RVG-Anwaltskosten die GKG-Gerichtskosten und die Kosten der Gegenseite bei Unterliegen

    Prozesskostenrisiko berechnen

Berechnung

Wie berechnen sich Geschäftsgebühr, Verfahrensgebühr und Terminsgebühr nach RVG?

Verstehe den Formelweg.

Die Berechnung folgt einem einheitlichen Schema: Jede Gebühr ist ein Vielfaches der Tabellengebühr aus Anlage 2 RVG für den Gegenstandswert. Bei außergerichtlicher Vertretung: Geschäftsgebühr = 1,3 × Tabellengebühr.

Bei 5.000 Euro Gegenstandswert: 1,3 × 354,50 = 460,85 Euro. Dazu kommen 20 Euro Auslagenpauschale (Nr. 7002 VV RVG). Netto: 480,85 Euro. Mit 19 Prozent Umsatzsteuer (Nr. 7008 VV RVG): 480,85 × 1,19 = 572,21 Euro brutto.

Im gerichtlichen Verfahren addieren sich Verfahrens- und Terminsgebühr. Bei 10.000 Euro mit Einigung: VG 847,60 + TG 782,40 + EG 652 + 20 = 2.302 Euro netto, 2.739,38 Euro brutto.

Formel für Anwaltskosten: Gebührensatz mal Tabellengebühr plus Auslagenpauschale, zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer.
Anwaltsgebühren berechnen sich nach RVG Anlage 2 (Stand KostBRAG 2025, gültig seit 01.06.2025).

Nachschlagen

RVG-Gebührentabelle: Tabellengebühr und 1,3-Gebühr nach Gegenstandswert

Auszug aus der Gebührentabelle in Anlage 2 zu § 13 RVG, Stand KostBRAG 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 109), gültig seit 01.06.2025. Gezeigt wird die einfache Gebühr (1,0-Gebühr bzw. Tabellengebühr) sowie die 1,3-Gebühr, die für Geschäfts- und Verfahrensgebühren in erster Instanz gilt. Alle Werte mit dem Rechner oben nachgerechnet.

RVG Anlage 2: Tabellengebühr und 1,3-Gebühr nach Gegenstandswert (KostBRAG 2025, gültig seit 01.06.2025)
Gegenstandswert (bis)Tabellengebühr (1,0)1,3-Gebühr
1.000 €93 €120,90 €
2.000 €176 €228,80 €
3.000 €235,50 €306,15 €
5.000 €354,50 €460,85 €
10.000 €652 €847,60 €
15.000 €762 €990,60 €
25.000 €927 €1.205,10 €
50.000 €1.357 €1.764,10 €
100.000 €1.755 €2.281,50 €
200.000 €2.352 €3.057,60 €
500.000 €3.752 €4.877,60 €

Die 1,3-Gebühr gilt für die Geschäftsgebühr (Nr. 2300 VV RVG) und die Verfahrensgebühr in erster Instanz (Nr. 3100 VV RVG). Im Berufungsverfahren beträgt die Verfahrensgebühr 1,6 × Tabellengebühr. Zusätzlich fallen eine Auslagenpauschale von 20 Euro (Nr. 7002 VV RVG) und 19 % Umsatzsteuer (Nr. 7008 VV RVG) an. Gegenstandswerte zwischen den Tabellenstufen werden auf die nächsthöhere Stufe aufgerundet (§ 13 Abs. 1 RVG), z. B. 100.000 Euro auf die Stufe bis 110.000 Euro mit 1.755 Euro Tabellengebühr. Die Tabelle zeigt ausgewählte Stufen; der Rechner oben bildet alle Stufen der Anlage 2 ab.

Ausblick

Gilt die RVG-Tabelle 2026 noch unverändert?

Was sich zum Jahres- oder Periodenwechsel ändert – mit Datumsstempel und Herkunft.

  • Seit dem 1. Juni 2025 gilt durch das KostBRAG 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 109) die angehobene RVG-Gebührentabelle in Anlage 2 unverändert auch 2026 weiter.
  • Die Tabellengebühr für einen Gegenstandswert von 5.000 Euro liegt seit der Novelle bei 354,50 Euro statt zuvor 334 Euro — ein Plus von rund 6 Prozent.
  • Eine weitere Anhebung der RVG-Gebührentabelle ist mit Stand Oktober 2026 nicht angekündigt; zwischen der vorherigen Reform 2021 und der Novelle 2025 lagen rund vier Jahre.
  • Wer nach „RVG-Tabelle 2026“ oder „RVG-Rechner 2026“ sucht, findet hier weiterhin die aktuell gültige Tabelle aus der Reform 2025 — eine eigenständige 2026er-Tabelle gibt es nicht.

