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Churn-Rate berechnen: Kündigungsquote, Retention und CLV

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Kurzantwort

Der Churn-Rate-Rechner teilt die verlorenen Kunden durch den Kundenbestand zu Periodenbeginn und liefert Retention, Umrechnung auf Monat, Quartal und Jahr, die erwartete Kundendauer und den Kundenwert. Bei 1.000 Kunden und 50 Abgängen im Monat liegt die Churn-Rate bei 5,00 Prozent, auf ein Jahr gerechnet bei 45,96 Prozent, die Kundendauer bei 20 Monaten und der Kundenwert bei 800 Euro (50 Euro ARPU, 80 Prozent Marge). Im Modus Umsatz-Churn berechnet er aus dem wiederkehrenden Monatsumsatz den Gross Revenue Churn und die Net Revenue Retention. Die Ergebnisse sind eine Planungshilfe und setzen eine gleichbleibende Abwanderung je Periode voraus.

Churn-Rate berechnen: Kunden zu Periodenbeginn und verlorene Kunden eingeben, Retention

Kilian AchatzFachredaktion Finanzen
Geprüft: Review-Team Finanzen (Sept. 2026)Stand:

Überblick

Churn-Rate berechnen: Formel, Retention, Kundendauer und Umsatz-Churn

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Die Churn-Rate (auch Kündigungsquote oder Kundenabwanderung genannt) gibt an, welcher Anteil deiner Kunden in einer Periode verloren geht. Bei 1.000 Kunden zu Periodenbeginn und 50 Abgängen im Monat beträgt sie 5,00 Prozent.

Die Retention-Rate, der Anteil der gehaltenen Kunden, liegt dann bei 95,00 Prozent; beide ergeben zusammen immer 100 Prozent. Wichtiger ist, was aus ihr folgt.

Aus 5 Prozent je Monat werden im Jahr nicht 60, sondern 45,96 Prozent, weil jeden Monat nur noch der verbliebene Kundenbestand abwandern kann.

Ein Kunde bleibt bei dieser Rate im Mittel 20 Monate, und bei 50 Euro Umsatz je Kunde und 80 Prozent Marge ist er 800 Euro wert (Kundenwert oder Customer Lifetime Value, CLV).

Der Rechner richtet sich an Anbieter von Abos und Mitgliedschaften, an Software- und Onlineshops mit wiederkehrenden Käufen sowie an Selbstständige mit Dauerkunden.

Er rechnet Monat, Quartal und Jahr ineinander um und trennt auf Wunsch den Kunden-Churn vom Umsatz-Churn: Der wiederkehrende Monatsumsatz (MRR) kann schrumpfen, obwohl kaum ein Kunde geht, zum Beispiel durch Downgrades.

So beantwortet er, wie lange Kunden bleiben und ob Neukunden die Abgänge ausgleichen.

Eingaben

Bestand, Abgänge und Periode richtig eintragen

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Zuerst legst du fest, was du berechnen möchtest: Kunden-Churn oder Umsatz-Churn. Im Modus Kunden-Churn trägst du die Kunden zu Periodenbeginn und die in der Periode verlorenen Kunden ein.

Gezählt werden zahlende Kunden am ersten Tag der Periode. Verloren sind Kunden, die gekündigt haben oder deren Vertrag nicht verlängert wurde. Wer in derselben Periode gewonnen und wieder verloren wurde, gehört weder zum Bestand noch zu den Abgängen.

Mehr Abgänge als Anfangsbestand weist der Rechner mit einem Hinweis ab. Neukunden beeinflussen die Churn-Rate nicht; sie erscheinen nur im Endbestand und im Netto-Wachstum.

Die Periode legt fest, ob deine Zahlen für einen Monat, ein Quartal oder ein Jahr gelten. Für den Kundenwert gibst du den Umsatz je Kunde und Monat (ARPU) und die Bruttomarge an. Fehlt eines von beiden, entfällt der CLV.

Im Modus Umsatz-Churn brauchst du den MRR zu Periodenbeginn, den verlorenen MRR, die Downgrades und die Expansion, alle netto. Einen Bestand von 0 sperrt der Rechner, weil sich ohne Kunden keine Abwanderung messen lässt.

