Überblick
Lagerzinsen berechnen: Lagerzinssatz, Lagerdauer und Umschlagshäufigkeit
Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.
Lagerzinsen sind die Zinskosten des Kapitals, das in Waren im Lager steckt. Wer Ware vorhält, hat Geld gebunden, das sonst Zinsen brächte oder einen Kredit verkleinerte.
Der Handel rechnet diese entgangenen Zinsen als kalkulatorische Kosten. Der Lagerzinssatz sagt, wie viel Prozent des Warenwerts die Zinsen während der durchschnittlichen Lagerdauer ausmachen: Lagerzinssatz = Jahreszinssatz × Lagerdauer ÷ 360.
Je kürzer die Ware im Lager liegt, desto weniger Kapital ist gebunden und desto niedriger fallen die Lagerzinsen aus. Deshalb gelten Umschlagshäufigkeit und Lagerdauer im Handel als Maß dafür, wie wirtschaftlich ein Lager arbeitet.
Der Rechner geht den ganzen Weg, den Aufgaben der kaufmännischen Ausbildung im Handel verlangen; Umschlagshäufigkeit und Lagerdauer stehen als Inhalte im Rahmenlehrplan für Kaufleute im Einzelhandel (Lernfeld 7).
Aus Anfangs- und Endbestand entsteht der durchschnittliche Lagerbestand, daraus ergibt sich mit dem Wareneinsatz die Umschlagshäufigkeit, daraus die durchschnittliche Lagerdauer, dann der Lagerzinssatz und zuletzt die Lagerzinsen.
Mit 40.000 € Anfangsbestand, 60.000 € Endbestand, 600.000 € Wareneinsatz und 6 % Marktzins sind das 50.000 € Durchschnittsbestand, zwölf Umschläge im Jahr, 30 Tage Lagerdauer, 0,5 % Lagerzinssatz und 250 € Lagerzinsen.
In Lehrbüchern und Lösungen stehen zwei Lesarten nebeneinander: die Lagerzinsen für die durchschnittliche Lagerdauer (250 €) und die Kapitalbindungskosten für das ganze Jahr (3.000 €, das sind 50.000 € × 6 %).
Der Rechner nennt beide, damit du die Zahl findest, nach der deine Aufgabe fragt. Er richtet sich an Auszubildende im Einzel- und Großhandel, an Kalkulierende und an Händler, die wissen wollen, was ihr Lager an Zinsen kostet.
Wer ein Lager führt, steht zwischen zwei Risiken: Zu wenig Ware bedeutet entgangene Verkäufe, zu viel Ware bedeutet gebundenes Kapital, Platzbedarf und Wertverlust.
Die Lagerzinsen machen das zweite Risiko in Euro sichtbar und lassen sich über Bestellmenge, Lieferzeit und Lagerdauer gezielt beeinflussen.