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Immobilienbewertung: Ertrags-, Sach- und Vergleichswert berechnen

ImmobilienStand Noch keine Bewertung
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Kurzantwort

Dieser Rechner schätzt den Verkehrswert einer Immobilie nach den drei normierten Bewertungsverfahren der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV 2021): Ertragswertverfahren für vermietete Objekte, Sachwertverfahren für selbstgenutzte Objekte und Vergleichswertverfahren bei ausreichender Datenbasis. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte – kein Ersatz für ein Verkehrswertgutachten.

Immobilienbewertung online: Verkehrswert

Kilian AchatzFachredaktion Immobilien
Geprüft: Review-Team Immobilien (Sept. 2026)Stand:

Überblick

Was ist der Immobilienbewertung?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Wer eine Immobilie kaufen, verkaufen oder beleihen will, braucht eine belastbare Schätzung ihres Verkehrswerts — und die Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV 2021) normiert dafür drei Verfahren: Ertragswertverfahren (§ 27-34) für vermietete Objekte, Sachwertverfahren (§ 35-39) für selbstgenutzte Gebäude und Vergleichswertverfahren (§ 24-26), wenn ausreichende Marktdaten vorliegen. Dieser Rechner bildet alle drei Verfahren in einem einzigen Werkzeug ab und zeigt den geschätzten Verkehrswert sofort nach Eingabe der Objektdaten an.

Das Ertragswertverfahren leitet den Gebäudewert aus dem nachhaltig erzielbaren Mietertrag ab: Die Jahresnettokaltmiete wird um Bewirtschaftungskosten gemindert, die Bodenwertverzinsung abgezogen und der verbleibende Gebäudereinertrag mit dem Vervielfältiger kapitalisiert.

Der Bodenwert wird separat addiert. Das Sachwertverfahren schätzt den Wert über die Herstellungskosten: Normalherstellungskosten je Quadratmeter mal Wohnfläche ergibt den Herstellungswert, abzüglich linearer Alterswertminderung plus Bodenwert.

Das Vergleichswertverfahren multipliziert Fläche mit dem Quadratmeterpreis vergleichbarer Objekte aus der Kaufpreissammlung.

Der Rechner richtet sich an Kaufinteressierte, Eigentümer und Kapitalanleger, die eine erste Einschätzung des Verkehrswerts benötigen — kein Ersatz für ein Verkehrswertgutachten nach § 194 BauGB. Drei Bewertungsverfahren: Ertragswert 165.795 €, Sachwert 262.000 €, Vergleichswert 350.000 €

Eingaben

Immobilienwert berechnen: Diese Angaben brauchst du

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Der Rechner benötigt je nach Bewertungsverfahren drei bis sechs Angaben: Bewertungsverfahren (Ertragswert für vermietete Objekte, Sachwert für selbstgenutzte, Vergleichswert bei vorhandenen Marktdaten), beim Ertragswert Jahresnettokaltmiete, Bewirtschaftungskosten, Liegenschaftszinssatz, Restnutzungsdauer und Bodenwert, beim Sachwert Wohnfläche, Herstellungskosten, Gebäudealter, Gesamtnutzungsdauer und Bodenwert, beim Vergleichswert Wohn-/Nutzfläche und Vergleichs-m²-Preis. Die Eingabefelder passen sich dem gewählten Verfahren automatisch an.

Beim Ertragswertverfahren gibst du Jahresnettokaltmiete, Bewirtschaftungskostenanteil in Prozent (typisch 20-30 %), Liegenschaftszinssatz aus der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses, Restnutzungsdauer in Jahren und Bodenwert ein.

Beim Sachwertverfahren trägst du Wohnfläche in Quadratmetern, Herstellungskosten je Quadratmeter (NHK 2010, typisch 1.400-2.500 Euro), Gebäudealter, Gesamtnutzungsdauer und Bodenwert ein.

Beim Vergleichswertverfahren reichen Wohn-/Nutzfläche und der Vergleichs-Quadratmeterpreis aus der Kaufpreissammlung. Den Liegenschaftszinssatz und den Bodenrichtwert liefert der zuständige Gutachterausschuss der Gemeinde.

Die Restnutzungsdauer schätzt du aus Baujahr und Modernisierungsstand. Typische Fehler: Liegenschaftszins aus fremdem Markt, zu hohe Miete (Spitzenmiete statt nachhaltig erzielbare), Bewirtschaftungskosten unter 20 Prozent.

Praxisfälle

Immobilienwert berechnen: Typische Anwendungsfälle

Sieben häufig gesuchte Situationen rund um Immobilienbewertung, Hauswert und Verkehrswert, jeweils mit den Rechner-Eingaben und dem nachgerechneten Ergebnis.

  1. Immobilienbewertung kostenlos: Ertragswert für ein vermietetes Mehrfamilienhaus

    „Wie berechne ich den Immobilienwert für ein vermietetes Haus kostenlos?“

    Eingabe
    Bewertungsverfahren: Ertragswertverfahren, Jahresnettokaltmiete 12.000 €, Bewirtschaftungskosten 25 %, Liegenschaftszinssatz 5 %, Restnutzungsdauer 40 Jahre, Bodenwert 80.000 €
    Ergebnis
    Verkehrswert 165.795 €, Vervielfältiger 17,16, Bodenwertanteil 48 % — ohne Anmeldung und ohne Kosten direkt im Browser berechnet.