Berechnung

Churn-Formel: von der Abwanderung zu Jahreswert und Kundenwert

Verstehe den Formelweg.

Die Berechnung läuft in sechs Schritten. Erstens: Churn-Rate c = verlorene Kunden ÷ Kunden zu Periodenbeginn, hier 50 ÷ 1.000 = 5,00 Prozent.

Zweitens: Retention = 1 − c = 95,00 Prozent. Drittens: Periodenumrechnung über die Retention, denn c_Jahr = 1 − (1 − c_Monat)^12 ergibt hier 1 − 0,95^12 = 45,96 Prozent; für ein Quartal steht der Exponent 3 und das Ergebnis lautet 14,26 Prozent.

Umgekehrt gilt c_Monat = 1 − (1 − c_Jahr)^(1/12); 40 Prozent im Jahr sind demnach 4,17 Prozent je Monat. Viertens: erwartete Kundendauer = 1 ÷ c Perioden, also 1 ÷ 0,05 = 20 Monate.

Fünftens: CLV = ARPU × Marge ÷ c_Monat = 50 × 0,80 ÷ 0,05 = 800 Euro. Sechstens: Im Umsatzmodus ist der Gross Revenue Churn = (verlorener MRR + Downgrades) ÷ MRR zu Beginn und die Net Revenue Retention = (MRR − Verlust + Expansion) ÷ MRR zu Beginn.

Die Potenzrechnung folgt aus der Annahme, dass jeder Kunde in jeder Periode mit derselben Wahrscheinlichkeit abwandert (Fader und Hardie, 2006).

Nach t Perioden sind dann noch (1 − c)^t des Bestands übrig, und die mittlere Kundendauer ist genau 1 ÷ c. Sie gibt an, wie viele Perioden ein Kunde im Mittel zahlt, die erste eingeschlossen.

Wählst du Quartal oder Jahr, zeigt der Rechner die Dauer in diesen Perioden und zusätzlich in Monaten, weil sich beide Werte wegen der Potenzrechnung nicht einfach ineinander umrechnen lassen.

Prozentwerte erscheinen mit zwei Nachkommastellen, Euro-Beträge auf den Cent; der Endbestand Beginn − verloren + neu geht exakt auf. Rechenweg der Churn-Rate: 50 verlorene von 1000 Kunden ergeben 5,00 Prozent je Monat, 45,96 Prozent je Jahr, 20 Monate Kundendauer und 800 Euro Kundenwert

Churn-Rate c gleich Verlorene V durch Bestand B mal 100; Jahreswert J gleich 1 minus 1 minus c durch 100 hoch 12; Dauer D gleich 100 durch c; Kundenwert K gleich A mal m durch c.
Churn-Rate = verlorene Kunden geteilt durch Kunden zu Periodenbeginn; der Jahreswert potenziert die Retention hoch 12, die Kundendauer ist 100 geteilt durch die Monatsrate in Prozent und der Kundenwert ARPU mal Marge geteilt durch die Monatsrate (Gabler Wirtschaftslexikon; Fader/Hardie 2006).

Nachschlagen

Monats-Churn in Jahres-Churn umrechnen: Tabelle von 1 bis 10 Prozent

Die Tabelle zeigt, was eine monatliche Churn-Rate über Quartal und Jahr bedeutet. Die Werte stammen aus derselben Rechenfunktion wie der Rechner oben; der Kundenwert rechnet mit 50 Euro Umsatz je Kunde und Monat und 80 Prozent Bruttomarge.

Churn-Rate je Quartal und je Jahr, erwartete Kundendauer in Monaten und Kundenwert (CLV in Euro) nach monatlicher Churn-Rate, bei 50 Euro ARPU und 80 Prozent Marge
Churn-Rate je MonatChurn-Rate je QuartalChurn-Rate je JahrErwartete Kundendauer (Monate)Kundenwert CLV (€)
1 %2,97 %11,36 %100,004.000,00
2 %5,88 %21,53 %50,002.000,00
3 %8,73 %30,62 %33,331.333,33
4 %11,53 %38,73 %25,001.000,00
5 %14,26 %45,96 %20,00800,00
6 %16,94 %52,41 %16,67666,67
8 %22,13 %63,23 %12,50500,00
10 %27,10 %71,76 %10,00400,00

Beispiel: 5 Prozent je Monat ergeben 45,96 % je Jahr, nicht 60 Prozent. Die Umrechnung potenziert die Retention (1 − Churn hoch Monate) und setzt eine gleichbleibende Abwanderung voraus. Der Kundenwert ist ARPU mal Marge geteilt durch die Monats-Churn-Rate, ohne Abzinsung.