Stand: 02.10.2026 · Quelle: Bundesministerium der Justiz, RVG Anlage 2 (KostBRAG 2025, BGBl. 2025 I Nr. 109)

Expertenmodus

Häufige Fragen zum RVG-Rechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Wie hoch sind die Anwaltskosten bei einem Streitwert von 300.000 Euro?

Bei einem gerichtlichen Verfahren in erster Instanz mit 300.000 Euro Gegenstandswert betragen die Anwaltskosten 8.687 Euro brutto: Die Tabellengebühr liegt bei 2.912 Euro, daraus ergeben sich eine 1,3-Verfahrensgebühr von 3.785,60 Euro und eine 1,2-Terminsgebühr von 3.494,40 Euro, zuzüglich 20 Euro Auslagenpauschale und 19 Prozent Umsatzsteuer.

Beauftragt man den Anwalt nur außergerichtlich, etwa für ein Mahnschreiben, fällt lediglich die 1,3-Geschäftsgebühr an und die Kosten sinken auf 4.528,66 Euro brutto.

Trägt man den Prozess vor Gericht, trägt bei vollständigem Obsiegen die Gegenseite diese Kosten; bei Unterliegen zusätzlich die eigenen und die gegnerischen Anwaltskosten sowie die Gerichtskosten.

Gib den eigenen Streitwert und den gewünschten Modus oben in den Rechner ein, um die genaue Summe zu ermitteln. Für das volle Prozesskostenrisiko inklusive Gerichtskosten hilft der Prozesskostenrechner weiter.

Wie hoch sind die Anwaltskosten bei einem Streitwert von 70.000 Euro?

In erster Instanz vor Gericht kostet ein Verfahren mit 70.000 Euro Gegenstandswert 4.652,90 Euro Anwaltskosten brutto, zusammengesetzt aus einer Verfahrensgebühr von 2.022,80 Euro, einer Terminsgebühr von 1.867,20 Euro, 20 Euro Auslagen und 19 Prozent Umsatzsteuer auf 3.910 Euro netto.

Außergerichtlich, etwa bei einer Abmahnung oder Vertragsverhandlung, beträgt die Geschäftsgebühr allein 2.022,80 Euro netto und die Gesamtkosten liegen bei 2.430,93 Euro brutto.

Der Unterschied von über 2.200 Euro entsteht, weil im Gerichtsverfahren zwei Gebührentatbestände (Verfahren und Termin) statt nur einem anfallen. Wird zusätzlich eine Einigung erzielt, kommt eine weitere Gebühr hinzu.

Prüfe vor einer Klage deshalb, ob eine außergerichtliche Einigung möglich ist, da sie bei hohen Streitwerten mehrere tausend Euro sparen kann. Der Rechner oben zeigt beide Varianten im direkten Vergleich.

Wann fällt eine Geschäftsgebühr nach RVG an und wie wird sie berechnet?

Die Geschäftsgebühr nach Nr. 2300 VV RVG entsteht, sobald ein Anwalt außergerichtlich tätig wird, etwa durch ein Mahnschreiben, eine Vertragsverhandlung oder eine außergerichtliche Vertretung gegenüber einer Behörde.

Sie beträgt im Regelfall das 1,3-Fache der Tabellengebühr aus Anlage 2 RVG.

Bei einem Gegenstandswert von 5.000 Euro und einer Tabellengebühr von 354,50 Euro ergibt das 460,85 Euro netto, zuzüglich 20 Euro Auslagen und 19 Prozent Umsatzsteuer also 572,21 Euro brutto.

Der Gebührenrahmen reicht nach der Anmerkung zu Nr. 2300 VV RVG von 0,5 bis 2,5; bei durchschnittlichem Umfang und durchschnittlicher Schwierigkeit gilt 1,3 als Regelsatz, den der Rechner oben verwendet.

Nur bei umfangreichen oder besonders schwierigen Angelegenheiten darf der Anwalt mehr als 1,3 ansetzen. Kommt es anschließend zur Klage, wird die Geschäftsgebühr teilweise auf die Verfahrensgebühr angerechnet.

Ist die Geschäftsgebühr auf die Verfahrensgebühr anzurechnen?