    Ertragswert-Rechner

  2. Hauswert ermitteln: Sachwert für ein 120-m²-Einfamilienhaus

    „Wie ermittle ich den Hauswert meines selbstgenutzten Einfamilienhauses?“

    Eingabe
    Bewertungsverfahren: Sachwertverfahren, Wohnfläche 120 m², Herstellungskosten 1.800 €/m², Gebäudealter 20 Jahre, Gesamtnutzungsdauer 80 Jahre, Bodenwert 100.000 €
    Ergebnis
    Verkehrswert 262.000 € (Herstellungswert 216.000 €, Alterswertminderung 25 %, Zeitwert Gebäude 162.000 €).
  3. Immobilienwert berechnen: Vergleichswert für eine 100-m²-Eigentumswohnung

    „Wie berechne ich den Immobilienwert einer Eigentumswohnung aus Vergleichspreisen?“

    Eingabe
    Bewertungsverfahren: Vergleichswertverfahren, Wohn-/Nutzfläche 100 m², Vergleichs-m²-Preis 3.500 €/m²
    Ergebnis
    Verkehrswert 350.000 € — am zuverlässigsten, wenn der m²-Preis aus der Kaufpreissammlung des örtlichen Gutachterausschusses stammt.
  4. Verkehrswert berechnen bei niedrigem Zins: 471.834 € statt 165.795 €

    „Wie stark verändert der Liegenschaftszins den berechneten Verkehrswert?“

    Eingabe
    Bewertungsverfahren: Ertragswertverfahren, Jahresnettokaltmiete 24.000 €, Bewirtschaftungskosten 20 %, Liegenschaftszinssatz 3,5 %, Restnutzungsdauer 50 Jahre, Bodenwert 120.000 €
    Ergebnis
    Verkehrswert 471.834 €, Vervielfältiger 23,46, Bodenwertanteil 25 % — derselbe Mietertrag-Typ, aber niedrigerer Zins und längere Restnutzungsdauer heben den Wert deutlich an.
  5. NHK 2010: Herstellungskosten für ein freistehendes Einfamilienhaus nachschlagen

    „Welche Normalherstellungskosten (NHK 2010) gelten für mein Haus?“

    Eingabe
    Referenztabelle nach Gebäudeart und Standardstufe 1 bis 5 (Anlage 24 BewG), kein Rechner-Input nötig
    Ergebnis
    Freistehendes Einfamilienhaus im mittleren Standard (Stufe 3): 835 €/m² Brutto-Grundfläche zum Preisstand 2010 — vollständige Tabelle in der Referenztabelle auf dieser Seite.
  6. Verkehrswertgutachten Kosten: 1.500 bis 3.500 €

    „Was kostet ein Verkehrswertgutachten und wann brauche ich eines?“

    Eingabe
    Kein Rechner-Input — amtlicher Richtwert für Gutachterhonorare nach Objektwert und Umfang
    Ergebnis
    Kosten typischerweise 1.500 bis 3.500 €; für Bankbeleihung, Erbauseinandersetzung, Scheidungsverfahren und steuerliche Bewertungen meist vorgeschrieben (§ 194 BauGB).
  7. Vereinfachtes Ertragswertverfahren § 200 BewG: nicht für Immobilien

    „Ist das vereinfachte Ertragswertverfahren nach § 200 BewG dasselbe wie hier?“

    Eingabe
    Kein Rechner-Input — Abgrenzung zweier Bewertungssysteme
    Ergebnis
    Nein: § 200 BewG regelt die Unternehmensbewertung. Die steuerliche Immobilienbewertung läuft über §§ 184-188 BewG (Ertragswert) bzw. §§ 189-191 BewG (Sachwert); dieser Rechner bildet die zivilrechtliche Verkehrswertermittlung nach ImmoWertV ab.

Berechnung

Verkehrswert berechnen: Formel je Verfahren

Verstehe den Formelweg.

Das Ertragswertverfahren berechnet: Reinertrag = Jahresnettokaltmiete mal (1 minus Bewirtschaftungskostenanteil in Prozent). Bodenwertverzinsung = Bodenwert mal Liegenschaftszinssatz.

Gebäudereinertrag = Reinertrag minus Bodenwertverzinsung (mindestens 0). Vervielfältiger = (1 minus (1 + p) hoch minus n) geteilt durch p, wobei p der Liegenschaftszinssatz und n die Restnutzungsdauer ist.

Gebäudeertragswert = Gebäudereinertrag mal Vervielfältiger. Ertragswert = Gebäudeertragswert plus Bodenwert.

Beispiel mit Voreinstellung: 12.000 Euro Jahresnettokaltmiete, 25 Prozent Bewirtschaftungskosten, 5 Prozent Liegenschaftszins, 40 Jahre Restnutzungsdauer, 80.000 Euro Bodenwert ergibt Reinertrag 9.000 Euro, Bodenwertverzinsung 4.000 Euro, Gebäudereinertrag 5.000 Euro, Vervielfältiger 17,16 und Ertragswert 165.795 Euro.

Beim Sachwertverfahren gilt: Herstellungswert = Fläche mal NHK pro Quadratmeter. Alterswertminderung = Alter geteilt durch Gesamtnutzungsdauer. Zeitwert = Herstellungswert mal (1 minus Alterswertminderung). Sachwert = Zeitwert plus Bodenwert.

Beispiel: 120 Quadratmeter, 1.800 Euro NHK, 20 Jahre alt bei 80 Jahren Gesamtnutzung, 100.000 Euro Bodenwert ergibt Sachwert 262.000 Euro.