Jahres-Churn in Monats-Churn umrechnen: Tabelle von 10 bis 60 Prozent

Wer nur Jahreszahlen kennt, findet hier die Monats- und Quartalswerte. Die Spalte Kundendauer in Jahren gilt für Verträge, die nur zum Jahresende enden; die Spalte in Monaten für jederzeit kündbare Verträge.

Churn-Rate je Monat und je Quartal sowie erwartete Kundendauer in Monaten und in Jahren nach jährlicher Churn-Rate
Churn-Rate je JahrChurn-Rate je MonatChurn-Rate je QuartalErwartete Kundendauer (Monate, monatlich kündbar)Erwartete Kundendauer (Jahre, Jahresverträge)
10 %0,87 %2,60 %114,4010,00
20 %1,84 %5,43 %54,285,00
30 %2,93 %8,53 %34,153,33
40 %4,17 %11,99 %23,992,50
50 %5,61 %15,91 %17,822,00
60 %7,35 %20,47 %13,601,67

Beispiel: 40 Prozent im Jahr entsprechen 4,17 % je Monat, nicht 3,33 Prozent (40 geteilt durch 12). Berechnet mit dem Rechner oben.

Expertenmodus

Häufige Fragen zur Churn-Rate und zur Net Revenue Retention

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Wie berechne ich die Churn-Rate?

Teile die in der Periode verlorenen Kunden durch die Kunden zu Periodenbeginn. Bei 1.000 Kunden am Monatsersten und 50 Kündigungen bis zum Monatsende ergibt das 5,00 Prozent. Die Retention-Rate ist der Rest auf 100 Prozent, hier 95,00 Prozent.

Wichtig ist der Nenner: Er enthält nur Kunden, die schon am ersten Tag der Periode zahlten. Wer im Monat gewonnen wurde, erscheint weder im Nenner noch unter den Abgängen, selbst wenn er noch im selben Monat wieder kündigt.

Auch der Zeitraum muss zu den Zahlen passen: Monatsabgänge gehören zum Monatsbestand, Jahresabgänge zum Jahresbestand. Ob 5,00 Prozent viel oder wenig sind, hängt vom Vertragsmodell ab.

Sinnvoll ist der Blick auf die Folgen: Auf ein Jahr gerechnet verliert dieser Bestand 45,96 Prozent seiner Kunden, und ein Kunde bleibt im Mittel 20 Monate.

Rechne deshalb stets zusätzlich die Jahreszahl aus, bevor du Ziele für das Wachstum festlegst.

Wie rechne ich Monats-Churn in Jahres-Churn um?

Rechne über die Retention und nicht mit 12. Die Formel lautet: Jahres-Churn = 1 − (1 − Monats-Churn) hoch 12. Bei 5 Prozent je Monat sind das 1 − 0,95 hoch 12 = 45,96 Prozent, nicht 60 Prozent.

Der Grund: Von Monat zu Monat schrumpft der Bestand, in dem noch jemand kündigen kann.

Weitere Werte: 1 Prozent je Monat entspricht 11,36 Prozent im Jahr, 2 Prozent entsprechen 21,53 Prozent, 3 Prozent entsprechen 30,62 Prozent und 10 Prozent entsprechen 71,76 Prozent.

Der umgekehrte Weg funktioniert mit der zwölften Wurzel: 40 Prozent im Jahr entsprechen 4,17 Prozent je Monat, wer 40 durch 12 teilt, erhält fälschlich 3,33 Prozent.

Für Quartale steht in der Formel der Exponent 3; aus 5 Prozent je Monat werden 14,26 Prozent je Quartal. Der Rechner nimmt diese Umrechnung ab, sobald du die Länge der Periode wählst.

Wie lange bleibt ein Kunde bei 5 Prozent Churn?

Im Mittel 20 Monate, also 1 geteilt durch 0,05. Der Wert folgt aus der Annahme, dass jeder Kunde in jedem Monat mit derselben Wahrscheinlichkeit kündigt (Fader und Hardie, 2006).