Ja: Nach Vorbemerkung 3 Absatz 4 VV RVG wird eine bereits entstandene Geschäftsgebühr zur Hälfte, höchstens aber mit einem Satz von 0,75, auf die Verfahrensgebühr des anschließenden Gerichtsverfahrens angerechnet.

Bei einem Gegenstandswert von 5.000 Euro beträgt die Geschäftsgebühr 460,85 Euro netto; wird anschließend geklagt, mindert sich die Verfahrensgebühr von 460,85 Euro um die Hälfte der vorherigen Gebühr, höchstens um 0,75 der Tabellengebühr.

Wer also erst außergerichtlich mahnen lässt und danach klagt, zahlt nicht die volle Summe beider Gebühren doppelt.

Der Rechner oben bildet beide Phasen getrennt ab und zeigt die jeweilige Gebühr ohne diese Anrechnung, weil sie vom konkreten Einzelfall abhängt.

Lass dir die Anrechnung in der Kostennote vom Anwalt konkret ausweisen, bevor du die Rechnung begleichst, insbesondere wenn beide Rechnungen vom selben Anwalt stammen.

Gibt es schon eine RVG-Tabelle für 2026?

Nein, eine eigenständige RVG-Tabelle für 2026 existiert nicht. Die aktuell gültige Gebührentabelle in Anlage 2 RVG stammt aus dem KostBRAG 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 109) und gilt unverändert seit dem 1. Juni 2025 weiter, auch im Jahr 2026.

Die Tabellengebühr für einen Gegenstandswert von 5.000 Euro liegt seit dieser Reform bei 354,50 Euro, rund 6 Prozent über dem vorherigen Stand von 334 Euro.

Eine neue Anhebung ist mit Stand Oktober 2026 nicht angekündigt; zwischen der vorherigen Reform 2021 und der Novelle 2025 lagen rund vier Jahre. Wer nach „RVG-Rechner 2026“ sucht, erhält hier also weiterhin die seit Juni 2025 gültigen Werte.

Prüfe vor einer Berechnung trotzdem das Datum der Mandatserteilung: Für Mandate vor dem 1. Juni 2025 gelten noch die niedrigeren Gebühren aus der Fassung von 2021.

Was bedeutet ein Gegenstandswert von 5.000 Euro für die Anwaltsgebühren?

Ein Gegenstandswert von 5.000 Euro führt nach Anlage 2 RVG zu einer Tabellengebühr von 354,50 Euro, die als Basis für alle weiteren Gebühren dient.

Außergerichtlich beträgt die Geschäftsgebühr dann 1,3 mal 354,50 Euro, also 460,85 Euro netto, zuzüglich 20 Euro Auslagen und 19 Prozent Umsatzsteuer gleich 572,21 Euro brutto.

Im gerichtlichen Verfahren erster Instanz fallen stattdessen eine Verfahrensgebühr von 460,85 Euro und eine Terminsgebühr von 425,40 Euro an, zusammen 1.078,44 Euro brutto.

Der Gegenstandswert ist nicht der eingeklagte Betrag selbst, sondern der wirtschaftliche Wert der Angelegenheit; bei einer Geldforderung sind beide meist identisch.

Setze den eigenen Betrag oben als Gegenstandswert ein, um die konkrete Gebühr zu sehen. Bei Unsicherheit über den richtigen Wert, etwa bei nichtvermögensrechtlichen Streitigkeiten, sollte ein Anwalt den Gegenstandswert verbindlich einschätzen.

Was darf ein Anwalt für ein Erstberatungsgespräch verlangen?

Für eine erste Beratung darf ein Rechtsanwalt gegenüber Verbrauchern nach § 34 Abs. 1 Satz 3 RVG höchstens 190 Euro netto verlangen, also 226,10 Euro brutto mit 19 Prozent Umsatzsteuer.

Ohne abweichende Vereinbarung gilt für die Erstberatung ein angemessener Gebührenrahmen, den der Anwalt nach billigem Ermessen bestimmt; viele Kanzleien setzen für eine einfache Erstberatung deutlich weniger an, etwa 80 bis 150 Euro netto.

Diese Deckelung gilt ausdrücklich nur für Verbraucher und nur für die erste Beratung, nicht für die anschließende Vertretung: Mandatiert man den Anwalt danach mit der Sache selbst, greifen die regulären Gebühren nach Gegenstandswert, wie sie der Rechner oben berechnet.