Beim Vergleichswert wird Fläche mal Quadratmeterpreis gerechnet: 100 Quadratmeter mal 3.500 Euro ergibt 350.000 Euro. Ertragswertverfahren Schritt für Schritt: Reinertrag 9.000 € minus 4.000 € Bodenverzinsung mal 17,16 plus 80.000 € = 165.795 €

Formel für die Immobilienbewertung: Ertragswert aus Reinertrag, Bodenwert, Liegenschaftszins und Vervielfältiger nach ImmoWertV.
Ertragswertberechnung nach §§ 27-34 ImmoWertV 2021. Der Gebäudereinertrag wird mit dem Barwertfaktor kapitalisiert und zum Bodenwert addiert.

Nachschlagen

Vervielfältiger-Tabelle: Rentenbarwertfaktor nach Restnutzungsdauer und Liegenschaftszins

Der Vervielfältiger (Rentenbarwertfaktor) kapitalisiert den Gebäudereinertrag im Ertragswertverfahren nach ImmoWertV 2021. Er wird aus Liegenschaftszinssatz (p) und Restnutzungsdauer (n) berechnet: V = (1 − (1 + p)⁻ⁿ) / p. Je niedriger der Zins und je länger die Restnutzungsdauer, desto höher der Vervielfältiger und damit der Gebäudeertragswert.

Vervielfältiger (Rentenbarwertfaktor) nach Restnutzungsdauer und Liegenschaftszinssatz
Restnutzungsdauer3 %4 %5 %6 %7 %8 %
10 Jahre8,538,117,727,367,026,71
20 Jahre14,8813,5912,4611,4710,599,82
30 Jahre19,6017,2915,3713,7612,4111,26
40 Jahre23,1119,7917,1615,0513,3311,92
50 Jahre25,7321,4818,2615,7613,8012,23
60 Jahre27,6822,6218,9316,1614,0412,38
70 Jahre29,1223,3919,3416,3814,1612,44
80 Jahre30,2023,9219,6016,5114,2212,47

Typische Liegenschaftszinssätze (ImmoWertV 2021, § 14): Wohnimmobilien 1,5–3,5 %, gemischt genutzte Immobilien 3,0–5,0 %, Gewerbeimmobilien 4,5–6,5 %. Den marktüblichen Wert veröffentlicht der örtliche Gutachterausschuss. Restnutzungsdauer = verbleibende wirtschaftliche Nutzungsdauer (Neubau typisch 60–80 Jahre, abzüglich Gebäudealter, ggf. verlängert durch Modernisierung). Der Vervielfältiger der Voreinstellung (5 %, 40 Jahre) beträgt 17,16. Quelle: Barwertformel nach § 20 ImmoWertV 2021.

NHK 2010: Normalherstellungskosten für das Sachwertverfahren

Die Normalherstellungskosten 2010 (NHK 2010) sind die amtliche Ausgangsgröße für den Herstellungswert im Sachwertverfahren (§ 36 ImmoWertV bzw. § 190 BewG, Anlage 24 BewG). Sie geben die Baukosten je Quadratmeter Brutto-Grundfläche zum Preisstand 2010 an, gestaffelt nach Gebäudeart und Standardstufe 1 (einfach) bis 5 (stark gehoben). Für die Bewertung zum aktuellen Stichtag werden sie mit dem Baupreisindex des Statistischen Bundesamts auf das Bewertungsjahr hochgerechnet – der Rechner übernimmt diese Anpassung nicht automatisch, weshalb das Eingabefeld 'Herstellungskosten je m²' bereits den marktangepassten Wert erwartet.

Normalherstellungskosten 2010 (NHK 2010) nach Gebäudeart und Standardstufe, in €/m² Brutto-Grundfläche (Preisstand 2010, Anlage 24 BewG)
GebäudeartStandard 1 (einfach)Standard 2Standard 3 (mittel)Standard 4Standard 5 (gehoben)
Freistehendes Einfamilienhaus655 €725 €835 €1.005 €1.260 €
Freistehendes Zweifamilienhaus688 €761 €877 €1.055 €1.323 €
Doppel-/Reihenendhaus615 €685 €785 €945 €1.180 €
Reihenmittelhaus575 €640 €735 €885 €1.105 €
Mehrfamilienhaus (bis 6 WE)650 €720 €825 €985 €1.190 €
Mehrfamilienhaus (7–20 WE)600 €665 €765 €915 €1.105 €
Mehrfamilienhaus (> 20 WE)590 €655 €755 €900 €1.090 €

Standardstufe 3 gilt als mittlerer, marktüblicher Ausstattungsstandard (Vollwärmeschutz, Zentralheizung, zeitgemäße Sanitärausstattung); Standardstufe 1 entspricht einer sehr einfachen, Standardstufe 5 einer stark gehobenen Ausstattung. Die Werte sind Brutto-Grundfläche (BGF), nicht Wohnfläche – die BGF liegt bei Wohngebäuden meist 25–35 % über der Wohnfläche. Für den Rechner werden die NHK-2010-Werte mit dem aktuellen Baupreisindex (Destatis, Fachserie 17) auf den Bewertungsstichtag hochgerechnet, bevor sie als 'Herstellungskosten je m²' eingegeben werden. Quelle: Anlage 24 zu § 190 BewG (identisch mit der Sachwertrichtlinie-Tabelle für ImmoWertV-Bewertungen), gesetze-im-internet.de.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Immobilienbewertung

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Wie berechne ich den Immobilienwert online und kostenlos?

Dieser Rechner schätzt den Verkehrswert direkt im Browser, ohne Anmeldung, E-Mail-Adresse oder Registrierung — anders als bei vielen Banken- und Maklerportalen, die eine Kontaktaufnahme voraussetzen.