Bei 2 Prozent sind es 50 Monate, bei 1 Prozent 100 Monate, bei 10 Prozent nur 10 Monate. Mittelwert heißt nicht, dass jeder Kunde 20 Monate bleibt: Viele kündigen früh, wenige bleiben sehr lange.

Liegen deine Zahlen als Jahreswert vor, rechnet der Rechner sie zuerst auf den Monat um. Aus 40 Prozent je Jahr werden so 23,99 Monate, während 1 geteilt durch 0,40 zweieinhalb Jahre ergibt.

Der Unterschied entsteht, weil Jahresverträge nur zum Jahresende enden, Monatsverträge aber jederzeit. Beide Angaben stehen im Ergebnis.

Nimm die Dauer für Jahresverträge in Perioden, für Monatsverträge in Monaten und prüfe vorher in den Vertragsbedingungen, ob dein Tarif tatsächlich jeden Monat kündbar ist.

Welchen Kundenwert (CLV) ergibt meine Churn-Rate?

Multipliziere den Umsatz je Kunde und Monat mit der Bruttomarge und teile durch die monatliche Churn-Rate. Bei 50 Euro ARPU, 80 Prozent Marge und 5 Prozent Churn sind das 50 × 0,80 ÷ 0,05 = 800 Euro.

Das ist der Deckungsbeitrag, den ein Kunde bis zur Kündigung im Mittel bringt. Die Rate wirkt stark: Bei 2 Prozent steigt der Wert auf 2.000 Euro, bei 10 Prozent fällt er auf 400 Euro.

Benutze nie eine Jahres-Churn-Rate mit dem Monats-ARPU, denn 40 ÷ 0,4596 ergibt nur 87,03 Euro und unterschätzt den Wert um den Faktor 9.

Die Rechnung kommt ohne Abzinsung aus und rechnet mit gleichbleibendem ARPU; sie ist daher eine Obergrenze für Verträge mit langer Laufzeit.

Stelle den Kundenwert den Kosten für die Gewinnung eines Kunden gegenüber, bevor du Werbebudget freigibst, und prüfe das Ergebnis bei einer um die Hälfte höheren Churn-Rate.

Zählen Neukunden in die Churn-Rate?

Nein, Neukunden stehen weder im Nenner noch im Zähler. Die Churn-Rate misst nur, wie viele der Kunden vom Periodenbeginn bis zum Ende gegangen sind.

Nimmst du die 80 Neukunden eines Monats in den Nenner auf, teilst du 50 durch 1.080 und erhältst 4,63 Prozent statt 5,00 Prozent. Das Ergebnis wirkt dann besser, als es ist.

Neukunden zeigt der Rechner getrennt: Aus 1.000 Kunden, 50 Abgängen und 80 Neukunden werden 1.030 Kunden am Periodenende, ein Netto-Wachstum von 3,00 Prozent.

Beide Zahlen brauchst du, denn das Wachstum kann hoch sein, obwohl die Abwanderung hoch ist; es lässt sich nur durch teure Werbung halten. Manche Abrechnungstools nehmen den durchschnittlichen Bestand als Nenner. Dann weichen die Werte leicht ab.

Lege eine Definition fest, dokumentiere sie und bleibe über die ganze Zeitreihe dabei, damit Vergleiche über mehrere Quartale und Jahre stimmen und niemand Äpfel mit Birnen vergleicht.

Kann die Net Revenue Retention über 100 Prozent liegen?

Ja, wenn die Expansion den Verlust übersteigt. Beispiel: 100.000 Euro MRR zu Periodenbeginn, 4.000 Euro durch Kündigungen verloren, 1.000 Euro durch Downgrades, 7.000 Euro Mehrumsatz durch Upgrades.

Der Gross Revenue Churn beträgt (4.000 + 1.000) ÷ 100.000 = 5,00 Prozent, die Net Revenue Retention (100.000 − 5.000 + 7.000) ÷ 100.000 = 102,00 Prozent. Der Bestand wächst dann um 2.000 Euro, ohne dass ein Neukunde nötig ist.

Der Gross Revenue Churn kann dagegen nie unter 0 und nur bis 100 Prozent steigen, weil Expansion ihn nicht senkt.