Vereinbare den Preis der Erstberatung vorab schriftlich, damit keine Unklarheit über die anfallenden Kosten entsteht, besonders wenn ein höheres Honorar als 190 Euro verlangt wird.

Wann fällt eine Einigungsgebühr an und wie hoch ist sie?

Die Einigungsgebühr entsteht, wenn sich die Parteien durch Vergleich oder ein anderes Anerkenntnis über den Streitgegenstand einigen, und beträgt außergerichtlich 1,5 der Tabellengebühr (Nr. 1000 VV RVG) beziehungsweise im gerichtlichen Verfahren 1,0 (Nr. 1003 VV RVG).

Bei 10.000 Euro Gegenstandswert und einer Tabellengebühr von 652 Euro macht die gerichtliche Einigungsgebühr 652 Euro aus; zusammen mit Verfahrensgebühr, Terminsgebühr und Auslagen steigen die Gesamtkosten von 1.963,50 Euro ohne Einigung auf 2.739,38 Euro brutto mit Einigung.

Trotz der höheren Einzelrechnung lohnt sich die Einigung häufig, weil sie weitere Instanzen mit zusätzlichen Gebühren vermeidet. Aktiviere im Rechner oben das Feld „Einigung erzielt“, um die Mehrkosten für den eigenen Gegenstandswert zu sehen.

Eine Einigung kann in jeder Verfahrensphase erfolgen, auch noch während der Berufung.

Wie unterscheiden sich Anwaltskosten in erster Instanz und in der Berufung?

In der Berufung steigt die Verfahrensgebühr von 1,3 auf 1,6 der Tabellengebühr, während die Terminsgebühr bei 1,2 bleibt (Nr. 3200/3202 VV RVG).

Bei 5.000 Euro Gegenstandswert und Einigung ergibt das in der Berufung 1.753,41 Euro brutto statt 2.739,38 Euro in erster Instanz bei 10.000 Euro — die Beispiele sind wegen des höheren Werts in der Instanz nicht direkt vergleichbar, zeigen aber denselben Mechanismus: Jede weitere Instanz erzeugt eigene, vollständige Gebühren zusätzlich zur vorherigen Instanz.

Wer in erster Instanz verliert und Berufung einlegt, zahlt also die Kosten beider Instanzen zusammen, nicht nur die Differenz. Das erhöht das Kostenrisiko eines Rechtsstreits erheblich, besonders bei hohen Streitwerten.

Wähle im Rechner oben „Berufung“, um die Kosten der zweiten Instanz separat zu berechnen, und prüfe vor einer Berufung die Erfolgsaussichten sorgfältig.

Hinweise

Wie lassen sich Anwaltskosten nach RVG senken?

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Die Gebühren steigen nicht linear mit dem Gegenstandswert: Bei 5.000 Euro beträgt die Tabellengebühr 354,50 Euro, bei 25.000 Euro nur 927 Euro, also weniger als das Dreifache trotz fünffachem Wert. Der größte Kostenhebel ist die Verfahrensart.

Außergerichtliche Vertretung bei 5.000 Euro kostet 572,21 Euro brutto, ein Berufungsverfahren bei 25.000 Euro dagegen 3.112,56 Euro. Eine Einigung verteuert das einzelne Verfahren, kann aber Folgeinstanzen mit höheren Gebühren ersparen.

Die Geschäftsgebühr wird bei anschließender Klage teilweise auf die Verfahrensgebühr angerechnet, sodass man nicht die volle Summe beider Phasen zahlt.

Anwendung

RVG-Gebühren in der Praxis: Mahnung und Klage Schritt für Schritt berechnet

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Ein Handwerker fordert 5.000 Euro für eine unbezahlte Rechnung. Sein Anwalt mahnt zunächst außergerichtlich. Geschäftsgebühr: 1,3 × 354,50 = 460,85 Euro. Auslagenpauschale: 20 Euro. Netto: 480,85 Euro. Umsatzsteuer: 91,36 Euro. Brutto: 572,21 Euro.

Bleibt die Zahlung aus, klagt der Anwalt vor dem Amtsgericht.

Im Gerichtsverfahren mit 10.000 Euro Gegenstandswert und erfolgreicher Einigung fallen Verfahrensgebühr (847,60 Euro), Terminsgebühr (782,40 Euro), Einigungsgebühr (652 Euro) und 20 Euro Auslagen an: 2.302 Euro netto, 2.739,38 Euro brutto.