Wähle zuerst das passende Verfahren (Ertragswert, Sachwert oder Vergleichswert), trage die Objektdaten ein und der geschätzte Verkehrswert erscheint sofort.

Bei der Voreinstellung für ein vermietetes Objekt (12.000 Euro Jahresnettokaltmiete, 25 Prozent Bewirtschaftungskosten, 5 Prozent Liegenschaftszins, 40 Jahre Restnutzungsdauer, 80.000 Euro Bodenwert) liefert das Ertragswertverfahren 165.795 Euro.

Die Berechnung basiert ausschließlich auf deinen Eingaben und den drei normierten Verfahren der ImmoWertV 2021 — es werden keine Daten an Dritte weitergegeben oder gespeichert.

Wähle das Ertragswertverfahren für eine vermietete Immobilie, das Sachwertverfahren für ein selbstgenutztes Haus und das Vergleichswertverfahren, wenn dir Vergleichspreise aus der Kaufpreissammlung vorliegen.

Nutze das Ergebnis als erste Orientierung vor einem Verkaufsgespräch oder einer Finanzierungsanfrage; für eine rechtsverbindliche Wertfeststellung, etwa gegenüber einer Bank oder dem Finanzamt, bleibt ein Gutachten nach § 194 BauGB erforderlich.

Welches Bewertungsverfahren passt zu meiner Immobilie?

Die ImmoWertV 2021 normiert drei Verfahren, die sich an Nutzungsart und Datenlage orientieren.

Das Ertragswertverfahren (§ 27-34) eignet sich für vermietete Objekte wie Mehrfamilienhäuser, Gewerbegebäude und Büros, weil es den Wert aus dem nachhaltig erzielbaren Mietertrag ableitet.

Das Sachwertverfahren (§ 35-39) wird bei selbstgenutzten Objekten wie Einfamilienhäusern eingesetzt, weil dort kein oder kein marktgerechter Mietertrag vorliegt und der Gebäudewert über die Herstellungskosten abzüglich Alterswertminderung geschätzt wird.

Das Vergleichswertverfahren (§ 24-26) liefert die zuverlässigsten Ergebnisse, wenn genügend Vergleichstransaktionen aus der Kaufpreissammlung des örtlichen Gutachterausschusses vorliegen — typisch bei Eigentumswohnungen in städtischen Lagen mit hohem Transaktionsvolumen.

In der Praxis wendet ein Sachverständiger oft zwei Verfahren parallel an und gewichtet die Ergebnisse. Der Rechner bildet alle drei Verfahren in einem Werkzeug ab, sodass du die Ergebnisse direkt vergleichen kannst.

Beginne im Zweifelsfall mit dem Ertragswertverfahren für vermietete Objekte und dem Sachwertverfahren für eigengenutzte — der Vergleich beider Ergebnisse zeigt, ob Rendite oder Substanz den Marktwert prägt.

Wie kann ich den Hauswert meines Einfamilienhauses ermitteln?

Für ein selbstgenutztes Einfamilienhaus wählst du im Rechner das Sachwertverfahren (§ 35-39 ImmoWertV) — das Standardverfahren, weil dort kein marktgerechter Mietertrag vorliegt.

Es berechnet den Gebäudewert über die Herstellungskosten je Quadratmeter (NHK 2010) abzüglich linearer Alterswertminderung und addiert den Bodenwert aus Bodenrichtwert mal Grundstücksfläche.

Bei der Voreinstellung — 120 Quadratmeter Wohnfläche, 1.800 Euro NHK pro Quadratmeter, 20 Jahre Gebäudealter bei 80 Jahren Gesamtnutzungsdauer und 100.000 Euro Bodenwert — ergibt sich ein Herstellungswert von 216.000 Euro, eine Alterswertminderung von 25 Prozent, ein Zeitwert von 162.000 Euro und ein Sachwert von 262.000 Euro.

Die Gesamtnutzungsdauer hängt vom Gebäudetyp ab: Anlage 22 BewG nennt für Einfamilienhäuser typisch 70 bis 100 Jahre. Banken setzen den Beleihungswert häufig bei 70 bis 90 Prozent des ermittelten Sachwerts an.

Trage Wohnfläche, Herstellungskosten, Gebäudealter, Gesamtnutzungsdauer und Bodenwert ein — ein professionelles Gutachten ergänzt zusätzlich einen Marktanpassungsfaktor, den dieser Rechner nicht enthält.

Was ist der Liegenschaftszinssatz und wo finde ich den richtigen Wert?

Der Liegenschaftszinssatz ist der Kapitalisierungszinssatz, mit dem der Reinertrag einer Immobilie in einen Barwert umgerechnet wird.

Er wird nicht theoretisch abgeleitet, sondern statistisch aus tatsächlichen Kaufpreisen und Erträgen am jeweiligen Markt durch den zuständigen Gutachterausschuss ermittelt und im Grundstücksmarktbericht veröffentlicht.

Für Wohnimmobilien in gefragten Großstadtlagen liegt er häufig unter 3 Prozent, in B-Städten zwischen 3 und 5 Prozent, für Gewerbeimmobilien noch darüber.

Der Liegenschaftszins ist die einflussreichste Größe im Ertragswertverfahren: Schon 0,5 Prozentpunkte Unterschied können den Ertragswert um 8 bis 15 Prozent verschieben — je niedriger der Ausgangszins und je länger die Restnutzungsdauer, desto stärker der Effekt.