Beachte, dass die Expansion nur von Kunden stammen darf, die schon am Periodenbeginn zahlten, sonst vermischst du Neukunden mit Bestandskunden.

Eine NRR über 100 Prozent kann auch mit sinkender Kundenzahl einhergehen; prüfe deshalb zusätzlich den Kunden-Churn aus demselben Zeitraum, am besten im selben Rechner und mit denselben Stichtagen, und halte beide Werte nebeneinander fest.

Welche Churn-Rate ist für mein Abo zu hoch?

Eine feste Grenze gibt es nicht, aber du kannst die Schwelle für dein Geschäft berechnen: Der Kundenwert muss über den Kosten für einen Neukunden liegen. Der Kundenwert ist ARPU × Marge ÷ monatliche Churn-Rate.

Bei 50 Euro ARPU und 80 Prozent Marge verdient ein Kunde 40 Euro im Monat.

Kostet ein Neukunde 400 Euro, ist die Schwelle bei 10 Prozent Churn je Monat erreicht, denn dort ist der Kundenwert genau 400 Euro; jede höhere Rate macht den Kunden zum Verlustgeschäft. Bei 5 Prozent bleiben 800 Euro, also das Doppelte der Kosten.

Fixkosten und Abzinsung sind darin nicht berücksichtigt, plane deshalb einen Sicherheitsabstand ein. Zusätzlich zählt das Netto-Wachstum: Schrumpft der Bestand, weil weniger Neukunden kommen als gehen, hilft auch ein hoher Kundenwert nicht.

Branchenwerte aus Blogs dienen höchstens zur Orientierung, denn sie stammen aus anderen Preisklassen, Vertragsmodellen und Zielgruppen als deinem Geschäft.

Warum zeigt mein Abrechnungstool eine andere Churn-Rate?

Meist liegt es am Nenner oder am Zeitraum. Dieser Rechner teilt durch den Bestand zu Periodenbeginn: 50 Abgänge bei 1.000 Kunden sind 5,00 Prozent.

Manche Tools und Lehrbücher nehmen den durchschnittlichen Bestand der Periode (Gabler Wirtschaftslexikon). Bei 1.000 Kunden am Anfang und 1.030 am Ende wäre das 1.015 und die Quote 4,93 Prozent.

Weitere Ursachen: Das Tool zählt Kunden, die im selben Monat kamen und gingen, mit; es rechnet Pausierungen oder gescheiterte Zahlungen als Abgang oder gar nicht; es nutzt Kalendermonate statt Abrechnungszyklen.

Vergleiche daher zuerst die Zählregeln, danach die Zahlen. Passt der Wert einer Auswertung nicht, rechne mit den Rohdaten nach: Bestand am ersten Tag, Kündigungen im Zeitraum.

Halte die Definition schriftlich fest, damit alle im Team dieselbe Zahl meinen, wenn von Churn gesprochen wird, und hinterlege die Zählregeln am besten direkt neben der Auswertung im Berichtsordner.

Hinweise

Churn-Rate auswerten: Jahreswert, Kundenwert und Netto-Wachstum

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Lies zuerst die Jahreszahl, nicht die Monatszahl. Im Standardfall stehen 5,00 Prozent je Monat für einen Verlust von 45,96 Prozent des Bestands in zwölf Monaten.

Wer 1.000 Kunden halten will, muss im Jahr also rund 460 neu gewinnen, nur um nicht zu schrumpfen. Mit 80 Neukunden je Monat gelingt das knapp: Der Bestand wächst um 30 auf 1.030 Kunden, das sind 3,00 Prozent Netto-Wachstum.

Prüfe danach den Kundenwert. Er reagiert stark auf die Churn-Rate: Bei 2 Prozent je Monat ist ein Kunde 2.000 Euro wert, bei 5 Prozent 800 Euro, bei 10 Prozent nur noch 400 Euro.

Die Kosten für die Gewinnung eines Kunden müssen deutlich unter diesem Wert liegen, sonst ist jeder Neukunde ein Verlustgeschäft.

Achte außerdem auf die Periode: Ein Quartalswert von 10,00 Prozent klingt harmlos, entspricht aber 3,45 Prozent je Monat und 34,39 Prozent im Jahr.