Fallstricke

Häufige Fehler bei der RVG-Gebührenberechnung

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Erster Fehler: Streitwert und Gegenstandswert verwechseln. Der Streitwert wird vom Gericht festgesetzt, der Gegenstandswert ergibt sich aus dem wirtschaftlichen Interesse.

Beide stimmen oft überein, können aber abweichen. Zweiter Fehler: Die Einigungsgebühr als reine Mehrkosten betrachten. Sie erhöht zwar die Rechnung im laufenden Verfahren, vermeidet aber häufig eine teurere Berufung.

Bei 10.000 Euro kostet die Einigung 652 Euro zusätzlich, eine Berufung bei 25.000 Euro dagegen 3.112,56 Euro brutto. Dritter Fehler: Die Auslagenpauschale und Umsatzsteuer vergessen.

Diese Posten machen bei 5.000 Euro Gegenstandswert zusammen 111,36 Euro aus, fast ein Viertel der Geschäftsgebühr.

Nächster Schritt

RVG-Rechner: Anwaltskosten im Überblick

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der RVG-Rechner berechnet Anwaltskosten nach der aktuellen Gebührentabelle in Anlage 2 RVG (KostBRAG 2025).

Gib den Gegenstandswert ein und wähle zwischen außergerichtlicher Vertretung, erster Instanz und Berufung, um alle Gebührenposten aufgeschlüsselt zu sehen.

Bei 5.000 Euro Gegenstandswert und außergerichtlicher Vertretung ohne Einigung betragen die Kosten 572,21 Euro brutto. Im Berufungsverfahren mit 25.000 Euro steigen sie auf 3.112,56 Euro.

Alle Berechnungen basieren auf der Gebührentabelle Stand KostBRAG 2025 und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.

Vertiefung

RVG-Gebühren-Beispiele nach Gegenstandswert

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Tabellengebühr 652 Euro | Verfahrensgebühr (1,3) 847,60 Euro | Terminsgebühr (1,2) 782,40 Euro | Einigungsgebühr (1,0) 652 Euro | Auslagenpauschale 20 Euro | Anwalt netto 2.302 Euro | Umsatzsteuer 437,38 Euro | Anwalt brutto 2.739,38 Euro

Zivilklage 1. Instanz 10.000 Euro mit Einigung

Gegenstandswert
10.000 Euro
Modus
Erste Instanz
Einigung
Ja

Beispiel 2 · Mittel · Tabellengebühr 927 Euro | Verfahrensgebühr (1,6) 1.483,20 Euro | Terminsgebühr (1,2) 1.112,40 Euro | Auslagenpauschale 20 Euro | Anwalt netto 2.615,60 Euro | Umsatzsteuer 496,96 Euro | Anwalt brutto 3.112,56 Euro

Berufungsverfahren 25.000 Euro ohne Einigung

Gegenstandswert
25.000 Euro
Modus
Berufung
Einigung
Nein

Beispiel 3 · Komplex · Tabellengebühr 1.556 Euro | Verfahrensgebühr (1,3) 2.022,80 Euro | Terminsgebühr (1,2) 1.867,20 Euro | Auslagenpauschale 20 Euro | Anwalt netto 3.910 Euro | Umsatzsteuer 742,90 Euro | Anwalt brutto 4.652,90 Euro

Hoher Streitwert 70.000 Euro in erster Instanz

Gegenstandswert
70.000 Euro
Modus
Erste Instanz
Einigung
Nein

Beispiel 4 · Komplex · Tabellengebühr 2.912 Euro | Verfahrensgebühr (1,3) 3.785,60 Euro | Terminsgebühr (1,2) 3.494,40 Euro | Auslagenpauschale 20 Euro | Anwalt netto 7.300 Euro | Umsatzsteuer 1.387 Euro | Anwalt brutto 8.687 Euro

Sehr hoher Streitwert 300.000 Euro in erster Instanz

Gegenstandswert
300.000 Euro
Modus
Erste Instanz
Einigung
Nein

Beispiel 5 · Komplex · Tabellengebühr 51,50 Euro | Geschäftsgebühr (1,3) 66,95 Euro | Auslagenpauschale 20 Euro | Anwalt netto 86,95 Euro | Umsatzsteuer 16,52 Euro | Anwalt brutto 103,47 Euro

Mindestgebühr bei Gegenstandswert 500 Euro

Gegenstandswert
500 Euro
Modus
Außergerichtlich
Einigung
Nein

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  • Tabelle mit Auszug aus der RVG-Gebührentabelle Anlage 2 für ausgewählte Gegenstandswerte von 1.000 bis 500.000 Euro mit zugehöriger 1,0-Gebühr und 1,3-Gebühr nach KostBRAG 2025. Bei 5.000 Euro Gegenstandswert beträgt die 1,0-Gebühr 354,50 Euro und die 1,3-Geschäftsgebühr 460,85 Euro.