Den aktuellen Wert für dein Grundstücksmarktgebiet erhältst du beim Gutachterausschuss der Gemeinde, oft als Download gegen eine geringe Gebühr oder telefonisch.

Ein Liegenschaftszins aus einem anderen Markt oder einer anderen Immobilientyp-Kategorie macht das Ergebnis unbrauchbar — verwende deshalb immer den Wert aus dem Grundstücksmarktbericht des jeweiligen Standorts.

Wie berechnet der Rechner den Verkehrswert im Ertragswertverfahren?

Der Verkehrswert wird im Ertragswertverfahren in fünf Schritten berechnet. Erstens: Reinertrag gleich Jahresnettokaltmiete mal (1 minus Bewirtschaftungskostenanteil).

Zweitens: Bodenwertverzinsung gleich Bodenwert mal Liegenschaftszinssatz — dieser Betrag wird vom Reinertrag abgezogen, damit die Verzinsung des Grund und Bodens nicht doppelt einfließt.

Drittens: Gebäudereinerertrag gleich Reinertrag minus Bodenwertverzinsung, mindestens null.

Viertens: Vervielfältiger gleich (1 minus (1 plus p) hoch minus n) geteilt durch p, wobei p der Liegenschaftszins und n die Restnutzungsdauer ist — bei 5 Prozent Zins und 40 Jahren Restnutzungsdauer beträgt er 17,16, bei 3 Prozent und 40 Jahren steigt er auf 23,11.

Fünftens: Verkehrswert gleich Gebäudereinerertrag mal Vervielfältiger plus Bodenwert.

Bei der Voreinstellung ergibt das: 12.000 Euro Miete, 25 Prozent Bewirtschaftungskosten, 5 Prozent Liegenschaftszins, 40 Jahre Restnutzungsdauer und 80.000 Euro Bodenwert führen zu einem Verkehrswert von 165.795 Euro, wovon 48 Prozent auf den Bodenwert entfallen.

Ändere den Liegenschaftszins bewusst probeweise um 0,5 Prozentpunkte, um die Sensitivität des eigenen Ergebnisses einzuschätzen.

Welche Normalherstellungskosten (NHK 2010) setzt der Rechner für das Sachwertverfahren an?

Die Normalherstellungskosten 2010 (NHK 2010, Anlage 24 BewG) sind die amtliche Ausgangsgröße für den Herstellungswert im Sachwertverfahren und werden nach Gebäudeart und Standardstufe 1 bis 5 unterschieden.

Für ein freistehendes Einfamilienhaus im mittleren Standard (Stufe 3) liegt der Wert bei 835 Euro je Quadratmeter Brutto-Grundfläche, für ein Mehrfamilienhaus mit bis zu 6 Wohneinheiten bei 825 Euro — die vollständige Tabelle mit allen Standardstufen findest du in der Referenztabelle auf dieser Seite.

Diese Werte gelten zum Preisstand 2010 und müssen mit dem aktuellen Baupreisindex des Statistischen Bundesamts auf den Bewertungsstichtag hochgerechnet werden, bevor du sie als Eingabe nutzt — der Rechner selbst nimmt diese Anpassung nicht automatisch vor.

In der Praxis liegen marktangepasste Herstellungskosten je nach Baujahr und Standard meist zwischen 1.400 und 2.500 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, weil die Brutto-Grundfläche typischerweise 25 bis 35 Prozent über der Wohnfläche liegt.

Nutze für eine belastbare Eingabe den Wert deines Gutachterausschusses oder eines aktuellen Baukostenindex statt der reinen 2010er-Tabellenwerte.

Ist das vereinfachte Ertragswertverfahren nach § 200 BewG dasselbe wie hier?

Nein — das ist eine häufige Verwechslung. § 200 BewG regelt das vereinfachte Ertragswertverfahren zur Unternehmensbewertung, nicht zur Immobilienbewertung.

Für die steuerliche Bewertung bebauter Grundstücke, etwa bei Erbschaft- oder Schenkungsteuer, wendet das Finanzamt stattdessen die §§ 184 bis 188 BewG (Ertragswertverfahren) beziehungsweise §§ 189 bis 191 BewG (Sachwertverfahren) an — eigene, vom Zivilrecht losgelöste Vorschriften des Bewertungsgesetzes.

Dieser Rechner bildet dagegen die Verkehrswertermittlung nach der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV 2021, §§ 24-39) ab, wie sie im Grundstücksverkehr, bei Bankfinanzierungen und vor Gericht üblich ist.

Beide Systeme folgen einer ähnlichen Rechenlogik (Reinertrag mal Vervielfältiger plus Bodenwert), verwenden aber unterschiedliche Vervielfältiger, Liegenschaftszinssätze und Rundungsregeln, sodass die Ergebnisse voneinander abweichen können.

Für eine steuerliche Bewertung, etwa im Rahmen einer Erbschaft, ist deshalb die Berechnung des zuständigen Finanzamts oder eines Steuerberaters maßgeblich, nicht das Ergebnis dieses Rechners.

Prüfe deshalb vor jeder Verwendung, ob du eine zivilrechtliche Verkehrswertschätzung oder eine steuerliche Grundbesitzbewertung benötigst, denn beide führen trotz ähnlicher Rechenlogik zu unterschiedlichen Werten.

Was kostet ein Verkehrswertgutachten und ersetzt der Rechner es?

Nein, der Rechner liefert eine fundierte Ersteinschätzung, aber kein Verkehrswertgutachten nach § 194 BauGB.