Vergleiche eigene Werte nur mit Zahlen, die dieselbe Periodenlänge und denselben Nenner (Bestand zu Periodenbeginn) nutzen, auch bei Branchenwerten aus Studien.

Die Grafik zeigt, wie schnell kleine Monatswerte zu großen Jahreswerten werden. Monatliche Churn-Rate von 1, 2, 3, 5 und 10 Prozent und der Jahreswert: 11,36, 21,53, 30,62, 45,96 und 71,76 Prozent Im Umsatzmodus vergleichst du Gross Revenue Churn und NRR: Bei 5,00 und 102,00 Prozent wächst der Bestand ohne Neukunden um 2.000 Euro, obwohl 5.000 Euro verloren gehen.

Vergleiche Werte nur bei gleicher Periode. Wie viele Besucher zu Kunden werden, rechnet der Conversion-Rate-Rechner.

Anwendung

Churn-Beispiel: Lern-App senkt die Kündigungen im Quartal

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Eine Lern-App mit Monatsabo zählt am Quartalsanfang 2.000 zahlende Nutzer. Im Quartal kündigen 200, 150 Nutzer kommen neu hinzu. Der Umsatz je Nutzer liegt bei 12 Euro im Monat, die Bruttomarge bei 75 Prozent.

Ein neuer Nutzer kostet 90 Euro in der Werbung. Eingaben im Rechner: Kunden-Churn, 2.000 Kunden, 200 verlorene Kunden, 150 Neukunden, Quartal, 12 Euro ARPU, 75 Prozent Marge.

Ergebnis: Churn-Rate 10,00 Prozent je Quartal, Retention 90,00 Prozent, 3,45 Prozent je Monat und 34,39 Prozent je Jahr. Ein Nutzer bleibt im Mittel 28,98 Monate und ist 260,79 Euro wert.

Der Bestand sinkt auf 1.950 Kunden (−2,50 Prozent), weil 150 Neukunden die 200 Abgänge nicht ausgleichen. Die Entscheidung: Die 90 Euro Werbekosten liegen weit unter dem Kundenwert von 260,79 Euro, die Werbung lohnt also.

Das Problem ist die Abwanderung. Gelingt es, die Quartals-Churn-Rate auf 8,00 Prozent zu drücken (160 Abgänge), steigt die Kundendauer auf 36,48 Monate und der Kundenwert auf 328,33 Euro, ein Plus von 67,54 Euro je Kunde.

Jede Maßnahme gegen Kündigungen, die weniger als diese 67,54 Euro je Kunde kostet, rechnet sich. Ohne Maßnahme muss die App je Quartal 200 Nutzer ersetzen, um den Bestand zu halten, das sind bei 90 Euro Werbekosten 18.000 Euro.

Mit 160 Abgängen sinkt der Bedarf auf 14.400 Euro, also 3.600 Euro weniger je Quartal. Praxisfall Lern-App: 10 Prozent Churn je Quartal, 28,98 Monate Kundendauer, Kundenwert 260,79 Euro; bei 8 Prozent Churn 36,48 Monate und 328,33 Euro

Fallstricke

Churn-Rate berechnen: Fehler bei Periode, Nenner und Kundenwert

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der erste Fehler ist, die Monatszahl mit 12 zu multiplizieren. 5 Prozent Churn je Monat ergeben nicht 60, sondern 45,96 Prozent im Jahr, denn von den 95 Prozent Retention bleiben nach zwölf Monaten nur 0,95 hoch 12.

Ebenso falsch ist es, einen Jahreswert von 40 Prozent durch 12 zu teilen: richtig sind 4,17 Prozent je Monat, nicht 3,33. Der zweite Fehler nimmt die Neukunden in den Nenner.

Wer 50 Abgänge durch 1.080 statt durch 1.000 Kunden teilt, kommt auf 4,63 Prozent statt 5,00 Prozent und rechnet die Abwanderung schön. Der dritte Fehler mischt die Perioden im Kundenwert.

Mit dem Jahreswert 45,96 Prozent und dem Monats-ARPU ergeben sich 50 × 0,80 ÷ 0,4596 = 87,03 Euro statt 800 Euro. ARPU und Churn-Rate müssen dieselbe Periode haben. Der vierte Fehler setzt Kunden-Churn mit Umsatz-Churn gleich.