    RVG Anlage 2 – Gebührentabelle (Auszug)

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    <a href="https://rechner-portal.de/finanzen/recht-gebuehren/rvg-rechner">
      <img src="https://rechner-portal.de/images/finanzen/rvg-gebuehrentabelle-auszug.svg"
           alt="Tabelle mit Auszug aus der RVG-Gebührentabelle Anlage 2 für ausgewählte Gegenstandswerte von 1.000 bis 500.000 Euro mit zugehöriger 1,0-Gebühr und 1,3-Gebühr nach KostBRAG 2025. Bei 5.000 Euro Gegenstandswert beträgt die 1,0-Gebühr 354,50 Euro und die 1,3-Geschäftsgebühr 460,85 Euro."
           width="760" height="420">
    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/finanzen/recht-gebuehren/rvg-rechner">RVG Anlage 2 – Gebührentabelle (Auszug) auf Rechner-Portal</a></p>

    Textbaustein für die Bildunterschrift

    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/finanzen/recht-gebuehren/rvg-rechner
  • Drei Spalten zeigen die anfallenden RVG-Gebührenarten je Modus: außergerichtlich fällt die Geschäftsgebühr VV 2300 mit Satz 1,3 an, in der 1. Instanz Verfahrensgebühr VV 3100 mit 1,3 plus Terminsgebühr VV 3104 mit 1,2, in der Berufung Verfahrensgebühr VV 3200 mit 1,6 plus Terminsgebühr VV 3202 mit 1,2. Optional kommt in allen Modi eine Einigungsgebühr hinzu: VV 1000 mit 1,5 außergerichtlich, VV 1003 mit 1,0 in der 1. Instanz, VV 1004 mit 1,3 in der Berufung.

    RVG-Gebührenarten nach Tätigkeitsart

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    <a href="https://rechner-portal.de/finanzen/recht-gebuehren/rvg-rechner">
      <img src="https://rechner-portal.de/images/finanzen/rvg-gebuehrenarten-modus.svg"
           alt="Drei Spalten zeigen die anfallenden RVG-Gebührenarten je Modus: außergerichtlich fällt die Geschäftsgebühr VV 2300 mit Satz 1,3 an, in der 1. Instanz Verfahrensgebühr VV 3100 mit 1,3 plus Terminsgebühr VV 3104 mit 1,2, in der Berufung Verfahrensgebühr VV 3200 mit 1,6 plus Terminsgebühr VV 3202 mit 1,2. Optional kommt in allen Modi eine Einigungsgebühr hinzu: VV 1000 mit 1,5 außergerichtlich, VV 1003 mit 1,0 in der 1. Instanz, VV 1004 mit 1,3 in der Berufung."
           width="760" height="400">
    </a>
    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/finanzen/recht-gebuehren/rvg-rechner">RVG-Gebührenarten nach Tätigkeitsart auf Rechner-Portal</a></p>

    Textbaustein für die Bildunterschrift

    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/finanzen/recht-gebuehren/rvg-rechner

Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Dies ist keine Rechtsberatung. Der Rechner zeigt gesetzliche Mindestgebühren nach RVG. Tatsächliche Kosten können durch Honorarvereinbarungen, Prozesskostenhilfe oder Rechtsschutzversicherung abweichen.

Quelle: Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) Anlage 2 und Vergütungsverzeichnis, Stand KostBRAG 2025

Stand: 2026-10-02

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
02. Oktober 2026
Fachbereich
Finanzen / Recht & Gebühren
Formeln basieren auf
Gebührenberechnung nach RVG Anlage 2 und Vergütungsverzeichnis (VV RVG), Stand KostBRAG 2025
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). RVG-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/finanzen/recht-gebuehren/rvg-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. RVG-Rechner. Available at: https://rechner-portal.de/finanzen/recht-gebuehren/rvg-rechner

Werbestatus

Mögliche Werbung hat keinen Einfluss auf Rechenweg, Ergebnis oder Priorisierung dieses Rechners.