Ein solches Gutachten erstellt ein zertifizierter oder öffentlich bestellter Sachverständiger, der zusätzlich Marktanpassungsfaktoren, Sondermerkmale (Denkmalschutz, Baulasten, Altlasten), Mietvertragsstrukturen, Bauzustand und regionale Besonderheiten berücksichtigt.

Der Marktanpassungsfaktor allein kann das Ergebnis um 10 bis 30 Prozent nach oben oder unten verschieben.

Die Kosten für ein Gutachten liegen je nach Objektwert und Umfang typischerweise zwischen 1.500 und 3.500 Euro; für Bankbeleihungen, Erbauseinandersetzungen, Scheidungsverfahren und steuerliche Bewertungen ist ein formelles Gutachten meist vorgeschrieben.

Der Rechner eignet sich dagegen sehr gut für eine erste Kaufpreisprüfung, als Verhandlungsmarke gegenüber dem Verkäufer oder zur Plausibilisierung eines vorliegenden Gutachtens.

Nutze ihn als Ausgangspunkt und variiere die Eingaben bewusst, um die Sensitivität des Ergebnisses zu verstehen — insbesondere Liegenschaftszins und Restnutzungsdauer haben großen Einfluss auf den berechneten Wert.

Hole vor einer großen Finanzierungs- oder Verkaufsentscheidung immer ein formelles Gutachten ein, wenn der berechnete Wert nahe an einer wichtigen Schwelle liegt, etwa dem geforderten Kaufpreis oder der Beleihungsgrenze der Bank.

Was ist der Bodenwert und wie ermittle ich ihn?

Der Bodenwert ist der Wert des unbebauten Grundstücks und wird in allen drei Bewertungsverfahren benötigt. Er ergibt sich aus Bodenrichtwert mal Grundstücksfläche.

Den Bodenrichtwert veröffentlicht der zuständige Gutachterausschuss der Gemeinde im Bodenrichtwertatlas oder online über das Bodenrichtwertinformationssystem BORIS, in vielen Bundesländern kostenlos abrufbar.

Im Ertragswertverfahren hat der Bodenwert eine doppelte Rolle: Er geht als Summand in den Verkehrswert ein und bestimmt über die Bodenwertverzinsung, wie viel vom Reinertrag dem Gebäude zugerechnet wird.

Bei der Voreinstellung (80.000 Euro Bodenwert, 5 Prozent Liegenschaftszins) entfallen 48 Prozent des Ertragswerts auf den Bodenwert.

Im Sachwertverfahren wird der Bodenwert direkt zum Zeitwert des Gebäudes addiert und unterliegt keiner Alterswertminderung, weil Grund und Boden anders als Gebäude nicht altert.

Ein zu hoch oder zu niedrig angesetzter Bodenwert wirkt sich deshalb auf alle drei Verfahren aus — recherchiere ihn deshalb immer über den amtlichen Bodenrichtwert und nicht über eine Schätzung aus Immobilienportalen.

Warum weichen Ertragswert und Sachwert oft stark voneinander ab?

Ertragswert und Sachwert beantworten unterschiedliche Fragen. Der Ertragswert fragt, was ein Investor für die künftigen Mieteinnahmen zahlen würde — er spiegelt die Marktrenditeerwartung wider.

Der Sachwert fragt, was der Wiederaufbau des Gebäudes heute kosten würde — er spiegelt die Substanz wider.

Bei vermieteten Objekten in gefragten Lagen liegt der Ertragswert oft über dem Sachwert, weil Investoren für stabile Mieteinnahmen einen Aufschlag zahlen.

Bei älteren, unsanierten Gebäuden kann der Sachwert höher liegen, weil die Herstellungskosten die künftige Ertragserwartung übersteigen.

Für die Standardeinstellung ergibt das Ertragswertverfahren 165.795 Euro und das Sachwertverfahren 262.000 Euro — eine Differenz von rund 58 Prozent, die zeigt, wie unterschiedlich die Perspektive ausfällt.

Professionelle Gutachter wenden häufig beide Verfahren parallel an und gewichten die Ergebnisse je nach Nutzungsart und Marktlage.

Liegt dein Ertragswert deutlich unter dem geforderten Kaufpreis, signalisiert das, dass die Renditeerwartung am Markt den Preis nicht trägt — ein konkretes Verhandlungsargument.

Kontext

Hauswert ermitteln: Sachwert für Einfamilienhaus

Warum das bloße Ergebnis oft nicht reicht — und worauf es in der Praxis ankommt.

Wer den Hauswert eines Einfamilienhauses ermitteln will, wählt im Rechner das Sachwertverfahren — das Standardverfahren für selbstgenutzte Wohngebäude nach der ImmoWertV 2021 (Paragraphen 35 bis 39).

Im Unterschied zum Ertragswertverfahren, das den Wert aus Mieteinnahmen ableitet, schätzt das Sachwertverfahren die Substanz des Gebäudes über drei Größen: den Bodenwert aus Bodenrichtwert mal Grundstücksfläche, die Herstellungskosten aus Normalherstellungskosten (NHK 2010) je Quadratmeter Wohnfläche und die lineare Alterswertminderung, die das Gebäudalter ins Verhältnis zur Gesamtnutzungsdauer setzt.

Konkret trägst du im Rechner die Wohnfläche deines Hauses, die Herstellungskosten pro Quadratmeter (typisch 1.400 bis 2.500 Euro je nach Ausstattungsstandard), das Gebäudalter, die Gesamtnutzungsdauer (für Einfamilienhäuser nach Anlage 22 BewG typisch 70 bis 100 Jahre) und den Bodenwert ein.