Gehen 50 von 1.000 Kunden (5 Prozent), zahlten aber nur 40 statt 50 Euro, verlieren sie 2.000 von 50.000 Euro MRR, also 4,00 Prozent. Und verwechsle null Abgänge nicht mit unendlicher Kundendauer: Bei 0 Prozent ist die Dauer nicht definiert.

Auch im Umsatzmodus entsteht eine Doppelzählung: Wer einen Wechsel von 100 auf 60 Euro sowohl als Kündigung als auch als Downgrade einträgt, bucht den Verlust zweimal.

Nächster Schritt

Churn-Rate auf einen Blick: Jahreswert prüfen, Kundenwert vergleichen

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Churn-Rate-Rechner, ein Werkzeug für Abo-Anbieter, teilt die verlorenen Kunden durch den Bestand zu Periodenbeginn, rechnet das Ergebnis über die Retention auf Monat, Quartal und Jahr um und leitet daraus Kundendauer und Kundenwert ab.

Im Umsatzmodus zeigt er Gross Revenue Churn und Net Revenue Retention. Rechne dabei immer mit Zahlen derselben Periode und multipliziere nie Monatswerte mit 12. Als nächsten Schritt vergleichst du den Kundenwert mit den Kosten für einen Neukunden.

Wie viele Besucher kaufen, zeigt die Conversion-Rate, ob Anzeigen sich tragen, der ROAS-Rechner. Die Rendite einer Maßnahme gegen Kündigungen liefert der ROI-Rechner. Wer als Verbraucher wissen will, was seine eigenen Abos kosten, nutzt den Abo-Kosten-Rechner.

Die Ergebnisse sind Planungshilfen und gelten nur, solange die Abwanderung je Periode ungefähr gleich bleibt. Miss quartalsweise und lass Definition und Zählweise unverändert, damit die Zeitreihe vergleichbar bleibt.

Vertiefung

Churn-Rechenbeispiele: Monat, Quartal, Jahr und Umsatz-Churn

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Churn-Rate 10,00 % | Churn je Quartal 27,10 % | Churn je Jahr 71,76 % | Kundendauer 10 Monate | Kundenwert (CLV) 400 € | Kunden am Periodenende 980

100 von 1.000 Kunden gehen im Monat

Was möchtest du berechnen?
Kunden-Churn (Kundenzahlen, Kundendauer, CLV)
Kunden zu Periodenbeginn
1.000 Kunden
Verlorene Kunden in der Periode
100 Kunden
Neukunden in der Periode
80 Kunden

Weitere 3 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 2 · Mittel · Churn-Rate 5,00 % je Quartal | Churn je Monat 1,70 % | Churn je Jahr 18,55 % | Kundendauer 58,99 Monate (20 Quartale) | Kundenwert (CLV) 2.359,54 € | Kunden am Periodenende 5.050

5.000 Kunden, 250 Abgänge im Quartal

Was möchtest du berechnen?
Kunden-Churn (Kundenzahlen, Kundendauer, CLV)
Kunden zu Periodenbeginn
5.000 Kunden
Verlorene Kunden in der Periode
250 Kunden
Neukunden in der Periode
300 Kunden

Weitere 3 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 3 · Komplex · Churn-Rate 20,00 % je Jahr | Churn je Monat 1,84 % | Churn je Quartal 5,43 % | Kundendauer 54,28 Monate (5 Jahre) | Kundenwert (CLV) 2.171,14 € | Kunden am Periodenende 950

200 von 1.000 Kunden gehen im Jahr

Was möchtest du berechnen?
Kunden-Churn (Kundenzahlen, Kundendauer, CLV)
Kunden zu Periodenbeginn
1.000 Kunden
Verlorene Kunden in der Periode
200 Kunden
Neukunden in der Periode
150 Kunden

Weitere 3 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 4 · Komplex · Churn-Rate 10,00 % je Quartal | Churn je Monat 3,45 % | Churn je Jahr 34,39 % | Kundendauer 28,98 Monate | Kundenwert (CLV) 260,79 € | Kunden am Periodenende 1.950