Aus diesen Angaben berechnet der Rechner den Herstellungswert, zieht die prozentuale Alterswertminderung ab und addiert den Bodenwert zum Sachwert.

Beispiel: Ein 25 Jahre altes Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern, 2.000 Euro NHK pro Quadratmeter, 80 Jahren Gesamtnutzungsdauer und 120.000 Euro Bodenwert ergibt einen Herstellungswert von 280.000 Euro, eine Alterswertminderung von 31 Prozent, einen Zeitwert von 192.500 Euro und einen Sachwert von 312.500 Euro.

Der Sachwert dient Banken häufig als Ausgangspunkt für die Beleihungswertermittlung: In der Praxis setzen Kreditinstitute den Beleihungswert bei 70 bis 90 Prozent des Sachwerts an.

Für die Kaufpreisverhandlung zeigt der Sachwert, was die Substanz eines Hauses rechnerisch wert ist — liegt der geforderte Preis deutlich darüber, zahlt der Käufer einen Aufschlag für Lage oder Marktdynamik, der sich in der reinen Substanzbetrachtung nicht wiederfindet.

Beachte, dass der Rechner keinen Marktanpassungsfaktor enthält: Im professionellen Gutachten wird das Sachwert-Rohergebnis mit einem regionalen Korrekturfaktor des Gutachterausschusses multipliziert, der den Substanzwert an die tatsächliche Marktlage angleicht.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Beim Ertragswertverfahren ist der Liegenschaftszinssatz die entscheidende Stellschraube: Schon 0,5 Prozentpunkte weniger können den Ertragswert um 8 bis 15 Prozent steigern — je niedriger der Ausgangszins und je länger die Restnutzungsdauer, desto stärker der Effekt. Verwende deshalb den aktuellen Liegenschaftszinssatz des zuständigen Gutachterausschusses, nicht einen geschätzten Pauschalwert.

Beim Sachwertverfahren achte auf die korrekte Gesamtnutzungsdauer: Für Einfamilienhäuser gelten nach Anlage 22 BewG typisch 70 bis 100 Jahre, für Mehrfamilienhäuser 60 bis 80 Jahre.

Eine umfassende Sanierung kann die Restnutzungsdauer um 20 bis 30 Jahre verlängern und den Sachwert erheblich steigern.

Vergleiche die Ergebnisse mehrerer Verfahren: Weichen Ertragswert und Sachwert deutlich voneinander ab, deutet das auf unterschiedliche Bewertungsperspektiven hin — beim Ertragswert dominiert die Rendite, beim Sachwert die Substanz.

Für die Standardeinstellung ergibt der Ertragswert 165.795 Euro und damit eine deutlich andere Größenordnung als ein Sachwert von 262.000 Euro.

Marktanpassungsfaktoren, die bei professionellen Gutachten die Rohergebnisse korrigieren, sind im Rechner nicht enthalten — das Ergebnis ist daher als fundierte Ersteinschätzung zu lesen, nicht als Gutachtenwert.

Anwendung

Hauswert ermitteln in der Praxis

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Thomas will ein Mehrfamilienhaus mit vier Wohneinheiten kaufen, das für 290.000 Euro angeboten wird. Er prüft den Preis mit dem Ertragswertverfahren.

Eingaben: 18.000 Euro Jahresnettokaltmiete, 25 Prozent Bewirtschaftungskosten, 4,5 Prozent Liegenschaftszins (laut Gutachterausschuss), 35 Jahre Restnutzungsdauer, 95.000 Euro Bodenwert.

Der Rechner ergibt: Reinertrag 13.500 Euro, Bodenwertverzinsung 4.275 Euro, Gebäudereinertrag 9.225 Euro, Vervielfältiger 17,46, Gebäudeertragswert 161.078 Euro, Ertragswert 256.078 Euro.

Der Kaufpreis von 290.000 Euro liegt rund 13 Prozent über dem Ertragswert — Thomas nutzt das als Verhandlungsmarke.

Zur Gegenprobe wechselt er auf das Sachwertverfahren: 160 Quadratmeter Wohnfläche, 1.600 Euro NHK pro Quadratmeter, 30 Jahre Gebäudealter bei 70 Jahren Gesamtnutzungsdauer, 95.000 Euro Bodenwert.

Der Sachwert liegt bei 241.286 Euro und bestätigt die Größenordnung des Ertragswerts. Beide Verfahren signalisieren, dass der geforderte Kaufpreis über dem rechnerischen Wert liegt.

Thomas argumentiert beim Verkäufer mit dem Ertragswert als fundierter Untergrenze und sichert sich einen Nachlass auf 270.000 Euro. Die genannten Beträge sind Rechenbeispiele; ein verbindlicher Verkehrswert erfordert ein Gutachten nach § 194 BauGB.

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Der häufigste Fehler ist, den Liegenschaftszinssatz aus einem anderen Markt oder einem anderen Immobilientyp zu übernehmen. Ein Wohnhaus in einer B-Lage hat einen anderen Liegenschaftszins als ein Bürogebäude in der Innenstadt — bereits dieser eine Eingabefehler kann den Ertragswert um 30 Prozent verzerren.

Beim Sachwertverfahren wird die Alterswertminderung oft falsch eingeschätzt: Die lineare Abschreibung nach ImmoWertV unterscheidet sich von der steuerlichen AfA, und eine Modernisierung verlängert die Restnutzungsdauer, nicht die Gesamtnutzungsdauer.

Beim Vergleichswertverfahren ist der kritische Punkt die Datenqualität: Nur Vergleichspreise aus der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses sind belastbar — Angebotspreise von Immobilienportalen liegen systematisch über den tatsächlichen Transaktionspreisen.

Ein weiterer Irrtum ist, die drei Verfahren als austauschbar zu behandeln.

Das Ertragswertverfahren beantwortet die Frage, was ein Investor für die Mieteinnahmen zahlen würde; das Sachwertverfahren fragt, was der Wiederaufbau kostet; das Vergleichswertverfahren fragt, was ähnliche Objekte tatsächlich gekostet haben.

Je nach Nutzungsart ist ein Verfahren aussagekräftiger als die anderen.

Schließlich wird oft vergessen, dass keines der drei Verfahren Marktanpassungsfaktoren, Sondermerkmale oder regionale Besonderheiten berücksichtigt, die ein Sachverständiger in sein Gutachten einfließen lässt.

Nächster Schritt

Immobilienbewertung: Fazit und nächste Schritte

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Immobilienbewertung-Rechner schätzt den Verkehrswert nach den drei normierten Verfahren der ImmoWertV 2021 — Ertragswert, Sachwert und Vergleichswert — in einem einzigen Werkzeug.

Das Ertragswertverfahren leitet den Wert aus Mietertrag und Vervielfältiger ab (Voreinstellung: 165.795 Euro), das Sachwertverfahren aus Herstellungskosten minus Alterswertminderung, das Vergleichswertverfahren aus Fläche und Quadratmeterpreis.

Für die vollständige Kaufpreiseinschätzung empfiehlt sich der ergänzende Kaufnebenkosten-Rechner, der Grunderwerbsteuer, Notar und Makler auf den Verkehrswert aufschlägt.

Nutze die Ergebnisse als Verhandlungsgrundlage, nicht als Gutachtenersatz: Marktanpassungsfaktoren, Sondermerkmale und regionale Besonderheiten kann nur ein zertifizierter Sachverständiger berücksichtigen.

Wer nur das Ertragswertverfahren vertiefen will, findet im spezialisierten Ertragswert-Rechner eine detaillierte Einzelberechnung mit Vervielfältiger-Tabelle. Die ausgewiesenen Beträge sind Orientierungswerte ohne Gewähr.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Praxisbeispiel

Ertragswert eines Mehrfamilienhauses

Bewertungsverfahren
Ertragswertverfahren (vermietet)
Jahresnettokaltmiete
12.000 €
Bewirtschaftungskosten
25 %
Liegenschaftszinssatz
5 %
Restnutzungsdauer
40 Jahre
Bodenwert
80.000 €

Ergebnis: Verkehrswert: 165.795 € | Reinertrag: 9.000 € | Bodenwertverzinsung: 4.000 € | Gebäudereinertrag: 5.000 € | Vervielfältiger: 17,16 | Gebäudeertragswert: 85.795 € | Bodenwertanteil: 48 %

Bei 12.000 € Jahresnettokaltmiete und 25 % Bewirtschaftungskosten verbleiben 9.000 € Reinertrag. Abzüglich 4.000 € Bodenwertverzinsung ergibt sich ein Gebäudereinertrag von 5.000 €, der mit dem Vervielfältiger 17,16 kapitalisiert wird. Der Bodenwert von 80.000 € macht 48 % des gesamten Ertragswerts aus.

Beispiel 1 · Einfach · Verkehrswert: 165.795 € | Vervielfältiger: 17,16 | Bodenwertanteil: 48 %

Ertragswert (vermietetes Mehrfamilienhaus)

Bewertungsverfahren
Ertragswertverfahren
Jahresnettokaltmiete
12.000 €
Bewirtschaftungskosten
25 %
Liegenschaftszinssatz
5 %

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 2 · Mittel · Verkehrswert: 262.000 € | Herstellungswert: 216.000 € | Alterswertminderung: 25 % | Zeitwert: 162.000 €

Sachwert (selbstgenutztes Einfamilienhaus)

Bewertungsverfahren
Sachwertverfahren
Wohnfläche
120 m²
Herstellungskosten
1.800 €/m²
Gebäudealter
20 Jahre

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 3 · Komplex · Verkehrswert: 350.000 €

Vergleichswert (Eigentumswohnung in städtischer Lage)

Bewertungsverfahren
Vergleichswertverfahren
Wohn-/Nutzfläche
100 m²
Vergleichs-m²-Preis
3.500 €/m²

Beispiel 4 · Komplex · Verkehrswert: 471.834 € | Vervielfältiger: 23,46 | Bodenwertanteil: 25 %

Ertragswert mit höherer Miete und niedrigem Zins

Bewertungsverfahren
Ertragswertverfahren
Jahresnettokaltmiete
24.000 €
Bewirtschaftungskosten
20 %
Liegenschaftszinssatz
3,5 %

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Weiterführende Rechner und Themen

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Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Die Berechnung dient der Orientierung und ersetzt kein Verkehrswertgutachten nach § 194 BauGB. Marktanpassungsfaktoren, Sondermerkmale und regionale Besonderheiten sind nicht berücksichtigt.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Deutsche Bundesbank, IVD (Immobilienverband Deutschland)

Stand: 2026-09-27

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
27. September 2026
Fachbereich
Immobilien / Kaufen
Formeln basieren auf
ImmoWertV 2021 (§ 24-39): Ertragswert-, Sachwert- und Vergleichswertverfahren
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Immobilienbewertung. Abgerufen von https://rechner-portal.de/immobilien/kaufen/immobilienbewertung

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Immobilienbewertung. Available at: https://rechner-portal.de/immobilien/kaufen/immobilienbewertung

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