Lern-App mit 2.000 Nutzern und 200 Kündigungen im Quartal

Was möchtest du berechnen?
Kunden-Churn (Kundenzahlen, Kundendauer, CLV)
Kunden zu Periodenbeginn
2.000 Kunden
Verlorene Kunden in der Periode
200 Kunden
Neukunden in der Periode
150 Kunden

Weitere 3 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 5 · Komplex · Gross Revenue Churn 5,00 % | Gross Revenue Retention 95,00 % | Net Revenue Retention 102,00 % | MRR-Verlust 5.000 € | MRR am Periodenende 102.000 €

Umsatz-Churn bei 100.000 Euro MRR

Was möchtest du berechnen?
Umsatz-Churn (MRR, Net Revenue Retention)
MRR zu Periodenbeginn
100.000 €
Verlorener MRR durch Kündigungen
4.000 €
MRR-Verlust durch Downgrades
1.000 €

Weitere 1 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 6 · Komplex · Gross Revenue Churn 4,00 % | Gross Revenue Retention 96,00 % | Net Revenue Retention 96,00 % | MRR-Verlust 2.000 € | MRR am Periodenende 48.000 €

Kleine Kunden gehen, der Umsatz sinkt weniger

Was möchtest du berechnen?
Umsatz-Churn (MRR, Net Revenue Retention)
MRR zu Periodenbeginn
50.000 €
Verlorener MRR durch Kündigungen
2.000 €
MRR-Verlust durch Downgrades
0 €

Weitere 1 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

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  • Rechenweg der Churn-Rate: 50 Abgänge von 1000 Kunden ergeben 5,00 Prozent je Monat, Retention 95,00 Prozent, Jahreswert 45,96 Prozent, Kundendauer 20 Monate und Kundenwert 800 Euro bei 50 Euro ARPU und 80 Prozent Marge

    Rechenweg der Churn-Rate bei 1.000 Kunden und 50 Abgängen im Monat

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           alt="Rechenweg der Churn-Rate: 50 Abgänge von 1000 Kunden ergeben 5,00 Prozent je Monat, Retention 95,00 Prozent, Jahreswert 45,96 Prozent, Kundendauer 20 Monate und Kundenwert 800 Euro bei 50 Euro ARPU und 80 Prozent Marge"
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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/finanzen/selbststaendigkeit/churn-rate-rechner">Rechenweg der Churn-Rate bei 1.000 Kunden und 50 Abgängen im Monat auf Rechner-Portal</a></p>

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  • Balkendiagramm: Monatliche Churn-Rate von 1, 2, 3, 5 und 10 Prozent entspricht 11,36, 21,53, 30,62, 45,96 und 71,76 Prozent im Jahr; die Faustformel 5 mal 12 gleich 60 Prozent ist falsch

    Monatliche Churn-Rate und der Jahreswert im Vergleich

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           alt="Balkendiagramm: Monatliche Churn-Rate von 1, 2, 3, 5 und 10 Prozent entspricht 11,36, 21,53, 30,62, 45,96 und 71,76 Prozent im Jahr; die Faustformel 5 mal 12 gleich 60 Prozent ist falsch"
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  • Praxisfall Lern-App: Bei 10 Prozent Churn je Quartal bleibt ein Nutzer 28,98 Monate und ist 260,79 Euro wert; bei 8 Prozent sind es 36,48 Monate und 328,33 Euro, ein Plus von 67,54 Euro je Kunde

    Praxisfall Lern-App: 10 Prozent gegen 8 Prozent Churn je Quartal

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Quelle: Churn-Rate und Retention nach Gabler Wirtschaftslexikon, konstante Abwanderungswahrscheinlichkeit und erwartete Kundendauer 1/c nach Fader/Hardie (2006/2007), Gross Revenue Churn nach gängiger MRR-Definition (ChurnZero), CLV als Marge je Kunde geteilt durch Churn, Stand 2026

Stand: 2026-10-09

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
09. Oktober 2026
Fachbereich
Finanzen / Selbstständigkeit
Formeln basieren auf
Angewandte Finanzmathematik und dokumentierte Vergleichsszenarien
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Churn-Rate-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/finanzen/selbststaendigkeit/churn-rate-rechner

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Churn-Rate-Rechner. Available at: https://rechner-portal.de/finanzen/selbststaendigkeit/churn-rate-rechner

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